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Karte und Fahrplan-Auskunft
Elbe-Weser-Dreieck
Pressetexte 2003 - 2004 - 2005 - 2006 -2007 - 2008 - 2009 - 2010 - 2011 - 2012

"Verlorenen Schatz" für die Oste gesichert (11. 5. 2012)
Artenschutz-Arbeit der Sportfischer gewürdigt (3. 5. 2012)
Neugier auf die maritime Oste (12. 4. 2012)
Werbung für Ausflugsziele Hemmoor und Sittensen (28. 2. 2012)
Sportfischer an der Oste wollen Aal schützen (20. 2. 2012)
Oste-Oscars für Courage, Naturschutz und Bürgersinn (12. 2. 2012)
Festakt mit Goldhechten und Sturmflut-Gedenken (28. 1. 2012)
Oberndorfer Extremsegler berichten über Karibik-Törn (11. 1. 2012)
Von Stören, Pütten und fliegenden Fischen (22. 1. 2012)




"Verlorenen Schatz"
für die Oste gesichert

Großes Medieninteresse an den Jungstören

11. 5. 2012. Unter starker Medienanteilnahme - vier TV- und Funk-Teams waren angerückt - übergaben der Berliner Fischereibiologe Dr. Jörn Geßner und seine Mitstreiter aus der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische der AG Osteland am Freitag 200 junge Störe der Unteren Oste. Am Steg des Bootsclubs Elm bei Bremervörde sagte Geßner, der Kaviarfisch, der vor rund 100 Jahren in Deutschland ausgestorben war, sei ein "kulturhistorisches Denkmal" und ein "verlorener Schatz", den es dem Osteland zurückzugeben gelte.

"Europaweit beobachtet" werde der Wiederansiedlungsversuch, zeigte sich der Elmer Ortsbürgermeister Erich Gajdzik stolz darauf, dass die Wahl des Besatzortes auf den gastfreundlichen örtlichen Bootsclub gefallen war. Ebenso wie der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste, Wolfgang Schütz, sprach Gajdzik die Hoffnung aus, dass es eines Tages möglichst vielen der ausgesetzten Jungfische aus französischer Nachzucht gelingen möge, nach den Jahren im Meer in die Oste zurückzukehren und sich dort zu vermehren.


Unter den Zuschauern: "Lachsvater" Peters (l.)

Noch vor anderthalb Jahrzehnten, berichtete Projektleiter Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, habe jeder als "versponnen" gegolten, der sich für eine Wiederansiedlung des Europäischen Störs eingesetzt habe. Mittlerweile habe eine Reihe von Besatzexperimenten, auch in der Oste, die Hoffnung genährt: "Es ist möglich, wenn wir an einem Strang ziehen."

Geßner bestätigte, dass die Oste für das Störprojekt nicht nur wegen ihrer Gewässerstruktur ausgewählt worden sei, sondern auch wegen des Engagements ihrer Anwohner, insbesondere der Sportfischer und der Akteure der AG Osteland, denen er für "organisatorische und moralische Unterstützung" dankte.


Gefragter Interviewpartner: Bürgermeister Gajdzik

Aufmerksam verfolgt wurde die Aktion nicht nur von Vertretern aus Naturschutz und Kommunalpolitik, sondern auch von den Mitgliedern der deutschen Gesellschaft zur Rettung des Störs, die am Wochenende zu ihrer Jahresversammlung an die Oste gereist waren. Ihnen gilt der Urzeitfisch, den es schon vor den Dinosauriern gab und der bis zu fünf Meter lang und bis zu 100 Jahre alt werden kann, als "Botschafter für die Renaturierung und Revitalisierung der heimischen Gewässer".

In die Fluten entlassen wurden die Jungstöre nicht nur von Projektleiter Geßner und dem "Störvater" Schütz. Hilfe leisteten auch bekannte Sportfischer wie Ernst Peters (Zeven), der unter Artenschützern als "Lachsvater von der Oste" gilt und dem es gemeinsam mit Mitstreitern wie Egon Boschen (Lamstedt) in den letzten drei Jahrzehnten gelungen war, den vor etwa 50 Jahren ausgerotteten Lachs in der Oste wieder heimisch zu machen. Dass die Oste heute wieder als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins" gilt, ermutigt nunmehr die Störschützer, auf ein "zweites Wunder an der Oste" zu hoffen.


Begrüßung durch Wolfgang Schütz (2. v. l.)

Begrüßt wurde von den Vertretern der Störgesellschaft, dass an der Oberen Oste begonnen worden ist, alte Stauwehre und andere künstliche Wanderfisch-Hindernisse zu entschärfen. Nun richteten sich die Hoffnungen der Naturschützer darauf, dass auch das Bremervörder Wehr, die letzte noch verbliebene Barriere am längsten Nebenfluss der Niederelbe, endlich wanderfischgerecht umgestaltet wird, wie AG-Osteland-Vorsitzender Jochen Bölsche bekräftigt.

AG-Osteland-Vorstandsmitglied Schütz bestätigte, dass die nächste große Besatzaktion im September in Oberndorf (Kreis Cuxhaven) stattfinden wird. Ministerpräsident David McAllister habe sich bereit erklärt, bei dieser Gelegenheit den 1000. Jungstör in die Oste auszuwildern.


Artenschutz-Akivitäten der
Oste-Sportfischer gewürdigt

Nationale Stör-Gesellschaft tagt in Osten / Besatzaktion in Bremervörde-Elm / Naturschutztag mit David McAllister in Oberndorf / AG Osteland begrüsst Barrierefreiheit für Wanderfische

3. 5. 2012. Der Versuch, den vor rund hundert Jahren in der Oste ausgerotteten Europäischen Stör (Acipenser sturio) wieder anzusiedeln, wird weiter vorangetrieben. Am Freitag, 11. Mai, 15 Uhr, am Hafen des Bootsclubs Elm (BCE) bei Bremervörde sollen 200 Jungstöre von 15 bis 20 Zentimetern Länge aus französischer Nachzucht  in die Oste entlassen werden. Wie die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. weiter mitteilt, erfahren tags darauf, am Sonnabend, 12. Mai, ab 10 Uhr im Ostener Hotelrestaurant "Fährkrug" die Artenschutz-Aktivitäten der rund 8000 Sportfischer an der Oste eine besondere Würdigung: Wegen der überragenden Bedeutung des längsten Nebenflusses der Niederelbe für das internationale Artenschutz-Projekt zur Wiederansiedlung des Kaviarfischs hat die in Rostock ansässige deutsche Gesellschaft zur Rettung des Störs beschlossen, ihre diesjährige 18. Hauptversammlung in Osten/Oste abzuhalten. 

Im "Fährkrug" werden Fischereiwissenschaftler über den Stand der Wiederansiedlungsbemühungen unter anderem im Osteland berichten, die seit 2009 von der Arge Wanderfische Oste vorangetrieben werden, die von ihrem Sprecher Wolfgang Schütz (Osten) repräsentiert wird und die sich unlängst der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland angeschlossen hat. 

Wie Schütz mitteilt, sind von den insgesamt 1000 Jungstören, die für den Versuchsbesatz der Oste zunächst zur Verfügung stehen, 500 bereits im vorigen Oktober in die Oste entlassen worden. Nach der Aktion am 11. Mai in Elm erfolgt ein weiterer Besatz am Sonntag, 16. September, 15 Uhr, am schwimmenden Stördenkmal am Restaurantschiff "Ostekieker" in Oberndorf. Ministerpräsident David McAllister hat  zugesagt, aus Anlass des landesweiten Naturschutztages 2012 der Alfred-Töpfer-Akademie für Naturschutz selber den 1000. Jungstör der Oste zu übergeben. 

