DAS STÖR-ARCHIV
www.niederelbe.de/ostemarsch/stoer-archiv.htm

Beiträge von Jochen Bölsche
auf der Website www.oste.de
zum Thema Oste-Störe seit 2001

(neueste Texte oben)


DIE RÜCKKEHR
DES OSTE-STÖRS

Logo der Oste-Stör-Aktion



Klicken für
Oste-Störe

Internet-Bitte um Mithilfe

6. 1. 2014. Der unter anderem in der Oste wiederangesiedelte Europäische Stör ist nicht nur, wie berichtet, Fisch des Jahres 2014. Das international beachtete Artenschutzvorhaben hat auch die Chance, das UN-Projekt des Monats zu werden! Bitte hier abstimmen.

Dank für den Hinweis an Dr. Jörn Geßner, Berlin.

Zum Thema:

> UN-Dekade für Biologische Vielfalt
(facebook.com)


Junge Störe
gedeihen gut

10. 1. 2013. Die im Einzugsbereich der Elbe ausgesetzten Jungstöre der nahezu ausgestorbenen Art Acipenser sturio scheinen gut zu gedeihen. Über einen spektakulären Fang berichten jetzt der Geversdorfer Fischer und Oste-Preisträger Walter Zeeck und die Mannschaft seines Fischkutters "Ostetal". Zeeck: "Das Jahr 2014 fing für die Erhaltung des Störes gleich gut an. Wir konnten beim Stint-Fischen mit der 'Ostetal' gleich einen Stör von ca. 50 bis 60 cm bei Brunsbüttel fangen.

Elbfischer und Oste-Preisträger Zeeck

Fischkutter "Ostetal" im Heimathafen Geversdorf

Nach dem Fotografieren und Notieren der Störnummer, Nr. 08999, haben wir den schönen und gesunden Fisch unmittelbar wieder der Elbe mit den besten Wünschen übergeben."


Gleich wieder in die Elbe: Stör auf der "Ostetal"

Nach Auskunft des Berliner Biologen Dr. Jörn Gessner, der das Wiederansiedlungsprojekt leitet, stammt der Stör aus einem Besatz, der im letzten Juli in der Mulde getätigt wurde.


Hein Stör rollt
ins Winterlager


"Hein Stör" hat sein Winterquartier erreicht

3. 1. 2014. Auf einer zweirädrigen Karre rollte heute das hölzerne Wanderfisch-Denkmal "Hein Stör" von seinem Liegeplatz am Oberndorfer Restaurantschiff "Ostekieker" ins Winterquartier in der Kiebitzschule, die dem Kunstwerk in der kalten Jahreszeit Asyl bietet.

Das schwimmende Stördenkmal, das jeden Winter repariert und frisch gestrichen wird, soll an die Ausrottung des Urzeitfisches in Deutschland vor rund hundert Jahren erinnern und zu seiner Wiederansiedlung mahnen.

Die Skulptur war 2009 von dem Nordholzer Künstlerpaar Dieter und Sigrid Holstgestaltet und von Mitgliedern der AG Osteland gestiftet worden. "Hein Stör" hat bereits mehrfach in Fernsehen und Presse für die Oberndorf und die Oste geworben.


Beispielhaft
im Osteland


Ausschnitt aus dem Flyer - Gesamtansicht

8. 1. 2014. Als "beispielhaft" beurteilt der Landessportfischerverband Niedersachsen die Artenschutzbemühungen der Osteland-Arbeitsgemeinschaft Wanderfische. Das geht aus einem neuen Faltblatt über die Wiederansiedlung des Störs hervor, das zurzeit in hoher Auflage verbreitet wird. Anlass ist die Ausrufung des vom Aussterben bedrohten Europäischen Störs zum Fisch des Jahres 2014. - Der komplette Flyer steht hier.

Dank für den Hinweis an Wolfgang Schütz.



Pioniere
am Fluss

Lengner (l.) mit dem  SFV-Vorsitzenden Schütz

1. 1. 2014. Hinter den Sportfischern an der Oste liegt ein erfolgreiches Jahr. Höhepunkte waren die Würdigung der Artenschutzarbeit durch die Unesco bei einem Festakt in Lenzen/Elbe und die Nominierung des Störs, dem die aktuellen Wiederansiedlungsbemühungen an der Oste gelten, zum "Fisch des Jahres" 2014.

Als "wegweisend für den Artenschutz" hat die Niederelbe-Zeitung bereits im August die Arbeit des Sportfischervereins (SFV) Osten bezeichnet. Zu diesem Urteil kam die Zeitung in einem von Ulrich Rohde verfassten Porträt des SFV-Gewässerwarts Karl-Heinz Lengner. Auszug: "Ich liebe diesen Fluss", sagt der pensionierte Schulleiter... "Die Oste ist ein wunderbarer Fluss, landschaftlich mit ihren Schleifen und unverbauten Ufern eines der schönsten Tidengewässer, die ich kenne. Hier kann man angeln, Boot fahren, schwimmen. Die Oste ist fischreich und im großen Ganzen noch sauber und intakt."

Die Oste liege Lengner auch deshalb besonders am Herzen, "weil sich hier eine starke Gemeinschaft von Angelsportlern, Wissenschaftlern und Tourismusaktivisten zusammengeschlossen hat und sich um den Erhalt der Gewässerqualität und die Attraktivität für die Besucher der Region kümmert," schreibt die NEZ.

Störfaktoren seien die "Versandung von Laichgewässern durch bis an die Ufer reichende Vermaisung und Schadstoffeinträge durch die Landwirtschaft, besonders am Oberlauf. Durch zunehmenden Maisanbau und Grünlandumbruch werde der Fluss erheblich belastet, so Lengner. Empfindliche Fischarten würden dadurch gefährdet."

Die NEZ weiter: "Die Ostepachtgemeinschaft (OPG) der Sportfischervereine der Elbe-Oste-Region mit ihren 24 Mitgliedsvereinen ist seit Jahren an der Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs beteiligt. Auch die Ansiedlung von Lachsen sowie Nordseeschnäpeln und Meerforellen verzeichnet gute Fortschritte. Auch dem nach wie vor gefährdeten Aal wird hier durch Besatzmaßnahmen eine Chance gegeben. Die Osteangler sind damit wegweisend für den Artenschutz geworden. Doch diese Erfolge könnten in kürzester Zeit auf dem Spiel stehen. "

Lengner wird dazu mit den Worten zitiert: "Man muss vorsichtig sein mit den Einträgen. Man kann gar nicht genug auf die Oste aufpassen. Es steht viel auf dem Spiel."

Das komplette Lengner-Porträt steht hier im Web.


Das Jahr
des Störs


Der Oste-Stör als Titelheld

1. 1. 2014. Mit dem neuen Jahr ist das Jahr des Störs angebrochen. Für die Anglerpresse ist der Kaviarfisch, der bis zu 5 Meter lang wird und älter ist als die Dinosaurier, jetzt ein Titelheld. Für die Wiedereinbürgerung des bereits vor rund 100 Jahren ausgerotteten "Fischs des Jahres 2014" setzen sich besonders beharrlich die Sportfischer an der Oste ein, organisiert im Arbeitskreis Wanderfische innerhalb der AG Osteland.


Ostemündung

Kunst für den
Artenschutz


Dr. Häse (r.) mit Stör-Präparat

6. 1. 2014. Die Artenschutzarbeit der AG Osteland hat die Leiterin des Natureums Niederelbe, Dr. Clivia Häse, gewürdigt. Die von der Osteland-Fachgruppe Wanderfische unterstützte Wiederansiedlung des Störs in der Oste sei ein gutes Beispiel für die Bemühungen um die Erhaltung der weltweit bedrohten Artenvielfalt. Dr. Häse sprach am Sonntag zur Eröffnung einer neuen Bilderausstellung zum Thema Artenschutz der Künstlerin Meune Lehmann (Foto) im Küstenmuseum an der Ostemündung über den bedrohlich galoppierenden Artenschwund.


Aus der Ausstellung von Meune Lehmann

Die Ausstellung - Titel: "Was erlauben Mensch / Die letzten ihrer Art (?)" - mit eindrucksvollen, detailgetreuen Acrylbildern von gefährdeten Tieren der unterschiedlichsten Arten ist bis zum 1. Juni zu sehen. - Mehr auf www.gruenes-netz-oste.de.

Zum Thema:

> Blick auf bedrohte Arten
(cn-online.de)


"Oste-Stör" wird
Fisch des Jahres

25. 10. 2013. In der Naturschutz- und Sportfischerszene ist die Entscheidung mit Spannung erwartet worden: Als "Fisch des Jahres 2014" wird von den einschlägigen deutschen Spitzenverbänden der nahezu ausgerottete Europäische Stör (Acipenser sturio) benannt, also jene Spezies, deren Wiedereinbürgerung insbesondere die Oste bundesweit bekannt gemacht hat.

In der Begründung, die jetzt - schon vor der offiziellen Bekanntgabe - auf Sportfischer-Websites publik gemacht worden ist, wird neben Elbe und Havel ausdrücklich auch die Oste genannt: "Die Auswahl erfolgte nach der Gefährdung aufgrund schädigender Einflüsse des Menschen auf den Lebensraum des Fisches. Gleichzeitig werden mit der Wahl auch Anstrengungen zur Wiedereinbürgerung dieses beeindruckenden Bewohners unserer Fließgewässer in Elbe, Havel und Oste in den Focus der Öffentlichkeit gerückt."

Bereits im September war die von den 8000 Sportfischern an der Oste unterstützte Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs in einer Feierstunde auf der brandenburgischen Burg Lenzen als "Beispielprojekt der UN-Dekade zur biologischen Vielfalt" ausgezeichnet worden.

Für die Arbeitsgemeinschaft Osteland und deren Arbeitskreis Wanderfische Oste nahmen Jochen Bölsche und Wolfgang Schütz (beide Osten/Oste) eine von Umweltminister Peter Altmaier unterzeichnete Urkunde entgegen. Die international beachtete Rettung des Europäischen Störs sei "vergleichbar mit dem Schutz von Tiger und Nashorn", betonte in seiner Festrede Professor Dr. Klement Trockner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Mehr...

Gewürdigt wurde auch die an der Oste betriebene Öffentlichkeitsarbeit für das Artenschutzprojekt: Der Ostener "Störvater" Schütz und andere Mitglieder der AG Osteland installierten in Oberndorf ein Stördenkmal ("Hein Stör") und veranstalteten in den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg "Kaviarnächte", die Wanderausstellung "Die Rückkehr des grauen Riesen", einen "Störgipfel" sowie Radtouren "Auf den Spuren der Wanderfische" sowie "Oste-Stör-Feste" in Oberndorf und in Bremervörde-Elm.


"Stör wichtig wie
Tiger und Nashorn"


Dr. Geßner mit Elsa Nickel (Umweltministerium)

26. 9. 2013. Mit einer Urkunde, unterzeichnet von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), sind Naturschützer aus dem Osteland von einer besonderen Ehrung zurückgekehrt: In einer Feierstunde auf der brandenburgischen Burg Lenzen ist die von den rund 8000 Sportfischern an der Oste unterstützte Wiedereinbürgerung des weltweit nahezu ausgerotteten Europäischen Störs als "Beispielprojekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt" ausgezeichnet worden. Zugleich erfolgte an der mittleren Elbe die Freisetzung des 10.000 Jungstörs der bedrohten Art "Acipenser sturio". Insgesamt ein Drittel der seit 2008 in das gesamte Elbesystem entlassenen Setzlinge aus französischer Nachzucht war für die Oste bestimmt, resümierte Dr. Jörn Gessner von der Gesellschaft zur Rettung des Störs, der den UN-Preis entgegennahm.  Der längste Nebenfluss der Niederelbe, in dem um die Jahrtausendwende bekanntlich bereits die Wiedereinbürgerung des Lachses gelungen war, gilt wegen seiner Wasserqualität, seiner Gewässerstruktur und des Engagements der Oste-Anrainer als besonders geeignet als Stör-Habitat.


Geßner, Projektpartner Lützen und Renate Bölsche

Mit Urkunden als Projektpartner geehrt wurden rund ein Dutzend Vertreter von Artenschutz und Sportfischerei aus dem gesamten Einzugsbereich der Elbe, darunter vom Unterlauf Jens-Uwe Lützen (Itzehoe) sowie Jochen Bölsche, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Osteland, und Wolfgang Schütz von deren Arge Wanderfische (beide Osten); die Urkunden nahm Osteland-Vorstandsmitglied Renate Bölsche entgegen.

Die international beachtete Rettung des extrem bedrohten Europäischen Störs sei "vergleichbar mit dem Schutz von Tiger und Nashorn", betonte in seiner Festrede Professor Dr. Klement Trockner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei.

Der Kampf gegen den "weitgegend irreversiblen" Rückgang der Artenvielfalt sei eine der großen Herausforderungen der Menschheit. Insbesondere zur Rettung des Störs mit seiner Generationsdauer von 12 bis 16 Jahren bedürfe es "verläßlicher regionaler Partner mit langem Atem und dem nötigen Feuer".


Osteland-Vorstandsmitglieder Schütz, Bölsche

Die derzeit auch von der EU angestrebte "Wiederherstellung der Durchwanderbarkeit" - also der Ersatz von Wehrrelikten und anderen Barrieren durch Fischtreppen und Umgehungsgerinnsel an Elbe, Havel, Stör, Oste und deren Zuflüssen - nütze nicht nur dem Europäischen Stör, hob Dr. Elsa Nickel vom Bundesumweltministerium hervor.

Was den Bestand dieser "spektakulären und charismatischen Schirmart" stütze, komme auch vielen anderen Arten und letztlich der gesamten Flussfauna und -flora zugute.

Vertreter der Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Brandenburg warteten in der Feierstunde mit beeindruckenden Zahlen auf. So sei der über 250 Millionen Jahre alte Stör durch menschliche Unvernunft im Elbe-System innerhalb weniger Jahrzehnte ausgerottet worden.

Waren Ende des 19. Jahrhunderts bei Magdeburg an einem einzigen Tag noch 84 Exemplare des mit über drei Metern Länge größten einheimischen Fischs gefangen worden, so sei 1946 das letzte dieser "lebenden Fossile" an der Mittelelbe 1946 ins Netz gegangen, berichtete Dr. Reinhold Sangen-Emden vom Magdeburger Agrarministerium.


Zur Feier des Tages: Stör-Flagge über Lenzen

Als "vorbildliches Beispiel für eine sehr gut begleitete Wiedereinbürgerung" bezeichnete Dr. Henning von Nordheim vom Bundesamt für Naturschutz das Stör-Projekt. Am Rande der Veranstaltung führte Nordheim Gespräche über die mögliche Einrichtung einer Stör-Aufzuchtstation an der Oste, die auch von der Gesellschaft zur Rettung des Störs begrüsst würde.

"An der Oste," lobte Dr. Gessner in seiner Dankesrede nach der Entgegennahme des UN-Preises die Sportfischer im Elbe-Weser-Dreieck, gebe es "eine fürchterlich aktive Truppe nicht nur der schreibenden, sondern auch der Hand anlegenden Zunft".

Wie berichtet, installierten Mitglieder der AG Osteland in Oberndorf ein Stördenkmal ("Hein Stör"), und sie  veranstalteten in den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg Vortragsabende ("Kaviarnächte"), eine Ausstellung ("Die Rückkehr des grauen Riesen"), einen "Störgipfel" sowie Radtouren "Auf den Spuren der Wanderfische" sowie zwei "Oste-Stör-Feste" in Oberndorf und Bremervörde-Elm.


Neue Heimat
auf der Insel


Die Neuzugänge im Aquarium Helgoland (Foto: Walter Rademacher)

29. 7. 2013. Erstmals in Norddeutschland können gleich zwei lebende Störe der einst auch in der Oste heimischen Art (Acipenser sturio) öffentlich bestaunt werden: Die über einen Meter langen urzeitlichen Knochenfische ziehen seit kurzem ihre Runden im zentralen Becken des Meeresaquariums auf Helgoland, wo sie am Montag von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische der AG Osteland in Augenschein genommen wurden.


Stör-Infos am Aquarium Helgoland

Zur Verfügung gestellt wurden die beiden Störe, die vom weltweit letzten wildlebenden Bestand dieser Art in der französischen Gironde abstammen, vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Sie wurden von Aquarium-Chefin Prof. Dr. Karen Wiltshire eingetauscht gegen das letzte überlebende "deutsche" Exemplar von Acipenser sturio, das vor rund 50 Jahren vor der Ostemündung gefangen worden und seither auf Helgoland beherbergt worden war.



Störe im Aquarium Helgoland

Mehr zum Thema steht auf unserer Sonderseite STÖR-ARCHIV sowie auf NEZ online.

Neu: die Helgoländer Störe im Video.


Letzter Oste-Stör
wechselt Aquarium


Hat die Insel verlassen: ältester "deutscher" Stör

Neues Stör-Quartier in Berlin-Friedrichshagen

25. 7. 2013. Um 1850 lebte der Europäische Stör (Acipenser sturio) in fast allen europäischen Flüssen, gut 150 Jahre später nur noch in der französischen Gironde. Auch in Deutschland war er in freier Wildbahn ausgerottet, nur ein einziges heimisches Exemplar aus alten Zeiten konnte im Helgoländer Aquarium überleben.


Niedergang der Störbestände 1850 - 2008

Wie 2004 der Ichthyologe Prof. Dr. Harald Rosenthal in Osten vor der Ostepachtgemeinschaft der Sportfischer berichtete, stammt dieser letzte originär deutsche Stör aus der Oste (oste.deberichtete). Er selber, so Rosenthal damals, habe einst als Berliner Student "im Mündungsbereich der Oste ein Stör-Weibchen gefangen, um es nach Helgoland ins Aquarium zu bringen". Inzwischen ist die "bemooste Dame" (Rosenthal), die er während seiner Tätigkeit auf der Hochseeinsel intensiv betreut habe, weit über ein halbes Jahrhundert alt.


Fing einst den letzten Stör: Prof. Rosenthal

Jetzt ist der der letzte "deutsche" Stör, wie im Mai angekündigt, aus Helgoland per DGzRS-Rettungsboot und Kleinbus überführt worden in das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei am Müggelsee in Berlin-Friedrichshagen, wo er in die Nachzuchtversuche einbezogen werden soll.

Im Gegenzug bekommt Helgoland zwei französischstämmige Jungstöre aus Berliner Nachzucht. Weitere Jungstöre aus diesem Bestand sollen im Herbst in der Oste freigesetzt werden, wo zuletzt im Mai in Elm beim 2. Oste-Stör-Fest der AG Osteland eine Besatzaktion vorgenommen worden war.


Cuxhavener Journalistin Wiebke Kramp

Lesetipp: Auf einer Sonderseite der Niederelbe-Zeitung (Donnerstag-Ausgabe) berichtet Oste-Preisträgerin Wiebke Kramp über die Stör-Überführung.


Kramp-Reportage in der NEZ

Zu Wort kommen in dem Beitrag auch der Vorsitzende der Wanderfisch-Arbeitsgemeinschaft in der AG Osteland, "Störvater" Wolfgang Schütz, und der Berliner Projektleiter Dr. Jörn Gessner. Der hochinformative NEZ-Text ist hier online verfügbar.


Dieb stahl Stahl-
Stör an der Stör


Ostefreunde am Stör-Stein in Itzehoe

Bericht der Norddeutschen Rundschau

19. 7. 2013. Auch Mitglieder der AG Osteland haben ihn schon besucht: den Findling mit dem 1,50 Meter langen Stahl-Stör, der in Itzehoe an der Stör - ähnlich wie das schwimmende Stördenkmal in Oberndorf an der Oste - an die Ausrottung und die Wiederansiedlung des urtümlichen Kaviarfischs in den Nebenflüssen der Elbe hinweist. Jetzt meldete die schlewswig-holsteinische Lokalpresse den Diebstahl des stählernen Störs. Doch noch am Tage der Veröffentlichung konnte "Störvater" Uwe Jens Lützen (auf unserem Foto o. r.) aufatmen: In den Morgenstunden des gleichen Tages war das Störabbild am Gedenkstein wieder aufgefunden worden. Es soll nun seinen angestammten Platz wieder einnehmen.

Lützen erleichtert: "Der Titel des Flyers der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V.  - "Der Stör kehrt zurück" - hat in Itzehoe eine zweite Bedeutung gewonnen."


Helgoland

Letzter Stör
zieht um


Ostener Wanderfisch-Experte Schütz

21. 5. 2013. Um 1850 lebte der Europäische Stör (Acipenser sturio) in fast allen europäischen Flüssen, gut 150 Jahre später nur noch in der französischen Gironde. Auch in Deutschland war er in freier Wildbahn ausgerottet, nur ein einziges heimisches Exemplar aus alten Zeiten hat im Helgoländer Aquarium überlebt.

Wie 2004 der Ichthyologe Prof. Dr. Harald Rosenthal in Osten vor der Ostepachtgemeinschaft der Sportfischer berichtete, stammt dieser letzte deutsche Stör aus der Oste!

Die "bemooste Dame" aus der
Oste ist die Letzte ihrer Art

Er selber, so Rosenthal, habe einst als Berliner Student "im Mündungsbereich der Oste ein Stör-Weibchen gefangen, um es nach Helgoland ins Aquarium zu bringen". Inzwischen sei die "bemooste Dame", die er während seiner Tätigkeit auf der Hochseeinsel intensiv betreut habe, weit über ein halbes Jahrhundert alt.


Niedergang der Störbestände 1850 - 2008

Letzter Überlebender: Aquarium auf Helgoland

Wahrscheinlich am 16. Juni soll der letzte "deutsche" Stör in Begleitung vom Berliner Störforscher Dr. Jörg Gessner und dem Ostener "Störvater" Wolfgang Schütz - beide Osteland-Kulturpreisträger - umziehen: von Helgoland in das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin-Friedrichshagen. Im Gegenzug bekommt Helgoland zwei französischstämmige Jungstöre aus Berliner Nachzucht.


Oste-Stör-Ausstellung im Internet - ansehen

Gestern hat die Osteland-Wanderfisch-AG, gut eine Woche nach dem erfolgreich verlaufenen 2. Oste-Stör-Fest in Elm, Bilanz gezogen (175 Störpatenschaften!) und dem niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne; Foto) für dessen Unterstützung gedankt. Informiert wurde der Minister auch über die Konstituierung des neuen Osteland-Arbeitskreises Grünes Netz Oste und über die von Jochen Bölsche gestaltete Wanderausstellung "Die Rückkehr der grauen Riesen", die hier auch online verfügbar ist.

Für die Oste ein
Managementplan

Nach einem erfolglosen Versuch vor zwei Jahren sollten nun "wichtige Impulse für die Entwicklung eines Managementplans für die Oste" gesetzt werden, heisst es in dem von Wolfgang Schütz unterzeichneten Schreiben an Wenzel: "Wir würden uns freuen, wenn wir nach dem schwierigen Start in dieser Sache in Ihrem Hause stärkeren Rückhalt für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem ehrenamtlichen und dem hauptamtlichen Naturschutz vorfinden würden. In diesem Sinne wäre auch ein abgestimmtes Vorgehen bezüglich der Minimierung von Sedimenteinträgen in die Gewässer, von Renaturierungen und der Schaffung von Überflutungsflächen auch im Bereich der Unteren Oste sowie bei einer Reihe weiterer Massnahmen aus unserer Sicht essentiell, um schneller als bisher zu meßbaren Fortschritten zu gelangen."



"Welcher Elan,
welcher Einsatz!"

Die ältesten Störpaten: Ludwig (93) und Freunde

11. 5. 2013. Rund 500 Zuschauer, darunter viel Prominenz aus der gesamten Osteregion, verfolgten am Sonnabend bei bestem Wetter die Freisetzung von über 250 weiteren Jungstören am Anleger des Bootsclubs Elm bei Bremervörde.


Hunderte verfolgen die Auswilderung

Unter den Teilnehmern des Stör-Fests waren viele Vertreter aus Politik und Vereinsleben, darunter allein Trägerinnen und Träger des Oste-Kulturpreises "Goldener Hecht": Gerhard und Waltraud Gebhardt, Dr. Jörn Geßner, Gerhard Klotz, Wiebke Kramp, Ernst Peters, Walter Rademacher, Wolfgang Schütz, Dr. Manfred Toborg, Peter Wortmann und Walter Zeeck.


Hier gibt's die Patenschaftsurkunden

Über 170 Ostefreunde spendeten im Rahmen eines liebevoll organisierten Volksfests Geld für eine Störpatenschaft und durften dafür eigenhändig einen der Urzeitfische freisetzen.


Gajdzik (l.) mit Senioren bei Störauswilderung

Anrührende, symbolträchtige Szene: Einer der letzten Störfischer von einst, der 93-jährige Carl Ludwig, und zwei Weggefährten, die noch die Ausrottung des Störs in der Oste erlebt hatten (siehe unten), setzten die ersten Jungstöre ein.


Großes Rahmenprogramm am Osteufer

Die Medien, von dpa bis "Bild", zeigten erneut starkes Interesse am Fortgang des großen Artenschutzprojekts, das mit Hilfe französischer Nachzuchten zustande gekommen ist. "Voilà, französische Störe in der Oste!", meldete der NDR von dem heiteren Stör-Fest: "In der Oste schwimmen jetzt Störe mit Migrationshintergrund" (weiterlesen bitte hier).


Osteland-Vize Rademacher als Störpate

Grußworte von Christian Meyer und Stefan Wenzel, dem niedersächsischen Agrar- und dem Umweltminister (siehe hier), verlas "Störvater" Wolfgang Schütz von der AG Osteland. Die Landespolitiker zollten dem Engagement der Störfreunde ebenso Respekt wie der Projektleiter und Ostepreisträger Dr. Jörn Gessner (Berlin) und der Elmer Bürgermeister Erich Gajdzik (CDU).


Ostepreisträger Dr. Gessner und Schütz

Der populäre Kommunalpolitiker zeigte sich beeindruckt, "welchen Elan und welche Begeisterung" der Bootsclub Elm sowie die AG Osteland in die Störansiedlung investierten, deren "großartige und lobenswerte Arbeit" kürzlich auch von Bundespräsident Gauck gewürdigt worden sei.


Organisatoren Carsen Holst und Benjamin Horst

Während sich der Bürgermeister auch über die Werbewirkung des überregional beachteten Stör-Events lobend äußerte, zeigten sich die erfahrenen Festorganisatoren Carsten Holst und Benjamin Horst sowie der neue BC-Vorsitzende Hermann Wiebke in ihren Grußworten stolz darauf, dass ihr Verein gemeinsam mit den Sportfischern 80 Jahre nach der Ausrottung des Europäischen Störs dazu beitragen darf, die "Rückkehr des grauen Riesen" zu ermöglichen (so auch der Titel der im Festzelt gezeigten Osteland-Ausstellung).


Auch die Jüngsten machen mit

Hunderte verfolgten die Auftritte von Spielmannszug, Bläsern und Kinderchor.

Der Oberndorfer Kneipenchor "Liedertafel Störtebeker" unter der Leitung von Uwe Mählmann trug Hanni Milans Oste-Stör-Lied vor - siehe VIDEO.

Buddelschiffbauen mit Lothar Peterskeit

Am Rande des von Feuerwehr und DLRG mustergültig betreuten Fests, bei dem Angebote der Jägerschaft, der Bremervörder Touristiker, des Drochterser Modellbauclubs und des Buddelschiffbauers Lothar Peterskeit viel Anklang fanden, konstituierte sich der neue Osteland-Arbeitskreis Grünes Netz Oste.


Ostefreund Tiedemann spricht für das Grüne Netz

Sprecher ist Hans-Hermann Tiedemann (Elm), zugleich 2. Vorsitzender des außerordentlich aktiven und erfolgreichen Nabu-Kreisverbandes Bremervörde-Zeven.


Naturschützer im Stör-Ausstellungszelt

Rund 25 interessierte Mitglieder der AG Osteland trugen erste Ideen für die künftige Arbeit des Grünen Netzes zusammen. - Weitere Berichte folgen.

Für oste.de fotografierten Marlene und Bert Frisch, Peter Wortmann, Hans-Hermann Tiedemann, Gerd-Michael Heinze, Walter Rademacher sowie Renate und Jochen Bölsche.


Weitere Fotos hier - Seite noch im Aufbau.

Bagger schreddern
geschützte Fische


Dr. Gessner dankt Berufsfischer Zeeck

11. 5. 2013. Projektleiter Dr. Jörg Gessner dankte für gute Kooperation dem Geversdorfer Berufsfischer Walter Zeeck, der wiederum heftige Kritik übte am Einsatz von Saugbaggern und deren verheerenden Auswirkungen auf die Fischbestände. Auszug aus Zeecks Grusswort:

Liebe Störfreunde,

ich möchte mich hier und heute mit einem Grußwort als Berufsfischer von Oste und Elbe bei Euch bedanken, die sich für die Wiederansiedlung des Störes einsetzen und für dessen Lebensraum kämpfen.
Ich werde dieses mit aller Kraft unterstützen.

Auch freue ich mich, dass Umweltminister Wenzel und Landwirtschaftsminister Meyer diese große Sache unterstützen wollen. Dafür auch von den Berufsfischern meinen herzlichsten Dank. Wir Fischer kämpfen schon lange um ein Biotop, welches den Stör wieder bei uns leben lässt.

Auch haben sich die Umweltbedingungen und das Umweltbewusstsein in den letzten 30 Jahren zum guten gewandelt. Ich denke da an die Wasserqualitätsverbesserung, und was ganz besonders wichtig ist, an die Durchgängigkeit unserer Gewässer für alle Fischwander-Arten, die bis 2015 gegeben sein muss.

Wenn ich dann aber an die Situation auf der Elbe denke, und zwar an die Saugbagger, meistens sind es drei bis fünf Bagger, die unterwegs sind, kann ich nicht verstehen, warum diese Schiffe, die eine Genehmigung zum Baggern haben, Fische und andere Lebewesen fangen und schreddern dürfen.

Wir als Fischer und Angler haben eine Unmenge von Vorschriften, Schonzeiten, Mindestmaßen und Fangbegrenzungen zu beachten. Dazu wird bei den Anglern die Rutenzahl beschränkt. n der Fischerei werden die Maschengrößen und Fangmengen von der Fischereiaufsicht kontrolliert, z. B. mit der Seefalke, einem  Schiff mit einer Besatzung von insgesamt 70 Personen.

Alle kontrollieren uns, damit von uns alle Vorschriften eingehalten werden. Bei den kleinsten Verstößen werden sofort hohe Bußgelder verhängt, dass kann bis zur Beschlagnahme des Fischereigeschirres reichen.
Nur die Saugbagger dürfen ohne Umweltverträglichkeitsprüfungen  und ohne Fanggenehmigungen arbeiten. Alle Lebewesen, vom Fischlaich über Fischlarven bis zu geschützten Arten, welche auf der Roten Liste stehen, sowie unsere Störe und Lachse, werden angesaugt und geschreddert.

