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Karte und Fahrplan-Auskunft
Elbe-Weser-Dreieck
Pressetexte 2003 - 2004 - 2005 - 2006 -2007 - 2008 - 2009 - 2010 - 2011 - 2012 - 2013 - 2014

Proteststurm gegen Sparversuche (3. 12. 2013)
Grünes Netz zeigt "Juwelen" an der Oste (30. 11. 2013)
Osteland feiert 10 Jahre "frohe Fährien" (13. 11. 2013)
10 Jahre Deutsche Fährstraße (6. 11. 2013a)
Oste-Stör ist Fisch des Jahres (6. 11. 2013b)
Suche nach dem verlorenen Genuss (15. 10. 2013)
Osteland-Exkursionen in die Vogelwelt (7. 10. 2013)
"Wichtig wie Tiger und Nashorn" (26. 9. 2013)
Schwebefähren setzen auf Buenos Aires (14. 9. 2013)
Uno würdigt Störprojekt (11. 9. 2013)
Mit der Schwesterfähre zum Weltkulturerbe (5. 9. 2013)
Minister würdigen das Oste-Stör-Projekt (6. 5. 2013)
Fischer (93) setzt junge Störe aus (2. 5. 2013)
AG Osteland plant Volksfest für den Stör (5. 4. 2013)
Schildbürgerstreich im Jubiläumsjahr? (3. 4. 2013)
Gut aufgestellt ins zehnte Jahr (19. 3. 2013)
"Wasserqualität der Oste ist sehr fragil" (3. 3. 2013)
Osteland - Land der Erneuerbaren Energien (8. 2. 2013)
Zum 10. Jahr der "Fährienstraße" Dank an Tourenleiter (9.2. 2013)
"Osteland als Marke etabliert" (8. 1. 2013)


Das flache Land 
droht auszubluten 

"Lobby für die Oste" beklagt "alarmierende Fehlentwicklungen" 
Freude über Fortschritte im Rad- und Wassertourismus 

16. 2. 2014. Für eine Stärkung des ländlichen Raums, der andernfalls auszubluten drohe, hat sich am Sonntag die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. ausgesprochen. Vor 250 Gästen - darunter 16 Landräte und Bürgermeister aus dem Elbe-Weser-Dreieck - warnte der 1. Vorsitzende Jochen Bölsche (Osten) unter anderem vor einer weiteren "Entschulung" der Dörfer auf dem flachen Land im Einzugsbereich der niedersächsischen Oste, des längsten Nebenflusses der Unterelbe. 

In der Festveranstaltung zu seinem zehnjährigen Bestehen bedauerte der gemeinnützige Verein, dessen 530 Mitglieder - darunter 50 Vereine und Kommunen - sich als "Lobby für die Oste" verstehen, dass die Schliessung dörflicher Schulen oft einher gehe mit der Aufgabe von Jugendzentren, Gaststätten, Post- und Verwaltungsaussenstellen. 

Die Vernachlässigung des peripheren ländlichen Raums habe in den letzten Jahrzehnten zu "alarmierenden Fehlentwicklungen" geführt. So zählten Teile des 1800 Quadratkilometer großen Einzugsbereichs der Oste zu den "letzten verkehrsverbundfreien Zonen Deutschlands". Erst in jüngster Zeit scheine aufgrund von Gesprächen zwischen dem Hamburger Senat und der niedersächsischen Landesregierung eine Ausweitung des Tarifgebietes des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) allmählich näherzurücken. 

Ein "Riesenärgernis" sind nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft Osteland die beiden Ostebrücken in Hechthausen (Landkreis Cuxhaven): Der Strassenbrücke drohe Baufälligkeit, die Bahnbrücke sei nach einer kriegsbedingten Sprengung vor fast 70 Jahren nach wie vor nur eingleisig befahrbar. 

Besorgt zeigt sich die Arbeitsgemeinschaft, so Bölsche, über den teilweise "fragwürdigen Umgang mit Natur und Umwelt", der sich in "Vermaisung, Artenschwund, Güllehavarien und Grünlandumbruch" unter anderem am Oberlauf der Oste im Landkreis Rotenburg äußere. 

Erfreulich nennt der Verein in seiner Zehn-Jahres-Bilanz dagegen Fortschritte im Rad- und Wassertourismus im Osteland, das sich von der Quellregion bei Tostedt (Kreis Harburg) über Teile der Kreise Rotenburg und Stade bis zur Mündung bei Neuhaus (Kreis Cuxhaven) erstreckt. 

Eine weitere touristische Belebung der Region im mittleren Drittel des Elbe-Weser-Dreiecks erhoffen sich die Initiatoren von einer Reihe neuer Schiffsanleger am Fluss und von einem derzeit erarbeiteten supranationalen Unesco-Welterbeantrag für die Schwebefähren Osten - Hemmoor und Rendsburg - Osterrönfeld (Schleswig-Holstein). 

Beide Bauwerke sind durch die 2004 eröffnete Deutsche Fährstrasse verbunden, deren zehnjähriges Bestehen die AG Osteland im Mai mit einer Festdekade zwischen Bremervörde und Kiel feiern will. 


Oste-Literaturpreis
für "Mausohrnächte"

Bremervörder Biologe mit "Goldenem Hecht"  für Öko-Krimi aus dem Elbe-Weser-Dreieck geehrt /  Sechs weitere "Oste-Oscars" an Preisträger aus Hessen und den Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg

17. 2. 2014. Für seinen Öko-Thriller "Mausohrnächte", der im Elbe-Weser-Dreieck angesiedelt ist, ist dem Bremervörder Diplom-Biologen Axel Roschen der Literaturpreis "Goldener Hecht" zuerkannt worden. In sechs weiteren Kategorien des mit insgesamt 3.500 Euro dotierten "Osteland-Kulturpreises" wurden am Sonntag, 16. Februar, beim 10. "Tag der Oste" Männer und Frauen aus Hessen sowie aus den Landkreisen Stade, Cuxhaven und Rotenburg/Wümme ausgezeichnet.

Der Preis, im Volksmund "Oste-Oscar" genannt, wurde im Osteland-Festhaus in Osten/Oste von der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. "für Verdienste um die Oste" vergeben, den längsten Nebenfluss der Niederelbe, dessen Einzugsbereich mit 1800 Quadratkilometern so gross ist wie Hamburg und Berlin zusammen. Schirmherren der Veranstaltung sind die Landräte Kai-Uwe Bielefeld (Cuxhaven), Michael Roesberg (Stade) und Hermann Luttmann (Rotenburg/Wümme).

In der Laudatio auf Roschen, der die Bremervörder NABU-Umweltpyramide leitet, heisst es: "In seinem 300-seitigen Debütroman "Mausohrnächte" verknüpft der Gnarrenburger Diplom-Biologe auf überaus spannende und unterhaltsame Weise seine wissenschaftlichen Erkenntnisse über gefährdete Fledermausarten im Elbe-Weser-Dreieck mit zeitgeschichtlichem Geschehen unter anderem in seiner Heimatregion am Oste-Hamme-Kanal."

Mit der Kategorie Denkmalschutz ausgezeichnet wurde der Darmstädter Industriearchäologe Rolf Höhmann, der den Preis im März in der Hauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft Osteland entgegennehmen wird, wo er einen Festvortrag über die letzten deutschen Schwebefähren an der Oste und in Rendsburg halten wird. "Wie kein anderer Denkmalschützer hat der Diplom-Ingenieur Rolf Höhmann durch Bemühungen im In- und Ausland bewirkt, dass die industriegeschichtliche Bedeutung der letzten Schwebefähren der Welt erkannt wird. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, den Antrag auf deren Anerkennung als Weltkulturerbe voranzutreiben," urteilt die AG Osteland.

Der Kunstpreis ging an die Fotografin Gundula Ida Gäntgen aus Hechthausen (Kreis Cuxhaven): "Seit den Neunziger Jahren ist die gelernte Fotografin Schöpferin beeindruckender Landschaftsaufnahmen, vorzugsweise von der Unteren Oste, aber auch von der Niederelbe und vielen reizvollen Plätzen am Oste-Radweg und an der Deutschen Fährstrasse Bremervörde - Kiel." In der Kategorie Medien wurde der Preis dem Filmemacher Claus List aus Freiburg (Kreis Stade) für dessen am Sonntag uraufgeführten Film "Menschen am Fluss - ein Sommerausflug entlang der Oste" zuerkannt.

Den Tourismus-Preis nahm Dr. Clivia Häse aus Balje (Kreis Stade) entgegen: "Unter der Verantwortung der Küstenforscherin und Ökologin, die seit 2010 Geschäftsführerin des Natureum Niederelbe ist, entwickelt sich das Naturkundemuseum in der Ostemündung weiter zu einer wichtigen touristischen Attraktion, die den Besuchern eine einzigartige Verbindung von Wissensvermittlung, Naturerlebnis und Freizeitvergnügen bietet. Mit dem Umbau des Küstenmuseums im Winter 2012/2013, den Dr. Häse mit Professionalität und Beharrlichkeit vorangetrieben hat, sind die Elbmündung und auch die Oste verstärkt in den Fokus gerückt worden. Die museumsdidaktisch reizvolle, völlig neu gestaltete Dauerausstellung 'Lebensader Elbstrom – Brücke zwischen den Welten' führt mit modernen Elementen und interaktiven Stationen die Bedeutung der Wasserstraße für den Seehandel, aber auch für Zugvögel und Wanderfische wie Stör und Lachs vor Augen."

Der Naturschutzpreis wurde Martina Leitner aus Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg) für die "Bürgerinitiative zum Erhalt unserer Moore und die Zukunft unserer Dörfer" zuerkannt: "Martina Leitner und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben es in weniger als einem Jahr erreicht, durch beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der Region zwischen Oste und Teufelsmoor zu bewirken. Mit Geschick und Beharrlichkeit, erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit und den Unterschriften von über 3000 Unterstützern haben sie erreicht, dass sich der Raum Gnarrenburg - bislang ein "Vorranggebiet" für Torfabbau - zu einer "Modellregion" entwickelt werden soll."

Der Sonderpreis Jugend ging an die Crew des Jugendwanderkutters aus Oberndorf (Landkreis Cuxhaven): "Unter Beteiligung Oberndorfer Jugendlicher ist es einem Team von Ostefreunden um Petra Reese und Harald Säland, unterstützt durch Bürgermeister Detlef Horeis und beraten durch den Nautiker Fred Dobrinkat, gelungen, den traditionsreichen gemeindeeigenen Jugendwanderkutter "Onkel Ernst" nach jahrelangem Garagenschlaf zu reaktivieren. Auf diese Weise ist das Leben auf dem Fluss wieder durch einen lange Zeit verkannten Bootstyp bereichert worden, der von Experten als "marinehistorische Rarität", als "echter Oldtimer" und als "liebenswerter Saurier" geschätzt wird," heisst es in der Laudatio.

Der Kulturpreis "Goldener Hecht", benannt nach einer Sage aus der Region, wurde erstmals 2005 vergeben. Die Preisgelder in Höhe von bislang rund 35.000 Euro werden von Sponsoren aus der Region entlang der Oste aufgebracht. Porträts der rund 70 bislang mit dem "Oste-Oscar" ausgezeichneten Preisträger enthält das am Wochenende erschienene Buch "Im Zeichen des Goldenen Hechts", das der Osteland-Vorsitzende Jochen Bölsche verfasst hat (Verlag Druckpartner, Hemmoor, 80 Seiten, 6 Euro).

Alle Preisträger, alle Preisreden: www.tag.der.oste.de



"Straße der Wohnmobile"
von der Vörde zur Förde

AG Osteland wirbt auf Reisemessen / Traditionsfähren und Traumschiffe zum Greifen nahe / Rund dreißig Plätze zwischen Bremervörde und Kiel

4. 2. 2014. Als ideales Revier für Wohnmobilisten wird zurzeit auf der Hamburger Reisemesse und bei ähnlichen Anlässen das Land an Oste, Niederelbe und Nord-Ostsee-Kanal beworben. Ein neues Info-Blatt der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. präsentiert die 260 Kilometer lange Autoroute der 2004 in Niedersachsen und Schleswig-Holstein eröffneten Deutschen Fährstrasse als "Strasse der Wohnmobile".

Auf mittlerweile fast 30 Plätzen - darunter viele mit Bestnoten - zwischen dem Vörder Land und der Kieler Förde lassen sich "frohe Fährien im frischen Norden" verbringen, versprechen AG-Osteland-Vize Walter Rademacher und der Dobrocker Samtgemeinde-Touristiker Michael Johnen, die das von Gerald Bruns (Neuhaus) gestaltete Faltblatt gemeinsam mit Fremdenverkehrsexperten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein entwickelt haben.

Das Titelbild zeigt stellvertretend für die vielen neuen Wohnmobilplätze an der stillen Oste, zum Beispiel in Großenwörden, Oberndorf und Neuhaus, die idyllisch gelegene Anlage unmittelbar neben der historischen Prahmfähre in Gräpel (Landkreis Stade), die noch auf den klassischen Ruf "Fährmann, hol öber"den Fluss überquert.

Geworben wird unter dem Motto "Mit 17 Fähren musst du fahr'n, über 13 Brücken musst zu geh'n" aber auch für Wohnmobilplätze unweit der 105 Jahre alten, für das Unesco-Welterbe vorgeschlagenen Schwebefähre Osten - Hemmoor sowie an der Elbfähre Glückstadt - Wischhafen; sie stellt die Verbindung her zwischen dem niedersächsischen und dem schleswig-holsteinischen Teil der länderübergreifenden Route.

Neben der faszinierenden Elbmündung wird insbesondere der 98 Kilometer lange Nord-Ostsee-Kanal empfohlen: Für die Nutzer von Plätzen an der meistbefahrenen Schifffahrtsstraße der Welt sind die "Traumschiffe zum Greifen nahe".

Entlang der gesamten Erlebnisroute können - wie in Kiel, Brunsbüttel und Wischhafen - maritime Museen besucht und insbesondere "alle Möglichkeiten erfahren werden, die der Mensch je erfahren hat, ein Gewässer zu queren: Furt, Tunnel, Fähren und Brücken aller Art". Den krönenden Abschluss bietet die Landeshauptstadt Kiel mit der skurrilen Hörnbrücke und den gigantischen "Kreuzfährschiffen" auf Skandinavienkurs.

Auch nach Süden lässt sich die Route leicht verlängern. Das Faltblatt verweist auf detaillierten Web-Angaben zu diversen Stellplätzen am Oberlauf der Oste im Landkreis Rotenburg/Wümme (www.tourow.de).

Weitere Informationen über die Deutsche Fährstrasse (auch über deren Fahrrad- und Wassersport-Route) bietet die Website www.deutsche-faehrstrasse.de. Das Wohnmobil-Faltblatt kann über www.wingst.de (Service / Prospektbestellung) angefordert werden.



Ein Oste-Oscar auch
von David McAllister

Zum zehntenmal Verleihung des "Goldenen Hechts" / Buch- und Filmpremiere im Ostener "Osteland-Festhaus"

30. 1. 2014. Zu den Sponsoren zählt in diesem Jahr auch David McAllister: Niedersachsens Ex-Ministerpräsident hat einen der sieben "Goldenen Hechte" gestiftet, die alljährlich im Frühjahr als Oste-Kulturpreis für Verdienste um die Region beiderseits des längsten Nebenflusses der Niederelbe verliehen werden.

Die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., die 2004 in Osten gegründet worden ist, bietet über 200 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und Vereinsleben am Sonntag, 16. Februar, ab 10 Uhr, im
Osteland-Festhaus des Schwebefährendorfs ein Jubiläumsprogramm: Bereits zum zehnten Mal wird dann unter der Schirmherrschaft der Landräte der Oste-Landkreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg/Wümme der mit insgesamt 3.500 Euro dotierte und in sieben Kategorien vergebene Preis verliehen.

Zwischen Sektempfang und dem traditionellen Fischessen wird der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert, eines der elf Gründungsmitglieder der AG Osteland, an die Entstehung der inzwischen über 530 Mitglieder umfassenden "Lobby für die Oste" vor zehn Jahren erinnern.

Auf dem Programm, das wieder von der Hamburger Gruppe "Jazz-Duo & Friends" musikalisch umrahmt wird, stehen neben der Beamer-Präsentation "Zehn Jahre für die Oste in 100 bewegenden Bildern" zwei Premieren.

Die Besucher der Matinee erleben die Uraufführung des 45-minütigen Films "Ein Sommerausflug entlang der Oste" von Claus List (Freiburg/Bremervörde) und die Präsentation einer neuen Osteland-Veröffentlichung mit dem Titel "Im Zeichen des Goldenen Hechts" (Erstverkaufstag 16. Februar, 90 Seiten, 6 Euro, Verlag Druckpartner Hemmoor, ISBN 978-3-9808377-6-7).

Darin dokumentiert der AG-Osteland-Vorsitzende und Journalist Jochen Bölsche (Osten) das beharrliche Bürgerengagement für die abgelegene ländliche Region am längsten Nebenfluss der Niederelbe und insbesondere die Arbeit der AG Osteland, der unter anderem  auch 50 Samtgemeinden und Gemeinden, Vereine und Verbände angehören.

Als "Erfolgsgeschichte, womöglich mit Modellcharakter", wird darin die Arbeit des Vereins beschrieben, der sich mittlerweile zu Deutschlands größter ehrenamtlich geführter Flussgebietskooperation entwickelt hat: "Mit auf den Weg gebracht haben mehr als 500 ehrenamtliche Mitstreiter unter anderem die Wiedereinbürgerung des ausgerotteten Kaviarfischs Stör, einen Unesco-Welterbeantrag für den 'Eiffelturm des Nordens', die Schwebefähre über der Oste, und das Literaturprojekt Krimiland Kehdingen-Oste."

Porträtiert werden in dem Buch auch die rund 80 Mitglieder der "Ehrenlegion des Ostelandes", die zwischen 2005 und 2014 mit dem Ostekulturpreis - im Volksmund "Oste-Oscar" genannt - ausgezeichnet worden sind.

Über die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger wird bis zum "Tag der Oste" wie üblich Stillschweigen bewahrt. Bei der AG Osteland ist nur zu erfahren, dass je zwei Goldene Hechte in die Kreise Rotenburg, Stade und Cuxhaven gehen, ein weiterer Preisträger lebt außerhalb Niedersachsens.