Zuvor können alle Interessierten im Rahmen einer Radtour mit den  Bürgermeistern Detlef Horeis (Oberndorf) und Carsten Hubert (Osten) in einer Info-Veranstaltung im Gasthaus "Zur Sietwende" in Oberndorf-Niederstrich Vorträge von Ostepreisträger Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie von Wolfgang Schütz zum Thema Wanderfische hören. Start der Radtour "auf den Spuren der Wanderfische" ist um 10 Uhr an der Schwebefähre, wo Werner Klasing, der Präsident des Landessportfischerverbandes Niedersachsen, die Teilnehmer begrüßt. 

Die rund 8000 Sportfischer an der Oste, organisiert in 32 Vereinen, haben bereits in den vergangenen Jahrzehnten mit der Wiederansiedlung der damals ausgerotteten oder verschollenen Wanderfischarten Lachs und Meerforelle erreicht, dass die Oste mittlerweile als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins" gilt. 

Nun bemühen sich die Sportfischer mit der Arge Wanderfische der AG Osteland um ein zweites "Wunder an der Oste", wie es in der Presse über die Rückkehr des Lachses hiess: die Wiederansiedlung des Europäischen Störs mit Hilfe von Nachzuchten aus dem einzigen weltweit noch existierenden Bestand im südfranzösischen Gironde-Becken. Die Arterhaltung des Europäischen Störs, der als hochgradig gefährdet gilt ("critically endangered"), genießt in den Umweltministerien in Paris und Berlin höchste Priorität. 

Ausdrücklich begrüßt werden von der AG Osteland die Bemühungen von Bund, Land, Unterhaltungsverbänden und Sportfischern, die Oste durch Beseitigung künstlicher Barrieren, Gewässerreinhaltung und Anlage von Laichbetten wieder zum Lebensraum bedrohter Wanderfischarten zu machen. Unterstützt haben die AG Osteland und die Sportfischer die Artenschutzbemühungen in den letzten Jahren unter anderem durch eine Wanderausstellung ("Die Rückkehr des grauen Riesen"), die Aufstellung des Stördenkmals "Hein Stör" in Oberndorf, die Veranstaltung von "Kaviarnächten" mit Fachinformationen und eine Vortragsreihe mit Wanderfischexperten. 




Neugier auf die
maritime Oste

Gästeführer aus dem Kreis Rotenburg entdecken die Reize des Unterlaufs  / Touristiker registrieren "wachsendes Flussbewusstsein"

Rotenburg / Stade / Cuxhaven. Viele Menschen am stillen, schmalen Oberlauf der Oste, der den Landkreis Rotenburg durchfliesst, sind noch nie am Unterlauf des Flusses gewesen, der zwischen Bremervörde und Mündung von Deichen flankiert und von Ebbe und Flut regiert wird. Doch an der Oberen Oste wächst zumindest seit dem "Jahr der Oste" 2009 das Interesse am Tide-Abschnitt der Oste. Dem "wachsenden Flussbewusstsein" wollen die Gästeführer im Landkreis Rotenburg künftig Rechnung tragen.

Aus diesem Grund informierten sich auf Einladung der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. elf Gästeführerinnen und Gästeführer jetzt  in den Landkreisen Stade und Cuxhaven über die Reize der Unteren Oste.

Nach einer Fahrt mit der Schwebefähre Osten - Hemmoor, dem Wahrzeichen des längsten Nebenflusses der Niederelbe, und auf der Internationalen Schwebefähren-Infomeile im Hemmoorer Stadtteil Basbeck informierte Karl-Heinz Brinkmann, der 1. Vorsitzende der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre, in der musealen Ostener "FährStuv" über die Geschichte des Bauwerks, für das der Unesco-Weltkulturerbetitel beantragt worden ist. 

Bevor Ortsheimatpfleger Frank Auf dem Felde den Gästen die Schiffbau- und Schifffahrtstradition des Flusses in Wort und Bild vor Augen führte, präsentierte AG-Osteland-Vorsitzender Jochen Bölsche die von seinem Verein entwickelten touristischen Produkte, die von der "Deutschen Fährstraße" über das "Krimiland Kehdingen-Oste" bis hin zum Cuxland-Abschnitt der "Niedersächsischen Milchstraße" reichen. 

Demnächst wird auch ein "Oste-Radweg" Tostedt - Neuhaus im Kreis Rotenburg komplett ausgeschildert sein, der in Bremervörde in die "Fährienstraße" mündet. Auf besonderes Interesse stießen etliche Neuerungen. So werden ab Mai die drei noch existierenden historischen Fähren - in Osten sowie in Gräpel und Brobergen - durch das Flachbodenschiff "Püttenhüpper" ergänzt, das eine Verbindung zwischen Hechthausen-Klint (Kreis Cuxhaven) und Kranenburg (Kreis Stade) herstellt und damit neue Rundtouren ermöglicht. 

Viel Anklang gefunden haben, so die AG Osteland, auch die 2011 abgeschlossene "Historische Ostedeich-Route" mit 50 Info-Tafeln zwischen Osten und Belum (Kreis Cuxhaven) sowie die "Oste-Natur-Navi-Route" zwischen Bremervörde und Hechthausen, die mit Leih-GPS-Geräten erkundet werden kann.

Ein buntes Angebot fand die Gästeführer-Gruppe unter Leitung von Frauke Klemme aus Gnarrenburg (Kreis Rotenburg) auch in Oberndorf vor. Bei Kaffee und Kuchen informierten Dobrock-Touristiker Michael Johnen (Cadenberge) und Osteland-Wanderführer Albertus Lemke (Oberndorf) auf dem Restaurantschiff "Ostekieker" etwa über die Möglichkeiten, die der schwimmende Oldtimer "Mocambo" sowie die Wingst mit ihrem Zoo, Balje mit seinem Natureum Niederelbe, Hasenfleet mit seiner "Gläsernen Molkerei" und Neuhaus mit seiner Absinth-Fabrikation bieten.

Am Stördenkmal "Hein Stör" - unmittelbar neben der Oberndorfer Modell-Prahmfähre, der Fährmann-Statue und dem neuen Sturmflut-Memorial - berichtete "Störvater" Wolfgang Schütz (Osten), der Sprecher der Osteland-AG Wanderfische,  über ein "Alleinstellungsmerkmal" der Flussregion: das Jahrhundertprojekt der 7800 Sportfischer an der Oste, nach dem ausgerotteten Lachs nun auch den in Deutschland ausgestorbenen Europäischen Stör wieder heimisch zu machen. 

Dabei konnte Schütz mit einer Neuigkeit aufwarten: Ministerpräsident David McAllister will am 16. September bei einem landesweiten Naturschutztag der Sportfischer in Oberndorf den 1000. Jungstör aus französischer Nachzucht in die Oste setzen.

Gleich an Ort und Stelle, in Oberndorf, verabredete die Bremervörder Gästeführerin Margret Börger erste Landfrauen-Touren von der Oberen an die Untere Oste  - ganz im Sinne der AG-Osteland-Aktion "Wir an der Oste", die seit zwei Jahren darauf abzielt, den "Binnentourismus" entlang des 145 Kilometer langen Flusses zu fördern. 

So wird angeregt, beispielsweise  Vereinstouren, Betriebsausflüge und Klassenfahrten vorzugsweise zu Zielen am jeweils anderen Flussabschnitt zu organisieen. Für 2012/13 wirbt die AG Osteland in diesem Zusammenhang speziell die Samtgemeinden Sittensen im Kreis Rotenburg und Hemmoor im Kreis Cuxhaven.