Jeder Fischer und Angler muß in Deutschland, um Fische zu fangen, eine Ausbildung und Prüfung ablegen. Danach darf er erst sach- und fachgerecht fischen und angeln.

Warum wird nicht - wie bei jedem Großgerät üblich - eine Umweltverträglichkeitsprüfung für jeden Saugbagger erstellt? Warum wird bei den Baggerarbeiten nicht auf Artenschutz und Schonzeiten der Fische geachtet? Warum z.B. wird das Baggergut nicht auf lebende Fische  beprobt? Was geschieht mit den untermäßigen Fischen? Was geschieht mit den Fischen, die auf der Roten Liste stehen, und der Vielzahl anderer Fische die einfach mit angesaugt werden?

Und das mit Saugbaggern wie der Josef Möbius, der über 12.800 kw verfügt und damit gnadenlos die Flora und Fauna des Flusses schädigt? Warum wird nicht auf den Saugbaggern eine Fischereikontrolle durchgeführt?

Grundsätzlich müssten an Bord dieser Schiffe unabhängige Biologen mitfahren, die Beprobungen durchführen und überwachen und das Ausmaß des Umweltfrevels feststellen und dokumentieren.

Da haben Umweltminister Wenzel und Landwirtschaftsminister Meyer noch eine große Aufgabe. Warum wird das heutzutage von den Behörden, ddie den Umweltschutzgedanken angeblich immer hochhalten, genehmigt?

Während unserer Fischerei haben wir schon mehrere mit Marken versehene Störe gefangen.
Da wir Hamenfischerei betreiben, die sehr umweltverträglich ist, waren sie noch sehr lebendig. Nach dem Vermessen und Wiegen und der Markennummernotierung wurden sie sehr behutsam wieder ins Wasser zurückgesetzt. Die Fänge wurden dokumentiert und fotografiert und Jörn Gessner mitgeteilt und mit Bild übermittelt.

Gleichzeitig macht dieses auch Mut, dass die Anstrengungen für die Umwelt und die Besatzmaßnahmen trotz aller Widrigkeiten greifen. Hoffentlich haben wir durch unsere Fehler gelernt, und können eines Tages die Traditionen von Carl Ludwig, Hermann Meyer und Herbert Rathjens fortsetzen.

Ich denke, wenn die Fischer, Angler, Umwelt- und Naturschützer zusammenhalten und weitere Umweltverbesserungen durchgeführt werden, werden eines Tages die Nachkommen dieser Störe die Oste  hinauf ziehen.


Das war der
König der Oste

Störfang an der Oste um 1900: Das Foto, das uns AG-Osteland-Mitglied Klaus Torborg vom Heimatverein Hechthausen aus Anlass des 2. Oste-Stör-Fests in Elm übermittelte, zeigt links Claus Friedrich von Borstel (1838 – 1922) aus Burweg und dessen Sohn Julius (1874 – 1957), der später die Gastwirtschaft an der Mühle in Hechthausen betrieb, mit einem rund zwei Meter langen Stör.


Störfischer wecken
Medieninteresse


Störfischer Ludwig (l.) und Freunde

8. 5. 2013. Hochbetagte einstige Oste-Störfischer, zwei davon im zehnten Lebensjahrzehnt, haben das Interesse von Presse, Funk und Fernsehen an der Flussregion und an dem international beachteten Projekt zur Wiederansiedlung des Europäischen (Atlantischen) Störs geweckt.


Karl Ludwig in jungen Jahren...

... im väterlichen Fischerkahn auf der Oste

Begehrte Interviewpartner sind zurzeit der 93-jährige Oberndorfer Karl Ludwigsowie seine Weggefährten Hermann Meyer (94) und Herbert Rathjens (83), die noch die Ausrottung des Kaviarfischs in der Oste miterlebt haben und die nun mit dabei sein möchten, wenn an diesem Sonnabend, 11. Mai, ab 14 Uhr beim Störfest in Bremervörde-Elm, An der Oste 2a, an die 300 Jungtiere aus französischer Nachzucht von "Störpaten" in die Oste ausgewildert werden.


Messholz, Netzreparaturnadel, Handschutz

Karl Ludwig stand gestern mit seinen alten Freunden auf dem "Ostekieker" in Oberndorf nicht nur der Journalistin, Buchautorin und Ostepreisträgerin Grit Klempow (Stader Tageblatt) zum Interview über die einstige Störfischerei zur Verfügung. Auch ein TV-Interview ist auf Vermittlung der Osteland-Aktiven Albertus Lemke und Wolfgang Schütz bereits terminiert.

Vorzeigen kann der Zeitzeuge Ludwig dabei einige seltene Originalgegenstände aus seiner Störfischerzeit: einen Handschutz und eine Nadel zur Reparatur und ein Messholz zur Kontrolle der Maschenweite der Störnetze.

Außerdem: ein 1808 gedrucktes Originalkochbuch aus dem Haushalt seiner Urgroßmutter Margarete Blöte mit Störrezepten sowie Fotos, die ihn als Jungen und als jungen Mann im Fischerboot seines Vaters auf der Oste bei Oberndorf zeigen - etwa auf der Höhe eines Gebäudes, das Osteland-Mitglied und Medienbetreuer Bert Frisch als sein heutiges Wohnhaus identifizierte.

Für www.oste.de fotografierten in Oberndorf Wolfgang Schütz und Bert Frisch.


Zwei Minister würdigen
das Oste-Störprojekt


Umweltminister Wenzel, Agrarminister Meyer

7. 6. 2013. Aus Anlass des 2. Oste-Stör-Fests am 11. Mai in Elm würdigen zwei niedersächsische Regierungsmitglieder, Landwirtschaftsminister Christan Meyer und Umweltminister Stefan Wenzel, die "gute Arbeit" der Angelvereine und der Osteland-AG Wanderfische Oste  und würdigen die ökologische Bedeutung  des Flusses für das international beachtete Stör-Projekt.

Umweltminister Stefan Wenzel (Foto)erklärt, bereits in den vergangenen Jahren habe das Niedersächsische Umweltministerium mit Rückdeichungen bei Hechthausen und Kranenburg erste konkrete Schritte in dieser Richtung unternommen. Eine von der Stiftung Lebensraum Elbe vorgesehene Machbarkeitsstudie zur ökologischen Verbesserung der Tide-Oste werde nach Ansicht der Fachleute des Ministeriums "weitere Ergebnisse und wichtige Impulse zur Verbesserung des Gewässers" bringen. Der Minister zeigt sich "zuversichtlich, dass, wenn Behörden und Verbände eng zusammenarbeiten, der Grundstein für eine erfolgreiche Wiederansiedlung gelegt werden kann": "Die Zeiten, wo Störe zum Ablaichen in die Elbe und Oste zogen, mögen zwar lange her sein, sie sind aber nicht vergessen. Das Niedersächsische Umweltministerium unterstützt ausdrücklich die Initiative der ARGE Wanderfische Oste zur Wiederansiedlung des Atlantischen Störs in Oste und Elbe."


Stör-Vitrine im Natureum Niederelbe

Landwirtschaftsminister Christian Meyer (ebenfalls Bündnisgrüne) betont die Bedeutung der Oste für die Wiederansiedlung des Störs. "Unter den zur Diskussion stehenden deutschen Flüssen weist die Oste stromab von Bremervörde die insgesamt günstigsten Bedingungen für einen Versuchsbesatz mit Jungstören auf, zumal dieser Flussabschnitt bis 1920 noch ein wichtiges Laichgewässer für diese Fischart war," hebt der Minister hervor.

Außerdem würden die Aktivitäten zur Wiedereinbürgerung des Störs in der Oste durch eine "sehr engagierte regionale Berufsfischerei und Angelfischerei" unterstützt. Besonders hervorzuheben sei die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische in der AG Osteland, die aus 32 Fischereivereinen entlang der Oste besteht und insgesamt etwa 8.000 Angelfischer repräsentiert.

Deren Arbeit würdigt der Minister mit dem Hinweis auf "jahrzehntelange Erfahrungen bei der Restaurierung der Oste und ihrer Nebenbäche im Rahmen von erfolgreichen Wiedereinbürgerungsbemühungen von Lachs und Meerforelle": "Das anhaltende und rege öffentliche Interesse an dem Störprojekt zeugt davon, dass entlang der Oste bisher gute Arbeit geleistet wurde und geleistet wird."

Zur Bedeutung des Ansiedlungsprojekts erklärt der Minister: "Während der Europäische Stör vor mehr als einhundert Jahren noch eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für die Fischerei hatte, sind mit Ausnahme einer sich nur noch sporadisch fortpflanzenden Population in der Gironde (Südwest-Frankreich) zwischenzeitlich sämtliche Bestände erloschen - der letzte deutsche Bestand in der Eider vermutlich im Jahr 1969. Als maßgebliche Ursachen für den Bestandsrückgang werden die Verschlechterung der Wasserqualität durch die fortschreitende Industrialisierung, der Ausbau der großen Flüsse, der Bau von Wehren sowie die Fischerei auf Störe angesehen.

Aufgrund seiner akuten Gefährdung wird der Europäische Stör mittlerweile durch verschiedene internationale Übereinkommen geschützt. So unterliegt die Fischart nicht nur dem Washingtoner Artenschutzabkommen, sondern ist auch als streng zu schützende Tierart von gemeinschaftlichem Interesse in Anhang IV zur FFH-Richtlinie gelistet. Da bei einem möglichen Erlöschen des letzten verbliebenen Bestandes diese eindrucksvolle, bis zu 3,5 m lange und über 300 kg schwer werdende Fischart endgültig auszusterben droht, sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union verschiedene Verpflichtungen eingegangen, die auch eine Wiederansiedlung in Schlüsselregionen des ehemaligen Verbreitungsgebietes fordern.

Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung 2010 einen mit den Ländern abgestimmten 'Nationalen Aktionsplan zum Schutz und zur Erhaltung des Europäischen Störs' aufgestellt, durch den die notwendigen Grundlagen für die Arterhaltung und Wiederansiedlung in Deutschland geschaffen werden sollen.
Langfristige Ziele des Aktionsplans sind die Wiederherstellung eines sich selbst erhaltenden Störbestandes in deutschen Gewässern, sowie zur Zukunftssicherung im gesamten historischen Verbreitungsgebiet beizutragen."

Der volle Wortlaut der Stellungnahmen der beiden Minister ist hier verfügbar.


Fischer, 93, setzt
junge Störe aus


Schütz (3. v. l.) mit Karl Ludwig, Hermann Meyer und Herbert Ratjens

2. 5. 2013. Mit einem eindrucksvollen symbolischen Akt soll beim "2. Oste-Stör-Fest" am Sonnabend, 11. Mai, ab 14 Uhr in Bremervörde-Elm (siehe unten) der Bogen geschlagen werden von der Ausrottung des urtümlichen Kaviarfischs vor rund 80 Jahren bis hin zu dem international beachteten Versuch, den Europäischen Stör in seinem einstigen Heimatgewässer wieder anzusiedeln.

Drei der letzten Oste-Störfischer von einst werden auf dem Steg des Bootsclubs in Elm (Landkreis Rotenburg), An der Oste 20a, den diesjährigen Jungfischbesatz starten: Der 93-jährige Oberndorfer Karl Ludwig sowie seine Weggefährten Hermann Meyer (94) und Herbert Rathjens (83) werden - Seite an Seite mit dem Elmer Ortsbürgermeister Erich Gajdzik - den Anfang machen, wenn diesmal insgesamt 250 Jungtiere aus französischer Nachzucht in die Oste ausgewildert werden.


Hermann Wiebke, Reinhard Mayer, Carsten Holst

Nachdem im vorigen Jahr der damalige Ministerpräsident David McAllister in Oberndorf (Kreis Cuxhaven) den 1000. Jungstör in die Oste entlassen hatte, kontaktierte die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. die drei alten Herren, die sich noch gut daran erinnern, dass 1934 der letzte Stör von Friedrich Stelling, Gastwirt aus Oberndorf, in der "Hexenbucht" bei Hemmoor gefangen und für 200 Reichsmark verkauft wurde. Damit war der Bestand aufgrund von Gewässerverschmutzung und Überfischung vollends zusammengebrochen.


Wieder im Wasser: Oberndorfer Stördenkmal

Die westeuropäische Version des urtümlichen Knorpelfischs, der älter ist als die Dinosaurier, wäre von der Erde verschwunden, wenn nicht vor der französischen Gironde-Mündung ein weltweit allerletztes Vorkommen der betreffenden Art (Acipenser sturio) eine Nachzucht ermöglicht hätte. Aufgezogen im Leibniz-Institut für Gewässerkunde und Binnenfischerei in Berlin-Friedrichshagen, sollen diese Jungfische den Grundstock für die Rückkehr des grauen Riesen in die Oste und in andere Elbzuflüsse bieten.

Wie im vorigen Jahr in Oberndorf ist die Auswilderung der Störe, überwacht von dem Fischereibiologen Dr. Jörn Gessner von der Gesellschaft zur Rettung des Störs, in ein Volksfest eingebunden. Die Veranstaltung wird vom Bootsclub Elm ausgerichtet. Der Festausschuss um Carsten Holst und Benjamin Horst hat viele Anbieter von Leckereien und eine Reihe von Vereinen gewonnen, die für ein buntes Programm sorgen.


Paten können den Fisch eigenhändig aussetzen

Für Kinder veranstaltet der Drochterser Modellbauclub ein Wasserballturnier mit Modellbooten. Für Unterhaltung sorgen der Spielmanns- und Musikzug Elm und "Die Elmbachtaler" sowie die Kinder des Elmer Kindergartens. Die Tourist-Info Bremervörde, die Jägerschaft Elm und die AG Osteland sind mit Informationsständen vertreten, auch DLRG und Feuerwehr sind mit von der Partie.

Gegen eine Spende können die Teilnehmer "Störpaten" werden und den von ihnen benannten Jungfisch eigenhändig aussetzen. Eine Urkunde bestätigt die Patenschaft, bei einem Wiederfang der markierten Tiere werden die Forscher den jeweiligen Paten informieren. Mittlerweile haben  Berufsfischer bereits 20 Jungtiere entdeckt (und nach der Registrierung wieder ausgesetzt), davon vier Störe aus der Oste, so dass sich die Wege der Wanderfische nachvollziehen lassen.


Artenschützer Schütz und Dr. Gessner

Eingeladen zum 2. Störfest sind - ebenso wie im vorigen Jahr - Vertreter aus Politik, Sportfischerei und Naturschutz von der gesamten Oste. Außerdem erwarten der Vorstand des BC Elm um Hermann Wiebke, Reinhold Grasbeunder und Reinhard Mayer und Hafenmeister Uwe Neugebauer etliche Sportboote der Skipper aus Oberndorf, mit denen die Elmer eine freundschaftliche Verbindung pflegen.

Auskunft über die einstige Störfischerei geben nicht nur die Letzten ihrer Zunft, bei denen sich auch schon das Fernsehen angesagt hat und deren Erinnerungen die Osteland-Aktiven Schütz und Lemke aufgezeichnet haben. Ausrottung und Wiederkehr der Oste-Störe sind auch Thema einer in Elm gezeigten Ausstellung, für die der Osteland-Vorsitzende Jochen Bölsche (Osten) viele Dokumente aus alten Zeiten zusammengetragen hat.

Über den Stör informieren darüber hinaus auch etliche Exponate der neuen Dauerstellung im Natureum Niederelbe an der Ostemündung in Balje (Landkreis Stade) sowie die AG-Osteland-Website www.oste-stoer.de.


Ein Volksfest
für den Stör

AG Osteland feiert am 11. Mai die Wiederansiedlung des Kaviarfischs / Blasmusik, Hüpfburg und Modellbooten / Europaweit beachtetes Artenschutzprojekt


Jungstör: Neue Heimat in der Oste

5. 4. 2013. Das kleine Dorf Elm bei Bremervörde, unweit des "Drei-Länder-Ecks" der Oste-Landkreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg, ist demnächst erneut Schauplatz eines Ereignisses von überregionaler Bedeutung: Nach dem 9. Tag der Oste im Februar findet in dem Bremervörder Ortsteil am Sonnabend, 11. Mai, ab 14 Uhr das "2. Oste-Störfest" statt.

Ein Jahr nach der Premiere in Oberndorf (Kreis Cuxhaven), wo der seinerzeitige Ministerpräsident David McAllister den 1000. Jungstör in die Oste ausgewildert hat, soll die Wiederansiedlung des hier einst ausgerotteten urzeitlichen Kaviarfischs mit einem Volksfest gefeiert werden.

Als Veranstalter hat die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische der AG Osteland den Bootsclub Elm gewonnen, der Vereinshaus, Gelände und Anleger an der Oste zur Verfügung stellt.


Titel der Wanderausstellung zum Oste-Stör

Im Mittelpunkt steht die erneute Auswilderung von mehreren hundert Stören der einstmals auch in der Oste heimisch gewesenen Art Acipenser sturio, die europaweit lediglich in der südfranzösischen Gironde überlebt hat.

Von den "Franzosen" abstammende und im Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei nachgezüchtete Jungstöre werden unmittelbar vor der Veranstaltung in Spezialbehältern an die Oste gebracht, wo der Fischereibiologe Dr. Jörn Geßner von der Gesellschaft zur Rettung des Störs den Besatz leitet.

Die Festteilnehmer erwartet ein besondere Attraktion: Gegen eine kleine Spende können Besucher eigenhändig Jungtiere in die Oste einsetzen und auf diese Weise, durch eine Urkunde bescheinigt, "Störpate" werden.

Den ersten Stör des Tages wird Schirmherr und Ortsbürgermeister Erich Gajdzik auswildern, wie AG-Osteland-Wanderfischexperte Wolfgang Schütz ankündigt; Schütz ist zugleich Sprecher der Ostepachtgemeinschaft, der am längsten Nebenfluss der Niederelbe 22 Vereine mit 5700 Sportfischern angehören.


Stör als Symbol der Kinder-Navi-Route

Der Festausschuss um die Elmer Carsten Holst und Benjamin Horst hat viele Anbieter von Leckereien und eine Reihe von Vereinen gewonnen, die für ein buntes Programm sorgen. Für Kinder steht eine Hüpfburg bereit, ausserdem veranstaltet der Drochterser Modellbauclub ein Wasserballturnier mit Modellbooten. Für Unterhaltung sorgen der Spielmanns- und Musikzug Elm und "Die Elmbachtaler" sowie die Kinder des Elmer Kindergartens. Die Tourist-Info Bremervörde, die Jägerschaft Elm und die AG Osteland sind mit Informationsständen vertreten, auch DLRG und Feuerwehr sind mit von der Partie.

Eingeladen zum 2. Störfest sind - ebenso wie im vorigen Jahr - Vertreter aus Politik, Sportfischerei und Naturschutz von der gesamten Oste. Außerdem erwarten der Vorstand des BC Elm um Hermann Wiebke, Reinhold Grasbeunder und Reinhard Mayer und Hafenmeister Uwe Neugebauer etliche Sportboote der Skipper aus Oberndorf, mit denen die Elmer eine enge Verbindung pflegen.


Viele Angebote rund um den Störbesatz

Während des Störfests zeigt die AG Osteland eine von ihrem Vorsitzenden Jochen Bölsche gestaltete Wanderausstellung mit dem Titel "Die Rückkehr des grauen Riesen", die der Ausrottung und der Wiederansiedlung des Störs in der Oste gewidmet ist. Informiert werden soll auch über das neue GPS-Navi-Projekt "Stör Stups und Reiher Ralf" des Stader Vereins zur Förderung von Naturerlebnissen e.V., das von diesem Sommer an Kindern die Oste-Natur in Bild und Ton nahebringen soll.

Nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft Osteland, die das Ostestör-Projekt seit fünf Jahren begleitet, begründen die bisherigen Wiederfangergebnisse die Hoffnung, dass sich der Ansiedlungsversuch eines Tages als ebenso erfolgreich erweisen wird wie ein anderes Vorhaben der Sportfischer: Um die Jahrtausendwende ist es ihnen gelungen, den hier ebenfalls einst ausgerotteten Lachs wieder heimisch zu machen. In Fachkreisen gilt die Oste heute als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins".


Besatzaktion am Oberndorfer Stördenkmal

Auch das aktuelle Artenschutzprojekt findet Beachtung in der internationalen Fachwelt, aber auch in der deutschen Angelpresse sowie immer wieder in Funk und Fernsehen. "Auf diese Weise," freut man sich in der AG Osteland, "trägt der Stör auch dazu bei, bundesweit Interesse für den einstmals 'vergessenen Fluss' zu wecken und den sanften Tourismus am Fluss zu beleben."


Artenschutz

Den Stören
geht's gut


Schütz und Geßner mit Störfest-Einladung

1. 3. 2013. Den einstmals in Deutschland ausgerotteten Europäischen Stören, die im Einzugsbereich der Elbe wieder angesiedelt worden sind, scheint's gut zu gehen. Das zeigen 23 Jungfische aus französischer Nachzucht, die allein in letzter Zeit an der Nordseeküste zwischen Dänemark und Holland von Berufsfischern gefangen (und wieder freigelassen) worden sind, darunter vier Exemplare, die in der Oste ausgewildert worden waren.

Bei der Freisetzung waren die Störe 20 bis 25 cm lang, mittlerweile sind sie auf 45 cm gewachsen und haben am Ende der urtümlichen Knorpelplatten, die ihren Körper bedecken, kleine Spitzen ausgebildet, die ihnen Schutz gegen natürliche Feinde wie Hecht und Kormoran bieten.


Europäischer Stör: Nachschub für die Oste

Diese erfreulichen Mitteilungen machte der Stör-Projektleiter und Oste-Preisträger Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei jetzt bei einem Besuch in Osten.

Im Gespräch mit Wolfgang Schütz von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische und Jochen Bölsche von der AG Osteland zeigte sich Geßner auch erfreut über den Stand der Vorbereitungen für das 2. Oste-Stör-Fest am 11. Mai in Bremervörde-Elm, das vom dortigen Bootsclub in Kooperation mit der Gemeinde und der AG Osteland veranstaltet wird.

Wie voriges Jahr beim 1. Oste-Stör-Fest in Oberndorf - in Anwesenheit des damaligen Ministerpräsidenten David McAllister - können Sponsoren in Elm bei dem erneuten Störbesatz wieder Störpatenschaften über einzelne Fische erwerben.


Oste- und Elbfischer Walter Zeeck

Vor seinem Besuch in Osten hatte Projektleiter Geßner in Geversdorf ein Informationsgespräch mit dem Berufsfischer Walter Zeeck geführt, einem der Kooperationspartner der Berliner Wissenschaftler. Geßner: "Die Fischer ziehen mit uns an einem Strang."

Die Stör-Wiederansiedlung steht auch auf der Tagesordnung der Generalversammlung der Ostepachtgemeinschaft der Sportfischer am Sonntag, 3. März, im Ostener Fährkrug.


Stör Stups lockt
Kids an die Oste


Oste-Preisträger Schmidt(M.), Sponsor, Laudator

25. 2. 2013. In Kürze startet an der Oste ein neues Projekt, das der diesjährige Ostepreisträger und neue Stader Landkreis-Pressesprecher Christian C. Schmidt entwickelt hat: Nachdem der Biologe und Journalist bereits für das Oste-Natur-Navi-Projekt des Naturerlebnis-Vereins mehrere GPS-Routen am Fluss entwickelt hat, folgt nun ein spezielles Angebot für Kinder:

"Stör Stups" und "Reiher Ralf", gezeichnet von Jonas Kötz (Krautsand) und zum Sprechen gebracht von AG-Osteland-Mitglied Schmidt, führen die Kids von Saisonbeginn an per Leih-Navi (gibt's auf dem Geesthof in Hechthausen und bei Plate in Gräpel) durch die Oste-Natur. Was der Stör den Kids erzählt, ist auf dieser Website beschrieben:

http://www.verein-naturerlebnisse.de/verein_onn.html. Unten links zum Anklicken: eine Hörprobe zur Station Brobergen.

Unter dem Titel "Stör Stups kommt" wird das neue touristische Angebot so angekündigt: "Liebe Kinder, Stör Stups, ein Fisch aus dem großen Ozean, ist auf dem Weg in unseren kleinen Oste-Fluss. Wenn es Frühling wird, ist es so weit: Dann könnt Ihr mit Stups und seinem Freund Reiher Ralf viele tolle Sachen an der Oste entdecken. Dafür leiht Ihr Euch bei uns ein Navi fürs Fahrrad aus und los geht's!"


Oste-Natur-Navi-Leihgerät

Bei der von Michael Johnen (AG Osteland) und Sponsor Olaf Schlichtung (Fa. Ulex) vorgenommenen Ehrung des Ostepreisträgers Christian C. Schmidt hiess es in der Laudatio: "Seit 30 Jahren gelingt es dem Biologen und Journalisten, mit Zeitungsartikeln und Buchbeiträgen sowie mit umweltpädagogischen Konzepten einem breiten Publikum die Naturschätze und das Kulturerbe der Niederelbe und des Ostelandes nahezubringen.

Präzise Recherche und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte spannend zu erzählen, kennzeichnen die Arbeit des in Freiburg/Elbe aufgewachsenen und in Fredenbeck lebenden studierten Meereszoologen und langjährigen Tageszeitungsredakteurs.


Schmidt mit Navi-Förderer Seggermann

Dazu zählen Beiträge für das Stader Tageblatt - etwa über die Wiederkehr des Wolfs oder die Wiederansiedlung des Störs in der Oste - ebenso wie populärwissenschaftliche Texte für Informationstafeln und -hefte zum Hohen Moor in Oldendorf, zum Elbästuar (für eine Dauerausstellung im alten Baljer Leuchtturm) und zur Flora und Fauna des Ostelandes (für den Umweltkalender 2012 des Landkreises Stade sowie für die Passagiere des Flachbodenschiffs "Tidenkieker" und des neuen Hechthausener Naturerkundungsbootes "Püttenhüpper").

Von großer touristischer Bedeutung für das Osteland sind sechs von Christian Schmidt konzipierte Rundtouren von 12 bis 90 Kilometern Länge entlang des Unterlaufs, bei denen ein "Oste-Natur-Navi", ein GPS-Leihgerät, an 45 Erlebnispunkten Text-, Bild- und Toninformationen liefert, darunter ein 100-minütiges Audioprogramm und ein Oste-Naturlexikon mit 200 Einträgen.

Ergänzt wird dieses Projekt des Stader "Vereins zur Förderung von Naturerlebnissen" unter der Regie von Uwe Seggermann durch ein neues "Oste-Natur-Navi für Kinder" mit dem Titel "Mit Stör Stups die Oste entdecken". Auch dieses Angebote trägt dazu bei, den sanften Tourismus an der Oste zu beleben. Christian Schmidt hat sich um das Osteland verdient gemacht."

Alle oste.de-Beiträge von Jochen Bölsche zum Thema Stör seit 2001 stehen hier.


11. Mai: Osteland
feiert seine Störe


Oste-Stör: Wasserqualität gefährdet

22. 2. 2013. Am Sonntag, 11. Mai, feiert das Osteland sein 2. Störfest - acht Monate nach dem 1. Störfest in Oberndorf. Das Ereignis wird veranstaltet vom außerordentlich aktiven Bootsclub Elm unter dessen neuem Vorsitzenden Hermann Wiebke und seinem Stellvertreter Reinhold Grasbeunder. Eng kooperiert wird mit der Osteland-Arbeitsgemeinschaft Wanderfische um Wolfgang Schütz. Anlass ist die erneute Freisetzung von Jungstören.


Neuer BC-Elm-Vorsitzender Hermann Wiebke (l.)

Im Clubheim des gastlichen BC Elm trafen sich jetzt anderthalb Dutzend Aktive aus der Gemeinde Elm, angeführt von Ortsbürgermeister Erich Gajdzik(CDU) und seinem Stellvertreter Knud Spardel, sowie Vertreter von DLRG, Feuerwehr und AG Osteland zur Vorbereitung des großen Festes.


Wanderfisch-Experte Wolfgang Schütz (r.)

Wie beim 1. Störfest voriges Jahr in Oberndorf, wo David McAllister den 1000. Jungstör in die Oste einsetzte, kann wieder jedermann für 5 Euro die Patenschaft über einen der Kaviarfische erwerben, die unter der Leitung des Fischereiwissenschaftlers und Ostepreisträgers Dr. Jörn Gessner im Berliner Leibniz-Institut herangezogen werden.


Störfest 2012 in Oberndorf (Foto: Brinkmann)

Ein Festausschuss um Carsten Holst, unterstützt u. a. durch Uwe und Hella Neugebauer, Reinhard Mayer, Kay Dohm und Hans Hermann Tiedemann (sämtlich auch Osteland-Mitglieder), ist weit fortgeschritten in der Vorbereitung des Rahmenprogramms mit Tanz und Musik, Bier-, Eis-, Fisch- und Wurstbuden, Infoständen von Jägerschaft und AG Osteland, Stör-Ausstellung und Kuchenangebot, Pressebetreuung und Absperrung, Rettungsdienst und Parkplatzeinweisung.


Festausschuss-Sprecher Carsten Holst (r.)

Zu Beginn des Festes gegen 14 Uhr wird Bürgermeister Gajdzik den ersten Stör einsetzen. Er kennt die Prozedur: Bereits 2011 waren in Elm - unter großer Anteilnahme der Medien - Jungstöre ausgewildert worden. - Weitere Infos auf unserer seit 2001 geführten SONDERSEITE zum Thema Oste-Störe und auf der Website der Osteland-Wanderfisch-AG.


Obere Oste

Weg frei für
Lachs & Stör


Lachs auf der Website des ASV Zeven

4. 12. 2012. Nach der Fertigstellung der wanderfischgerechten Sohlgleite in der Oste an der Sittenser Wassermühle ist jetzt auch die im Zuge der Bauarbeiten neu erstellte Brücke eröffnet worden.Zwischen dem Oste-Quellgebiet bei Tostedt (Kreis Harburg) und dem Bremervörder Wehr ist nun der Weg frei für Lachs, Stör & Co. Für das mustergültige Artenschutzprojekt war der Sittenser Samtgemeinde-Bürgermeister Stefan Tiemann (Foto) Anfang 2010 mit dem Goldenen Hecht der AG Osteland (Laudatio hier) ausgezeichnet worden. Ein aktueller Bericht steht heute auf Treffpunkt Sittensen.

Nach der Oberen Oste jetzt auch der Nachbarfluss Wümme dank einer neuen Sohlgleite "fischdurchgängig", wie die Rotenburger Rundschau meldet.

Sorge bereitet an beiden Flüssen jedoch, wie Sportfischer beklagen, die anhaltende Verschlechterung der Wasserqualität durch landwirtschaftliche Immissionen.


Stör-Fest in
Elm geplant


Vertreter von Gemeinde, AG Osteland und BC Elm beim Planungsgespräch

Zur Planung des "1. Störfests in Elm" auf dem Hafengelände des Bootsclubs in Elm trafen sich die Vorstände der Arbeitsgemeinschaft Osteland e.V und ihrer Arge Wanderfische im Bootsclub Elm/Oste e. V. Unterstützt wird das Projekt vom Elmer Ortsbürgermeister Erich Gajdzik sowie dessen Vertreter Knud Spardel.


