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Karte und Fahrplan-Auskunft
Elbe-Weser-Dreieck
Pressetexte 2003 - 2004 - 2005 - 2006 -2007 - 2008 - 2009 - 2010 - 2011 - 2012

Mehr Kraft für das Herz des Elbe-Weser-Dreiecks - 17. 12. 2011
Hand in Hand für Lachs und Stör - 13. 12. 2011
Kreispolitik soll dem Natureum helfen - 7. 12. 2011
"Welle der Sympathie" für das Küstenmuseum - 2. 12. 2011
"Mörderischer Herbst" ausverkauft - 30. 10. 2011
1000 Störe für die Oste - 15. 10. 2011
Oste-Radweg von der Quelle bis zur Mündung - 21. 9. 2011
Mörderischer Herbst zwischen Moor und Meer - 8. 9. 2011a
Jungfernfahrt auf dem "Oste-Radweg" - 8. 9. 2011b
"Hol öwer in die Zukunft"- 13. 8. 2011
Sondertarif für Leichen und Frischvermählte - 4. 8. 2011
Osteland feiert seine 33 Fähren - 30. 7. 2011
Unesco-Titel in Gefahr - 26. 7. 2011
Oste - vom Geheimtipp zum Tipp - 12. 7. 2011b
Jung-Stör "Wolfgang" funkt aus den Fluten" - 12. 7. 2011a
Entdeckungen am Oberlauf der Oste - 22. 6. 2011
Mordgeschichten und Mittsommer-Wanderung - 20. 5. 2011
Oste-Angebote für die "Generation Smartphone" - 9. 5. 2011
"Wanderer brauchen Brücken und Stege" - 26. 4. 2011
Mit der 5. Niere auf Europa-Trip - 8. 4. 2011
Rede von Jochen Bölsche in Oberndorf - 2. 4. 2011
Ein Fluß braucht Brücken - 1. 4. 2011
"Der Fluß, der alles hat" - 1. 4. 2011
Schwebefähre schon 2015 Weltkulturerbe? 23. 3. 2011
"Oste-Oscar" für die Plattdeutsch-Klasse 20. 3. 2011
50 Goldhechte von der AG Osteland - 13. 3. 2011
Fisch mit goldener Krone als Symbol - 13. 3. 2011
Der Fluss wird zum Kanal - 19. 2. 2011
Wachablösung bei der AG Osteland - 12. 2. 2011
Lust auf die Oste, Lust auf Regatten- 11. 2. 2011
Über 7 Fähren musst du fahr'n.. - 6. 1. 2011.
Südwärts, bis die Butter schmilzt.. . - 8. 1. 2011
Schippern und Wandern im Osteland - 8. 1. 2011
Am 18. Februar "Lust auf Regatten" - 8. 1. 2011




Mehr Kraft für das Herz 
des Elbe-Weser-Dreiecks

Arbeitsgemeinschaft Osteland zieht Bilanz / Tausend Kaviarfische werben für die Flussregion / Neue Ferienrouten als Tourismusmagnet / Songwriter dichten Loblieder auf den idyllischen Fluss / "Wilde Oste" als Schwerpunktthema 2012

18. 12. 2011. "Das schöne, aber schwache Herz des Elbe-Weser-Dreiecks braucht dringend Stärkung." Diese Bilanz zog in seiner Jahresabschlusssitzung in Oberndorf (Landkreis Cuxhaven) der Vorstand der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., die sich als Lobby für das 1800 Quadratmeter große Einzugsgebiet der Oste im mittleren Drittel des "nassen Dreiecks" versteht.

Geprägt war das Jahr 2011 am längsten Nebenfluss der Niederelbe nach dem Urteil des Osteland-Vorstands von gegenläufigen Trends: Bei anhaltender ökonomischer und demographischer Schwächung der Flussregion seien einige Teilerfolge bei den Bemühungen erzielt worden, die Wirtschaftskraft des Ostelandes durch die Entwicklung eines sanften Tourismus zu stärken und zugleich das Kultur- und Naturerbe zu bewahren.

Gesteigert worden ist der Bekanntheitsgrad des einstmals "vergessenen Flusses", so der Osteland-Vorsitzende Jochen Bölsche (Osten), nicht nur durch die Aktivitäten der Verbandstouristiker in den Landkreisen Rotenburg, Stade und Cuxhaven, sondern auch durch eine Vielzahl von Beiträgen in Presse, Funk und Fernsehen, bis hin zu einem einstündigen, mit Unterstützung der AG Osteland entstandenen TV-Flussporträt in der NDR-Sendereihe "Nordstory".

Auch die Naturschutz-Bemühungen der 7800 Sportfischer, die im Osteland-Arbeitskreis Wanderfische vertreten sind, hätten dazu beigetragen, die rund 150 Kilometer lange Oste bundesweit als "Fluss der Störe" bekannt zu machen. Die für das kommende Frühjahr zugesicherte Freisetzung der zweiten Hälfte von insgesamt 1000 Jungtieren des bedrohten Kaviarfischs der Art Acipenser sturio biete die Chance, das Interesse nicht nur der Anglerpresse erneut auf die Oste zu lenken.

Große Hoffnung setzt die AG Osteland auf die Anerkennung der 102 Jahre alten Schwebefähre Osten - Hemmoor, des überragenden Wahrzeichens der Region, zum Unesco-Weltkulturerbe. Auf den Weg gebracht wurde 2011 mit Hilfe des Darmstädter Industriearchäologen Rolf Höhmann ein supranationaler Sammelantrag, der vom Osteland-Arbeitskreis Deutsche Schwebefähren angeregt worden war; dem Gremium gehören unter anderem die Bürgermeister der Fährkommunen Osten und Hemmoor sowie Rendsburg und Osterrönfeld in Schleswig-Holstein an. Mit dem vom Cuxhavener Kreistag unlängst beschlossenen Stopp für ein Windparkprojekt in Schwebefährennähe ist, so die Arbeitsgemeinschaft, ein "potentielles Hindernis auf dem Wege zum Welterbetitel ausgeräumt" worden.

Bereichert wurde die von der AG Osteland entwickelte Ferienroute "Deutsche Fährstraße" 2011 durch etliche neue Attraktionen: die "Oste-Natur-Navi-Route" Bremervörde - Hechthausen und die "Historische Ostedeichroute" Belum - Osten, die Radler-Rasthütte im Osteland-Eck am Schnittpunkt der Ostelandkreise Stade, Cuxhaven und Rotenburg bei Brobergen sowie ein Prahmfähren-Nachbau und die Fährmann- und Fährgast-Statuen am Ostedeich in Oberndorf (Kreis Cuxhaven). Anklang fand auch der neue Nordabschnitt der "Niedersächsischen Milchstraße" rund um die ländliche Delikatess-Molkerei Oberndorf-Hasenfleet, der von Mitgliedern der AG Osteland konzipiert worden ist.

In Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Rotenburg/Wümme (TouROW) und dem Regionalmanagement Börde Oste-Wörpe konnte in den letzten Wochen die Feintrassierung eines vielversprechenden weiteren Radwanderwegs abgeschlossen werden. Nach der Erstbefahrung unter Führung der Osteland-Tourenleiter Peter und Monika Prüß im Sommer steht im kommenden Frühjahr die offizielle Eröffnung des 145 Kilometer langen "Oste-Radwegs" an. Die neue Route verbindet die Quellregion bei Tostedt (Landkreis Harburg) mit dem Küstenmuseum Natureum Niederelbe an der Ostemündung bei Balje (Landkreis Stade). Der Weg wird von der AG Osteland bereits jetzt auf der Website www.oste-radweg.de beworben.

Als "Meilenstein für die Entwicklung des Wassertourismus auf der Oste" wertet die Arbeitsgemeinschaft die im Frühjahr erfolgte Einweihung des neuen Schiffanlegers in Großenwörden (Landkreis Stade). Damit ist innerhalb von fünf Jahren der fünfte Anleger für Schiffe vom Format des Oste-Oldtimers "Mocambo" entstanden.

Neue Impulse für den Wassertourismus erhofft sich der Verein auch von der bevorstehenden Indienststellung des Flachbodenschiffs "Püttenhüpper" am Ferienpark "Geesthof" in Hechthausen. Das Landungsboot soll in der kommenden Saison für biologische Erkundungstörns eingesetzt werden. Ein vom Arbeitskreis "Blaues Netz" der AG Osteland erarbeiteter und in hoher Auflage verbreiteter "Oste-Hafenführer" trägt dazu bei, den Fluss in ganz Norddeutschland als Wassersportrevier bekannt zu machen und weiterhin Freizeitskipper ins Osteland zu locken.

Zur großen Freude der Ostefreunde entdecken immer mehr Künstler den noch vor wenigen Jahren weithin unbekannten Fluss. Thees Uhlmann besingt seine Jugend hinterm Ostedeich in Hemmoor. Premiere hatte 2011 in Estorf (Kreis Stade) die Schwebefähren-Hymne "Fährmann, hol över" der Folk-Gruppe "Liederjan". Die Buxtehuder Frauen-Band "Kaktusblüte" ging mit ihrem "Oste-Lied" ("Das Paradies der Abgeschiedenheit") auf Tournee. Der Platt-Rocker "Rollo 333" schuf ein Stück mit dem Titel "Mit'n Boot op'e Oost". Und der Kinderchor Kehdingen trug das von Chorleiter Christian Clasen verfasste Lied "Kleiner alter Leuchtturm" vor, das dem markanten Seezeichen in Balje nahe der Ostemündung gewidmet ist.

Als Werbeträger für die Region betrachtet die "Lobby für die Oste" die Literatur über den Fluss, die durch etliche neue Titel bereichert worden ist. Bei einem Fährfest in Osten stellte die AG Osteland das von ihr herausgegebene Buch "Die Geschichte der Fähren an der Oste" vor, das die Heimatforscherin Gisela Tiedemann (Wingst) verfasst hat. 

Eine Lesungsreihe mit dem Titel "Mörderischer Herbst" präsentierte neue Krimis von Thomas B. Morgenstern, Axel Roschen und Wilfried Eggers, die am Fluss geschrieben oder angesiedelt sind. Für Mitte 2012 erwartet der Osteland-Arbeitskreis "Krimiland Kehdingen-Oste" (www.krimiland.de) das Erscheinen des 50. Regionalkrimis, das mit einem kleinen Festival gefeiert werden soll.

Schwerpunktthemen des nächsten Quartals, das unter dem Motto "Wilde Oste" steht, sind der 50. Jahrestag der Februarflut 1962 und die Diskussion über die Zukunft des Hochwasserschutzes, wie der 2. Vorsitzende Walter Rademacher (Neuhaus) ankündigt. Der Wasserbau-Ingenieur bereitet zur Zeit gemeinsam mit den Ortsheimatpflegern vom Fluss eine Ausstellung mit Fotos und Augenzeugenberichten über die Hochwasserkatastrophe vor 50 Jahren vor. Die Dokumente sollen am Sonntag, 12. Februar, beim 8. "Tag der Oste" in Geversdorf (Landkreis Cuxhaven) und anschließend im Natureum Niederelbe in Balje gezeigt werden. 

Geplant sind ferner ein Vortrag von Oste-Kulturpreisträger Prof. Dr. Norbert Fischer (Hamburg), dem Autor der historischen Ostedeichstudie "Der wilde und der gezähmte Fluss", sowie eine Podiumsdikussion mit Küstenschutz- und Klimaexperten über künftige Risiken für die Region (mehr im Internet unter www.wilde.oste.de).

Dankbar zeigt sich die AG Osteland über einige positive Entwicklungen, die ihre Mitstreiter in die Wege geleitet haben. So hat sich der alte Leuchtturm in Balje, der mit Hilfe vieler Seezeichenfreunde vor dem Verfall gerettet worden ist, seit der Restaurierung zum beliebten Anlaufpunkt eines sanften Tourismus entwickelt. 

Mit Erfolg hat sich die AG Osteland im April mit einer kleinen Demonstration ("Ein Fluss braucht Brücken") für die Reparatur und Öffnung einer gesperrten Ostebrücke in Granstedt bei Selsingen (Kreis Rotenburg) eingesetzt. Dort bieten sich nun neue Wandermöglichkeiten in einem besonders reizvollen Teil des Ostetals.

Auf gutem Wege sind auch einige Vorhaben, die Oste gemäß EU-Vorgabe in einen "guten ökologischen Zustand" zu versetzen, indem Wehre und andere Hindernisse für Wanderfische wie Lachs und Stör entschärft werden. Wo sich - wie etwa bei einem historischen Stauwehr bei Groß Meckelsen (Kreis Rotenburg) - Zielkonflikte zwischen Naturschutz und Denkmalschutz ergeben, unterstützt die AG Osteland den Niedersächsischen Heimatbund bei dessen Bemühungen um einen Interessenausgleich.

Sorgen bereiten der Arbeitsgemeinschaft zur Zeit die zunehmende Vermaisung der Region, vor allem am Oberlauf der Oste, und die ungesicherte Zukunft des Natureums Niederelbe an der Mündung. Dieser "kulturelle Leuchtturm" und Tourismusmagnet - künftig auch Ziel- bzw. Startpunkt des neuen Oste-Radwegs - muss nach Ansicht der AG Osteland endlich durch die seit zehn Jahren geplante Erweiterung durch eine "Küstenwelten"-Halle attraktiv und zukunftssicher gestaltet werden. 

Die tourismus- und strukturpolitische Bedeutung des Küstenmuseums an der Grenze zwischen den Landkreisen Stade und Cuxhaven dürfe in den fernen Kreisstädten nicht länger unterschätzt werden. Ein von der AG Osteland verbreiteter "Baljer Appell" zugunsten einer Erweiterung und Erneuerung des Natureums hat binnen kurzer Zeit 350 Unterzeichner gefunden, darunter 15 Bürgermeister und Dutzende von Vereinsvorsitzenden aus der gesamten Flußregion. Alle Unterstützer sind auf der Website www.tor.zur.oste.de aufgeführt.

Erfreulich gestaltet hat sich auch 2011 die Mitgliederentwicklung der AG Osteland, wie Schatzmeister Johannes Schmidt (Hemmoor) resümiert: Der Verein, der 2004 von zehn Ostefreunden gegründet worden war, konnte kürzlich den Rundfunkredakteur Harald-Gerd Brandt aus Offensen (Kreis Rotenburg) als 450. Mitglied begrüßen.

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Web-Tipps:

Die AG Osteland informiert über ihre Arbeitskreises und Arbeitsfelder auf Twitter, Facebook und auf verschiedenen Websites: 

www.osteland.de
www.schwebefaehre.org
www.deutsche-faehrstrasse.de
www.oste-radweg.de
www.krimiland.de
www.blaues-netz-oste.de
www.wilde.oste.de
www.wanderfische.oste.de
www.tor.zur.oste.de



Hand in Hand für 
Lachs und Stör

Sportfischer und AG Osteland festigen Zusammenarbeit / "Silbernes Netz" für den Artenschutz / Oste wird Heimat für weitere 500 Jungstöre 

13. 12. 2011. In ihrem Bemühen um Wiederansiedlung bedrohter Wanderfischarten wie Lachs und Stör in der Oste wollen die Sportfischer an längsten Nebenfluss der Niederelbe noch enger als bislang mit der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. zusammenarbeiten. Die 2009 gegründete "ARGE Wanderfische Oste" wird daher vom neuen Jahr an innerhalb der AG Osteland tätig sein, wie Sportfischer-Sprecher Wolfgang Schütz und der Vorsitzende der AG Osteland, Jochen Bölsche, in Osten/Oste mitteilten.

Angeregt worden war die Kooperation vom Leiter des nationalen Programms zu Wiederansiedlung des Störs, dem Biologen Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Nach einem jüngst erfolgten Vorstandsbeschluss der Arbeitsgemeinschaft Osteland bilden die Fischartenschützer vom Fluss künftig innerhalb des gemeinnützigen Vereins einen eigenen Arbeitskreis, der intern "Silbernes Netz Oste" genannt wird - in Anlehnung an das "Blaue Netz Oste", in dem sich die Wassersportler der AG Osteland zusammengefunden haben.

Der neue Zusammenschluss bietet sich aus Sicht der Kooperationspartner an, weil viele Mitglieder der ARGE Wanderfische - darunter die Landkreise Stade, Cuxhaven und Rotenburg/Wümme sowie die Besatzgemeinschaften der 7.700 Sportfischer am Fluss - ohnehin in der AG Osteland vertreten sind. Die Interessen der in 32 Vereinen organisierten Sportfischer seien, so Schütz, gut aufgehoben in der AG Osteland, die mit 450 Mitgliedern von der Quelle bis zur Mündung - darunter Touristiker, Wassersportler, Kommunalpolitiker, Naturschützer und Heimatpfleger - als größte ehrenamtlich geführte Flußgebietskooperation in Deutschland gilt.

Schon in den vergangenen Jahren hatten die Sportfischer mit der AG Osteland eng zusammengearbeitet, etwa bei der Erarbeitung der Ostener Stör-Ausstellung "Die Rückkehr des grauen Riesen", der Einweihung des schwimmenden Denkmals "Hein Stör" in Oberndorf sowie bei der Veranstaltung von "Kaviarnächten" und anderen Vortragsabenden zum Thema Wanderfische. Die Sportfischer Egon Boschen (Lamstedt), Ernst Peters (Zeven) und Wolfgang Schütz (Osten) sowie der Berliner Fischbiologe Dr. Geßner sind für ihre Verdienste um die Wiederansiedlung von Wanderfischen von der AG Osteland mit dem Kulturpreis "Der Goldene Hecht" ausgezeichnet worden.

Bereits in den 80er und 90er Jahren war die Wiederansiedlung des damals in Deutschland ausgestorbenen Lachses von ehrenamtlich tätigen Artenschutz-Pionieren an der Oste vorangetrieben worden; seiher gilt die  Oste in Fachkreisen als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins". Im Jahre 2009 startete das Berliner Leibniz-Institut einen sogenannten experimentellen Versuchsbesatz mit einzelnen Exemplaren des nahezu ausgerottenen Europäischen Störs (Acipenser sturio). Positive Prognosen führten dazu, dass nach der Freisetzung von 500 Jungstören im Herbst dieses Jahres nun im kommenden Frühjahr weitere 500 Jungtiere aus französischer Nachzucht in die Oste entlassen werden sollen.

Begrüßt werden von der AG Osteland daher die verstärkten Bemühungen des Landes Niedersachsen, den Vorgaben der EU zu entsprechen und den Fluss bis 2015 in einen "guten ökologischen Zustand" zu versetzen. Wie ein Experte des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) dazu kürzlich vor Sportfischern ausführte, sollen im neuen Jahr Fischwanderhindernisse wie Stauwehre und andere Querverbauungen beseitigt oder wenigstens entschärft werden. Die Oste, freuen sich die Sportfischer, geniesse in Hannover hohe Priorität als Vorzugsgewässer und Vorzeigeobjekt.

Während für das Bremervörder Wehr zurzeit noch nach einer Lösung gesucht wird, soll zur Jahresmitte begonnen werden, Querbauwerke in Sittensen sowie in der Bever bei Bremervörde (Landkreis Rotenburg)für wieder durchgängig zu machen. Dasselbe gilt nach Informationen der Sportfischer für das Basbecker Schleusenfleth in Hemmoor (Landkreis Cuxhaven) und für Fischbarrieren in der Horster Beek (Landkreis Stade). 
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Hintergrund

Nach den Vorstellungen von Artenschützern wie dem Berliner Wanderfischexperten Dr. Jörn Geßner soll der kleine Tieflandstrom Oste, der durch vielfältige menschliche Eingriffe verändert worden ist,  als funktionsfähiger Lebensraum gemäß seinen natürlichen Funktionen wiederhergestellt werden. Angestrebt ist langfristig, dass sich selbst erhaltende Populationen auch von sensitiven Arten wie Lachs, Meerforelle, Schnäpel, Maifisch, Quappe und Stör als Indikatoren eines guten Gewässerzustandes wieder die Oste besiedeln.

Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, die Wanderfisch-Projekte an der Oste unter anderem durch die Verbesserung der Gewässerstruktur nachhaltig zu unterstützen. Dies schließt eine teilweise Rückverlegung von begradigten Flussabschnitten ebenso ein wie die Minimierung von Nährstoffeinträgen sowie die substantielle Verminderung der Einträge von Sedimenten aus Erosion und Drainage. Zu diesem Zweck sollen gemeinschaftlich geeignete Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele entwickelt werden. Das Forum soll helfen, Verständnis und Unterstützung für die notwendigen Arbeiten zu schaffen und so die Etablierung von Wanderfischen zu einem gemeinsamen Anliegen des Ostelandes zu machen.




Kreispolitik soll dem
Küstenmuseum helfen

"Region Kehdingen-Oste braucht ein attraktives Natureum Niederelbe" / Arbeitsgemeinschaft Osteland überreicht Unterstützungserklärungen von Bürgermeistern und Vereinsvorständen / Hilfe auch vom Oberlauf des Flusses

Stade / Cuxhaven / Rotenburg. "Die auf Tourismus und Strukturhilfe angewiesene Region Kehdingen-Oste braucht dringend ein attraktives Natureum Niederelbe, das in die gesamte Osteregion ausstrahlt." Mit diesen Worten appelliert die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. an die Mitglieder des Stader Kreistages, die im neuen Jahr über die Zukunft des Küstenmuseums in Balje befinden wollen, sich für eine nachhaltige Sicherung und Erweiterung des größten Naturkundemuseums im Elbe-Weser-Dreieck einzusetzen.

Der 2. Vorsitzende der AG Osteland, Walter Rademacher aus Neuhaus (Landkreis Cuxhaven), übergab am Dienstag im Baljer Gasthaus "Zwei Linden" einen von 240 Bürgern - darunter Dutzende von Vereinsvorsitzenden aus dem Osteland - unterzeichneten "Baljer Appell" an drei prominente Kommunalpolitiker aus der Region, denen er zugleich für Unterstützung dankte: Hermann Bösch (CDU), Bürgermeister der Natureum-Gemeinde Balje, Heinrich von Borstel (SPD) aus Wischhafen, Vorsitzender des Natureum-Kuratoriums des Stader Kreistags, sowie Ulrich Hemke, Fraktionschef der Grünen im Stader Kreistag und Mitglied des Kreisausschusses.