Werbung für Oste-Ziele
in Hemmoor und Sittensen

Arbeitsgemeinschaft propagiert Flussregion als Ausflugsrevier / "Lobby für die Oste" begrüßt Tourismus-Investitionen / Klimawandel weckt Sorgen um Hochwasserschutz 

Rotenburg / Stade / Cuxhaven. Das Osteland, die idyllische Ferienregion im mittleren Drittel des Elbe-Weser-Dreiecks, wird verstärkt als Ziel von Vereins-, Schul- und Betriebsausflügen propagiert. So sollen Anrainer des Oberlaufs der Oste angeregt werden, den Unterlauf des längsten Nebenflusses der Niederelbe zu erkunden, und umgekehrt Anwohner der maritimen Unteren Oste die dort noch weithin unbekannte andere Hälfte des Ostelandes. Das kündigte die 470 Mitglieder starke Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. in ihrer Jahreshauptversammlung in Großenwörden (Landkreis Stade) an.

Um den "Binnentourismus" am Fluss zu stärken, will der gemeinnützige Verein in der Saison 2012/13 an der Unteren Oste, in den Landkreisen Stade und Cuxhaven, speziell für Ausflüge in die Samtgemeinde Börde Sittensen (Landkreis Rotenburg/Wümme) werben, die etwa mit Moorbahn und Handwerkermuseum, stillen Wanderwegen um Kuhmühlen und Burgsittensen und mit ihrer leistungsfähigen Gastronomie reizvolle Ziele für Tagestouren biete. 

Bei Menschen unterhalb der Quellregion des 150 Kilometer langen Flusses wiederum soll Interesse geweckt werden für Ziele in der Samtgemeinde Hemmoor (Landkreis Cuxhaven) am Unterlauf, zum Beispiel für das Buddel- und das Zementmuseum, die für das Weltkulturerbe vorgeschlagene Schwebefähre mit Fährstuv und Internationaler Schwebefähren-Infomeile, für Schiffstouren mit der "Mocambo", dem ältesten motorbetriebenen Fahrgastschiff Deutschlands, oder Wanderungen auf der Ostepromenade in Hechthausen. 

Mit Erfolg hatte die AG Osteland bereits für 2010/11 auf ähnliche Weise die Oste-Samtgemeinden Am Dobrock (Kreis Cuxhaven) und Selsingen (Kreis Rotenburg) als Ausflugsziele propagiert. Daraufhin hätten, so Osteland-Vorsitzender Jochen Bölsche, beispielsweise Landfrauenvereine vom Oberlauf erstmals in ihrem Leben die Seehundbänke in der Mündung "ihres" Flusses gesehen, während Segelsportler vom maritim geprägten Unterlauf bei einer Paddeltour die stillen Eisvogeltäler der Oberen Oste entdeckt hätten: "Einige hatten bis dahin gedacht, die Oste entspringt bei Bremervörde - wo sie aber bereits die Hälfte ihres Laufs zurückgelegt hat."

Ausdrücklich begrüßte der Vorstand der "Lobby für die Oste" in seinem Rechenschaftsbericht eine Reihe von Investitionen zur Stärkung des Tourismus in der reizvollen, aber strukturschwachen Flussregion. So wird zum Saisonbeginn der 145 Kilometer lange "Oste-Radweg" vom Bahnhof Tostedt (Landkreis Harburg) nahe der Quellregion bis Balje (Landkreis Stade) zur Verfügung stehen. Die mit Ausleih-GPS-Geräten ausgestattete "Oste-Natur-Navi-Route" zwischen Bremervörde und Hechthausen soll durch ein spezielles Kinderangebot ("Stör Stups und Reiher Ralf") ergänzt werden. 

Mit dem Naturerkundungsboot "Püttenhüpper" gibt es ab April am Ferienpark Geesthof in Hechthausen-Klint eine vierte Fährverbindung über den Fluss. In Geversdorf (Kreis Cuxhaven) entsteht eine Kette von vier Radlerrasthütten. Aufwändige Modernisierungen sind sowohl im Küstenmuseum Natureum Niederelbe an der Ostemündung als auch im Natur- und Erlebnispark am Vörder See in Bremervörde geplant.

Erfreut registierte der Vorstand, dessen Schatzmeister Johannes Schmidt über eine solide Kassenlage berichten konnte, über einen weiterhin starken Mitgliederzuwachs. Nach einer Reihe von Beitritten am jüngst gefeierten "Tag der Oste" steuert der Verein, der 2004 von elf Initiatoren gegründet worden ist, nun auf die 500er Grenze zu. Längst hat die AG Osteland an Kopfstärke die gastgebende Gemeinde Großenwörden (444 Einwohner) überholt, deren Bürgermeister Bernhard Witt in seinem Großwort zur Hauptversammlung insbesondere auf den 2011 eingeweihten Fahrgastschiff-Anleger hinwies.

In das neue Vereinsjahr geht die AG Osteland nach einer Satzungsänderung mit einem vergrößerten Vorstand, dem nun elf statt sieben Mitglieder angehören. Vorsitzender bleibt Jochen Bölsche (Osten), Schatzmeister Johannes Schmidt (Hemmoor). Turnusgemäß im Amt bestätigt wurden der 2. Vorsitzende Walter Rademacher (Neuhaus) und Schriftführerin Renate Bölsche (Osten). Beisitzer sind jetzt Michael Johnen (Cadenberge), Bernd Jürgens (Hemmoor), Albertus Lemke (Oberndorf), Ewald Romund (Großenwörden), Wolfgang Schütz (Osten), Hans-Hermann Steiger (Schneverdingen) und Torsten Wichmann (Osten-Altendorf), Kassenprüfer Heino Grantz und Elke Winkelmann (beide Hemmoor). Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

Sorgen weckte im zweiten Teil der Veranstaltung eine Podiumsdiskussion über den Hochwasserschutz an der Oste. Aus Anlass des 50. Jahrestages der verheerenden Februarflut 1962 hatte die AG Osteland diesem Thema - wie berichtet - bereits die Ausstellung "Land unter an der Oste" gewidmet, die zurzeit im Natureum Niederelbe zu sehen ist und anschließend in Hemmoor und Nieder Ochtenhausen bei Bremervörde gezeigt wird. Gemeinsam mit Osteland-Vize und Wasserbau-Ingenieur Rademacher erörterten drei Experten die an der Oste existenziell wichtigen Fragen der Deichsicherheit.

Der Bremer Deichhauptmann und Klimaforscher Prof. Dr. Michael Schirmer umriss die wachsenden Risiken durch Flussvertiefungen ("Die Flutwelle wird schneller") und durch den Meeeresspiegelanstieg: "Der Klimawandel nimmt Fahrt auf." Mit Oberdeichgrefe Hans Wilhelm Saul (Hemmoor) vom Ostedeichverband zeigte sich Schirmer einig über die Notwendigkeit weiterer Deicherhöhungen und -verstärkungen. Dipl.-Ing. Guido Friedrich (Cadenberge), Sperrwerksexperte beim Germanischen Lloyd, berichtete über Möglichkeiten, durch Inspektionen etwa per Laserscan und mit regelmäßigen Notstrom-Testläufen den Hochwasserschutz zu verbessern. Allerdings: "Ein Restrisiko bleibt" - überall an der Küste und an den küstennahen Strömen.