Schütz informiert über das Stör-Projekt

Bereits 2010 hatte der Bootsclub im Beisein des NDR-Fernsehens den Besatz des zehnten mit einem Sender versehenen Störs "Wolfgang" organisiert. In diesem Jahr wurden auf dem Elmer Hafengelände 200 weitere Störe in die Oste entlassen. Zahlreiche Besucher wohnten dem Ereignis bei.

Geplant ist nun, im Rahmen des Störfestes am 11. Mai erneut Hunderte von Jungstören im Rahmen des nationalen Besatzprojekts in die Oste auszuwildern.


BC-Vize Wiebke (2.v.l.), Vorstandskollegen

Kooperationspartner sind der Bootsclub Elm und die Arge Wanderfische in der AG Osteland sowie die Gesellschaft zur Rettung des Störs. Dabei soll auf dem Hafengelände des Bootsclubs Elm/Oste, An der Oste 20 a in Elm, ein "Störfest" gefeiert werden, dessen Gäste erneut, wie bereits kürzlich bei der Auswilderung des 1000. Jungstörs durch Ministerpräsident David McAllister in Oberndorf, "Störpatenschaften" erwerben können, wie Bootsclub-Pressesprecherin Hella Neugebauer mitteilt.

Die bisherigen Bemühungen der deutschen Artenschützer zur Wiederansiedlung des nahezu ausgestorbenen Europäischen Störs zeigen erste Erfolge. Wie Projektleiter Dr. Jörn Gessner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei mitteilt, sind aufgrund des bisherigen Besatzes in der Elbe und Nebengewässern wie Oste, Stör und Havel in diesem Herbst bereits 10 Wiederfänge zu verzeichnen, das sind von Fischern  gefangene und wieder zu Wasser gelassene Störe aus dem Besatz. "Eine tolle Sache," freut sich der Ostener "Störvater" Schütz.

Pressemitteilung des BC Elm


Stör-Projekt
zeitigt Erfolge


Der Stör aus dem Watt in der Presse

5. 11. 2012. Die in der Oste und anderen Elbnebenflüssen begonnene Wiederansiedlung des nahezu ausgestorbenen Europäischen Störs (Acipenser sturio) zeigt erste Erfolge. Fünf der ausgewilderten Fische sind im nordfriesischen Wattenmeer entdeckt worden, einer der Jungfische in der vorigen Woche.


Schütz (r.) bei Stör-Auswilderung in der Oste

Der Stör war eines der freigesetzten Exemplaren eines deutsch-französischen Projekts zur Erhaltung des Europäischen Störs. Unterstützt wird die Aktion vom Arbeitskreis Wanderfische in der AG Osteland, dessen Sprecher Wolfgang Schütz (Osten) ist. Im September war in Oberndorf der 1000. Jungstör aus französischer Nachzucht in der Oste freigesetzt worden.

"Vom Europäischen Stör ist nur noch eine Restpopulation von maximal 400 Tieren in der Gironde mit ihren Zuflüssen Garonne und Dordogne bekannt", erklärte Oste-Preisträger Dr. Jörn Gessner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei jetzt gegenüber der Presse.

Zum Thema:

> Nummer 07816 lebt
(Landeszeitung, Kiel),

> Auswilderung zeigt erste Erfolge
(Greenpeace-Magazin).


Stör Nr. 1000
in der Oste


Schütz (M.) und Gessner (r.) in Oberndorf (Fotos: W. Rademacher)

17. 9. 2012. Als vollen Erfolg wertete am Sonntag der Sprecher der AG-Osteland-Arge Wanderfische, Wolfgang Schütz, von von strahlendem Sonnenschein begünstigten Naturschutztag samt Störfest und einer Radtour von Osten nach Oberndorf. Am Mocambo-Anleger wurde in Anwesenheit von David McAllister und der Bürgermeister Hubert und Horeis der 1000. Stör in der Oste ausgewildert - rund 100 Jahre, nachdem dort die einst üppigen Bestände des Kaviarfischs zusammengebrochen waren.


McAllister und Horeis am AG-Osteland-Stand

Eingebettet war die Besatzaktion unter der Leitung von Ostepreisträger Dr. Jörn Gessner (Berlin) in ein buntes Rahmenprogramm (hier), an dem unter anderem die Kiebitzschul-Kinder, Gäste vom BC Elm, SGO-Vorsitzender Uwe Mählmann mit einer Störgedicht-rezitation und viele andere Oberndorfer mit Darbietungen und Ständen mitwirkten. Jeder der über 300 Gäste hatte am Nachmittag Gelegenheit, für eine 5-Euro-Spende eine von Osteland-Mitstreiter Albertus Lemke vermittelte Störpatenschaft zu erwerben.


Störfest an der Oberndorfer Fährpromenade

Hervorgehoben wurde der Einsatz der Sportfischer für den Artenschutz unter anderem vom Oberndorfer Bürgermeister (und SPD-Landtagskandidaten) Detlef Horeis, dessen quicklebendige Gemeinde die Artenschützer schon vor Jahren nicht nur als Standort des schwimmenden Stördenkmals ausgewählt haben, sondern unter anderem auch als Veranstaltungsstätte literarischer "Kaviarnächte" zum Thema Störrettung..


Detlef Horeis bei seinem Grusswort

Horeis ging in seinem Grusswort auch auf die vielfältigen Aktivitäten der AG Osteland und deren Arge Wanderfische ein - ein Lob, dem sich in seiner Rede ebenso wie bei einem Besuch des Osteland-Standes (mit Stör-Infotafeln) auch Ministerpräsident McAllister anschloss


Vor rund 100 Jahren: Störfang in Osten

Bei der vorangegangenen Radtour auf den Spuren der Wanderfische hatte der Ostens Bürgermeister Carsten Hubert die Radler auf der Schwebefähre begrüßt.


Eröffnung auf der Schwebefähre

Unterwegs hatten die Teilnehmer Gelegenheit, historisch verbürgte Stör-Laichplätze zu sehen sowie informative Referate von Ulrich Gerdes (Unterhaltungsverband) über fischdurchgängige Tideschöpfwerke sowie - bei einer Pause im Gasthaus Henning - von Geßner und Schütz über die Wesen und Wege der Wanderfische zu verfolgen.


Brillant gestaltet: SFV-Festschrift

Mit einem Festball hatten bereits am Sonnabend in Osten gut 130 Sportfischer das 75-jährige Bestehen des  SFV Oste gefeiert. Osteland-Vorstandsmitglied und "Störvater" Wolfgang Schütz stellte den Gästen eine brillant gemachte Vereinschronik (Gestaltung: Karl-Heinz Brinkmann) vor und hob in seiner Festrede insbesondere die bundesweit verfolgten Bemühungen der Oste-Sportfischer an der Oste um die Wiederansiedlung ausgerotteter oder verschollener Fischarten und die enge Zusammenarbeit mit der AG Osteland hervor.

Schütz: "Die Wiedereinbürgerung von Lachs und Meerforelle unter der Federführung  von Ostekulturpreisträger Egon Boschen, das hervorragend professionell ausgearbeitete Konzept zur Fischdurchgängigkeit von tideabhängigen Schöpfwerken unter Mitwirkung unseres langjährigen Vorstandsmitgliedes Torsten Thorhorst und letztendlich der Eintritt von uns Anglern in die Gesellschaft zur Rettung des Störs mit den jetzigen Wiedereinbürgerungsversuchen zeigen in der Öffentlichkeit, aber auch unseren Verpächtern, dass wir nicht nur Jäger der Fische sind, sondern in erster Linie Natur- und Artenschützer," sagte Schütz.

Schütz fügte hinzu: "Das negativ behaftete Image der Sportfischer in der Öffentlichkeit in früheren Jahren hat sich deutlich geändert. Einen wesentlichen Anteil hieran hat die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland. Sie hat es verstanden, die Arbeit von uns Sportfischern immer wieder in der Presse und im Internet zu präsentieren." Die AG Osteland habe "damit nicht nur unserem Verein  Gutes getan, sondern allen Sportfischervereinen entlang unseres Flusses".


Großer
Auftritt


Schütz (r.) und Horeis (2.v.r.) mit AK Umwelt

28. 8. 2012. Einen großen Auftritt absolvierten der Ostener Wolfgang Schütz vom Osteland-Arbeitsgemeinschaft Wanderfische und der Oberndorfer Bürgermeister Detlef Horeis (Website) am Dienstag am schwimmenden Stör-Denkmal in der Oste.


Schwimmendes Stördenkmal in Oberndorf

Der AK Umwelt der SPD-Landtagsfraktion war auf Einladung des Landtagskandidaten Horeis angereist, um sich von Schütz über das international beachtete Projekt zur Wiederansiedlung des Europäischen Störs in der Oste informieren zu lassen (siehe unsere SONDERSEITE).

Im September werden Ministerpräsident David McAllister (CDU) und die Bürgermeister Horeis und Carsten Hubert (Osten) in Oberndorf, wie berichtet, den 1000. Jungstör aus französischer Nachzucht in der Oste aussetzen.


10.000 Larven
für Oste & Co.


Stör-Nachwuchs: Nachschub aus Frankreich

11. 7. 2012. Im Rahmen eines Kooperationsvertrages zwischen Frankreich und Deutschland ist jetzt die bislang größte Menge an Stör-Setzlingen aus der Gironde-Region übergeben worden, wo die letzten Wildbestände des hochgradig bedrohten, früher auch in der Oste heimischen Europäischen Störs (Acipenser sturio) existieren. Das französische Forschungsinstitut Irstea (Institut de recherche pour l'ingénierie de l'agriculture et de l'environnement, früher Cemagref) hat 10.000 Störlarven an das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin geliefert. Auch diese Störe sollen der Wiederansiedlung des in Deutschland vor Jahnzehnten ausgestorbenen Kaviarfischs in Oste, Stör, Mittelelbe, Havel und Mulde sowie für den Aufbau eines nachhaltigen Elterntierbestandes in Berlin dienen, wie Wolfgang Schütz (Osten) von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische in der AG Osteland mitteilt.


Geßner im
Interview


Das ganzseitige CN/NEZ-Interview

11. 5. 2012. "Die Oste wird wieder zum Stör-Fluss. Wissenschaftler, Angler und Fischer helfen dem  in den 60er Jahren in Deutschland ausgestorbenen Riesenfisch auf die Sprünge," schreibt die Journalistin Wiebke Kramp in der Online-Ausgabe der Cuxhavener Heimatblätter: "Der neuerliche Störbesatz (am 11. Mai) ist Anlass für die Niederelbe-Zeitung und die Cuxhavener Nachrichten, in ihrer Freitags-Printausgabe ein großes Interview über Hintergründe zu bringen. Dr. Jörn Geßner, Fischereibiologe am Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Gewässerökologie (Berlin) bezieht in einem Interview Stellung über die Besonderheiten des urzeitlichen Riesenfisches, die überregionale Bedeutung des Wiederansiedlungsprojektes und die Eignung der Oste als Stör-Fall." Mehr...


Dr. Geßner in der Online-Ausgabe der CN

So ausführlich und sachkundig wie bislang kaum eine andere Zeitung befassen sich CN und NEZ in dem ganzseitigen Interview mit der Rettung  des grauen Riesen, der über fünf Meter lang und über 100 Jahre alt werden kann. Für die Auswahl der Oste sprächen deren günstige Struktur und ihr schwacher Nutzungsdruck sowie "die Begeisterung und die Unterstützung vor Ort" durch die Arge Wanderfische der AG Osteland als "nicht zu unterschätzender Faktor".

Dr. Geßner begrüßt in dem Interview, dass das Land Niedersachsen aktuell an der Passierbarkeit des Wehrs in Bremervörde arbeitet, dem "wichtigsten Hindeernis für alle Fischarten auf dem Weg in die mittlere und obere Oste". Wünschenswert seien "Untersuchungen zu der Verfügbarkeit von Laichplätzen im Bereich zwischen Elm und Oberndorf" sowie die Einrichtung einer Stör-Aufzuchtstation an der Oste (wie sie seit Jahrzehnten bei Lamstedt und in Sittensen für den Lachs bereits existiert).

Interviewerin und Interviewter haben übrigens etwas gemeinsam: Sowohl die Journalistin Kramp auch auch der Biologe Dr. Geßner sind von der AG Osteland für ihre Verdienste um die Flußregion mit dem Goldenen Hecht der AG Osteland ausgezeichnet worden.


Offizielle Presseinformation der Bundesregierung zu Wiederansiedlung der Störe in Nord- und Ostsee hier.


Stör macht
Schlagzeilen


Aktuelle Stör-Berichte in der Presse

11. 5. 2012. Die Oste-Störe machen auch anderswo Schlagzeilen. Anlass: An diesem Sonnabend tagt die Rostocker  Gesellschaft zur Rettung des Störs auf Einladung der Arge Wanderfische der AG Osteland erstmals an der Oste, im Ostener Hotel "Fährkrug". Tags zuvor, an diesem Freitag ab 14 Uhr, werden unter starker Medienbeteiligung - auch vier TV- und Hörfunksender haben sich angesagt - 200 Jungstöre beim Bootsclub Elm in die Oste eingesetzt. Im September will Ministerpräsident David McAllister, wie berichtet, den 1000. Jungstör in die Oste auswildern.


Logo des nationalen Oste-Stör-Projekts

Lesen Sie bitte weiter unten: McAllister und der Jungstör Nr. 1000


Einsatz für ein lebendes Fossil

Oste-Preisträger Dr. Geßner und Schütz

9. 5. 2012. Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei gilt als einer der weltweit besten Störexperten. Gemeinsam mit dem Ostener Sportfischer-Sprecher Wolfgang Schütz wurde er von der AG Osteland für seine Verdienste um die Wiederansiedlung von Wanderfischen in der Oste mit dem Kulturpreis "Goldener Hecht" ausgezeichnet. Im folgenden Text legt Geßner die wissenschaftliche Bedeutung der Stör-Besatzaktion am Wochenende dar:

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Am 11. Mai 2012 findet der Startschuss für den diesjährigen Besatz im Elbeeinzugsgebiet in der Oste bei Elm satt - ein weiterer Schritt zur Vorbereitung der Wiederansiedelung des in Deutschland ausgestorbenen Europäischen Störs (Acipenser sturio), einem lebenden Fossil, älter als die Dinosaurier. 

Die experimentelle Besatzmaßnahme, bei der ca. 200 Jungfische in die Oste gesetzt werden, wird von der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V. gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in enger Zusammenarbeit mit der AG Wanderfische Oste in der AG Osteland und den beteiligten Fischereiberechtigten durchgeführt. Die Störe werden im Rahmen der deutsch-französischen Zusammenarbeit des IGB und der IRSTEA aus Vermehrungen in Frankreich zur Verfügung gestellt. 

Die Forscher wollen nun in enger Zusammenarbeit mit der Flussfischerei das Wanderverhalten und die Entwicklung der Tiere untersuchen. Zu diesem Zweck wurden die Fische mit externen Marken versehen. Das erleichtert die Identifikation beim Fang und verbessert den Schutz der Tiere – Verwechselungen mit illegal ausgesetzten exotischen Stören können dadurch minimiert werden.Durch die Fangmeldungen sollen weitere Grundlagen für eine Auswahl geeigneter Fließgewässer zur Wiederansiedlung des Europäischen Störs im Nordseeeinzugsgebiet erarbeitet werden. 

Der Europäische Stör ist ein anadromer Wanderfisch (d. h.  wandert vom Meer in die Flüsse, um zu laichen) und war einstmals eine weitverbreitete Störart. Bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert haben die Bestände der Art stark abgenommen.Die Oste war bis in die 1920er Jahre ein wichtiges Laichgebiet für die Elbstöre. Der letzte Fang eines einheimischen Störes ist von 1985 dokumentiert. 

Heute ist der Europäische Stör eine der am stärksten gefährdeten Fischarten in Europa und akut vom Aussterben bedroht. Aktuell ist dieser Art nur noch eine Reliktpopulation in der Gironde mit den Zuflüssen Garonne und Dordogne in Frankreich bekannt. Die Elbe und ihre Nebenflüsse stellen für die Wiederansiedlung potenziell bedeutende Lebensräume dar, die historisch von den Stören zur Vermehrung und als Kinderstube genutzt wurden, und deren Eignung im Rahmen der laufenden Projektarbeiten verifiziert werden soll. 

Das Bundesamt für Naturschutz fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) seit Mitte der 1990er Jahre Projekte zum Wiederaufbau von Beständen des Europäischen und des Atlantischen Störs in deutschen Flüssen und Meeresgebieten der Nord- und Ostsee. Das Projekt ist Bestandteil einer langfristigen Strategie zum Aufbau sich selbst erhaltender Bestände heimischer Störarten. Diese sollen in Zukunft als Leit- und Indikatorart für naturnahe Gewässer auch in anderen deutschen Flüssen und Meeresgebieten wieder aufgebaut werden. 

Maßnahmen zum Schutz der Störe werden auch anderen, weniger bekannten Wanderfischarten helfen, indem wichtige Lebensräume erhalten oder wiederhergestellt werden.

Dr. Jörn Gessner, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Müggelseedamm 310, 12587 Berlin, Tel. 030-64181626, E-Mail: sturgeon@igb-berlin.de


McAllister und der
Jungstör Nr. 1000


David McAllister mit Wolfgang Schütz

3. 5. 2012. Der Versuch, den vor rund hundert Jahren in der Oste ausgerotteten Europäischen Stör (Acipenser sturio) wieder anzusiedeln, wird weiter vorangetrieben. Am Freitag, 11. Mai, 15 Uhr, am Hafen des Bootsclubs Elm (BCE) bei Bremervörde sollen 200 Jungstöre von 15 bis 20 Zentimetern Länge aus französischer Nachzucht  in die Oste entlassen werden. Wie die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. weiter mitteilt, erfahren tags darauf, am Sonnabend, 12. Mai, ab 10 Uhr im Ostener Hotelrestaurant "Fährkrug" die Artenschutz-Aktivitäten der rund 8000 Sportfischer an der Oste eine besondere Würdigung: Wegen der überragenden Bedeutung des längsten Nebenflusses der Niederelbe für das internationale Artenschutz-Projekt zur Wiederansiedlung des Kaviarfischs hat die in Rostock ansässige deutsche Gesellschaft zur Rettung des Störs beschlossen, ihre diesjährige 18. Hauptversammlung in Osten/Oste abzuhalten.


Tagt an der Oste: die nationale Störgesellschaft

Im "Fährkrug" werden Fischereiwissenschaftler über den Stand der Wiederansiedlungsbemühungen unter anderem im Osteland berichten, die seit 2009 von der Arge Wanderfische Oste vorangetrieben werden, die von ihrem Sprecher Wolfgang Schütz (Osten) repräsentiert wird und die sich unlängst der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland angeschlossen hat.

Wie Schütz mitteilt, sind von den insgesamt 1000 Jungstören, die für den Versuchsbesatz der Oste zunächst zur Verfügung stehen, 500 bereits im vorigen Oktober in die Oste entlassen worden. Nach der Aktion am 11. Mai in Elm erfolgt ein weiterer Besatz am Sonntag, 16. September, 15 Uhr, am schwimmenden Stördenkmal am Restaurantschiff "Ostekieker" in Oberndorf. Ministerpräsident David McAllister hat zugesagt, aus Anlass des landesweiten Naturschutztages 2012 der Alfred-Töpfer-Akademie für Naturschutz selber den 1000. Jungstör der Oste zu übergeben.


Neue Heimat in der Oste: Markierter Jungstör

Zuvor können alle Interessierten im Rahmen einer Radtour mit den  Bürgermeistern Detlef Horeis (Oberndorf) und Carsten Hubert (Osten) in einer Info-Veranstaltung im Gasthaus "Zur Sietwende" in Oberndorf-Niederstrich Vorträge von Ostepreisträger Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie von Wolfgang Schütz zum Thema Wanderfische hören. Start der Radtour "auf den Spuren der Wanderfische" ist um 10 Uhr an der Schwebefähre, wo Werner Klasing, der Präsident des Landessportfischerverbandes Niedersachsen, die Teilnehmer begrüßt.

Die rund 8000 Sportfischer an der Oste, organisiert in 32 Vereinen, haben bereits in den vergangenen Jahrzehnten mit der Wiederansiedlung der damals ausgerotteten oder verschollenen Wanderfischarten Lachs und Meerforelle erreicht, dass die Oste mittlerweile als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins" gilt.


Störverarbeitung in Osten (um 1900)

Nun bemühen sich die Sportfischer mit der Arge Wanderfische der AG Osteland um ein zweites "Wunder an der Oste", wie es in der Presse über die Rückkehr des Lachses hiess: die Wiederansiedlung des Europäischen Störs mit Hilfe von Nachzuchten aus dem einzigen weltweit noch existierenden Bestand im südfranzösischen Gironde-Becken. Die Arterhaltung des Europäischen Störs, der als hochgradig gefährdet gilt ("critically endangered"), genießt in den Umweltministerien in Paris und Berlin höchste Priorität.

Ausdrücklich begrüßt werden von der AG Osteland die Bemühungen von Bund, Land, Unterhaltungsverbänden und Sportfischern, die Oste durch Beseitigung künstlicher Barrieren, Gewässerreinhaltung und Anlage von Laichbetten wieder zum Lebensraum bedrohter Wanderfischarten zu machen. Unterstützt haben die AG Osteland und die Sportfischer die Artenschutzbemühungen in den letzten Jahren unter anderem durch eine Wanderausstellung ("Die Rückkehr des grauen Riesen"), die Aufstellung des Stördenkmals "Hein Stör" in Oberndorf, die Veranstaltung von "Kaviarnächten" mit Fachinformationen und eine Vortragsreihe mit Wanderfischexperten.


Leitstelle für
Maisgaslecks

11. 4. 2012. Aus Sorge um Mensch, Natur und den Verlust der Akzeptanz bestehender Biogasanlagen fordert der Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen die sofortige Gründung einer Notfallleitstelle, die über ausreichendes geschultes Personal verfügt, um bei defekten oder "fehlgesteuerten" Biogasanlagen schnell und gezielt einzugreifen, damit eine Umweltkatastrophe künftig verhindert werden kann, wie sie sich
gerade im Elbe-Weser-Dreieck ereignet hat.

"Es reicht! Das Maß ist übervoll! Die tickenden Zeitbomben Biogasanlagen müssen entschärft werden. Die aktuelle Vernichtung eines ganzen
Flusssystems auf rund 10 Kilometern Länge ist nur die Spitze eines Eisbergs! Drastische Maßnahmen sind erforderlich!", fordert NABU-Bioenergieexperte Uwe Baumert, Mitglied der AG Osteland.

"Nur eine sofortige umfassende Risikoanalyse, der Aufbau einer Datenbank zur Risikovorsorge und die Gründung eines bundesweiten 'Havariekommandos' nach Vorbild der marinen Einsatzstelle an der Küste können den verheerenden Auswirkungen bei defekten Biogasanlagen jetzt und in der Zukunft schnell und effektiv entgegentreten", so Baumert weiter.

Durch Defekte im Pumpensystem hat ein Gemisch aus ca. 400 Kubikmetern Gärresten und Gülle Anfang April einen Bach und viele Kilometer der Veerse, eines ökologisch wertvollen, artenreichsten Gewässersystems in Nordniedersachsen, regelrecht erstickt. Besonders geschützte Fische wie Bachneunauge, Elritze, Stichling, Meer- und Bachforelle starben an Ammoniakvergiftung und Sauerstoffmangel; weitere Schäden an Fauna und Flora sind zu erwarten.

Die Naturschutz- und Wasserbehörde des Landkreises sind zwar sofort tätig geworden, konnten die Katastrophe jedoch nicht verhindern. Die verstärkte Verlagerung der Verantwortung auf Behörden des Landkreises insbesondere nach Abschaffung der Bezirksregierungen, ohne entsprechende Aufstockung des Personals in diesen Bereichen, führt zu einer dauerhaften Überlastung, durch die eine ausreichende Kontrolle nicht mehr gegeben ist.

Die unterschiedlichen Vorschriften auf Landkreis-, Landes- und Bundesebene erleichtern diese Aufgabe nicht. Für alle Biogasanlagen, nicht nur die Großanlagen, müssen daher übergeordnete verlässliche Maßnahmen zur Verhinderung von Umweltschäden gleichermaßen gelten.
Deshalb fordert der Naturschtzbund Niedersachsen

>  ein Havariekommando mit Durchgriffsregelungen bis zur Einzelanlage,
> eine  Risikopotenzialanalyse,
> Meldepflicht für alle Störfälle,
> die Erstellung einer zentralen Datenbank,
> einheitliche Sicherheitsstandards mit mindestens zwei Vorsorgeebenen,
> die Ausrüstung mit einheitlicher Überwachungs- und Sicherheitstechnik,
> Schutzwälle, -mauern oder  -gräben und
> die Nachrüstung bestehender Biogasanlagen.

"Manche Biogasbetreiber haben nach Bekanntwerden erster Unfälle bereits reagiert und schon vor Jahren vorsorglich Schutzwälle und zusätzliche Pflanzenkläranlagen gebaut", nennt Bioenergieexperte Baumert als positive Beispiele und ergänzt: "Dieses vorbildliche Handeln muss Schule machen und zum Regelfall werden. Dafür ist jedoch leider in den meisten Fällen Zwang erforderlich; denn es geht ums Geld, um Investitionen. Dem NABU geht es um Mensch, Natur, Umwelt und die Akzeptanz von Bioenergie! Unfälle wie gerade an der Veerse geschehen gefährden dies alles."


Oste - bald auch
Fluss der Störe?


Dr. Geßner (2.v.r.) mit Wanderfisch-Experten

23. 3. 2012. Seit Jahren gilt die Oste dank der Artenschutzbemühungen der Sportfischer bundesweit als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins". Vieles spricht dafür, dass der längste Nebenfluss der Niederelbe mehr und mehr auch als "Fluss der Störe" Aufsehen erregen wird. Darauf deuten Informationen hin, die der Fischwissenschaftler Dr. Jörn Geßner vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin am Donnerstag in Bremervörde vor Mitgliedern der Osteland-Arbeitsgemeinschaft Wanderfische vortrug.


"Störvater" Schütz beim Störbesatz an der Oste

Laut Geßner werden am Freitag, 11. Mai, gegen 15 Uhr am Anleger des Bootsclubs Elm bei Bremervörde weitere 400 markierte und numerierte, etwa 20 Zentimeter lange Jungstöre der europaweit nahezu ausgestorbenen Art Acipenser sturio versuchsweise in die Oste entlassen.

Welche Bedeutung gerade diesem Fluss im Rahmen des international beachteten Projekts zur Rettung des Störs beigemessen wird, zeigt der Umstand, dass am folgenden Tag, Samstag, 12. Mai, die in Rostock ansässige Gesellschaft zur Rettung des Störs ihre Jahreshauptversammlung in Osten abhalten wird - zur Freude von "Störvater" Wolfgang Schütz, der auf diese Weise das Engagement der heimischen Artenschützer gewürdigt sieht, die sich zur Jahreswende unter dem Dach der AG Osteland organisiert haben.


Thema der Tagung im Oste-Hotel

Zur Freude der Wanderfischfreunde wird an der Oberen Oste im Raum Sittensen damit begonnen, alte Stauwehre und andere Fischbarrieren zu entschärfen. Die Beseitigung des größten noch verbleibenden Wanderfisch-Hindernisses in der Oste, des Bremervörder Stauwehrs, war am Donnerstag Thema eines sogenannten Scoping-Termins im Rahmen von Paragraf 5 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung, zu dem die Gewässerbehörde NLWKN rund 50 Vertreter von Politik, Naturschutz, Wissenschaft, Landwirtschaft und Sportfischerei in das "Oste-Hotel" geladen hatte.


Wanderfisch-Experten Peters (l.), Gerken (M.)

Vertreten waren neben den AG-Osteland-Vorstandsmitgliedern Wolfgang Schütz (Osten) und Albertus Lemke (Oberndorf) Fachleute wie Ostepreisträger und "Lachsvater" Ernst Peters (Zeven) von der Besatzgemeinschaft Oste I und Ralf Gerken vom Landessportfischerverband sowie die AG-Osteland-Mitglieder Hans-Hermann Tiedemann, Vize-Vorsitzender des NABU Bremervörde-Zeven, und Forstoberrat Jürgen Cassier (Foto), Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Rotenburg/Wümme. Am Rande des Scoping-Termins erörteten die Mitglieder des Wanderfisch-Arbeitskreises der AG Osteland Möglichkeiten, ihrerseits zur Revitalisierung der Oste beizutragen.


Obere Oste ist
Gewässer 2012


Aktuelles Poster des Umweltbundesamtes

22. 3. 2012. Flüsse wie die Obere Oste sind vom Umweltbundesamt (UBA) heute als "Gewässertyp des Jahres" benannt worden. Zur Kategorie "sandig-lehmiger Tieflandfluss", auf die sich nun deutschlandweit das Augenmerk richten soll, zählen unter anderem auch Lippe, Ems, Aller, Alster, Trave, Elde und Spree.Die Umweltsituation der Flüsse vom Oste-Typ wird vom UBA als "problematisch" bezeichnet.


Quelle: Umweltbundesamt

Bei diesen Gewässern seien "umfangreiche Verbesserungsmaßnahmen nötig". Lediglich etwa 2 Prozent der Gewässerstrecken dieses Typs werden als "gut" bewertet, 22 Prozent dagegen als "schlecht" und 55 Prozent als "unbefriedigend". Nur sehr wenige dieser Strecken würden bis 2015 wieder einen guten Zustand erreichen. Die Flüsse bräuchten mehr Fläche und weniger Nährstoffe. Für Fische seien durchgängige Wehre nötig.


Als "problematisch" gilt auch die Obere Oste

Die weiten Täler der sandig-lehmigen Tieflandflüsse sind vom Menschen bevorzugte Flächen für Landwirtschaft und Siedlungen. Zur Entwässerung wurden die Flüssebegradigt, vertieft und aufgestaut. Überflutungsflächen und die Verbindung von Fluss und Aue gingen oft verloren. Der ursprüngliche Uferwald ist vielfach nicht mehr vorhanden oder auf einen schmalen Gehölzsaum reduziert. Von den Äckern können Nährstoffe und Pestizide ungehindert in die Flüsse gespült werden. Dies führe dazu, dass sich auf fast allen Strecken sandig-lehmiger Tieflandflüsse das Ziel der EG-Wasserrahmenrichtlinie – der gute ökologische Zustand – gegenwärtig nicht erreichen lasse.


Flora und Fauna des Gewässertyps des Jahres

Insbesondere bei den sandig-lehmigen Tieflandflüssen muss laut UBA der Eintrag von Nährstoffen und Pestiziden aus der Landwirtschaft verringert werden. Vor allem aber müssten diejenigen Gewässerabschnitte, die noch in Ordnung sind, erhalten werden.