Die "phänomenal positive Reaktion" auf den "Baljer Appell" habe, so die AG Osteland, deutlich gezeigt, binnen kürzester Zeit gezeigt, wieviele Sympathien das Natureum als touristischer Magnet und kultureller Leuchtturm an der Oste genießt, und zwar bis hinauf in die Quellregion nahe Sittensen (Kreis Rotenburg) und Tostedt (Kreis Harburg).

Unterstützt wird der "Baljer Appell", quer über alle Parteigrenzen hinweg, von 14 Bürgermeistern und Stellvertretern aus der gesamten Flussregion:  von Ingrid Lefèvre (Sittensen, CDU) über Alexander Oppermann (Bremervörde, SPD) bis hin zu Anrainern der Unteren Oste: Bernhard Witt (Großenwörden, Freie Wählergemeinschaft), Jan Tiedemann (Hechthausen, SPD), Carsten Hubert (Osten, CDU), Dirk Brauer (parteilos, Samtgemeinde Hemmoor), Hans Wilhelm Saul und Johannes Schmidt (Stadt Hemmoor, SPD bzw. Bürgerforum), Wolfgang Heß und Nils Rust (Cadenberge, SPD), Michael Schlobohm (Wingst, SPD), Detlef Horeis (Oberndorf, SPD), Hermann Bösch (Balje, CDU) und Georg Martens (Neuhaus, CDU).

Osteland-Vize Rademacher, der selber als Vertreter der Freien Wähler dem Rat der Samtgemeinde Am Dobrock angehört, teilte mit, der Appell habe außer bei Kommunalpolitikern viel Unterstützung auch bei Künstlern und Naturschützern, Gewerbetreibenden und Schriftstellern, Meereskundlern und Heimatfreunden gefunden. Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem die Ortsheimatpfleger von acht Gemeinden, der Sprecher der 7800 Sportfischer an der Oste, Wolfgang Schütz (Osten), der Geschäftsführer des Ostedeichverbandes, Ulrich Gerdes (Hemmoor) und der Vorsitzende der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven, Gerhard Klotz (Hemmoor).

Beistand für das Natureum leisten auch Oberschulrektor Jörg Petersen (Freiburg) vom Vorstand des Vereins Historischer Kornspeicher, Diplomingenieur Rainer-Michael Wermke (Hamburg), Vorsitzender des Fördervereins Natureum Niederelbe e. V.,  Dr. Thomas Kühn (Ihlienworth), Vorsitzender des Vereins "Kunst, Gesundheit, Bildung", Rechtsanwalt Eckhard Klitzing,  Vorsitzender des Fördervereins Baljer Leuchtturm von 1904 e. V.,Curt Schuster, Festausschuss "Hemmoorer Bahnhofstraßenfest", Gerd-Andren Jagst (Neuhaus), 2. Kreisvorsitzende des Sozialverbandes Deutschland, Dr. med. Manfred Toborg (Osten), Vorsitzender des Vereins Kulturmühle,  Karl-Heinz Buck (Bremervörde-Bevern), Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lager Sandbostel, und Karl-Heinz Brinkmann (Osten) von der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor.

Stark machen sich für das Natureum Unternehmer wie Kapitän Caspar Bingemer (Osteschifffahrt, Oberndorf) oder Hotelier Dirk Beneke (Otterndorf) sowie Vorsitzende von Tourismus- bzw. Gewerbevereinen wie Clemens Freiherr Marschalck von Bachtenbrock (Hemmoor), Heinrich von Borstel (Nordkehdingen), Krista Reibe (Hechthausen), Jürgen Radtke (Geversdorf) und Wolfgang Heß (Cadenberge). 

Zoodirektor Dr. Rüdiger Wandrey, Geschäftsführer der Tourismus GmbH Wingst, begründet sein Votum für Erhaltung und zum Ausbau des Natureums mit dessen Bedeutung als "wichtiger kultureller, bildungspolitischer und touristischer Attraktion sowie ausserschulischem Lernort für Ökologie, Artenvielfalt und Nachhaltigkeit im Elbe-Weser-Dreieck." 

Geteilt wird dieses Urteil von vielen Privatvermietern an Elbe und Oste. "Gerade für unsere Feriengäste mit Kindern ist das Natureum eine günstige Ausflugsmöglichkeit," erklärt der Krautsander Ferienhausvermieter Burkhard Schröder. Gerd und Gisela Bertholdt von der Ferienpension Berthof in Hechthausen-Kleinwörden schreiben: "Das Natureum Niederelbe ist nicht nur ausserordentlich lehrreich für unsere Kinder und Jugendlichen. Radwanderer vom Osteland nehmen das Ziel Natureum Niederelbe sehr gerne an."

Als ökologischer Lernort und als Stätte kultureller Veranstaltungen - vom naturkundlichen Vortrag über Konzerte bis zu  Krimilesungen - hat das Natureum auch einen guten Ruf bei Künstlern, Wissenschaftlern und Pädagogen. 

Dafür sprechen Unterstützungserklärungen bekannter Autoren aus der Region wie Elke Loewe (Geversdorf), Wolfgang Röhl (Oberndorf), Thomas B. Morgenstern (Drochtersen) und Dr. Reinhold Friedl (Cuxhaven) sowie von Gewässerkundlern wie Prof. Franciscus Colijn (Institut für Küstenforschung, Geesthacht) oder dem Tostedter Dr. Ludwig Tent (TU Harburg). Auch der langjährige Oldendorfer Umweltpädagoge Peter Wortmann meint: "Es kann nicht angehen, dass die dringend notwendige Modernisierung des Natureums scheitern soll an einem fehlenden Eigenanteil des Landkreises Stade." 

Zu den Initiatoren des "Baljer Appells" zählten unter anderem der Natureum-Vorsitzende und Verwaltungsgerichtspräsident a. D. Eike Ingwer Schmidt (Stade), Maike Freifrau von Zedlitz (Balje-Hörne) von der Initiative "Pro Küstenwelten" und der AG-Osteland-Vorsitzende Jochen Bölsche (Osten). 
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Im "Baljer Appell" heißt es: "Die Unterzeichner appellieren an alle Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, sich - über politische und kommunale Grenzen hinweg - gemeinsam dafür einzusetzen, dass das 
Natureum Niederelbe, das größte Naturkundemuseum im Elbe-Weser-Dreieck, weiter ausgebaut, noch attraktiver gestaltet und damit nachhaltig gesichert werden kann. 

Das Küstenmuseum Natureum samt dem Elbe-Küsten-Park und der geplanten Erweiterung ("Küstenwelten") liegt in der ländlich geprägten Grenzregion zwischen den Landkreisen Cuxhaven und Stade. Doch nicht nur aus Gründen der Strukturpolitik, sondern auch als umweltpädagogischer Lernort und Tourismusmagnet mit Anziehungskraft auf das gesamte Elbe-Weser-Dreieck und darüber hinaus verdient das Natureum Unterstützung auf allen politischen Ebenen. 

Unverzichtbar ist ein weiterhin lebendiges Natureum zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft und als touristische Drehscheibe im Schnittpunkt überregionaler Radwanderwege wie dem Elbe-Radweg, dem 
Oste-Radweg und der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel sowie als Anlaufpunkt für Wassersport und Wassertourismus an der Elb- und Ostemündung. 

Die Unterzeichner rufen daher alle Vertreter von Politik und Gesellschaft dazu auf, ihren Einfluss zugunsten des Natureums Niederelbe geltend zu machen." 




"Welle der Sympathie"
für das Küstenmuseum

AG Osteland kämpft für die Zukunft des Natureums in der Flußmündung / "Baljer Appell" findet binnen 48 Stunden über 150 Unterstützer

Hemmoor / Balje / Bremervörde. Eine kurzfristig umgesetzte Unterstützungsaktion für das Natureum Niederelbe bei Balje (Landkreis Stade) hat nach Mitteilung der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland 
e. V. eine "Welle der Sympathie" für das Küstenmuseum an der Ostemündung ausgelöst: Binnen 48 Stunden haben in den Orten entlang der Oste mehr als 150 Vertreter aus Politik, Kultur und Tourismus einen "Baljer Appell" unterzeichnet.

Der Aufruf appelliert an alle Verantwortlichen, "sich - über politische und kommunale Grenzen hinweg - gemeinsam dafür einzusetzen, dass das Natureum Niederelbe, das größte Naturkundemuseum im Elbe-Weser-Dreieck, weiter ausgebaut, noch attraktiver gestaltet und damit nachhaltig gesichert werden kann". 

Anlass für die Aktion war, so die AG Osteland, dass das seit zehn Jahren geplante Erweiterungs- und Modernisierungsprojekt trotz Fördermittelzusagen in Millionenhöhe wegen ungesicherter Restfinanzierung 
durch den Kreis Stade kürzlich gestoppt worden ist. 

Über die Bedeutung des "Tors zur Oste" für die strukturschwache Osteregion heißt es in dem Appell: "Das Küstenmuseum Natureum samt dem Elbe-Küsten-Park und der geplanten Erweiterung ('Küstenwelten') liegt in der ländlich geprägten Grenzregion zwischen den Landkreisen Cuxhaven und Stade. Doch nicht nur aus Gründen der Strukturpolitik, sondern auch als umweltpädagogischer Lernort und Tourismusmagnet mit Anziehungskraft auf das gesamte Elbe-Weser-Dreieck und darüber hinaus verdient das Natureum Unterstützung auf allen politischen Ebenen." 

"Unverzichtbar", so der Aufruf weiter, sei "ein weiterhin lebendiges Natureum zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft und als touristische Drehscheibe im Schnittpunkt überregionaler Radwanderwege wie dem Elbe-Radweg, dem Oste-Radweg und der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel sowie als Anlaufpunkt für Wassersport und Wassertourismus an der Elb- und Ostemündung". Die Unterzeichner rufen daher alle Vertreter von Politik und Gesellschaft dazu auf, "ihren Einfluss zugunsten des Natureums Niederelbe geltend zu machen".

Binnen weniger Stunden wurde der Appell der AG Osteland, die sich als "Lobby für die Oste" versteht, von vielen Kommunalpolitikern und Prominenten aus den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg unterstützt, darunter die Bürgermeister Wolfgang Heß (Cadenberge), Michael Schlobohm (Wingst), Bernhard Witt (Großenwörden)und Detlef Horeis (Oberndorf), den stellvertretenden Bürgermeistern Johannes Schmidt (Hemmoor) und Alexander Oppermann (Ortsrat Bremervörde) sowie die SPD-Fraktionsvorsitzende in der Samtgemeinde Nordkehdingen, Martina Pfaffenberger (Wischhafen), und der Vorsitzende der Jungen Union im Land Hadeln, Jan Lafrenz (Hemmoor).

Ebenso wie die Natureum-Geschäftsführerin Dr. Clivia Haese (Balje) und der Vorsitzende des Touristikvereins Kehdingen und langährige Bürgermeister Heinrich von Borstel (Wischhafen) machen sich viele bekannte Heimatfreunde aus dem Cux- und Osteland für eine Modernisierung, Stärkung und Zukunftssicherung des Küstenmuseums stark. Zu den "Unterzeichnern der ersten Stunde", so die AG Osteland, zählen die Ortsheimatpfleger Heino Grantz (Hemmoor), Frank Auf dem Felde (Osten), Dorothee Fetz (Belum), Günter Lunden (Geversdorf) und Henning Kuhne (Oberndorf) sowie die Regionalforscherin Gisela Tiedemann (Wingst). 

Unterstützung für das Natureum bekunden per Unterschrift die Vorsitzende des Gewerbevereins Hechthausen, Christa Reibe, sowie in der jüngsten Mitgliederversammlung des Gewerbevereins Cadenberge "ausnahmslos alle anwesenden Geschäftsleute", wie der Kaufmann Matthias Holl mitteilt. Das  Museum, das jährlich einen "Tag des Fisches" veranstaltet, ist auch aus Sicht des Sprechers der fast 8000 Sportfischer an der Oste, Wolfgang Schütz (Osten), eine erhaltens- und ausbauwürdige Plattform, auf der die Angler etwa über ihre Artenschutzbemühungen informieren könnten.

Als Stätte der Umweltbildung wird das Natureum bis hinein an den Kreis Rotenburg geschätzt. "Dieser einmalige Lernort in Sachen Natur und Küste muss gestärkt aus der aktuellen Krise hervortreten", fordert Landwirt und AG-Osteland-Mitglied Kurt Ringen aus Hanstedt. Der langjährige Lehrer und Umweltpädagoge Peter Wortmann aus Oldendorf (Kreis Stade) schreibt: "Es kann nicht angehen, dass die dringend notwendige Modernisierung des Natureums scheitern soll an einem fehlenden Eigenanteil des Landkreises Stade." 

Unterstützt wird der Appell von Denkmalschützern wie Waltraud und Gerhard Gebhardt (Hörne), die durch ihren Einsatz für die Rettung des alten Baljer Leuchtturms bekannt geworden sind, und vom Sprecher des Regionalen Bündnisses gegen die Elbvertiefung, dem AG-Osteland-Vize und Wasserbauingenieur Walter Rademacher (Neuhaus) sowie von Gerhard Klotz (Hemmoor), dem Vorsitzenden der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven, und dem Naturschutzbeauftragten des Landkreises Cuxhaven, Fritz Bechinger (Wingst).

Als Stätte von Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Kriminächten hat sich das Natureum einen guten Ruf auch als "kultureller Leuchtturm" in der Ostemarsch erworben. Das bekunden die Unterstützer-Unterschriften etwa der Autoren Elke Loewe (Geversdorf), Wolfgang Röhl (Niederstrich), Dr. Reinhold Friedl (Cuxhaven) und Dr. Rolf Geffken (Cadenberge) sowie vieler anderer Kulturschaffender, darunter der Fotokünstler Nikolaus Ruhl (Osten-Achthöfen), die Pianistin und Musikpädagogin Gudula Senftleben (Cadenberge), die Theatermacher Petra Jaeschke und Hartmut Behrens (Oberndorf), der Galeristin Monika Fels-Borgwardt (Hechthausen), die Malerin Sigrid Beyer (Osten) und die Kunstförderer Siv Evelyn Helenius-Scharten und Paul Scharten (Neuhaus) von der Karl-Otto- Matthaei-Gesellschaft.

Als Anziehungspunkt von unschätzbarem Wert für die Osteregion und das Cuxland gilt das Küstenmuseum mit seinen ständig wechselnden Sonderausstellungen und mit Attraktionen wie den Schiffstörns zu den 
Seehundbänken in der Ostemündung auch vielen Touristikern in der Region.

Unterstützt wird die Forderung nach einem attraktiven und zukunftssicheren Natureum unter anderem von "Mocambo"-Kapitän Caspar Bingemer (Oberndorf), dem Kirchenkreis-Tourismusfachmann Pastor Dieter Ducksch (Osten) sowie dem Hotelier Dirk Beneke (Otterndorf) und vielen anderen Gastronomen und Zimmervermietern. Wie sehr Urlauber das Natureum schätzen, zeigt eine Mail aus Bayern an die AG Osteland: Der Werkzeugmacher Josef ("Sepp") Schmidt und Ehefrau Waltraud aus Schongau, die seit Jahren auf dem Geesthof in Hechthausen-Klint (Kreis Cuxhaven) ihre Ferien verbringen und das Natureum gut kennen, haben per E-Mail dem Baljer Appell ausdrücklich zugestimmt. 

Nach der Unterschriftensammlung der AG Osteland, die am 2. Advent abgeschlossen wird, sollen weitere Aktivitäten folgen. Die Künstlerin Sigrid Beyer (Osten) will eines ihrer Werke mit Natureum-Motiv amerikanisch versteigern lassen. Und Anette Rolfs vom Gewerbeverein Neuhaus, Mitorganisatorin der dort veranstalteten "Kulinarischen Meilen", möchte mit einem "Tag der Suppe" für das Küstenmuseum werben. 



Fledermäuse weisen den Weg
in den "Mörderischen Herbst"

Ausverkaufte "Vampirnacht" wird wiederholt / Kehdingen-Oste als "Hochburg des Qualitätskrimis" / Fünfzigster Thriller aus der Region im Frühjahr erwartet

30. 10. 2011. Dutzende von weißen Vampir-Graffiti an den Bäumen einer Allee in Hechthausen-Kleinwörden (Landkreis Cuxhaven) wiesen den Weg. Am Ziel, in der Fachwerkidylle der Ferienpension "Berthof", erwarteten die Teilnehmer einer Krimilesung aus dem neuen Fledermaus-Roman "Mausohrnächte" nicht nur in gruseliges Schwarzlicht getauchte Flattermänner an Decken und Wänden, sondern auch Weingummi-Leckereien in Fledermausform auf allen Stühlen. So stark war der Andrang zur "Vampirnacht" im Fachwerkhof des Kleinwördener Künstlerehepaars Gerd und Gisela Bertholdt, dass sich der Veranstalter, die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., entschied, die Lesung aus dem Debütroman des Diplom-Biologen Axel Roschen aus Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg) im November am selben Ort zu wiederholen.

Die mit Multimedia-Elementen angereicherten Lesung vermittelte spannende Einblicke in den jüngst erschienenen, komplett im Elbe-Weser-Dreieck angesiedelten Öko-Krimi, in dem Roschen, Leiter der Bremervörder Umweltpyramide des Naturschutzbundes (NABU), geschickt Crime-Elemente und zeitgeschichtliche Hintergründe mit Fakten aus seinem Fachgebiet verwebt: Der Biologe gilt dem NABU als "einer der profiliertesten Fledermausexperten Europas". Roschens Krimi-Erstling findet Beifall auch in Fachkreisen: Der Roman ist nach dem Urteil der Zeitschrift "Naturschutz heute" eine "mehrschichtige, humorvoll-hintersinnige, tiefgründige Story, die es mit den großen Klassikern der Kriminalliteratur durchaus aufnehmen könnte".

Der "neue Stern am Krimihimmel über dem Osteland" trage dazu bei, dass sich das Land an Elbe und Oste weiterhin als "Hochburg des Qualitätskrimis" profilieren könne, hatte Diplom-Bibliothekarin Renate Bölsche (Osten/Oste) vom Osteland-Projekt Krimiland Kehdingen-Oste die Besucher begrüßt. Für das kommende Frühjahr werde der 50. Kriminalroman erwartet, der in der Region angesiedelt oder hier verfaßt worden sei. 

In ihrer Veranstaltungsreihe "Mörderischer Herbst" hatte die AG Osteland zuvor in ebenfalls ausgebuchten Veranstaltungen - jeweils in der Nähe der fiktiven Tatorte - zwei weitere Krimi-Neuerscheinungen dieses Herbstes präsentiert: in der ländlichen Molkerei Oberndorf-Hasenfleet (Kreis Cuxhaven) den Roman "Milchfieber" von Thomas B. Morgenstern und in der Gaststätte Bartels in Hüll (Kreis Stade) den Krimi "Die oder ich" von Wilfried Eggers. Beide Autoren, sowohl der Biobauer Morgenstern aus Aschhorn als auch Rechtsanwalt Eggers aus Drochtersen, sind Träger des Osteland-Literaturpreises "Goldener Hecht".

Die Krimis heimischer Autoren sind, wie die AG Osteland auf ihrer Website www.krimiland.de hervorhebt, für die Region von nicht zu unterschätzender Bedeutung: Wie in den letzten Wochen mehrere Fernseh- und Pressereportagen über die Autoren erneut zeigten, tragen die literarischen Aktivitäten im "Krimiland" dazu bei, das Augenmerk einer breiten Öffentlichkeit auf die zum Teil abgelegenen, aber auf Tourismus angewiesenen Landstriche zwischen Teufelsmoor und Nordkehdingen zu richten.

Die Lesung aus Axel Roschens "Mausohrnächten" wird am Sonnabend, 26. November, 19.30 Uhr, auf dem Berthof in Hechthausen-Kleinwörden, Wriethstraße 28, wiederholt (Eintritt 5 Euro, Karten auf dem Berthof, Tel. 04774-992030, Vorbestellung auch per E-Mail an renate.boelsche@gmx.de).

Der Roman "Mausohrnächte" von Axel Roschen ist im Verlag Atelier im Bauernhaus (Fischerhude) erschienen, "Die oder ich" von Wilfried Eggers im Grafit-Verlag (Dortmund) und "Milchfieber" von Thomas B. Morgenstern im MCE-Verlag (Drochtersen). Jüngste TV-Interviews mit Morgenstern und Roschen sind in der ARD-Mediathek abrufbar.




1000 Störe für die Oste

Bislang größter Besatzversuch zur Wiederansiedlung des ausgestorbenen Kaviarfischs / "Das ist ein historischer Moment" / Kooperation mit Frankreich / "Es ist fünf vor zwölf" / Hoffen auf ein zweites "Wunder an der Oste" / Sportfischer um Mitarbeit gebeten

15. 10. 2011. Bei den international beachteten Bemühungen um die Wiederansiedlung des Europäischen Störs in der niedersächsischen Oste ist am Wochenende ein wichtiger Fortschritt erzielt worden. In Oberndorf (Landkreis Cuxhaven) startete das Berliner Leibniz-Institut für Gewässerkunde und Binnenfischerei (IGB) die größte bislang im Osteland vorgenommene Besatzaktion mit dem in Deutschland seit langem ausgestorbenen Kaviarfisch. 

Am 2009 eingeweihten schwimmenden Stördenkmal "Hein Stör" in Oberndorf und anschließend im Oberlauf der Oste zwischen Bremervörde und Zeven (Landkreis Rotenburg/Wümme) wurden am heutigen Sonnabend insgesamt 500 Jungstöre aus französischer Nachzucht dem längsten Nebenfluss der Niederelbe übergeben. Weitere 500 Jungfische sollen sich vom kommenden Frühjahr an in der Oste tummeln können.

"Das ist ein historischer Moment," urteilte in Oberndorf der Vorsitzende des Arbeitskreises Wanderfische, Wolfgang Schütz (Osten), in Anwesenheit vieler Vertreter aus Kommunalpolitik, Wassersport und Sportfischerei. Schütz erinnerte daran, dass die früher hier vertretene Stör-Art (Acipenser sturio) in der Oste wie überall in Deutschland bereits vor dem Ersten Weltkrieg durch Überfischung sowie Gewässerverbau und -verschmutzung ausgerottet worden war. Weltweit hat diese Spezies lediglich im südfranzösischen Gironde-, Garonne- und Dordogne-Becken überleben können. 