Rademacher, zugleich Sprecher des Regionalen Bündnisses gegen die Elbvertiefung, hob die Chance hervor, im Küstenschutz "aus den Fehlern anderer zu lernen". Professor Schirmer unterstrich die Notwendigkeit, den Klimawandel zu bremsen. Oberdeichgrefe Saul räumte "Nachholbedarf" an der Oste ein: "Die Samtgemeinden müssen Deichschutztrupps benennen. Das ist noch nicht überall geschehen."



Sportfischer an der Oste
wollen den Aal schützen

Angelvereine beschließen freiwillige Selbstbeschränkung / Erhöhung des Aal-Mindestmaßes auf 45 Zentimeter / Enge Kooperation mit der AG Osteland / Stör-Projekt mit guten Aussichten / Folgen der Vermaisung bereiten Sorge

20. 2. 2012. Mit ihrem üppigen Artenreichtum von Aal bis Zander und der Wiederansiedlung von Lachs und Stör gilt die Oste unter Sportfischern als Geheimtipp und unter Naturschützern als eines der interessantesten Fischgewässer Deutschlands. Damit das so bleibt, sollen im längsten Nebenfluss der Niederelbe ab sofort nur noch Aale mit einem Mindestmaß von 45 Zentimetern gefangen werden. Diese freiwillige Selbstbeschränkung beschlossen Vertreter von 22 Sportfischervereinen mit rund 5700 Mitgliedern bei der Jahresversammlung der Ostepachtgemeinschaft (OPG) in der Festhalle in Osten/Oste(Landkreis Cuxhaven).

"Dem Aal steht das Wasser bis zum Hals," hatte der OPG-Vorsitzende Wolfgang Schütz schon mehrfach gewarnt. Aufgrund anhaltender Bestandsrückgänge herrschte unter den Vereinsvertretern aus den Landkreisen Stade, Cuxhaven und Rotenburg nun Einvernehmen, gleichsam die Notbremse zu ziehen und durch zusätzliche Naturschutzbemühungen einer Überfischung vorzubeugen. 

Bisher durften, wie Schütz erläuterte, in mehreren niedersächsischen Landkreisen, unter anderem in Cuxhaven und Stade, sogar Aale von 28 Zentimetern an gefangen werden. Dem jeweiligen Fischereirechtsinhaber stehe es allerdings frei, das Mindestmaß zu erhöhen. So hatte die Ostepachtgemeinschaft die Minimallänge für die Oste zuvor bereits auf 40 Zentimeter festgelegt. Die jüngste Verschärfung soll ab sofort gelten.

Zusätzlich zu den laufenden Hegebemühungen der Vereine will die Sportfischergemeinschaft kurzfristig Jungaale im Wert von 3000 Euro für die Oste beschaffen. Ziel ist es, so Schütz, den Aalbesatz im 1800 Quadratkilometer großen Einzugsbereich des Flusses um 50 Prozent zu erhöhen. Für diesen Zweck stünden auch EU-Fördergelder zur Verfügung. 

In seinem Rechenschaftsbericht zeigte sich der Vorsitzende erfreut, dass die geplante Bauschuttdeponie im Einzugsbereich der Oste in Haaßel (Kreis Rotenburg) nur noch wenig politische Unterstützung finde; die OPG hatte sich wegen möglicher Umweltschäden besorgt gezeigt. Begrüßt wurde von Schütz die zum Jahreswechsel erfolgte Einbeziehung der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische der Sportfischer in die AG Osteland, in der fast alle Akteure am Fluss vereint sind; aufgrund von "kurzen und direkten Wegen" ergäben sich "klare Vorteile" einer solchen Kooperation.

Zu hochaktuellen Themen hatte die OPG zwei Fachwissenschaftler aus Hannover und Berlin eingeladen. Ralf Gerken vom niedersächsischen Landessportfischerverband (LSFV) berichtete über den Fortgang des international beachteten Stör-Versuchsbesatzes in der Oste, und der Fischwissenschaftler Frank Fredrich vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei referierte über technische Möglichkeiten, unter anderem mit Fischtreppen die ökologische Durchgängigkeit von Gewässern wiederherzustellen, nachdem der Mensch durch künstliche Barrieren wie Wehre die Lebensräume von Wanderfischen zerstückelt und deren Aussterben beschleunigt hat.

Während der OPG-Vorsitzende Schütz an die seit Jahren erhobene Forderung der Sportfischer erinnerte, die Tide-Schöpfwerke entlang der Unteren Oste "fischdurchgängig" zu gestalten, gingen die Gastreferenten auch auf die Situation am Oberlauf des Flusses im Kreis Rotenburg er. Dort wirke sich, wie Fredrich bedauerte, die "negative Vorreiterrolle" Niedersachsens bei der Reduzierung von Gewässerschutzstreifen aus. Die teilweise bis an die Ufer reichende Vermaisung bewirke eine verstärkte Versandung von Laichgewässern, erklärte Diplom-Biologe Gerken, der gemeinsam mit seinem hannoverschen Kollegen Thomas Klefoth im LSFV das Projekt Oste-Stör betreut. "Wenn wir die Sandeinträge nicht in den Griff kriegen, scheitert die Wiederansiedlung," fürchtet Gerken.

Zugleich nannte der Biologe eine Reihe von Faktoren, die dafür sprechen, den bisherigen "Versuchsbesatz" mit dem Europäischen Stör (Acipenser sturio) auf eine reguläre Wiederansiedlung auszuweiten. Im Gegensatz zu anderem Flüssen habe die Oste, betonte Gerken, eine "ausreichende, deutlich verbesserte Gewässerqualität" und "kaum Wanderhindernisse" im Unterlauf. Außerdem gebe es im Osteland "zahlreiche Akteure", die eine Rückkehr des Kaviarfischs durch ihre "absolut vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit" aktiv förderten. 

Auch Fredrich, der die Besatzversuche an der Oste seit Anbeginn mit Messfahrten an Bord des Forschungsbootes "Acipenser" wissenschaftlich begleitet, zeigte sich erfreut über die "ungeheuer gute Resonanz" der Oste-Anrainer auf das Störprojekt. Er warnte jedoch vor blindem Eifer und vereinzelten Versuchen, durch irgendwelche "exotische Störarten" aus dem Internet oder dem Gartencenter die Fauna der Oste zu verfälschen. "Finger weg von den Exoten," appellierte Fredrich an die Bevölkerung.

Nicht nur dem Stör, sondern auch anderen Fischarten wie Lachs und Meerforelle kommen die aktuellen Bemühungen zugute, aufgrund von EU-Vorschriften Fischbarrieren wie alte Stauwehre und Abstürze zu beseitigen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Osteland, Jochen Bölsche (Osten), begrüßte in der Versammlung ausdrücklich die Einstufung der Oste als "Hauptgewässer erster Priorität" und als "Vorranggewässer für die ökologische Durchgängigkeit" durch die Landesregierung und den Unterhaltungsverband Untere Oste. 

Akzeptable Lösungen zeichnen sich laut Bölsche zurzeit sowohl für eine fischgerechte Umgestaltung des Mühlenwehrs in Sittensen als auch für die Entschärfung des Stauwehrs in Groß Meckelsen ab. Dort unterstützt die AG Osteland Pläne für den Bau einer Sohlgleite bei Erhaltung der Mauerwerksflanken des historischen Bauwerks ebenso wie deren Einbeziehung mit Hilfe eines neuen Stegs in einen geplanten "Kulturhistorischen Wanderweg", wie er von Sittenser Touristikern sowie Vertretern des Naturschutzbundes und des Heimatvereins konzipiert worden ist; damit soll auf die letzten baulichen Zeugnisse der einstigen bäuerlichen Berieselungswirtschaft im Ostetal aufmerksam gemacht werden

Auch in den kommenden Monate erhoffen sich die Sportfischer viel überregionale Aufmerksamkeit für ihre Artenschutz-Aktivitäten. Im Mai findet die Jahresversammlung der deutschen Gesellschaft zur Rettung des Störs in Osten statt. Im Rahmen der Tagung werden vorraussichtlich  500 Jungstöre der einst hier heimischen Art in die Oste entlassen; sie entstammen dem weltweit letzten natürlichen Vorkommen dieser Art in der französischen Gironde.