Thomas Holzmann, Vizepräsident des UBA, betonte heute: "Viele Tieflandflüsse brauchen wieder mehr Fläche. Dann können sich dort naturnahe Lebensräume ausbilden. Wehre, Schleusen und Wasserkraftanlagen sind mittels Fischtreppen, Fischschutz und Fischabstiegshilfen ökologisch durchgängig zu machen. Das hilft Wanderfischen wie Lachs, Aal und Barbe."

>>> Ein Faltblatt zum Thema Tieflandflüsse steht hier zum Download zur Verfügung, ein Poster hier. Ein Verzeichnis neuer UBA-Veröffentlichungen zum Thema Wasser und Gewässer ist hier verfügbar, weitere Links - u. a. zu einer interaktiven Gewässerkarte - finden sich hier.


Infoabend zu
Oste-Wehren


Wanderfisch-Hindernis Bremervörder Wehr

11. 1. 2012. Der SPD-Ortsverein Sittensen lädt alle Interessierten Bürger zu einem Informationsabend am Mittwoch, 18. Januar, 19 Uhr, im Landhaus de Bur in Sittensen ein. Thema ist die Durchgängigkeit der Oste für Wanderfische wie Lachs und Stör. Geplant ist unter anderem der Rückbau von Querverbauungen am Golfplatz und an der Wassermühle in Sittensen, die Zukunft von "Opas Stau" in Groß Meckelsen sowie des  Stauwehrs in Bremervörde. Eingeladen sind Wilhelm Meyer vom Unterhaltungsverband Obere Oste und Volker Rebehn vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Im Anschluss soll eine offene Diskussion stattfinden.


Stör-Treppe in Geesthacht im Youtube-Video

Hintergrund sind die EU-Auflage, alle Gewässer bis 2015 in einen "guten ökologischen Zustand" zu versetzen, und die Bemühungen der Sportfischer, ausgerottete Fischarten wie Lachs, Meerforelle und Stör in der Oste wieder heimisch zu machen.

Ein guten Eindruck von den Bemühungen, die Elbe mit Hilfe einer Fischaufstiegsanlage wieder für Stör und Lachs passierbar zu machen, bietet dieser Youtube-Film über Europas größte Fischtreppe, die für 20 Millionen Euro in Geesthacht in Betrieb genommen worden ist. Die 550 Meter lange Anlage mit 45 Becken ist so konzipiert, dass auch der bis zu 3,50 Meter lange Stör den Aufstieg in die Laichgebiete schaffen kann. Fachleute erwarten daher, dass der Fischtreppe von Vattenfall eine entscheidende Bedeutung beim Wiederansiedlungsprojekt zukommt. Bereits 90 Minuten nach dem ersten Fluten der Anlage hatten rund 500 Fische den Aufstieg geschafft.


Hand in Hand für
Lachs und Stör

Logo: Brinkmann
Neu: Logo der Artenschützer an der Oste

13. 12. 2011. In ihrem Bemühen um Wiederansiedlung bedrohter Wanderfischarten wie Lachs und Stör in der Oste wollen die Sportfischer an längsten Nebenfluss der Niederelbe noch enger als bislang mit der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. zusammenarbeiten. Die 2009 gegründete "ARGE Wanderfische Oste" wird daher vom neuen Jahr an innerhalb der AG Osteland tätig sein, wie Sportfischer-Sprecher Wolfgang Schütz und der Vorsitzende der AG Osteland, Jochen Bölsche, in Osten/Oste mitteilten.

Angeregt worden war die Kooperation vom Leiter des nationalen Programms zu Wiederansiedlung des Störs, dem Biologen Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Nach einem jüngst erfolgten Vorstandsbeschluss der Arbeitsgemeinschaft Osteland bilden die Fischartenschützer vom Fluss künftig innerhalb des gemeinnützigen Vereins einen eigenen Arbeitskreis, der intern "Silbernes Netz Oste" genannt wird - in Anlehnung an das "Blaue Netz Oste", in dem sich die Wassersportler der AG Osteland zusammengefunden haben.

Der neue Zusammenschluss bietet sich aus Sicht der Kooperationspartner an, weil viele Mitglieder der ARGE Wanderfische - darunter die Landkreise Stade, Cuxhaven und Rotenburg/Wümme sowie die Besatzgemeinschaften der 7.700 Sportfischer am Fluss - ohnehin in der AG Osteland vertreten sind. Die Interessen der in 32 Vereinen organisierten Sportfischer seien, so Schütz, gut aufgehoben in der AG Osteland, die mit 450 Mitgliedern von der Quelle bis zur Mündung - darunter Touristiker, Wassersportler, Kommunalpolitiker, Naturschützer und Heimatpfleger - als größte ehrenamtlich geführte Flußgebietskooperation in Deutschland gilt.

Logo: Brinkmann
Im Frühjahr kommen weitere 500 Jungstöre

Schon in den vergangenen Jahren hatten die Sportfischer mit der AG Osteland eng zusammengearbeitet, etwa bei der Erarbeitung der Ostener Stör-Ausstellung "Die Rückkehr des grauen Riesen", der Einweihung des schwimmenden Denkmals "Hein Stör" in Oberndorf sowie bei der Veranstaltung von "Kaviarnächten" und anderen Vortragsabenden zum Thema Wanderfische. Die Sportfischer Egon Boschen (Lamstedt), Ernst Peters (Zeven) und Wolfgang Schütz (Osten) sowie der Berliner Fischbiologe Dr. Geßner sind für ihre Verdienste um die Wiederansiedlung von Wanderfischen von der AG Osteland mit dem Kulturpreis "Der Goldene Hecht" ausgezeichnet worden.

Bereits in den 80er und 90er Jahren war die Wiederansiedlung des damals in Deutschland ausgestorbenen Lachses von ehrenamtlich tätigen
Artenschutz-Pionieren an der Oste vorangetrieben worden; seiher gilt die  Oste in Fachkreisen als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins". Im Jahre 2009 startete das Berliner Leibniz-Institut einen sogenannten experimentellen Versuchsbesatz mit einzelnen Exemplaren des nahezu ausgerottenen Europäischen Störs (Acipenser sturio). Positive Prognosen führten dazu, dass nach der Freisetzung von 500 Jungstören im Herbst dieses Jahres nun im kommenden Frühjahr weitere 500 Jungtiere aus französischer Nachzucht in die Oste entlassen werden sollen.


Gemeinsam im Einsatz: Bölsche und Schütz

Begrüßt werden von der AG Osteland daher die verstärkten Bemühungen des Landes Niedersachsen, den Vorgaben der EU zu entsprechen und den Fluss bis 2015 in einen "guten ökologischen Zustand" zu versetzen. Wie ein Experte des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) dazu kürzlich vor Sportfischern ausführte, sollen im neuen Jahr Fischwanderhindernisse wie Stauwehre und andere Querverbauungen beseitigt oder wenigstens entschärft werden. Die Oste, freuen sich die Sportfischer, geniesse in Hannover hohe Priorität als Vorzugsgewässer und Vorzeigeobjekt.

Während für das Bremervörder Wehr zurzeit noch nach einer Lösung gesucht wird, soll zur Jahresmitte begonnen werden, Querbauwerke in
Sittensen sowie in der Bever bei Bremervörde (Landkreis Rotenburg)für wieder durchgängig zu machen. Dasselbe gilt nach Informationen der Sportfischer für das Basbecker Schleusenfleth in Hemmoor (Landkreis Cuxhaven) und für Fischbarrieren in der Horster Beek (Landkreis Stade).
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Hintergrund

Nach den Vorstellungen von Artenschützern wie dem Berliner Wanderfischexperten Dr. Jörn Geßner soll der kleine Tieflandstrom Oste, der durch vielfältige menschliche Eingriffe verändert worden ist,  als funktionsfähiger Lebensraum gemäß seinen natürlichen Funktionen wiederhergestellt werden. Angestrebt ist langfristig, dass sich selbst erhaltende Populationen auch von sensitiven Arten wie Lachs, Meerforelle, Schnäpel, Maifisch, Quappe und Stör als Indikatoren eines guten Gewässerzustandes wieder die Oste besiedeln.

Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, die Wanderfisch-Projekte an der Oste unter anderem durch die Verbesserung der Gewässerstruktur nachhaltig zu unterstützen. Dies schließt eine teilweise Rückverlegung von begradigten Flussabschnitten ebenso ein wie die Minimierung von Nährstoffeinträgen sowie die substantielle Verminderung der Einträge von Sedimenten aus Erosion und Drainage. Zu diesem Zweck sollen gemeinschaftlich geeignete Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele entwickelt werden. Das Forum soll helfen, Verständnis und Unterstützung für die notwendigen Arbeiten zu schaffen und so die Etablierung von Wanderfischen zu einem gemeinsamen Anliegen des Ostelandes zu machen.


Bahn frei für
Wanderfische


Zevener Sportfischer mit Oste-Lachs

8. 12. 2011. Ein Jahr der Wanderfische in der Oste - das soll 2012 für Stör, Lachs und Meerforelle werden: Nach den Vorgaben der EU für einen "guten ökologischen Zustand", der 2015 erzielt sein soll, wird im kommenden Jahr damit begonnen werden, am längsten Nebenfluss der Niederelbe die Sünden vergangener Jahrzehnte wiedergutzumachen und Wanderhindernisse wie Stauwehre und andere Querverbauungen zu beseitigen oder wenigstens zu entschärfen.

Vorzugsgewässer
und Vorzeigeobjekt


Schwimmendes Stördenkmal in Oberndorf

Die Oste, die deutschlandweit als "Fluss der Lachse" und "Fluss der Störe" gilt, geniesse in Hannover "hohe Priorität als Vorzugsgewässer und Vorzeigeobjekt", berichtet der Zevener Artenschutz-Pionier Ernst Peters von einer Tagung der Gebietskooperation Oste, die am Mittwoch in Bremervörde stattfand.

Unter Berufung auf Angaben von Axel Schilling vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) teilen Peters (l.) und der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste, Wolfgang Schütz (Osten), mit, 2012 solle wasserbaulich das Jahr der großen Bereinigungen werden. Zur Jahresmitte soll begonnen werden, drei Querbauwerke in Sittensen und in der Bever bei Bremervörde (Landkreis Rotenburg) für Fische wie Lachs und Stör wieder durchgängig zu machen. Dasselbe gelte für das  Basbecker Schleusenfleth in Hemmoor (Landkreis Cuxhaven) und Fischbarrieren in der Horster Beek (Landkreis Stade).


Wehr Bremervörde: Entschärfung 2012

Für eine Entschärfung des Bremervörder Wehrs sind zwei Lösungsmöglichkeiten entwickelt worden, über die 2012 entschieden werden soll. Variante eins ist eine Sohlgleite mit einer Kronenhöhe von 1,60 Metern, für die 300.000 Euro eingeplant sind. Als ideale Alternative gilt eine Schleuse, die eine ganzjährige Regulierung des Wasserstands ermöglicht und die dank einer Umgehungsrinne zugleich durchgängigkeit für Wanderfische ist.

Diese Variante wird von den Sportfischern bevorzugt: "Geringer Aufwand, bessere Lösung." Baugeginn soll der 15. Juli 2012 sein.
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Stichwort: Guter 
ökologischer Zustand

Alle natürlichen Gewässer sollen laut EU nach Möglichkeit bis zum Jahr 2015 den "guten ökologischen Zustand" erreichen. Was heißt das? Bäche, Flüsse und Seen bilden Lebensräume für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Dabei stehen die verschiedenen Lebensgemeinschaften miteinander in Verbindung. Wasserpflanzen geben Kleinlebewesen oder Jungfischen Halt bzw. Unterstand. Plankton und Kleinlebewesen sind Nahrung für Fische usw.. Der ökologische Zustand eines Gewässers kann daher nicht allein anhand einer Komponente beurteilt werden. Vielmehr müssen insgesamt die Lebensgemeinschaften im Gewässer untersucht und beurteilt werden. Das Maß für die Beurteilung des ökologischen Zustands sind dabei das Artenspektrum und die Häufigkeit des Vorkommens von bestimmten Arten. Mehr...


Stör lockt
Touristen


Oste-Stör im Magazin "Blinker"

19. 10. 2011. Die jüngste Aktion zur Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs in der Oste hat starke Resonanz in den Medien gefunden. Berichte in Sportfischer-Zeitschriften wie dem vielgelesenen "Blinker" tragen dazu bei, Interesse an der Ferien- und Angelregion Osteland im Herzen des Elbe-Weser-Dreiecks zu wecken (der "Blinker"-Aktikel von C. W. Schmidt-Luchs steht hier online). Die Bremervörder Zeitung (Mittwoch-Ausgabe) veröffentlicht einen umfangreichen Bericht über die Stör-Aktion mit der Überschrift "Historischer Moment".


Bericht der "Bremervörder" (Ausschnitt)

Auch die Gesellschaft zur Rettung des Störs berichtet auf ihrer Websiteüber den bislang umfangreichsten Versuchsbesatz in der Oste.


Experten Axel Fredrich, Frank Fredrich

Der an der Oberen Oste freigesetzte, mit einem Mini-Sender versehene Versuchsstör (Foto) hat am Dienstag erwartungsgemäß das Oste-Wehr bei Bremervörde erreicht, wie Sportfischer-Sprecher und Ostepreisträger Wolfgang Schütz (Osten) mitteilt: "Die ihn begleitenden Biologen Axel Fredrich und Frank Fredrichwarten nun, bis er über das Wehr 'hüpft', und werden ihn dann erst mal bis Elm verfolgen. Dann werden weitere Entscheidungen getroffen. Man geht davon aus, dass auch die anderen Störe bis dahin geschwommen sind. Der besendete Stör hat Glück gehabt, er ist weder von einem Raubfisch noch vom Kormoran gefressen worden."


Jungstöre
putzmunter


Forschungsboot auf der Oste bei Brauel

17. 10. 2011. Die 500 am Wochenende in der Oste ausgesetzten Jung-Störe sind putzmunter. Das vermuten die Wissenschaftler, die zur Zeit die Signale auswerten, die mit Mini-Sendern bestückte Jungtiere (Foto) senden. Die Berliner Störexperten Frank Fredrich und Axel Fredrich, die auf dem flachen Oberlauf der Oste das Experiment rund um die Uhr von einem Schlauchboot aus verfolgen, stellten Beispiel fest, dass ein "besenderter", in Brauel ausgesetzter 15 Zentimeter großer Stör von Samstagabend an bis Sonntagmorgen zwölf Kilometer stromabwärts  zurückgelegt hat.


Experten Axel Fredrich, Frank Fredrich

Gestern Abend wurde das Jungtier in der Höhe von Granstedt bei Selsingen geortet, wo erwartet wurde, dass dernachtaktive Fisch seine Wanderung in Richtung Bremervörder Wehr fortsetzt.

Oste in den Schlagzeilen


Biologe Dr. Geßner beim Störbesatz

17. 10. 2011. Die einst nahezu vergessene Oste macht Schlagzeilen. Das historische Ereignis der Rückkehr des Störs in die Oste findet heute auch überregionale Beachtung. Rundfunksender und Zeitungen in Hamburg und Schleswig-Holstein berichten über die Artenschutz-Aktion, die der Berliner Fischbiologe und Osteland-Preistrager Dr. Jörn Geßner leitet.


Stör-Seite der Niederelbe-Zeitung

Eine ganze Seite widmet die Niederelbe-Zeitung (NEZ) dem Stör-Projekt. In einem Kommentar schreibt Redaktionsleiter Ulrich Rohde unter anderem: "Der Stör ist nicht irgendein Fisch. Er ist ein Symbol für Artenreichtum, sauberes Wasser, eine gesunde Umwelt. Es ist fast hundert Jahre her, dass der letzte Stör in der Oste, in der es einst vor diesen imposanten Knochenfischen nur so wimmelte, gefangen wurde. ... Doch ebenso wie es mit beeindruckendem Einsatz zum Schutz bedrohter und zur Wiedereinbürgerung verschollener Arten gelungen ist den Lachs wieder in der Oste anzusiedeln, kehrt jetzt auch der Stör – gewonnen aus französischem Bestand – zurück in seine angestammten Laichgebiete. Die nur wenige Zentimeter großen Jungtiere werden noch viele Jahre benötigen, um eine eigene, stabile Population zu begründen. Eine Gewissheit für ihr Überleben gibt es noch nicht. Aber es gibt die begründete Hoffnung...


Markierter Oste-Besatzstör

Die schleswig-holsteinische Landeszeitungberichtet auf der Titelseite über das Ereignis. Auch die Sportfischer-Fachpresse, die seit Jahren das Oste-Projekt begleitet, war bei der jüngsten Besatzaktion mit ihrem Altmeister Carl Werner Schmidt-Luchs wieder prominent vertreten.

Das Hamburger Abendblatt stellt heute den Zusammenhang zum nationalen Aktionsplan zur Rettung des Störs her: "Wissenschaftler und Umweltschützer haben 500 Jungstöre aus Frankreich im Kreis Cuxhaven in die Oste ausgesetzt. Weitere 500 Jungstöre sollen im kommenden Frühjahr hinzukommen, teilte Jochen Bölsche von der Arbeitsgemeinschaft Osteland mit. Die Aktion wurde vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerkunde und Binnenfischerei geleitet.

Der Europäische Stör (Acipenser sturio) ist in Deutschland um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts dezimiert worden, die letzten Exemplare besiedelten bis Ende der 1960er-Jahre die Eider, bevor die Art in hiesigen Gewässern ausstarb. Weltweit hat der Fisch allein in Südfrankreich überleben können, und auch dort leben nur noch wenige Hundert Tiere. 'Die Oste ist für die Störe gut geeignet', sagte Bölsche. Zu Forschungszwecken sind in den vergangenen zwei Jahren bereits 62 teils mit Minisendern versehene Störe in den Fluss gebracht worden. Im Rahmen des 'Nationalen Aktionsplans Stör' sollen Störe in Oder, Elbe und Rhein sowie in deren Nebenflüssen wieder heimisch werden. Die erste Aussetzaktion lief im Mai 2007 an der Oder. Auch dort trugen einige Tiere Sender, um ihr Verhalten beobachten zu können. Da die ehemaligen Ostseestöre jedoch Nachfahren des vor etwa 1000 Jahren eingewanderten Amerikanischen Atlantischen Störs (Acipenser oxyrinchus) sind, wurde hier diese Art freigelassen. 2008 folgten die ersten Europäischen Störe, die bei Lenzen in die Elbe gesetzt wurden."


1000 Störe
für die Oste


Start der Besatzaktion am Stördenkmal

15. 10. 2011. Rund hundert Jahre nach der Ausrottung des Oste-Störs haben Berliner Wissenschaftler heute in Oberndorf das bislang größte Projekt zur Wiederansiedlung des ausgestorbenen Kaviarfischs gestartet. Die ersten 500 von 1000 Jungfischen aus französischer Nachzucht wurden in die Untere und Obere Oste entlassen.


Jungstöre für die Oste (im Leibniz-Institut)

Unter dem 2009 eingeweihten schwimmenden Stördenkmal "Hein Stör" in Oberndorf und anschließend an drei Stellen im Oberlauf der Oste zwischen Bremervörde und Zeven (Landkreis Rotenburg/Wümme) wurden die ersten Tiere ihrem Element übergeben. Weitere 500 Jungfische sollen sich vom kommenden Frühjahr an in der Oste tummeln können.

"Das ist ein historischer Moment," sagte in Oberndorf der Vorsitzende des Arbeitskreises Wanderfische, Wolfgang Schütz (Osten), in Anwesenheit vieler Vertreter aus Kommunalpolitik, Wassersport und Sportfischerei. Schütz erinnerte daran, dass die früher hier vertretene Stör-Art (Acipenser sturio) in der Oste wie überall in Deutschland bereits vor dem Ersten Weltkrieg durch Überfischung sowie Gewässerverbau und -verschmutzung ausgerottet worden war. Weltweit hat diese Spezies lediglich im südfranzösischen Gironde-, Garonne- und Dordogne-Becken überleben können.


Stör-Transfer per Spezialtransporter

Der Diplom-Biologe Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut zeigte sich erfreut, dass es seinen Kollegen vom französischen Umweltforschungsinstitut Cemagref in diesem Sommer gelungen ist, mit Hilfe von fünf Störweibchen und sieben Störmännchen - einem Dutzend Vertretern der Letzten ihrer Art - Abertausende von Larven zu reproduzieren. Einen kleinen Teil davon hat Frankreich der Bundesrepublik aufgrund eines Kooperationsabkommens zur Verfügung gestellt.


Bürgermeister Horeis (l.), Dr. Geßner (2. v. r.)
mit Störfreunden Lemke,  Neugebauer, Schütz

Zugleich sagte Geßner den Sportfischern an der Oste sowie der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland Dank, die sich mit "viel Enthusiasmus" für das Stör-Projekt einsetzten und ein "phänomenales Klima" für den Artenschutz geschaffen hätten. Ein Stör-Emblem überreichte Geßner neben dem Sportfischer-Sprecher Schütz und dem AG-Osteland-Mitstreiter Albertus Lemke (Oberndorf) auch Uwe Neugebauer vom Vorstand des Bootsclubs Elm bei Bremervörde, der technische Hilfe bei den Forschungsarbeiten geleistet hatte und der mit Vereinsfreunden per Boot nach Oberndorf gekommen war.

Vom Engagement der Oste-Anrainer für den Artenschutz zeugte auch ein Gedicht auf den Oste-Stör, das AG-Osteland-Mitglied Uwe Mählmann (Foto) vortrug ("Der Stör, das ist ein armes Tier... Ausgerottet haben wir dich, ein schlechtes Gewissen kannten wir nicht"), sowie das Grußwort des mit einer starken Ratsabordnung erschienenen Bürgermeisters Detlef Horeis ("Oberndorf ist begeistert"), bevor Geßner und Schütz die ersten 20 Jungfische in die Fluten entließen.

Die drei Monate alten Störe aus Frankreich waren am Donnerstag nach 18-stündiger Nonstop-Fahrt mit einem französischen Spezialtransporter zunächst im Forschungsinstitut in Berlin-Friedrichshagen eingetroffen. Dort eingefunden hatten sich aus diesem Anlass auch der Ostener Wanderfisch-Experte Schütz sowie Jochen Bölsche, der Vorsitzender der AG Osteland.


Schütz und Bölsche im Leibniz-Institut

Auf dem Institutsgelände am Müggelsee konnten die Besucher von der Oste beobachten, wie die Wissenschaftler die ersten 500 handverlesenen Jungtiere für das Oste-Projekt zusammenstellten und jeden zehnten Stör mit einem Markierungsfähnchen versahen. Weitere 500 Exemplare der 7 bis 15 Zentimeter großen Fische sollen im Berliner Institut zunächst weiter aufgezogen und dann im Frühjahr in der Oste ausgesetzt werden.

Bei dem jetzt angelaufenen Versuch mit insgesamt 1000 Tieren handelt es sich um das bislang umfangreichste Vorhaben zur Rückkehr des "grauen Riesen" in die Oste. In den letzten beiden Jahren hatten die Wissenschaftler in dem Fluss bei Einzelaktionen lediglich insgesamt 62 Störe - zum Teil versehen mit Mini-Sendern - ausgesetzt, um deren Verhalten mit Hilfe des Berliner Forschungsboots "Acipenser" zu ergründen.

In der Rettungsaktion für den Stör sieht Sportfischer-Sprecher Schütz eine "letzte Chance" für die hochgradig gefährdete Fischart. Schütz: "Es ist fünf vor zwölf." Als Versuchsrevier ausgewählt worden ist die Oste von den Berliner Wissenschaftlern nicht nur wegen ihrer Gewässerqualität und der relativ wenigen Querverbauungen, sondern auch wegen des Engagements der Anrainer für bedrohte oder verschollene Arten.


Zur Feier des Tages ein Prost "op de Oost"

Bereits um das Jahr 2000 herum war Sportfischern um die Artenschutz-Pioniere Ernst Peters (Zeven) und Egon Boschen (Lamstedt) die Wiederansiedlung des in der Oste ebenfalls ausgerotteten Lachses gelungen. Das damalige "Wunder an der Oste", das, so die Presse, die Oste zu "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins" machte, ermutigte die Sportangler, sich fortan auch dem Stör zu widmen. In Zusammenarbeit mit der AG Osteland veranstalteten sie Vortragsabende ("Kaviarnächte") in Oberndorf, eine Ausstellung ("Die Rückkehr des grauen Riesen") in Osten, einen "Störgipfel" in Großenwörden und Informationsabende unter anderem in Balje (Kreis Stade).

Aus Anlass des jüngsten Besatzversuchs hat "Störvater" Schütz an seine Sportfischerkollegen appelliert, gefangene Störe vor dem Wiederaussetzen zu fotografieren, etwaige Markierungsnummern zu notieren und den Fang mitzuteilen (wolfgangschuetz@gmx.net, Tel. 04771/4939 oder 0172/4264094).

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Weltweit gibt es nur noch 
wenige hundert Elterntiere

Dr. Geßner mit Schütz in Berlin

Wissenschaftlich betreut wird das Wiederansiedlungsprojekt von dem Berliner Diplom-Biologen Dr. Jörn Geßner, der für seine Arbeit - ebenso wie Wolfgang Schütz und die Artenschutz-Pioniere Ernst Peters und Egon Boschen - mit dem "Goldenen Hecht" der AG Osteland ausgezeichnet worden ist. Der Europäische Stör hat, so Geßner, in den letzten 100 Jahren einen massiven Rückgang seiner Populationen erlitten. In Mitteleuropa ist er fast überall ausgestorben. Die gegenwärtige Bestandssituation mit weltweit nur einer verbliebenen Population in Frankreich im Gironde-, Garonne- und Dordogne-Becken sei "sehr kritisch". Auf der Basis von Markierungsexperimenten und Fangmeldungen wird geschätzt, dass diese Population auf nur noch wenige hundert Individuen beschränkt ist. Der Europäische Stör ist deshalb als "critically endangered" klassifiziert worden. 

Aus diesem Rückgang leitet sich die Notwendigkeit ab, massive Maßnahmen für die Arterhaltung einzuleiten und wenn möglich eine zweite "backup"-Population zu begründen. Dies wird zurzeit mit Unterstützung der Umweltministerien in Berlin und Paris versucht. Die insgesamt 3000 nach Deutschland transferierten Jungtiere aus der Vermehrung am Cemagref-Institut werden, so Geßner, teils für den Ausbau eines eigenen Elterntierbestandes in Berlin, teils für Besatzversuche bereitgestellt. Solche Versuche sollen außer in der Oste nächstes Jahr auch in der Stör, der Mittelelbe und der Havel vorgenommen werden.


Artenschutz

Stör 'Wolfgang'
schon in der Elbe


Versuchsstör "Wolfgang" (in Elm)

16. 7. 2011. Das jüngste Besatz-Experiment mit einem vergleichsweise alten und großen Stör (zweijährig und 40 cm lang) ist am heutigen Sonnabend zu Ende gegangen. Der am Montag im Beisein der beiden Besatzgemeinschaften Oste I und II sowie der AG Osteland bei Elm in die Oste entlassene Stör "Wolfgang" - benannt nach dem Ostener "Störvater" Wolfgang Schütz - hat am Nachmittag die Elbe erreicht.

Die beiden Fischbiologen vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei sind mit ihrem Forschungsboot "Acipenser" dem Stör noch ein gutes Stück in die Elbe gefolgt.  Ein am Ostesperrwerk bei Balje zur Kontrolle installiertes Unterwassermikrofon meldete schließlich keinerlei Sstromaufwärts-Bewegungen in die Oste.


Forschungsboot "Acipenser" auf der Oste

Das Forschungsboot "Acipenser" fuhr daraufhin wieder stromaufwärts zum Bootsclub Elm, wo es bis in die erste Augustwoche am Anleger bleiben wird. Die gastfreundlichen Mitglieder des dortigen Bootsclub um den Vorsitzenden Hauke Storm und Hafenmeister Neugebauer gestatteten den beiden Biologen, ihr Boot dort vorübergend festzumachen. Neue Aufgaben warten dann Anfang August in der Stör in Schleswig-Holstein.

Der jetzt in der Oste beendete Versuch hat deutlich gezeigt, dass der Europäische Stör (Acipenser sturio), wenn er eine bestimmte Größe erreicht hat (2 Jahre und 40 cm), zügig sein Süßwasserrevier verläßt, um geradewegs über die Brackwasserzone ins Salzwasser abzuwandern und erst bei Geschlechtsreife in 10 bis 15 Jahren wieder zurück den Weg in die Oste finden. Jüngere Störe, die etwa ein bis anderthalb Jahre alt und 25 bis 30 cm groß sind, verbleiben deutlich länger in der Oste (bis zu acht Wochen) und nutzen intensiv das vorhandene Nahrungsangebot


Versuchsbesatz

Stör "Wolfgang"
funkt aus der Oste


Das Forschungsboot im Elmer Hafen

12. 7. 2011. Beobachtet von zwei Fischbiologen und einem Team des NDR-Fernsehens, verschwand der urtümliche, etwa 40 Zentimeter lange Fisch in den glitzernden Fluten der Oste bei Bremervörde. Der mit einem eingepflanzten Minisender versehene zweijährige Europäische Stör (Acipenser sturio) war der zehnte seiner Art, der seit dem Beginn des großangelegten Versuchsbesatzes in der Oste im Frühjahr 2009 ausgewildert worden ist.

Am Anleger des Bootsclubs Elm (bei Bremervörde) hatten Vertreter der Besatzgemeinschaften Oste I und Oste II, in denen insgesamt 32 anerkannte Sportfischervereine mit 7700 Anglern organisiert sind, zuvor das in Rostock beheimatete Forschungsboot "Acipenser" begrüßt. An Bord waren Frank Fredrich und Jan Hallermann vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin-Friedrichshagen.

Die Forscher wollen mit Hilfe empfindlicher Sensoren und von Unterwassermikrofonen den Weg des Jungstörs verfolgen, dem einige Sportfischer spontan den Namen "Wolfgang" verpaßten - nach dem Ostener
Wolfgang Schütz, dem als "Störvater" bekannt gewordenen Vorsitzenden der "Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste", zu der sich 2009 unter anderem die Sportfischervereine und die AG Osteland zusammengeschlossen haben.


Zehn Störe wurden bereits bebachtet

Mit den Besatzversuchen wollen die Berliner Wissenschaftler das Verhalten jener Störe ergründen, deren Bestände vor rund hundert Jahren auch in der Oste zusammenbrachen - wie überall in Europa mit Ausnahme der französischen Gironde. Mit nachgezüchteten Wildstören aus Südfrankreich läßt die Bundesregierung nun untersuchen, in welchen deutschen Flüssen sich am ehesten wieder eine neue Population der raren Kaviarfischs  aufbauen lässt. Dabei sind Elbe, Stör und Oste in der engeren Wahl.