Der Diplom-Biologe Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut zeigte sich erfreut, dass es seinen Kollegen vom französischen Umweltforschungsinstitut Cemagref in diesem Sommer gelungen ist, mit Hilfe von fünf Störweibchen und sieben Störmännchen - einem Dutzend Vertretern der Letzten ihrer Art - Abertausende von Larven zu reproduzieren. Einen kleinen Teil davon hat Frankreich der Bundesrepublik  aufgrund eines Kooperationsabkommens zur Verfügung gestellt.

Zugleich sagte Geßner den Sportfischern an der Oste sowie der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland Dank, die sich mit "viel Enthusiasmus" für das Stör-Projekt einsetzten und ein "phänomenales Klima" für den Artenschutz geschaffen hätten. Neben dem Sportfischer-Sprecher Schütz und dem AG-Osteland-Mitstreiter Albertus Lemke (Oberndorf) überreichte Geßner auch dem Vorstand des Bootsclubs Elm, der technische Hilfe bei der Forschungsarbeit geleistet hat, ein Stör-Emblem. 

Vom Engagement der Oste-Anrainer für den Artenschutz zeugte auch ein Gedicht auf den Oste-Stör, das AG-Osteland-Mitglied Uwe Mählmann vortrug, und das Grußwort von Bürgermeister Detlef Horeis ("Oberndorf ist begeistert"), bevor Geßner und Schütz die ersten zwanzig Jungfische in die Fluten entließen.

Die drei Monate alten Störe aus Frankreich waren am Donnerstag nach 18-stündiger Nonstop-Fahrt mit einem französischen Spezialtransporter zunächst im Forschungsinstitut in Berlin-Friedrichshagen eingetroffen. Dort eingefunden hatten sich aus diesem Anlass auch der Ostener Wanderfisch-Experte Schütz sowie Jochen Bölsche, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Osteland.

Auf dem Institutsgelände am Müggelsee konnten die Besucher von der Oste beobachten, wie die Wissenschaftler die 500 handverlesenen Jungtiere für das Oste-Projekt zusammenstellten und jeden zehnten Stör mit einem Markierungsfähnchen versahen. Weitere 500 Exemplare der 7 bis 15 Zentimeter großen Fische sollen im Berliner Institut zunächst weiter aufgezogen und dann im Frühjahr in der Oste ausgesetzt werden. 

Bei dem jetzt angelaufenen Versuch mit insgesamt 1000 Tieren handelt es sich um das bislang umfangreichste Vorhaben zur Rückkehr des "grauen Riesen" in die Oste. In den letzten beiden Jahren hatten die Wissenschaftler in dem Fluss bei Einzelaktionen lediglich insgesamt 62 Störe - zum Teil versehen mit Mini-Sendern - ausgesetzt, um deren Verhalten mit Hilfe des Berliner Forschungsboots "Acipenser" zu ergründen.

In der Rettungsaktion sieht Sportfischer-Sprecher Schütz eine "letzte Chance" für die hochgradig gefährdete Fischart. Schütz: "Es ist fünf vor zwölf." Als Versuchsrevier ausgewählt worden ist die Oste von den Berliner Wissenschaftlern nicht nur wegen ihrer Gewässerqualität und der relativ wenigen Querverbauungen, sondern auch wegen des Engagements der Anrainer für bedrohte oder verschollene Arten. 

Bereits um das Jahr 2000 herum war Sportfischern um die Artenschutz-Pioniere Ernst Peters (Zeven) und Egon Boschen (Lamstedt) die Wiederansiedlung des in der Oste ebenfalls ausgerotteten Lachses gelungen. Das damalige "Wunder an der Oste", so die Fachpresse, ermutigte die Sportangler, sich fortan auch dem Stör zu widmen. In Zusammenarbeit mit der AG Osteland veranstalteten sie Vortragsabende ("Kaviarnächte") in Oberndorf, eine Ausstellung ("Die Rückkehr des grauen Riesen") in Osten, einen "Störgipfel" in Großenwörden und Informationsabende unter anderem in Balje (Kreis Stade).

Aus Anlass des jüngsten Besatzversuchs hat "Störvater" Schütz an seine Sportfischerkollegen appelliert, gefangene Störe vor dem Wiederaussetzen zu fotografieren, etwaige Markierungsnummern zu notieren und den Fang mitzuteilen (E-Mail: wolfgangschuetz@gmx.net, Tel. 04771/4939 oder 0172/4264094).

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Hintergrund: 

Weltweit nur noch wenige hundert Elterntiere

Wissenschaftlich betreut wird das Wiederansiedlungsprojekt von dem Berliner Diplom-Biologen Dr. Jörn Geßner, der für seine Arbeit - ebenso wie Schütz - mit dem "Goldenen Hecht" der AG Osteland ausgezeichnet 
worden ist. Der Europäische Stör hat, so Geßner, in den letzten 100 Jahren einen massiven Rückgang seiner Populationen erlitten. In Mitteleuropa ist er fast überall ausgestorben. Die gegenwärtige Bestandssituation mit weltweit nur einer verbliebenen Population in Frankreich im Gironde-, Garonne- und Dordogne-Becken sei "sehr kritisch". Auf der Basis von Markierungsexperimenten und Fangmeldungen wird geschätzt, dass diese Population auf nur noch wenige hundert Individuen beschränkt ist. Der Europäische Stör ist deshalb als "critically endangered" klassifiziert worden. 

Aus diesem Rückgang leite sich die Notwendigkeit ab, massive Maßnahmen für die Arterhaltung einzuleiten und wenn möglich eine zweite "backup"-Population zu begründen. Dies wird zurzeit mit Unterstützung der Umweltministerien in Berlin und Paris versucht.

Die insgesamt 3000 nach Deutschland transferierten Jungtiere aus der Vermehrung am Cemagref-Institut werden, so Geßner, teils für den Ausbau eines eigenen Elterntierbestandes in Berlin, teils für Besatzversuche bereitgestellt. Solche Versuche sollen außer in der Oste nächstes Jahr auch in der Stör, der Mittelelbe und der Havel vorgenommen werden.



Auf zwei Rädern von den
Quellen bis zur Mündung

Jungfernfahrt auf dem neuen "Oste-Radweg" / 145 Kilometer durch das "Paradies der Abgeschiedenheit" / Route durch vier Landkreise / Beschilderung erfolgt im Oktober / Initiator aus dem Kreis Osterholz-Scharmbeck / Website www.oste-radweg.de freigeschaltet

21. 9. 2011. Durch vier Landkreise im Elbe-Weser-Dreieck führt ein neuer, 145 Kilometer langer "Oste-Radweg", dessen Erstbefahrung jetzt durch Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) erfolgt ist. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von der dreitägigen Jungfernfahrt entlang der Oste, des längsten, aber nur wenig bekannten Nebenflusses der Elbe. Bei einer öffentlichen Veranstaltung der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. im Hotel "Fährkrug" an der Schwebefähre in Osten (Kreis Cuxhaven) berichteten die Tourenleiter Monika und Peter Prüß in Wort und Bild über die Reize der Route durch das stille Land, dem die deutsch-englische Frauenband "Kaktusblüte" ein Lied gewidmet hat, das den Titel "Das Paradies der Abgeschiedenheit" trägt.

Als hochattraktive Radreiseziele haben sich nach Feststellung von Touristikern in den letzten Jahren flussbegleitende Ferienrouten nach Art des Donau-, Elbe- und Weser-Radwegs oder der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel erwiesen. Die von der Arbeitsgemeinschaft Osteland konzipierte "Fährienstraße" folgt dem Nord-Ostsee-Kanal, der Niederelbe und der Unteren Oste. Jedoch mangelte es bislang an einem bundesweit beworbenen, ausgeschilderten Radweg entlang der gesamten Oste, von den Quellen bei Tostedt (Kreis Harburg) bis zur Mündung in die Elbe bei Neuhaus (Kreis Cuxhaven).

Für die Propagierung einer solchen Route hat sich im Frühjahr 2010 die Arbeitsgemeinschaft Osteland gegenüber dem Regionalmanagement Börde Oste-Wörpe in Zeven (Kreis Rotenburg/ Wümme) eingesetzt. Den Anstoss hatten Erfahrungsberichte des ADFC-Routenexperten Klaus Feldmann aus Grasberg (Kreis Osterholz-Scharmbeck) gegeben, der seit 2008 die Wegeverhältnisse an der Oberen Oste für das ADFC-Tourenportal erkundet hatte.

Auf den Spuren Feldmanns, des "Vaters des Oste-Radwegs", radelten ein Dutzend Teilnehmer nun bei der Erst- und Probebefahrung vom Bahnhof Tostedt zunächst durch die Quellregion mit ihren Eisvogeltälern zur Wassermühle in Sittensen und zum nahen Tister Bauernmoor, wo die Gruppe eine Moorbahnfahrt durch das renaturierte Vogelparadies erlebte. 

Als weiteres "Highlight" empfanden die Teilnehmer, so Tourenleiter Prüss, die Oste-Stadt Zeven. Dort erzählte Gästeführer Georg Breitenbach im Kostüm des Astronomen Carl Friedrich Gauß über dessen dortiges Wirken als Landvermesser und über das einstige Klosterleben. Vor einer weiteren Übernachtung in Bremervörde passierten die Radler die idyllisch gelegene Wassermühle in Eitzte, wo Landfrauen-Torten lockten. Weiter ging's über hölzerne Stege und vorbei an blühenden Moorflächen.

Am dritten Tag, hinter den Deichen der von Ebbe und Flut bewegten Tide-Oste, führte die Route zu den historischen Prahmfähren in Gräpel und Brobergen (Kreis Stade) sowie zum nationalen Baudenkmal Schwebefähre Osten - Hemmoor, zur ehemaligen Ostseefähre und schwimmenden Gaststätte "Ostekieker" in Oberndorf und schließlich nach Neuhaus/Oste nahe dem Ostesperrwerk und der Mündung mit ihren Seehundbänken. 

"Die ganze Tour war eine schöne und abwechslungsreiche Fahrt durch unsere Heimat. Hier wurde uns bewußt, wie schön doch die Landschaft vor unserer Haustür ist," resümierten die Routen-Pioniere beim Auswertungstreffen in Osten ihre Eindrücke von der Jungfernfahrt. Die AG Osteland erhofft sich, so ihr Vorsitzender Jochen Bölsche, von dem neuen Radweg eine weitere touristische Belebung der Flussregion im Herzen des Elbe-Weser-Dreiecks.

Nach letzten Arbeiten an der der Feintrassierung soll der Weg im Landkreis Rotenburg den Weg im Oktober ausgeschildert werden; von Bremervörde an nordwärts folgt der Oste-Radweg der bereits markierten Deutschen Fährstraße. Eine Website mit Informationen zum Oste-Radweg hat die Arbeitsgemeinschaft Osteland dieser Tage aus Anlass der Erstbefahrung freigeschaltet: www.oste-radweg.de




"Mörderischer Herbst" zwischen Moor und Meer

AG Osteland präsentiert drei Herbst-Neuerscheinungen aus dem "Krimiland Kehdingen-Oste" / Lesungen an "fiktiven Tatorten" mit Wilfried Eggers, Thomas B. Morgenstern und Axel Roschen 

8. 9. 2011a. Drochtersen / Bremervörde / Hechthausen. Kaum irgendwo sonst in Deutschland - außer vielleicht in der Eifel - sind so viele Krimis angesiedelt oder verfasst worden wie in Kehdingen und an der Oste. Drei aktuelle Neuerscheinungen aus der Region präsentiert die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. demnächst im Rahmen einer Literatur-Reihe mit dem Titel "Mörderischer Herbst". 

Das von Diplom-Bibliothekarin Renate Bölsche (Osten/Oste) betreute Projekt "Krimiland Kehdingen - Oste" lädt zu drei Lesungen an Plätzen in jenem Landstrich zwischen Moor und Meer ein, in dem laut Werbeslogan "jeder Ort ein Tatort" ist - jedenfalls in der Fantasie der hier lebenden Autoren. Die Veranstaltungen finden statt in Hüll (Gemeinde Drochtersen) im Landkreis Stade sowie in Kleinwörden (Gemeinde Hechthausen) und in Hasenfleet (Gemeinde Oberndorf) im Landkreis Cuxhaven.

Die Veranstaltungsreihe beginnt mit Lesungen zweier bekannter Autoren aus dem Kreis Stade, die beide Träger des Osteland-Literaturpreises "Goldener Hecht" sind: 

Der Drochterser Anwalt Wilfried Eggers stellt am Freitag, 30. September, 19.30 Uhr, im Gasthaus Bartels ("Winnetou") in Hüll, Grüne Straße 3, seinen soeben erschienenen vierten Krimi mit dem Titel "Die oder ich" vor (Grafit-Verlag, Dortmund). Über Eggers, den Vorsitzenden des "Syndikat"-Fördervereins der deutschsprachigen Krimiautoren, urteilen Rezensenten, kaum jemand schreibe ähnlich packend wie er über das Leben auf dem Lande: "Lebensechte Charaktere, trockener Humor - Eggers kann es einfach," begeistern sich beispielsweise die "Badischen Neuesten Nachrichten".

Am Sonnabend, 15. Oktober, 19.30 Uhr, liest der Aschhorner Biobauer Thomas B. Morgenstern in der Molkerei Oberndorf-Hasenfleet aus dem dann druckfrisch vorliegenden Krimi "Milchfieber" aus dem MCE-Verlag in Drochtersen. Der Band schließt (nach "Der Milchkontrolleur" und "Der Aufhörer") die Kehdinger Krimi-Trilogie des Autors ab, dessen Kriminalgeschichten aus der Welt eines Bauerndorfs zwischen Elbe und Oste "Spannung von der ersten bis zur letzten Zeile" bieten, wie das NDR-Fernsehen kürzlich in einem Morgenstern-Porträt urteilte. Zur Krimilesung bietet die gastgebende Molkerei den Zuhörern ein Milchprodukte-Büffet an.

Während Eggers und Morgenstern seit langem über eine treue Lesergemeinde verfügen, stellt die AG Osteland am Sonnabend, 29. Oktober, 19.30 Uhr, auf dem "Berthof" in Hechthausen-Kleinwörden, Wriethstraße 28, einen Newcomer vor: Auf der Diele des Bauernhauses liest der Diplom-Biologe Axel Roschen, Geschäftsführer der Bremervörder Nabu-Umweltpyramide, aus seinem Erstling "Mausohrnächte" (Atelier im Bauernhaus, Fischerhude), der ebenfalls im Elbe-Weser-Dreieck spielt und im dem Fledermäuse auf ihre Weise bei der Suche nach der Wahrheit helfen.

Weil an allen drei Veranstaltungsorten die Zahl der Plätze begrenzt ist, bittet die AG Osteland um Voranmeldung per E-Mail unter renate.boelsche@gmx.de. Weitere Informationen über den "Mörderischen Herbst" finden sich auf der Website www.krimiland.de/news.htm.

Das Literatur- und Tourismusprojekt Krimiland Kehdingen-Oste wurde Anfang 2006 gestartet und hat seither mit rund 60 Veranstaltungen dazu  beigetragen, das Interesse von Presse, Funk und Fernsehen sowie von Urlaubern auf die abgelegene Region zu richten. An Elbe und Oste sind bisher über 200 Drehbücher und mehr als 45 Kriminalromane und -anthologien entstanden, in denen rund 400 Morde geschildert werden.




"Jungfernfahrt" auf dem Oste-Radweg

AG Osteland erfreut über touristische Fortschritte / "Lobby für die Oste" jetzt mit 450 Mitgliedern / Deutsche Fährstraße verstärkt beworben / Sorgen wegen Weltkulturerbe-Gefährdung, Vermaisung und Deponieplänen 

8. 9. 2011b. Wischhafen / Bremervörde. Freude über touristische Fortschritte entlang der 150 Kilometer langen Oste, aber auch Sorge vor Rückschlägen am längsten Nebenfluss der Niederelbe beherrschten die September-Sitzung des Vorstands der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. im "Fährhaus" in Wischhafen (Landkreis Stade). 

Erfreut zeigt sich die "Lobby für die Oste", der mittlerweile 450 Mitglieder angehören, über die Resonanz, die eine neue Radwanderroute findet: Rundum positiv beurteilten Anfang September die Teilnehmer einer  Gruppen-Erstbefahrung den neuen "Oste-Radweg", den Klaus Feldmann vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Grasberg bei Bremen für das ADFC-Tourenportal entwickelt hat. Die Route verbindet die idyllische Oste-Quellregion bei Tostedt (Landkreis Harburg) mit der maritim geprägten Landschaft an der Mündung bei Neuhaus (Landkreis Cuxhaven).

Obwohl Feintrassierung und Ausschilderung der 145 Kilometer langen Route erst für das kommende Frühjahr vorgesehen sind, zeigten sich die Osteland-Tourenleiter Peter und Monika Prüss (Osten/Oste) und ihre Gruppe schon jetzt begeistert von der dreitägigen Fahrt auf der "Seelenbaumelroute", in die unter anderem eine Moorbahnfahrt durch das Vogelparadies Tister Bauernmoor und eine Stadtführung auf den Spuren von Carl Friedrich Gauß in Zeven (Landkreis Rotenburg) einbezogen waren. Bilder von der Fahrt zeigt Tourenleiter Prüß vor ADFC-Mitgliedern am Freitag, 16. September, 18 Uhr, im Ostener Hotel "Fährkrug".

Aufmerksamkeit für die Ferienregion an der Oste wecken zur Freude der Arbeitsgemeinschaft auch 2011 eine Reihe von Funk- und Fernsehproduktionen, an denen Osteland-Mitglieder beteiligt waren. Dazu zählen der TV-"Nordseereport" sowie ein 55-minütiges plattdeutsches Hörfunk-Porträt der Oste ("Op platt lanks de Oost", Montag, 21. September, 20.05 Uhr, NDR 1 Niedersachsen), vor allem aber der einstündige Film "Eine Sommerreise entlang der Oste" (Freitag, 9. September, 20.15 Uhr, NDR-Fernsehen).

Als anhaltend positiv bewertet die Arbeitsgemeinschaft Osteland die Nutzung der von ihr eingerichteten Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel, die in diesem Jahr von der Deutschen Zentrale für Tourismus und vom Tourismus-Management Niedersachsen verstärkt beworben wird. Auch der "Historische Deichwanderweg" Belum - Osten, die Modellfähre und die Fährmann-Statuen in Oberndorf, der geplante "Püttenhüpper" in Hechthausen-Klint und die neue "Oste-Natur-Navi-Route" trügen dazu bei, die "Fährienstraße" noch interessanter zu machen. 

Zufrieden zeigt der Osteland-Vorsitzende Jochen Bölsche mit der Resonanz auf das von Verein soeben herausgegebene Buch "Die Geschichte der Fähren an der Oste" von Gisela Tiedemann (Wingst), an dessen Präsentation im Rahmen eines Fährfestes in Osten im August rund hundert Gäste teilgenommen haben. Mit der Neuerscheinung über die 33 einstigen Fährstellen zwischen Ober Ochtenhausen und Belum liege ein wichtiger Beitrag zur Verkehrs- und Kulturgeschichte der Osteregion vor.

Über eine fortschreitende Vernetzung der Wassersport-Aktivitäten am Fluss berichtete Bernd Jürgens (Hemmoor), Sprecher des Osteland-Arbeitskreises "Blaues Netz". Erfolgreiche Veranstaltungen wie die jüngst ausgetragene 21. Oberndorfer Segelregatta, der Rudermarathon der Wasserfreunde Hemmoor, ein Kanu-Korso des "Teams Wassersport" Großenwörden, die traditionelle Lichterfahrt der Wassersportclubs Osten oder das 25-jährige Bestehen der Seglervereinigung Oste Hemmoor seien genutzt worden, die Verbindungen zwischen den Vereinen am Fluss weiter zu festigen. 

Ein von der AG Osteland erstellter und überregional verbreiteter kostenloser Oste-"Hafenführer" hat nach Beobachtungen des Vereins bereits in diesem Sommer dazu beigetragen, auswärtige Skipper zu Oste-Törns zu bewegen. Für November plant das "Blaue Netz", so Jürgens, einen Vortragsabend mit dem Oberndorfer Segler-Ehepaar Bert und Marlene Frisch über dessen zweite Atlantik-Überquerung.

Sorgen hingegen bereiten der AG Osteland die rasante "Vermaisung" der Landschaft insbesondere am Oberlauf der Oste mit ihren Auswirkungen auf Artenvielfalt, Grundwasser und Landschaftsbild sowie die Pläne für eine Mülldeponie im Einzugsbereich des Flusses in Haaßel (Kreis Rotenburg).

Alarmierend stimmen Nachrichten aus dem Kreishaus in Cuxhaven, denen zufolge - entgegen dem Ergebnis einer lokalen Bürgerbefragung - der Bau von Windindustrieanlagen im unmittelbaren Umfeld des nationalen Baudenkmals Schwebefähre Osten/Oste nicht ausgeschlossen sei. Für diesen Fall befürchtet die Arbeitsgemeinschaft eine Gefährdung der aktuellen supranationalen Bemühungen um  Einbeziehung der letzten Schwebefähren der Welt in das Unesco-Kulturerbe.

Für das kommende Frühjahr plant die AG Osteland, wie der 2. Vorsitzende Walter Rademacher (Neuhaus) ankündigt, in Kooperation mit Regionalforschern und Heimatvereinen Veranstaltungen und Ausstellungen zur Erinnerung an die Februarflut vor 50 Jahren. Für einen Festvortrag über "die wilde und die gezähmte Oste" beim "Tag der Oste" am Sonntag, 12. Februar 2012, in der Ostehalle in Geversdorf hat der Verein den Hamburger Deichforscher Prof. Norbert Fischer gewinnen können.



"Hol öwer in die Zukunft"

AG Osteland würdigt Oste-Fähren als Tourismusmagneten / Neues Heimatbuch vorgestellt / Weitere Lesungen in Osten und Brobergen

13. 8. 2011. Mit Shantys und Schunkelliedern, Prahmfährenkuchen und einem Fährenquiz feierten am Wochenende in der Festhalle in Osten über hundert Heimatfreunde aus den Landkreisen Rotenburg, Stade und Cuxhaven das Erscheinen eines neuen, von der Heimatforscherin Gisela Tiedemann (Wingst) verfassten Buches der Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. über die 33 Fährstellen an der Oste. 