Am 15. September feiert der Sportfischerverein "Oste", dem die Geschäfts- und Federführung der OPG obliegt, sein 75-jähriges Bestehen mit Festakt und Festball. Tags darauf folgt ein landesweiter Umwelt- und Naturschutztag in Osten und Oberndorf, bei dem der Landessportfischerverband das Oste-Stör-Projekt einer breiten Öffentlichkeit vorstellen will.

In das ereignisreiche Jahr gehen die Sportfischer mit gesunden Finanzen, wie die Rechnungsprüfer dem OPG-Kassenwart Thorsten Stobbe bescheinigten. Für die einst für ihre Störfischerei bekannte Gemeinde Osten, die bereits vor zwei Jahren Mitveranstalterin der Ausstellung "Die Rückkehr des grauen Riesen" war, sagte der stellvertretende Bürgermeister Uwe Hagedorn, er sei "sehr begeistert" von den Artenschutz-Aktivitäten der Sportfischer, die "viel Leben an und in die Oste" bringen - mit positiven Auswirkungen auf den Tourismus in der Region.

Als Vertreter befreundeter Institutionen begrüßte die OPG unter anderem Martin Kogge vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Heino Schmidt vom Deichverband Kehdingen-Oste, Ulrich Gerdes vom Unterhaltungsverband Untere Oste, Jürgen Höft und Werner Jachomowski vom FSV Bremervörde sowie Ernst Peters (Zeven) von der Besatzgemeinschaft Oste I. 
 
 
Vertretung von 5700 Sportfischern

Die 1980 gegründete Ostepachtgemeinschaft II ist ein Zusammenschluss von mittlerweile 22 Sportfischervereinen mit rund 5700 Mitgliedern aus dem Niederelberaum. Gründungsvereine waren der SFV Oste, der ASV Hemmoor, der ASV Cuxhaven Land Hadeln, der ASV Lamstedt, der SAV Stade und der SFV Drochtersen. Enge Zusammenarbeit - unter anderem innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste - verbindet die OPG mit der Besatzgemeinschaft Oste I mit Sitz in Zeven (Landkreis Rotenburg). 

Als Pächterin der Oste von der Fähre Schönau (Landkreis Stade) bis zum Beginn des freien Küstengewässers Oberndorf (Landkreis Cuxhaven) gilt das Hauptaugenmerk der OPG der Hege und Pflege dieses naturnahen Gewässers sowie der Wiedereinbürgerung von Lachs, Meerforelle und Stör und der Bestandstützung bedrohter Fischarten wie Nordseeschnäpel, Aalquappe und Aal. 

Darüber hinaus setzt sich die Pachtgemeinschaft für die Fischdurchgängigkeit der Schöpfwerke an der Oste und anderen norddeutschen Tidegewässern ein. Die OPG ist Mitglied der Angler- und Naturschutzgemeinschaft Nordniedersachsen, der Gesellschaft zur Rettung des Störs und der Arbeitsgemeinschaft Osteland.

Web-Tipps:

http://www.ostepachtgemeinschaft.de
http://www.wanderfische.oste.de




"Oste-Oscars" für Courage,
Naturschutz und Bürgersinn

"Goldene Hechte" für Verdienste um das Herz des Elbe-Weser-Dreiecks verliehen / "8. Tag der Oste" mit Rekordbeteiligung / Auftakt zum Sturmflut-Gedenken / Deutschlands jüngster Flussradweg vor der Eröffnung

Stade / Cuxhaven / Rotenburg. Rund 230 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur des Elbe-Weser-Dreiecks applaudierten am Sonntag beim "8. Tag der Oste" in der "Oste-Halle" in Geversdorf (Landkreis Cuxhaven) fünf jungen Realschülerinnen: Mit dem Kulturpreis "Goldener Hecht" ehrte die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. die Arbeitsgruppe "Die Zebras" der Schule am Hohen Rade in Lamstedt. Deren Mitglieder Felek Bozan, Nivaashini Arulrajasingham, Celina Junge, Jennifer Schimmrich und Laura Heesen hatten mit ihrem Geschichtsfachlehrer Thomas Doege ein lange Zeit tabuisiertes Thema aufgearbeitet: die NS-Vergangenheit des 1959 gestorbenen Heimatforschers Willi Klenck, nach dem noch immer eine Straße in der Ortsmitte benannt ist.

Als Leiter des Rassenpolitischen Amtes, Gau Osthannover, und der Lüneburger Forschungsstelle "Rasse und Raum" habe sich Klenck als "aktiver Unterstützer des mörderischen NS-Rassenwahns betätigt", begründete Laudator Johannes Schmidt, niedersächsischer Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes und Vorstandsmitglied der AG Osteland, die Vergabe der Auszeichnung an die fünf Schülerinnen: "Die Schule am Hohen Rade hat sich des Titels 'Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage' würdig erwiesen." Die jungen Preisträgerinnen hatten zuvor bereits an den Lamstedter Gemeinderat appelliert, die Straße umzubenennen, und wandten sich gegen jede Form von Rassismus: "Wir sind alle verschieden," so eine der Schülerinnen, "aber am Ende alle Mitglieder einer Menscheitsfamilie."

Die Verleihung des mit 3.500 Euro dotierten, in sieben Kategorien vergebenen "Goldenen Hechts" ist alljährlich der Höhepunkt des "Tages der Oste", der diesmal eine Rekordbeteiligung verzeichnete. Das Fest, das dem längsten Nebenfluss der Niederelbe gewidmet ist, steht unter der Schirmherrschaft der im Herzen des Elbe-Weser-Dreiecks gelegenen Landkreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg/Wümme, als deren Lobby sich die 2004 gegründete, 460 Mitglieder starke überparteiliche Arbeitsgemeinschaft Osteland versteht. 

Die Grüße der Landkreise überbrachte die Rotenburger Vize-Landrätin Elke Twesten (Grüne), die dazu aufrief, die "Einigartigkeit dieser Flußlandschaft" zu erkennen, die für eine weithin intakte Natur stehe, und sie als "Teil unseres Zukunftskapitals" zu bewahren. Für den Landkreis Cuxhaven dankte der Kulturausschuss-Vorsitzende Hans-Volker Feldmann (CDU) der AG Osteland für deren "wundervolle Arbeit" und riet: "Lassen Sie sich nicht entmutigen."

In der Kategorie Literatur ging der "Oste-Oscar", wie der Volksmund den Kulturpreis nennt, an die Buxtehuder Autorin Alexandra Kui für ihren Jugendroman "Lügensommer", der komplett im sogenannten "Krimiland Kehdingen-Oste" angesiedelt ist, unter anderem am Ostesperrwerk bei Neuhaus (Landkreis Cuxhaven), auf der  Elbfähre Glückstadt - Wischhafen und auf der Elbinsel Krautsand (Landkreis Stade). Der "packende und sprachlich geschliffene Psychothriller" ist von der Kritik als "knisternd von der ersten bis zur letzten Seite" und als "eine tiefe Verbeugung vor der Heimat der Autorin" gefeiert worden.