Bis in gut einem Monat die Batterie des Minisenders erschöpft ist, will die Crew der "Acipenser" versuchen, den Weg des Wanderfischs und dessen bevozugten Habitate zu erfassen und zu analysieren, unter anderem durch Entnahme von Bodenproben. Nachdem zuvor überwiegend einjährige Störe in der Oste freigesetzt worden waren, soll mit Hilfe ihres zweijährigen Artgenossen beispielsweise herausgefunden werden, wie mit steigendem Alter und zunehmender Küstennähe die Fähigkeit zunimmt, Salzwasser zu tolerieren.


Wanderfisch-Pioniere Schütz und Peters

Die Artenschützer müssen langen Atem beweisen: Ob eine Wiederansiedlung erfolgreich ist, lasse sich erst "in einer bis anderthalb Generationen" ermessen, so Schütz. Doch die Sportfischer von der Oste zeigen sich optimistisch: Ihnen ist es schließlich, unter der Leitung von Artenschutz-Pionieren wie dem Ostepreisträger Ernst Peters (Zeven), in drei Jahrzehnte währenden Bemühungen gelungen, das viel zitierte "Wunder an der Oste" zu bewerkstelligen, den hier ebenfalls ausgestorbenen Lachs wieder heimisch zu machen. Natürlich verfolgte auch "Lachsvater" Peters am Montag in Elm den erneuten Versuch, in der Oste eine weitere Wanderfischart vor der Ausrottung zu retten.


Artenschutz

Neuer Stör
für die Oste


Forschungsboot "Acipenser" auf der Oste

5. 7. 2011. Der weltweit beachtete, wissenschaftlich begleitete Wiederbesatz der Oste mit dem nahezu ausgestorbenen Europäischen Stör (Acipenser sturio) wird fortgesetzt. Wie "Störvater" Wolfgang Schütz (Osten), Vorsitzender des Arbeitskreises Wanderfische Oste, mitteilt, wird ein Exemplar des Urzeitfischs, versehen mit einem Mini-Sender, am Montag, 11. Juni, am Steg des Bootsclubs Elm (Bremervörde) seinem Element übergeben.


"Störvater" Schütz (mit Ehefrau Gisela)

Verfolgt wird das Experiment von Frank Fredrich, Alex Fredrich und Jan Halermann vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin-Friedrichshagen, wo Besatzstöre nachgezüchtet werden und der Besatzversuch von dem Wissenschaftler Dr. Jörn Geßner geleitet wird, der 2010 ebenso wie Schütz mit dem Osteland-Kulturpreis ausgezeichnet worden ist.

Auch in diesem Sommer ist auf der Oste wie schon in den Vorjahren das Berliner Forschungsboot "Acipenser" im Einsatz. Beobachtet wird der Versuchsbesatz von Vertretern der beiden Besatzgemeinschaften Oste I und Oste II, in denen insgesamt 32 anerkannte Sportfischervereine mit 7700 Mitgliedern organisiert sind, sowie der Arbeitsgemeinschaft Osteland, der Medien und der Kommunalpolitik.


 Stör-Forscher Geßner (2. v. l.) in Berlin

Unterstützt wird das Vorhaben auch von Albertus Lemke (Oberndorf) von der Fachgruppe "Blaues Netz" der Arbeitsgemeinschaft Osteland. Lemke, der auch im Arbeitskreis Stördenkmal und im Sportfischerverein (ASV) "Oste" aktiv ist, wird es mit seinem Kajütboot "Smokey" einem NDR-Fernsehteam ermöglichen, den Einsatz des Berliner Forschungsbootes zwischen Bremervörde und der Ostemündung mit der Kamera zu verfolgen.


NDR-Team an Bord: die "Smooky"

Die TV-Aufnahmen sollen, so NDR-TV-Reporterin Kerstin Patzschke-Schulz, in das seit Jahren umfassendste TV-Projekt über die Oste einfließen, einen 60-minütigen Film für die N3-Reihe "Nordstory", eingeplant für die beste Sendezeit, am ersten oder zweiten Freitag Anfang September um 20.15 Uhr.


Artenschutz

Radeln mit
Hein Stör


Schwimmendes Stördenkmal in Oberndorf

6. 6. 2011. Beflügelt durch die geplante Wiederansiedlung einer weltweit nahezu ausgestorbenen Stör-Art (Acipenser sturio) in der Oste sowie durch ausführliche Berichte in der Anglerpresse, beginnt sich im Osteland eine Art Stör-Tourismus zu etablieren. Vor zwei Jahren bereits haben die Gemeinden Oberndorf und Osten mit dem schwimmenden Stördenkmal "Hein Stör", mit "Kaviar-Nächten" und mit einer international beachteten Stör-Ausstellung auf die Ausrottung des grauen Riesen und dessen Wiederansiedlung hingewiesen.

Jetzt zählt der urzeitliche Riesenfisch auch zu den Themen zweier neuer touristischer Routen entlang der Oste: des "Oste-Natur-Navi"-Projekts zwischen Bremervörde und Hechthausen sowie der "Historischen Ostedeichroute" zwischen Belum und Osten.


Oste-Stör auf der neuen ONN-Website

Per "Oste-Natur-Navi" (ONN) - ein Gerät, das für acht Euro im "Geesthof" in Hechthausen-Klint und im Gasthaus "Plates Osteblick" in Gräpel ausgeliehen werden kann - können fünf verschiedene Routen abgeradelt werden. Während der Touren liefert das ONN per Ohrhörer oder Lautsprecher Informationen über 45 "Points of Interest", darunter eine Stelle südlich von Gräpel, die Teil der sogenannten "Vörde-Tour" ist und an der sich die Radler mit dem Störexperiment vertraut machen können. Mehr über den ONN steht auf dieser Website.


Stör-Infotafel an derOstedeichroute

Ebenfalls dieser Tage abgeschlossen worden ist die Beschilderung der Historischen Ostedeichroute mit 50 Info-Tafeln. Eine der Tafeln, im Bereich der Gemeinde Osten, informiert über die einstige Störfischerei.

Mehr über die Ostedeichroute und über den Bezugs einer Gratis-Wanderkarte mit allen Info-Punkten steht auf der Wingster Tourismus-Website.

Informationen zum Thema Oste-Stör stehen auf unserer seit 2001 geführten STÖR-ARCHIVSEITE sowie unter www.oste-stoer.de, der Website der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische, in der unter anderem die Sportfischer von der Oste und die AG Osteland zusammenarbeiten.


Störe zum
Download

9. 6. 2011. Neben der Schwebefähre ist der zur Wiederansiedlung vorgesehene Europäische Stör der überregional wohl wichtigste Werbeträger für das Osteland. Eine Broschüre mit dem Text des "Nationalen Aktionsplans" zur Rettung des urzeitlichen Kaviarfischs (Foto) steht jetzt zum Download im Web. Weitere Informationen bieten die Homepages des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Bundesamtes für Naturschutz.



 

Giftmüll

Alarm am
Duxbach


Stördenkmal: Schutzprojekt gefährdet?

9. 5. 2011. Während sich die Ausflügler an der Unteren Oste über das schwimmende Wanderfischdenkmal "Hein Stör" freuen, das jetzt nach der Winterpause wieder am Oberndorfer Restaurantschiff "Ostekieker" zu Wasser gelassen worden ist, wachsen am Oberlauf des Flusses unter Artenschützern die Sorgen um die Wiederansiedlung bedrohter Fischarten.


Proteste an der Oberen Oste

Die in Haaßel (Samtgemeinde Selsingen) geplante Großdeponie könnte, fürchten prominente Artenschützer, die Wiedereinbürgerung von Wanderfischen wie Lachs, Meerforelle und Stör im Gewässersystem der Oste gefährden.

Nach dem Sportfischer-Sprecher Wolfgang Schütz (siehe unten) hat jetzt ein weiterer Ostepreisträger davor gewarnt, dass Giftstoffe aus der geplanten Deponie nicht nur den nahegelegenen Duxbach ("Kinderstube vieler Fischarten") belasten, sondern über die Bever auch in die Oste geraten könnten.


Oste-Preisträger Peters mit Oste-Lachs

Wie der legendäre "Lachsvater" Ernst Peters (Zeven), Sprecher der Besatzgemeinschaft "Oste I", erklärt, sind die Sportfischer mit ihren Bemühungen zur Wiedereinbürgerung bedrohter Fischarten auf Nebengewässer wie den Duxbach angewiesen, der seit Jahren mit Jungfischen besetzt wird.


Frisch gestrichen: das Stör-Denkmal

Nicht nur die Sportfischer fühlen sich von den Verantwortlichen getäuscht, weil zu Beginn des Genehmigungsverfahrens lediglich von einer Bauschuttdeponie die Rede war. Mittlerweile ist jedoch eine Liste der zur Ablagerung vorgesehenen Stoffe publik geworden, die auf ein hohes Gefährdungspotential hinweise, so Peters in einem Schreiben an die Oste-Gemeinden Anderlingen und Selsingen.

Mittlerweile sind auch der Landesverband der Sportfischer und die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste eingeschaltet worden. Auch mehrere hundert Anrainer haben ihren Protest bekundet. Mehr auf der Website der Deponiegegner.

Dank für Fotos und Informationen an Josef Schmidt und Wolfgang Schütz.


Selsingen

"Giftklo" am
Oste-Zufluss?


Proteste an der Oberen Oste

5. 5. 2011. Hunderte von Bürgern protestieren seit Tagen gegen Pläne des Kreises Rotenburg, bei Haaßel (Samtgemeinde Selsingen) im Einzugsbereich der Oberen Oste eine 12 Hektar große und 30 Meter hohe Deponie auf einem schutzwürdigen Natur-Areal einzurichten. Das Projekt, deklariert als "Hausmülldeponie", ist, wie sich jetzt herausgestellt hat, in Wahrheit u. a. auch für die Lagerung gefährlicher Substanzen vorgesehen.

Den Protesten gegen das "Giftklo" (so eine mittlerweile gegründete Bürgerinitiative) hat sich heute auch die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste angeschlossen, in der unter anderem die Vertretung von 7.800 Sportfischern und die AG Osteland zusammenarbeiten.


In dieser Idylle ist die Deponie geplant

Die Sportfischer und Artenschützer sehen, so ihr Sprecher Wolfgang Schütz (Foto), in der Deponie "eine nicht zu unterschätzende Gefährdung für die Artenvielfalt der Fische" in der Oste. "Die auf dem ca. 12 ha großen geplanten Gelände zu lagernden Schad- und Giftstoffe, welche von Bohrschlamm über teerhaltige Produkte, Dämmmaterial, Schlacke, Glasschleifschlämme hin bis zu Schwermetallen reichen", gefährdeten Flora und Fauna des angrenzenden Duxbaches, der die Schadstoffe der Deponie weiter in die Bever trägt, die wiederum in die Oste mündet.

Schütz: "Plötzlich auftretender Starkregen, wie er immer öfter durch den Klimawandel zu verzeichnen ist, schwemmt zusätzlich die Giftstoffe in die angrenzenden Gewässer." Außerdem: "Die Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs in der Oste, welche mit erheblichen finanziellen Mitteln des Bundesumweltministeriums und des Niedersächsischen Umweltministeriums, aber auch von uns Sportfischern unterstützt wird, sehen wir im Falle einer möglichen Havarie ebenfalls als gefährdet an."

Mehr über den Widerstand gegen die Deponie auf der Website der Bürgerinitiative sowie in der Bremervörder Zeitung:

> Bürgerversammlung mit 700 Zuhörern,

> Sporthalle platzt aus allen Nähten,

> Bürger für dumm verkauft?


Oste

Weg frei für
Wanderfische


Oste-Lachs auf Zevener Angler-Website

5. 5. 2011.  Für die anderswo ausgestorbenen, aber in der Oste wieder heimischen Wanderfische Lachs und Meerforelle sowie den zur Wiederansiedlung vorgesehenen Europäischen Stör machen sich das niedersächsische Umweltministerium und der Unterhaltungsverband Untere Oste in Hemmoor stark. Das hat Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) am Dienstag in Hannover mitgeteilt (Pressetext hier).

Erfreut zeigt sich über die gute Nachricht die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste, in der u. a. Sportfischer und AG Osteland kooperieren und deren Vorsitzender Wolfgang Schütz (Oste) kürzlich die Beseitigung bzw. Umgehung des Wanderfischhindernisses Nr. 1 in der Oste, des Bremervörder Wehrs, angemahnt hat. Die jüngste Fördermaßnahme im Landkreis Cuxhaven bezieht sich auf das Schöpfwerk am Basbecker Schleusenfleth. Es soll so umgestaltet werden, dass Wanderfische wieder von der Elbe über die Oste bis in den Hackemühlener Bach aufsteigen können.


Minister Sander (vor der Ostemündung)

Auch in der niedersächsischen Gewässerpolitik sind ökologische Notwendigkeiten mittlerweile erkannt worden: "Über viele Jahrzehnte standen beim Gewässerausbau überwiegend technische Aspekte im Vordergrund", räumz Minister Sander ein. "Heute setzen wir auf Gewässerschleifen statt Begradigung und auf naturnahe Ufer anstelle von Steinschüttungen oder gar Beton."

Dieser von Fachleuten "Renaturierung" oder auch "Fließgewässerentwicklung" genannte Prozess ist Bestandteil einer europäischen Wasserrahmenrichtlinie mit dem Ziel, den guten Zustand der Gewässer zu erhalten oder wiederherzustellen. Dafür standen in Niedersachsen in den vergangenen vier Jahren rund 24 Millionen Euro zur Verfügung. 2011 werden landesweit ca. 140 Projekte über das Bau- und Finanzierungsprogramm Fließgewässerentwicklung gefördert.


Medien

Fischarten
verwechselt


Eigenanzeige in der NEZ (Ausschnitt)

28. 4. 2011. Irritiert reagieren Sportfischer von der Oste auf eine Eigenanzeige des Verlags der Niederelbe-Zeitung in der NEZ und in Hadler Kurier, in der heute bzw. gestern die "Top-Themen" des Monats Mai angekündigt werden - unter anderem: "Was schwimmt denn da? In Nindorf werden Lachs und Stör für die Oste aufgezogen."

Statt "Lachs und Stör" hätte es natürlich "Lachs und Meerforelle" heißen müssen; diese beiden Wanderfischarten werden in der Tat seit Jahren in der Brutanlage des ASV Börde Lamstedt vermehrt. Auf diese Weise ist es den Artenschützern gelungen, das bundesweit gefeierte "Wunder an der Oste" zu bewerkstelligen und dieses Gewässer zu "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins" zu machen.


ASV-Brutanlage bei Nindorf

In die Versuche hingegen, den ausgerotteten Europäischen Stör (Acipenser sturio) nachzuzüchten, sind die Börde-Angler nicht einbezogen, wie Wolfgang Schütz, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste, klarstellt: Er weist darauf hin, dass es in ganz Europa nur zwei Aufzuchtstationen für jenen Europäischen Stör gebe, der einst in der Oste heimisch gewesen ist: "Die eine Zuchtanlage ist im Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, die zweite Anlage befindet sich in Frankreich, in der Gironde. Das Forschungsinstitut heißt Cemagref."

Der Europäische Stör stehe, so Schütz, "weltweit unter sehr strengem Schutz". Sollte jemand die Oste mit artfremden Stören besetzen wollen, mache er sich strafbar und gefährde durch Faunenverfälschung nachhaltig das aktuelle Projekt der Wiedereinbürgerung.


Oste

Versuchsstör
fühlt sich wohl


Mit Sender versehen: neuer Versuchsstör

18. 4. 2011. In der Oste wird der experimentielle Versuchsbesatz mit dem Europäischen Stör auch in diesem Jahr fortgesetzt. So wurde jetzt bei Rockstedt an der Oberen Oste ein etwa 30 Zentimeter langer, mit einem Sender versehener Stör ausgesetzt. Weil die Oste in diesem Bereich relativ flach ist, wurde der Urzeitfisch von den Berliner Biologen Frank Fredrich und Mitarbeiter Jan Hallermann per Schlauchboot verfolgt, was den Experten bei stürmischem Wetter vollen Einsatz abverlangte.


Fredrich und Hallermann auf der Oste

"Der eingesetzte Stör nutzte den Lebensraum dieses Osteabschnittes in voller Länge," freut sich Wolfgang Schütz (Osten) von der 7.800 Mitglieder starken Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste über das Resultat des Versuchs, mit dem das Verhalten von Jungstören im Frühjahr im Oberlauf der Oste erkundet werden soll.


Trotz Sturm: Hallermann verfolgt den Stör

Ein weiterer Stör mit Sender hat, so die Arbeitsgemeinschaft, die Obere Oste zügig durchschwommen und "im ersten Anlauf das Bremervörder Wehr überwunden". Der Fisch hält sich nun in der Unteren Oste auf, wo sein Verhalten mit Hilfe von Unterwassermikrofonen überwacht wird.

Schütz unterstreicht aus diesem Anlass "die ökologische Notwendigkeit eines guten Fischpasses am Wehr, zum Beispiel einer Sohlgleite, denn je weiter Ebbe und Flut in die Obere Oste gelangen, desto weiter könnte später später einmal die natürliche Verdriftung der Störlarven reichen".

48.000 Euro
aus Hannover


Sportfischer verfolgen den Besatzversuch

Tags zuvor hatten Schütz sowie Ralf Gerken (Foto) vom Niedersächsischen Landessportfischer-Verband das niedersächsische Umweltministerium besucht, das mittlerweile einen Förderantrag für das Oste-Stör-Projekt bewilligt hat. Wie das Ministerium im Internet mitteilt, wird im Rahmen des Programms "Natur erleben" für das 65.000-Euro-Projekt eine Zuwendung von 48.000 Euro beigesteuert. Weitere Gelder stellt der Landessportfischerverband zur Verfügung, der als Antragsteller fungiert.

Am Donnerstag dieser Woche wird Schütz bei der Jahreshauptversammlung des Sportfischer-Landesverbandes Hamburg einen Beamer-Vortrag über das Oste-Stör-Projekt halten. Erwartet werden dazu Gäste aus Politik, Behörden und Verbänden, darunter Präsident Peter Mohnert vom Verband Deutscher Sportfischer und Dr. Peter Breckling vom Deutschen Fischereiverband.


Artenschutz

Stör-Denkmal ist
frisch gestrichen


Pause beendet: Oberndorfs "Hein Stör"

3. 4. 2010. Demnächst, wenn auch das Oberndorfer Restaurantschiff "Ostekieker" seine Winterpause beendet, kehrt "Hein Stör" wieder in sein Element zurück. Frisch gestrichen von Maler Stelling (Wingst), wird das schwimmende Stördenkmal wieder an seinem Stammplatz unterhalb der Flusskirche an die Bemühungen der Sportfischer zur Wiederansiedlung des verschollenen Europäischen Störs (Acipenser sturio) erinnern. Mehr auf www.oste-stoer.de.

Störforscher am
Dienstag auf N3


Gessner (r.) beim Laich-Screening

Eine andere Art, der Ostsee-Stör (Acipenser oxyrinchus), ist ebenfalls aus Deutschland verschwunden. Zur Zeit laufen Versuche, diese Variante des Urzeitfischs mit Nachzuchten aus Kanada wieder in der Ostsee heimisch zu machen. Der Großversuch ist Thema eines TV-Beitrags der Reihe "NaturNah" am Dienstag, 5. April, 18.15 Uhr, auf N3.

Zu sehen ist dort auch der Berliner Wissenschaftler Dr. Jörn Geßner, der für seine Verdienste um die Störforschung an der Oste 2010 gemeinsam mit Wolfgang Schütz (Osten) mit dem Oste-Kulturpreis "Der Goldene Hecht" geehrt worden ist. - Mehr über die TV- Sendung am Dienstag steht auf der N3-Website,


Fischer töten
"Oste-Stör"


Fischer mit dem getöteten Stör

18. 2. 2011. "Eine Schande!", zürnt Sportfischer-Vorsitzender Wolfgang Schütz (Osten) von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste: Einer der letzten großen Störe jener strengst geschützten Art, die einst in der Oste massenhaft heimisch war, ist unlängst von spanischen Fischern getötet worden.

Der "Oste-Stör" (Acipenser sturio) ist weltweit nahezu ausgerottet. Neben einer unbekannten Zahl von Tieren im südfranzösischen Fluss Gironde und vor dessen Mündung existieren nur noch einige wenige - hoffentlich - fortpflanzugsfähige Exemplare in Forschungsinstituten in Südfrankreich und Berlin-Friedrichshagen sowie ein Tier im Helgoländer Aquarium. "Wir kämpfen um jeden Acipenser sturio, den wir für die Wiedereinbürgerung in der Oste bekommen können, und anderswo wird ein ausgewachsener Stör getötet," empört sich "Störvater" Schütz (Foto). Der aktuelle Fall zeige, "wie wichtig ist doch die Öffentlichkeitsarbeit und die Einbeziehung der Berufsfischerei in dieses Projekt ist".

"Wieder ein Fisch auf der langen Liste, der durch Ignoranz ums Leben kam. Der Fischer kann sich rühmen, zur Gefährdung des Gironde-Bestandes einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet zu haben," kommentiert die Gesellschaft zur Rettung des Störs den Skandal auf ihrer Website.


Ein Fisch als
Leuchtturm


Schwimmendes Stördenkmal in Oberndorf

17. 2. 2011. Die Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs, die seit zwei Jahren an der Oste betrieben wird, ist von der Bundesregierung im Rahmen ihrer "Strategie zur Erhaltung der Biodiversität" (Wortlaut) zu einem der "nationalen Leuchturmprojekte" erklärt worden.


Broschüren-Titelseite (Ausschnitt)

Wie die Gesellschaft zur Rettung des Störs mitteilt, charakterisiert das Bundesumweltministerium Leuchtturmprojekte als "Vorhaben zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, die in vorbildlicher Weise ökologische, ökonomische und soziale Aspekte berücksichtigen". Sie sollen zugleich wegweisend für andere Projekte sein (siehe dazu auch diese Broschüre).


Angler würdigen
Osteland-Arbeit


Wolfgang Schütz (r.) zeichnet Jochen Bölsche aus

12. 2. 2011. Mit einer besonderen Auszeichnung dankte Wolfgang Schütz (Osten), der Sprecher der 7800 Sportfischer am Fluss, der AG Osteland in deren Hauptversammlung in Wingst für den Einsatz innerhalb der gemeinsam gegründeten "Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste" für die Wiederansiedlung von Stör und Lachs. Schütz würdigte die zehnjährige ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit des Osteland-Vorsitzenden Jochen Bölsche für die Artenschutzbemühungen der norddeutschen Sportfischer mit der goldenen Ehrennadel seines Verbandes. Diese Auszeichnung sei, hob Schütz hervor, "noch nie zuvor an einen Nichtangler verliehen worden". - Mehr über die Jahreshauptversammlung auf www.osteland.de.


Bilanz des
Störprojekts


Fachautoren Dr. Gessner und Schütz

10. 1. 2011. Eine erste Bilanz des international beachteten Oste-Stör-Projekts - eines der bedeutendsten europäischen Artenschutz-Vorhaben der Gegenwart - haben der Berliner Fischereibiologe Dr. Jörn Gessner und der Oste-Sportfischersprecher Wolfgang Schütz (Osten) in einem gemeinsamen Beitrag für die aktuelle Ausgabe des renommierten Fachblatts "Wasser und Abfall" gezogen.

In dem offiziellen Organ des Bundes der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau e.V. (BWK) berichten die Autoren - die 2009 gemeinsam mit dem Goldenen Hecht der AG Osteland ausgezeichnet worden sind (Foto oben) - unter dem Titel "Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs in der Oste / Strategie und erste Ergebnisse" ausführlich über das Vorhaben, die nahezu ausgerottete und weltweit nur noch in Südfrankreich heimische Störart Acipenser sturio in der Oste wieder anzusiedeln.


Projektbilanz von Gessner und Schütz

Als wichtiges Ergebnis des 2009 angelaufenen experimentellen Besatzes halten die Autoren fest: "Für den Bereich unterhalb Bremervörde kann ... eine gute Eignung des Lebensraumes für die einjährigen Fische postuliert werden." Diese Eignung und die "Unterstützung in der Region" seien "unabdingbare Voraussetzungen" für das Gelingen einer Wiedereinbürgerung des urtümlichen Kaviarfischs, der älter ist als die Dinosaurier.


Illustration aus "Wasser und Abfall"

Über in der Oste vorhandene Strukturmängel ("Erosion der Uferbereiche, Sohlgeschiebe und Eintiefung...") und die regionale Unterstützung der vom Bund geförderten Pläne heisst es in dem Beitrag: "Um gemeinsam die komplexen Ursachen für die derzeit beobachteten Probleme angehen zu können, wurde 2009 die ARGE Wanderfische Oste als gebietsweiter Zusammenschluss unter Einbeziehung der gemeinnützigen AG Osteland e. V., der Umweltämter der Landkreise Stade, Cuxhaven und Rotenburg sowie der Wasserwirtschaft gegründet."


Schwimmendes Stördenkmal in Oberndorf

Als "mittel- bis langfristiges Ziel" bezeichnen es Gessner und Schütz, das durch Wehre und Siele verbaute Flusssystem "unter anderem durch eine Renaturierung mit Mäandern und Sandfängen sowie durch Beseitigung oder Umgehung von Querverbauungen wieder wanderfischgerecht zu gestalten". Weil diese Arbeiten eine langfristige finanzielle Absicherung erforderten, sei es"umso erfreulicher, dass neben dem langfristigen Engagement des Bundesamtes für Naturschutz auch das Land Niedersachsen sein Engagement für das Projekt bekräftigt und sich für einen eigenen Projektanteil eingesetzt hat".

Schütz ist Sprecher der ARGE Wanderfische Oste, Dr. Gessner (Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin) arbeitet für die Gesellschaft zur Rettung des Störs. Der Aufsatz in "Wasser und Abfall", der  viele Fakten u. a.  über die Geschichte der Störfischerei in der Oste enthält, steht in vollem Wortlaut hier im Netz, die Begründung für die Verleihung des Goldenen Hechts 2010 an Schütz und Gessner kann hier nachgelesen werden.


Sittensen

Oste wird
barrierefrei


Wanderfisch-Hindernis Mühlenwehr

30. 1. 2011. Damit Wanderfische wie Stör, Lachs und Meerforelle künftig das Mühlenwehr in der Oste passieren können, will Sittensen eine "Sohlgleite" bauen. Von den erforderlichen 300.000 Euro werden 90 Prozent durch Zuschüsse finanziert. Ausführlicher Bericht in der Rotenburger Rundschau,


Artenschutz

Ministerium
dankt Schütz


Sportfischer-Vorsitzender Wolfgang Schütz

20. 1. 2011. Das Bundesumweltministerium hat dem Ostener Wolfgang Schütz "für Ihre Unterstützung und Ihren Einsatz bei der Wiederansiedelung des Europäischen Störs" gedankt. Zugleich gelte der Dank allen Mitgliedern des SFV 'Oste' sowie der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste, in der unter anderem die AG Osteland mitarbeitet, schreibt zum Jahreswechsel Referatsleiterin Marika Gavriilidis-Müller, zuständig für "Schutz und nachhaltige Nutzung der marinen Biodiversität". Im neuen Jahr allerdings sind nit der Wiederansiedelung des Europäischen Störs aufgrund einer Umorganisation Gerhard Adams und Oliver Schall vom Artenschutz-Referat des Ministeriums befasst. - Mehr zum Thema unserem STÖR-ARCHIV.


Blaues Netz

Warten auf ein
zweites Wunder

Wolfgang Schütz über die Wiedereinbürgerung
des Europäischen Störs in der Oste


Schütz-Vortrag beim Blauen Netz Oste

Wenn man von der Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs in der Oste spricht, darf und kann man dessen Ausrottung, schon zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, nicht vergessen oder gar übersehen. Nicht nur die Begradigung des Flusslaufs, der zunehmende Schiffsverkehr und die Verschmutzung des Gewässers, sondern auch die unkontrollierte Überfischung durch den Menschen haben diesen urtypischen Fisch, der älter als die Dinosaurier ist, aus unserer Oste verschwinden lassen. Leider hat er nun den Status "verschollen" bzw. "ausgestorben"...

Nach der erfolgreichen Wiedereinbürgerung von Lachs und Meerforelle, bei der der Mensch der Natur unter die Arme gegriffen hat und das vielzitierte "Wunder an der Oste" vollbracht wurde, muss dieser nun ein weiteres Mal aktiv werden, um diesem Fisch hier in unserer Oste wieder einen Lebensraum zu geben.

Das Bundesumweltministerium hat mittlerweile acht Millionen Euro in die Wiedereinbürgerung des Ostseestörs, welcher im Oder-Einzugsgebiet vorkommt, und des Europäischen Störs, im Elbe-Einzugsgebiet, investiert. Im Rahmen des Versuchsbesatzes in der Oste wurden bislang sieben Tiere telemetrisch verfolgt. Das Verhalten der besenderten Störe war sehr unterschiedlich. Einzelne Tiere zeigten nur wenig Bewegung. So wurde ein Fisch über drei Wochen lang in unmittelbarer Nähe des Besatzgebietes geortet, in unserer Pütte Schönau/Brobergen. Andere Tiere zeigten langsame Wanderbewegungen in Richtung Mündung.

Diese langsame Wanderung, die tidenabhängig auch flussaufwärts erfolgte, wird dahingehend interpretiert, dass die Tiere eine intensive Nutzung des Lebensraumes der Oste zeigten. Die begleitende Entnahme von Bodenproben an den Aufenthaltsorten der Tiere ergab eine Vielzahl von wirbellosen Tieren, wobei Muscheln verschiedener Arten, bezogen auf die Individuenzahl, nach den Würmern die dominierende Faunengruppe darstellten.

Wenn man davon ausgeht, dass keine Einschränkung der Abwanderung durch den zunehmenden Salzgehalt im Mündungsbereich der Oste gegeben ist, kann für die untersuchten Lebensphasen die Qualität des Lebensraumes mit der Nutzungsdauer gleichgesetzt werden. Bezüglich der Nutzungsdauer liegt die Oste auf dem Niveau der ersten Ergebnisse aus der Tideelbe.

Für den Bereich unterhalb von Bremervörde kann auf dieser Basis eine gute Eignung des Lebensraums für die einjährigen Fische angenommen werden, wobei hier Wiederfänge zur Verifizierung der Nahrungsaufnahme und des Zuwachses benötigt werden. Einschränkend sind die nachgewiesenen Verluste zu berücksichtigen, die 40 % der in den Jahren 2009 und 2010 besenderten Fische erreichten, was auf eine große Häufigkeit von Räubern schließen lässt.

Für die Umsetzung des Bestandsaufbaus ist derzeit der limitierende Faktor die relativ begrenzte Verfügbarkeit der Elterntiere, die das Aufkommen an Besatzfischen stark einschränkt. Diese Situation wird sich erst mit der Geschlechtsreife der Nachzuchten aus den Jahrgängen 2007 bis 2009 ändern. Bis zu diesem Zeitpunkt, in frühestens fünf Jahren, wird die Umsetzung der Planungen bezüglich des Besatzes massiv von der Kooperation mit dem französischen Umweltministerium und vor allem dem französischen Forschungszentrum Cemagref abhängen.