Während die Autorin in ihrem Buch "Die Geschichte der Fähren an der Oste" (Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude) vor allem der einstigen Funktion der Kahn-, Prahm- und Segelfähren zwischen Ober Ochtenhausen (Landkreis Rotenburg) und Belum (Landkreis Cuxhaven) nachspürt, betonte der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert die aktuelle touristische Bedeutung der Fähren, insbesondere der Schwebefähre Osten - Hemmoor, für das Osteland.

Ebenso wie in der Eröffnungsansprache ihres Vorsitzenden Jochen Bölsche erinnert die Arbeitsgemeinschaft Osteland in einem Kapitel des neuen Buches unter dem Titel "Hol öwer in die Zukunft" daran, dass der "Fluss der Fähren" von Touristikern und Gemeinden zunehmend als Alleinstellungsmerkmal erkannt und touristisch genutzt wird. 

So sind seit 2004, dem Jahr der Eröffnung der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel durch die AG Osteland, unter anderem das Fährmann-Denkmal in Gräpel und das Roland-Standbild in Brobergen (Kreis Stade) entstanden, ferner die museale "Fährstuv" in Osten, die Internationale Schwebefähren-Infomeile in Hemmoor sowie die Fährpromenade, die Modell-Prahmfähre und die Fährmann- und Fährgast-Statuen in Oberndorf (Kreis Cuxhaven).

Auch die in diesem Jahr neu geschaffenen touristischen Angebote am Fluss, die "Oste-Natur-Navi-Route" Bremervörde - Hechthausen sowie die "Historische Ostedeichroute" Osten - Belum, berücksichtigen bei der Darstellung der Sehenswürdigkeiten am Fluss insbesondere die Fährstellen. Für die Mitarbeit an der Deichroute ehrte die AG Osteland jetzt in Osten vier ihrer Mitglieder mit dem "Goldenen Fährmann": den Initiator des Projekts und seinerzeitigen Vorsitzenden der Heimatfreunde Oberndorf, Henning Kuhne, sowie die Ortsheimatpfleger Günter Lunden (Geversdorf), Ursula Schröder (Neuhaus) und Dorothee Fetz (Belum). Ein kostenloser Flyer zur Route kann online über www.wingst.de angefordert werden (unter Service/Prospektbestellung).

Musikalisch umrahmt wurde die Buchpräsentation vom Shantychor Hemmoor unter Leitung von Rainer Kupke, der seinerseits mit einer Premiere aufwartete: Erstmals sang der Chor das von Gerd Drewes kreierte Lied vom "Ostener Fährjung". Zwischendurch sorgte der Verleger des neuen Fährenbuches, Wolf-Dietmar Stock, für Kopfzerbrechen mit einem Fähren-Bilderquiz, bei dem Ingrid Meyer und Ingrid Schlichtmann-Ott (beide Osten) Buchpreise gewannen.

Wie die AG Osteland mitteilt, werden die Ostefähren am kommenden Wochenende Thema der "Tage der Industriekultur am Wasser" sein. Am Sonnabend, 20. August, 15 Uhr, liest die Journalistin Grit Klempow - ebenso wie Gisela Tiedemann Trägerin des Oste-Kulturpreises "Der Goldene Hect" - im Fährhaus Brobergen aus dem bereits 2008 erschienenen Ostefähren-Buch "Hol över". Kostproben aus dem neuesten Fährenbuch serviert Gisela Tiedemann am Sonntag, 21. August, 11 Uhr, im Fährkrug Brobergen und am selben Tag um 15 Uhr an der Schwebefähre in Osten. 

Regionalgeschichtliches Schwerpunktthema der AG Osteland im kommenden Jahr wird, wie der 2. Vorsitzende Walter Rademacher (Neuhaus) ankündigte, der 50. Jahrestag der Februarflut 1962 sein. Der verheerenden Katastrophe soll unter anderem in der Jahreshauptversammlung der AG Osteland und beim "Tag der Oste" im Februar 2012 gedacht werden.




Sondertarife für Leichen
und für Frischvermählte

4. 8. 2011. Die Geschichte der Fährstellen an der Oste beschäftigt die Heimatforscherin Gisela Tiedemann- Wingst (Foto) seit mehr als einem Jahrzehnt. Ungezählte Stunden hat sie im Landesarchiv Stade und im Kreisarchiv Bremervörde verbracht. Sie hat in den Gemeindearchiven an der Oste gestöbert und in den Archiven des Stader Tageblatts der Niederelbe-Zeitung geforscht. Entstanden ist ein Standardwerk über die Fährengeschichte an der Oste von über 200 Seiten, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. , das (wie angekündigt) am Sonnabend, 13. August, 15.30 Uhr, in der Ostener Festhalle präsentieren wird. In dem Buch, das mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Stade erscheint, finden sich Hunderte von Details über die 33 historischen Fährstellen, darunter auch Belum, von wo aus eine Segelfähre die Möglichkeit zur Elbquerung bot. Festgehalten werden etwadie Kosten einer Motorfähre, die 1945 in Geversdorf 27.490 Mark betrugen. Ein Zinkeimer zum Säubern der Fähre kostete damals 1 Mark, ein Rettungsring 2 Mark, zwei Glocken für den Fährbetrieb kamen auf 15 Mark. 

Kurios muten die Fährpreise an. Einer der ältesten überlieferten Fährtarife stammt aus dem Jahre 1735, gültig für die Fähre in Hechthausen. Er unterschied noch in der Höhe der Abgabe zwischen Einwohnern des Kirchspiels, Auswärtigen und gänzlich fremden Reisenden, die jeweils mehr bezahlen mussten. Die Rückfahrt war aber im Preis enthalten. Bei Pferden richtete sich das Fährgeld danach, ob sie beschlagen waren oder nicht. 

Über Sondertarife brachte Gisela Tiedemann-Wingst in Erfahrung: "Braut und Bräutigam bezahlten grundsätzlich überall jedes Mal für hin und zurück einen Taler, ebenso eine Leiche über 14 Jahre mit Einschluss der Träger. Für eine Leiche unter 14 Jahren betrug der Preis für die Überfahrt mit 15 Groschen die Hälfte. Dabei hatten die Trauergäste immer die normale Abgabe für eine Person zu entrichten. Nur Kriegerreisen bzw. Militärangehörige überhaupt waren überall frei. Anerkannt arme Leute brauchten auch nichts zu bezahlen. Aber Vagabunden und Betrunkene durften nicht übergesetzt werden." 

Den Deichlücken ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Sie bildeten die Schwachpunkte in der langen Deichkette von Bremervörde bis Belum. Über die Tücken der Lücke am Kleinwördener Mühlenhof berichtet die Autorin auf Grund alter Überlieferungen: "Sie war gut drei Meter breit und konnte durch zwei etwa 60 cm auseinander stehende Bohlenschotte verschlossen werden. Der so entstandene Zwischenraum wurde mit Erde angefüllt. Nach bestehender Vorschrift sollte die Lücke im Winter immer geschlossen sein. Diese Maßnahme hätte aber das Ausbringen der Mühlenwaren mit dem Kahn sehr erschwert und unterblieb daher meistens." 

Diese Unachtsamkeit sollte sich rächen: "Einmal war der Großvater des Müllers allein zu Haus und rechnete nicht mit dem vorzeitigen Auflaufen des Nachthochwassers. Er hatte zwar schon vorsichtshalber die beiden untersten Bretter in die dafür vorgesehenen Rillen eingesetzt. Der Zwischenraum war allerdings noch nicht mit der nötigen Erde angefüllt. Als er nun einmal nach dem Flutstand sehen wollte, kam ihm schon ein großer Schwall Wassers entgegen! Als er auf die Lücke zulief, stolperte er und wurde vom einströmenden Wasser ein ganzes Stück mit fortgerissen. Die eindringende Flut hatte nämlich schon ein großes Stück der Pflasterung vor der Lücke weggeschwemmt und auch die beiden Bretter ausgehoben. Das Wasser lief inzwischen schon durch das hinter der Lücke stehende Haus." 

Die Besucher der Buchpremiere am 13. August (Eintritt: 2 Euro, einschließlich Kaffee und Fährmannskuchen 6,50 Euro) können sich auf einen vergnüglichen Heimatnachmittag freuen, der vom Shantychor Hemmoor musikalisch umrahmt wird und bei dem Verleger Wolf-Dietmar Stock ein Fähren-Bilderrätsel vorführt. Wer sichergehen will, Kuchen abzubekommen, kann sich per E-Mail an osteland@gmx.de anmelden. 

Zum Buch: Gisela Tiedemann-Wingst: "Die Geschichte der Fähren an der Oste", Taschenbuch, 224 Seiten, 19,80 Euro, Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude. 




Osteland feiert seine 33 Fähren

30. 7. 2011. Mit Shantys und "Prahmfährenkuchen", einem Fähren-Bilderrätsel und einer Lesung feiert die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. am Sonnabend, 13. August, 15.30 Uhr, ein Fest für die 33 historischen Fährstellen an der Oste. Anlass der Veranstaltung in der Festhalle des Schwebefähren-Dorfes Osten ist die Präsentation eines von der AG Osteland herausgegebenen neuen Buches, in dem die bekannte Regionalhistorikerin Gisela Tiedemann-Wingst "Die Geschichte der Fähren an der Oste" (so der Titel) beleuchtet.

Umfassend wie nie zuvor wird darin auf über 200 Seiten mit zum Teil unbekanntem Quellenmaterial das Fährwesen am längsten Nebenfluss der Niederelbe zwischen Sandbostel (Landkreis Rotenburg) und Balje (Landkreis Stade) behandelt. Ob einfacher Kahn oder Prahmfähre, ob muskel-, motor- oder strömungsgetrieben - Gisela Tiemann beschreibt alle diese Flußquerungen und leistet damit, so die AG Osteland, "einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des Elbe-Weser-Dreiecks".


Tiedemann-Buch: Premiere in der Festhalle

Umrahmt wird die Premiere des druckfrischen Buches auf der Ostener Festhallenbühne vom Shantychor Hemmoor unter Leitung von Rainer Kupke und Gerd Drewes mit einem bunten Reigen maritimer Weisen. Buchverleger Wolf-Dietmar Stock (Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude) präsentiert dazu eine "Beamershow mit Fährenrätsel", und AG-Osteland-Vorsitzender Jochen Bölsche führt in die Thematik des neuen Buches ein, dessen Veröffentlichung durch den Landschaftsverband Stade gefördert worden ist.


Vor Fährkulisse: Shantychor Hemmoor

Die Regionalhistorikerin Tiedemann-Wingst war 2008 für ihre Verdienste um die Oste mit dem Oste-Kulturpreis "Der Goldene Hecht", Kategorie Wissenschaft, ausgezeichnet worden (Laudatio hier). Zuletzt war die Heimatforscherin unter anderem als Mitautorin des Bild-Text-Bandes "Über die Oste" sowie als Autorin eines Buches über die Mühlen im Elbe-Weser-Dreieck hervorgetreten. Ein ausführlicher Bericht über das neue Tiedemann-Buch folgt demnächst.

In der Veranstaltung (Eintritt 2 Euro) wird zum Kaffee auf Wunsch "Prahmfährenkuchen" nach einem Rezept von Verleger Stock serviert (6,50 Euro inkl. Eintritt). Anmeldungen erbittet die AG Osteland bis zum 6. August per E-Mail an osteland@gmx.de.




Unesco-Titel in Gefahr

Unesco-Experten verärgert über Denkmalschutzgesetz: "Reine Makulatur" / Auswirkungen auf sieben historische Fährbrücken möglich / Stadt Rendsburg und AG Osteland befürchten "gravierende Folgen" für die Kanal- und die Oste-Region

26. 7. 2011. Mit Besorgnis reagiert die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. im niedersächsischen Osten (Landkreis Cuxhaven) auf jüngste Meldungen aus Schleswig-Holstein, denen zufolge der angestrebte Weltkulturerbe-Status für die 102 Jahre alte Schwebefähre Osten - Hemmoor ebenso gefährdet ist wie die Vergabe des Unesco-Titels für die zweitälteste deutsche Schwebefähre in Rendsburg und für fünf weitere Bauwerke dieser Art in Argentinien, Frankreich und Großbritannien.

Ursache der Befürchtungen ist eine Novellierung des schleswig-holsteinischen Denkmalschutzgesetzes, das nach Auffassung von Kritikern den Schutzstatus von Welterbestätten vermindert und negative Reaktionen der Unesco provozieren könnte.

Aus Sicht des Rendsburger Bürgermeisters Andreas Breitner (SPD) gefährdet das Land dadurch nicht nur die bereits existierenden und beantragten Unesco-Weltkulturerbestätten in Schleswig-Holstein wie die Altstadt von Lübeck, das Dannewerk und die Rendsburger Schwebefähre mit Eisenbahnhochbrücke. Betroffen seien auch die anderen Schwebefähren, die auf Initiative Rendsburgs einen gemeinsamen Antrag an die Unesco stellen wollen.

Der Rendsburger Bürgermeister begründet seine Auffassung mit einer von ihm eingeholten Stellungnahme der Unesco-Welterbebeauftragten der Kultusministerkonferenz, Dr. Birgitta Ringbeck, die beim Weltkulturerbekomitee in Paris die nationalen Interessen Deutschlands vertritt. 

Sie erklärt in einer Stellungnahme zur Novelle des schleswig-holsteinischen Denkmalschutzgesetzes wörtlich: "Der Erhalt bestehender und potentieller Welterbestätten in Bestand und Wertigkeit ist durch das neue Gesetz nicht mehr gewährleistet. Im Gesetz sind nicht - wie in der Welterbekonvention festgeschrieben - 'Authentizität und Integrität' die entscheidenden Prüfkriterien bei der Veränderung von Denkmalen, sondern ein nicht näher definierter Denkmalwert."

Weiter kritisiert Dr. Ringbeck: "Mit § 6 des neuen schleswig-holsteinischen Denkmalschutzgesetzes wird zudem die Durchsetzbarkeit des Denkmalschutzes stark eingeschränkt, selbst in der Umgebung von Welterbestätten dürfte es schwierig werden, Veränderungen zu verhindern, zumal diese nicht explizit mit den gängigen Begriffen, sondern nur deren Auswirkungen mit der vagen Formulierung 'Gefahr für den Denkmalwert' beschrieben sind. Und selbst in dem zu den Welterbestätten einschlägigen § 21 wird anderen öffentlichen Belangen Vorrang eingeräumt. Die Aufnahme des Welterbeschutzes in das Gesetz scheint mir vor diesem Hintergrund reine Makulatur zu sein, da entsprechende Regelungen für einen tatsächlich wirksamen Schutz fehlen. Auf dem Verordnungswege wird dieser Mangel kaum zu beheben sein. Die Fachbehörde wird derart geschwächt, dass mit dieser Novellierung in der Tat nicht der in § 5 der Welterbekonvention formulierten Aufforderung Rechnung getragen wird, 'eine allgemeine Politik zu verfolgen, die darauf gerichtet ist, dem Kultur- und Naturerbe eine Funktion im öffentlichen Leben zu geben und den Schutz des Erbes in erschöpfende Planungen einzubeziehen'."

Rendsburgs Bürgermeister Breitner schlägt daher Alarm: "Schleswig-Holstein muss aufpassen, dass der Welterbestatus von der Unesco nicht aberkannt bzw. weitere Anträge abgelehnt werden. Das hätte gravierende touristische und damit auch negative wirtschaftliche Folgen für unser Land. Das neue Denkmalschutzgesetz muss noch vor seiner Verabschiedung dringend auf Unesco-Tauglichkeit geprüft werden. Wir sollten nicht den Dresdner Weg gehen und damit riskieren, uns international lächerlich zu machen", fügt Breitner unter Hinweis auf die 2009 ergangene Unesco-Entscheidung, das Dresdner Elbtal wegen des Baus der umstrittenen Waldschlößchenbrücke von der Liste der Weltkulturerbestätten zu streichen. 

Geteilt werden die Befürchtungen des Bürgermeisters vom Vorsitzenden der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., Jochen Bölsche (Osten/Oste), der mit Breitner und anderen Kommunalpolitikern aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen dem Arbeitskreis Deutsche Schwebefähren angehört. Aufgrund der Kieler Pläne drohe ein "schwerer Rückschlag" für die Bemühungen, die Schwebefähre über dem Elbnebenfluss Oste, das Wahrzeichen des Ostelandes, weiter zu einer Touristenattraktion von nationalem und internationalem Rang aufzuwerten.

Weltweit existieren nur noch acht Schwebefähren, die in einem 2003 gegründeten Weltverband unter der Schirmherrschaft des spanischen Königs Juan Carlos I. zusammenarbeiten. Die weltälteste Schwebefähre im spanischen Bilbao wurde 2006 zum Weltkulturerbe erhoben. Der Schwebefähre Osten - Hemmoor verlieh der Verein Deutscher Ingenieure im Herbst 2009 den Titel "Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst". Die Schwebefähren über der Oste und dem Nord-Ostsee-Kanal sind die Wahrzeichen der 2004 eröffneten Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel.


Oste: "Vom Geheimtipp zum Tipp"

Arbeitsgemeinschaft Osteland registriert mehr Besucher und zunehmende bundesweite Resonanz / Sportschiffer und Sportfischer entdecken den "vergessenen Fluss" / Neu: ein Oste-Radweg, ein Püttenhüpper und ein Osteland-Eck / Zum 50. Jahrestag Gedenkveranstaltungen zur Sturmflut 1962 geplant

12. 7. 2011b. Das grüne Land beiderseits der 150 Kilometer langen Oste, im Herzen des Elbe-Weser-Dreiecks, registriert zunehmenden Zuspruch und wachsende überregionale Beachtung. Diese positive Bilanz zieht zur Jahresmitte die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., in der rund 450 Einzelmitglieder, Gemeinden und Vereine zusammenarbeiten. 

Vom allgemeinen Trend zum Inlandstourismus profitiert derzeit auch die Region am längsten Nebenfluss der Niederelbe, urteilte der Vorstand der "Lobby für die Oste" in seiner Juli-Sitzung im Restaurantschiff "Ostekieker" in Oberndorf (Landkreis Cuxhaven). Der einstmals "vergessene Fluss" entwickele sich, so der Vorsitzende Jochen Bölsche, "vom Geheimtipp zum Tipp". Ursache seien eine Reihe positiver Entwicklungen, die das Osteland besonders für die Zielgruppen der Wasserfreunde, der Radwanderer, der Sportfischer und der Literaturfreunde zunehmend attraktiv machen.

Mit der Einweihung eines weiteren Grossschiffsanlegers am 7. Mai in Großenwörden (Landkreis Stade) sei die Kette wassertouristischer Anlaufstellen am Unterlauf des Flusses nun nahezu komplettiert worden. Vom 1. August an werde darüber hinaus das Flachbodenschiff "Püttenhüpper" zwischen Hechthausen-Klint (Landkreis Cuxhaven) und Kranenburg (Landkreis Stade) ein zusätzliches Erlebnisangebot in den ausgedeichten, von Ebbe und Flut beeinflussten Naturparadiesen bieten.

Während der Kanusport am Oberlauf der Oste in diesem Jahr durch niedrige Pegelstände zeit- und streckenweise untersagt werden muss, registrieren einige Wassersportvereine am Unterlauf eine zunehmende Zahl von Gastliegern. Der vom AG-Osteland-Arbeitskreis "Blaues Netz Oste" herausgegebene "Oste-Hafenführer 2011/12" ist mittlerweile bundesweit 7000 mal unter Bootsfahrern verbreitet worden. Darüber hinaus ist die Oste im internationalen Segelführer "Sejleren's" in diesem Jahr erstmals mit vier Sportboothäfen (Neuhaus, Oberndorf, Osten und Bremervörde) vertreten.

Für Radwanderer erarbeitet die AG Osteland zur Zeit am idyllischen Oberlauf der Oste, in den Samtgemeinden Sittensen, Zeven und Selsingen, gemeinsam mit den dortigen Bürgermeistern und Touristikern einen "Oste-Radweg", der die Quellregion bei Tostedt (Landkreis Harburg) mit der 2004 eröffneten "Deutschen Fährstraße" Bremervörde - Kiel verbindet. Auf der neuen Strecke, die zu Ostern 2012 eröffnet werden soll, veranstaltet der Tourenführer Peter Prüss vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) bereits in diesem Herbst eine Probebefahrung, die bereits ausgebucht ist. 


Radwanderer-Ziel Drei-Kreise-Eck

Als zusätzliches Radwanderziel an der Oste bietet sich seit kurzem ein Schutzpavillon am "Osteland-Eck" in der Samtgemeinde Börde Lamstedt an, unweit des Oste-Nebenflusses  Mehe und der historischen Prahmfähre in Brobergen. Dort treffen die Oste-Landkreise Rotenburg, Stade und Cuxhaven aufeinander. 

Außerdem stehen in dieser Saison zwei weitere Radrouten zur Verfügung: die im April abgeschlossene, mit 50 Info-Tafeln versehene "Historische Deichroute" Osten - Belum sowie die im Juni eröffnete "Oste-Natur-Navi-Route", die mit Hilfe ausleihbarer GPS-Geräte naturkundlich und technikgeschichtlich interessante Punkte zwischen der Stadt Bremervörde und Hechthausen-Klint (Samtgemeinde Hemmoor) erfahrbar macht.


Erlebnisroute der Industriekultur-Tage

Einen weiteren touristischen Höhepunkt erwartet die AG Osteland, wenn die Metropolregion Hamburg vom 19. bis 21. August erstmals "Tage der Industriekultur am Wasser" veranstaltet, in die auch acht Stationen an der Deutschen Fährstraße entlang der Oste und der Niederelbe einbezogen worden sind: Bremervörde-Bevern (Ziegelei Pape), Estorf (Prahmfähre Gräpel), Kranenburg (Prahmfähre Brobergen), Osten (Schwebefähre), Hemmoor (Deutsches Zementmuseum), Wischhafen (Küstenschifffahrtsmuseum sowie Küstenmotorschiff "Jan Dirk") und Glückstadt (Zollkreuzer "Rigmor von Glückstadt"). 