Kein Geheimnis macht Osteland-Schatzmeister Johannes Schmidt (Hemmoor) aus den Namen der Stifter: Sponsoren sind in diesem Jahr außer David McAllister die Kreissparkasse Wesermünde-Hadeln, die Norddeutsche FEAM (Schneverdingen), die Kanzlei Zeeck, Rehm & Zeeck (Cadenberge), die Unternehmergemeinschaft Hemmoor, die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen sowie die Osteland-Mitglieder Johanna Milan (Hemmoor) und Henning Kuhne (Oberndorf).

Gut einen Monat nach dem 10. Tag der Oste folgt am Montag, 24. März, 19.30 Uhr, im Oste-Hotel in Bremervörde die Jahreshauptversammlung der AG Osteland. Vom 9. bis zum 18. Mai feiert der Verein das zehnjährige Bestehen der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel.



Fluss-Lobby feiert Jubiläum

Zehn Jahre AG Osteland und Deutsche Fährstraße / Verein plant Feste "von der Vörde über die Förde zum Fjord" / Im Februar wieder Verleihung der "Oste-Oscars" / Zukunft des Landlebens bereitet Sorgen

14. 1. 2014. . Die Oberndorfer "Kombüse 53° Nord" servierte dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Osteland e.V. zur Feier des Tages heimischen Lachs mit Zutaten aus den Ortsteilen Hasenfleet und Ahrensflucht. Anlass: Vor zehn Jahren hatten elf Ostefreunde im Ostener "Fährkrug" die "Lobby für die Oste" gegründet, die sich mittlerweile zu Deutschlands größter ehrenamtlich geführter Flussgebietskooperation mit 530 Mitgliedern aus den Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg entwickelt hat, darunter mehr als 50 Samtgemeinden, Gemeinden, Vereine und Verbände.

Zum Start ins Jubiläumsjahr wurden die Vorstandsmitglieder Renate Bölsche, Johannes Schmidt und Bernd Jürgens, die ebenso wie Vorsitzender Jochen Bölsche dem Verein seit der Gründungsversammlung angehören, mit der Ehrennadel "Goldener Fährmann" ausgezeichnet.

Weit gediehen sind die Planungen für das Festjahr, an denen ein rund 30-köpfiges Team beteiligt ist, das sich Ende letzten Jahres konstituiert hat. Im Mittelpunkt steht das Jubiläum der von der AG Osteland konzipierten und im Mai 2004 eröffneten Deutschen Fährstrasse Bremervörde - Kiel. Gefeiert werden soll unter dem Motto "Zehn Jahre - zehn Tage - zehn tolle Touren" an rund 50 Gewässerquerungen und maritimen Sehenswürdigkeiten zwischen der "Vörde" (Furt) in Bremervörde und der Kieler Förde. Sogar ein Abstecher zum Oslo-Fjord ist geplant.

Einen Tag nach der Eröffnungsveranstaltung am Freitag, 9. Mai, im Bremervörder Oste-Hotel beginnt ein Geschwadertörn mit Booten diverser Wassersportclubs in Richtung Kiel. Am Sonnabend, 10. Mai, laden die Schwebefähre in Osten und die Prahmfähren in Gräpel und Brobergen gemeinsam zum "Oste-Fähren-Tag".

Am Montag, 12. Mai, können auf Anregung der Bremervörder Touristiker Benjamin Bünning und Barbara Norden Radfahrer aus der Region zu einer fünfteiligen Staffelfahrt nach Gräpel, Hechthausen, Osten, Oberndorf und Neuhaus starten. Der ADFC Cuxhaven setzt die Tour unter der Leitung von Peter und Monika Prüss (Osten) fort über Glückstadt, Burg/Dithmarschen und Rendsburg, wo Aktive vom OTSV Osterrönfeld sie am 20. Mai in Kiel abschließen.

Auf dem Jubiläumsprogramm stehen weiter Schiffstouren mit dem Oste-Oldtimer "Mocambo", Wanderungen und Rundgänge zum Beispiel mit der Neuhäuser Historienbruderschaft "Lumpenhunde", eine Fähren-Ausstellung des Heimatvereins Geversdorf und etliche weitere Radtouren an der "Fährienstraße".

Tourenleiter sind Albertus Lemke (TSV Oberndorf), Ilse von Lacroix und Erhard Suhr (ADFC Stade) sowie Dieter Tiedemann (Radsport Hemmoor). Die Rennradsparte des RS Hemmoor unter der Leitung von Kai Kmuche und Uwe Löwe plant sogar ein Schwebefähren-Radrennen über 110 Kilometer "von Lady zu Lady": von der "Eisernen Lady" zwischen Rendsburg und Osterrönfeld bis zur "Schwesterfähre" Osten - Hemmoor.

Der Shantychor Hemmoor/Lamstedt offeriert die weiteste Tour auf der "Fährienstraße" - und darüber hinaus: Rund 60 Sänger und Fans verlängern bei einer dreitägigen Bus-Schiffstour die maritime Route aus Anlass des Jubiläums mit Hilfe eines norwegischen "Kreuzfährschiffs" bis in den Oslo-Fjord; am Start- bzw. Endpunkt der Route, am Kieler Fährhafen, und auf der "Color Fantasy" sind Gastauftritte der Sänger vorgesehen.

Nach der Rückkehr planen die Chorleiter Rainer Kupke und Gerd Drewes für Sonntag, 18. Mai,ein Shanty-Festival an der Oste mit Gastchören von der gesamten Deutschen Fährstraße. Über den aktuellen Planungsstand für die Fährstrassen-Festdekade informiert die Osteland-Website www.2014.oste.de.

Bereits für Montag, 24. März, 19.30 Uhr, lädt die AG Osteland zu ihrer Jahreshauptversammlung ins Bremervörder Oste-Hotel. Auf der Tagesordnung steht neben Neuwahlen unter anderem ein Vortrag des Darmstädter Dipl.-Ing. Rolf Höhmann. Im Auftrag in- und ausländischer Schwebefährenstädte erarbeitet der Industriearchäologe den supranationalen Sammelantrag auf Verleihung des Unesco-Welterbetitels an die rund 100 Jahre alten maritimen Baudenkmäler in Argentinien, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland.

Einen besonderen Höhepunkt bietet rund einen Monat vorher, am 16. Februar, 10 Uhr, der 10. "Tag der Oste" im Ostener "Osteland-Festhaus". Neben der alljährlich mit Spannung erwarteten Verleihung des mit insgesamt 3500 Euro dotierten Ostekulturpreises "Der Goldene Hecht", genannt "Oste-Oscar", steht eine Uraufführung auf dem Programm: Premiere hat der 45-minütige Ostefilm "Menschen am Fluss" des ehemaligen Lamstedter Schulleiters Claus List.

Vor rund 300 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur wird der Osteland-Vorstand außerdem in seinem traditionellen Jahresbericht positive Entwicklungen, aber auch Besorgnis erregende Tendenzen im Osteland ansprechen - vom drohenden Ärztemangel über die mangelhafte Verkehrsanbindung der Region bis zur Gefährdung einer kindgerechten Schulstruktur im ländlichen Raum.



Proteststurm gegen 
Einsparversuche 

3. 12. 2013. Während Meteorologen Orkanwarnungen für Norddeutschland verbreiteten, erlebten Behördenvertreter am Dienstag im Hemmoorer Rathaussaal einen Proteststurm: Zwei Dutzend Vertreter von Sport- und Berufsschifffahrt sowie der Fischerei entlang  der Tide-Oste zwischen Bremervörde und der Mündung bei Balje waren vom Kreis Cuxhaven zu einem Informationsgespräch eingeladen worden. Heiß umstrittenes Thema: eine
vorgesehene "Änderung im Betrieb der Brücken hinsichtlich der Besetztzeiten". 

  Während sich Behördenvertreter von einem zeitweisen Ersatz der Brückenwärter-Präsenz durch eine
  Rufbereitschaft Einsparungen erhoffen, fürchten Wassersportler, aber auch "Mocambo"-Kapitän Caspar
  Bingemer (Oberndorf) und "Ostetal"-Berufsfischer Walter Zeeck (Geversdorf) eine erschwerten Zugang zur
  Oste und damit eine Attraktivitätsminderung für das Revier - mit Auswirkungen bis hinauf nach
  Bremervörde. 

 Schon jetzt sei die Oste aufgrund einer Untiefe in Mündungsnähe, des Sperrwerks bei Neuhaus und der
 Klappbrücken in Geversdorf und Oberndorf für Gastschiffe zeitweise nicht leicht erreichbar. Jede weitere
 Beeinträchtigung des Zugangs etwa durch Anmelde- und Wartezeiten sei - auch angesichts fehlender
 Warteschlengel und Informationstafeln sowie der Funklöcher zwischen den Deichen - "nicht hinnehmbar",
 erklärte Bernd Jürgens (Hemmoor) vom "Blauen Netz Oste", dem Arbeitskreis Schifffahrt und Gewässer der
 AG Osteland. 

 Die rückläufige Zahl der Wassertouristen auch auf der Oste erfordere statt Einschränkung der
 Passierbarkeit - ganz im Gegenteil - mehr Service, mehr Information und mehr Werbung für die
 Flussregion, meint die AG Osteland, die schon im Frühjahr Sparmaßnahmen auf Kosten des Wassertourismus
als  Schildbürgerstreich bezeichnet hatte. 

  Als "kompliziert" gelte die Oste vielen auswärtigen Seglern schon jetzt, warnte Bert Frisch (Oberndorf),
  Beiratsvorsitzender des Vereins "Transocean", davor, "die Dinge noch weiter zu komplizieren". Dr. Manfred
  Toborg vom Vorstand des Wassersportclubs Osten (WSCO) bestätigte, er habe "solche Schwierigkeiten mit
  Brücken wie an der Oste noch nie erlebt", obwohl er "weltweit rumgesegelt" sei. 

  Vertreter verschiedener Vereine warnten davor, um tatsächlicher oder vermeintlicher Einsparungen willen neue
  "Nadelöhre" zu schaffen. Damit würden die in den letzten Jahren erkämpften Millionen-Investitionen von EU
  und Kommunen entwertet, mit denen neue Schiffsanleger in Balje, Oberndorf, Osten, Großenwörden,
  Hechthausen-Klint, Brobergen und demnächst Kranenburg (ab Mai 2014) geschaffen worden sind. 

  Wenn Wassersportler künftig einfacher zu erreichende Reviere bevorzugten, hätte dies nicht nur für die
  Flussgastronomie, sondern auch für die Vereine schmerzliche Folgen. Die heimischen Wassersportler
  nämlich haben mit erheblichem Aufwand neue Sanitärgebäude (Geversdorf) und Tourismusstege
  (Oberndorf) gebaut. Viele sind wie die Neuhäuser Segler auf die Einnahmen von Gastliegern angewiesen, um
  etwa die regelmäßig anfallenden Baggerarbeiten vornehmen zu können. 

  Zugunsten erhoffter Einsparungen in einem Behörden-Teilhaushalt drohe darüber hinaus auch jahrelang
  erbrachtes ehrenamtliches Engagement konterkariert zu werden. Als Beispiel genannt wurden von den Vereinen
  geschalteten Annoncen in Skippermagazinen oder die spendenfinanzierten Osteland-Werbeaktionen mit
  Flaggen ("Lust auf Osteland") und auf Stellwänden ("Der Fluss, der alles hat") sowie mit insgesamt rund
  150.000 "Oste-Hafenführern" und Faltblättern über die "Blaue Route" der Deutschen Fährstraße
  zwischen Oste und Ostsee. 

 AG-Osteland-Vize und Wasserbau-Ingenieur Walter Rademacher (Neuhaus) und Wassersportler wie Eddy
  Uhtenwoldt und Eybe Schönteich von der Segler-Gemeinschaft Oberndorf (SGO) kritisierten, dass die
  Möglichkeit langfristiger Einsparungen durch eine Fernbedienbarkeit der Klappbrücken nach dem Vorbild
  Dutzender in- und ausländischer Flüsse offenbar nicht ernsthaft erwogen und geprüft worden sei. 

  Angesichts dieser Umstände seien die behördlichen Absichten für die Vereine nicht akzeptabel, erklärte Jürgen
  Hinck, Vorsitzender der Segler-Vereinigung Oste Hemmoor (SVOH): "Freiwillig werden wir unsere Seele
  und unsere Osteheimat nicht verkaufen." 

  Der Hemmoorer Samtgemeinde-Bürgermeister, Oberdeichgrefe und Kreispolitiker Hans Wilhelm Saul (SPD)
  erklärte dazu, er teile die Sorgen der Wassersportler. Er kündigte an, das hannoversche Wirtschaftsministerium
  einzuschalten, das für eine Stärkung des Wassertourismus eintritt. 

  Außerdem will Saul sich im Kreistag dafür einzusetzen, dass der besonders teure Geversdorfer
  Brückenbetrieb unter Beibehaltung der bewährten Öffnungskonditionen ausgeschrieben und
  gegebenenfalls an einen günstigeren Anbieter neu vergeben wird. Diese Vorgehensweise, die nun von der
  Verwaltung geprüft werden soll, fand auch die Zustimmung der Vereinsvertreter. 



Grünes Netz präsentiert
"Juwelen" an der Oste

Naturschutzprojekte am Fluss finden internationale Anerkennung / Unterstützung für Gnarrenburger Moorschutz-Initiative

30. 11. 2013. Natur- und Umweltschutzprojekte und -initiativen an der Oste haben in jüngster Zeit viel Anerkennung gefunden, bis hin zur UNO. Das war Anlass für das "Grüne Netz Oste", den Arbeitskreis Natur- und Umweltschutz der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland, bei einem Workshop in Bremervörde-Elm (Landkreis Rotenburg) einem Fachpublikum einige der weithin geschätzten "Juwelen" vom Fluss vorzustellen.

Vor zwei Dutzend Vertretern von Naturschutzorganisationen und -institutionen zwischen der Quellregion bei Tostedt (Landkreis Harburg) und der Mündung bei Balje (Landkreis Stade) berichtete Wolfgang Schütz aus Osten (Landkreis Cuxhaven), Sprecher des Arbeitskreises Wanderfische Oste, in "Schomakers Landgasthof" über die Bemühungen um Wiederansiedlung des vor rund 100 Jahren ausgerotteten Europäischen Störs.

Die Wiedereinbürgerung des Kaviarfischs insbesondere in der Oste finde, so Schütz, weit über die Region hinaus zunehmend Beachtung: Sie sind im September als "Beispielprojekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt" ausgezeichnet worden. Der Stör selber wurde mittlerweile zum "Fisch des Jahres 2014" ausgerufen (wir berichteten).

Anerkennung zollte das Grüne Netz, das sich als kreis- und verbandsübergreifende Interessenvertretung des Naturschutzes im Oste-Einzugsbereich versteht, dem NLWKN, der Gemeinde Sittensen und den Unterhaltungsverbänden an der Oberen und Unteren Oste: Sie alle haben unter anderem mit dem Bau von Sohlgleiten und Fischtreppen dazu beigetragen, den längsten Nebenfluss der Niederelbe den Bedürfnissen von Lachs, Stör und Meerforelle anzupassen.

Wolfgang Schütz und der Zevener Artenschutz-Pionier und "Lachsvater" Ernst Peters gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass bald auch das Bremervörder Wehr, die allerletzte Barriere im Flusslauf, möglichst bald wanderfischgerecht gestaltet wird.

Überregionaler Anerkennung erfreuen kann sich auch eine weitere Hauptreferentin des Abends, Dr. Clivia Häse, Geschäftsführerin des Natureums Niederelbe an der Ostemündung in Balje: Die im Frühjahr eröffnete faszinierende neue Natureum-Dauerausstellung "Lebensader Elbstrom" ist von der Deutschen Unesco-Kommission als Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet worden.

Über eine enorme Vielfalt an Angeboten als Freizeitziel und außerschulischer Lernort, die das Natureum bietet, informierte Dr. Häse mit einer Beamer-Schau über die Dauer- und Sonderaustellungen, den Küstenzoo und den Küstenpark sowie die Schiffstouren zu den nahen Seehundbänken.

Besonders erfreulich ist aus Sicht der AG Osteland, dass das Natureum - neben der Bremervörder NABU-Umweltpyramide einer der "Glanzpunkte der Umweltpädagogik an der Oste" - vom nächsten Jahr an über einen neuen Eingangs- und Erlebnisbereich mit Fahrradstation verfügen wird, der auch die Attraktivität des dort beginnenden bzw. endenden Oste-Radwegs Tostedt - Balje weiter steigern wird.

Als Sprecher der "zurzeit wohl erfolgreichsten niedersächsischen Bürgerinitiative" begrüßt wurde beim Grünen Netz die Gnarrenburgerin Martina Leitner und ihre Mitstreiter. Die von über 3000 Bürgern zwischen Oste und Teufelsmoor unterstützte "BI für den Erhalt der Moore und die Zukunft der Dörfer" habe mit Beharrlichkeit, aber auch Verbindlichkeit wichtige Weichenstellungen für die Region ermöglicht.

So gab die Initiative nach Gesprächen in Hannover mit Umweltminister Stephan Wenzel und Agrarminister Christan Meyer den Anstoss für eine mit Kreis- und Gemeindepolitikern und weiteren Akteuren abgestimmte "Gnarrenburger Erklärung". Darin wird anstelle des bisherigen Vorranggebietes für Torfabbau eine "Modellregion" anstrebt - ein Konzept, das auch von der AG Osteland unterstützt wird.

Dort sollen nach den Vorstellungen der Initiatoren neben extensiver und intensiver Landwirtschaft sowie sanftem Tourismus auch die Torfabbauunternehmen, eingebunden in ein sozial- und naturverträgliches Gesamtkonzept, ihren Platz finden. Auf eine im bayrischen Frankenwald gelungene vorbildliche Mischung aus Landschaftspflege und sanftem Tourismus konnte anschließend der Klenkendorfer Ortsbürgermeister Johann Steffens berichten.

Zu Beginn des Workshops war über das neu erschienene Osteland-Buch mit dem Titel "Kunst und Genuss am Ostefluss" informiert worden, das der naturverträglichen Herstellung regionaler Nahrungsmittel gewidmet ist.

An den jüngsten Veranstaltungen des Grünen Netzes, drei Exkursionen zur Vogelzug-Beobachtung an der Ostemündung und in die Kranichreviere am Rande des Teufelsmoors, haben insgesamt 160 Ostefreunde teilgenommen. Für die Organisation dieser "Touren in die Natur", die im Frühjahr fortgesetzt werden sollen, dankte AG-Osteland-Vorsitzender Jochen Bölsche den Mitgliedern Gerd-Michael Heinze (Osten), Clivia Häse (Wingst), Albertus Lemke (Oberndorf), Hans-Hermann Tiedemann (Elm) und Frauke Klemme (Gnarrenburg) sowie Axel Roschen von der Umweltpyramide Bremervörde.