An dieser Stelle sei gesagt, dass es Ende Juni in Deutschland in der Experimentalstation in Born auf Darß erstmals gelungen ist, von drei geschlechtsreifen Ostseestör-Weibchen rund 250.000 Eier zu gewinnen und diese mit verschiedenen Männchen zu befruchten.

Mittel- bis langfristiges Ziel ist es, die Oste unter anderem durch eine Renaturierung mit Mäandern und Sandfängen sowie durch Beseitigung oder Umgehung von Querverbauungen wieder wanderfischgerecht zu gestalten. Eingebettet sind diese Maßnahmenplanungen in die Entwicklung von Schutz- und Förderstrategien zur Erhaltung und zur Verbesserung der Bestandsentwicklung gefährdeter Wanderfischarten in der Oste. In diesem Zusammenhang soll der Stör für viele der Wanderfische und der typischen Flussfische als Schirmart dienen.

Für die Umsetzung der Arbeiten wird eine langfristige finanzielle Absicherung sowohl der Laichfischhaltung als auch der Besatzmaßnahmen und des Monitorings sowie der notwendigen Habitatverbesserungen benötigt. Sinnvoll ist eine solche Maßnahme nur, wenn diese Voraussetzungen nachhaltig zu sichern sind. Vor diesem Hintergrund ist es umso erfreulicher, dass neben dem langfristigen Engagement des Bundesamtes für Naturschutz auch das Land Niedersachsen sein Engagement für das Projekt bekräftigt und sich für einen eigenen Projektanteil eingesetzt hat.

Abschließend sei gesagt, dass es in diesem Jahr weitergeht mit dem Versuchsbesatz, denn wir Menschen haben ja etwas gutzumachen. Zum Abschluss eines jeden Sportfischerlehrganges entlassen wir die neuen Angler mit den Worten: Denkt daran, wir sind nur Gast in der Natur!

Referat in der Versammlung des Blauen Netzes Oste am 7. Januar 2011 in Oberndorf.


Artenschutz

Grüße mit
Kaviarfisch


Weihnachtskarte mit Stör (Ausschnitt)

23. 12. 2010. Ein junger Stör - statt der üblichen Christbäume und Winterlandschaften - ziert eine weihnachtliche Grußbotschaft von Dr. Jörn Gessner an die Freunde der Wiederansiedlung des nahezu ausgestorbenen Kaviarfischs in der Oste. "Ganz herzlichen Dank für gute Zusammenarbeit im letzten Jahr! Mir hat die gemeinsame Arbeit viel Spass gemacht und ich denke, wir haben zusammen einige schöne Erfolge erzielen können. Also hiermit ein klares 'weiter so'!", schreibt der Ostepreisträger und Wissenschaftler vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei an seine Mitstreiter von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste.


Hochwasserschutz

Deich mit Schleuse
für Wanderfische


Wanderfische Lachs und Meerforelle

16. 12. 2010. Der von Ex-Landrat und Oberdeichgraf Gunter Armonat (Foto) geleitete Deichverband Kehdingen-Oste hat am Mittwoch bei Kranenburg eine drei Kilometer lange Ostedeich-Strecke mit dem dazugehörigen Schöpfwerk in Blumenthal eingeweiht, das über die erste Wanderfischschleuse (Lachs, Stör, Meerforelle) am Fluss verfügt. Der neue Deich ist etwa einen Meter höher und deutlich kürzer als der Vorgänger, so dass zur Freude von Anglern und Naturschützern im Vorland ein Feuchtgebiet entsteht, dessen "Pütten" (Kleientnahmegruben) bei Hochwasser mit der Oste in Verbindung stehen. Eröffnet wurde das rund 8 Millionen Euro teure Projekt in Gegenwart von Landes-Umweltminister Hans-Heinrich Sander, der eine Weiterführung der Deicherhöhung zwischen Kranenburg und Burweg (4,5 Kilometer, 9,5 Millionen Euro) ankündigte.


Deicherhöhung bei Kranenburg

Für die Fortsetzung der Baumaßnahmen zwischen Burweg und Rönne sind weitere 25 Millionen Euro erforderlich.


Artenschutz

Zwei der letzten
Störnetze Europas


Sportfischer Herbert und Helga Günther

29. 11. 2010. Der Europäische Stör ist - bis auf einen winzigen Restbestand in der französischen Gironde - radikal ausgerottet worden. Zwei der einst gebräuchlichen Störnetze, schätzungsweise 130 Jahre alt, sind jedoch noch erhalten. Die Ostener Sportfischer Herbert und Helga Günther haben die seltenen Relikte, die sie vor Jahren vor der Müllabfuhr gerettet haben, heute mittag in einer Feierstunde in der Ostener "Fährstuv" dem Fischwissenschaftler, Artenschützer und Oste-KulturpreisträgerDr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei übergeben.

"Vor Freude fast an
die Decke gegangen"


Berliner Störforscher Dr. Jörn Geßner

Er sei "vor Freude fast an die Decke gegangen", sagte Geßner, als er die Rarität übernahm, die demnächst restauriert und im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund ausgestellt werden soll. Mit dem Netz seien wahrscheinlich vor rund 50 Jahren die letzten Störe von einem Berufsfischer aus der Oste geholt worden.

Beim Aufräumen in
der "Bombe" gefunden

"Ich hätte nicht geglaubt, dass das alte Ding soviel Begeisterung wecken kann," sagte Helga Günther, die wie auch ihr Mann seit Jahrzehnten ehrenamtlich für den SFV Oste wirkt und die das Netz samt hölzernen Schwimmern und tönernen Gewichten beim Aufräumen im ehemaligen Großenwördener Gasthaus Stechmann (später "Bombe") gefunden und aufbewahrt hatte.


Albertus Lemke und Carsten Hubert

Der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert bezeichnete die feierliche Übergabe als "tollen Abschluss" eines Jahres, in dem er in Osten bereits eine viel beachtete Stör-Ausstellung hatte eröffnen können, die Wolfgang Schütz und Jochen Bölsche von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste zusammengestellt hatten. Er unterstütze, so Hubert, die Bemühungen der Nachbargemeinde Oberndorf, ein Stör- und Sportfischer-Infozentrum einzurichten.

"Mit einem Kuss
wieder aussetzen"

Auch Albertus Lemke vom Oberndorfer Arbeitskreis Stördenkmal unterstrich die Bedeutung einer engen Kooperation zwischen den Oste-Kommunen bei der Rettung des ausgerotteten Kaviarfischs. Er hoffe, so der Kaufmann und Fischer, es noch erleben zu können, dass ihm ein wiederangesiedelter Oste-Stör ins Netz geht - den er dann "mit einem Kuss wieder auszusetzen" werde.


Osteland-Preisträger Peters, Schütz

Zuvor hatte Wolfgang Schütz viele Gäste begrüßen können - unter anderem Jochen Bölsche vom Vorstand der AG Osteland und der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische, Horst Ahlf und Karl-Heinz Brinkmann vom Fährverein,  Siegfried Spratte von der Gesellschaft zur Rettung des Störs und den Ostepreisträger und Artenschutzpionier Ernst Peters aus Zeven.

Störe - für Wolfgang Schütz
"fast eine Lebensaufgabe"

So wie sich "Lachsvater" Peters für die Wiederansiedlung einer gleichfalls ausgestorbenen Fischart verdient gemacht habe, sehe er selber es, so Schütz, "fast als Lebensaufgabe" an, zur Rettung des Störs beizutragen (siehe Schütz-Rede weiter unten).


Verbandsvertreter Gerken und Klasing

Besonders herzlich willkommen geheißen wurden Werner Klasing und Ralf Gerken vom Landessportfischerverband Niedersachsen, die dem Osteland ihre Unterstützung beim Stör-Projekt zusagten. Einen entsprechenden Beschluss habe der Landesvorstand bereits gefasst, sagte Klasing.

Fischereiverband lobt
"ungeheure Dynamik"

Gerken fügte hinzu, die "tolle Vorarbeit" an der Oste sei eine "Steilvorlage" für den Landesverband, der die "ungeheure Dynamik" der Störfreunde an der Oste nutzen wolle.

In diesem Zusammenhang erwähnte Gerken die STÖR-WEBSITE von www.oste.de, die bereits seit 2001 für eine Wiederansiedlung des Störs in der Oste wirbt. "Ich habe neulich fünf Stunden am Stück in dieser Homepage gelesen," sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter des Landesfischereiverbandes.


Ostener Netz in Stralsund (Foto: C. Hubert)

Das vom Ehepaar Günther gerettete Störnetz war vor Jahrzehnten von dem Fischer Karl Nikolaus Stürenberg aus Neuland benutzt worden, der die Fischereirechte gepachtet hatte.

Die letzten Störe im
Birnbaum geschlachtet

In der Neuland-Chronik des Heimatforschers Henry Jungclaus werden Augenzeugen zitiert, denen zufolge Stürenberg noch nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinen Treibnetzen in der Oste gefischt und gelegentlich noch einen Stör erbeutet hat; kleinere Exemplare habe er an sein Fahrrad gebunden, nach Hause befördert, an einem Birnbaum gehängt und geschlachtet.

Ein weiteres Original-Netz ist im Besitz des Ostener Heimatvereins. Es war als Leihgabe schon im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund und während der von SFV und AG Osteland veranstalteten Stör-Ausstellung "Die Rückkehr des grauen Riesen" in der Ostener Fährstuv zu sehen.
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"Dieses Unikat für die
Nachwelt erhalten"

Auszüge aus der Rede von Wolfgang Schütz (AG Wanderfische)


Schütz (l.) bei seinem Grußwort

Getreu dem Motto "Was lange währt, wird endlich gut" freue ich mich, dass heute vom Landessportfischerverband Niedersachsen zwei Vertreter anwesend sind und wir uns nun endlich kennen lernen können. Dass das langfristige Störprojekt in der Oste nicht ohne öffentliche finanziellen Hilfen auskommt, dürfte allen hinreichend bekannt sein. Der Landesverband Niedersachsen ist hierfür der Antragsteller, und gemeinsam wollen wir versuchen, das Projekt zu realisieren.

Wir, die AG Osteland und die AG Wanderfische in der Oste, sind stolz darauf, mit Biologen und Wissenschaftlern gemeinsam dieses einmalige und weltweit beachtete Projekt zur Wiederansiedlung des Europäischen Störs hier in unserer Oste gemeinsam auf den Weg zu bringen. Wir sind zwar 'nur' die Ehrenamtlichen, aber fühlen uns bei diesem Projekt als gleichwertige Partner. Deshalb hier und heute einmal einen großen Dank an die Gesellschaft zur Rettung des Störs, vertreten durch Herrn Spratte, und an Jörn Gessner vom Berliner Leibniz-Institut, für euer Vertrauen, das ihr dem Osteland und speziell uns - Jochen Bölsche und meiner Wenigkeit  - entgegenbringt.

Unsere Aufgabe sehen wir in der Sensibilisierung der Menschen hier vor Ort - sei es durch die praktische Unterstützung des Telemetriebootes bei dessen Tag- und Nacht-Einsatz auf der Oste, sei es durch eine Vielzahl von Vorträgen, die von der AG Osteland medial begleitet werden, sei es durch die zeitnahe und aktuelle Berichterstattung in Presse und Internet, die von der AG Osteland mit Jochen Bölsche vorbildlich praktiziert wird.


Helga Günther mit Jochen Bölsche 

Bei den vielen Gesprächen, aber auch durch den guten Kontakt zu den Menschen vor Ort konnte ich in Erfahrung bringen, dass Herbert und Helga Günter, beide Mitglieder unseres Sportfischervereins, im Besitz eines originalen Störnetzes mit handgeschnitzten Pümpern sind. Glücklicherweise ist die Herkunft dieses Unikates bekannt, und unser Vereinswirt Horst Ahlf konnte berichten, dass er noch mit dem früheren Eigentümer des Netzes, Karl Stürenberg, in den Jahren 1948 und 1949 gemeinsam auf Störfang in der Oste gegangen war.

Wahrscheinlich sind mit diesem Netz die letzten Störe in der Oste durch einen gewerblichen Störfischer gefangen worden. Näheres kann in der Chronik der Ortschaft Neuland von Henry Jungclaus nachgelesen werden. In einem kurzem, aber intensiven Gespräch konnte ich meine beiden Vereinsmitglieder, die über Jahrzehnte das Vereinsgeschehen in vielfältiger Weise mitgestaltet haben, überzeugen, dass dieses Störnetz der Nachwelt unbedingt erhalten bleiben muss und der beste Platz bei der Gesellschaft zur Rettung des Störs ist. So haben sich denn Helga und Herbert Günther bereit erklärt, dieses historische Gut heute zu übergeben.


Fischereigeschichte

Ostener Angler
stiften Stör-Netz


Sportfischer Herbert und Helga Günther

14. 11. 2010. Große Freude für Wolfgang Schütz, Vorsitzender des SFV "Oste" und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste, in der über 7000 Sportfischer sowie die AG Osteland vertreten sind: Die langjährigen SFV-Mitglieder Herbert und Helga Günther aus Osten haben vor Jahren bei der Entrümpelung eines Dachbodens in Großenwörden ein historisches Störnetz vor dem Müll gerettet, das sie nun der Gesellschaft zur Rettung des Störs stiften wollen.

Zur feierlichen Übergabe, die am Montag, 29. November, in der Ostener Fährstuv stattfinden soll, will unter anderem Dr. Jörn Geßner (Berlin) anreisen, der für seine Verdienste um die Wiederansiedlung des Störs ebenso wie Schütz im Frühjahr mit dem "Goldenen Hecht" der AG Osteland ausgezeichnet worden war (Laudatio hier).


Ostener Netz in Stralsund (Foto: Hubert)

Das vom Ehepaar Günther gerettete Störnetz war, so Wolfgang Schütz, offenbar vor Jahrzehnten von dem Fischer Karl Nikolaus Stürenberg aus Neuland benutzt worden, der die Fischereirechte gepachtet hatte. In der Neuland-Chronik des Heimatforschers Henry Jungclaus werden Augenzeugen zitiert, denen zufolge Stürenberg noch nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinen Treibnetzen in der Oste gefischt und gelegentlich noch einen Stör erbeutet hat; kleinere Exemplare habe er an sein Fahrrad gebunden, nach Hause befördert, an einem Birnbaum gehängt und geschlachtet.

Ein weiteres Original-Netz ist im Besitz des Ostener Heimatvereins. Es war als Leihgabe schon im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund und kürzlich während der von SFV und AG Osteland veranstalteten Stör-Ausstellung "Die Rückkehr des grauen Riesen" in der Ostener Fährstuv zu sehen.


Artenschutz

Mehr Störe
für die Oste


Präsident Prof. Rosenthal (in Oberndorf)

29. 10. 2010. Vertreter aus China, Russland, den USA und Iran zählen zu den Delegierten der Weltgesellschaft zum Schutz der Störe, die zur Zeit in Neu Wulmstorf unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Harald Rosenthal tagt. Rosenthal begrüßte den kürzlich vorgestellten Nationalen Aktionsplan zur Rettung des 120 Millionen Jahre alten Fischart (siehe nächsten Text).


Forscher Dr. Gessner (in Großenwörden)

Der Berliner Biologe und Ostepreisträger Dr. Jörn Gessner berichtete in der Konferenz über den Besatz der Elbnebenflüsse Stör und Oste mit Jungfischen, der 2011 fortgesetzt werden soll. Der aus der Ära der Dinosaurier stammende urzeitliche Kaviarfisch ist, wie berichtet, hochgradig gefährdet.

Quelle: www.oste.de.


Artenschutz

Neuer Aktionsplan
zur Stör-Rettung


Schütz mit Jungstören an der Oste

16. 10. 2010. Seit langem kämpfen Naturschützer gemeinsam mit Sportfischern - vor allem an Oste und Stör - für die Rettung des ausgerotteten einstmals hier heimisch gewesenen Störs. Jetzt hat die Bundesregierung einen "Nationalen Aktionsplan zum Schutz und zur Erhaltung des Europäischen Störs" veröffentlicht, der dieser Tage auch Wolfgang Schütz, dem Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische in der Oste, übermittelt wurde. Der Plan ist hier auch als PDF-Datei verfügbar.

Zur Bedeutung des Planes heißt es in Berlin, Störe seien bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in deutschen Nord- und Ostseezuflüssen weit verbreitet gewesen. Inzwischen gelte der ursprünglich an fast allen europäischen Küsten und größeren Flüssen vorkommende Europäische Stör in Deutschland und dem übrigen Europa, bis auf eine kleine Restpopulation in Frankreich, als ausgestorben. Gewässerverbauung und -verschmutzung mit dem damit einhergehenden Verlust an Lebensräumen und jahrzehntelange Überfischung hätten zum Niedergang der Bestände geführt.

"Störe brauchen wegen ihrer langen Lebensdauer, ihrer späten Geschlechtsreife und ihrer großräumigen Wanderungen besonderen Schutz; sie sind von den vielfältigen Veränderungen und Nutzungen ihrer verschiedenen Lebensräume in den Flüssen und im Meer besonders betroffen. Die ehemals heimischen Störe sollen in Deutschland wieder eine Zukunft haben. Deshalb hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit finanziellen Mitteln des Bundesumweltministeriums bereits 1996 mit einem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben zur Wiederansiedlung der Störe in den deutschen Nord- und Ostseezuflüssen begonnen. Neben der Gesellschaft zur Rettung des Störesund dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin wird das Vorhaben auch vom Bundesforschungsministerium, sowie den Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg unterstützt," heisst es weiter.

Das Projekt zur Wiederansiedlung des Europäischen Störs (Acipenser sturio) zeichnet sich neben einer fundierten international abgestimmten wissenschaftlichen Begleitung besonders durch seine Langfristigkeit und die frühe Einbindung aller Akteure und Nutzer sowie die Kooperation mit anderen europäischen Partnern wie z.B. Frankreich aus. Auch deshalb wurde die Wiederansiedlung des Störs in der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt der Bundesregierung von 2007 als "Leuchtturmprojekt" aufgenommen.

Auf der Basis des im November 2007 vom Ständigen Ausschuss der Berner Konvention verabschiedeten Aktionsplans zur Erhaltung des Europäischen Störs (Acipenser sturio) wurde der jetzt vorliegende "Nationale Aktionsplan zur Arterhaltung und Wiederansiedlung des Europäischen Störs" entwickelt. Er soll einen Rahmen für die zukünftigen Aktivitäten und Maßnahmen setzen und als Grundlage für gewässerspezifische Managementpläne dienen. Damit nimmt der hiermit im Jahr der Biologischen Vielfalt vorgestellte Aktionsplan eine Schlüsselrolle zur Erhaltung der Lebensgemeinschaften in Flüssen und Küstengewässern ein.

Der deutsche Aktionsplan für den Europäischen Stör bindet mit seinen zahlreichen Zielen und Maßnahmen alle Betroffenen ein. Viele von ihnen haben sich auch bei der Erstellung des Plans mit großem Engagement beteiligt, wofür herzlich gedankt wird. So sind Fischer und Angler, vor allem wegen des ungewollten Beifangs von Stören, wie auch die Wasserwirtschaft, die entsprechend der Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie das Ziel verfolgt, den ökologischen Zustand unserer Flüsse zu verbessern, wichtige Partner. Neben einer ausführlichen Beschreibung von A. sturio werden seine zum Überleben notwendigen Bedürfnisse im Hinblick auf die Vielfalt der Habitate, die Gefährdungsursachen und Risiken sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für Schutzmaßnahmen dargestellt. Hauptaugenmerk ist allerdings der umfangreiche Maßnahmenkatalog mit Bezug zu westdeutschen Flüssen.

Die Umsetzung des Aktionsplans ist eine langfristige Aufgabe und erfordert eine weiterhin enge Kooperation aller Beteiligten. Als nächster Schritt sind nun zur Abstimmung und Koordination konkreter Maßnahmen flussgebietsspezifische Managementpläne zu erarbeiten. Dies wird in breiter Kooperation mit den zuständigen Stellen und Interessensgruppen erfolgen.

Die Broschüre kann postalisch bezogen werden über das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Referat N II 1, 53175 Bonn, E-Mail: marika.gavriilidis@bmu.bund.de.


Besuch bei
Stör 'Luise'


Neue Info-Tafel im Natureum

6. 10. 2010. Die Rückkehr des Kaviarfischs Stör in die Oste  fasziniert auch Kinder. Das zeigte sich, als eine  Schulklasse der Grundschule am Wingster Wald mit ihrem Lehrer, dem Sportfischer-Sprecher Wolfgang Schütz, das Natureum Niederelbe besuchte. Dort hat, wie berichtet, der Sibrische Stör "Luise" - ein in der Elbe gefangener exotischer Irrläufer - Asyl gefunden.

"Luise" war an diesem Tag im trüben Wasser des Gänseteichs leider nicht zu sehen, aber eine neue Hinweistafel weckte die Wissbegierde der Kinder, die Schütz mit vielen Fragen zur Wiedereinbürgerung des Störs in der Oste bombardierten.


Fischtreppe
eingeweiht


Video: Die neue Fischtreppe - abspielen

24. 9. 2010. Das freut auch die vielen Störfreunde von der Oste: an der 1960 gebauten Staustufe in Geesthacht ist gestern eine 550 Meter lange Fischtreppe eröffnet worden. Damit ist endlich das einzige Wanderfisch-Hindernis im Zuge des deutschen Teils der Elbe beseitigt worden.


Szene aus dem Fischtreppen-Video

Dank der 20 Millionen Euro teuren Anlage  können nicht nur Aal und Lachs, sondern auch der bis zu 3,50 Metern lange Atlantische Stör (Acipenser sturio) wieder in ihre einstigen Laichgebiete gelangen, wie ein exzellent gemachtes Video zur Fischtreppe demonstriert.


Über 500 Meter lang: die neue Anlage

Mehr über Europas größte Fischtreppe steht auf der Website des Bauherrn Vattenfall, mehr über die aktuellen Fischtreppen-Pläne von Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (Cuxhaven) weiter unten, alle Informationen über die Bemühungen zur Wiederansiedlung des Störs in der Oste seit 2001 finden sich auf unserer SONDERSEITE.


Ein Exot in der
Oberen Oste


Im Oberlauf gefangen: 90 cm langer Stör

14. 8. 2010. Einen 90 cm langen und fast drei Kilo schweren Stör hat ein Angler vom Fischereisportverein Bremervörde am 9. August gegen 20 Uhr in der oberen Oste, an der Holzbrücke nahe der Mündung der Bever, mit einer Made an einem 14er Haken gefangen.

Der Stör wurde fotografiert und wieder in die Oste eingesetzt. Es handelt sich, so Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, nicht um einen der nahezu ausgestorbenen heimischen Störe (Acipenser sturio), sondern um einen importierten Exoten der Art Acipenser güldenstädtii (Russischer Stör).

Als Herkunftsort vermutet Geßner - wie in etlichen ähnlichen Fällen in jüngster - einen "Gartenteich - zumindest sehr wahrscheinlich". Exotische Störe verschiedener Arten werden im Zoohandel, auch per Internet, gehandelt. Wenn die Tiere zuviel Spezialfutter verlangen, werden sie nicht selten in Flüssen ausgesetzt. Dort gefährden sie durch Verbreitung von Fischseuchen und Hybridisierung die Wiederansiedlung des heimischen Störs, wie Wolfgang Schütz von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste warnt.


Artenschutz

Ostestör auf
NDR Info


Reporter und Ostepreisträger Freyenhagen

13. 8. 2010. Der Stör wirbt für die Oste wie sonst wohl nur noch die Schwebefähre: Nach mehreren bundesweit erscheinenden Angelmagazinen und diversen TV-Sendern widmet sich am heutigen Freitag, 21.15 Uhr, auch NDR Info aus Anlass der Wiederansiedlung des Kaviarfischs dem längsten Nebenfluss der Niederelbe.

Im Wissenschaftsmagazin "Logo" berichtet der Deinster Journalist und Ostekulturpreisträger Jörn Freyenhagen über den Störgipfel in Großenwörden und über eine jüngst unternommene Oste-Fahrt auf dem Forschungsboot "Acipenser". Der Beitrag ist ab morgen auch als Podcast in der NDR-Mediathek verfügbar.

Der Störausstellung der AG Osteland und der AG Wanderfische in der Ostener Fährstuv stattete - nach Vertretern der Umweltministerien in Paris und Berlin sowie Fischbiologen aus Frankreich und Deutschland - am heutigen Freitag auch der langjährige Leiter des Natureums Niederelbe, Dr. Reinhard Kölmel, einen Besuch ab.


Dr. Kölmel (r.) mit Wolfgang Schütz

Durch die Fährstuv führten den Biologen die beiden Ausstellungsmacher Wolfgang Schütz (SGO / AG Wanderfische) und Jochen Bölsche (AG Osteland), die im Namen ihrer Vereine zum 20-jährigen Bestehen des Natureums gratulierten.


Sender und Markierungen (Fotos: Bölsche)

Unter anderem interessierte sich Dr. Kölmel für die Minisender und Flossenmarkierungen, mit denen der Verbleib der Versuchsfische in der Oste erforscht wird. - Die Ausstellung ist noch bis Sonntag geöffnet (täglich 11 bis 17 Uhr, Eintritt frei).

Der Versuchsstör "Sturio" (mit implantiertem Minisender) fühlt sich weiterhin in der Oste wohl. Diese Woche pendelte er zwischen Geversdorf und der Schwebefähre.


Forschung

"Sturio" gefällt's
im Ostewasser


Skipper Fredrich mit Ortungsgeräten

6. 8. 2010. Der Berliner Alexander Fredrich hat einen wohl einzigartigen Job: Tag und Nacht verbringt er zur Zeit in einem weißen Kajütboot mit dem ausgefallenen Namen "Acipenser", um rund um die Uhr einen nicht weniger skurrilen Fisch zu verfolgen: einen jungen Stör mit Mini-Sender im Leib. Der äußerst seltene, urzeitlich anmutende Fisch war am 17. Juli bei Bremervörde in den Fluss gesetzt worden. Seither hat er rund 60 Kilometer zurückgelegt und deutschen Fischbiologen zu ersten wertvollen Erkenntnissen verholfen.

Am Anleger der Seglergemeinschaft Oberndorf (SGO) legte die "Acipenser" eine kurze Pause ein, in der Fredrich fachkundige Besucher an Bord empfing: Rudolf Gade vom Referat Oberflächengewässer im niedersächsischen Umweltministerium in Hannover und Jörg Janningvon der "European Union of Water Managements Associations" in Den Haag informierten sich über den Fortgang der Stör-Forschungsarbeiten an der Oste.


Fredrich, Schütz, Gade und Jannings (v. l.)

Wie Fredrich berichtete, dient sein Einsatz im Auftrag der Gesellschaft zur Rettung des Störs und mit Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz dem Zweck, die Eignung der Oste für einen großangelegten Wiedereinbürgerungsversuch mit Jungfischen französischer Herkunft zu ergründen. Dazu werden regelmäßig Wasserparameter wie pH-Wert und Leitfähigkeit gemessen sowie Bodenproben zur Beurteilung der Laich- und Nahrungsbedingungen entnommen.

Vor allem aber gilt es, mit Hilfe eines Laptops und eines Lautsprechers, die oberhalb der Koje des Skippers installiert sind, die optischen und akustischen Signale zu verfolgen, die der "Störsender" im Leib des Versuchsfisches ausstrahlt, der kurz "Sturio" genannt wird - nach dessen wissenschaftlichem Namen "Acipenser sturio".

Eingefangen werden die Telemetrie-Signale mit Hilfe eines knallgelben absenkbaren "Schwimmflügels" mit vier Hydrophonen. Dank der sogenannten "4-directional hydrophon receiver unit", die je nach Gewässerqualität eine Reichweite von 100 bis 800 Metern hat, kann der jeweilige Aufenthalt von "Sturio" in der Oste bestimmt werden, die in Kurven bis zu 16 Meter tief ist.


Stör-Versuchsbesatz in der Oste (2009)

So läßt sich erkennen, dass der Urzeitfisch pro Stunde bis zu zwei Kilometer bewältigt, jedoch parallel zur Tide immer mal wieder den Rückwärtsgang einlegt. Zögerlich scheint sich "Sturio" an der Grenze zwischen Süß- und Salzwasser zu verhalten. Der Fisch, der seine ersten Lebensjahre im Süßwasser verbringt, um später ins Meer abzuwandern, sei offenbar gerade dabei, so Fredrich, "sich langsam ans Salzwasser zu gewöhnen".

Sorgsam achtet der Stör-Observierer darauf, den auch nachts aktiven Fisch nicht aus dem Auge zu verlieren, wie es mit einem anderen Exemplar früher einmal im Hamburger Hafengebiet geschehen ist. Sollte "Sturio" dennoch mal vom Bildschirm verschwinden, können vier stationäre Funkbojen Aufschluss geben, die im Abstand von etwa 20 Kilometern im Fluss angebracht sind und Telemetriesignale vorbeischwimmender Versuchsfische aufzeichnen.

Alle drei Tage ist Wachablösung an Bord der rund um die Uhr besetzten "Acipenser". Beendet wird der Einsatz, falls sich "Sturio" in die weite Trichtermündung der Elbe absetzt, wo eine weitere Verfolgung kaum möglich ist - oder wenn nach rund vier Wochen die Batterie des Minisenders zur Neige geht.


Lebensgroß: Stör-Nachbildung im Natureum

Parallel zu den Daten aus dem Forschungsboot werten die Experten im Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei auch Sichtungsmeldungen von Berufs- und Freizeitfischern aus der Nordseeregion aus, denen einer von mehreren Dutzend markierter und seit 2008 Jahr freigelasser Jungstöre ins Netz oder an den Haken gegangen ist. Eines der Tiere, ausgesetzt in der schleswig-holsteinischen Stör, ist unlängst unlängst im dänischen Esbjerg gefangen worden.

Nach dem "Acipenser"-Besuch ließen sich die Fachleute aus Den Haag und Hannover am schwimmenden Stördenkmal "Hein Stör" unterhalb der Oberndorfer Kirche über die Aktivitäten des Arbeitskreises Wanderfische Oste und der AG Osteland informieren, die sich für die Wiederansiedlung von Lachs und Stör im längsten Nebenfluss der Niederelbe einsetzen.

In Augenschein nahmen die Experten auch das leerstehende Gebäude des einstigen Gasthauses an der Deichlücke, in dem die Gemeinde Oberndorf ein Stör- und  Flussinformationszentrum einrichten möchte.