Eine Wiederbelebung des Angeltourismus an der Oste erhofft sich die Arbeitsgemeinschaft, nachdem der 2009 gestartete Versuchsbesatz mit dem hier nahezu ausgestorbenen Europäischen Stör (Acipenser sturio) bundesweit das Interesse der Fachwelt auf den weitgehend naturbelassenen Fluss gelenkt hat. Nicht nur die Anglerpresse, sondern auch das Fernsehen berichtet immer wieder über Ereignisse wie die Freisetzung des zehnten Jungstörs, die soeben bei Bremervörde erfolgte (siehe weiteren Bericht).

Generell erfreut sich die Flussregion nach Feststellung der AG Osteland eines deutlich zunehmenden Medieninteresses. In diesem Monat etwa strahlte an NDR-Fernsehen im Rahmen seines "Nordseereports" Beiträge unter anderem über den Oste-Oldtimer "Mocambo" und das AG-Osteland-Projekt "Krimiland Kehdingen-Oste" aus. Zurzeit entsteht ein einstündiger N3-Film, der den Fluss von der Quelle bis zur Mündung porträtiert und der am Freitag, 9. September, 20.15 Uhr, auf dem Programm steht. Radio Bremen widmet  seinen "Wochenreport" demnächst der Arbeit der AG Osteland.

Auch Bücher über die Oste wecken immer wieder neues Interesse für den Fluss, dessen Einzugsgebiet mit 1800 Quadratkilometern größer ist als die Bundesländer Hamburg und Berlin zusammengenommen. So erscheint im August, herausgegeben von der AG Osteland, ein neues Buch der Regionalhistorikerin Gisela Tiedemann-Wingst über das einstige Fährwesen an der Oste zwischen Ober Ochtenhausen (Kreis Rotenburg) und Balje (Kreis Stade). 


Bürgermeister Horeis applaudiert Autor Röhl

Und nachdem die AG Osteland kürzlich mit dem Buch "Straßenkampf" von Wolfgang Röhl den 40. Kriminalroman vorgestellt hat, der links und rechts der Oste handelt oder dort geschrieben worden ist, sind am Fluss derzeit eine Reihe weiterer Krimis und Thriller in Arbeit. Für 2012/13 ist der 50. Titel aus dem "Krimiland Kehdingen - Oste" zu erwarten. Ein Anlass zu feiern: Denn auch die fiktiven Morde zwischen Marsch, Moor und Meer werden von der AG Osteland als "wichtige Werbeträger für die Region" eingeschätzt.

Anfang nächsten Jahres will die AG Osteland das Augenmerk der Öffentlichkeit auf den 50. Jahrestag der großen Februarflut im Jahre 1962 lenken. Der Vorstand appelliert daher an seine Mitglieder in Gemeinden, Deichverbänden, Heimat- und Kunstvereinen, mit Ausstellungen und Veranstaltungen an die Sturmflut zu erinnern. Die AG Osteland selber will, so der 2. Vorsitzende Walter Rademacher, ebenfalls Informationen über die "wilde Oste" und die Versuche vermitteln, sie zu zähmen.


Jung-Stör "Wolfgang" funkt aus den Fluten

Biologen setzen Auswilderungsversuch fort / Forschungsboot verfolgt Kaviarfisch mit eingepflanztem Minisender

12. 7. 2011a. Beobachtet von zwei Fischbiologen und einem Team des NDR-Fernsehens, verschwand der urtümliche, etwa 40 Zentimeter lange Fisch in den glitzernden Fluten der Oste bei Bremervörde. Der mit einem eingepflanzten Minisender versehene zweijährige Europäische Stör (Acipenser sturio) war der zehnte seiner Art, der seit dem Beginn des großangelegten Versuchsbesatzes in der Oste im Frühjahr 2009 ausgewildert worden ist. 

Am Anleger des Bootsclubs Elm (bei Bremervörde) hatten Vertreter der Besatzgemeinschaften Oste I und Oste II, in denen insgesamt 32 anerkannte Sportfischervereine mit 7700 Anglern organisiert sind, zuvor das in Rostock beheimatete Forschungsboot "Acipenser" begrüßt. An Bord waren Frank Fredrich und Jan Hallermann vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin-Friedrichshagen.

Die Forscher wollen mit Hilfe empfindlicher Sensoren und von Unterwassermikrofonen den Weg des Jungstörs verfolgen, dem einige Sportfischer spontan den Namen "Wolfgang" verpaßten - nach dem Ostener 
Wolfgang Schütz, dem als "Störvater" bekannt gewordenen Vorsitzenden der "Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste", zu der sich 2009 unter anderem die Sportfischervereine und die AG Osteland zusammengeschlossen haben.

Mit den Besatzversuchen wollen die Berliner Wissenschaftler das Verhalten jener Störe ergründen, deren Bestände vor rund hundert Jahren auch in der Oste zusammenbrachen - wie überall in Europa mit Ausnahme der französischen Gironde. Mit nachgezüchteten Wildstören aus Südfrankreich läßt die Bundesregierung nun untersuchen, in welchen deutschen Flüssen sich am ehesten wieder eine neue Population der raren Kaviarfischs  aufbauen lässt. Dabei sind Elbe, Stör und Oste in der engeren Wahl.

Bis in gut einem Monat die Batterie des Minisenders erschöpft ist, will die Crew der "Acipenser" versuchen, den Weg des Wanderfischs und dessen bevozugten Habitate zu erfassen und zu analysieren, unter anderem durch Entnahme von Bodenproben. Nachdem zuvor überwiegend einjährige Störe in der Oste freigesetzt worden waren, soll mit Hilfe ihres zweijährigen Artgenossen beispielsweise herausgefunden werden, wie mit steigendem Alter und zunehmender Küstennähe die Fähigkeit zunimmt, Salzwasser zu tolerieren.


Wanderfisch-Pioniere Schütz und Peters

Die Artenschützer müssen langen Atem beweisen: Ob eine Wiederansiedlung erfolgreich ist, lasse sich erst "in einer bis anderthalb Generationen" ermessen, so Schütz. Doch die Sportfischer von der Oste zeigen sich optimistisch: Ihnen ist es schließlich, unter der Leitung von Artenschutz-Pionieren wie dem Ostepreisträger Ernst Peters (Zeven), in drei Jahrzehnte währenden Bemühungen gelungen, das viel zitierte "Wunder an der Oste" zu bewerkstelligen, den hier ebenfalls ausgestorbenen Lachs wieder heimisch zu machen. Natürlich verfolgte auch "Lachsvater" Peters am Montag in Elm den erneuten Versuch, in der Oste eine weitere Wanderfischart vor der Ausrottung zu retten.


Entdeckungen am Oberlauf der Oste


Wandern, wo die Oste noch schmal ist

22. 6. 2011. Rund fünfzig Besucher vom breiten, von Ebbe und Flut bewegten Unterlauf der Oste zwischen Neuhaus (Landkreis Cuxhaven) und der Samtgemeinde Oldendorf (Landkreis Stade) kamen aus dem Staunen kaum heraus, als sie am Mittsommertag wandernd den stillen Oberlauf "ihres" Flusses bei Sittensen (Landkreis Rotenburg/ Wümme) erkundeten:


Begrüßung am Sittenser Mühlenteich

Rund 100 Kilometer flussaufwärts entdeckten die Besucher vom eingedeichten Tidestrom eine "ganz andere" Oste: Eher Bach als Fluss, schlängelt sie sich hier durch üppige, artenreiche Vegetation, vorbei an historischen Wehren und Wassermühlen, flankiert von Zeugen alter Handwerks- und Wasserbaukunst.


Wanderführer Lemke und Rathjens

Die Wanderführer Albertus Lemke (Oberndorf) und Andreas Rathjens (Groß Meckelsen) hatten die "Expedition in die Nachbarschaft" für die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. organisiert. Höhepunkt des achtstündigen Programms bildete ein Besuch in Sittensen, wo den Gästen ein "Großer Bahnhof" bereitet wurde.


Bläserklasse der Haupt- und Realschule...

...unter Leitung von Lehrer Trochelmann

Am idyllischen Mühlenteich begrüßten sie zwei örtliche AG-Osteland-Mitglieder, der Sittenser Touristikerin Erika Jaschinski und der Heimatvereins-Vorsitzende Wilhelm Gohde, sowie die "Bläserklasse" der Haupt- und Realschule Sittensen. Unter Leitung von Lehrer Marco Trochelmann überraschten die jungen Saxophonisten und Klarinettisten die Gäste mit einem Melodienreigen von "Oh When the Saints" bis "Freude, schöner Götterfunken".


Die Mühle klappert für die Wandergruppe

Nachdem die Leiterin des Handwerkermuseums, Birgit Weiden, eigens für die Besucher vom Unterlauf das Mahlwerk der historischen Mühle in Gang gesetzt hatte, erwartete die Wanderer ein beziehungsreich ausgewählter Imbiss:


Gruppenfoto für die Zevener Zeitung...

... und ein Interview mit der AG Osteland

Bei Kaffee, spendiert von Samtgemeinde-Bürgermeister Stefan Tiemann, und leckeren Lachsbrötchen war zu erfahren, dass nebenan, in der Zuchtstation des Sportfischervereins, der Grundstock für den bundesweit beachteten Wiederbesatz der Oste mit Wanderfischen wie Lachs und Meerforelle gelegt worden war.


Wanderführer Rathjens und Lemke...

... mit aufmerksamen Zuhörern

Begonnen hatte die Fahrt in die lange Mittsommernacht am historischen Klostergut Kuhmühlen mit einer Wanderung entlang des Kuhbachs bis zu dessen Mündung in die Oste. Weiter ging es vorbei an Hügelgräbern und einstigen Furten zu historischen Wehren und Staugräben, die den örtlichen Bauern früher, so Gästeführer Andreas Rathjens, Weidewirtschaft mit Rieselbewässerung und üppigen Fischfang ermöglicht haben. "Da wurden die Hechte mit der Kartoffelforke aus dem Staugraben geholt", erinnerte sich der Landwirt an seine Kindheit.


Historischer Stau bei Groß Meckelsen

Anklang fanden bei der AG Osteland, wie deren Vorsitzender Jochen Bölsche (Osten) erklärte, aktuelle Pläne, die gemauerten Flanken der einstigen Oste-Staustufen als Zeugen der früher betriebenen Wasserwirtschaft an der Unteren Oste zu erhalten und die Relikte in einen "Kulturhistorischen Weg" einzubeziehen. Begrüßt wurde auch die an diesem Flussabschnitt betriebene naturnahe Bewirtschaftung samt Wiederherstellung früherer Nebenarme.

Nachdem die AG Osteland kürzlich bereits in der Samtgemeinde Selsingen eine ähnliche Wander- und Informationstour entlang der Oste veranstaltet hatte, plant der gemeinnützige Verein weitere Erkundungsfahrten an dem mit rund 150 Kilometern längsten Nebenfluss der Niederelbe. Zugleich ruft die Arbeitsgemeinschaft im Rahmen ihrer Aktion "Wir an der Oste" alle Vereine, Schulen und Betriebe vom Ober- bzw. vom Unterlauf der Oste auf, den jeweils anderen Flussabschnitt zum Ziel von Ausflügen zu machen, um das Herzland des Elbe-Weser-Dreiecks und dessen Wirtschaftskraft zu erhalten und zu stärken.


Mühlenfreunde Dr. Toborg und Gohde

Die Obere Oste ist einen Ausflug wert - das war bei der Heimreise per Bus die Meinung der Teilnehmer, zu denen unter anderem Vertreter des Gewerbevereins Cadenberge, des TSV Oberndorf, der Kulturmühle Osten, der Leuchtturm-Fördergesellschaft Balje sowie Pastor Dieter Ducksch vom AK Kirche im Tourismus des Ev.-luth. Kirchenkreises Land Hadeln zählten.




Mordgeschichten und Mittsommernachtsspaziergang

Oberndorfer Krimi-Schiff "Mocambo"

20. 5. 2011. Zu zwei ungewöhnlichen nächtlichen Veranstaltungen lädt die in Osten/Oste ansässige gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. ihre Mitglieder und Freunde im Juni ein. Auf eine Krimi-Schiffstour von Oberndorf bis zur Hexenbucht bei Hemmoor (Kreis Cuxhaven) folgt ein "Mittsommernacht-Spaziergang" bei Sittensen (Kreis Rotenburg/Wümme) am Oberlauf des längsten Nebenflusses der Niederelbe. 

Anlass zur Schiffstour auf dem Oldtimer "Mocambo", dem ältesten betriebsbereiten Fahrgastschiff Deutschlands, ist das Erscheinen eines neuen Romans im Krimiland Kehdingen-Oste, einer mittlerweile bundesweit bekannt gewordenen Brutstätte literarischer Verbrechen: Der in Oberndorf-Bentwisch lebende Journalist Wolfgang Röhl legt nach seinen erfolgreichen Krimikömödien "Im Norden stürmische Winde" und "Inselkoller" in Kürze seinen dritten Roman vor, der unter dem Titel "Straßenkampf" kriminelles Treiben im Umfeld von Autobahnplanungen zum Inhalt hat und der abermals durch die Landschaft an Elbe und Oste, zwischen Moor und Meer, inspiriert worden ist.


Oberndorfer Reporter und Krimautor Röhl

Präsentieren wird Röhl sein neues Werk auf der "Mocambo", die am Freitag, 10. Juni, 19.30 Uhr, in Oberndorf/Oste ablegt und in der Hexenbucht ankert. Veranstalter ist die vor fünf Jahren gegründete Osteland-Projektgruppe Krimiland Kehdingen-Oste, die unter dem Motto "Mord an Bord im Abendrot" für das Literatur- und Urlaubsland im Elbe-Weser-Dreieck wirbt. Zur Röhl-Lesung bittet die AG Osteland um Anmeldung bei Vorstandsmitglied Renate Bölsche per E-Mail unter renate.boelsche@gmx.de. Die Teilnahme einschließlich Schifffahrt kostet 15 Euro pro Person.

Der Krimi "Straßenkampf" erscheint demnächst im Drochterser MCE-Verlag. Röhl, Jahrgang 1947, arbeitet seit 1980 als Autor und Reporter für das Magazin "Stern". Zuvor war der Hamburger mit Reetdach-Bauernhaus an der Oste als freier Publizist und Redakteur tätig gewesen. Für seine "Stern"-Reportage "Amazonas hinterm Deich" wurde er 2008 mit dem Oste-Kulturpreis "Der goldene Hecht" ausgezeichnet.


Laden ein: Rathjens und Lemke

Eine weitere Veranstaltung von ganz besonderem Reiz haben die AG-Osteland-Mitglieder Albertus Lemke (Oberndorf) und Andreas Rathjens (Groß Meckelsen) vorbereitet: Zum "1. Mittsommernacht-Spaziergang" an der Oste am Dienstag, 21. Juni, lädt die Wandergruppe des TSV Oberndorf gemeinsam mit der AG Osteland Mitglieder und Freunde ein.

"Wir sehen Nebenflüsse der Oste, eine Oste-Furt, Oste-Staustufen, ein Oste-Wehr, eine Oste-Wassermühle und viel, viel Natur", kündigt Wanderführer Lemke den gewässerkundlichen Abendspaziergang in der Samtgemeinde Sittensen an. Die Veranstaltung ist Teil der von Lemke initiierten Osteland-Kampagne "Wir an der Oste", in deren Rahmen Vereine, Schulen und Naturfreunde von der Unteren Oste dazu bewegt werden sollen, den Oberlauf kennenzulernen, und umgekehrt.


Frühlingsgrün: der Oberlauf der Oste

Die Abfahrt mit dem Bus erfolgt um 14 Uhr an der Grundschule Oberndorf, Rückkehr ist gegen 23 Uhr. Ein Abendimbiss wird vorbereitet. Die Kosten betragen 10 Euro pro Person, für Kinder 5 Euro. Anmeldungen nimmt Albertus Lemke unter Tel. 04772-238 oder -696 entgegen, solange die Busplätze reichen.

Die 2004 gegründete Arbeitsgemeinschaft Osteland gehören 430 Mitgliederan, darunter alle Oste-Anrainergemeinden in den Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg/Wümme. Der gemeinnützige Verein, der unter anderem Träger der Deutschen Fährstraße sowie der Projekte Krimiland Kehdingen - Oste und "Blaues Netz Oste" ist, versteht sich als "Lobby für die Oste".




Oste-Angebote für die "Generation Smartphone"

10. 5. 2011. Alles neu macht der Mai - und mit einem komplett erneuerten digitalen Medienauftritt präsentiert sich zum Beginn der Feriensaison die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT). In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. in Osten hat die DZT auf der offiziellen deutschen Tourismus-Website auch ihr Internet-Angebot über die Deutsche Fährstraße Bremervörde - Kiel modernisiert und erweitert.

Über die 2004 eröffnete Deutsche Fährstraße war bislang schon in 15 Sprachen informiert worden, darunter auch Russisch und Japanisch. Schweden können sich über den "Tyska Färjevägen" kundig machen, Spanien über "La ruta alemana de los transbordadores" und Franzosen über die "Route allemande des ferries". Jetzt soll die Zahl der verfügbaren Versionen schrittweise auf 26 Sprachen erweitert werden, darunter auch Ungarisch, Lettisch, Estnisch und Finnisch.

Darüber hinaus ist die Website mit dem jüngsten Relaunch an die Bedürfnisse der "Generation Smartphone" angepasst und auch für mobile Endgeräte wie iPhone und iPad optimiert worden.

"Mit komplett neuer Technik und Nutzerführung schließen wir an weltweite Standards an und bilden als Dachorganisation das internationale Portal für Reisen nach Deutschland“, erklärt dazu Petra Hedorfer, die Vorsitzende des Vorstandes der DZT: "Mit unserem neuen Auftritt in 26 Sprachen können wir sämtliche modernen Endgeräte aus einem System mit Informationen zum Reiseland Deutschland versorgen" (mehr zum Relaunch hier).

Der neue Auftritt der "Fährienstraße" unter www.germany.travel (erst "Freizeit", dann "Ferienstraßen" anklicken) umfasst auch eine "Slideshow", eine Art virtuellen Diavortrag. Gezeigt werden diverse Attraktionen der Deutschen Fährstraße, die von der Oste bis zur Ostsee nahezu alle Möglichkeiten demonstriert, die der Mensch je ersonnen hat, um ein Gewässer zu überqueren.

Über das Display des Smartphones oder den Bildschirm des PC flippen nun  beispielsweise Fotos von der Spielfähre am Vörder See in Bremervörde (Landkreis Rotenburg), von der Prahmfähre in Gräpel (Landkreis Stade), der Klappbrücke in Oberndorf (Landkreis Cuxhaven) sowie den Schwebefähren Osten - Hemmoor und Rendsburg - Osterrönfeld oder den gigantischen "Kreuzfährschiffen" in Kiel.

Die Akteure der AG Osteland sind, so ihr Vorsitzender Jochen Bölsche, "begeistert von der guten Zusammenarbeit" mit den Profis von der DeutschenZentrale für Tourismus, die wiederum der ehrenamtlich tätigen, in Osten ansässigen Arbeitsgemeinschaft unlängst hohe Anerkennung gezollt hat für die internationale Ausrichtung ihrer Werbung im Web. Die Möglichkeit, Ferienstraßen auf diese Weise "in den ausländischen Märkten besser präsentieren" zu können, habe, schrieb die DZT-Verantwortliche Erika Melsbach, "als eine der wenigen die Deutsche Fährstraße vorbildlich genutzt".

Mit Freude registriert die AG Osteland, dass Anbieter an der Oste ihre Web-Präsenz zunehmend auch auf die Nutzer mobiler Endgeräte ausrichten. Zu den Pionieren in dieser Hinsicht zählt etwa die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten - Hemmoor, deren Webmaster und Vizevorsitzender Karl-Heinz Brinkmann bereits eine verschlankte Version speziell für Mobiltelefone ins Netz gestellt hat, die unter schwebefaehre-osten.de/mobile Auskunft gibt über Fahrzeiten sowie technische und historische Daten.
Nebenbei wird dort die zählebige Legende um den angeblichen Eiffel-Schüler und Fähren-Konstrukteur Louis Pinette als Gästeführer-Märchen enttarnt.

Dass die Ostener Handy-Version bei weitem nicht den Endpunkt der Entwicklung auf dem Feld der digitalen Medienauftritte darstellt, zeigt das Beispiel der französischen Schwebefährenstadt Rochefort.

Dort können Besucher bereits jetzt eine von der dortigen Universität mit lokalen Touristikern entwickelte Anwendung ("App") mit dem Titel "Visit Rochefort Océan" gratis auf ihr Smartphone laden (siehe auch diesen Bericht der Zeitung "Sudouest").

Dank GPS-Funktion weist das Handy dann per Piepton in der gesamten Stadt auf jeweils verfügbare Informationen hin, darunter auch Angaben über die "Schwesterfähren" in Osten, Rendsburg und anderswo oder über den Weltverband der Schwebefähren. Darüber hinaus können an der Schwebefähre sogar Ausschnitte aus dem dort gedrehten Film "Die Mädchen von Rochefort" ("Les Desmoiselles de Rochefort") abgespielt werden.

Einen "Riesenschritt in die richtige Richtung" erwartet die AG Osteland von dem jüngsten Projekt des Stader Vereins zur Förderung von Naturerlebnissen (Geschäftsführer: Uwe Seggermann), für den der Diplom-Biologe und AG-Osteland-Mitstreiter Christian Schmidt ein "Oste Natur Navi" (ONN) mit digitalen Tourismusinformationen entwickelt hat.

Mit Leihgeräten soll noch in diesem Sommer der Abschnitt zwischen Bremervörde und Hechthausen erkundet werden können. Die Arbeitsgemeinschaft Osteland setzt sich dafür ein, dass das "revolutionäre Angebot" in einem zweiten Entwicklungsschritt auf die gesamte Flußregion von der Quellregion bei Tostedt (Kreis Harburg) bis zur Mündung bei Neuhaus (Kreis Cuxhaven) ausgeweitet wird.

Nicht vergessen will die AG Osteland allerdings jene Touristen, die sich nach wie vor lieber auf konventionelle Weise informieren. Nachdem ein in 100.000 Exemplaren gedrucktes Faltblatt über den Südabschnitt der Deutschen Fährstraße nahezu komplett vergriffen ist, bereitet die Arbeitsgemeinschaft nun in Kooperation mit den Leader-Regionen am Fluss eine Neufassung vor, die den gesamten Lauf der Oste einbeziehen soll.