Bei dem Workshop vertreten waren unter anderem der Naturschutzbund Bremervörde-Zeven, die Bürgerinitiative gegen die Deponie Haaßel (Samtgemeinde Selsingen), das Netzwerk Sauberes Trinkwasser (Samtgemeinde Sittensen), der Ostepachtverband (Samtgemeinde Hemmoor) und das Waldmuseums Wingst (Samtgemeinde Am Dobrock), das jüngst von der Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen als "Projekt des Monats" ausgezeichnet worden ist.

Web-Tipps:

www.osteland.de
www.natureum-niederelbe.de
www.oste-stoer.de
www.moorschutz-gnarrenburg.de




Osteland feiert zehn
Jahre "frohe Fährien"

Dreißigköpfiges Planungsteam aufgestellt -  Buntes Programm zu Wasser und zu Lande -  Oste-Fähren-Tag und Shantychor-Treffen -  "Zehn Jahre, zehn Tage, zehn Touren"

13. 11. 2013. Vertreter aus Touristik, Kultur, Naturschutz und Sport aus den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg sowie aus Schleswig-Holstein planen für die Zeit vom 9. bis zum 18. Mai 2014 eine bunte Veranstaltungsreihe zum zehnjährigen Bestehen der rund 250 Kilometer langen Deutschen Fährstrasse Bremervörde - Kiel, deren Slogan seit dem Frühsommer 2004 "frohe Fährien im frischen Norden" verspricht.

Auf Einladung des Trägers der Route, der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. unter Vorsitz von Jochen Bölsche, hat sich im Ostener Gasthaus "Zum Alten Amtsgericht" ein dreißigköpfiges Planungsteam konstituiert, das im Mai gemäß dem Motto "Zehn Jahre, zehn Tage, zehn Touren" zeigen will, auf welch vielfältige Weise sich die sogenannte Blaue, Rote und Grüne Route der "Fährienstraße" nutzen lassen. 

Einbezogen in die Planungen ist auch der 2011 konzipierte Oste-Radweg von der Quellregion bei Tostedt (Kreis Harburg) bis zur Mündung bei Balje.

Geplant sind entlang der Strecke, die der Geschichte der Gewässerquerungen - von Furt über Brücke, Fähre und Tunnel bis zum Hochseeschiff - gewidmet ist, vielerlei Angebote: Deichwanderungen, Rad- und Rikscha-Touren, Bus- und Bahnausflüge sowie der Einsatz verschiedenster Wasserfahrzeuge vom Kanu bis zu den "Kreuzfährschiffen", die den Endpunkt der Route, den Kieler Fährhafen, mit dem Oslo-Fjord verbinden.

Zu einem gemeinsamen "Oste-Fähren-Tag" am Sonnabend, 10. Mai, werden die Fährenbetreiber am Fluss einladen, wie Initiator Karl-Heinz Brinkmann von der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten - Hemmoor ankündigt.

Die Prahmfähre "Helmut Hudaff" in Brobergen (Kreis Stade) hat besonderen Grund zum Feiern: Sie wird 2014, so Fährvereinsvorsitzender Günther Schimkatis, 90 Jahre alt. 

Für das Hechthausener Fähr- und Naturerkundungsboot "Püttenhüpper" steht voraussichtlich rechtzeitig zum Fährstrassen-Jubiläum eine neue Anlegestelle in Kranenburg zur Verfügung.

Eine Neuauflage finden soll im Mai das norddeutsche Shantychor-Treffen, das erstmals im "Jahr der Oste" 2009 in Hemmoor-Schwarzenhütten mit sechs Gastchören stattgefunden hat. Auftritte plant der Shantychor Hemmoor, wie Chorleiter Gerd Drewes ankündigte, auch auf einer Seereise vom 14. bis 16. Mai mit dem Fährschiff "Color Fantasy" nach Norwegen.

Mit speziellen Angeboten unter anderem der Gästeführer der Historienbruderschaft "Lumpenhunde" sollen Wohnmobilisten im Mai auf den idyllischen neuen Uferplatz in Neuhaus und an weitere attraktive Ziele an der "Strasse der Wohnmobile" gelockt werden, wie Walter Rademacher und Gerald Bruns vom Tourismus- und Gewerbeverein Neuhaus mitteilen.

Für Caravan-Freunde ebenso wie für Motorradtouristen plant die AG Osteland, so der 2. Vorsitzende Rademacher, zum Jubiläumsjahr spezielle Zielgruppen-Faltblätter. Neu aufgelegt werden der Osteland-"Hafenführer", der die Blaue Route der Fährstrasse propagiert, und die beliebte Gratis-Radwanderkarte, die auch den Oste-Radweg umfasst und von der bereits fast 135.000 Exemplare verbreitet worden sind.


Die Mocambo auf der Blauen Route

Ebenso wie das Oste-Fahrgastschiff "Mocambo" bieten im Jubiläumszeitraum auch schleswig-holsteinische Reedereien Schiffstörns auf der "Blauen Route" der Fährstrasse an, unter anderem mit dem Raddampfer "Freya"  auf dem Nord-Ostsee-Kanal zwischen Rendsburg und Kiel.

Einbezogen in die Jubiläumsplanungen ist die Elbfähre Glückstadt - Wischhafen. Die Linie, die den niedersächsischen mit dem schleswig-holsteinischen Teilabschnitt der Route verbindet, feiert nächstes Jahr ihr 95-jähriges Bestehen.

Wie Eddy Uhtenwoldt (Wingst), Eybe Schönteich (Oberndorf) und Werner Breves (Hemmoor) vom Blauen Netz Oste ankündigen, wird für Mitte Mai ein gemeinsamer Termin für das Ansegeln, Anrudern und Anmotoren der Wassersportvereine angestrebt. Eine "Geschwaderfahrt" der Skipper soll, so die Mitorganisatoren Bert und Marlene Frisch sowie Dieter und Christel Dede (Oberndorf), von Bremervörde in Richtung Kieler Förde führen.


Motiv aus dem Fährstraßen-Kalender

Viel Anklang fand bei dem Planungstreffen ein Fotokalender mit Motiven von früheren Fährstraßen-Touren, zusammengestellt von dem Ostener Peter Prüss. Der langjährige Tourenleiter des ADFC Cuxhaven will ebenso wie Torsten Rehm und Dieter Tiedemann (Radsport Hemmoor) und Erhard Suhr (ADFC Stade) auch 2014 Fahrradfreunde für organisierte Touren auf der maritimen Route begeistern.

Willkommen sind Veranstalter, die für die zehn Tage im Mai weitere Ideen umsetzen möchten, etwa kulturelle Beiträge von Vereinen und Museen entlang der Route. Passend wären auch Sportangebote wie ein Wettbewerb im Stockspringen über Ostegräben, eine fast vergessene Art traditioneller Gewässerquerung, ferner Planwagentouren oder ein Geocaching-Event, wie es Dobrock-Touristiker und Osteland-Vorstandsmitglied Michael Johnen vorschwebt.

Über eine Staffelfahrt für junge Radler würden sich die erfahrenen Bremervörder Touristik-Experten Benjamin Bünning und Barbara Norden freuen. Beide haben im Sommer wertvolle Erfahrungen mit der Organisation des höchst erfolgreichen Vörder Seefests gesammelt, in das die Jubiläumsfeier des bereits 2003 eröffneten Radweges "Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer" eingebettet war.

Den Auftakt der jetzt in Planung befindlichen Veranstaltungsreihe wird ein festlicher Empfang am Freitag, 9. Mai, im Oste-Hotel in Bremervörde bilden - im selben Saal, in dem Anfang Mai 2004 die Deutsche Fährstrasse mit Grußworten der Ministerpräsidenten aus Kiel und Hannover eröffnet worden war.

Zuvor soll ein Spaziergang angeboten werden, der unter anderem zur ehemaligen Furt (Vörde) führt, der die Stadt Bremervörde ihren Namen verdankt, sowie zur ersten Fähre an der Ferienroute, einer funktionsfähigen Mini-Prahmfähre auf dem Kinderspielplatz am Vörder See.

Am 11. Mai folgt dann eine Tour zu Land und zu Wasser mit Wanderführer Albertus Lemke (TSV Oberndorf) von der Gräpeler Fähre nach Hechthausen-Klint. Weiter geht es mit der "Mocambo" von Käpt'n Caspar Bingemer zum Oberndorfer Fährmann-Denkmal und zum benachbarten Restaurantschiff "Ostekieker", einer früheren Ostseefähre.

Angebote weiterer Veranstalter entlang der Ferienstrasse für den Zeitraum vom 9. bis 18. Mai nimmt die AG Osteland gern entgegen (E-Mail: renate.boelsche@gmx.de). 

Die Hinweise werden aufgenommen in eine soeben freigeschaltete Termindatenbank (www.2014.oste.de) und in das nächste "Osteland-Magazin" der Heimatzeitungen, das zum 10. Tag der Oste am 16. Februar im Osteland-Festhaus in Osten erscheint.



"Mit Rikscha und Raddampfer" 

"Fährienstraße" feiert Geburtstag / Vorbereitungstreffen bereits am 11. November / AG Osteland plant "Zehn Jahre, zehn Tage, zehn Touren" / Jubiläumsveranstaltungen zwischen Bremervörde, Kiel und Oslo / Von der Furt über die Förde zum Fjord

6. 11.2013a. Anfang Mai 2004 war mit Grußworten der Ministerpräsidenten in Hannover und Kiel die "Deutsche Fährstrasse" als 150. deutsche Ferienroute eröffnet worden. Zehn Jahre danach will die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. als Trägerin der Route das Jubiläum feierlich begehen: Unter dem Motto "Zehn Jahre, zehn Tage, zehn Touren" soll die "Fährienstraße" vom 9. bis zum 18. Mai 2014 zwischen den Endpunkten Bremervörde (Landkreis Rotenburg) und Kiel mit zehn verschiedenen Fortbewegungsmitteln befahren werden können.

"Von der Rikscha bis zum Raddampfer" wird das Angebot reichen, das bei einem Vorbereitungstreffen am Montag, 11. November, 19 Uhr, im Ostener Gasthaus "Altes Amtsgericht", Lange Strasse, präzisiert werden soll. Zugesagt haben Vertreter von Heimat-, Sport- und Fährvereinen, Segel- und Rudersportclubs, Tourist-Infos und Shantychören.

Die Veranstalter wollen es ermöglichen, die Rote, Blaue und Grüne Route der rund 250 Kilometer langen Deutschen Fährstrasse für Autofahrer, Biker und Wohnmobilisten, Wassersportler und -touristen bzw. Radler und Wanderer auf möglichst vielfältige Weise erlebbar zu machen. Willkommen sind für den Jubiläumszeitraum auch kulturelle Veranstaltungsangebote entlang der Stecke mit ihren 50 Brücken, Fähren und maritimen Museen, an der alle Möglichkeiten erfahren werden können, die der Mensch je ersonnen hat, um ein Gewässer zu queren.

Über die bisherigen Endpunkte hinaus, Bremervördes historische Furt und Kiels Förde, soll die Fährstrasse im Jubiläumsjahr gleichsam über die Ostsee bis an den Oslo-Fjord ausgedehnt werden - per Gruppenreise auf einem der grossen norwegischen "Kreuzfährschiffe", die in Kiel in See stechen.

Angestrebt wird nicht nur, die Termine für das Anmotoren, Ansegeln und Anrudern der Wassersportvereine 2014 in den Jubiläumszeitraum zu legen, sondern auch ein "Oste-Fähren-Fest" zwischen Gräpel (Kreis Stade) und Hemmoor (Kreis Cuxhaven) sowie Flusswanderungen, eine Wohnmobil-Sternfahrt nach Neuhaus und Tourenfahrten verschiedener Radsportvereine. 

"Das wird die grösste Gemeinschaftsveranstaltung am Fluss seit dem Jahr der Oste 2009," hofft Osteland-Vorsitzender Jochen Bölsche. Damals hatte die AG Osteland aus Anlass des Hundertjährigen der Schwebefähre Osten - Hemmoor über 200 Veranstaltungen in der Flussregion koordiniert und beworben.

Feststehen soll das Programm für das Jubiläum der "Fährienstraße" bis zum 10. Tag der Oste, der am Sonntag, 16. Februar, im Osteland-Festhaus in Osten gefeiert wird und zu dem die Verlage der Heimatzeitungen an der Oste eine neue Ausgabe des "Osteland-Magazins" planen.
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Die in Osten konzipierte und 2004 eröffnete Deutsche Fährstraße wird von der Deutschen Zentrale für Tourismus mittlerweile in allen Weltsprachen beworben. Sie diente sogar zweimal eigens nach Deutschland angereisten japanischen Touristikern als Vorbild. Ein Spiralo-Radführer und 135.000 von der AG Osteland herausgegebene und auf Reisemessen verteilte Faltkarten informieren über die Streckenführung.

Vom mdr-Publikum wurde die maritime Route auf Platz zwei der "Traumstraßen Deutschlands" gewählt. Das britische Tourismus-Portal mygermancity.com präsentiert die "German Ferries Route" als "one of Germany’s Top 3 Scenic Routes". Bei seinem jüngsten Neujahrsempfang würdigte Bundespräsident Joachim Gauck die Ostener Initiative zur Gründung der Deutschen Fährstraße.

Seit der Eröffnung wurde der Charakter der Ferienstraße durch weitere Attraktionen verstärkt, darunter eine historische Ausstellung im Broberger Fährkrug, die neue Hechthausener Ostefähre "Püttenhüpper", die Oberndorfer Modell-Prahmfähre und die Fährmann-Statue, die Hemmoorer Welt-Schwebefähren-Infomeile, die museale Ostener "Fährstuv" und die maritime Ausstellung im restaurierten Baljer Leuchtturm. 

Im Jubiläumsjahr wird die rund 250 Kilometer lange Route weiter aufgewertet, unter anderem durch die Neugestaltung des Ostener Fährplatzes und des Hemmoorer Fährkopfes, eine neue Fahrradstation im Eingangsbereich des Natureums Niederelbe sowie einen Bootsanleger in Kranenburg, der die in den letzten Jahren entstandenen Anlegestellen entlang der "Blauen Route" in den Osteorten Balje, Oberndorf, Osten, Grossenwörden, Hechthausen-Klint und Brobergen komplettiert.




"Oste-Stör" wird Fisch des Jahres

Nationaler Dachverband würdigt Wiederansiedlungsprojekt / Thema beim "Grünen Netz" in Bremervörde

6. 11.2013b. Große Freude an der Oste: Der einst auch im längsten Nebenfluss der Niederelbe heimische, vor rund hundert Jahren ausgerottete und seit fünf Jahren hier zwecks Wiedereinbürgerung freigesetzte "Europäische Stör" (Acipenser sturio) ist zum "Fisch des Jahres 2014" ausgewählt worden. 

Der Deutsche Angelfischerverband, ein Zusammenschluss des bisherigen Verbandes Deutscher Sportfischer (VDSF) und des Deutschen Angler Verbandes (DAV), hat die Wahl getroffen, um auf die Gefährdung des nur noch in der französischen Gironde heimischen Urzeitfischs hinzuweisen. Abgestimmt worden ist die Benennung mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF).

Die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. sieht sich durch die Nominierung des "Oste-Störs" in ihrer Forderung bestätigt, das ökologisch wichtige Gewässersystem zwischen Oste und Elbe wieder "wanderfischgerecht" zu gestalten, die Laichmöglichkeiten für Stör, Lachs und Meerforelle zu erweitern und letzte Barrieren wie das Bremervörder Wehr durch Sohlgleiten und ähnliche Aufstiegshilfen zu ersetzen. 

In der Begründung zur Wahl des "Fischs des Jahres" wird ausdrücklich auch die Oste genannt. Die "Anstrengungen zur Wiedereinbürgerung dieses beeindruckenden Bewohners unserer Fließgewässer in Elbe, Havel und Oste", so heißt es, sollten "in den Focus der Öffentlichkeit gerückt" werden.

Bereits im September war das von den 8000 Sportfischern an der Oste unterstützte Wiederansiedlungsprojekt in einer Feierstunde auf der brandenburgischen Burg Lenzen als "Beispielprojekt der UN-Dekade zur biologischen Vielfalt" ausgezeichnet worden. Für die Arbeitsgemeinschaft Osteland und deren Arbeitskreis Wanderfische Oste nahmen Jochen Bölsche und Wolfgang Schütz (beide Osten/Oste) eine von Umweltminister Peter Altmaier unterzeichnete Urkunde entgegen.

Die Rettung des Europäischen Störs sei "vergleichbar mit dem Schutz von Tiger und Nashorn", betonte in seiner Festrede Professor Dr. Klement Trockner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. 

Für die über 500 Vereins- und Gemeindevertreter sowie Einzelmitglieder in der AG Osteland ist die Wiederansiedlung des Kaviarfischs eines der Schwerpunktprojekte der letzten Jahre. Der Ostener "Störvater" Schütz und andere Mitglieder installierten ein Stördenkmal ("Hein Stör") in Oberndorf und veranstalteten in den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg "Kaviarnächte", ferner eine Wanderausstellung mit dem Titel "Die Rückkehr des grauen Riesen", einen "Störgipfel", Radtouren "Auf den Spuren der Wanderfische" sowie "Oste-Stör-Feste" in Oberndorf und in Bremervörde-Elm. 

Vorgestellt wird der aktuelle Stand des Ansiedlungsprojekts von Wolfgang Schütz in einer Veranstaltung der AG-Osteland-Fachgruppe Natur- und Umweltschutz ("Grünes Netz Oste") am Mittwoch, 27. November, 19.30 Uhr, in Schomakers Landgasthof, Bremervörde-Elm, Elmer Landstraße 26. 

Weitere Themen sind Moorschutz-Strategien für das Osteland, über die Martina Leitner aus Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg) spricht, Vorsitzende der Bürgerinitiative für den Erhalt der Moore, sowie die umweltpädagogischen Angebote des kürzlich von der UNO ausgezeichneten Natureums Niederelbe in Balje (Landkreis Stade), die von der Geschäftsführerin Dr. Clivia Häse vorgestellt werden. 
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Heimat des Europäischen Störs ist der Nordostatlantik, zum Laichen schwimmt er flussaufwärts in die französische Gironde. Störe werden durchschnittlich ein bis drei Meter lang und zehn bis hundert Kilogramm schwer. Sie können aber bis zu sechs Meter und 600 Kilogramm erreichen. Zum „Fisch des Jahres“ gekürt werden jährlich Arten, die infolge schädigender Einflüsse auf die Gewässer oder aus anderen Gründen stark beeinträchtigt oder gar vom Aussterben bedroht sind. Vor dem Stör war die Forelle zum "Fisch des Jahres" gewählt worden.