Aus aktuellem Anlass wurde der Radtourenexperte Klaus Feldmann aus Grasberg (Landkreis Osterholz-Scharmbeck) mit dem "Goldenen Hecht" für Tourismus ausgezeichnet. Angeregt durch den enormen Erfolg anderer flussbegleitender Fahrradrouten wie dem Weser- und dem Donau-Radweg, hat Feldmann gemeinsam mit örtlichen Touristikern eine 145 Kilometer lange "Seelenbaumelroute" von der Quellregion der Oste bei Tostedt (Landkreis Harburg) bis zur Mündung am Küstenmuseum Natureum in Balje (Landkreis Stade) konzipiert. Die Feintrassierung und Digitalisierung des neuen "Oste-Radwegs" ist soeben abgeschlossen  worden, so dass die Route zur neuen Saison unter www.oste-radweg.de zur Verfügung steht. Nach dem Urteil der ortskundigen "Nordsee-Zeitung" besticht der neue Radweg mit "sämtlichen landschaftlichen Reizen, die das Elbe-Weser-Dreieck zu bieten hat".

Der "Goldene Hecht" für Natur- und Umweltschutz ging an Kapitän Walter Zeeck aus Geversdorf (Landkreis Cuxhaven), Fischer in fünfter Generation. Zeeck stehe seit Jahrzehnten "an der Spitze der Aktiven im Kampf gegen Naturzerstörung und Umweltvergiftung an Elbe und Oste". Mit Leserbriefen, Fernsehauftritten und sogar mit einer Elbblockade mit seinem Kutter "Ostetal" habe der letzte Berufsfischer an der Oste die Öffentlichkeit frühzeitig und unermüdlich gewarnt vor "Fischsterben durch sommerliche Sauerstofflöcher infolge der Einleitung von Düngemitteln und Kraftwerksabwärme sowie vor der Verschiebung der Salzwassergrenze, vor Verschlickung und Uferabbrüchen, dem Verlust von Flachwasserzonen und vor der Vernichtung von Laich- und Fanggebieten infolge von Elbvertiefungen".

Den Medienpreis verlieh der Verein der Cuxhavenerin Wiebke Kramp, Redakteurin der "Niederelbe-Zeitung", für deren Lokalberichterstattung "mit Engagement und Esprit, mit Heimatliebe, aber ohne Heimattümelei", die sich auch nicht scheue, "gelegentlich bürgerferne Entscheidungen und bornierten Führungsstil von Politikern zu kritisieren". 

In der Kategorie Kultur wurden die Schauspieler Wolfgang Gellert (Geversdorf) und Fried Wolff (Ratzeburg) wurde geehrt, die ihr herausragendes künstlerisches Talent bei Benefizveranstaltungen "immer wieder uneigennützig in den Dienst von Initiativen zur Förderung von Denkmalschutz und Heimatpflege" an der Oste einsetzen und dazu beigetragen haben, "eine historische Prahmfähre, ein Mühlengebäude aus dem Jahr 1909, ein dörfliches Heimatmuseum und ein historisches Seezeichen für die Nachwelt zu erhalten".

Für maritime Heimatpflege ausgezeichnet wurden Hans-Joachim Frank und Alfred Bücker aus Neuhaus (Landkreis Cuxhaven) für die Rettung und Restaurierung des 75 Jahre alten Traditionsschiffs "Bärbel", der letzten noch auf der Oste verkehrenden Barkassen. Durch ihr Engagement halte die "Barkassengemeinschaft Bärbel" zugleich die Erinnerung an die stolze Geschichte des Schiffbaus an der Oste wach, wo einst Werften unter anderem in Bremervörde (Landkreis Rotenburg), Gräpel und Großenwörden (Landkreis Stade) sowie in Oberndorf, Geversdorf und Neuhaus (Landkreis Cuxhaven) existierten.

In seiner traditionellen Rede "Das Jahr an der Oste" hatte zuvor der AG-Osteland-Vorsitzende Jochen Bölsche (Osten/Oste) die Bedeutung einer "lebendigen Zivilgesellschaft" gerade im abgelegenen ländlichen Raum hervorgehoben. Immer wieder trage der "Gemeinsinn der Bürger" im mittleren Drittel des grünen Elbe-Weser-Dreiecks dazu bei, "Erhaltenswertes zu bewahren und Fehlentwicklungen entgegenzuwirken". Bürgerengagement leiste Bemerkenswertes zum Beispiel im Bemühen, die Oste mit Hilfe von Solarkraft zum "Fluss der erneuerbaren Energien" zu entwickeln oder durch die international beachtete Ansiedlung und Hege bedrohter Fischarten wieder zum "Fluss der Lachse und der Störe" zu machen.

Eröffnet wurde mit dem "Tage der Oste" eine Reihe von Aktionen und Veranstaltungen zur bevorstehenden 50. Wiederkehr der verheerenden Februar-Sturmflut des Jahres 1962. An die damalige Katastrophe als bleibende Mahnung erinnerte in seiner Festrede "Die wilde und die gezähmte Oste" der Hamburger Wissenschaftler Prof. Dr. Norbert Fischer, Autor eines gleichnamigen Standwerks über den Deichbau an der Oste. Sein Fazit: "Wir dürfen nicht allzu sehr auf den technischen Fortschritt vertrauen."

Premiere hatte in der "Oste-Halle" eine Wanderausstellung mit dem Titel "Land unter an der Oste", die der Vizevorsitzender der AG Osteland, Wasserbau-Ingenieur Walter Rademacher (Neuhaus/Oste), mit den örtlichen Heimatpflegern und Augenzeugen der 1962er Flut zusammengestellt hat. Die Bild- und Tondokumente sollen vom kommenden Sonntag, 19. Februar, an im Natureum Niederelbe in Balje und anschließend in Hemmoor (Landkreis Cuxhaven) und in Nieder Ochtenhausen (Landkreis Rotenburg) gezeigt werden.

Ebenfalls aus Anlass des Sturmflut-Gedenkens leitet Waltrt Rademacher im Rahmen der diesjährigen Hauptversammlung der AG Osteland am Montag, 27. Februar, 19.30 Uhr, im "Großenwördener Hof" in Großenwörden (Landkreis Stade) eine Expertendiskussion. Teilnehmer sind der Bremer Hochwasserschutzexperte und Deichhauptmann Prof. Dr. Michael Schirmer, Oberdeichgrefe Hans Wilhelm Saul vom Ostedeichverband in Hemmoor und Dipl.-Ing. Guido Friedrich aus Cadenberge, einem Experten für die Standsicherheit von Sperrwerken und Ausschussmitglied des Ostedeichverbands.


Festakt mit Goldhechten
und Sturmflut-Gedenken

8. Tag der Oste mit Kulturpreis-Verleihung in Geversdorf / Festvortrag und Ausstellung zur Hochwasserkatastrophe vor 50 Jahren / Deichsicherheit auch Thema der Hauptversammlung in Großenwörden

28. 1. 2012. Neben der Verleihung des Osteland-Kulturpreises "Der Goldene Hecht" steht der 50. Jahrestag der Februarflut 1962 im Mittelpunkt des 8. "Tages der Oste" am Sonntag, 12. Februar, 10.30 Uhr, in der Ostehalle in Geversdorf (Landkreis Cuxhaven). Zu der festlichen Matinee, dem Höhepunkt im Vereinsjahr der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland, werden wieder rund 250 geladene Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft der Osteregion erwartet.