"Wanderer brauchen Brücken und Stege"


Demonstration auf gesperrter Ostebrücke

25. 4. 2011. Das hat es an der 150 Kilometer langen Oste noch nie gegeben: Fünfzig Sportfreunde vom Unterlauf des Elbe-Nebenflusses reisten Ostermontag an den Oberlauf, um Pläne der dortigen Gemeinde Selsingen (Landkreis Rotenburg) zu unterstützen, eine baufällige, zur Zeit gesperrte Ostebrücke zu erneuern und für den sanften Tourismus zu öffnen. "Ein Fluss braucht Brücken", stand auf einem der Transparente, die von den Wanderfreunden des TSV Oberndorf und dessen Mitveranstalter, der Arbeitsgemeinschaft Osteland, in der idyllischen Flußniederung zwischen Rockstedt und Ober Ochtenhausen entrollt wurden.

In seinen Begrüßungsworten zeigte sich der Selsinger Gemeindebürgermeister Reinhard Auf dem Kamp erfreut über die Unterstützung der Ostefreunde vom Unterlauf, die sich ebenso wie seine Gemeinde und 150 Anwohner für eine Rettung der Brücke in der Granstedter Heide einsetzen.


Lemke mit Bürgermeister Auf dem Kamp (r.)

Wenn der Wandertourismus in einem der landschaftlich schönsten Gebiete der Samtgemeinde gefördert werden solle, müsse die Flussquerung als Fußgänger- oder Radfahrerbrücke erhalten bleiben. Schon zu Jahresbeginn hatte der Bürgermeister eine Verengung der Brücke vorgeschlagen, so dass dort kein Fahrzeugverkehr mehr möglich ist, und um finanzielle Unterstützung des Landkreises gebeten.


Gesperrt: Ostebrücke bei Granstedt

Zustimmung fand der Gemeindevertreter bei der gemeinnützigen AG Osteland, die durch ihre Vorsitzenden Jochen Bölsche (Osten) und Walter Rademacher (Neuhaus) vertreten war. "Wanderer brauchen Brücken und Stege", sagte Bölsche, der den Tourismus neben der Landwirtschaft als einen der wichtigsten Zukunftsfaktoren der Osteregion bezeichnete. Die AG Osteland teile die Hoffnung des Bürgermeisters, dass dieser Teil der Region, in der die Oste aus der Nähe erlebbar ist, in einen der geplanten "Premiumwanderwege" einbezogen wird. Es sei nicht hinnehmbar, dass die öffentliche Hand einen so wichtigen Teil der touristischen Infrastruktur im Osteland wie diese Brücke dem Verfall preisgebe.

Die Organisatoren der begeistert aufgenommenen 14-Kilometer-Rundwanderung, die Oberndorfer Albertus und Renate Lemke, sehen den Ausflug an den Oberlauf als Teil der Bemühungen der AG Osteland, den "Binnentourismus" an der Oste durch Schul-, Betriebs- und Vereinsausflüge an den jeweils anderen Abschnitt des längsten Nebenflusses der Niederelbe zu fördern. Lemke, der mit der Oste-Tour bereits den 35. Jahresausflug  für den TSV Oberndorf vorbereitet hatte, nahm durch Hans-Heinrich Katt (Oberndorf) den Dank der Teilnehmer entgegen.


Osteland-Mitglieder Rathjens und Lemke

Bereits für Mitte Juni plant Lemke eine weitere "Expedition in die Nachbarschaft": Die nächste Reise des TSV, organisiert von AG-Osteland-Mitglied und Gästeführer Andreas Rathjens (Groß Meckelsen), soll in die Nähe der Quellregion des Flusses in der Samtgemeinde Sittensen führen.


Ausklang an den Hackemühlener Teichen

Der jüngste Ausflug, bei dem die Wanderer auf freier Strecke mit einem leckeren Milchprodukte-Büffet der Molkerei Oberndorf-Hasenfleet überrascht wurden, klang bei Ostener Grillwürsten und Steaks auf dem Vereinsgelände des gastlichen Sportfischervereins (SFV) "Oste" an dessen Vereinssee in Hackemühlen bei Lamstedt aus, wo SFV-Vorsitzender Wolfgang Schütz und Gewässerwart Andreas Ucke die Wanderer willkommen hießen.

Unsere Berichte über die Ostewanderungen mit Albertus Lemke in den Vorjahren:

Marsch durch die Marsch - Mit Albertus Lemke an der Oste (2010)

Von Fähre zu Fähre - Mit Albertus Lemke an der Oste (2009)

Durch Nordkehdingen - Mit Albertus Lemke an den Frühlingsfluss (2008)




Mit der 5. Niere auf Europa-Trip

Ankunft am Donnerstag in Osten

8. 4. 2011. Vier Nierentransplantationen hat Maureen Hendon (49) hinter sich. Um die Nierenforschung zu unterstützen und für Organspenden zu werben, absolviert die Britin zur Zeit gemeinsam mit ihrem Partner Robert Reese (52) eine 3200-Kilometer- Marathontour per Motorrad durch Europa, bei der das Paar vorgestern im schleswig-holsteinischen Osterrönfeld bei Rendsburg und gestern und heute an der (leider zur Zeit in Reparatur befindlichen) Schwebefähre Osten - Hemmoor Station machte. 


Veranschiedung am Montag in Newport

Die Motorradfreunde aus der südwalisischen Schwebefähren-Stadt Newport haben sich zum Ziel gesetzt, binnen zehn Tagen alle sieben noch erhaltenen europäischen "transporter bridges" zu besuchen, wie die Briten die skurrilen Bauwerke mit ihren "fliegenden Gondeln" nennen, die um die vorletzte Jahrhundertwende entstanden sind.


Besuch der Schwebefähren-Infomeile

Den architektonischen und technikgeschichtlichen Reiz der "faszinierende Brücken", die sich zur Zeit per Unesco-Sammelantrag um den Weltkulturerbe-Titel bewerben, erlebten bei beiden Briten zunächst in ihrem Heimatland. Nach der Verabschiedung durch den Bürgermeister von Newport und einer Zwischenstation in Warrington am River Mersey besuchten sie die nordenglische Hafenstadt Middlesbrough, die gerade das 100-jährige Bestehen ihrer Schwebefähre feiert.

Nach der Überfahrt per Fährschiff nach Amsterdam nahmen die Biker die Schwebefähre unter der gigantischen Eisenbahnbrücke über den "Kiel Canal" in Augenschein, bevor sie nach einem Stopp in Osterrönfeld ihre schwere BMW per Elbfähre Glückstadt - Wischhafen über die Deutsche Fährstraße an den Elbnebenfluss Oste steuerten.


Ein Erinnerungsteller vom Bürgermeister

An Deutschlands 1909 erbauter ältester Schwebefähre erlebten die britischen Fährfreunde norddeutsche Gastlichkeit. Bürgermeister Carsten Hubert überreichte ihnen vor der TV-Kamera von Heimat-live (Sendetermin: heute, 17 Uhr) den Ehrenteller der Gemeinde (der natürlich die Schwebefähre zeigt). 


Mit Frank Auf dem Felde in der FährStuv

Im Hotel "Fährkrug" berichtete Hotelier und Fährvereinsvorsitzender Horst Ahlf über seinen Newport-Besuch 2006 zum Hundertjährigen der dortigen "transporter bridge", während sein Stellvertreter Karl-Heinz Brinkmann die 101 Jahr alte Fähre präsentierte und Ortsheimatpfleger Frank Auf dem Felde durch die museale "FährStuv" des Dorfes führte.


Vor der Info-Tafel über die Heimatfähre

Jochen Bölsche und Torsten Wichmann vom Vorstand der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. stellten auf der Fährstraße im benachbarten Hemmoor die von der "Lobby für die Oste" konzipierte "Internationale Schwebefähren-Infomeile" vor. Dabei freuten sich die Newporter besonders über die Darstellung ihrer heimischen Fährbrücke, die Zeitgenossen bei der Eröffnung 1906 als "so stark wie Herkules, so schön wie Apoll" rühmten.

Weil die historischen Oste-Prahmfähren in Gräpel und Brobergen (Landkreis Stade) erst in Kürze in die Saison starten, inspizierten die britischen Gäste ersatzweise in Oberndorf das unlängst eingeweihte 1:2-Fährmodell samt der neuen Fährmann- und Fährgast-Denkmäler sowie das Sperrwerk und die Klappbrücke an den einstigen Fährstellen in Neuhaus und Geversdorf.


Absinth und Aquavit von Olaf Schlichting

Bei Stippvisiten in der Gastronomie gewannen die Biker am Nachmittag und am Abend auch einen Eindruck von der Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit der Menschen an der Unteren Oste. Im "Cronemeyer's", bei Neuhäuser Bier, überraschte Wirt Olaf Schlichting die Besucher mit einem Absinth- und Osteland-Aquavit-Präsent aus eigener Produktion. 


Web-Star "Löpel-Hans" gibt ein Ständchen

In der urigen Oberndorfer Gaststätte "Störtebecker" zeigte "Löpel-Hans" Bünning, bekannt als "Johnny the Spoon" und Internet-Star mit über 17.000 Visitors, mit einem Ständchen die hohe Kunst des "playing the spoons". Und in Ostens "Altem Amtsgericht" von Jan Nachtigall erfuhren die Briten, wie köstlich sich ein "German Schnitzel" zubereiten lässt

Am heutigen Freitagmorgen um 8.45 Uhr, nach einem Continental Breakfast in Horst und Gisela Ahlfs "Fährkrug", brachen die Fährfreunde zu ihrer nächsten Station auf, der "pont transbordeur" über die Charente in Rochefort an der französischen Atlantikküste. 


Wünschen gute Fahrt: Hubert und Wichmann

Auch in Frankreich sowie zum Abschluss ihrer Tour, an der "puente transbordador" im spanischen Bilbao, will Maureen Hendon auf die Website www.justgiving.com/r-mbiketour hinweisen, auf der sie um Direktspenden an die walisische Nierenstiftung "Kidney Wales Foundation" bittet. Ihr nicht allzu hochgestecktes Mindestziel, mit Hilfe ihrer Charity-Tour Spenden in Höhe von 1000 Pfund (rund 1200 Euro) für die Stiftung zu akquirieren, hatte sie zu etwa 60 Prozent erreicht, bevor sie in Osten zu den beiden letzten Stationen aufbrach. 

Eine Spende nahm sie auch von dem Ostekrimi-Autor und früheren Nierenpatienten Dr. Reinhold Friedl mit, der sich zur Begrüßung der Besucher ebenfalls in Osten eingefunden hatte.


Welcome: Brinkmann, Wichmann, Friedl

"Als langjährige Nierenpatientin habe ich erfahren, dass mehr Forschung notwendig ist, für die wiederum Spendengelder erforderlich sind," hatte die Fährenfreundin Maureen Hendon bei ihrem Start gegenüber der britischen BBC ihre Beweggründe dargelegt, über die sie auch an der Oste vor der TV-Kamera sprach. An allen sieben Stationen ihrer Reise hielt Maureen Hendon außerdem Informationsmaterial bereit, mit dem sie die Bereitschaft zur Organspende fördern möchte.

Berichte über die Tour stehen u. a. auf der Website der BBC und im South Wales Argus



Ideen und Tatkraft, Wagemut und Bürgersinn

Fährgast-Statue mit Hoffmann und Sponsoren

2. 4. 2011. Rede von Jochen Bölsche (Foto) bei der Einweihung der Fährmannstatuen in Oberndorf: Im Namen der AG Osteland gratuliere und danke ich der Gemeinde Oberndorf: Wir gratulieren zu zwei neuen Anziehungspunkten, der Fährmann- und der Fährgaststatue. Und wir danken für sieben Jahre guter Zusammenarbeit bei unserem gemeinsamen Bemühen, auf das Osteland überregional aufmerksam zu machen. Aufmerksamkeit aber erregt eine Region, wenn sie hat, was andere nicht haben. Daher bemüht sich die AG Osteland seit Anbeginn gezielt, die "Alleinstellungsmerkmale" unserer Flusslandschaft hervorzukehren.

Zuhörer auf Deich und Miniaturfähre

Das ist, erstens, die einzigartige Krimiautorendichte - aus diesem Grund haben wir das Projekt Krimiland Kehdingen-Oste entwickelt. Oberndorf mit Dutzenden von Lesungen auf dem "Krimischiff" Mocambo war da ganz vorneweg.

Wir haben, zweitens, die höchste Milchproduktionsdichte Niedersachsens - Anlass, das Osteland auch als Milchland touristisch zu vermarkten. Auch hier steht Oberndorf in erster Reihe - mit der von hier aus vorangetriebenen Niedersächsischen Milchstraße Nord, mit der ebenfalls in Oberndorf gestalteten Milchwanderkarte, mit dem in Oberndorf-Hasenfleet eingerichteten Milch-Informationszentrum, mit dem  Hasenfleeter Milchabitur und mit dem bereits zweiten Hasenfleeter Milchfest im Mai.

Chor "Shanty und Lerchen"

Oste-Alleinstellungsmerkmal Nummer drei ist das Prädikat "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins" und die von unseren Sportfischern in der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische geleistete Pionierarbeit zur Wiederansiedlung des verschollenen Europäischen Störs. Auch hier liegt Oberndorf vorn -  mit ersten Überlegungen für ein Stör-Informationszentrum, mit "Kaviarnächten" der Gastronomie und mit dem sogar im Ausland beachteten schwimmenden Stördenkmal, unserem "Hein Stör".

Oste-Merkmal Nummer vier ist die reiche Deichbau-Tradition entlang der 75 Kilometer langen Tideoste. Hier war Oberndorf, dank unserem Mitglied Henning Kuhne, vorneweg mit der Entwicklung eines Historischen Deichwanderwegs, der nun auf vier andere Gemeinden ausgeweitet worden ist und demnächst eingeweiht werden kann.

Festgäste auf der Deichkrone

Oste-Alleinstellungsmerkmal Nummer fünf, und vielleicht das wichtigste, ist die hier noch erhaltene Vielfalt historischer Flußquerungen von der Furt bis zur Fähre, von der Klappbrücke bis zum Sperrwerk. Diese Besonderheit hat uns im Mai 2004 veranlasst, die Deutsche Fährstraße Bremervörde - Kiel  zu eröffnen

Ja, und auch hier ist Oberndorf vorbildlich und beispielgebend. Neben dem Ostekieker, einer einstigen Ostseefähre, ist inzwischen die Fährpromenade entstanden und eine alte Fährdeichlücke erhalten und restauriert worden. In Ermangelung der alten Originalfähre wurde  voriges Jahr ein 1:2-Nachbildung des historischen Prahms geschaffen, und nun folgen auch noch -  als krönender Abschluss - die Statue eines Fährmanns ...

Erst wird die Fährmann-Statue enthüllt...

... und das Standbild eines berühmten Fährgasts, des Freiheitsdichters Hoffmann von Fallersleben, der in Oberndorf und anderswo in Hadeln Unterstützung und Asyl fand vor politischer Verfolgung.

... und dann das Fährgast-Standbild

Mit alldem reiht sich Oberndorf ein in vielerlei Bemühungen auch anderswo an unserem Fluss, an die überreiche Fährtradition zu erinnern.

Das fängt an mit dem Buch "Hol över" unserer Ostepreisträgerin Grit Klempow, aus dem sie mehrfach auch schon in Oberndorf vorgetragen hat, und setzt sich fort mit einem neuen, von der AG Osteland herausgegebenen Ostefähren-Buch vonGisela Tiedemann-Wingst, das Ende Mai erscheinen wird.

An der Gräpeler Fähre erinnert seit längerem ein Denkmal an den legendären Fährmann Helmut Plate. In Brobergen ist dem dortigen Fährverein die Rettung der dortigen Fähre und des Fährhauses gelungen und die Veranstaltung schöner Fährfeste zu verdanken.

Die Oberndorfer Cheerleader-Gruppe

In Hemmoor wurde 2009 eine Internationale Schwebefähren-Infomeile eröffnet, die demnächst erweitert werden soll. In Osten wurde eine museale Fährstube eingerichtet und, nicht zu vergessen, der soeben beschlossene internationale Sammelantrag an die Unesco konzipiert, der die Ernennung von sieben Schwebefähren in vier Ländern zum Weltkulturerbe zum Ziel hat - was im Erfolgsfalle eine enorme positive Ausstrahlung auch auf Nachbarorte wie Oberndorf zur Folge haben wird.

Feuerwehr spielt in Bentwisch...

Bei all den Bemühungen, für unseren einstmals "vergessenen Fluss" zu werben, kommt Oberndorf, wie Sie sehen, eine entscheidende Rolle als Vorreiter zu.

... und vor dem Restaurantschiff "Ostekieker"

Der Slogan des Dorfes - der auch auf der Titelseite der schönen neuen Imagebroschüre steht - lautet "Oberndorf hat was!" Und wenn ich darüber nachdenke, was das genau ist, was Oberndorf hat, komme ich für mich zu der Antwort: Es ist diese einzigartige Mischung aus Ideen und Tatkraft, aus Wagemut und Bürgersinn, die - bei aller finanziellen Enge - diese kleine Gemeinde heute ausmacht und auszeichnet. - Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.




"Ein Fluss braucht Brücken"
1. 4. 2011. Seit 35 Jahren organisiert der Kaufmann Albertus Lemke aus Oberndorf (Kreis Cuxhaven) eine Oster- oder Maiwanderung für seinem örtlichen TSV. In diesem Jahr hat er eine besondere Tour vorbereitet: Erstmals werden die Sportfreunde vom Unterlauf der Oste am Oberlauf des Flusses, in der Samtgemeinde Selsingen (Kreis Rotenburg/Wümme), wandern.

Die Auswahl des Ziels hat einen doppelten Grund: Lemke hat voriges Jahr für die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland das Projekt "Wir an der Oste" entwickelt, das auf eine Förderung des "Binnentourismus" entlang des längsten Nebenflusses der Niederelbe zielt und das bei den Anrainern des Unterlaufs (in den Landkreisen Stade und Cuxhaven) Neugier auf den Oberlauf (in den Kreisen Harburg und Rotenburg/Wümme) wecken soll - und umgekehrt.

Mit der Wanderung, die der TSV Oberndorf gemeinsam mit der AG Osteland veranstaltet, soll außerdem die Forderung örtlicher Kommunalpolitiker und Anlieger nach der Erneuerung einer Ostequerung unterstützt werden. Ziel der Ostertour ist eine wegen Baufälligkeit gesperrte Holzbrücke an der Granstedter Heide, für deren Sanierung sich neben dem Selsinger Gemeindebürgermeister Reinhard Auf dem Kamp auch rund 140 Anwohner einsetzen. Auch die AG Osteland fordert die Herrichtung und Öffnung: "Ein Fluss braucht Brücken."

Die Tour mit dem Titel "Wandern in den Frühling" findet am Ostermontag, 25. April, statt. Um 8 Uhr geht es zunächst per Bus vom Treffpunkt an der Grundschule Oberndorf nach Ober Ochtenhausen. Dort beginnt eine Rundwanderung am rechten und linken Ufer der Oste, die dort ganz besonders idyllisch ist. 

In der Samtgemeinde Selsingen - die im Rahmen der Aktion "Wir an der Oste" zum diesjährigen Tourismuspartner der Samtgemeinde Am Dobrock ausgerufen worden ist - werden drei Ostebrücken besucht. Nach mehreren Pausen, bei denen Milchdelikatessen aus der ländlichen Molkerei Hasenfleet serviert werden, treffen die Wanderer gegen 16 Uhr wieder in Oberndorf ein.

Die Teilnehmer sollten, so rät Lemke, ihren Fotoapparat mitnehmen, denn die besten Aufnahmen von der Wanderung werden prämiert. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder. Wegen der begrenzten Zahl der Busplätze ist eine umgehende  Anmeldung bei Wanderführer Lemke erforderlich, Tel. 04772-696 oder 238, Telefax 04742-860420.




"Der Fluss, der alles hat"
1. 4. 2011. Noch vor wenigen Jahren galt die idyllische Oste, die sich über 150 Kilometer durch das Zentrum des Elbe-Weser-Dreiecks schlängelt, als "vergessener Fluss". Jetzt registrieren Touristiker, dass der längste Nebenfluss der Niederelbe zunehmend von Wassersportlern und Wassertouristikern entdeckt wird.

Nachdem es lange Zeit keinen Flussführer gab, hat die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. ein 20-seitiges, reich bebildertes Heft mit dem Titel "Tipps für Segler, Ruderer, Kanu- und Motorbootfahrer" neu aufgelegt. Darin wird die Oste vorgestellt als ein besonders vielfältiger "Fluss, der alles hat".

Die Eisvogeltäler am Oberlauf (Landkreis Rotenburg) sind - hinreichender Wasserstand vorausgesetzt - in ideales Revier für Kanuten und Kajakfahrer . Der von Ebbe und Flut regierte 75 Kilometer lange Unterlauf nördlich von Bremervörde dagegen, der durch die Landkreise Stade und Cuxhaven fließt, empfiehlt sich für Kajütboote, bevor sich unterhalb der markanten, für das Weltkulturerbe angemeldeten  Schwebefähre Osten - Hemmoor bis kurz vor den Seehundbänken an der Elbmündung etliche Segelhäfen aneinanderreihen.

Der kostenlos erhältliche "Hafenführer 2011/12" zitiert nicht nur begeisterte Ostefreunde wie den Schriftsteller Wolfgang Röhl, der den stillen Fluss als "schilfwogend, nordseefrisch und wundergrün" rühmt. Er enthält auch Ansteuerungstipps für Segler, Öffnungszeiten von Klappbrücken sowie viele Informationen über Häfen und Liegegebühren sowie Mietstationen für Kanufahrer.

Wer nicht selber schippern möchte, kann den Unterlauf des Flusses auch mit dem Oste-Oldtimer "Mocambo" erkunden, dem ältesten motorgetriebenen Fahrgastschiff Deutschlands. Und auch Informationen über die urtümlichen Prahmfähren, die noch immer in Brobergen und Gräpel den Fluss queren, enthält das Heft, das von dem Journalisten und AG-Osteland-Vorsitzenden Jochen Bölsche mit Hilfe der örtlichen Tourist-Infos zusammengestellt worden ist.