Auf der Suche nach
dem verlorenen Genuss

AG Osteland gibt ihr siebtes Buch heraus / Farbiger Lese- und Kunstband über die kulinarische Landschaft zwischen Elbe und Weser / Präsentation mit "Ordensverleihung" in Osten

Osten / Bremervörde Stade / Zeven. Sechs Bücher hat die 2004 gegründete gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. bereits herausgegeben. In Kürze erscheint das "siebte und schönste", sagt Jochen Bölsche, Vorsitzender der über 500 Mitglieder starken "Lobby für die Oste". "Kunst und Genuss am Ostefluss" heisst der 224 Seiten starke Farbband aus dem Fischerhuder Verlag Atelier im Bauernhaus.

Rund 20 Autoren aus dem Elbe-Weser-Dreieck haben sich angesichts der zunehmenden Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion "auf die Suche nah dem verlorenen Genuss" begeben. Der Mitherausgeber, Autor, Maler und Ostepreisträger Wolf-Dietmar Stock hat zu jedem Kapitel einschlägige Werke heimischer Künstler der klassischen Moderne gesammelt und vorgestellt.

Die Namen der im Buch vertretenen Maler reichen von Diedrich Rusch über Karl Otto Matthaei bis hin zu Hugo Friedrich Hartmann, dessen Bild "Schweinebucht" als Reminiszenz artgerechter Tierhaltung interpretiert wird. Das Titelbild stammt von dem Ostener Maler Rusch.

Dass der längste Nebenfluss der Niederelbe ein "Fluss der Genüsse" ist, hat die AG Osteland schon in früheren Jahren mit gleichnamigen Exkursionen etwa zu Krabbenfischern und Obstbauern unter Beweis gestellt. Zu der Reihe der nun porträtierten Genuss-Produzenten aus dem Osteland zählen ein Koch und ein Hausschlachter, Milchschaf- und Stattelschweinzüchter, Obstpresser, Apfelanbauer, Nudelmanufakturant, Holunderplantagenbesitzer, Pilzberaterin, Landmolkereidirektor, Vorzugsmilchhersteller, Apfelexperte, Landhuhnhalter und Kürbisanbauer.

Die Bandbreite der Produkte reicht vom einst begehrten Oste-Kaviar, der mit der Ausrottung des Störs verschwunden ist, bis hin zum Rassegeflügel aus Freilandhaltung oder vom Aussterben bedrohten Kartoffelsorten.

Präsentiert wird die Neuerscheinung bei Kaffee, Kuchen und Musik am Sonntag, 27. Oktober, 15 Uhr, im Osteland-Festhaus im Schwebefährendorf Osten (Eintritt 6,90 Euro, Anmeldung bis 23. Oktober bei der AG Osteland, E-Mail: renate.boelsche@gmx.de). Verbunden ist die Buchvorstellung, wie Verleger Stock verrät, mit der Verleihung eines "Ordens am Bande", der eine Salatschnecke zeigt und den die Beteiligten überreicht bekommen "für Verdienste auf der Suche nach dem verlorenen Genuss".

Berichtet, gedichtet, gezeichnet, gekocht und Rezepte beigesteuert haben Mitwirkende vom Ostefluss und aus der Region zwischen Elbe und Weser, darunter Ruth Hunfeld, Annelie Schlobohm, Heiner Egge und Peter Schütt, die ihr Erscheinen und die Preisgabe einer Geschichte zugesagt haben und die  im Wechsel mit der Musik von Andreas Salm aus dem Buch lesen werden.

Weitere Autoren sind Dietrich Alsdorf, Jochen Bölsche, Tatjana Gräfin Dönhoff, Dirk Faß, Annette Freudling, Petra Hempel, Grit Klempow, Christine Kohnke-Löbert, Wolfgang Millies, Ingrid Pfeiffer,  Barbara Schmidt, Wolfgang Schütz, Wolf-Dietmar Stock, Manfred Thoden und Birgit Weiden.

Natürlich sind auch die für das Buch interviewten Personen aus den Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg zum Bücherfest in Osten eingeladen: Raimund Adametz, Detlef und Iris Brandt, Ingrid und Roland Brünjes, Cornelia Buchholt, Keno Morten Buhmann, Hans Buck, Karsten Ellenberg, Christian Jackisch, Elke Knoll, Bernd Kück, Joachim Roter, Michael Ruhnau, Iris Seidensticker, Claudia und Olaf Schmidt-Lehr, Micha Schröder, Klaus Schwarz, Horst von Thaden, Swen Werner, Torsten Wichmann und Claus Zeeck.


"Tag der Regionen 2013" mit
großartigem Naturschauspiel

AG Osteland lädt zu zwei naturkundlichen Exkusionen / Flussmündung und Ostemoore als Drehscheiben des Vogelzugs

Stade / Cuxhaven / Rotenburg. Der "Tag der Regionen 2013" in Niedersachsen und Bremen - eine Abfolge von über 200 Veranstaltungen in den Wochen vor und nach dem 3. Oktober - soll auch in diesem Jahr wieder dazu beitragen, die Reize des ländlichen Raums ins rechte Licht zu setzen. Neben vielen anderen Organisatoren aus der Region wie dem Heimatverein Hüll, den Landfrauen in Ihlienworth und der Neuhäuser Historienbruderschaft "Lumpenhunde" offeriert auch die Fachgruppe Natur- und Umweltschutz (Grünes Netz) der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. in diesen Tagen zwei besondere Veranstaltungen mit hochkarätigen Referenten. Gemeinsames Thema: der Vogelzug, das faszinierendste Naturschauspiel, das die Landschaft an Oste und Elbe dieser Tage zu bieten hat.

Ziel einer Exkursion am Sonntag, 13. Oktober, 10 bis 14 Uhr, Treffpunkt Parkplatz Natureum Niederelbe am Ostesperrwerk, ist die weite Mündung der Oste in die Elbe. Tausende Wat- und Wasservögel aus dem hohen Norden sind während des Zuges und auf der Nahrungssuche auf den Watt-, Wasser- und Grünlandflächen zu beobachten. Der Ostener Biologe, Vogelkundler und Ostefreund Gerd-Michael Heinze, Mitarbeiter der Naturschutzstation Unterelbe des NLWKN in Freiburg/Elbe, wird auf einer Wanderung vom Ostesperrwerk zum Vogelschutzgebiet Hullen viel Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt und ihre Lebensräume, die Zugvögel, den Landschaftswandel seit den 1970er Jahren und vor allem über die Ziele und facettenreichen Instrumente und Maßnahmen des Naturschutzes erzählen.

Nach der rund zweieinhalbstündigen Wanderung (Wegstrecke hin und zurück ca. 3 Kilometer) ist gegen 12.30 Uhr ein Besuch des Natureums Niederelbe geplant, wo Geschäftsführerin Dr. Clivia Häse die Gäste empfangen wird. Danach folgt ein Besuch der eindrucksvollen, gerade von der UNO preisgekrönten Ausstellung "Lebensader Elbstrom". Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk können für die Wanderung auf dem Ostedeich nützlich sein. Ein Fernglas wird empfohlen. Ein Teilnahmebeitrag wird nicht erhoben. Anmeldung erbeten bis zum 9. Oktober bei Renate Bölsche, Fährstr. 3, 21756 Osten, renate.boelsche@gmx.de, oder Tel. 04771-887225.

Auf den Spuren der "Vögel des Glücks"

"Kranich-Fraßplätze am Teufelsmoor" heisst ein Ausflug der AG Osteland am Mittwoch, 23. Oktober (Abfahrt im Bus um 12.30 Uhr in Oberndorf, Kiebitzschule), unter der Leitung von Albertus Lemke (Oberndorf) und Hans-Hermann Tiedemann (Elm), die in die Ostemoore und in das Teufelsmoor führen - auf den Spuren der "Vögel des Glücks", der Kraniche.

Nach der Einführung durch Axel Roschen (NABU-Umweltpyramide Bremervörde) folgen eine Wanderung ins Moor (6 km), eine Planwagenfahrt zu den Kranich-Fraßplätzen und um 17.30 Uhr ein Moor-Büffet im Gasthaus "Kreuzkuhle"am Oste-Hamme-Kanal. Die Kosten pro Person betragen 25 Euro. Anmeldung ab sofort (begrenzte Platzzahl!) bei Albertus Lemke, Tel. 04772-696, oder bei H.-H. Tiedemann, Tel. 04761-1334, E-Mail: haheti@gmx.de.


Kranich-Fraßplätze im Moor:
AG Osteland mit Zusatztermin

Oberndorf. So stark war die Resonanz auf die - binnen kurzem ausgebuchten - beiden vogelkundlichen Ausflüge der Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., dass Tourenleiter Albertus Lemke (Oberndorf) sich entschlossen hat, einen zusätzlichen Termin anzubieten.

Am Mittwoch, 30. Oktober, 12.30 Uhr, startet auf dem Betriebshof der Firma Primo-Reisen Lührs in Wingst, Wasserwerkstrasse, eine weitere Fahrt mit Bus und Planwagen zu den Kranich-Fraßplätzen zwischen Oste und Teufelsmoor. 

Die Kosten pro Person einschließlich Moor-Büffet im Gasthaus "Kreuzkuhle"am Oste-Hamme-Kanal betragen 25 Euro. Anmeldung ab sofort bei Albertus Lemke, Tel. 04772-696, oder bei Renate Bölsche, E-Mail: renate.boelsche@gmx.de.




"Stör so wichtig wie
Tiger und Nashorn"

Uno-Auszeichnung für Wiedereinbürgerung des Kaviarfischs / 10000. Jungtier ins Elbesystem entlassen / Jeder dritte Setzling für die Oste bestimmt / Minister Altmaier würdigt Ehrenamt

26. 9. 2013. Mit einer Urkunde, unterzeichnet von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), sind Naturschützer aus dem Osteland von einer besonderen Ehrunng zurückgekehrt: In einer Feierstunde auf der brandenburgischen Burg Lenzen ist die von den 8000 Sportfischern an der Oste unterstützte Wiedereinbürgerung des weltweit nahezu ausgerotteten Europäischen Störs als "Beispielprojekt der UN-Dekade zur biologischen Vielfalt" ausgezeichnet worden. Zugleich erfolgte an der mittleren Elbe die Freisetzung des 10.000 Jungstörs der bedrohten Art "Acipenser sturio". 

Insgesamt ein Drittel der seit 2008 in das gesamte Elbesystem entlassenen Setzlinge aus französischer Nachzucht war für die Oste bestimmt, resümierte Dr. Jörn Gessner von der Gesellschaft zur Rettung des Störs, der den UN-Preis entgegennahm. Der längste Nebenfluss der Niederelbe, in dem um die Jahrtausendwende bereits die Wiedereinbürgerung des Lachses gelungen war, gilt wegen seiner Wasserqualität, seiner Gewässerstruktur und des Engagements der Oste-Anrainer als besonders geeignet als Stör-Habitat.

Mit Urkunden als Projektpartner geehrt wurden rund ein Dutzend Vertreter von Artenschutz und Sportfischerei aus dem gesamten Einzugsbereich der Elbe, darunter vom Unterlauf Jens-Uwe Lützen (Itzehoe) sowie Jochen Bölsche, Vorsitzender der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland, und Wolfgang Schütz von deren Fachgruppe Wanderfische (beide Osten). 

Die international beachtete Rettung des extrem bedrohten Europäischen Störs sei "vergleichbar mit dem Schutz von Tiger und Nashorn", betonte in seiner Festrede Professor Dr. Klement Trockner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Der Kampf gegen den "weitgegend irreversiblen" Rückgang der Artenvielfalt sei eine der großen Herausforderungen der Menschheit. Insbesondere zur Rettung des Störs mit seiner Generationsdauer von 12 bis 16 Jahren bedürfe es "verläßlicher regionaler Partner mit langem Atem und dem nötigen Feuer".

Die derzeit auch von der EU angestrebte "Wiederherstellung der Durchwanderbarkeit" - also der Ersatz von Wehrrelikten und anderen Barrieren durch Fischtreppen und Umgehungsgerinnsel an Elbe, Havel, Stör, Oste und deren Zuflüssen - nütze nicht nur dem Europäischen Stör, hob Dr. Elsa Nickel vom Bundesumweltministerium hervor. Was den Bestand dieser "spektakulären und charismatischen Schirmart" stütze, komme auch vielen anderen Arten und letztlich der gesamten Flussfauna und -flora zugute.

Vertreter der Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Brandenburg warteten in der Feierstunde mit beeindruckenden Zahlen auf. So sei der über 250 Millionen Jahre alte Stör durch menschliche Unvernunft im Elbe-System innerhalb weniger Jahrzehnte ausgerottet worden. Waren Ende des 19. Jahrhunderts bei Magdeburg an einem einzigen Tag noch 84 Exemplare des größten einheimischen Fischs gefangen worden, so sei 1946 das letzte dieser "lebenden Fossile" an der Mittelelbe 1946 ins Netz gegangen, berichtete Dr. Reinhold Sangen-Emden vom Magdeburger Agrarministerium.

Als "vorbildliches Beispiel für eine sehr gut begleitete Wiedereinbürgerung" bezeichnete Dr. Henning von Nordheim vom Bundesamt für Naturschutz das Stör-Projekt. Am Rande der Veranstaltung führte Nordheim Gespräche über die mögliche Einrichtung einer Stör-Aufzuchtstation an der Oste, die auch von der Gesellschaft zur Rettung des Störs begrüsst würde. "An der Oste," lobte Dr. Gessner in seiner Dankesrede nach der Entgegennahme des UN-Preises die Sportfischer im Elbe-Weser-Dreieck, gebe es "eine fürchterlich aktive Truppe nicht nur der schreibenden, sondern auch der Hand anlegenden Zunft".

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Premiere eines Videos des Bundesamtes für Naturschutz über die Wiederansiedlung des Störs, das auch im Internet verfügbar ist:

http://www.bfn.de/habitatmare/de/video-bfn-rettung-der-stoere.php

Web-Tipps:

www.sfv-oste.de
www.sturgeon.de


Deutsche Schwebefähren 
setzen auf Buenos Aires

Welterbe-Antrag unter Führung Argentiniens angestrebt / Festakt an der 100-jährigen Fähre am Nord-Ostsee-Kanal / "Goldener Fährmann" für Osteland-Mitglieder aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein

14. 9. 2013. Nachdem es in Großbritannien bei der Erarbeitung eines gemeinsamen internationalen Weltkulturerbe-Antrags für die letzten noch existierenden Schwebefähren zu bürokratischen Verzögerungen gekommen ist, sollen die Vorbereitungen nunmehr bis zum November 2014 abgeschlossen sein. Das bekräftigten Delegierte aus Argentinien, Spanien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland am Wochenende auf der 4. Konferenz des Weltverbandes der Schwebefähren (International Transporter Bridges Association) in Rendsburg, wo mit einem dreitägigen Volks- und Ruderfest mit rund 100.000 Teilnehmern zugleich das 100-jährige Bestehen der Eisenbahnhochbrücke und der Schwebefähre gefeiert wurde, die Rendsburg und die Gemeinde Osterrönfeld am Nord-Ostsee-Kanal verbinden.

In einer "Osterrönfeld Declaration" bekräftigten die Delegierten ihre Absicht, nach der 2014 bevorstehenden Hundertjahrfeier der Schwebefähre in Buenos Aires den Unesco-Antrag unter der Führung Argentiniens auch dann einzubringen, wenn die Unterlagen für die drei britischen Schwebefähren in Newport, Warrington und Middlesbrough noch nicht vorliegen sollten. In diesem Eventualfall sollen die Briten ermutigt werden, später einen Erweiterungsantrag einzubringen.

Bei dieser Vorgehensweise, die auf Antrag des deutschen Weltverbandssprechers Jochen Bölsche im historischen Rathaussaal der Stadt Rendsburg einstimmig beschlossen wurde, könnten auch die 
Schwebefähren Rendsburg - Osterrönfeld und Osten - Hemmoor im Erfolgsfall von 2015 an mit dem begehrten Unesco-Titel rechnen. 

Nachdem die älteste Schwebefähre der Welt im spanischen Bilbao bereits 2006 zum Welterbe erklärt worden ist, seien die Aussichten eines von Argentinien angeführten Sammelantrags der übrigen Fährbrücken positiv zu bewerten, zumal sowohl Ingenieurbauwerke als auch Lateinamerika bislang auf der Welterbeliste stark unterrepräsentiert seien, sagte der Darmstädter Industriearchäologe Dipl.-Ing. Dipl.-Ing. Rolf Höhmann vor 150 geladenen Gästen bei einem Empfang aus Anlass des Hundertjährigen der Hochbrücke, an deren Schwebefähre am selben Abend das über 200 000 Euro teure Lichtkunstwerk "Passagen" eröffnet wurde.

Der Schöpfer des interaktiven Kunstwerks, der Hamburger Till Nowak, wurde in der Feierstunde ebenso wie Schwebefährenexperte Höhmann und Weltverbandssprecher Bölsche von Bürgermeister Pierre Gilgenast für den Einsatz zugunsten der historischen Ingenieurbauwerke mit dem "Rendsburger Quader" ausgezeichnet.

Sechsmal Gold zu Ehren von
Freunden der Schwebefähren

Nach der Weltkonferenz, deren Teilnehmer sich zum Abschluss in das Goldene Buch der Stadt Rendsburg eintrugen, tagte im benachbarten Osterrönfeld, der Partnergemeinde von Osten/Oste, der Arbeitskreis Deutsche Schwebefähren innerhalb der AG Osteland, um neben dem Fährjubiläum auch das zehnjährige Bestehen des Weltverbandes zu feiern, bei dessen Gründung 2003 auch der Grundstein gelegt wurde für die Deutsche Fährstrasse Bremervörde - Kiel, die jetzt 525 Mitglieder starke Arbeitsgemeinschaft Osteland und die Fährgemeinden-Partnerschaft zwischen Osten und Osterrönfeld. 