Schütz führt durch die Störausstellung

Zuvor hatten sich Gade und Janning in der Ostener "Fährstuv" an der Schwebefähre durch die aktuelle Ausstellung "Die Rückkehr des grauen Riesen - Störe: Ausrottung und Rettungsversuche" führen lassen. Die Ausstellungskuratoren  Wolfgang Schütz (AK Wanderfische) und Jochen Bölsche (AG Osteland) zeigten sich zuversichtlich: Sie hoffen, dass die laufenden Versuche neue Hinweise auf die Eignung der Oste für eine großangelegte Wiedereinbürgerung des weltweit bedrohten Kaviarfischs erbringen. "Dann ist die Oste nicht nur Deutschlands Lachsfluss Nummer eins", so Schütz, "sondern eines Tages auch Niedersachsens Störfluss Nummer eins."

Die Ostener Ausstellung hat inzwischen auch international Beachtung gefunden. Zu den bisherigen Besuchern zählten der Präsident des Weltverbandes zur Rettung des Störs, Prof. Dr. Harald Rosenthal, sowie Autoren bundesweit gelesener Fachzeitschriften, Vertreter der Umweltministerien in Berlin und Paris und Wissenschaftler des französischen Forschungsinstituts Cemagref, das über die weltweit letzten Exemplare von Acipenser sturio wacht, die sich noch in freier Wildbahn vermehren.

Die Ostener Stör-Ausstellung ist noch bis zum 15. August täglich von 11 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.


Kooperation
über die Elbe


Foto aus der "Norddeutschen Rundschau"

30. 7. 2010. Die Störschützer von der Oste finden auch jenseits der Elbe Beachtung. Unter der Überschrift "Schulterschluss für Rückkehr des Störs" berichtete gestern die "Norddeutsche Rundschau" sehr ausführlich über den Besuch einer Delegation von der Oste bei den Artenschützern von der Stör.

Illustriert ist der Artikel (hier online) mit einem Foto, das die beiden "Störväter" Wolfgang Schütz (Osten) und Uwe Jens Lützen (Itzehoe) bei der Übergabe des neuen Osteland-Standers zeigt.

Zuvor hatten schleswig-holsteinische Blätter bereits über die Ostener Störausstellung und den von einem Beidenflether Fischer gefangenen Sibirischen Stör "Luise" berichtet, der auf Vermittlung der AG Osteland im Natureum Niederelbe Asyl gefunden hat.


Stör-Schau
verlängert


Ostener Exponat: Störfilet aus China

30. 7. 2010. Die Ausstellung "Der Stör - Die Rückkehr des grauen Riesen - Ausrottung und Rettungsversuch" in der musealen "Fährstuv" an der Ostener Schwebefähre wird bis Sonntag, 15. August, verlängert. Die Stör-Schau, die von Jochen Bölsche der AG Osteland und Wolfgang Schütz von der Arge Wanderfische Oste zusamengestellt worden ist, kann täglich von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden; der Eintritt ist frei.

TV-Dreh an Bord

Im August plant ein NDR-TV-Team um Larissa Scheler Dreharbeiten in der Fährstuv und an Bord des Forschungsbootes "Acipenser", das den experimentellen Störbesatz in der Oste begleitet. Die Aufnahmen sollen im Rahmen einer 45-minütigen Sendung über Kehdingen und das Osteland im N3-Reisemagazin "Nordsee-Report" ausgestrahlt werden.


Asyl für "Luise"
im Natureum


Störvater Schütz mit Direktorin Dr. Häse

16. 7. 2010. Der in der Elbe gefangene Stör "Luise" hat seit Donnerstag ein neues Quartier: Die Direktorin des Natureums Niederelbe in Balje, Dr. Clivia Häse, hat dem Sibirischen Stör im Naturkundemuseum auf der Osteinsel "Asyl" gewährt. Zur Übergabe des Fisches durch Wolfgang Schütz (Osten, AK Wanderfische) und Albertus Lemke (Oberndorf, AG Osteland) hatte sich auch Häses Vorgänger Dr. Reinhard Kölmel eingefunden.


"Luise" hat eine
Igel-Schnauze


Horeis (l.) betrachtet den Fang

13. 7. 2010. Einen 68 Zentimeter langen Stör hat der Berufsfischer Eberhard Rübcke (Foto) aus Beidenfleth (Schleswig-Holstein) am Montag mit seinem Fischkutter "Luise" in der Elbe unterhalb Hamburgs gefangen. Vermutungen, es handele sich bei dem Kaviarfisch um einen der Störe der einst im Nordseeraum heimischen Art Acipenser sturio, die im Frühjahr 2009 versuchsweise in den Elbnebenflüssen Stör und Oste ausgesetzt worden sind, bestätigten sich nicht.

Umgehend eingeleitete Recherchen, in die Experten des Berliner Leibniz-Institutes für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie die Arbeitsgemeinschaft Osteland und der AK Wanderfische Oste einbezogen waren, ergaben: Bei dem spektakulären Fund - einem Fisch mit urtümlich wirkenden Knochenplatten und igelartiger Schnauze - handelt es um ein verirrtes Exemplar des Sibirischen Störs (Acipenser baerii).


Elbfischer Rübcke im Hafen von Borstel

Als hoch erfreulich bewertet es der Sprecher des Arbeitskreises Wanderfische Oste, Wolfgang Schütz aus Osten, dass die für solche Fälle vorgesehene Alarmkette funktioniert hat. Nach der telefonischen Mitteilung des Elbfischers hatte Arbeitskreismitglied Albertus Lemke den Stör im Hafen von Borstel (Kreis Stade) von einem Beiboot des Fischkutters "Luise" übernommen und in einem mit Sauerstoffzufuhr versehenen Spezialtank nach Oberndorf/Oste transportiert.

Von dort aus wurden Detailfotos des Fisches an das Berliner Fachinstitut übermittelt. Wenig später konnte der Berliner Störprojektleiter Dr. Jörn Geßner mitteilen, bei "Luise", wie der Fisch unterdessen getauft worden war, handele es sich nicht um ein Exemplar des nur noch in Südfrankreich wild lebenden Europäischen Störs aus dem aktuellen Wiederansiedlungsprogrammen für die Flüsse Oste und Stör, sondern um den Vertreter einer der 26 übrigen Störarten.

Zu Zufallsfängen solcher für Laien schwer auseinander zu haltender Exoten, die zumeist aus Zuchtanlagen entwichen oder von Gartenteichbesitzern ausgesetzt worden sind, war es in der Vergangenheit gelegentlich auch im Einzugsbereich der Elbe gekommen.

In einem Informationsblatt mit dem Titel "Stör ist nicht gleich Stör" warnen die Berliner Fischbiologen davor, Vertreter exotischer Störarten in heimischen Gewässern auszusetzen. Die möglichen Folgen - Fischkrankheiten und Hybridisierung - könnten die jetzt angelaufene Wiederansiedlung des einst in der Nordsee heimischen Europäischen Störs gefährden.


"Luise" kommt in einen Spezialbehälter

Aus diesem Grund ist der Stör "Luise", der zur Zeit in einem Bassin mit Sauerstoffzufuhr in Oberndorf schwimmt, auf Anraten des dortigen Bürgermeisters Detlef Horeis dem Naturkundemuseum Natureum Niederelbe in der Ostemündung bei Balje als Leihgabe angeboten worden. Später soll der Fisch, der bis zu 60 Jahre alt werden kann, in ein in Oberndorf geplantes "Stör-Informationszentrum"umziehen. An der Fährpromenade des Ortes erinnert bereits seit vorigem Jahr ein schwimmendes Stördenkmal an den bis vor rund 100 Jahren auch in der Oste massenhaft heimisch gewesenen Kaviarfisch.

Der 2009 vorgenommene experimentelle Erstbesatz von Oste und Stör mit Jungfischen aus französischer Nachzucht hat nach Mitteilung der Artenschützer bereits einige erfolgversprechende Resultate erbracht. Einer der versuchsweise ausgesetzten Fische wurde im vergangenen April im dänischen Esbjerg gefangen.

Über die Ausrottung des Europäischen Störs in Deutschland und die Bemühungen um dessen Wiederansiedlung informiert zur Zeit eine Ausstellung der AG Osteland und der Sportfischer an der Oste, die unter dem Titel "Die Rückkehr des grauen Riesen" noch bis zum 7. August täglich von 11 bis 17 Uhr in der musealen "Fährstuv" an der Schwebefähre Osten - Hemmoor zu sehen ist (Eintritt frei).

Wie Berufs- und Freizeitfischer reagieren sollen, wenn ihnen einer der artengeschützten Störe ins Netz, in die Reuse oder an die Angel gegangen ist, steht auf einem Merkblatt der Gesellschaft zur Rettung des Störs, das hier aus dem Internet heruntergeladen werden kann.


Who is who in der
Welt der Störe?


Website mit "Störschlüssel"

13. 7. 2010. Laien können die 27 weltweit existierenden Störarten oft nur schwer unterscheiden. Hilfe bei der Identifizierung bietet ein "Störschlüssel", der hier im Netz steht.


Stör gefangen -
und was nun?

Ostener "Störvater" Schütz gibt Tipps

Was ist zu tun, wenn einer der in der Oste ausgesetzten Jung-Störe gefangen wird? Diese häufig gestellte Frage hat die in Osten ansässige Ostepachtgemeinschaft (OPG) II jetzt in einem Brief an alle Reusenfischer an der Unteren Oste beantwortet. In dem Brief des OPG-Vorsitzenden Wolfgang Schütz, der zugleich Sprecher des "Arbeitskreises Wanderfische in der Oste" ist, heißt es:

"Liebe Reusenfischer, die Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs in der Oste ist für uns alle ein historischer Moment. Dieses Projekt, welches vom Berliner Leibniz Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Zusammenarbeit mit den Sportfischern entlang der Oste gemeinsam vorangetrieben wird, benötigt die Mitwirkung aller, die an der Oste die Fischerei betreiben.

Da der Stör ein Grundfisch ist und dort auch seine Nahrung sucht, besteht die Möglichkeit, dass er sich unter Umständen auch in einer Reuse verirrt. Alle im letzten Jahr beim experimentellen Erstbesatz ausgesetzten Jungstöre sind mit einer Markierung versehen.

Wie ist nun zu verfahren, wenn sich ein Europäischer Stör in einer Reuse verirrt? Hier nun die Verfahrensweise:

• Fisch schonend vor Ort entnehmen,
• Länge messen,
• Wenn möglich Gewicht bestimmen,
• ggf. Foto machen,
• anschließend sofort zurück setzten,
• Marke am Fisch unbedingt belassen,
• Fangdaten (Tag, Zeit, Fangort, Köder, Lange, Markennummer) notieren und an die Gesellschaft zur Rettung des Störs oder an den Vorsitzenden der OPG durchgeben:

> Wolfgang Schütz, Am Dorffleth 9, 21756 Osten, Tel. 0172/4264094, E-Mail: WolfgangSchuetz@gmx.net
> Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V., Fischerweg 408, 18069 Rostock. Tel. 0381/8113429 oder 030/64181626

Ich freue mich jetzt schon auf eine gute Zusammenarbeit und wünsche viel Petri Heil."


"Nichts geht
ohne Sie"


Geßner, Van Vlaenderen, Rochard,
Borchers, Schütz in der "Fährstuv"

6. 7. 2010. "Ohne Menschen vor Ort wie Sie kämen wir nicht voran - weiter so!" Mit diesen Worten zollte Thomas Borchers vom Bundesumweltministerium am Dienstag den ehrenamtlichen Störschützern von der Oste Respekt.


Besuch bei "Hein Stör" in Oberndorf

Auf Einladung des Bundesministeriums besuchte eine Delegation um Rudolphe Van Vlaenderen vom französischen Umweltministerium und den französischen Fischbiologen Eric Rochard aus dem Forschungsinstitut Cemagref an der Gironde (Website) das Osteland, um sich von dem deutschen Stör-Projektleiter Dr. Jörn Geßner (Berlin), von Wolfgang Schütz und Jochen Bölsche (Arge Wanderfische und  AG Osteland) sowie den Bürgermeistern Carsten Hubert (Osten) und Detlef Horeis (Oberndorf) über einschlägige Aktivitäten in der Flussregion informieren zu lassen.

In Osten, in der Fährstuv am Fährplatz, begrüßte Hubert (Foto) die Störexperten aus dem In- und Ausland in der kürzlich unter seiner Schirmherrschaft eröffneten, von den Sportfischern und der AG Osteland zusammengestellte Stör-Ausstellung "Die Rückkehr des grauen Riesen".

In Oberndorf, Vor dem seit Jahren leerstehenden ehemaligen Gasthaus Rinne, berichtete Bürgermeister Detlef Horeis in Begleitung seines Ratskollegen Günther Behrensüber den Wunsch der Gemeinde, im Zuge der Dorferneuerung den Ortskern durch ein Stör- und Sportfischer-Informationszentrum zu revitalisieren; erste positive Reaktionen aus Hannover seien bereits eingegangen.


Gros vor Störbildern Oberndorfer Kinder

Anschließend bestaunten die Gäste - darunter Ralf Gros (NLWKN Lüneburg) als Vertreter des niedersächsischen Umweltministeriums und Marika Gavriilidis-Müller vom Bundesumweltministerium - das von AG-Osteland-Mitgliedern gestiftete schwimmende Stördenkmal "Hein Stör" an der Fährpromenade sowie Stör-Bilder Oberndorfer Grundschüler an Bord des Restaurantschiffs "Ostekieker".


Gastgeschenke mit Stör-Emblem

Als Vertreter des AK Stördenkmal begrüßten Albertus Lemke (Foto) sowie Uwe Mählmann (SGO) und Henning Kuhne (Heimatverein) die Delegationsmitglieder mit je einem Fläschchen Osteland-Aquavit, zur Feier des Tages von der Neuhäuser Firma Ulex etikettiert mit dem Logo des deutsch-französischen Ostestör-Projekts mit Schwarzrotgold und Trikolore.


Projektleiter Geßner, Bürgermeister Horeis

"Nichts würde funktionieren, wenn dieses internationale Projekt nicht lokal aufgenommen und mit massivem Engagement umgesetzt würde," fasste Projektleiter Geßnerseine Eindrücke von der Oste zusammen, bevor sich die Besucher nach einer Fahrt mit der Schwebefähre wieder verabschiedeten.


Neue Fischtreppe in Geesthacht

Zuvor hatte die Gruppe die vom Vattenfall-Konzern für fast 20 Millionen Euro gebaute neue Fischtreppe in Geesthacht (Borchers: "Es gibt in Europa nichts Vergleichbares") besichtigt sowie in Bremervörde das Oste-Wehr und in Elm das Forschungsboot "Acipenser" besucht.


Stör-Forschungsboot auf der Oste

Die Oste und die Stör gelten international als Eckpfeiler des Versuchs, mit Hilfe von Cemagref-Fischbrut aus Frankreich den stark gefährdeten, einst in der Oste heimischen Europäischen Stör (Acipenser sturio) vor der endgültigen Ausrottung zu bewahren.

Die Franzosen stellen Deutschland Jungstöre aus dem letzten europäischen Bestand in der Gironde zur Verfügung, zunächst allerdings lediglich für wissenschaftliche Zwecke. Ob die Bundesrepublik aus Frankreich auch Fische für eine großangelegte Wiedereinbürgerung der in Deutschland ausgestorbenen Störart erhalten kann, ist zur Zeit noch ungeklärt. Zunächst, heißt es, müsse ergründet werden, wie viele Jungfische die Franzosen zur Sicherung des eigenen, gefährdeten Bestandes in der Gironde benötigen.


Oste als Eckpfeiler
der Stör-Rettung


V. l. n. r.: Bölsche, Hubert, Rosenthal, Schütz

26. 6. 2010. Die Oste, mit mehr als 150 Kilometern der längste Nebenfluss der Niederelbe, könnte zu einem "Eckpfeiler" der internationalen Bemühungen werden, den massiv gefährdeten Europäischen Stör vor der endgültigen Ausrottung zu retten. Das betonten der Präsident der Weltgesellschaft zur Rettung des Störs, Professor Dr. Harald Rosenthal, und der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste, Wolfgang Schütz, am Wochenende bei der Eröffnung einer Ausstellung mit dem Titel "Die Rückkehr des grauen Riesen" in der musealen "Fährstuv" an der Schwebefähre Osten - Hemmoor.

In den vergangenen Jahrzehnten war der Europäische Stör (Acipenser sturio) in Deutschland so "selten wie die Blaue Mauritius" und so "wertvoll wie die englische Königkrone" geworden, so ein Experten-Zitat in der von Jochen Bölsche (Arbeitsgemeinschaft Osteland) gestalteten Ausstellung. Die Störart, mit deren Fleisch bis vor 100 Jahren noch das Gesinde abgespeist wurde und dessen Eier, das "schwarze Gold", als "Hamburger Kaviar" vermarktet wurden, existiert heute weltweit in freier Natur nur noch in der französischen Gironde, wo Elterntiere für die Nachzucht genutzt werden, auf die sich die Hoffnungen der Artenschützer an Oste und Elbe richten.

Der Fischbiologe Rosenthal - vorgestellt als Wissenschaftler mit sieben Doktortiteln - bestätigte in seiner Ansprache die dramatische Lagebeurteilung im neuen "Nationalen Aktionsplan zum Schutz und zur Erhaltung des Europäischen Störs". Demnach ist der einst in der Oste heimisch gewesene Stör "jetzt eine der am meisten gefährdeten Fischarten in Europa": "Die gegenwärtige Situation mit weltweit nur einer bekannten Restpopulation in Frankreich ist ernst."

Laut Aktionsplan gilt es, auch im Elbeeinzugsbereich gegen die Hauptursachen des Bestandsrückgangs anzugehen: "Neben den vom Menschen verursachten Veränderungen der Flüsse wie Eindämmung, Errichtung von Querbauwerken und Gewässerbelastung stellt die Überfischung einen Schlüsselfaktor für die drastische Abnahme der Populationen dar."


Tod durch Gier nach dem "schwarzen Gold"

Er sei, sagte Rosenthal an die Adresse der Artenschützer in den Angelvereinen an der Oste, "begeistert von Ihrer Begeisterung". Er empfahl den Sportfischern und der AG Osteland einen "langen Atem", denn bis zu einer erfolgreichen Wiederanstedlung des Störs müsse mit einem "Mindestzeitraum von 30 Jahren" gerechnet werden.

In einem Grußwort zur Ausstellungseröffnung hatte auch die in Rostock ansässige "Gesellschaft zur Rettung des Störs" die Bemühungen der Oste-Anrainer gewürdigt: "Offenbar ist hier, genauso wie an der Stör und der Unterelbe, der Bezug zu diesem Fisch mehr als lebendig beblieben. Als ein Zeichen  dieser fortwährenden Verbindung ist - neben dem Oberndorfer Stördenkmal, der Störkonferenz von Großenwörden und der Unterstützung der 'Gesellschaft zur Rettung des Störs' - die Eröffnung dieser Ausstellung zum Stör zu sehen. Die AG Osteland, die Ostepachtgemeinschaft und die AG Wanderfische der Osteanrainer setzen somit wieder ein Zeichen, dass es ihnen ernst ist mit dem Versuch, die Bevölkerung zu aktivieren und einzubinden, wenn es um Schutzmaßnahmen zur Erhaltung des kulturellen Erbes der Region geht", erklärten die Vorstandsmitglieder Jörn Geßner und Gerd-Michael Arndt.

Sportfischer-Vertreter Schütz hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Oste für die internationalen Ansiedlungsbemühungen mit dem Hinweis auf Daten aus dem Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei hervor. Danach war die einstmals blühende professionelle Störfischerei in der Oste zwar bereits um 1910 zusammengebrochen, Einzelfische jedoch wurden noch bis 1986 in der Oste gefangen, die damit als "der letzte deutsche Fluss mit einem Störnachweis" gegolten habe. Das erlaube Zuversicht in Bezug auf eine Eignung gerade dieses Flusses für das nationale Wiedereinbürgerungsprojekt.


Störexpertin Gisela Tiedemann-Wingst

Auf den Stör, erklärte Schütz, treffe ebenso wie auf Lachs und Meerforelle der Erfahrungssatz zu: "Ist die Gewässerqualität auch noch so gut, es wird sich niemals alleine eine neue Population entwickeln. Hier muss, zum wiederholten Male, der Mensch der Natur unter die Arme greifen und Wiedergutmachung für die Sünden der Vergangenheit leisten" - also geeignete Jungfische in geeignete Gewässer einbringen.

Schütz hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung der engen Kooperation zwischen französischen und deutschen Fischbiologen hervor. Diesen Kontakten zu verdanken sei die Lieferung von Jungfischen aus der Gironde für Nachzuchtzwecke und Besatzmaßnahmen unter anderem in der Oste und in der schleswig-holsteinischen Stör.

Im Zuge dieser Zusammenarbeit wird am 6. Juli eine Delegation französischer Wissenschaftler die Oste besuchen. Dort wollen die Forscher die Störausstellung in Osten und das 2009 eingeweihte schwimmende Stördenkmal in Oberndorf besichtigen. Außerdem nehmen die Franzosen das auf der Oste eingesetzte Forschungsboot "Acipenser" in Augenschein, von dem aus das Verhalten der kürzlich zu Versuchszwecken im Oberlauf bei Zeven ausgesetzten, mit einem implantierten Sender versehenen Jungstöre verfolgt wird.


Schuf eine Stör-Hymne: Hanni Milan

Auf eine enge Kooperation mit den Störschützern an der Stör, die bei der Ausstellungseröffnung durch den "Störvater" Jens Uwe Lützen und dessen Mitstreiter Jonni Kostbade aus Itzehoe vertreten waren, zielt eine in der AG Osteland organisierte "Geschwaderfahrt" von Sportbootfahrern und Sportanglern von der Oste nach Beidenfleth / Stör.


Gäste von der Stör: Kostbade und Lützen

Am "Schwesterfluss" Stör informieren sich die Gäste aus Niedersachsen über die schleswig-holsteinischen Bemühungen, auch dieses Gewässer "wanderfischgerecht" zu gestalten. Besichtigt werden soll auch ein Stördenkmal, das voriges Jahr im Suderhafen von Itzehoe aufgestellt worden ist und das an den Urzeitfisch erinnern soll, dem der Fluss möglicherweise seinen Namen verdankt.


Horeis im Gespräch mit Prof. Rosenthal

Zu Beginn hatte der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert den Ausstellungsmachern gedankt, dass sie dem Publikum an der Oste zum Teil "weltweit einzigartige Exponate" zugänglich gemacht zu haben. Hubert, der rund 40 Vertreter aus der Kommunalpolitik sowie von Sportfischer-, Wassersport- und Heimatvereinen begrüßen konnte, gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass in der Nachbargemeinde Oberndorf, die durch Bürgermeister Detlef Horeis vertreten war, nach dem "schwimmenden Stördenkmal" auch ein Stör-Informationszentrum angedacht ist.

Geöffnet ist die Stör-Ausstellung bis 7. August täglich von 11 bis 17 Uhr, Eintritt frei.

Quelle: www.oste.de

"Der Natur unter
die Arme greifen"


Schütz und Rosenthal mit Störkopf

Aus der Rede von Wolfgang Schütz:

Der experimentelle Besatz der Oste mit dem früher heimischen Europäischen Stör ist laut Schütz "ein Projekt von weltweiter Beachtung", das vom Bundesamt für Naturschutz mit großem finanziellem Aufwand gefördert werde: "Hierbei genießt unser Fluss höchste Priorität, das heißt, dass 90 Prozent der benötigten Fördermittel durchs Land und nur 10 Prozent Eigenanteil aufgebracht werden müssen." Dieser Eigenanteil könne durch Drittmitteln wie z. B. Spenden ergänzt werden: "Die Umweltlotterie Bingo hat schon ca. 20.000 Euro für die geplanten Arbeiten zugesagt."

Zu den Aufgaben der Arge Wanderfische Oste, in der 32 Sportfischervereine mit 7.700 Mitgliedern mit "riesiger Unterstützung" aus der AG Osteland zusammenarbeiten, sagte Schütz: "Wanderfische  sind die Fische, die einen Teil ihres Lebens (meist die Kinderstube – nur beim Aal ist es anders) im Fluss verbringen und einen weiteren Teil im Meer leben, so dass sie zwischen den beiden Lebensräumen hin und her wandern. Hierzu zählten in der Oste Lachs, Meerforelle, Aal, Aalquappe, Schnäpel und nicht zuletzt der Stör." Aufgabe der AG Wanderfische sei es, mit Hilfe des NLWKN Lüneburg die Oste "wanderfischgerecht" zu gestalten.

Auf einem in Hannover abgehaltenem Treffen der Projektbeteiligten mit dem niedersächsischen Umweltministerium im Mai dieses Jahres sei deutlich zum Ausdruck gebracht worden, dass das Projekt Ostestör aus Landessicht "zügig vorangetrieben" werden soll.

Um die besondere Bedeutung gerade der Oste zu verdeutlichen, nannte Schütz unter Berufung auf das Berliner Leibniz-Institut eine Reihe von Fakten:

• Fangmengen von ca. 100 Laichstören pro Jahr bis 1895,

• Erste Schongebietsausweisung 1899 von 7 Kilometern,

• Erweiterte Schongebietsausweisung 1914 von 19 Kilometern,

• Nachweise der Reproduktion bis 1903,

• Letzte nachweisliche Vermehrung 1957,

• Einzelfische wurden in der Oste bis 1986 gefangen;

• Erst danach war der Stör in der Oste wirklich ausgestorben – somit ist die Oste der letzte deutsche Fluss mit einem Störnachweis.

Ebenso wie auf Lachs und Meerforelle treffe auf den Stör der Erfahrungssatz zu: "Ist die Gewässerqualität auch noch so gut, es wird sich niemals alleine eine neue Population entwickeln. Hier muss, zum wiederholten Male, der Mensch der Natur unter die Arme greifen und Wiedergutmachung für die Sünden der Vergangenheit leisten."

Die Unterstützung der Sportfischer und der AG Osteland ziele darauf, das Interesse der Bevölkerung an der Thematik zu wecken und als Partner der  Gesellschaft zur Rettung des Störs seit deren Gründung 1994 durch lokale Vernetzung wichtige Voraussetzungen für die Arbeiten vor Ort zu schaffen.

Die bisherigen Ergebnisse des Versuchsbesatzes im letzten Jahr in der Oste skizzierte Schütz mit folgenden Stichworten: "Langsame Wanderungen stromabwärts von Bremervörde, meistens mit der Tide bis zur Mündung. Zeitweilige Nutzung unserer gepachteten Pütte in Brobergen als Lebensraum. Kolke und Züge (Vertiefungen, Rillen in der Fließgewässersohle, bedingt durch die Strömung von Ebbe und Flut) scheinen vielfältige Lebensräume zu bieten, die von den Tieren gut angenommen werden. Daher wurde auch ein reichhaltiges Nahrungsangebot für die Jungstöre vorgefunden."

Dies lasse ein positives Fazit zu: "Der lange Aufenthalt in der Oste spricht für eine gute Eignung des Gewässers. Die Vielfalt an Bodennährtieren und Gewässerstrukturen weist auf eine potentielle Eignung hin. Es sind aber auch Wiederfangdaten erforderlich, um den Ernährungszustand bewerten zu können. Eine Ausweitung des Untersuchungsgebietes wird dieses Jahr angegangen, um die Eignung und die Kapazität bestimmen zu können (oberhalb des Bremervörder Wehrs). Auch die Frage nach der langfristigen Verfügbarkeit von Laichplätzen und der Passierbarkeit des Bremervörder Wehrs bleiben vorerst unbeantwortete Fragen."

An der Oste erfreuten sich die Artenschützer einer "guten und kontinuierlichen Unterstützung bei den Arbeiten und deren Vorbereitungen". Dazu komme ein "fantastisches Echo auf den Besatz" und die "einhellige Bereitschaft der verschiedenen Interessenvertreter zur Beteiligung am Wanderfischprogramm", etwa des NLWKN in Lüneburg und der Oste-Landkreise.

Auch die jahrzehntelange Erfahrung mit der Wiedereinbürgerung von Lachs und Meerforelle habe maßgeblich zur positiven Bewertung durch die Gesellschaft zur Rettung des Störs beigetragen. Als "Herzensangelegenheit" bezeichnete Schütz abschließend das Bestreben, eines Tages zu erreichen,"dass dieser urzeitliche Fisch, der älter als die Dinosaurier ist, wieder in unserer Oste schwimmt".


"Da lauern einige
Überraschungen"


Oste-Kulturpreisträger Dr. Jörn Geßner

26. 6. 2010. Zur heutigen Eröffnung der Stör-Ausstellung in der Fähr-Stuv (bis 7. August) hat der Vorstand der Gesellschaft zur Rettung des Störs e. V. (Rostock) den Ostener Veranstaltern ein Grußwort übermittelt. Darin schreiben Jörn Geßner und Gerd-Michael Arndt: "Als Kulturpreisträger der Osteland AG ist es uns eine besondere Freude, den nächsten Streich der Artenschutzbemühungen der aktiven Osteanrainer zu begleiten. Nach Lachs und Meerforelle haben sich die Angler, Fischer und Ostefreunde jetzt einer echten Herausforderung angenommen – des Störs.


Die Stör-Ausstellung wird aufgebaut

Die Oste hat, als eines der letzten Stör-Reviere Deutschlands, den dramatischen Niedergang dieser Riesen hautnah erlebt. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zeichnete sich dieses Schicksal als Folge von Gewässerausbau, der Verschmutzung und Überfischung ab. 1986 wurde der Schlusspunkt mit dem letzten Störfang in der unteren Oste gesetzt - weit nachdem die Flüsse Eider, Stör und Elbe das Aussterben dieser Fischart erlitten hatten.


Schwimmendes Stördenkmal in Oberndorf

Offenbar ist aber hier, genauso wie an der Stör und der Unterelbe, der Bezug zu diesem Fisch mehr als lebendig geblieben. Als ein Zeichen dieser fortwährenden Verbindung ist - neben dem Oberndorfer Stördenkmal, der Störkonferenz von Großenwördenund der Unterstützung der Gesellschaft zur Rettung des Störs - die Eröffnung dieser Ausstellung zum Stör zu sehen.

Die AG Osteland, die Ostepachtgemeinschaft und die AG Wanderfische der Osteanrainer setzen somit wieder ein Zeichen, dass es ihnen ernst ist mit dem Versuch, die Bevölkerung zu aktivieren und einzubinden, wenn es um Schutzmaßnahmen zur Erhaltung des kulturellen Erbes der Region geht. Diese Bemühungen werden jetzt auf eine neue Stufe gehoben, wenn die ersten zarten Bande über die Elbe hinweg geknüpft werden und langsam zu einem Netzwerk anwachsen.

Auch wenn der Vorstand der GRS heute nicht an der feierlichen Eröffnung teilnehmen kann, wünschen wir der Ausstellung, ihren Machern und Besuchern viel Erfolg und alles Gute! Herzlichen Dank für Euer herausragendes Engagement und Euren Eifer für die Sache! Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und sind sicher, da lauern noch so einige Überraschungen auf dem Weg! Gutes Gelingen und viel Vergnügen!"