Der Osteführer kann unter anderem bei der Tourismus GmbH Wingst, Hasenbeckallee 1, 21789 Wingst, angefordert werden, wo er auch online über www.wingst.de/wingst geordert werden kann (bitte "Service" und "Prospektbestellung" auswählen).

Zum Download steht der Hafenführer bereit unter 
http://www.blaues-netz-oste.de/hafenfuehrer2012.pdf



Schwebefähre schon 2015 Weltkulturerbe?

23. 3. 2011. Mit großer Freude hat die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. auf einen Bericht reagiert, den der Darmstädter Industriearchäologe Rolf  Höhmann über die Chancen eines internationalen Sammelantrags verfasst hat, sieben Schwebefähren in Deutschland, Frankreich, Großbritasnnien und Argentinien gemeinsam zum Unesco-Weltkulturerbe zu erheben, darunter die Schwebefähren zwischen Osten und Hemmoor im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven und zwischen Rendsburg und Osterrönfeld am Nord-Ostsee-Kanal.

Nach Gesprächen mit Schwebefähren-Verantwortlichen der betreffenden Länder sei es, wie Höhmann am Mittwoch erklärte, möglich, dass ein Sammelantrag bereits 2015 genehmigt wird. "Der Welterbe-Titel würde eine enorme Stärkung der Region zwischen Elbe und Weser bedeuten," freut sich Jochen Bölsche, Vorsitzender der in Osten beheimateten Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., in deren "Arbeitskreis Deutsche Schwebefähren" die Bürgermeister aus Rendsburg, Osterrönfeld, Osten und Hemmoor die Unesco-Strategie vorbereitet haben.

"Wir kommen gut voran bei denVorbereitungen unseres Antrags," berichtete am Mittwoch der Rendsburger Bürgermeister Andreas Breitner: "Unser Ziel, Nordeutschlands technisches Kulturdenkmal Nummer eins, die Rendsburger Schwebefähre, zum Unesco-Weltkulturerbe zu machen, ist erreichbar. Die Vorbereitung einer Kontinente überspannenden seriellen Bewerbung ist zwar aufwendig, aber Erfolg versprechend."

Der mit der Vorbereitung des internationalen Sammelantrags beauftragte Industriearchäologe Höhmann zog das Fazit: "Betrachtet man die Situation in den verschiedenen Schwebefähren-Standorten, zeigt sich, dass die Voraussetzungen für eine gemeinsame serielle Bewerbung gegeben sind."  Finanziell unterstützt worden ist Höhmanns Arbeit von der Gebietsentwicklungsplanung Region Rendsburg, der Aktiv Region Eider 
und Kanal und den Schwebefährenstandorten Rochefort und Osten. 

Web-Tipp: www.schwebefaehre.org




"Oste-Oscar" für die Plattdeutsch-Klasse

20. 3. 2011.  Die Mädchen und Jungen der Klasse 6 a des Gymnasiums Warstade in Hemmoor (Kreis Cuxhaven) haben Grund zur Freude: Für ihren Einsatz für die plattdeutsche Sprache wurden sie am Sonntag mit dem "Goldenen Hecht" ausgezeichnet, dem alljährlich verliehenen Kulturpreis der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland, zu der sich 420 Gemeinden, Vereine und Einzelmitglieder zusammengeschlossen haben.

Beim "7. Tag der Oste" im Gasthaus "Lütt Mandus" in Wingst (Samtgemeinde Am Dobrock), der mit 230 Gästen und Ehrengästen einen Rekordbesuch erlebte, belohnte der Verein die 28 Schülerinnen und Schüler, die sich zur Teilnahme an einem weithin beachteten Unterrichtsversuch entschieden haben: Sie werden in den Fächern Erdkunde, Geschichte und Sport von ihrem Lehrer Hans-Hinrich Kahrs, dem Plattdeutsch-Beauftragten des Landschaftsverbandes Stade, zweisprachig, auf Hoch- und Plattdeutsch, unterrichtet. 

Mit dem im Volksmund so genannten "Oste-Oscar" würdigt die Arbeitsgemeinschaft nach den Worten ihres Vorsitzenden Jochen Bölsche (Osten/Oste) den "Mut der Schülerinnen und Schüler, die sich - zumeist ohne plattdeutsche Vorkenntnisse - dafür entschieden haben, an dem Versuch teilzunehmen, der dazu beitragen soll, die schöne, aber bedrohte Regionalsprache am Leben zu erhalten". 

Nach der Auszeichnung der "Plattdeutsch-Klasse" vergab der Verein sechs weitere "Goldene Hechte" an Männer und Frauen, die sich um das Land an der Oste verdient gemacht haben, dem längsten niedersächsischen Nebenfluss der Niederelbe. 

In der Kategorie Literatur ging der alljährlich mit insgesamt 3.500 Euro dotierte Preis an den Cuxhavener Politikwissenschaftler und Schriftsteller Dr. Reinhold Friedl für dessen Kriminalromane "Tödliches Tabu" und "Die große Hochzeit", deren Handlung an dem idyllischen Fluss angesiedelt ist. Mit dem Medienpreis wurde der Naturfotograf Hermann Tödter aus Zeven (Lankreis Rotenburg/Wümme) ausgezeichnet, Autor von Bildbänden und Tonbildschauen über das "Naturparadies Oste". 

In der Kategorie Heimatpflege ehrte der Verein Ursula M. D. Schröder (Neuhaus/Oste) und Günter Lunden (Geversdorf) für die ehrenamtliche Leitung und den Ausbau der dortigen Heimatmuseen. Ebenfalls in den Kreis Cuxhaven gingen die Preise für Denkmalschutz und Tourismus: Dr. Manfred Toborg vom Verein Kulturmühle Osten wurde für die Rettung einer über 100 Jahre alten Kornmühle ausgezeichnet, das Ehepaar Monika und Peter Prüß, ebenfalls aus Osten, für die Planung von Routen für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und für die Tourenleitung unter anderem auf der "Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel". 

In der Kategorie Naturschutz geehrt wurde der Vorsitzende der Jägerschaft Land Hadeln, Gerhard Klotz (Hemmoor), für dessen Kampf gegen die Monotonisierung der Landschaft durch "Vermaisung" sowie für die Bemühungen der Jäger, der Bedrohung der Artenvielfalt in Feld und Flur durch die Anlage von Feldgehölzen und Blühstreifen zu begegnen. 

Die insgesamt 52 Preisträger, die seit 2005 ausgezeichnet worden sind, bilden nach den Worten des Jury-Sprechers Bölsche "eine Art Ehrenlegion des Ostelandes", das etwa ein Drittel des Elbe-Weser-Dreiecks umfasst. Porträts aller bisher Geehrten enthält ein neu erschienenes "Goldenes Buch der Oste", das in der Veranstaltung vorgestellt wurde, die unter der Schirmherrschaft der Landräte Kai-Uwe Bielefeld (Cuxhaven), Michael Roesberg (Stade) und Hermann Luttmann (Rotenburg/Wümme) stand. 

Zuvor hatte Bölsche in seinem Festvortrag "Das Jahr an der Oste" über eine Reihe positiver Entwicklungen in der Ferienregion zwischen Elbe und Weser berichtet. Dazu zählte er den Aufschwung des Wassertourismus durch den Bau neuer Fahrgastschiffanlegerin der Oste, die Bemühungen der Sportfischer um die Wiederansiedlung von Stör und Lachs, die Verdichtung des Wanderwegenetzes und das Angebot an Radwanderer, vom Sommer an in ausgewählten Flussgaststätten "Oste-Natur-Navis" ausleihen zu können, die sie zu naturkundlich und technikgeschichtlich interessanten Zielen in den Landkreisen Stade und Cuxhaven leiten. 

Insbesondere würdigte der Verein die Bemühungen der gastgebenden Samtgemeinde Am Dobrock um die touristische Erschließung der Bergwaldregion Wingst, über dieBürgermeisterin Bettina Gallinat berichtete. Im Namen der Landkreise an der Oste würdigte Vize-Lanrat Hans Volker Feldmann die "wundervolle ehrenamtliohe Arbeit" der AG Osteland, die dazu beitrage, den einst "vergessenen Fluss" bekannt zu machen


50 Goldhechte von der AG Osteland


Stader Landrat Roesberg mit Hechten

10. 3. 2011. Die Namen der Preisträger sind noch streng geheim: Erst am Sonntagmittag, 20. März, soll bekannt gegeben werden, wer an diesem Tag den Kulturpreis "Der Goldene Hecht 2011" erhält.


Drei Landräte als Schirmherren / Sponsoren stifteten fast 25.000 Euro für den "Oste-Oscar" / Flussfest mit Jazzmusik, Fotokunst und Fischessen / Touristischer Aufbruch in der Ferienregion Wingst / Festvortrag über das "Naturparadies Obere Oste"

Der sogenannte "Oste-Oscar", insgesamt dotiert mit 3.500 Euro, wird dieses Jahr zum siebten mal unter der Schirmherrschaft der Landräte Kai-Uwe Bielefeld (Cuxhaven), Michael Roesberg (Stade) und Hermann Luttmann (Rotenburg/Wümme) für Verdienste um das Osteland verliehen, den idyllischen Einzugsbereich des längsten Nebenflusses der Niederelbe im Zentrum des Elbe-Weser-Dreiecks.


Ostekulturpreis-Verleihung 2010

Mit dem Festakt, zu dem rund 180 geladene Gästen aus Politik, Kultur und Wirtschaft im Gasthaus "Lütt Mandus" in Wingst (Kreis Cuxhaven) erwartet werden, ist ein besonderes Jubiläum verbunden: In diesem Jahr wird zum 50. mal ein Preisträger mit dem begehrten "Oste-Oscar" ausgezeichnet.


Logo des Tages der Oste

Vergeben wird der Goldhecht, der seit 2005 von der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. verliehen und von Sponsoren aus der Flussregion finanziert wird, in den sieben Kategorien Jugend, Medien, Literatur, Naturschutz, Heimatpflege, Denkmalschutz und Tourismus.

Für die Vergabe der Preisgelder sind, so freut sich Osteland-Schatzmeister Johannes Schmidt (Hemmoor), von der heimischen Wirtschaft. Bislang sind insgesamt nahezu 25.000 Euro gestiftet worden.


Geflügelter Hecht in Hechthausen

Eingebettet ist die Preisverleihung auch in diesem Jahr in eine festliche Matinee, die mit einem Sektempfang beginnt, mit einem gemeinsamen Fischessen endet und vom Hamburger "Jazzduo & friends" musikalisch umrahmt wird.

Im Mittelpunkt stehen der Vortrag "Das Jahr an der Oste", den der AG-Osteland-Vorsitzende Jochen Bölsche aus dem Schwebefährendorf Osten hält, sowie ein Referat der gastgebenden Samtgemeinde-Bürgermeisterin Bettina Gallinat (Cadenberge) über neue touristische Attraktionen in der Ferienregion Wingst.


Gastgeberin und Festrednerin Gallinat

Ein bebilderter Festvortrag des Naturfotografen Hermann Tödter aus Zeven (Kreis Rotenburg) mit dem Titel "Wunderbares Osteland" stellt das Naturparadies Obere Oste vor. Ergänzt werden Tödters Bilder durch eine Ausstellung großformatiger Oste-Aufnahmen des Fotokünstlers und Ostepreisträgers Nikolaus Ruhl aus Achthöfen (Kreis Cuxhaven).


Oste-Fotograf Hermann Tödter

Der besondere Dank der AG Osteland, der rund 430 Einzelpersonen, Gemeinden, Vereine und Verbände angehören, gilt den diesjährigen Sponsoren des Kulturpreises: der Molkerei Hasenfleet eG (Oberndorf), der Firma Primo-Reisen Lührs (Wingst), dem Haus der Pflege Ziegelkamper Höhe und der Firma Sanitär- und Heizungsbau Michael Mahler GmbH (beide Hemmoor), dem Norddeutschen FEAM - Fonds für Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen (Schneverdingen) und der Kreissparkasse Wesermünde-Hadeln (Otterndorf).


Osteland - größer als Hamburg und Berlin

Die 2004 gegründete Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. versteht sich als "Lobby für das Osteland", das Einzugsgebiet des 150 Kilometer langen Elbnebenflusses, das etwa ein Drittel des Elbe-Weser-Dreiecks umfasst und mit 1800 Quadratkilometern größer ist als Hamburg und Berlin zusammen.

Die AG Osteland ist unter anderem Trägerin der "Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel", des Literatur- und Tourismusprojekts "Krimiland Kehdingen-Oste" und der Wassersport-Initiative "Blaues Netz Oste". Als Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste setzt sich die AG Osteland für die Wiederansiedlung von Stör, Lachs und Meerforelle in der Oste ein.


Fisch mit goldener Krone
als Symbol des Ostelandes

Sage vom Oberlauf inspiriert Bildhauer, 
Zeichner, Autoren und Theatermacher


Mike Behrens mit Goldenen Hechten

10. 3. 2011. Zum fünfzigsten mal seit 2005 verpasst dieser Tage der Hemmoorer Künstler Mike Behrens einer Figur den letzten Schliff, die von der Arbeitsgemeinschaft Osteland alljährlich in sieben Exemplaren als Kulturpreis "Goldener Hecht" verliehen wird: die Bronzestatue eines Fischs mit Flügeln und goldener Krone.

Zu der Trophäe inspiriert wurde die gemeinnützige AG Osteland, so der Vorsitzende und Jury-Sprecher Jochen Bölsche, durch eine Sagenfigur vom Oberlauf des Flusses im Landkreis Rotenburg/Wümme: die Königstochter "Marie-Marei", deren goldene Krone in den Fluten der Oste versank. 


Oste-Hecht als Bilderbuch-Figur

Eine plattdeutsche Version des Märchens, überliefert von Hans Wohltmann in dem 1959 erschienenen Buch "Sagen aus dem Lande zwischen Niederelbe und Niederweser", hatte die Schriftstellerin Elke Loewe (Foto) und die Grafikerin Jo du Bosque zu ihrem Kinderbuch "Jonni Hecht" angeregt, zu deren Hauptfiguren ein gleichnamiger Oste-Hecht mit goldener Krone und eine Fährfrau aus Elm im Kreis Rotenburg zählen.


Der gekrönte Hecht im Bilderbuch

Nicht zuletzt dieses Bilderbuch, erschienen im Jahr 2000 im Fischerhuder Verlag Atelier im Bauernhaus, hat dazu beigetragen, dass der sagenhafte Hecht auch an der Unteren Oste zunehmend populär geworden ist - vor allem, naheliegenderweise, in Hechthausen im Kreis Cuxhaven. 


Fliegender Hecht im Wappen

Die Oste-Gemeinde führt nicht nur den geflügelten Hecht in ihrem Wappen, die gekrönte Sagengestalt schmückt auch den Brunnen am Restaurant "Ostekrone" im Ortskern. 


Gekrönter Hecht in Marionettenspiel

Und eine Hechthausenerin, die Marionettenspielerin Franziska Ochsler, war es, die zum "Jahr der Oste" 2009 das Puppentheaterstück "Der Hecht mit der goldenen Krone" verfasst hat, das die Sagenfigur auch den Jüngsten nahebringt. 

Nachdem die Künstlerin das Stück wiederholt in Hechthausen aufgeführt hat, präsentiert sie ihre selbstgestalteten Figuren demnächst auch in Osten: Am Sonntag, 10. April, 15 Uhr, gastiert "Jonni Hecht" auf Einladung des Vereins Kulturmühle in der historischen Kornmühle des Schwebefährendorfs.

Den ersten "Goldenen Hecht" in der Kategorie Literatur hatte die AG Osteland im Frühjahr 2005 - übrigens in Hechthausen - der Hechtbuch-Autorin Elke Loewe verliehen, damals wohnhaft am Rönndeich in Drochtersen-Hüll (Kreis Stade), heute in Geversdorf (Kreis Cuxhaven) gleich hinterm Ostedeich. 

Zu den Preisträgern 2011 gehört auch eine Schulklasse aus dem Osteland - Näheres wird noch nicht verraten. - Die Namen aller bisherigen Träger des Kulturpreises stehen im Internet unter www.tag.der.oste.de.


"Der Fluss wird zum Kanal"


AG-Osteland-Vize Walter Rademacher

19. 2. 2011. Bereits die Auswirkungen der bisherigen Elbvertiefungen - von Uferschäden über Grundwasserversalzung bis zur Hafenversandung - reichen bis ins Osteland hinein. Die von Hamburg derzeit geforderte erneute Ausbaggerung der Elbe sei nicht nur schifffahrtspolitisch überflüssig, sondern forciere eine fatale, "sich selbst verstärkende Eigendynamik", warnte der neugewählte 2. Vorsitzende der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland, Wasserbau-Ingenieur Walter Rademacher (Neuhaus/Oste), am Wochenende in Cadenberge.

Der eindrucksvoll bebilderte, faktenreiche Vortrag Rademachers, der auch Sprecher des Regionalen Bündnisses gegen die Elbvertiefung ist, bildete den Höhepunkt einer Tagung der Osteland-Fachgruppe "Blaues Netz" zum Thema Wassersport im Saal des Cadenberger "MarC 5". Mit Beifall bedachten die Zuhörer, darunter auch Segler-Prominenz wie die Oberndorfer Transatlantik-Skipper Bert und Marlene Frisch (Website), die Mahnungen des Osteland-Vertreters.


Sachkundig: Atlantikskipper Bert Frisch

Jede weitere Elbvertiefung beschleunige, warnte der Wasserbauer, eine Art Teufelskreis. Typische Abfolge der "Kausalkette zwischen Vertiefung und Schäden" laut Rademacher: "Tiefere Fahrrinne - größerer Querschnitt - größere Wassermenge - höhere Fließgeschwindigkeit - größere Erosionskraft - mehr und gröberes Sediment - stärkere Sedimentation in Fahrrinne, Häfen und Flachwasserzonen - erhöhte Unterhaltungsbaggerungen und erhöhter Reparaturaufwand - Verlust der biologisch wertvollen Flachwasserzonen - Unterbrechung der Nahrungsketten von Schlick zu Wasser - schleichender Verlust der Selbstreinigungskraft der Elbe" - und schließlich die "Entstehung einer sich selbst verstärkenden Eigendynamik".


Verschlickter Hafen in Neuhaus

Die schon jetzt zu beobachtende Folge sei ein immenser, stetig wachsender Aufwand, um die angestrebte Fahrrinnentiefe zu halten. Die Elbe tendiere auf diese Weise zum Kanal, die Deichsicherheit sei gefährdet, Baggern werde zum Dauerzustand. "Die Wasserbauer werden wir nicht los," sagte Rademacher in Anspielung auf Goethes "Zauberlehrling": "Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los."


Jürgens (M.) mit Nickel und Prof. Döscher

Aufgrund der zunehmenden Verschlickung von Sportboothäfen wie etwa in Neuhaus sei ein regelmäßiges "Ausbaggern auf Kosten der Verursacher unabdingbar", forderte als weiterer Referent der Umweltbeauftragte des Segler-Verbandes Niedersachsen (SVN), Professor Dipl.-Ing. Peter Döscher (Hannover). Döscher, der zur Zeit mit der Untersuchung der "gesamträumlichen Wirkungszusammenhänge" im Elbe-Ästuar befasst ist, sprach sich für einen Ausbau von Sporthäfen und für die Erhaltung von Anker- und Ruheplätzen sowie für eine Selbstverpflichtung der Wassersportler aus, das Revier nur "im Einklang mit der Natur" zu nutzen.


Oberndorfer Regatta-Organisatoren

Abgerundet wurde der Informationsabend, den Bernd Jürgens (Hemmoor) leitete, vom Sportwart See des SVN, Jens Nickel (Stade), der über Vermessungssysteme für Segelyachten wie Yardstick und ORC referierte, sowie durch einen unterhaltsamen Vortrag des Vorsitzenden der Segler-Gemeinschaft Oberndorf, Uwe Mählmann, zum Thema "Lust auf Oste, Lust auf Regatten".


Regatta-Plakatmalerin Kerstin Mählmann

Mählmann berichtete, unterstützt von Kerstin Mählmann (Regattaplakate) und Henning Kuhne (Regattafotos), über die zwanzigjährige Geschichte der Oberndorfer Regatta.


Osteland-Vorsitzender Bölsche

Eingangs hatte der 1. Vorsitzende der AG Osteland, Jochen Bölsche, dem Fachgruppensprecher Jürgens eine Mini-Geburtstagstorte mit einer Kerze überreicht, um dem im Februar 2009 gegründeten "Blauen Netz" zu dessen einjährigem Bestehen zu gratulieren.


Wassersportrevier Obere Oste

Die Fachgruppe sei bereits jetzt die aktivste Untergliederung der AG Osteland und ihre bisherige Arbeit "eine Erfolgsgeschichte", sagte Bölsche, der einen Überblick über die 2011 am gesamten Flusslauf stattfindenden wassersportlichen und kulturellen Veranstaltungen gab: "Die Oste brodelt vor Aktivität."


Wachablösung bei der AG Osteland


Der neue Vorstand - Foto vergrößern

12. 2. 2011. Die "Lobby für die Oste" hat sich neu aufgestellt. In ihrer Jahreshauptversammlung im voll besetzten Saal des Gasthauses "Lindenwirt am Zollbaum" in Wingst hat die über 420 Mitglieder starke gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. am Wochenende den langjährigen "Spiegel"-Redakteur Jochen Bölsche (Osten/Oste) zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Ebenfalls einstimmig votierten die Mitglieder, die überwiegend in den Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg/Wümme zuhause sind, für den Diplom-Ingenieur Walter Rademacher als 2. Vorsitzenden. Der Landwirt, Lehrer und Wasserbauer aus Neuhaus/Oste ist bislang vor allem als Sprecher des Regionalen Bündnisses gegen die Elbvertiefung sowie als Kritiker der zunehmenden Verschlickung der Sportboothäfen an Oste und Elbe hervorgetreten.


Bölsche bei seinem Rechenschaftsbericht

Bölsche, der die Nachfolge des nicht wieder zur Wahl stehenden Gründungsvorsitzenden Gerald Tielebörger (Foto) antrat und dessen Arbeit würdigte, zeigte sich erfreut über die "ausgewogene Zusammensetzung" des neuen Vorstands, dessen Tätigkeitsfeld den Einzugsbereich des längsten Niederelbe-Nebenflusses und damit etwa ein Drittel des Elbe-Weser-Dreiecks umfasst.