Erster Empfänger der aus diesem Anlass verfassten Osteland-Festschrift "Zehn Jahre Freundschaft im Zeichen der Schwebefähren" war der frühere Rendsburger Bürgermeister und heutige Kieler Innenminister Andreas Breitner, der zu den engagiertesten Förderern der Schwebefähren zählt.

Vom Osteland-Vorsitzenden Bölsche und dessen Stellvertreter Walter Rademacher wurden im Osterrönfelder Kanal-Café jeweils drei Vereinsmitglieder aus Schleswig-Holstein und aus Niedersachsen mit dem 
"Goldenen Fährmann" geehrt: Klaus Schmidt (Philatelisten Rendsburg) für die Initiierung von Ausstellungen, Sonderstempeln und Sonderumschlägen mit Schwebefährenmotiven, der Osterrönfelder Bürgermeister Bernd Sienknecht und der langjährige Bürgervorsteher Klaus Dieter Ströh für die Förderung der Gemeindepartnerschaft, der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert für seinen Einsatz für Fähre, Fährmarkt und Fährplatz sowie der Hemmoorer Samtgemeindebürgermeister Dirk Brauer und - in Abwesenheit - der Hemmoorer Stadtbürgermeister Hans Wilhelm Saul für die Förderung der Internationalen Schwebefähren-Infomeile und die bevorstehende Neugestaltung des Fährkopfes im Ortsteil Basbeck.

Begrüßen konnte Vorsitzender Bölsche bei der Festveranstaltung in Osterrönfeld rund 50 Repräsentanten von Wassersport-, Radfahr-, Heimat-, Schützen- und Fährvereinen, die am Wochenende auch das Hansecup-Ruderrennen in Rendsburg und das Osterrönfelder Schützenfest nutzten, um die guten Kontakte zwischen Osteland und Kanalregion zu vertiefen. Ehrengäste das AG Osteland waren Maureen Hendon und Robert Reese vom Verein Friends of Newport Transporter Bridge, dem britischen Gegenstück zur Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor, die durch ihre Vorstandsmitglieder Karl-Heinz Brinkmann, Peter Burmester und Lothar Klüser vertreten war.

Viel Anklang fand auch bei den Gästen aus dem Osteland eine jüngst eröffnete Ausstellung über die 100-jährige Hochbrücke samt Schwebefähre und ihren den Erbauer Friedrich Voss. Die faszinierenden Exponate werden in den Museen im Kulturzentrum Rendsburg noch bis zum 13. Oktober gezeigt.


Uno würdigt
Störschützer


Jungstör aus französischem Stamm

11. 9. 2013. Die international beachtete Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs in Elbe, Havel und Oste wird als "Beispielprojekt der UN-Dekade der Biodiversität" ausgezeichnet.

Eingeladen zur feierlichen Preisverleihung am 25. September auf Burg Lenzen an der Elbe sind auch der Vorsitzende der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., Jochen Bölsche, sowie der Sprecher der Osteland-Fachgruppe Wanderfische, Wolfgang Schütz, als Vertreter der rund 8000 Sportfischer am längsten Nebenfluss der Niederelbe.

Entgegennehmen wird die Uno-Auszeichnung Stör-Projektleiter Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei aus der Hand von Dr. Elsa Nickel vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.


Schütz und Bölsche im Leibniz-Institut

Die Bemühungen zur Wiedereinbürgerung der weltweit nahezu ausgestorbenen Kaviarfisch-Art Acipenser sturio werden mit der Auszeichnung gewürdigt, weil der Stör in den letzten Jahren "als wichtige Schirmart und Leuchtturm der nationalen Biodiversitätsstrategie ein Wegbereiter für die Vermittlung der Bedeutung von Flüssen als Lebensraum" geworden sei.

Am Veranstaltungsort Lenzen liegt im Biosphärenreservatverbund der Elbe. Im Anschluss an die Ehrung soll  - fünf Jahre nach dem dort vorgenommenen Erstbesatz - der zehntausendste Stör dem Flusssystem übergeben werden.

Innerhalb des Elbesystems gilt die Oste als Schwerpunkt der Bemühungen um die Wiederansiedlung des Europäischen Störs, der hier bis zum Ersten Weltkrieg mit einem großen Bestand vertreten war.

Zur Wiedereinbürgerung ausgewählt worden war die Oste von den Berliner Wissenschaftlern nicht nur wegen ihrer Gewässerqualität und der relativ wenigen Querverbauungen, sondern auch wegen des Engagements der Anrainer für bedrohte oder verschollene Arten. 


Bei Störfesten wurden Jungfische ausgewildert

Laut Dr. Geßner haben sich nicht zuletzt die Sportfischer an der Oste sowie die Arbeitsgemeinschaft Osteland mit "viel Enthusiasmus" für das Stör-Projekt eingesetzt und ein "phänomenales Klima" für den Artenschutz geschaffen. Die AG Osteland habe "maßgeblich dazu beigetragen, die gemeinsamen Anstrengungen zur Wiedereinbürgerung des Störs voranzubringen und zu fördern".

Bereits um das Jahr 2000 herum war Sportfischern um die Artenschutz-Pioniere Ernst Peters (Zeven) und Egon Boschen (Lamstedt) die Wiederansiedlung des in der Oste ebenfalls ausgerotteten Lachses gelungen. Das damalige "Wunder an der Oste", so die Fachpresse, ermutigte die Sportangler, sich fortan auch dem Stör zu widmen. 

Der Ostener "Störvater" Schütz und andere Mitglieder der AG Osteland installierten in Oberndorf ein Stördenkmal ("Hein Stör") und veranstalteten in den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg Vortragsabende ("Kaviarnächte"), eine Ausstellung ("Die Rückkehr des grauen Riesen"), einen "Störgipfel" sowie Radtouren "Auf den Spuren der Wanderfische" sowie zwei "Oste-Stör-Feste" in Oberndorf und Bremervörde-Elm.
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Der Europäische Stör hat in den letzten 100 Jahren einen massiven Rückgang seiner Populationen erlitten. Weltweit ist er - bis auf einen kleinen Bestand im französischen Gironde-, Garonne- und Dordogne-Becken - nahezu verschwunden. Der Europäische Stör wird deshalb als "critically endangered" klassifiziert. Mit Hilfe von Jungstören aus französischer Nachzucht soll der "graue Riese" nun in seinen einstigen Habitaten wie der Oste wieder eingebürgert werden, um das endgültige Aussterben der Art zu verhindern, die älter ist als die Dinosaurier.

Die UN-Dekade der Biodiversität 2011–2020 ist ein Programm der Vereinten Nationen zum nachdrücklichen weltweiten Schutz von biologischer Vielfalt. Die Koordination der weltweiten Aktivitäten der Dekade übernimmt der Generalsekretär der Vereinten Nationen. Ein zentrales Element der UN-Dekade ist die Auszeichnung von Projekten, die sich für die biologische Vielfalt einsetzen, indem sie sie schützen, untersuchen oder kommunizieren.

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Mit Ostens "Schwesterfähre"
zum Unesco-Weltkulturerbe

100-Jahr-Feier in Rendsburg mit starker Beteiligung aus dem Osteland / Vierte Weltkonferenz am Nord-Ostsee-Kanal / Ein Jahrzehnt der Freundschaft im Zeichen der Schwebefähren / Ostens Partnergemeinde jetzt mit "Ostener Ring"

5. 9.2013.  Das überragende Wahrzeichen der 145 Kilometer langen Oste, die sich zwischen Tostedt (Landkreis Harburg) und Balje (Landkreis Stade) durch das Elbe-Weser-Dreieck windet, ist die 104 Jahre alte Schwebefähre Osten - Hemmoor. Ob und wann dem "Eiffelturm des Nordens" der Weltkulturerbe-Titel der Unesco verliehen wird, ist Thema einer 4. Weltkonferenz der Fährgemeinden am 12./13. September am Nord-Ostsee-Kanal.

Während dort die zweitälteste deutsche Schwebefähre unterhalb der gigantischen Hochbrücke zwischen Rendsburg und Osterrönfeld 100 Jahre alt wird, soll in der internationalen Konferenz mit Vertretern aus den Schwebefähren-Staaten Argentinien, Spanien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland der Darmstädter Industriearchäologe Rolf Höhmann über den Stand des Unesco-Verfahrens berichten.

Höhmann hat im Auftrag unter anderem der Kommunen Rendsburg, Osterrönfeld, Osten und Hemmoor einen supranationalen Sammelantrag verfasst. Damit wird unter Federführung Argentiniens der Welterbetitel für sieben der acht noch existierenden Schwebefähren angestrebt; die weltälteste Schwebefähre im spanischen Bilbao trägt den begehrten Titel bereits seit 2006 .

Aus Anlass der 100-Jahr-Feier der Hochbrücke hat auch der Arbeitskreis Deutsche Schwebefähren innerhalb der gemeinnützigen AG Osteland für den 14./15. September eine Gemeinschaftsfahrt an den Nord-Ostsee-Kanal organisiert.

Eine fast fünfzigköpfige Delegation - darunter die Bürgermeister Dirk Brauer (Samtgemeinde Hemmoor) und Carsten Hubert (Gemeinde Osten) - wird nicht nur die zum Jubiläum mit einem Lichtkunstwerk illuminierte "Schwesterfähre" bestaunen können.

Bei einem Empfang im Osterrönfelder "Kanal-Café" wird Osteland-Vorsitzender Jochen Bölsche auch an die vor genau zehn Jahren bei der 1. Schwebefähren-Weltkonferenz in Spanien begründete "Freundschaft im Zeichen der beiden deutschen Schwebefähren" erinnern.

Außerdem sollen Osteland-Mitglieder aus Rendsburg, Osterrönfeld, Osten und Hemmoor für ihre Verdienste um die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Schwebefähren mit dem "Goldenen Fährmann" der AG Osteland geehrt werden.

Aus den im September 2003 in Madrid und Bilbao geknüpften Kontakten sind mittlerweile die Deutsche Fährstrasse Bremervörde - Kiel, der gemeinsame Unesco-Antrag und die florierende Gemeindepartnerschaft zwischen Osten und Osterrönfeld hervorgegangen.

Die Verbindungen zwischen Oste und Nord-Ostsee-Kanal sind zur Freude der AG Osteland in den vergangenen Jahren immer intensiver geworden. Osterrönfeld etwa hat der Schwebefähre der Partnergemeinde Osten nicht nur ein Wandbild gewidmet, sondern kürzlich auch eine neue Strasse "Ostener Ring" genannt. Und zwischen Vereinen beider Partnergemeinden sind viele freundschaftliche Bande geknüpft worden.

Der AG-Osteland-Delegation gehören daher auch viele Vertreter der Schützen und des Wassersports an der Oste an. Für sie hat die Kanalregion an diesem Wochenende neben den 100-Jahr-Feiern an der Hochbrücke und der Schwebefähre noch weitere Attraktionen zu bieten: das Schützenfest der Ostener Partnergemeinde Osterrönfeld sowie den Eon-Hansecup, das unter der Hochbrücke ausgetragene härteste Ruderrennen der Welt.

Zum Thema:

www.partnerschaft.schwebefaehre.org
www.schwebefaehre.org
www.rendsburger-hochbruecke.de

Hintergrund:

http://www.rendsburger-hochbruecke.de/hochbruecke/schwebefaehre/auf-dem-weg-zum-unesco-weltkulturerbe.html


Die Oste weist für die Störe
"günstigste Bedingungen" auf

Landwirtschaftsminister Meyer und Umweltminister Wenzel würdigen die "gute Arbeit" der Angelvereine am Fluss und setzten sich für eine ökologische Verbesserung der Oste ein

7. 5. 2013. Aus Anlass des 2. Oste-Stör-Fests am 11. Mai in Elm hat auch der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel das Engagement der Landesregierung für eine für eine Wiederansiedlung des Störs und für eine ökologische Verbesserung der Tide-Oste betont.

Bereits in den vergangenen Jahren habe das Niedersächsische Umweltministerium mit Rückdeichungen bei Hechthausen und Kranenburg erste konkrete Schritte in dieser Richtung unternommen. Eine von der Stiftung Lebensraum Elbe vorgesehene Machbarkeitsstudie zur ökologischen Verbesserung der Tide-Oste werde nach Ansicht der Fachleute des Ministeriums "weitere Ergebnisse und wichtige Impulse zur Verbesserung des Gewässers" bringen.

Der Minister zeigt sich "zuversichtlich, dass, wenn Behörden und Verbände eng zusammenarbeiten, der Grundstein für eine erfolgreiche Wiederansiedlung gelegt werden kann": "Die Zeiten, wo Störe zum Ablaichen in die Elbe und Oste zogen, mögen zwar lange her sein, sie sind aber nicht vergessen. Das Niedersächsische Umweltministerium unterstützt ausdrücklich die Initiative der ARGE Wanderfische Oste zur Wiederansiedlung des Atlantischen Störs in Oste und Elbe."

>>> Der volle Wortlaut des Grusswortes ist hier dokumentiert:

Grußwort
des Niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel anlässlich des 2. Oste-Stör-Festes am 11. Mai 2013 in Bremervörde

Sehr geehrte Damen und Herren,
das Bundesnaturschutzgesetz verpflichtet uns nicht nur zum Erhalt der Biologischen Vielfalt. Es sieht auch vor, dass verlorene gegangene Vielfalt wiederhergestellt werden soll, wo immer dies möglich und erforderlich ist. Der Europäische Stör gehört zu jenen einheimischen Arten, die bei uns im Laufe des 20. Jahrhunderts ausgestorben sind. Ursprünglich kam dieser imposante Wanderfisch mit Ausnahme der Ostsee in allen europäischen Meeren vor. Ähnlich wie Lachs und Meerforelle zog er zum Laichen in die großen Flüsse, so auch hier an Elbe und Oste. Diese Zeiten sind lange her, nicht nur hier, sondern in fast ganz Europa. Der Ausbau von Fließgewässern, die zunehmende Gewässerverschmutzung und die Überfischung der Bestände haben den Atlantischen Stör an den Rand des Aussterbens gebracht. Heute gibt es weltweit nur noch eine sich fortpflanzende Stör-Population an der französischen Atlantikküste.

Die Zeiten, wo Störe zum Ablaichen in die Elbe und Oste zogen, mögen zwar lange her sein, sie sind aber nicht vergessen. Das Niedersächsische Umweltministerium unterstützt ausdrücklich die Initiative der ARGE Wanderfische Oste zur Wiederansiedlung des Atlantischen Störs in Oste und Elbe. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mir erklärt, dass dieses Ziel sicherlich nicht ganz einfach zu erreichen sein wird, da die Zahl an nachgezüchteten Besatzfischen begrenzt ist und die Tiere über 10 Jahre brauchen, um überhaupt geschlechtsreif werden. Deshalb sollte die verbleibende Zeit bis zur Rückkehr der ersten Störe genutzt werden, um die Erfolgsaussichten des Projektes durch weitere Besatzmaßnahmen und die Behebung möglicher Strukturdefizite am Gewässer zu verbessern.

In den vergangenen Jahren hat das Niedersächsische Umweltministerium mit Rückdeichungen bei Hechthausen und Kranenburg bereits erste konkrete Schritte in dieser Richtung unternommen. Eine von der Stiftung Lebensraum Elbe vorgesehene Machbarkeitsstudie zur ökologischen Verbesserung der Tide-Oste wird nach Ansicht der Fachleute meines Hauses weitere Ergebnisse und wichtige Impulse zur Verbesserung des Gewässers bringen. Ich bin zuversichtlich, dass, wenn Behörden und Verbände eng zusammenarbeiten, der Grundstein für eine erfolgreiche Wiederansiedlung gelegt werden kann.

Ich bedanke mich für das Engagement der ARGE Wanderfische Oste, die biologische Vielfalt an diesem bedeutenden Fließgewässer wiederherzustellen, und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit. Ziel unserer Politik wird es sein, bei der Reinhaltung von Gewässern und des Grundwassers in den nächsten Jahren einen entscheidenden Schritt voranzukommen. Wir wollen unsere Gewässer als Lebensadern der Landschaft fit machen für die Zukunft, und das nicht nur für den Stör. Ich erwähne in diesem Zusammenhang die „EU-Wasserrahmen-Richtlinie“. Was mit der Umsetzung dieser Richtlinie gemeint ist, lässt sich besonders gut hier an der Oste erleben.
 

6. 5. 2013. Aus Anlass des 2. Oste-Stör-Fests am  Sonnabend, 11. Mai, ab 14 Uhr im Sportboothafen in Bremervörde-Elm hat der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) die Bedeutung der Wiederansiedlung des Störs im längsten Nebenfluss der Niederelbe betont. "Unter den zur Diskussion stehenden deutschen Flüssen weist die Oste stromab von Bremervörde die insgesamt günstigsten Bedingungen für einen Versuchsbesatz mit Jungstören auf, zumal dieser Flussabschnitt bis 1920 noch ein wichtiges Laichgewässer für diese Fischart war," hebt der Minister hervor.

Außerdem würden die Aktivitäten zur Wiedereinbürgerung des Störs in der Oste durch eine "sehr engagierte regionale Berufsfischerei und Angelfischerei" unterstützt. Besonders hervorzuheben sei die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische in der AG Osteland, die aus 32 Fischereivereinen entlang der Oste besteht und insgesamt etwa 8.000 Angelfischer repräsentiert.

Deren Arbeit würdigt der Minister mit dem Hinweis auf "jahrzehntelange Erfahrungen bei der Restaurierung der Oste und ihrer Nebenbäche im Rahmen von erfolgreichen Wiedereinbürgerungsbemühungen von Lachs und Meerforelle": "Das anhaltende und rege öffentliche Interesse an dem Störprojekt zeugt davon, dass entlang der Oste bisher gute Arbeit geleistet wurde und geleistet wird."

Zur Bedeutung des Ansiedlungsprojekts erklärt der Minister: "Während der Europäische Stör vor mehr als einhundert Jahren noch eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für die Fischerei hatte, sind mit Ausnahme einer sich nur noch sporadisch fortpflanzenden Population in der Gironde (Südwest-Frankreich) zwischenzeitlich sämtliche Bestände erloschen - der letzte deutsche Bestand in der Eider vermutlich im Jahr 1969. Als maßgebliche Ursachen für den Bestandsrückgang werden die Verschlechterung der Wasserqualität durch die fortschreitende Industrialisierung, der Ausbau der großen Flüsse, der Bau von Wehren sowie die Fischerei auf Störe angesehen.