Nach einem Sektempfang und dem Grußwort der drei Schirmherren Kai-Uwe Bielefeld, Michael Roesberg und Hermann Luttmann, der Landräte der Oste-Kreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg, wird der Vorsitzende der AG Osteland, Jochen Bölsche (Osten), wieder das "Jahr an der Oste" in Wort und Bild Revue passieren lassen. 

Den Festvortrag zum Thema "Die wilde und die gezähmte Oste" hält der Hamburger Deichbau-Historiker Prof. Dr. Norbert Fischer, der Autor des jüngst erschienenen gleichnamigen Buches.

Umrahmt von der Hamburger Gruppe "Jazzduo & friends", folgt die Vergabe des mit 3500 Euro dotierten "Goldenen Hechts", einer von Mike Behrens (Hemmoor) geschaffenen Bronzestatue des geflügelten und gekrönten Symbolfischs der Oste. Die Namen der diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger in den Kategorien Medien, Literatur, Kultur, Natur, Heimatpflege und Tourismus, wird bis zuletzt geheim gehalten. 

Zum drittenmal wird Osteland-Vorstandsmitglied Johannes Schmidt (Hemmoor), zugleich Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes, einen "Sonderpreis Jugend" überreichen, den die Jury in den Vorjahren Schülerinnen und Schülern aus Estorf (Landkreis Stade) und Hemmoor (Landkreis Cuxhaven) zuerkannt hatte.

Bevor die Matinee mit dem traditionellen mittäglichen Fischessen ausklingt, haben die Festgäste Gelegenheit, eine erstmals gezeigte Sammlung von Bildern und anderen Exponaten zur Februarflut 1962 an der Unteren Oste zu betrachten, die vom 2. Vorsitzenden der AG Osteland, Walter Rademacher (Neuhaus), und den Ortsheimatpflegern vom Fluss mit Unterstützung des Landschaftsverbandes zusammengestellt worden ist. In erweiterter Form ist die Ausstellung mit dem Titel "Das Land ist überflutet" ab Sonntag, 19. Februar, im Natureum Niederelbe an der Ostemündung in Balje öffentlich zugänglich.

Wie sicher ist das 1968 eröffnete Ostesperrwerk? Sind die Ostedeiche noch hoch genug? Wie schlagfertig ist der Katastrophenschutz? Welche Konsequenzen aus der Sturmflut 1962, dem Klimawandel und dem Meeresspiegelanstieg gezogen werden müssen, ist Thema eines Expertenpodiums im Rahmen der Jahreshauptversammlung der AG Osteland am Montag, 27. Februar, 19.30 Uhr, in Großenwörden (Landkreis Stade). 

Unter der Leitung des Wasserbau-Ingenieurs Walter Rademacher diskutieren im Saal des Großenwördener Hofs der führende Bremer Hochwasserschutzexperte, Deichhauptmann Dr. Michael Schirmer, mit Oberdeichgrefe Hans Wilhelm Saul vom Ostedeichverband in Hemmoor und dem Sperrwerksexperten Dipl.-Ing. Guido Friedrich aus Cadenberge. 

Neben den üblichen Regularien stehen Wahlen zum Vorstand der AG Osteland an, der  wegen der gewachsenen Aufgaben künftig elf statt sieben Mitgliederumfassen wird. Dem Anfang 2004 gegründeten ehrenamtlich geführten Verein mit Sitz in Osten gehören mehr als 450 Mitglieder an. 

Die AG Osteland ist unter anderem Träger der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel, des Literaturprojekts Krimiland Kehdingen-Oste und der Arbeitsgemeinschaft deutsche Schwebefähren. Initiiert haben Osteland-Mitglieder die Niedersächsische Milchstraße Nord, die Internationale Schwebefähren-Infomeile in Hemmoor, den Historischen Deichwanderweg Belum -Osten und den Oste-Radweg Tostedt-Balje vom Quellgebiet bis zur Mündung des längsten Nebenflusses der Niederelbe.



Von Oste-Stören, Pütten
und fliegenden Fischen

"Blaues Netz" mit breitem Themenspektrum / Weltumsegler und Artenschützer berichten / Arbeitsgemeinschaft Osteland bilanziert Erfolgsjahr für die Flussregion / Sturmflutgedenken und Landesaktionstag der Sportfischer geplant

22. 1. 2012. Für die über 100 Gäste lag Kaugummi mit Salzwassergeschmack bereit, den Saal schmückten die bunten Flaggen von 42 Staaten - so viele Gastländer hat die Oberndorfer Segelyacht "Heimkehr" seit 2009 angelaufen. Deren Eigner Bert und Marlene Frisch berichteten am Wochenende vor dem Arbeitskreis "Blaues Netz Oste" der AG Osteland mit mehr als 700 Farbfotos, Videosequenzen und Originaltönen über die spannendsten Etappen ihrer abenteuerlichen zweifachen Atlantik-Überquerung.

Vom Hochseesegeln, über das auch Andreas Hülsenberg (Neuhaus/Oste) vom Vorstand des Cuxhavener Vereins "Trans-Ocean" referierte, reichte die Themenpalette des Abends bis hin zur Erfolgsbilanz 2011 der Schiffahrt- und Gewässersparte der Arbeitsgemeinschaft Osteland, die sich seit 2004 um eine ökologische sowie wassersportliche und wassertouristische Stärkung der Flussregion im Herzen des Elbe-Weser-Dreiecks bemüht.

Als eines der "historischen Daten" des vergangenen Jahres bezeichnete der Ostener Sportfischer-Vorsitzende Wolfgang Schütz, Sprecher des Osteland-Arbeitskreises Wanderfische, die erstmals in großem Stil angelaufene  Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs, der nur noch in der französischen Gironde überlebt hat. Im kommenden Frühjahr soll das weltweit beachtete Artenschutzprojekt an der Oste mit der Freisetzung von weiteren 500 Jungtieren aus französischer Nachzucht fortgesetzt werden. 

Wie "Störvater" Schütz weiter mitteilte, sind die Bemühungen um eine dauerhafte Wiederansiedlung des Kaviarfischs im Osteland Thema eines landesweiten Naturschutz-Aktionstages am 16. September. Gemeinsam mit dem Landessportfischerverband Niedersachsen und der Alfred-Töpfer-Akademie soll das Störprojekt dann der Öffentlichkeit präsentiert werden. Mit einer Radtour entlang der Oste werden die Teilnehmer des Aktiontags "die Wanderung der Fische aktiv nachvollziehen" können.

Über das "blaue Erfolgsjahr 2011" berichtete der Vorsitzende der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland, Jochen Bölsche. Mitglieder der "Lobby für die Oste" und speziell des von Bernd Jürgens (Hemmoor) betreuten "Blaues Netzes" hätten "enorm viel erreicht". So konnte auf Betreiben der im Arbeitskreis vereinten Wasserwanderer, Naturschützer und Sportfischer ein Verbot des Jetski-Fahrens auf der Oste erzielt werden.

Als weitere Beispiele erfolgreicher Aktivitäten von Mitgliedern nannte Bölsche die Fertigstellung eines Schiffsanlegers in Großenwörden (Landkreis Stade), die Einweihung einer Modellfähre und von Fährmann- und Fährgast-Statuen in Oberndorf (Landkreis Cuxhaven), die Wiedereröffnung der Ostebrücke in Granstedt (Landkreis Rotenburg) sowie die Freigabe des "Historischen Deichwanderwegs" Osten - Belum und der "Oste-Natur-Navi-Route" Bremervörde - Hechthausen. Von der AG Osteland herausgegeben wurden ein "Oste-Hafenführer" für Wassersportler und eine von Oste-Kulturpreisträgerin Gisela Tiedemann (Wingst) verfasste "Geschichte der Fähren an der Oste".