Im Amt bestätigt: Schatzmeister Schmidt

Als Schatzmeister bestätigt wurde der Hemmoorer Diplom-Sozialpädagoge Johannes Schmidt, dem die Kassenprüfer Gerhard Reibe aus Hechthausen und Henning Kuhne aus Oberndorf eine "Superbuchführung" bescheinigten. Neue Schriftführerin ist die Ostener Diplom-Bibliothekarin Renate Bölsche, die seit 2006 das Vereinsprojekt Krimiland Kehdingen-Oste koordiniert.

Einstimmig zu Beisitzern gewählt wurden der Bezirksförster Hans-Hermann Steiger aus Schneverdingen (Landkreis Soltau-Fallingbostel) sowie der Gastronom und Segellehrer Bernd Jürgens aus Hemmoor, zugleich Sprecher des Osteland-Arbeitskreises Schifffahrt und Gewässer ("Blaues Netz Oste"). Weiterhin gehört der Obstbauer Torsten Wichmann aus Osten-Altendorf dem Vorstand an.


Blumen für S. Frömming und C. Schuster (r.)

Mit der Ehrennadel "Goldener Fährmann" dankte die Arbeitsgemeinschaft den bisherigen Vorstandsmitgliedern Curt Schuster aus Hemmoor und Sigrid Frömming aus Großenwörden sowie dem ehrenamtlich tätigen Vorstandsfinanzberater Ewald Romund, ebenfalls Großenwörden.

Einstimmig beschloss die Mitgliederversammlung eine Satzungsänderung, die demnächst eine Verstärkung des Vorstands um vier weitere Beisitzer ermöglicht.


Johannes Schmidt ehrt Ewald Romund (r.)

Im Rechenschaftsbericht, der im Netz zum Download bereitsteht, registriert der Vorstand für 2010 eine "Konsolidierung auf hohem Niveau" bei weiterhin anhaltendem starkem Mitgliederzuwachs.


Rechenschaftsbericht - Download (PDF)

Besonders begrüsst wurden als zuletzt aufgenommene Neumitglieder der Landwirt und Jäger Andreas Rathjens aus Groß Meckelsen sowie der Vogelschützer Hans-Hermann Tiedemann aus Bremervörde-Elm (beide Landkreis Rotenburg/Wümme) vom Landesverband des Naturschutzbundes.


Gut besucht: Hauptversammlung in Wingst

Als erfreulich bewertet der Rechenschaftsbericht die von der AG Osteland seit langem geforderte und 2010 realisierte Erhaltung des alten Leuchtturms in Balje und die Rettung der Prahmfähre in Brobergen (beides Landkreis Stade) sowie neue touristische Angebote entlang des Flusses. Dazu zählten die Historische Deichroute am Unterlauf, die Verlängerung der Niedersächsischen Milchstraße aus der Region Stade bis ins Cuxland und die Aufwertung der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel durch zusätzliche Fahrgastschiff-Anleger und durch einen Prahmfähren-Nachbau in Oberndorf (Kreis Cuxhaven).

Gute Chancen erhofft sich die AG Osteland für einen internationalen Sammelantrag, den ihre Mitgliedsgemeinden Osten und Hemmoor sowie Rendsburg und Osterrönfeld forciert haben und der vorsieht, alle weltweit noch erhaltenen Schwebefähren, darunter auch die Bauwerke an der Oste und am Nord-Ostsee-Kanal, zum Unesco-Weltkulturerbe zu erklären.


Jägerschaft-Kreisvorsitzender Klotz

Höhepunkt der Jahreshauptversammlung war eine beeindruckende Beamer-Schau des Vorsitzenden der Jägerschaft Land Hadeln, Gerhard Klotz (Hemmoor). Besorgt äußerte sich der leidenschaftliche Jäger und Heger - ohne die Schuld dem einzelnen Landwirt anzulasten - über Fehlentwicklungen wie die Monotonisierung der Landschaft ("Dränagerohre statt Gräben"), über dramatische Wildverstümmelung durch falsche Mähtechnik oder den Trend zum ökologischen "Totraum Maisfeld".


Klotz-Präsentation in Wingst

Abhilfe, so Klotz, erhoffe sich die Jägerschaft von der politisch neuerdings angestrebten Reduzierung der Anreize zum Energiemaisanbau, ferner von verstärkter Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten und von lokalen Naturschutzprojekten wie der Anlage von artenreichen "Blühstreifen" und "Lerchenfenstern" inmitten der weithin  ausgeräumten Agrarlandschaft.


Wolfgang Schütz (r.) ehrt Jochen Bölsche

Mit einer besonderen Auszeichnung dankte anschließend Wolfgang Schütz (Osten), der Sprecher der 7800 Sportfischer am Fluss, der AG Osteland für deren Einsatz innerhalb der gemeinsam gegründeten "Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste" für die Wiederansiedlung von Stör und Lachs. Schütz würdigte die zehnjährige ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit des Osteland-Vorsitzenden Bölsche für die Artenschutzbemühungen der norddeutschen Sportfischer mit der goldenen Ehrennadel seines Verbandes. Diese Auszeichnung sei, hob Schütz hervor, "noch nie zuvor an einen Nichtangler verliehen worden".

Zu Beginn der Versammlung hatte sich Reinhard Poppe (Foto), Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde Wingst, "glücklich und froh" über die Entscheidung der AG Osteland gezeigt, ihre wichtigste Versammlung in der Samtgemeinde Am Dobrock stattfinden zu lassen, um auf diese Weise die jüngsten touristischen Anstrengungen der Bergwaldregion am Unterlauf der Oste zu würdigen. Über die vielfältigen Attraktionen der Wingst - vom Zoo mit Wolfsgehege über Baumwipfelpfad und Spielpark bis hin zum familienfreundlichen Wanderwegenetz - urteilte Poppe: "Mit unserem Angebot brauchen wir uns nicht zu verstecken."

Bereits am Sonntag, 20. März, ist die AG Osteland erneut in der Wingst zu Gast: Dann wird beim "Tag der Oste 2011" im Landgasthof "Lütt Mandus" zum achtenmal der Kulturpreis "Der Goldene Hecht" für Verdienste um das Osteland verliehen. Der sogenannte Oste-Oscar ist mit insgesamt 3.500 Euro dotiert.

Für die AG Osteland fotografierten in Wingst Walter Rademacher, Karl-Heinz Brinkmann und Curt Schuster.


Lust auf die Oste, Lust auf Regatten


Oberndorfer Segelregatta (2010)

11. 2. 2011. Nach zwei erfolgreichen Veranstaltungen, bei denen insgesamt rund 200 Teilnehmer einen Farbbildvortrag der Oberndorfer Transatlantiksegler Bert und Marlene Frisch verfolgten, lädt der AG-Osteland-Arbeitskreis "Blaues Netz Oste" nun zu einem Treffen ein, das der Vorbereitung der Wassersportsaison 2011 zwischen Elbe und Weser dient. "Lust auf die Oste, Lust auf Regatten" ist das Thema der Veranstaltung am Freitag, 18. Februar, 19.30 Uhr, im "MarC 5" in Cadenberge, Am Markt 5.

Wie Arbeitskreis-Sprecher Bernd Jürgens (Hemmoor) mitteilt, wird zunächst Jens Nickel (Segelwerkstatt Stade) über das Thema "Vermessung von Kielschiffen" informieren.


Oberndorfer Regattaveranstalter Mählmann

Uwe Mählmann, Vorsitzender der Segler-Gemeinschaft Oberndorf, zeigt eine Beamer-Schau über "20 Jahre Regatten auf der Oste". Peter Döscher (Hannover) vom Niedersächsischen Seglerverband spricht über "Die Zukunft der Sportschifffahrt". Speziell mit den Auswirkungen der bisherigen Elbvertiefungen und der Verschlickung der Häfen im Elbästuar und in den Elbnebenflüssen wird sich der Wasserbau-Ingenieur Walter Rademacher (Neuhaus/Oste) vom Regionalen Bündniss gegen die Elbvertiefung befassen.


Wassersportrevier Obere Oste

Außerdem soll über Werbeaktionen der AG Osteland für das Ruder-, Segel- und Motoryachtrevier Untere Oste sowie über Kanutouren auf dem Oberlauf im Landkreis Rotenburg informiert werden.

Mitveranstalter des Abends ist neben dem Seglerverband Niedersachsen die Seglervereinigung "Oste" Hemmoor. Aktuelle Nachrichten aus dem Themenfeld Schifffahrt und Gewässer hält die Website www.blaues-netz-oste.de der Arbeitsgemeinschaft Osteland bereit.


Südwärts, bis die Butter schmilzt...


Fast 100 Ostefreunde folgen dem Vortrag

8. 1. 2010. Erst geht's "nach Süden, bis die Butter schmilzt", dann westwärts gen Karibik auf den Spuren des "Kollegen Kolumbus": Farbig und humorvoll versteht es das Oberndorfer Segler-Ehepaar Bert und Marlene Frisch, über seine Atlantik-Überquerung mit dem Segelkutter "Heimkehr Hamburg" zu berichten. Ein nahezu hundertköpfiges Publikum dankte den Hochleistungsseglern am Wochenende im vollbesetzten Saal des Gasthauses "Zur Sietwende" (Henning) in Oberndorf-Niederstrich mit lang anhaltendem Beifall für die mehr als einstündige, professionell gestaltete Präsentation "Von der Oste an die Ostküste der USA". Faszinierende Fotos, Videosequenzen und Logbuch-Zitate wechselten sich ab, stimmungsvoll untermalt von maritimen Klängen wie "I am sailing" oder Udo Lindenbergs "Hinterm Horizont geht's weiter".


Marlene Frisch mit "Maschinistin"-T-Shirt

Eingeladen hatte das Blaue Netz Oste, der Schifffahrts- und Gewässerarbeitskreis der gemeinnützigen AG Osteland. Unweit des Veranstaltungslokals gleich achtern Diek hatten Osteland-Mitglieder im Jahr 2009 die Skipper mit dem Abspielen der Oberndorf-Hymne "Das Herz der Oste" zu dem Rekord-Törn verabschiedet, mit dem sich Marketingexperte Frisch und seine Frau einen lang gehegten Ruhestandstraum erfüllten (siehe Frisch-Logbuch im Internet).

Interessiert verfolgten die Zuhörer aus dem Osteland - darunter die Vorsitzenden etlicher Wassersportvereine aus den Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg - die Informationen über die Ausrüstung des Fischkutters, den die beiden bekennenden "Sicherheitsfanatiker" mit modernster Kommunikations- und Navgationselektronik vollgestopft und mit zwei 100-PS-Maschinen ausgestattet hatten. Und gebannt vernahmen sie die Berichte über die Risiken der Reise - von tückisch unter Wasser treibenden Stahlcontainern über Wirbelstürme, denen es auszuweichen gilt, bis hin zum defekten Passatsegel ("Alarmstufe Rot") und zum Ausfall des Autopiloten, der das Paar tagelang rund um die Uhr ans Ruder zwang.

Als Augenschmaus erwiesen sich opulente Fotos etwa von den weißen Kanalklippen bei Dover und von der wilden Natur des Madeira-Archipels, vom unendlichen Blau des Ozeans, in dem Delfine der Yacht folgten, und von der Karibik-Insel St. Lucia, wo die Oberndorfer schließlich - "fix und fertig" - die Ankunft nach 22-tägiger Nonstop-Überfahrt mit Rumpunsch feierten.


Kehrt 2011 heim: Frischs "Heimkehr"

Abgerundet wurden die Bilderschau durch Ringelnatz-Verse, aber auch durch Einblicke in die Rollenverteilung an Bord - sie leidenschaftliche Maschinistin, er versierter Küchenchef - und durch Döntjes und praktische Tipps: Wie bereitet man eine selbstgefangene Golddorade zu? Wie läßt sich der Außenbordmotor gegen Diebstahl sichern? Was tun bei Kakerlakenbefall?

Immer wieder scheinen die beiden Segler hin- und hergerissen zwischen Fernweh und Heimweh. Nachdem Bert Frisch sogar noch fern in der Karibik die "Magnetkraft des Ostewassers" gespürt hatte, drängt es ihn nun, nach einem gerade überstandenen Klinikaufenthalt in Deutschland, wieder in "dieses unglaubliche Blau": Im März will das Paar an die US-Ostküste fliegen, wo die "Heimkehr" überwintert, um dort zur zweiten Atlantiküberquerung aufzubrechen, nach der die Skipper im Herbst wieder in Oberndorf eintreffen wollen.


Dank von Bernd Jürgens und Eddy Uhtenwoldt

"Kommt gesund und heil wieder," wünschten Bernd Jürgens (Hemmoor) und Eddy Uhtenwoldt (Wingst) vom "Blauen Netz Oste" den beiden Skippern, denen sie ihnen mit Blumen und Oste-Bildern für den packenden Vortrag dankten.


"Schippern und Wandern" im Osteland


Oste-Werber Mählmann und Bingemer

7. 1. 2010. Für die kommende Saison wartet die Oste mit weiteren touristischen Angeboten auf. Die Oberndorfer Firma Osteschifffahrt legt ein Programm mit dem Titel "Schippern und Wandern" auf, in das der 2010 eingeweihte Fahrgastschiff-Anleger im Schwebefährendorf Osten und der zur Zeit noch im Bau befindliche Anleger in Großenwörden einbezogen werden.

Wie Kapitän Caspar Bingemer in der Versammlung des "Blauen Netzes Oste" der AG Osteland in Oberndorf mitteilte, wird es im Sommer möglich sein, zwischen Oberndorf und Osten bzw. Osten und Großenwörden den Deich entlang zu wandern und die Hin- bzw. Rückfahrt mit dem Oste-Oldtimer "Mocambo" zurückzulegen, dem ältesten betriebsbereiten Motor-Fahrgastschiff Deutschlands.


Bernd Jürgens und Eddy Uhtenwoldt

Der neue Mocambo-Fahrplan, im Internet bereits einsehbar unter www.osteschifffahrt.de, sieht von Karfreitag an mehr als 50 Fahrten zwischen den Seehundbänken in der Ostemündung bei Balje und dem Beginn des Unterlaufs in Bremervörde vor. In das Programm integriert ist auch der neue Schiffsanleger in Hechthausen-Klint, in dessen Nähe - ebenso wie zum Beispiel in Oberndorf, Osten, Großenwörden und Gräpel - ein Flussrestaurant zur Einkehr lockt. Außerdem sind von Hechthausen-Klint aus Abstecher zu den renaturierten Feuchtgebieten ("Pütten") im Außendeichbereich möglich, deren Flora und Fauna jeden Naturfreund fasziniert.


Oberndorfer Bürgermeister Horeis

Zu Beginn der Versammlung des Blauen Netzes Oste hatte der Oberndorfer Bürgermeister Detlef Horeis über die in jüngster Zeit in seinem Ort gesetzten maritimen Akzente gesprochen, darunter die kürzlich eingeweihte Nachbildung der historischen Prahmfähre und die Pläne für ein Stör- und Sportfischer-Informationszentrum.

Mittlerweile habe, so Horeis, die Gemeinde auch den Startschuss für eine Ausschilderung aller Häfen an der Oste nach dem System "Gelbe Welle" gegeben. Nach Gesprächen mit der Metropolregion Hamburg und der Leader-Aktionsgruppe gehe das Projekt nun in die Gremien der beteiligten Ostegemeinden, auf die dank EU-Förderung lediglich ein Eigenanteil von jeweils rund 400 Euro zukommen würde.


Osteland-Vorstandsmitglied Bölsche

Für den Vorstand der AG Osteland würdigte Jochen Bölsche (Osten) die Arbeit des "Blauen Netzes", das - einmalig in Deutschland - unter einem Dach Vertreter von Wassersport und Wassertouristik, Naturschutz und Deichbau, Sportfischerei und maritimer Traditionspflege vereine und dessen Mitglieder auf ein "Jahr der Erfolge" zurückschauen könnten. Stichworte: Rettung des Leuchtturms in Balje, Sicherung der Prahmfähre Brobergen, historischer Deichwanderweg, Weltkulturerbe-Initiative für die Schwebefähre, erfolgreiche Segel- und Ruderregatten und vieles mehr. Der Wortlaut des Vortrags steht hier.


Schütz (o.) mit Stören in Bremervörde

Als Sprecher der 7800 organisierten Sportangler an der Oste berichtete Wolfgang Schütz von der Arge Wanderfische in seinem Referat (www.sfv.oste.de), dass das nationale Programm zur Wiederansiedlung des nahezu ausgerotteten Europäischen Störs in der Oste auch 2010 fortgesetzt werden soll. Schütz begrüßte aktuelle Bemühungen von Deichverbänden und Gemeinden, Querverbauungen der Oste und ihrer Zuflüsse zu beseitigen, um den Lebensraum für bedrohte Arten wie Stör, Lachs und Meerforelle zu erweitern (Wortlaut unter FISCHE).


Renate Bölsche mit Oste-Werbemitteln

Bernd Jürgens und Eddy Uhtenwoldt vom Blauen Netz kündigten eine weitgehend durch Spenden finanzierte Neuauflage des bereits in 3000 Exemplaren verbreiteten "Hafenführers" der AG Osteland an, mit dem Gastlieger für das noch immer weithin unbekannte Sportbootrevier gewonnen werden sollen. Fortgesetzt wird auch die voriges Jahr mit Großplakaten, Flaggen und Postkarten gestartete Werbeoffensive für den "Fluss, der alles hat": Neu aufgelegt hat der gemeinnützige Verein jetzt Tisch-Sets für Kajüte und Wohnzimmer mit attraktiven Fotos vom Ober- und Unterlauf der Oste, die der Ostener Fotokünstler Nikolaus Ruhl gestaltet hat.


Am 18. Februar "Lust auf Regatten"


20. Oberndorfer Regatta 2010

Die nächste Veranstaltung des Blauen Netzes Oste ist dem Thema "Lust auf Osteland - Lust auf Regatten" gewidmet. Am Freitag, 18. Februar, 19.30 Uhr, im "MarC 5" in Cadenberge berichten Uwe Mählmann und Henning Kuhne von der Segler-Gemeinschaft Oberndorf über "20 Jahre Regatten auf der Oste". Außerdem spricht Jens Nickel von der Segelwerkstatt Stade zum Thema "Vermessung von Kielschiffen". Mitveranstalter sind der Segler-Verband Niedersachsen und die Seglervereinigung "Oste" Hemmoor. Der Eintritt ist frei.


Über 7 Fähren musst du fahr'n...


Reese und Hendon in Newport

6. 1. 2011. Für das kommende Frühjahr planen zwei englische Motorradfreunde eine Marathon-Tour durch Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Spanien, um die sieben letzten europäischen Schwebefähren zu besuchen. Ziel des Europa-Trips ist es, Geld für die Unterstützung von Nierenpatienten und für die Nierenforschung zu sammeln. Im April werden die britischen Benefiz-Biker an den beiden deutschen Schwebefähren Osten - Hemmoor und Rendsburg - Osterrönfeld erwartet.

Die Idee zu der Fundraising-Tour stammt von Maureen Hendon aus der südwalisischen Schwebefähren-Stadt Newport. Die 49-Jährige hat seit einer schweren Nierenerkrankung vor 17 Jahren vier Organtransplantationen hinter sich gebracht, fühlt sich heute fit und möchte um Spenden für die gemeinnützige "Kidney Wales Foundation" werben, die Patienten und Forscher unterstützt.

Am 4. April will Maureen Hendon die 3200-Kilometer-Reise auf dem Rücksitz der BMW-Maschine ihres Partners Robert Reese, 52, beginnen. Die Route führt von Newport zu den beiden anderen noch erhaltenen britischen "transporter bridges" in Warrington am Fluss Mersey sowie in der Hafenstadt Middlesbrough in Nordostengland, wo in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen der dortigen Schwebefähre gefeiert wird.

Per Fährschiff geht es dann über Amsterdam weiter nach Deutschland. Dort wollen die Spendenwerber mit Hilfe der beiden letzten Schwebefähren des Landes den Elbnebenfluss Oste und den Nord-Ostsee-Kanal überqueren. Betreut werden sollen die Reisenden von Mitgliedern des Arbeitskreises Deutsche Schwebefähren innerhalb der in Osten ansässigen gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland.


Etappenziel Oste-Schwebefähre

Die deutschen Fährfreunde freuen sich, so deren Sprecher Jochen Bölsche, dass die Briten mit ihrer Tour die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auch auf die acht noch erhaltenen Industriedenkmaler dieser Art lenken (sieben Schwebefähren in Europa, eine im argentinischen Buenos Aires), die per Sammelbewerbung an die Unesco in das Weltkulturerbe einbezogen werden wollen. Einen entsprechenden Antrag läßt der bei diesem Projekt federführende Rendsburger Bürgermeister Andreas Breitner zur Zeit von einem Darmstädter Fachbüro erarbeiten.

Nach der Fahrt auf der 2004 eröffneten Deutschen Fährstraße, die Deutschlands Schwebefähren verbindet, soll es weiter nach Rochefort gehen, wo die letzte von einstmals sechs französischen Schwebefähren die Ufer der Charente verbindet. Endstation des Motorrad-Trips ist das nordspanische Bilbao mit der bereits 1893 fertiggestellten "Mutter aller Schwebefähren", der "puente transbordador", der 2006 der begehrte Weltkulturerbe-Titel bereits zuerkannt worden ist.

Schon jetzt werben die beiden Briten im Internet auf der Website www.justgiving.com/r-mbiketour um Direktspenden an die britische Nierenstiftung. Insgesamt, so haben sie sich vorgenommen, wollen sie mit Hilfe ihrer Tour 1000 Pfund (rund 1200 Euro) zusammenbekommen. Über Firmen, die sich per Spende als Sponsoren betätigen, würde sie sich freuen.

"Als langjährige Nierenpatientin habe ich erfahren, dass mehr Forschung notwendig ist, für die wiederum Spendengelder erforderlich sind," sagt Maureen Hendon gegenüber der britischen Presse. An den sieben Stationen ihrer Reise will Maureen Hendon auch Informationsmaterial verteilen, das die Bereitschaft zur Organspende fördern soll.