Aufgrund seiner akuten Gefährdung wird der Europäische Stör mittlerweile durch verschiedene internationale Übereinkommen geschützt. So unterliegt die Fischart nicht nur dem Washingtoner Artenschutzabkommen, sondern ist auch als streng zu schützende Tierart von gemeinschaftlichem Interesse in Anhang IV zur FFH-Richtlinie gelistet. Da bei einem möglichen Erlöschen des letzten verbliebenen Bestandes diese eindrucksvolle, bis zu 3,5 m lange und über 300 kg schwer werdende Fischart endgültig auszusterben droht, sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union verschiedene Verpflichtungen eingegangen, die auch eine Wiederansiedlung in Schlüsselregionen des ehemaligen Verbreitungsgebietes fordern.

Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung 2010 einen mit den Ländern abgestimmten „Nationalen Aktionsplan zum Schutz und zur Erhaltung des Europäischen Störs“ aufgestellt, durch den die notwendigen Grundlagen für die Arterhaltung und Wiederansiedlung in Deutschland geschaffen werden sollen.

Langfristige Ziele des Aktionsplans sind die Wiederherstellung eines sich selbst erhaltenden Störbestandes in deutschen Gewässern, sowie zur Zukunftssicherung im gesamten historischen Verbreitungsgebiet beizutragen."


Hier folgt das Grusswort des Landwirtschaftsministers im vollen Wortlaut:

Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Grußwort von Landwirtschaftsminister Christian Meyer zum 2. Störfest an der Oste am 11. Mai 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,
während der Europäische Stör vor mehr als einhundert Jahren noch eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für die Fischerei hatte, sind mit Ausnahme einer sich nur noch sporadisch fortpflanzenden Population in der Gironde (Südwest-Frankreich) zwischenzeitlich sämtliche Bestände erloschen - der letzte deutsche Bestand in
der Eider vermutlich im Jahr 1969.

Als maßgebliche Ursachen für den Bestandsrückgang werden die Verschlechterung der Wasserqualität durch die fortschreitende Industrialisierung, der Ausbau der großen Flüsse, der Bau von Wehren sowie die Fischerei auf Störe angesehen.

Aufgrund seiner akuten Gefährdung wird der Europäische Stör mittlerweile durch verschiedene internationale Übereinkommen geschützt.

So unterliegt die Fischart nicht nur dem Washingtoner Artenschutzabkommen, sondern ist auch als streng zu schützende Tierart von gemeinschaftlichem Interesse in Anhang IV zur FFH-Richtlinie gelistet.

Da bei einem möglichen Erlöschen des letzten verbliebenen Bestandes diese eindrucksvolle, bis zu 3,5 m lange und über 300 kg schwer werdende Fischart endgültig auszusterben droht, sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union verschiedene Verpflichtungen eingegangen, die auch eine Wiederansiedlung in Schlüsselregionen des ehemaligen Verbreitungsgebietes fordern.

Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung 2010 einen mit den Ländern abgestimmten „Nationalen Aktionsplan zum Schutz und zur Erhaltung des Europäischen Störs“ aufgestellt, durch den die notwendigen Grundlagen für die Arterhaltung und Wiederansiedlung in Deutschland geschaffen werden sollen.

Langfristige Ziele des Aktionsplans sind

• die Wiederherstellung eines sich selbst erhaltenden Störbestandes in deutschen Gewässern, sowie
• zur Zukunftssicherung im gesamten historischen Verbreitungsgebiet beizutragen.

Unter den zur Diskussion stehenden deutschen Flüssen weist die Oste stromab von Bremervörde die insgesamt günstigsten Bedingungen für einen Versuchsbesatz mit Jungstören auf, zumal dieser Flussabschnitt bis 1920 noch ein wichtiges Laichgewässer für diese Fischart war.

Zudem lassen sich hier auch die begleitenden Freilanduntersuchungen zum Abwanderverhalten der Jungstöre sowie bevorzugten Aufenthaltsbereichen durchführen. Nicht zuletzt werden die Aktivitäten zur Wiedereinbürgerung des Störs in der Oste durch eine sehr engagierte regionale Berufsfischerei und Angelfischerei
unterstützt.

Besonders hervorzuheben ist hier der Gastgeber, die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische in der AG Osteland, welche aus 32 Fischereivereinen entlang der Oste besteht und insgesamt etwa 8.000 Angelfischer repräsentiert.
Diese können bereits auf jahrzehntelange Erfahrungen bei der Restaurierung der Oste und ihrer Nebenbäche im Rahmen von erfolgreichen Wiedereinbürgerungsbemühungen von Lachs und Meerforelle zurückblicken.

Ich möchte der Arbeitsgemeinschaft deshalb an dieser Stelle ganz herzlich für Ihr hohes Engagement und die vielen Stunden Ihrer Freizeit, die sie der Oste und den Nebenbächen sowie dem Fischartenschutz widmen, danken.

Das anhaltende und rege öffentliche Interesse an dem Störprojekt zeugt davon, dass entlang der Oste bisher gute Arbeit geleistet wurde und geleistet wird!

Dem Teilprojekt zur Wiedereinbürgerung des Europäischen Atlantikstörs in der Oste kommt im Rahmen der Umsetzung des nationalen Aktionsplans eine besondere Bedeutung zu.

Hier wurden unter Federführung von Herrn Dr. Geßner vom Leibniz-Institut für Gewäs-serökologie und Binnenfischerei in Berlin - stellvertretend für die Gesellschaft zur Rettung des Störs - seit dem Jahre 2009 bereits etwa 2.400 Jungstöre von 12-30 cm Länge in die Oste eingesetzt. Anlässlich des 2. Störfestes sollen nun weitere 300 Jungstöre von Bremervörde aus ihre Reise in die Nordsee antreten.

Die sich in jüngster Zeit häufenden Wiederfänge aus der Unterelbe und dem unmittelbar vorgelagerten Küstenbereich sowie der dabei registrierte Zuwachs dieser Jungstöre können als ein erstes positives Zwischenergebnis gewertet werden.
Sie zeigen, dass die Störe gute Lebens- und Ernährungsbedingungen finden und dass die Fluss- und Küstenfischerei dieses Projekt gut unterstützt. Das von der Projektleitung geäußerte Lob über die engagierte Mitarbeit seitens der Berufsfischer, die Besatzstöre registrieren und melden, ist für einen Fischereiminister natürlich besonders erfreulich zu hören.

Der Erfolg des Wiedereinbürgerungsprojekts wird sich spätestens ab dem Jahre 2025 zeigen, wenn die Rückkehr der ersten Laichstöre in die Oste erwartet wird.

Vor dem Hintergrund der langen Generationszeiten des Störs und seiner Lebensweise stellt die Wiedereinbürgerung des Europäischen Atlantikstörs in Elbe und Oste nach meiner Einschätzung ein sehr ehrgeiziges Fernziel des internationalen Artenschutzes dar.

Bis dahin werden noch eine Reihe von Hürden zu überwinden sein. Auf dem Weg zum Ziel sollten wir uns stets vor Augen halten, dass von den Maßnahmen am und im Gewässer, die dem Stör zugute kommen, auch eine große Anzahl weiterer Tierarten von Insektenlarven bis hin zu anderen Wanderfischarten wie z. B. Lachs,
Schnäpel oder Meerneunauge profitieren können. Ich  wünsche dem Wiedereinbürgerungsprojekt und den daran beteiligten Akteuren weiterhin gutes Gelingen!



Älteste ihrer Zunft leiten die
Rückkehr des Ostestörs ein

Drei der wohl letzten Störfischer von der Oste setzen Jungfische aus / Wiederansiedlung acht Jahrzehnte nach der Ausrottung / Volksfest am Sonnabend in Elm / AG Osteland sucht "Störpaten"

2. 5. 2013. Mit einem eindrucksvollen symbolischen Akt soll beim "2. Oste-Stör-Fest" am Sonnabend, 11. Mai, ab 14 Uhr in Bremervörde-Elm der Bogen geschlagen werden von der Ausrottung des urtümlichen Kaviarfischs vor rund 80 Jahren bis hin zu dem international beachteten Versuch, den Europäischen Stör in seinem einstigen Heimatgewässer wieder anzusiedeln.

Drei der letzten Oste-Störfischer von einst werden auf dem Steg des Bootsclubs in Elm (Landkreis Rotenburg), An der Oste 20a, den diesjährigen Jungfischbesatz starten: Der 93-jährige Oberndorfer Karl Ludwig sowie seine Weggefährten Hermann Meyer (94) und Herbert Rathjens (83) werden - Seite an Seite mit dem Elmer Ortsbürgermeister Erich Gajdzik - den Anfang machen, wenn diesmal insgesamt 250 Jungtiere aus französischer Nachzucht in die Oste ausgewildert werden.

Nachdem im vorigen Jahr der damalige Ministerpräsident David McAllister in Oberndorf (Kreis Cuxhaven) den 1000. Jungstör in die Oste entlassen hatte, kontaktierte die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. die drei alten Herren, die sich noch gut daran erinnern, dass 1934 der letzte Stör von Friedrich Stelling, Gastwirt aus Oberndorf,  in der "Hexenbucht" bei Hemmoor gefangen und für 200 Reichsmark verkauft wurde. Damit war der Bestand aufgrund von Gewässerverschmutzung und Überfischung vollends zusammengebrochen.

Die westeuropäische Version des urtümlichen Knochenfischs, der älter ist als die Dinosaurier, wäre von der Erde verschwunden, wenn nicht vor der französischen Gironde-Mündung ein weltweit allerletztes Vorkommen der betreffenden Art (Acipenser sturio) eine Nachzucht ermöglicht hätte. Aufgezogen im Leibniz-Institut für Gewässerkunde und Binnenfischerei in Berlin-Friedrichshagen, sollen diese Jungfische den Grundstock für die Rückkehr des grauen Riesen in die Oste und in andere Elbzuflüsse bieten.

Wie im vorigen Jahr in Oberndorf ist die Auswilderung der Störe, überwacht von dem Fischereibiologen Dr. Jörn Gessner von der Gesellschaft zur Rettung des Störs, in ein Volksfest eingebunden. Die Veranstaltung wird vom Bootsclub Elm ausgerichtet. Der Festausschuss um die Elmer Carsten Holst und Benjamin Horst hat viele Anbieter von Leckereien und eine Reihe von Vereinen gewonnen, die für ein buntes Programm sorgen.

Für Kinder veranstaltet der Drochterser Modellbauclub ein Wasserballturnier mit Modellbooten. Für Unterhaltung sorgen der Spielmanns- und Musikzug Elm und "Die Elmbachtaler" sowie die Kinder des Elmer Kindergartens. Die Tourist-Info Bremervörde, die Jägerschaft Elm und die AG Osteland sind mit Informationsständen vertreten, auch DLRG und Feuerwehr sind mit von der Partie.

Gegen eine Spende können die Teilnehmer "Störpaten" werden und den von ihnen benannten Jungfisch eigenhändig aussetzen. Eine Urkunde bestätigt die Patenschaft, bei einem Wiederfang der markierten Tiere werden die Forscher den jeweiligen Paten informieren. Mittlerweile haben  Berufsfischer bereits 20 Jungtiere entdeckt (und nach der Registrierung wieder ausgesetzt), davon vier aus der Oste, so dass sich die Wege der Wanderfische nachvollziehen lassen.

Eingeladen zum 2. Störfest sind - ebenso wie im vorigen Jahr - Vertreter aus Politik, Sportfischerei und Naturschutz von der gesamten Oste. Außerdem erwarten der Vorstand des BC Elm um Hermann Wiebke, Reinhold Grasbeunder und Reinhard Mayer und Hafenmeister Uwe Neugebauer etliche Sportboote der Skipper aus Oberndorf, mit denen die Elmer eine enge Verbindung pflegen.

Auskunft über die einstige Störfischerei geben nicht nur die Letzten ihrer Zunft, bei denen sich auch schon das Fernsehen angesagt hat und deren Erinnerungen die Osteland-Aktiven Schütz und Lemke aufgezeichnet haben. Ausrottung und Wiederkehr der Oste-Störe sind auch Thema einer in Elm gezeigten Ausstellung, für die der Osteland-Vorsitzende Jochen Bölsche (Osten) viele Dokumente aus alten Zeiten zusammengetragen hat.

Über den Stör informieren darüber hinaus auch etliche Exponate der neuen Dauerstellung im Natureum Niederelbe an der Ostemündung in Balje (Landkreis Stade) sowie die AG-Osteland-Website www.oste-stoer.de.



AG Osteland plant ein
Volksfest für den Stör

Bremervörde-Elm feiert am 11. Mai die Wiederansiedlung des Kaviarfischs / Blasmusik, Hüpfburg und Modellbooten / Europaweit beachtetes Artenschutzprojekt 

5. 4. 2013. Das kleine Dorf Elm bei Bremervörde, unweit des "Drei-Länder-Ecks" der Oste-Landkreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg, ist demnächst erneut Schauplatz eines Ereignisses von überregionaler Bedeutung: Nach dem 9. Tag der Oste im Februar findet in dem Bremervörder Ortsteil am Sonnabend, 11. Mai, ab 14 Uhr das "2. Oste-Störfest" statt.

Ein Jahr nach der Premiere in Oberndorf (Kreis Cuxhaven), wo der seinerzeitige Ministerpräsident David McAllister den 1000. Jungstör in die Oste ausgewildert hat, soll die Wiederansiedlung des hier einst ausgerotteten urzeitlichen Kaviarfischs mit einem Volksfest gefeiert werden.

Als Veranstalter hat die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische der AG Osteland den Bootsclub Elm gewonnen, der Vereinshaus, Gelände und Anleger an der Oste zur Verfügung stellt. 

Im Mittelpunkt steht die erneute Auswilderung von mehreren hundert Stören der einstmals auch in der Oste heimisch gewesenen Art Acipenser sturio, die europaweit lediglich in der südfranzösischen Gironde überlebt hat. 

Von den "Franzosen" abstammende und im Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei nachgezüchtete Jungstöre werden unmittelbar vor der Veranstaltung in Spezialbehältern an die Oste gebracht, wo der Fischereibiologe Dr. Jörn Geßner von der Gesellschaft zur Rettung des Störs den Besatz leitet.

Die Festteilnehmer erwartet ein besondere Attraktion: Gegen eine kleine Spende können Besucher eigenhändig Jungtiere in die Oste einsetzen und auf diese Weise, durch eine Urkunde bescheinigt, "Störpate" werden. 

Den ersten Stör des Tages wird Schirmherr und Ortsbürgermeister Erich Gajdzik auswildern, wie AG-Osteland-Wanderfischexperte Wolfgang Schütz ankündigt; Schütz ist zugleich Sprecher der Ostepachtgemeinschaft, der am längsten Nebenfluss der Niederelbe 22 Vereine mit 5700 Sportfischern angehören.

Der Festausschuss um die Elmer Carsten Holst und Benjamin Horst hat viele Anbieter von Leckereien und eine Reihe von Vereinen gewonnen, die für ein buntes Programm sorgen. Für Kinder steht eine Hüpfburg bereit, ausserdem veranstaltet der Drochterser Modellbauclub ein Wasserballturnier mit Modellbooten. Für Unterhaltung sorgen der Spielmanns- und Musikzug Elm und "Die Elmbachtaler" sowie die Kinder des Elmer Kindergartens. Die Tourist-Info Bremervörde, die Jägerschaft Elm und die AG Osteland sind mit Informationsständen vertreten, auch DLRG und Feuerwehr sind mit von der Partie.

Eingeladen zum 2. Störfest sind - ebenso wie im vorigen Jahr - Vertreter aus Politik, Sportfischerei und Naturschutz von der gesamten Oste. Außerdem erwarten der Vorstand des BC Elm um Hermann Wiebke, Reinhold Grasbeunder und Reinhard Mayer und Hafenmeister Uwe Neugebauer etliche Sportboote der Skipper aus Oberndorf, mit denen die Elmer eine enge Verbindung pflegen.

Während des Störfests zeigt die AG Osteland eine von ihrem Vorsitzenden Jochen Bölsche gestaltete Wanderausstellung mit dem Titel "Die Rückkehr des grauen Riesen", die der Ausrottung und der Wiederansiedlung des Störs in der Oste gewidmet ist. Informiert werden soll auch über das neue GPS-Navi-Projekt "Stör Stups und Reiher Ralf" des Stader Vereins zur Förderung von Naturerlebnissen e.V., das von diesem Sommer an Kindern die Oste-Natur in Bild und Ton nahebringen soll.

Nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft Osteland, die das Ostestör-Projekt seit fünf Jahren begleitet, begründen die bisherigen Wiederfangergebnisse die Hoffnung, dass sich der Ansiedlungsversuch eines Tages als ebenso erfolgreich erweisen wird wie ein anderes Vorhaben der Sportfischer: Um die Jahrtausendwende ist es ihnen gelungen, den hier ebenfalls einst ausgerotteten Lachs wieder heimisch zu machen. In Fachkreisen gilt die Oste heute als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins". 

Auch das aktuelle Artenschutzprojekt findet Beachtung in der internationalen Fachwelt, aber auch in der deutschen Angelpresse sowie immer wieder in Funk und Fernsehen. "Auf diese Weise," freut man sich in der AG Osteland, "trägt der Stör auch dazu bei, bundesweit Interesse für den einstmals 'vergessenen Fluss' zu wecken und den sanften Tourismus am Fluss zu beleben."


Schildbürgerstreich
im Jubiläumsjahr?

Wirbel um Geversdorfer Oste-Klappbrücke / Öffnungszeiten zur Disposition gestellt / "Nadelöhr für den blauen Tourismus" / AG Osteland in "Alarmstimmung"

3. 4. 2013. Unter Wassersportlern und -touristikern an der Oste herrscht Unruhe: Nach Informationen aus Hannover sollen aus finanziellen Gründen "Änderungen im Betrieb" der Oste-Klappbrücke in Geversdorf (Landkreis Cuxhaven) vorgenommen werden, die nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. ein "Nadelöhr für den blauen Tourismus" am längsten Nebenfluss der Niederelbe darstellt.

Die über 500 Mitglieder starke "Lobby für die Oste" ist in Alarmstimmung. Sie befürchtet, dass sich ein "Schildbürgerstreich" anbahnen könnte. Nachdem in den vergangenen Jahren weit über eine Million Euro in eine Kette neuer Schiffsanleger investiert worden ist und nachdem der Osteland-Arbeitskreis "Blaues Netz Oste"  das Revier an der gesamten Küste und auf Bootsmessenmit einem ehrenamtlich erstellten 24seitigen "Hafenführer" beworben hat, könnte eine Reduzierung der Brückenöffnungszeiten einen Rückschlag für alle Bemühungen bedeuten, wieder Wassersportler für den lange Zeit "unbekannten Fluss" zu begeistern.