Das neue Jahr steht, so Bölsche, zunächst im Zeichen des 50. Jahrestages der verheerenden Februarflut von 1962. Aus diesem Anlass stellen der AG-Osteland-Vize und Wasserbau-Ingenieur Walter Rademacher (Neuhaus) und die Ortsheimatpfleger von der Unteren Oste zurzeit eine Wanderausstellung mit Fotos und Dokumenten zusammen, die in Geversdorf, Balje und Hemmoor gezeigt werden soll. 

Weiterhin plant die AG Osteland einen Festvortrag des Hamburger Deichhistorikers Prof. Dr. Norbert Fischer über "Die wilde und die gezähmte Oste" im Rahmen des 8. "Tages der Oste" am Sonntag, 12. Februar, in der Ostehalle in Geversdorf. 

Eine Expertendiskussion zum Thema "50 Jahre Februarflut an der Oste - Rückschau und Folgerungen" findet in der Hauptversammlung der AG Osteland am Montag, 25. Februar, in Großenwörden (Landkreis Stade) statt. Teilnehmer sind der Bremer Deichhauptmann Dr. Michael Schirmer, der Hemmoorer Oberdeichgrefe Hans-Wilhelm Saul und der Cadenberger Sperrwerksexperte Dipl.-Ing Guido Friedrich.

Im Frühjahr folgen einige touristische Höhepunkte. Eröffnet wird der 145 Kilometer lange neue "Oste-Radweg" von der Quellregion bei Tostedt (Landkreis Harburg) bis zum Natureum Niederelbe in Balje (Landkreis Stade), den AG-Osteland-Mitglied Klaus Feldmann aus Grasberg (Landkreis Osterholz-Scharmbeck) konzipiert hat und der zurzeit vom Tourismusverband Rotenburg (TouROW) ausgeschiildert wird. 

Außerdem steht die Einweihung einer fünften Ostefähre an: Das Flachbodenschiff "Püttenhüpper" soll Touristen vom Ferienpark Geesthof in Hechthausen-Klint nach Kranenburg (Samtgemeinde Oldendorf) übersetzen und außerdem Erkundungstouren in die benachbarten "Pütten" mit ihrer reichen Flora und Fauna anbieten. Und am 1. Mai veranstaltet Wanderführer Albertus Lemke (Oberndorf) eine Schiffs- und Wandertour zu Ostehäfen im Raum Bremervörde / Oldendorf.

Der zweite Teil des Info-Abends des "Blauen Netzes" führte die Teilnehmer in wärmere Gefilde. "Zwischen Vulkan und Hurrikan" hiess der mit starkem Beifall bedachte Bericht über die Etappe Karibik - New York der 27 Monate dauernden 30.000-Kilometer-Reise, mit der sich das Ehepaar Frisch einen Lebenstraum erfüllt hat. 

Begleitet von springenden Delfinen und fliegenden Fischen, erlebten sie mit ihrem "schönsten Schiff der Welt" auf Kolumbus' Spuren die Reize der tropischen Inselwelt und amerikanisches Südstaaten-Flair, durchfuhren die Lavastaubwolken und Alligatorensümpfe und entgingen mit viel Glück einem verheerenden Wirbelsturm. Der mit Döntjes und Logbuch-Zitaten gespickte, ebenso fachkundige wie humorvolle Vortrag kam derart gut an, dass er in Zusammenarbeit mit dem Verein Oste-Touristik am Freitag, 10. Februar, 19.30 Uhr, im Gasthaus "Zur Sietwende" in Oberndorf-Niederstrich wiederholt werden soll; der Eintritt ist frei.

Was "Langfahrtsegler" wie die Frischs antreibt, hatte einleitend "Trans-Ocean"-Vorstand Hülsenberg beschrieben, dessen Verein gut 6.000 Mitglieder umfasst, darunter einige hundert Weltumsegler, und rund 200 Stützpunkte in aller Welt unterhält. Das Weltbild derExtremskipper, die Hülsenberg liebevoll "'ne Menge Verrückter" nennt, charakterisiert er mit den Worten: "Vier Fünftel der Erde sind Wasser, der Rest ist zum Anlegen da."



Oberndorfer Extremsegler berichten über Karibik-Törn

Bert und Marlene Frisch zu Gast beim "Blauen Netz Oste" / "Trans-Ocean" stellt sich vor / Aktuelle Informationen über Elbvertiefung und Stör-Projekt

Oberndorf. Zweimal haben die Oberndorfer Extremsegler Bert und Marlene Frisch mit ihrer Yacht "Heimkehr" den Atlantik überquert. Eine Beamer-Schau über ihren ersten Törn ("Südwärts, bis die Butter schmilzt") fand im vorigen Jahr starke Resonanz. Am Freitag, 20. Januar, 19.30 Uhr, ist das Ehepaar nun zum zweitenmal zu Gast bei der Arbeitsgemeinschaft Osteland: Im Gasthaus "Zur Sietwende" (Henning) am Ostedeich in Oberndorf-Niederstrich (Kreis Cuxhaven) berichten die Skipper mit vielen Fotos über die abenteuerliche Fahrt von der Karibik nach New York.

Das Hochseesegeln ist auch Thema eines zweiten Referenten, den der Osteland-Arbeitskreis Schifffahrt und Gewässer ("Blaues Netz Oste") für diesen Abend gewinnen konnte: Andreas Hülsenberg (Cuxhaven) stellt als amtierender Vorsitzender von "Trans-Ocean"  seinen Verein vor, dem rund 6000 Hochseesegler angehören, darunter einige hundert Weltumsegler.

Wie der Sprecher des Blauen Netzes, Bernd Jürgens (Hemmoor), weiter mitteilt, werden die AG-Osteland-Vorsitzenden Jochen Bölsche (Osten) und Walter Rademacher (Neuhaus) in Kurzreferaten über Aktuelles aus der Flussregion informieren. Die Themen reichen von den geplanten Gedenkveranstaltungen zur Februarflut 1962 an Elbe und Oste über den Stand der Debatte zur Elbvertiefung bis hin zur Wiederansiedlung des Europäischen Störs in der Oste.

Eingeladen sind die Mitglieder und Freunde der Arbeitsgemeinschaft Osteland, der Eintritt ist frei. 

Der 2010 gegründete Arbeitskreis Blaues Netz umfasst über 100 Osteland-Mitglieder aus Wassersport und Wassertourismus, Naturschutz und Sportfischerei, Hochwasserschutz und maritimer Brauchtumspflege entlang des längsten Nebenflusses der Niederelbe.

Zur Reise:

Etwa 30.000 Kilometer hatte die Oberndorfer "Heimkehr" zurückgelegt, als sie im September vorigen Jahres nach Oberndorf zurückkehrte. Der zweite Teil der Reise führte aus der Karibik über die Bahamas entlang der nordamerikanischen Ostküste bis nach New York. Besucht wurden sowohl durch Großstädte als auch völlig einsame Regionen des Intracoastal Waterways. Auch kaum besuchte karibische Inseln wie Saba, Nevis und Eustatia wurden angelaufen. Auf der wunderschönen, aber keinesfalls stressfreien Reise hat es an aufregenden Erlebnissen nicht gemangelt. Knacktürkises klares Wasser, karibische Trauminseln, große Hitze, Hurricanes und die  ungewöhnlich harten Wetter des nordamerikanischen Sommers mit Orkan-Gewitter haben das Paar begleitet. .