Der Einschnitt droht ausgerechnet im Jubiläumsjahr der Klappbrücke: Am Sonntag, 8. September, will die Gemeinde Geversdorf mit einem "Brückenfest" das 25-jährige Bestehen der Flussquerung feiern, die seit 1988 die alte Fährverbindung ersetzt und die zu den Etappenzielen der Deutschen Fährstrasse Bremervörde - Kiel und des neuen Oste-Radwegs Tostedt - Balje zählt.

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die als Eigentümerin für den Betrieb der Brücke zuständig ist, weist auf "rückläufige Brückenöffnungen" hin. Eine Reduzierung der Öffnungszeiten oder die Einführung umständlicher Anmeldeprozeduren aber würde nach Auffassung des "Blauen Netzes", so dessen Sprecher Bernd Jürgens  (Hemmoor), die Bemühungen erschweren, Segelsportler für spontane Abstecher in die Oste zu gewinnen. Betroffen wären in erster Linie die - seit Jahren auch um Gastlieger werbenden - Sportboothäfen oberhalb der Brücke in Geversdorf, wo gerade erst ein neues Hafen- und Sanitärhaus gebaut worden ist, sowie in Oberndorf, Schwarzenhütten und Osten.

Gerade für das laufende Jahr hat die AG Osteland ihre Bemühungen intensiviert, den reizvollen Fluss mit einer breit gestreuten Kampagne zu bewerben. Mitgliedsvereine werben für ihre Häfen und Heimatorte nicht nur im international verbreiteten Seglerhandbuch "Sejleren's", dessen 2013er Ausgabe bereits auf dem Markt ist. Vom 6. bis 8. September findet im Rahmen des "Nordsee-Elbe-Cups" die Oberndorfer Regatte "Rund Medemgrund" statt.

Bereits zur Jahreswende sind Vereine überall im Norden mit Info-Blättern der AG Osteland außerdem zu einem großen "Absegeln / Abmotoren bei Freunden an der Oste" vom 20. bis 22. September eingeladen worden. Erwartet werden bis zu 165 Boote, für deren Crews die Touristiker der Samtgemeinden Am Dobrock und Hemmoor Sonderprogramme in Neuhaus (60 Liegeplätze) sowie in Oberndorf (45 Liegeplätze), Hemmoor-Schwarzenhütten (20 Liegeplätze) und Osten (40 Liegeplätze) vorbereitet haben.

Die AG Osteland befürchtet - wenn neben der Tide auch wechselnde Öffnungszeiten berücksichtigt werden müssen - einen Rückschlag für die seit einigen Jahren mit Erfolg unternommenen Versuche, Großsegler wie die "Albatros" oder schleswig-holsteinische Fahrgastschiffe wie die "Adler Princess" und die "Germania" für Oste-Touren zu gewinnen. Beeinträchtigt werden könnte unter Umständen auch der Betrieb des Oste-Fahrgastschiffs "Mocambo".

Nachdem die Oste ihren Status aus Bundeswasserstraße verloren hat, ist der Landkreis Cuxhaven zuständig für den Vollzug der neuen "Verordnung über das Befahren der Oste". Das Landkreis-Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft, das vom Land um Zustimmung zu einer Neuregelung gebeten worden ist, will die geplanten Änderungen in einer Informationsveranstaltung vorstellen, die am Montag, 15. April, 10 Uhr, im Cadenberger Ratssaal beginnt.

Seit die Geversdorfer Klappbrücke vor einem Vierteljahrhundert die dort verkehrende Oste-Fähre ersetzt hat, gilt die Regelung, dass sie zu jeder Zeit passiert werden kann. Die Durchfahrtsbreite beträgt 22 Meter, die Durchfahrtshöhe bei geschlossener Brücke 3,8 Meter bei Mittlerem Tidenhochwasser. Auf Anforderung über UKW-Seefunk (Kanal 69), über Tel. 04752-7121 oder mit Signalhorn (zwei lange Töne) wird die Brücke zur vollen und halben Stunde geöffnet.

Web-Tipp:
www.blaues-netz-oste.de



Die "Lobby für die Oste" geht
gut aufgestellt ins zehnte Jahr

AG Osteland verleiht Goldenen Fährmann / Grünes Netz Oste in Gründung / Störfest, Absegeln und neues Buch geplant / Ende der "Franzosenzeit" ist neues historisches Jahresthema am Fluss

19. 3. 2013. Mit einstimmig im Amt bestätigten Vorstandsmitgliedern, steigenden Mitgliederzahlen, soliden Finanzen und einem vielfältigen Programm geht die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. in das zehnte Jahr ihres Bestehens.

Einen Rekordbesuch von fast hundert Teilnehmern aus drei Landkreisen verzeichnete der Verein, der sich als Lobby für den 1800 Quadratkilometer großen Einzugsbereich der Oste versteht, bei seiner Jahreshauptversammlung im Gasthof Meier in Gräpel (Landkreis Stade).

Schatzmeister Johannes Schmidt aus Hemmoor und der 1. Vorsitzende Jochen Bölsche aus Osten (Landkreis Cuxhaven) - beide ohne Gegenstimme im Amt bestätigt - berichteten über eine Kassenführung, die, so Rechnungsprüfer Heino Grantz, "besser gar nicht sein könnte", sowie über die vielfältigen Aktivitäten der vergangenen und der kommenden Amtszeit.

Zu den wichtigsten Aktivposten des Vereins, so Bölsche in seinem Rechenschaftsbericht, zählten Bürgersinn und Bürgerengagement der mittlerweile über 500 Mitglieder.

Sieben Mitstreiter wurden in der Versammlung mit einer Urkunde und der Ehrennadel "Goldener Fährmann" für ihre Verdienste um die AG Osteland geehrt: aus dem Kreis Cuxhaven Hanni Milan und Heino Grantz aus Hemmoor, Matthias Holl aus Oberndorf und Gerhard Reibe aus Hechthausen, aus dem Kreis Stade Karin Plate aus Gräpel und aus dem Kreis Rotenburg Kurt Ringen aus Hanstedt und Hans-Hermann Tiedemann aus Elm.

Zu den Höhepunkten des Geschäftsjahres zählten laut Rechenschaftsbericht die von Bundespräsident Joachim Gauck auf Schloss Bellevue vorgenommene Würdigung der Vereinsarbeit, insbesondere der Initiierung der Deutschen Fährstrasse Bremervörde - Kiel.

Erfreut zeigt sich ist Verein über den Antrag auf Anerkennung der beiden deutschen Schwebefähren als Weltkulturerbe, der vom jetzigen Kieler Innenminister und früheren Rendsburger Bürgermeister Andreas Breitner auf den Weg gebracht worden ist. Als Erfolg gewertet wird auch der jüngste "Tag der Oste" in Elm (Landkreis Rotenburg) mit fast 300 Teilnehmern, der mit dem Festvortrag des prominenten Naturschützers Uwe Baumert der Vermaisung, dem Artenschwund und der Gewässerbelastung in der Flussregion gewidmet war.

Dadurch angeregt, will die AG Osteland die Naturschutz-Bemühungen im mittleren Drittel des Elbe-Weser-Dreiecks in einem verbands- und kreisübergreifenden neuen Gesprächskreis für Umwelt, Natur und Landeskultur bündeln. Ansprechpartner für das neue "Grüne Netz Oste" sind der 2. Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes Bremervörde - Zeven, Hans-Hermann Tiedemann aus Elm (Landkreis Rotenburg) und der Landschaftsökologe Rainer Schurr aus Kehdingbruch (Landkreis Cuxhaven).

Vorbild ist das innerhalb der AG Osteland vor drei Jahren gegründete "Blaue Netz Oste", in dem über 100 Wassersportler, Angler und Gewässerschützer zusammenarbeiten.

Dieser Arbeitskreis plant, wie Vorstandsmitglied Bernd Jürgens (Hemmoor) ankündigte, unter anderem die Neuauflage seines beliebten Boots- und Hafenführers - mit neuen Befahrensregeln für die Obere Oste - sowie vom 20. bis 22. September erstmals ein großes Absegeln / Abmotoren mit Freunden aus der gesamten Oste- und Niederelberegion.

Für den Osteland-Arbeitskreis Wanderfische werden, wie "Störvater" Wolfgang Schütz (Osten) ankündigte, nach der feierlichen Freisetzung des 1000. Jungstörs letztes Jahr in Oberndorf (Kreis Cuxhaven) die international beachteten Bemühungen um die Wiederansiedlung des urtümlichen Kaviarfischs in der Oste fortgesetzt. Bei einem "2. Oste-Störfest" am Sonnabend, 11. Mai, sollen gemeinsam mit dem Bootsclub Elm erneut junge Störe aus französischer Nachzucht ausgewildert werden.

Dass neben den Wanderfischen auch das Osteland-Projekt "Krimiland Kehdingen-Oste" weiterhin dazu beiträgt, die Region über Presse, Funk und Fernsehen bekannter zu machen, zeigte der Bericht von Vorstandsmitglied und Diplom-Bibliothekarin Renate Bölsche (Osten).

Nach diversen literarischen Veranstaltungen wie der Präsentation des von Reinhold Friedl verfassten 50. Oste-Krimis voriges Jahr im Natureum Niederelbe steht 2013 neben mehreren Krimitheater- und Krimidinner-Terminen demnächst ein ganz besonderes Ereignis an: die Ausstrahlung des vom ZDF verfilmten, in der Region angesiedelten Krimis "Blaufeuer" von Oste-Kulturpreisträgerin Alexandra Kui.

Nach dem im vorigen Herbst erschienenen Band "Ufergeflüster" mit Geschichten aus der Geschichte der Flussregion von Dietrich Alsdorf will die AG Osteland ein weiteres - ihr sechstes - Buch herausgeben. Thema werden die kulinarischen Köstlichkeiten am längsten Nebenfluss der Elbe sein.

Über die positive Entwicklung des Fahrradtourismus berichtete Osteland-Vorstandsmitglied und Samtgemeinde-Touristiker Michael Johnen aus Cadenberge (Landkreis Cuxhaven). Großer Beliebtheit, auch auf Reisemessen, erfreue sich ein von der AG Osteland erstelltes und finanziertes Faltblatt.

Diese Karte zeigt erstmals mit gesamte Flussregion und wirbt für die Deutsche Fährstrasse sowie deren 2012 eingeweihte Ergänzung, den 140 Kilometer langen "Oste-Radweg", der die Quellregion bei Tostedt mit der Mündung verbindet. Durch die geplante Fahrradstation am Vörder See in Bremervörde sowie die neue Dauerausstellung und das künftige Empfangsgebäude im Natureum Niederelbe in Balje (Kreis Stade) wird die Flussroute eine weitere Attraktivierung erfahren.

Die Moore an der Oste sind das Thema der auch in diesem Jahr von Vorstandsmitglied Albertus Lemke aus Oberndorf organisierten traditionellen Wanderung am 1. Mai. Am 15./16. September lädt die AG Osteland zu einer Gemeinschaftsfahrt nach Rendsburg ein, wo die zweitälteste deutsche Schwebefähre dieses Jahr ihr Hundertjähriges feiert. Für den 1. Advent ist eine Schiffstour von Brunsbüttel über Elbe und Oste zum Weihnachtsmarkt nach Oberndorf geplant.

Eine pessimistisch stimmende Entwicklung, die ungesicherte Zukunft vieler Dorfschulen, war Thema eines Referates des Theatermachers Hartmut Behrens, der sich wie Dutzende anderer Osteland-Mitglieder mit geplanten Demonstrationen und Info-Veranstaltungen unter dem Motto "SOS Dorfschule" für das Fortbestehen gefährdeter Grundschulen wie in Oberndorf oder Elm einsetzt.

Ebenso wie die IHK Stade in einer soeben erschienenen Expertise ("Schul-Atlas") betont die AG Osteland die Vorzüge kleiner, nahegelegener Schulen gerade für kleine Kinder.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit bieten auch in den kommenden Monaten die Angebote der AG Osteland zur Heimatgeschichte, über die der 2. Vorsitzende Walter Rademacher aus Neuhaus (Kreis Cuxhaven) berichtete. Nachdem 2012 die Erarbeitung einer Osteland-Wanderausstellung zum 50. Jahrestag der Februarflut 1962 - mit aktuellen Bezügen zum Thema Elbvertiefung - im Mittelpunkt gestanden hatte, ist nunmehr der 200. Jahrestag des Endes der "Franzosenzeit" das historische Thema des Jahres am Fluss.

Nachdem Uwe Heins aus Kehdingbuch (Kreis Cuxhaven) über die geplanten Kostümführungen und ein Historienfest vom 2. bis 6. Oktober in Neuhaus berichtet hatte, rundete ein fachkundiger Vortrag des Ostener Ortsheimatpflegers Frank auf dem Felde über "Napoleon im Osteland" die Jahreshauptversammlung ab. Der Referent verabschiedete sich mit dem Wort "Tschüss" - abgeleitet von Adieu, einer der vielen Erinnerungen an die Franzosenzeit.



"Wasserqualität der 
Oste ist sehr fragil"

Sportfischer mahnen: Vermaisung bedroht seltene Fischarten / Demnächst 23 Vereine mit rund 6000 Mitgliedern / Störfest in Bremervörde-Elm geplant

3. 3. 2013. Noch gelte die Oste als ein "durchschnittlich gesundes Gewässer", doch die Gewässerqualität sei "sehr fragil". Diese Warnung äußerte Gewässerwart Karl-Heinz Lengner (Otterndorf) am Sonntag in der Hauptversammlung der Ostepachtgemeinschaft (OPG) der Sportfischervereine der Elbe-Oste-Region im Ostener Hotel "Fährkrug", die vom 1. Vorsitzenden Wolfgang Schütz geleitet wurde. 

Lengner hat eigene Messungen im längsten Nebenfluss der Niederelbe angestellt. Der langjährige Brandenburger Landesverbandsgewässerwart sieht die Wasserqualität der Oste bedroht durch Versandung und andere Belastungsfaktoren, die mit zunehmendem Maisanbau und Grünlandumbrüchen am Oberlauf im Landkreis Rotenburg einhergehen und die angelaufene Wiedereinbürgerung empfindlicher Fischarten wie des Europäischen Störs gefährden könnten.

"Was von oben runterkommt, ist nicht so schön," urteilte Lengner. "Wir müssen die Vermaisung im Auge behalten - das kann gefährlich werden für empfindliche Fischarten." Damit unterstrich Lengner Warnungen des Diplom-Biologen Ralf Gerken (Scheeßel) vom Landessportfischerverband Niedersachsen, der bereits letztes Jahr erklärt hatte, die teilweise bis an die Ufer reichende Vermaisung bewirke eine verstärkte Versandung von Laichgewässern: "Wenn wir die Sandeinträge nicht in den Griff kriegen, scheitert die Wiederansiedlung."

Auf positive Auswirkungen des europaweit beachteten Oste-Stör-Vorhabens wies Jochen Bölsche hin, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. Das im Funk und Fernsehen sowie in der gesamten deutschen Anglerpresse präsentierte Artenschutzprojekt habe - ebenso wie die zuvor geglückte Rettung des Lachses - das Interesse von Sportfischern und anderen Naturfreunden an der Oste belebt und sei daher auch für die Tourismuswirtschaft bedeutsam. Erfreulich sei auch, dass es mittlerweile gelungen sei, Wanderfischbarrieren am Oberlauf im Raum Sittensen zu beseitigen und am Unterlauf das Basbecker Mühlenfleet in Hemmoor fischdurchgängig zu machen.

Nach dem Oberndorfer Störfest im vorigen Jahr, bei dem der damalige Ministerpräsident David McAllister den 1000. Jungstör aus französischer Nachzucht der Oste übergab, ist, wie der OPG-Vorsitzende Schütz mitteilte, ein ähnliches Ereignis am 11. Mai in Bremervörde-Elm geplant. Dort sollen beim "2. Oste-Stör-Fest", veranstaltet vom Bootsclub Elm in "sehr guter Zusammenarbeit" mit dem AG-Osteland-Arbeitkreis Wanderfische, weitere Jungfische freigesetzt werden, für die Naturfreunde gegen eine Spende "Störpatenschaften" übernehmen können.

Wie Schütz weiter berichtete, scheinen die bisherigen Stör-Besatzaktionen erfolgversprechend zu verlaufen. Den Tieren, die im Einzugsbereich der Elbe wieder angesiedelt worden sind, gehe es offenbar gut. Das zeigten 23 Jungfische aus französischer Nachzucht, die allein in letzter Zeit an der Nordseeküste zwischen Dänemark und Holland von Berufsfischern wie dem Geversdorfer Walter Zeeck gefangen (und wieder freigelassen) worden sind, darunter vier Exemplare, die in der Oste ausgewildert worden waren. 

Die Störe, die der Freisetzung 20 bis 25 Zentimeter lang waren, sind mittlerweile auf 45 Zentimeter angewachsen. An den urtümlichen Knorpelplatten, die ihren Körper bedecken, haben sich in freier Wildbahn, nach dem Verlassen der Aufzuchtbecken, kleine Spitzen ausgebildet, die den Tieren einen gewissen Schutz gegen natürliche Feinde wie Hecht und Kormoran bieten können. Das berichtete der Projektleiter Dr. Jörn Gessner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei kürzlich bei einem Besuch an der Oste.

Auch in diesem Jahr wird die OPG erneut Bestände bedrohter Arten stützen, zum Beispiel durch die Auswilderung junger Aale sowie von Meerforellen aus der Zuchtanlage in Kleinmühlen bei Lamstedt. Allerdings konnten dort in dieser Saison nur 20.000 Meerforelleneier aufgelegt werden, weil beim Elektrofischen fast nur Milchner gefangen worden seien, wie Egon Boschen in der OPG-Versammlung mitteilte.

Sorgen bereitet den rund 6000 Sportfischern der Region der Zugang zu ihren Pachtgewässern, der im Zuge von Deich- und Befestigungsarbeiten zunehmend durch Uferzäune versperrt wird. Mit Hilfe des Unterhaltungsverbandes Untere Oste wollen die Angler nun in Eigenarbeit Tore und Übertritte schaffen.

Unzufrieden zeigen sich die Vertreter einiger Vereine darüber, dass die"Pütten",  die etwa bei Kranenburg, Brobergen und Blumenthal im Landkreis Stade bei Ausdeichungen und durch Bodenentnahme entstehen, nicht zum Beangeln freigegeben werden sollen. Hier strebt die OPG an, dass ein Teil der neuen Gewässer zur Hege und Pflege den anerkannten Sportfischerverbänden überlassen wird.

Über eine zufriedenstellende Finanzlage konnte Thorsten Stobbe (Osten) berichten, dem die Rechnungsprüfer eine exzellente Kassenführung bescheinigten. Als neues Mitglied erwartet die OPG demnächst den Angelsportverein Horneburg. Damit werden dem Zusammenschluss insgesamt 23 Vereine aus der Elbe-Oste-Region angehören. 

Den Abschluss der Versammlung bildete ein Vortrag des Otterndorfer Chemikers und Fischereisachverständigen Dipl.-Ing. Egon Prexl über einen von ihm entwickelten und mittlerweile patentierten "Fischretter". Mit Hilfe dieses Gerätes können Feuerwehren, so Prexl, im Notfall den Sauerstoffgehalt eines Gewässers schnell und effizient erhöhen, um so einem Fischsterben vorzubeugen.



AG Osteland für ein "Land 
der Erneuerbaren Energien"

Ja zur Windkraft, Nein zu Fehlentwicklungen und falschen Standorten / Kritik an Vermaisung und Gasfabrik im Trinkwasserschutzgebiet / Baumert spricht beim "Tag der Oste" in Bremervörde-Elm

8. 2. 2013. Eine Zukunftschance sieht die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. für die Region zwischen Elbe und Weser, wenn sie sich als "Land der Erneuerbaren Energien" versteht. Das schließe jedoch nicht die Verpflichtung aus, einzelne Fehlentwicklungen zu kritisieren und nach Möglichkeit zu verhindern. 

Als negativ bewertet die über 500 Mitglieder starke "Lobby für die Oste" die in der Vergangenheit "ohne jedes Augenmaß betriebene Vermaisung" insbesondere des Landkreises Rotenburg und den geplanten Bau einer Methangasfabrik im Trinkwasserschutzgebiet an der Oberen Oste bei Groß Meckelsen (Samtgemeinde Sittensen).

Abgelehnt hatte die AG Osteland bereits 2010 auch den Bau eines Windparks in der Nähe der Schwebefähre Osten - Hemmoor (Landkreis Cuxhaven), die für das Unesco-Weltkulturerbe vorgeschlagen worden ist. Bei einem neuerdings diskutierten alternativen Windpark-Standort an der Ostener Grenze zu Drochtersen (Landkreis Stade) dagegen ist, so der Vorstand der AG Osteland in seiner jüngsten Sitzung in Bremervörde-Elm, eine Kollision  mit dem Weltkulturerbeantrag oder mit Naturschutzbelangen "nicht erkennbar".

In einer Informationsveranstaltung in Osten haben sich unter anderem auch die Umweltschützer Georg Ramm (BUND-Kreisverband Cuxhaven) und Dr. Manfred Toborg - beide Mitglied der AG Osteland - für den Bürgerwindpark Altendorfer Moor ausgesprochen, der in deutlicher Distanz zur Schwebefähre entstehen soll.

Dem konfliktträchtigen Thema Erneuerbare Energien ist der Festvortrag gewidmet, den der profilierte Natur- und Umweltschützer Uwe Baumert, stellvertretender NABU-Landesvorsitzender und AG-Osteland-Mitglied, beim 9. "Tag der Oste" am Sonntag, 17. Februar, in "Schmomaker's Landgasthof" in Bremervörde-Elm halten wird.

Vor rund 250 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Vereinsleben wird die Arbeitsgemeinschaft Osteland e.V. zum neuntenmal ihren mit 3.500 Euro dotierten Oste-Kulturpreis "Der Goldene Hecht" verleihen. Osteland-Vorsitzender Jochen Bölsche will mit seinem traditionellen Referat "Das Jahr an der Oste" erneut Entwicklungen und Perspektiven für die Region aufzeigen. 

Der 2005 erstmal veranstaltete "Tag der Oste" steht unter der Schirmherrschaft der Oste-Landkreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg/Wümme.




Zum 10. Jahr der "Fährienstraße"
Dank an die Osteland-Tourenleiter

Ferienroute stiftet Freundschaft zwischen Schwebefähren-Orten / Radweg findet internationale Resonanz / "One of Germany’s Top 3 Scenic Routes" /  Neue Attraktionen zwischen Ostequellen und Ostsee

9. 2. 2013. Die 2003 an der Oste konzipierte Deutsche Fährstraße Bremervörde - Kiel geht in ihr zehntes Jahr. Aus diesem Anlass hatte die Trägerin der Route, die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., Helfer und Freunde zu einem Erinnerungsabend mit Beamerschau und Matjesbüffet auf den idyllischen Berthof in Hechthausen-Kleinwörden eingeladen, der direkt an der Ferienroute liegt, die zwischen Oste und Ostsee 50 Fähren, Brücken und andere maritime Sehenswürdigkeiten verbindet.

In Anwesenheit von Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahradclubs (ADFC) und des jungen Vereins Radsport Hemmoor dankten die Vorsitzenden der AG Osteland, Jochen Bölsche und Walter Rademacher, mit einem Präsent dem Ostener Ehepaar Peter und Marlene Prüß. Die langjährigen Tourenleiter des Vereins haben eine Reihe von Gruppenfahrten sowohl auf der "Fährienstraße" als auch auf ihrer 2012 eröffneten Fortsetzung organisiert, dem 145 Kilometer langen Oste-Radweg von Tostedt (Landkreis Harburg) bis Balje (Landkreis Stade), der den längsten Nebenfluss der Niederelbe von den Quellen bis zur Mündung begleitet.

Begrüßt wurden in der Veranstaltung auch der Initiator des Oste-Radwegs, ADFC-Tourenplaner Klaus Feldmann aus Grasberg (Landkreis Osterholz-Scharmbeck). Die von ihm entwickelte Route wird von der AG Osteland ebenso wie die Deutsche Fährstraße zurzeit auf 35.000 Gratis-Faltkarten propagiert, die unter anderem von den Touristikern der Landkreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg auf Reisemessen angeboten werden.

Die nächste - bereits ausgebuchte - Gruppenbefahrung der Deutschen Fährstraße plant für diesen Sommer der Verein Radsport Hemmoor, wie dessen Radtouristik-Leiter Dieter Tiedemann ankündigte. Der Verein hat sich damit für eine Route entschieden, die längst auch international Resonanz findet: Sie diente schon zweimal eigens nach Deutschland angereisten japanischen Touristikprofis als Vorbild und wird von der Deutschen Zentrale für Tourismus mittlerweile in allen Weltsprachen beworben, darunter Russisch und Chinesisch. 

Vom mdr-Fernsehpublikum war die maritime Route schon früh auf Platz zwei der "Traumstraßen Deutschlands" gewählt worden. Neuerdings präsentiert das britische Tourismus-Portal mygermancity.com die "German Ferries Route" als "one of Germany’s Top 3 Scenic Routes", wie der Osteland-Vorsitzende Bölsche mitteilte, dessen Initiative für die Gründung der Ferienstraße kürzlich beim Neujahrsempfang von Bundespräsident Joachim Gauck auf Schloss Bellevue gewürdigt worden war.

Seit ihrer Eröffnung ist der Charakter der Ferienstraße, wie die Rückschau zeigte, durch viele Osteland-Mitstreiter in Kommunen und Vereinen durch weitere Attraktionen verstärkt worden, darunter eine historische Ausstellung an der Fähre in Brobergen (Kreis Stade), die neue Ostefähre "Püttenhüpper", die Welt-Schwebefähren-Infomeile und die museale Ostener "Fährstuv" in der Samtgemeinde Hemmoor, die Modell-Prahmfähre in Oberndorf (Kreis Cuxhaven) und die maritimen Ausstellungen im restaurierten alten Leuchtturm in Balje und im Küstenschifffahrtsmuseum in Wischhafen (beides Samtgemeinde Nordkehdingen). 

In der neuen Saison wird die 250 Kilometer lange Route mit dem Slogan "Frohe Fährien im frischen Norden" zusätzlich aufgewertet. Angestrebt werden unter anderem eine Neugestaltung des Ostener Fährplatzes und des Hemmoorer Fährkopfes sowie neue Fahrradstationen im Eingangsbereich des Natureums Niederelbe und am Historischen Kornspeicher in Freiburg (Landkreis Stade).

Auch in Schleswig-Holstein hat die Einrichtung der Ferienroute Bremervörde - Kiel nachhaltige Folgen bewirkt: Hervorgegangen aus ersten Gesprächen zur Fährstraßen-Gründung 2003 in Madrid mit den Bürgermeistern der Schwebefähren-Gemeinden Rendsburg und Osterrönfeld ist unter anderem eine lebendige Gemeindepartnerschaft zwischen den Osten und "O'feld". In dem mit den Kommunalpolitikern aller Schwebefähren-Kommunen gebildeten "Arbeitskreis Deutsche Schwebefähren" innerhalb der AG Osteland ist die Weltkulturerbe-Initiative entwickelt worden, die insbesondere der bisherige Rendsburger Bürgermeister und neue Kieler Innenminister Andreas Breitner vorangetrieben hat.

Vertieft wurden die von Schützen- und anderen Vereinen gepflegten guten Kontakte zwischen den Gemeinden an der Deutschen Fährstraße durch die jüngst beschlossene Benennung einer Osterrönfelder Straße in "Ostener Ring" und durch die Einweihung eines großformatigen Wandbildes am Nord-Ostsee-Kanal, das die beiden deutschen Schwebefähren zeigt. 

Für das Wochenende 14./15. September organisiert die AG Osteland erneut - bereits zum fünften mal - eine Gruppenreise für Vertreter von Kommunen und Vereinen an der Oste an den Nord-Ostsee-Kanal. Anlass sind die Feierlichkeiten in Rendsburg und Osterrönfeld zum 100-jährige Bestehen der gigantischen Kanalbrücke mit der zweitältesten deutschen Schwebefähre. An einem eigenen Stand wollen die Fahrradfreunde von der Oste auf dem Fest auch für die "Fährienstraße" und für ihren neuen Oste-Radweg werben.




"Osteland als Marke etabliert"

Arbeitsgemeinschaft geht ins zehnte Jahr / "Tag der Oste" mit Uwe Baumert im Landkreis Rotenburg / Schwerpunktthema 2013:  Naturschutz in der Flussregion / Störfest in Elm und Zeitreise ins Jahr 1813 / Im Herbst "Absegeln mit Freunden" und Jubiläumsfeier auf der "Schwesterfähre"

8. 1. 2013. An der Schwelle zum zehnten Jahr ihres Bestehens umfasst die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. mehr als 500 Mitglieder, darunter Dutzende von Vereinen und nahezu alle Anrainergemeinden des Flusses in den Landkreisen Stade, Cuxhaven und Rotenburg. Die "Lobby für die Oste" findet mittlerweile Anerkennung bis hinauf zum Bundespräsidenten Joachim Gauck, der ihre Arbeit für die Erhaltung des Kultur- und Naturerbes an der Oste und die Initiierung der Deutschen Fährstraße durch eine Einladung zu seinem diesjährigen Neujahrsempfang auf Schloss Bellevue gewürdigt hat. 

Ein erfreuliches Fazit zog der Vorstand des gemeinnützigen Vereins in seiner Januarsitzung im Restaurant "Zum alten Amtsgericht" in Osten (Landkreis Cuxhaven): Binnen knapp zehn Jahren sei es gelungen, für das einst namenlose, vergessene mittlere Drittel des Elbe-Weser-Dreiecks das Wort "Osteland" als geographische Bezeichnung und als touristische Marke zu etablieren. Zur Jahreswende konnte der Verein auf diesem Weg einen weiteren Erfolg verzeichnen.

Nachdem bereits mehr als zwei Dutzend Firmen, Vereine und Produkte -  vom "Osteland-Gesundheitszentrum" bis zum "Osteland-Magazin" - das seit 2003 gezielt propagierte Wort im Namen führen, hat zur Jahreswende die Schwebefähren-Gemeinde Osten, Sitz der AG Osteland, ihre Festhalle in "Osteland-Festhaus" umbenannt. Vorstandsmitglied Torsten Wichmann gratulierte dazu in der Sitzung dem neuen Pächter Jan Nachtigall und übergab ihm das Vereinsbanner mit der Aufschrift "Lust auf Osteland".

Eines der Schwerpunktthemen des neuen Jahres ist die Sorge um die Bedrohung von Natur und Landschaft im Einzugsgebiet der Oste, das mit 1800 Quadratkilometern größer ist als Hamburg und Berlin zusammen.

Beim "9. Tag der Oste" am Sonntag, 17. Februar, 10.30 Uhr, in Schomakers Landgasthof in Bremervörde-Elm wird der stellvertretende NABU-Landesvorsitzende Uwe Baumert aus Deinstedt (Landkreis Rotenburg) den Festvortrag zum Thema "Erneuerbare Energien, Landwirtschaft und Naturschutz" halten. Außerdem verleiht der Vorstand des Vereins vor rund 300 geladenen Gästen den Oste-Kulturpreis "Goldener Hecht", der, so Schatzmeister Johannes Schmidt (Hemmoor), in sieben Kategorien vergeben wird und erneut mit insgesamt 3.500 Euro dotiert ist. 

Ein weiteres Schwerpunktthema ist in diesem Jahr die Geschichte der Flussregion. Nachdem 2012 im Zeichen einer unter der Regie des 2. Vorsitzenden Walter Rademacher zusammengestellten und in Balje, Geversdorf, Hemmoor und Nieder Ochtenhausen gezeigten Wanderausstellung zum 50. Jahrestag der Sturmflutkatastrophe gestanden hat, will der Verein jetzt zu einer Zeitreise in das Jahr 1813 einladen: Vor 200 Jahren endete an Oste und Elbe die "Franzosenzeit" und damit die napoleonische Kontinentalsperre.

Den Auftakt zum Veranstaltungsreigen bildet eine Beamer-Schau des Heimatpflegers Frank Auf dem Felde (Osten). In der Hauptversammlung der AG Osteland am Montag, 18. März, 19.30 Uhr, im Gasthaus Meier in Estorf-Gräpel (Landkreis Stade) spricht der Regionalhistoriker - nach den üblichen Regularien wie Berichten und Neuwahlen - zum Thema "Napoleon im Osteland - zwischen Pläsier und Malör". 

Dabei wird sich der Referent kritisch mit der traditionellen Sichtweise einer "Befreiung vom napoleonischen Joch" auseinandersetzen, "die immer noch wesentlich durch die Brille des 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägt ist". Auf dem Felde will bei seiner "Spurensuche" unter anderem die Fragen beantworten: "Was bleibt, wenn man die geschichtlichen Ereignisse der Sieger-Propaganda von Metternich bis Kaiser Wilhelm entkleidet? Wie 'französisch' war das Osteland vor 200 Jahren und was ist uns daraus geblieben?" In Zusammenarbeit mit der AG Osteland veranstaltet die Neuhäuser "Bruderschaft der Lumpenhunde" vom 2. bis 6. Oktober ein großes Historienfest, das ebenfalls dem Ende der Kontinentalsperre vor 200 Jahren gewidmet ist.

Auch die Arbeitskreise innerhalb der AG Osteland haben ein buntes Jahresprogramm erarbeitet. Während die Projektgruppe Krimiland Kehdingen-Oste weiterhin Neuerscheinungen aus der Region präsentieren will, feiert die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische um Wolfgang Schütz (Osten) am Sonnabend, 11. Mai, ab 14 Uhr, gemeinsam mit dem Bootsclub Elm bei Bremervörde auf dessen Hafengelände das 2. Oste-Störfest, bei dem erneut Jungfische aus französischer Nachzucht in die Oste ausgewildert werden.

Der Arbeitskreis Blaues Netz Oste um Bernd Jürgens (Hemmoor) veranstaltet vom 20. bis 22. September an der Unteren Oste gemeinsam mit den örtlichen Touristikern erstmals ein  großes "Absegeln / Abmotoren mit Freunden", zu dem Skipper aus der gesamten Niederelberegion eingeladen worden sind. Bereits am Freitag, 1. März, 19 Uhr, wiederholen Bert und Marlene Frisch im Gasthaus "Zur Sietwende" in Oberndorf-Niederstrich ihren Vortrag über den letzten Teil ihres zweifachen Transatlantik-Törns; der Eintritt ist frei.

Als Trägerin der 2004 eröffneten Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel kooperiert die AG Osteland auch im neuen Jahr eng mit Deutschlands zweitältester Schwebefähre über dem Nord-Ostsee-Kanal, die ihr Hundertjähriges feiert. Aus diesem Anlass hält der AG-Osteland-Vorsitzende Jochen Bölsche am Sonnabend, 27. April, auf Einladung der "Gesellschaft für Rendsburger Stadt- und Kreisgeschichte von 1910“ einen Festvortrag mit dem Titel "Die Welt der Schwebefähren". Zur Hauptveranstaltung des Jubiläumsjahres am 15./16. September plant der Osteland-Arbeitskreis Deutsche Schwebefähren eine Gruppenfahrt zur "Schwesterfähre" nach Rendsburg und in das gegenüber liegende Osterrönfeld, die Partnergemeinde von Osten.

Auch an geselligen Veranstaltungen mangelt es nicht. So beginnt am Mittwoch, 1. Mai, um 8 Uhr an der Kiebitzschule in Oberndorf die traditionelle Maiwanderung mit Vorstandsmitglied Albertus Lemke, der dieses Jahr in Moorgebiete an der Oste führt. Den Ausklang des Vereinsjahres bildet am 1. Advent, in Kooperation mit der Gemeinde Oberndorf,  eine winterliche Schiffsreise auf Elbe und Oste, die von Brunsbüttel zum Oberndorfer Adventstreff führt.

Für die Deutsche Fährstraße und den neuen Oste-Radweg von Tostedt (Kreis Harburg) bis Balje (Kreis Stade) will die AG Osteland, so Vorstandsmitglied Michael Johnen (Cadenberge), auch in diesem Jahr auf vier Tourismusmessen werben. 

Dort stehen rund 30.000 Faltblätter und eine neue Ausgabe des "Osteland-Magazins" zur Verfügung, das am 8./9. Februar in den Anrainergemeinden der Oste auch der Abo-Auflage der Niederelbe-Zeitung, des Stader Tagesblatts und der Bremervörder Zeitung beiliegt.