Störe auf
youtube.de

26. 6. 2010. Eine vierteilige TV-Dokumentation mit dem Titel "Die Rückkehr der Störe" kann auf youtube.de betrachtet werden: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.


Stör-Kinderstube
nach Kleinmühlen?

Wasseraufbereitung im Stör-Container

14. 6. 2010. Mit großem Interesse verfolgen die Sportfischer an der Oste Bemühungen der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern, in einem eigens konstruierten "Besatzcontainer" Störlarven für die Wiederansiedlung in Deutschland aufzuziehen und auf die Gewässerstruktur vorzubereiten, die sie - zum Beispiel in der Oste - erwartet.


Prototyp des Stör-Brutcontainers

Derartige Container sollen an allen Flusssystemen aufgestellt werden, die für eine Wiederansiedlung des Störs in Frage kommen.


Hier geschah das "Wunder an der Oste"

Die Ostepachtgemeinschaft (OPG) der Sportfischer bemüht sich, so deren Sprecher Wolfgang Schütz (Foto), um die Aufstellung eines solchen Hightech-Containers an ihrer Lachs- und Meerforellenbrutanlage in Kleinmühlen, wo schon das sogenannte "Wunder an der Oste" bewerkstelligt wurde: die Wiederansiedlung des Mitte des vorigen Jahrhunderts verschollenen Lachses im längsten Nebenfluss der Niederelbe.


Innenansichten des Stör-Brutcontainers

Die nächsten Wochen an der Oste stehen in mehrfacher Hinsicht im Zeichen des Störs. Bereits an diesem Sonnabend, 19. Juni, 12 Uhr, geht in Offensen (Kreis Rotenburg) an der Holzbrücke über die Oste der im April 2009 gestaltete experimentelle Versuchsbesatz mit dem Europäischen Stör in die zweite Runde.

Eine Woche später, am Sonnabend, 26. Juni, 15 Uhr, wird in der Ostener "Fährstuv" unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Carsten Hubert eine aktuelle Ausstellung eröffnet, die Wolfgang Schütz (OPG) und Jochen Bölsche (AG Osteland) für die Arge Wanderfische in der Oste gestaltet haben. Titel: "Der Stör - Die Rückkehr des grauen Riesen - Ausrottung und Rettungsversuche".


Schwimmendes Stördenkmal in Oberndorf

Unterdessen bemüht sich der Oberndorfer Bürgermeister Detlef Horeis überörtlich um Unterstützung für den Plan, in der Nähe des dortigen schwimmenden Stördenkmals ein Stör-Infozentrum aufzubauen.


Oste

Erbe spendet
'Stör-Sender'


Ab in die Oste: Jungstör und Mini-Sender

1. 6. 2010. Wenn am Sonnabend, 19. Juni, 12 Uhr, in Offensen (Kreis Rotenburg) an der Holzbrücke über die Oste der experimentelle Versuchsbesatz mit dem Europäischen Stör in die zweite Runde geht, wird als Ehrengast Eddy Meyer-Rochow (Foto) anwesend sein.


Auf Empfang: Forschungsboot "Acipenser"

Der Privatmann hat das Geld für vier Mini-Sender gespendet, die Jung-Stören implantiert werden, damit Berliner Fischwissenschaftler auf dem Forschungsboot "Acipenser" das Verhalten der Kaviarfische in der Oste ergründen können. Als Anerkennung für seine Großzügigkeit darf Meyer-Rochow in Offensen helfen, die Störe in die Oste zu setzen.

Zu der Spende veranlasst hat den Stifter der Tod seines Vaters, des Sportfischers Kurt Meyer-Rochow, Jahrgang 1922, aus Tostedt in der Nähe der Oste- und der Este-Quelle. Der Verstorbene hatte sich viele Jahrzehnte lang für den Artenschutz eingesetzt. "Verdient gemacht" habe er sich insbesondere um die Wiederansiedlung der Meerforelle, heisst aus auf der Website des Angelvereins Frühauf.

Als Meyer-Rochow senior am 9. März im Alter von 88 Jahren starb, charakterisierte ihn sein Sohn in der Todesanzeige mit den Worten: "In der Welt zu Hause und nie nachlassend, die Natur zu schützen."


Erste Stör-Besatzaktion im April 2009

Und weil Meyer-Rochow junior von den Bemühungen der Sportfischer an der Oste erfahren hatte, hier nach dem Lachs und der Meerforelle auch den Stör wieder anzusiedeln, und weil er sicher war, dass diese Arbeit ganz im Sinne des Verstorbenen ist, formulierte er nach Rücksprache mit Sportfischer-Sprecher Wolfgang Schütz (SFV Oste) die folgenden Zeilen für die Todesanzeige im Hamburger Abendblatt: "Statt Blumen bitten wir um eine Spende zugunsten der 'Wiederansiedlung von Stören in der Oste', Sonderkonto Eddy Meyer-Rochow, Konto-Nr. 193041499, BLZ 29250150, KSK Wesermünde Hadeln, Kennwort: 'Stör'."

Auf diese Weise kamen rund 600 Euro zusammen, die der Sohn noch durch eine eigene Spende aufstockte, so dass nun vier Fische mit "Stör-Sendern" bestückt werden können.


NDR-Frau Kammigan: Spezielles Interesse

Die erneute Besatzaktion stößt wieder auf starkes Medieninteresse. Besonders gern wird wohl Moderatorin Julia Kammigan vom NDR Oldenburg an die Oste reisen. Auf die Einladung, die Besatzaktion in Offensen zu beobachten, antwortete Sie: "Sehr geehrter Herr Schütz, wissen Sie, daß Sie die Störe 500 Meter von meinem Elternhaus entfernt zu Wasser lassen? Zufälle gibt's... "


Artenschutz

Störkathen
auch dabei


Stör im Wappen von Störkathen

17. 5. 2010. Ein Fehler hat sich in unseren weiter unten stehenden Bericht über das wachsende "Störbewußtsein" am schleswig-holsteinischen Elbnebenfluss Stör eingeschlichen.


Wappen von Bahrenfleth und Bekmünde

Nicht - wie gemeldet - nur die Gemeinden Bahrenfleth und Bekmünde haben den auch in der Stör wiederangesiedelten Kaviarfisch in jüngster Zeit in ihr Gemeindewappen aufgenommen, sondern insgesamt drei Orte, wie uns der Itzehoer Störkenner Uwe-Jens Lützen  mitteilt. Seit einem Gemeinderatsbeschluß vom 16. Februar 2010 verfügt auch das Dorf Störkathen über ein Wappen mit Stör, das offiziell so beschrieben wird: "Über blauem Wellenschildfuß, darin ein silberner Stör, in Silber eine rote Kate."

Sportschiffer und Sportfischer von der Oste planen für Juni einen Törn in den "Schwesterfluss" Stör. Erste Kontakte zu den dortigen Störfreunden sind schon geknüpft worden.


Oberndorf / Itzehoe

Störe in
der Stör


Stördenkmal im Hafen Itzehoe / Stör

Stördenkmal im Hafen Oberndorf / Oste

14. 5. 2010. Die enormen Chancen, die eine Wiederansiedlung des Störs für den Tourismus bietet, sind auch an dem schleswig-holsteinischen Fluss Stör erkannt worden, in dem - ebenso wie in der Oste - derzeit ein Versuchsbesatz mit dem urzeitlichen Kaviarfisch läuft. An der Hafenstraße am Suderhafen in Itzehoe ist mittlerweile, wie auch in Oberndorf, ein Stördenkmal errichtet worden.


Schwesterflüsse: Oste und Stör

Nach einem Bericht der Lokalzeitung shz soll die Stör mit ihren Nebenflüssen (Gesamtlänge: 44 Kilometer) mit Millionenaufwand renaturiert werden. Gefördert werde das Projekt vom Land Schleswig-Holstein.

Störschipperfest
am Wochenende


Wappen von Bahrenfleth und Bekmünde

In erheblichem Umfang sei, so die Medienberichte, auch rund um Itzehoe in Sachen Stör "das Bewusstsein der Bevölkerung gestiegen". So wird an diesem Wochenende, 15./16. Mai, in Itzehoe wieder ein großes Störschipperfest gefeiert (Programm hier).

Zwei Gemeinden an der Stör haben den Fisch in ihre neu gestalteten Wappen aufgenommen, ferner gebe es  Vorträge und Rundfunkbeiträge zum Thema.

Vernetzung
per Stör?


Stör-Windfahne in Nordoe

Nach historischem Vorbild ist die Windfahne es 1578 erbauten sogenannten Tempels von Nordoe (Gemeinde Breitenburg) restauriert worden - mit einem stilisierten Stör; er gilt als der älteste bildliche Nachweis des archaischen Fisches in der Region (mehr im Stör-Anglerforum, dem auch das gelungene Windfahnen-Foto entstammt, und bei den Itzehoer Sportfischern).

Über die zunehmende touristische Bedeutung der Stör berichtete Olaf Prüß (Region Nord, Büro für Regionalentwicklung). Der Experte wünschte sich eine "noch bessere touristische Vernetzungmit dem ganzen Bereich der Unterelbe". Dabei könne der Stör als länderübergreifendes Element dienen.

In Oberndorf wird, wie berichtet, die Einrichtung eines Stör-Informationszentrums angestrebt.


Artenschutz

Lob für Angler
von der Oste


Störschützer-Versammlung in Büsum

11. 5. 2010. Der Versuchsbesatz der Oste mit dem nahezu ausgestorbenen Europäischen Stör(Acipenser sturio) wird wahrscheinlich am Sonnabend, 29. Mai, in der Nähe von Zeven fortgesetzt. Das Verhalten der auszusetzenden Kaviarfische, die mit einem Funksender versehen versehen, soll wie im vorigen Jahr von den Wissenschaftlern des Berliner Leibniz-Instituts für Binnenfischerei und Gewässerökologie per Telemetrie beobachtet werden. Die beteiligten Wissenschaftler - darunter Ostepreisträger Dr. Jörn Gessner - setzen grosse Hoffnungen in die Eignung des längsten Nebenflusses der Niederelbe als Störgewässer.


Thema auch hier: die Oste-Störe

Das wurde jetzt in Fachtagungen in Hannover und Büsum deutlich, bei denen die Sportfischer von der Oste durch ihren Vorsitzenden Wolfgang Schütz (Osten) vertreten waren. Bei dem Gespräch im hannoverschen Umweltministerium wurde, so Schütz, "deutlich gesagt, dass der Versuch der Wiedereinbürgerung zügig vorangetrieben werden soll". Weiterhin seien die Vorzüge der Oste deutlich hervorgehoben und eine Reihe von fachlichen Detailfragen geklärt worden - zum Beispiel habe Einigkeit darüber bestanden, "dass das Wehr bei Bremervörde nicht wegen des Versuchsbesatzes zurückgebaut werden muss".

Schütz weiter über die Sitzung, zu der Dr. Heinz Düttmann vom Referat Arten- und Biotopschutz eingeladen hatte: "Die hervorragende Pressearbeit vor Ort wurde ebenso hervorgehoben sowie die langjährige Erfahrung der Oste-Sportfischer bei der Wiedereinbürgerung von Lachs, Meerforelle, Schnäpel und Aalquappe."

Aufzucht-Container
für Kleinmühlen?


Bericht über Oste-Störe

Um die Oste-Störe ging es auch am letzten Wochenende bei der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft zur Rettung des Störs im 2009 gegründeten Institut der Gesellschaft für Marine Aquakultur mbH in Büsum, einer Forschungsplattform, deren Herzstück eine Simulationsanlage zur Aufzucht von Wasserorganismen in geschlossenen Kreislauf-Systemen ist.

In einem Besatzcontainer der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern sollen Störlarven aufgezogen werden und auf die zu erwartende Gewässerstruktur vorbereitet werden. Derartige Container sollen an allen Flusssystemen aufgestellt werden. Die Ostepachtgemeinschaft bemüht sich gleichermaßen für eine Aufstellung eines solchen Containers an ihrer Lachs- und Meerforellen-Aufzuchtanlage in Kleinmühlen.


Viel Unterstützung an der Oste

Neben den allgemeinen Regularien wie Finanzbericht, Haushaltsplanung und turnusmäßigen Wahlen wurde mit Spannung eine Präsentation über die aktuellen Projektmaßnahmen vor Dr. Jörn Geßner erwartet. Künftige Schwerpunkte der Gesellschaft seien, so Geßner, in  Mecklenburg-Vorpommern die Weiterführung des Ostseestörprojektes, in Niedersachsen die Weiterführung des Osteprojektes, die Erlangung von EU-Fördermitteln und die Aufstellung von Besatzcontainern. Im Juni wird die neu gestaltete Website der Gesellschaft zur Rettung des Störs freigeschaltet.


Nationalpark-Zentrum in Tönning

In der Mittagspause hatten die Teilnehmer Gelegenheit zu einem Rundgang durch die Räumigkeiten des Institutes. Zum Abschluss der Veranstaltung standen die Besichtigung des imposanten Eidersperrwerks und eine Führung durch das Nationalparkzentrum Multimar-Wattforum in Tönning auf dem Programm.


Heute ist
Stör-Gipfel...


Stör als Dekoration (Foto: E. Uhtenwoldt)

6. 3. 2010. Einen Tag vor dem "Stör-Gipfel" an diesem Sonnabend, 6. März, haben Oste-Angler den Saal des Großenwördener Hofs dekoriert; unter anderem wurde dazu das frisch restaurierte Stör-Denkmal aus Oberndorf nach Großenwörden gebracht.


Schütz-Porträt auf NEZ online (lesen)

Rechtzeitig zu der Veranstaltung, in deren Mittelpunkt Vorträge namhafter Wissenschaftler zur Wiederansiedlung des Kaviarfischs stehen, hat die Niederelbe-Zeitung am Freitag den Sportfischer-Sprecher Wolfgang Schütz porträtiert. Der Artikel von Wiebke Kramp über den "Lobbyisten für Lachs und Stör" kann auch hier im Netz gelesen werden.


NEZ-Sonderseite zum Thema Stör

Die heutige Sonnabend-NEZ enthält eine Sonderseite zum Thema Wanderfische in der Oste, auf der Wiebke Kramp umfassend über "die Rückkehr des grauen Riesen in die Oste" (Überschrift) und die internationalen Dimensionen der Wiederansiedlung des Störs berichtet.


Oste

Sportfischer laden
zum "Stör-Gipfel"


Weltpräsident Rosenthal mit Stör-Zeichnungen

26. 2. 2010. Wanderfisch-Experten aus Bund und Land, darunter Wissenschaftler von internationalem Ruf, kommen auf Einladung der Sportfischer an der Oste zu einem "Störgipfel" zusammen: Am Sonnabend, 6. März, wollen die Fachleute in Großenwörden die Chancen einer Wiedereinbürgerung des vor Jahrzehnten in Deutschland ausgestorbenen Europäischen Störs erörtern.

Parallel dazu haben die Sportfischer am längsten niedersächsischen Nebenfluss der Elbe in Kooperation mit der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. eine Informationsoffensive zum Thema Wanderfische gestartet, in deren Rahmen Veranstaltungen in den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg stattfinden.

Eingeladen zum "Stör-Gipfel" im Großenwördener Hof hat Wolfgang Schütz (Osten), der Vorsitzende der 2009 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Wanderfische in der Oste, in der Vertreter von 32 Sportfischervereinen mit 7700 Mitgliedern unter anderem mit der AG Osteland kooperieren.


Fischbiologe Geßner (M.) im Leibniz-Institut

Referieren werden in Großenwörden der Präsident der Weltgesellschaft zur Rettung des Störs, Prof. Dr. Harald Rosenthal, der Fischbiologe Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Gewässerökologie sowie der Naturschutz-Experte Ralf Gros (Lüneburg) vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserbau, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Das niedersächsische Umweltministerium ist durch den Gewässerexperten Dipl.-Ing Rudolf Gade vertreten. Eingeladen sind auch Bürgermeister, Vertreter von Deich- und Unterhaltungsverbänden, der Besatzgemeinschaften der Oste-Sportfischer und des Arbeitskreises Stördenkmal Oberndorf.

Hauptthemen der Tagung sind die Auswertung des im April vorigen Jahres vorgenommenen experimentellen Erstbesatzes der Oste mit rund 50 markierten Jungstören und mögliche künftige Besatzmaßnahmen. Sportfischer und Artenschützer wollen außerdem ihre Forderung darlegen, die "Fischdurchgängigkeit" der Oste für Wanderfische wie Stör, Lachs, Meerforelle, Schnäpel, Aal und Aalquappe zu erhöhen.

Bereits am Tag darauf, am Sonntag, 7. März, wird der Berliner Störexperte Dr. Geßner den Festvortrag beim diesjährigen "Tag der Oste" halten, den die AG Osteland ab 10.30 Uhr im Gasthaus Hellwege in Heinbockel-Hagenah (Kreis Stade) veranstaltet.

Bislang bereits haben Sportfischer-Sprecher Schütz und AG-Osteland-Vize Jochen Bölsche (Osten) bei Informationsabenden in Oberndorf und Osten  und in Bremervörde  zum Thema Wanderfische gesprochen. Eine weitere, noch nicht terminierte Veranstaltung ist für Sittensen (Kreis Rotenburg) geplant.


Schütz bei Zollstock-Demonstration

Der Anfang des 20. Jahrhunderts in der Oste ausgerottete Europäische Stör (Acipenser sturio) hat Vorfahren, die, wie Schütz in den Informationsveranstaltungen betont, älter als die Dinosaurier sind. Mit Hilfe eines Zwei-Meter-Zollstocks demonstriert der Sportfischervertreter, dass die irdische Existenz des urzeitlichen Knorpelfischs 1,98 Metern entspreche, die des Menschen, der die Ausrottung des Kaviarfischs bewirkt hat, gerade mal zwei Zentimetern.

Für den auch international beachteten Störbesatz in Deutschland, bei dem Nachkommen von Stören aus der französischen Gironde zum Einsatz kommen, war die Oste ausgewählt worden, weil in diesem weitgehend naturbelassenen Fluss dank der Bemühungen der Sportfischervereine bereits in die 90er Jahren die Wiederansiedlung des gleichfalls verschollenen Lachses gelungen war. Die Oste gilt seither als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins".

Jetzt hoffen die Sportfischer, so Schütz, dass bis 2012 an der Oste ein "Brutcontainer" zur Aufzucht von Jungstören platziert werden kann. Als möglicher Standort ist Kleinmühlen in der Samtgemeinde Börde Lamstedt  im Gespräch, wo seit Jahrzehnten bereits Junglachse erbrütet werden.


Schütz beim Störbesatz (April 2009)

Zugleich wird in Oberndorf/Oste, wo im vorigen Jahr bereits ein "schwimmendes Stördenkmal" eingeweiht worden ist, die Einrichtung eines "Stör-Informationszentrums" angestrebt.


Kultur

Die Farben
der Oste


Gastgeber: Ostefreund Wolf-Dietmar Stock

27. 2. 2010. Unter dem Motto "Klangfarben der Oste - eine Multimediaschau mit Livemusik von Christian Rüthing am Klavier" wurde Freunden des Ostelandes am Freitag in der voll besetzten Caféteria des Bremervörder Bachmann-Museums ein literarischer, künstlerischer, historischer und naturkundlicher Leckerbissen geboten.

Veranstalter des Bunten Abends, der in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Osteland vorbereitet wurde, war der Verleger, Kurator und Oste-Kulturpreisträger Wolf-Dietmar Stock aus Fischerhude.


Oste-Bilderschau: Technische Probleme

Die musikalischen Darbietungen von Christian Rüthing wurden von einer Oste-Fotoschau begleitet, die allerdings zeitweise durch Projektionsprobleme in Mitleidenschaft gezogen wurde. Mit freundlichem Beifall bedacht wurden auch ein Lesung der Autorin Sabine Bartelt, Gewinnerin des Osteland-Krimiwettbewerbs "Mord an der Schwebefähre", aus Deinstedt (Kreis Rotenburg), die einen Ostespaziergang schilderte, und Kostproben aus dem nächsten Buch von Oste-Preisträger Dietrich Alsdorf (Foto) aus Stade: Der Autor der "Anna aus Blumenthal" hat soeben die Arbeiten an einem neuen Roman über Isern Hinnerk abgeschlossen, dem sagenumwobenen Eroberer der Burg Vörde.


Schütz-Vortrag in Bremervörde

Bevor der Abend mit einem Oste-Quiz endete, bei dem Wolf-Dietmar Stock die Namen von Oste-Malern erraten liess und die Gewinner mit "Ostewasser" belohnte, referierte Jochen Bölsche, Spiegel-Autor und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Osteland, über die ausgerotteten und nun wieder angesiedelten Oste-Lachse, und Wolfgang Schütz, Vorsitzender der Ostepachtgemeinschaft und Sprecher der Arbeitsgruppe "Wanderfische in der Oste", behandelte das Thema "Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs".


Osten feierte
die Ostefische


Mitveranstalter Dr. Toborg versteigert Aale

20. 2. 2010. So begeistert war einer der Zuhörer am Freitag von einem Vortrag von Wolfgang Schütz im gemütlichen Clubhaus des Wassersportclubs Osten (WSCO), dass er spontan 200 Euro stiftete. Der Spender, ein an der Oste lebender Hamburger Geschäftsmann, der anonym bleinen möchte, wollte damit das Engagement der von Schütz vertretenen Sportfischer an der Oste für die Wiedereinbürgerung von Wanderfischen wie Lachs und Stör unterstützen.


Hausherr Niels Dehde begrüßt die Gäste

Mit einem Fischessen (Aal, Forelle, Lachs, Garnelen), etlichen Runden zünftigen Osteland-Aquavits und einer amerikanischen Aal-Versteigerung gewann der Abend, zu dem Hausherr und WSCO-Vorsitzender Niels Dehde rund 50 Zuhörer begrüßen konnte, zeitweise die Züge eines Festes für die Oste-Fische.


Vorweg gibt's Tischteller und kühle Biere

Der Vorsitzende des mitveranstaltenden Vereins Kulturmühle e. V., Dr. Manfred Toborg, der mit Ehefrau Antje und etlichen Mitstreiterinnen und Mitstreitern den Benefiz-Abend perfekt organisiert hatte, freute sich, nicht nur Ostens Bürgermeister Carsten Hubert (CDU) willkommen heißen zu können, sondern auch eine starke Delegation der Hemmoorer Segler, die unter anderem mit deren Vorsitzendem, dem Hemmoorer Vize-Bürgermeister Jürgen Hinck, und mit Bernd Jürgens (Sprecher der Osteland-Fachgruppe Blaues Netz Oste) erschienen waren.


Prost Osteland: Hemmoorer Hinck, Jürgens

In seinem rund anderthalbstündigen Vortrag gab Wolfgang Schütz unfassend und anschaulich Auskunft über die 37 verschiedenen Fischarten in der Oste, insbesondere aber über das Artenschutzprogramm der 7800 Sportfischer, die seit einiger Zeit mit der AG Osteland und anderen Partnern in einer Arbeitsgemeinschaft Wanderfische in der Oste zusammengeschlossen sind.


Wanderfisch-Experte Schütz mit Zollstock

Die Bedeutung der - weltweit beachteten - Wiederansiedlung des Störs in der Oste illustrierte Schütz mit Hilfe eines Zollstocks. 1,98 Meter entsprächen den 250 Millionen Jahren, in denen der Urzeitfisch Stör auf der Erde überlebt habe, 2 cm stellten die Zeitrechnung der Menschheit dar. Binnen weniger Jahre während im vorigen Jahrhundert sei dem Stör - einst eine der Existenzgrundlagen der Ostener - durch Überfischung sowie Gewässerverschmutzung und -verbauung die Existenzgrundlage entzogen worden.


Osteland-Preisträger Meyn und Stock

Nun versuchten Artenschützer und Sportfischer nicht mehr und nicht weniger, als diesen verhängnisvollen Prozess rückgängig zu machen. - Umfassende Informationen zum Thema Oste-Störe stehen auf der Website des SFV Oste.

Störe wichtig wie
die Schwebefähre


Aufmerksame Zuhörer im WSCO-Clubhaus

Zu Beginn des Informationsabend, an dem auch die Osteland-Kulturpreisträger Diedrich Meyn (Großenwörden) und Wolf-Dietmar Stock (Fischerhude) teilnahmen, hatte Jochen Bölsche (Foto) namens der AG Osteland hervorgehoben, dass die Bemühungen der Sportfischer die Oste bereits vor Jahren zu "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins" gemacht haben - SPIEGEL-Reportage (PDF) hier.

Auf diese Weise hätten die Verantwortlichen der Angelvereine, darunter Artenschutzpioniere wie Egon Boschen (Lamstedt) und der Ostener Wolfgang Matthies, der Region nebenher zu einem auch für die Tourismuswerbung bedeutsamen "Alleinstellungsmerkmal" verholfen, das ähnlich wichtig sei wie die Schwebefähre. Nun sei die Oste auf gutem Weg, "Niedersachsens Störfluss Nummer eins" zu werden.

Mitglieder der AG Osteland unterstützten die Bemühungen der Sportfischer, sei es durch Öffentlichkeitsarbeit in der Presse oder zum Beispiel in dem 2009 erschienenen Buch "Über die Oste" (Leseprobe hier), durch das Oberndorfer Stördenkmal oder durch "Kaviarnächte" zur Information über Störschutzprojekte.

Beim Tag der Oste am 7. März werde der führende deutsche Störforscher Dr. Jörn Geßner den Festvortrag halten, kündigte Bölsche an.


Berichte und Vorträge
zum Thema Oste-Stör


Oste-Störe in der "Angelwoche"

13. 1. 2010. Die Wiederansiedlung des Störs in Elbe und Oste fasziniert seit Monaten die gesamte deutsche Sportfischer-Presse - von der Angelwoche (Ausschnitt oben) über den Blinker (Bericht hier) bis zu Fisch & Fang (Bericht hier) - und trägt damit dazu bei, den lange Zeit "vergessenen Fluss" bundesweit bekannt zu machen.


Zeitschriften mit aktuellen Stör-Berichten

Kaviarfisch im
Doppelpack


Störfischer in Osten (um 1900)

Die Hoffnung auf eine endgültige Rückkehr der riesigen Kaviarfische in die Oste ist im Februar Thema gleich zweier Veranstaltungen an der Oste.

Osten: Vortrag mit
Räucherfischteller


Spricht über Ostefische: Wolfgang Schütz

Am Freitag, 19. Februar, 19 Uhr, referiert Sportangler-Vorsitzender Wolfgang Schütz in einer öffentlichen Veranstaltung im Ostener WSCO-Klubhaus (unter der Ostebrücke) über "Wanderfische in der Oste einst und jetzt" (Themen: "Die Artenvielfalt der Fische in der Oste unter Berücksichtigung des Artenschutzprogrammes der Ostepachtgemeinschaft", "Die Wiedereinbürgerung von Lachs und Meerforelle", "Der experimentielle Versuchsbesatz mit dem Europäischen Stör in der Oste und seine ersten Ergebnisse").

Zuvor führt Jochen Bölsche (AG Osteland) in die Thematik ein. Den Zuhörern wird ein Räucherfischteller serviert. Der Reinerlös aus der dafür erbetenen Spende (15 Euro) kommt dem veranstaltenden WSCO zugute.

Bremervörde: Störe,
Raubritter, Fährleute


Osteland-Preisträger Alsdorf, Klempow, Stock

Eine Woche später, am Freitag, 26. Februar, 19 Uhr, sind Schütz und Bölsche zu Gast im Café des Bachmann-Museums in Bremervörde. Ihre Informationen zum Thema Lachs und Stör sind eingebettet in eine Veranstaltung mit dem Thema "Klangfarben der Oste - Ein musikalischer Bilderreigen" des Verlags Atelier im Bauernhaus in Fischerhude. Auf dem Programm stehen Lesungen und Vorträge dreier Oste-Kulturpreisträger über die Oste: Grit Klempow spricht über Fähren und Menschen am Fluss, Dietrich Alsdorf über das Treiben des Raubritters "Isern Hinnerk" auf Burg Vörde und Wolf-Dietmar Stock (Fischerhude) über sein Lieblingsbild von der Oste.

Zu einer Oste-Bilderschau mit neuen Fotos präsentiert Christian Rüthing (neue CD: "Die Klangfarben der Oste") einen musikalischen Bilderreigen am Klavier (Eintritt 5 Euro, Vorbestellungen möglich unter Tel. 04761-983 46 03).

Die Vorträge zum Thema Lachs und Stör sind Teil einer Informationsoffensive, die - wie berichtet - im März in Großenwörden und Hagenah fortgesetzt wird. Im Frühsommer ist eine weitere Stör-Veranstaltung im Handwerkermuseum in Sittensen geplant.


Stör-Fluss Oste

Schlüsselfunktion im
Uno-Artenschutzjahr


Oste-Angler im Leibniz-Institut (Foto: Bölsche)

9. 1. 2010. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen sprechen an diesem Montag, 11. Januar, in einer Festveranstaltung zum Auftakt zum "Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt", mit dem die Vereinten Nationen das Thema Artenschutz weltweit ins Bewusstsein rufen wollen. Die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. verweist aus diesem Anlass auf die "Schlüsselfunktion" der Oste für die Erhaltung des Europäischen Atlantischen Störs (Acipenser sturio), einer der meistbedrohten Fischarten des Kontinents.


Angela Merkel eröffnet des UN-Artenschutzjahr

Die AG Osteland stützt sich auf Erkenntnisse renommierter Fachwissenschaftler. Der urtümliche Kaviarfisch, der einst in großer Zahl auch in der Oste heimisch war, steht in seinem gesamten Verbreitungsgebiet unmittelbar vor dem Aussterben oder ist lokal bereits ausgestorben. Verschiedenen internationalen Abkommen und Konventionen zufolge zählt dieser Fisch heute zu den am stärksten bedrohten Tierarten Europas.  Daher werden für den seit 1998 streng geschützten Stör auch von der EU vorrangig Arterhaltungs- und Wiedereinbürgerungsmaßnahmen gefordert.

Das von Vertretern der Sportfischerei und der AG Osteland unlängst besichtigte Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin-Friedrichshagen, das im Rahmen eines vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Vorhabens im Frühjahr 2009 einen vielbeachteten Versuchsbesatz mit Jungstören in der Oste vorgenommen hatte, sieht sich vor zwei schwierige Aufgaben gestellt: einerseits geeignete Gewässer für eine Wiedereinbürgerung ausfindig zu machen, andererseits durch Nachzucht genügend Jungtiere der bedrohten Art bereitzustellen.


Forscher Gessner ("Fisch und Fang"-Website)

Wie schwierig und wie dringlich diese Aufgaben sind, zeigt der Umstand, dass Bestände von Acipenser sturio außerhalb der Gironde in Frankreich, in der gerade noch rund 600 Tiere aller Alterklassen vermutet werden, "derzeit nicht mehr nachweisbar" sind, so der Berliner Fischerei-Experte Dr. Jörn Geßner.

Weil Frankreich nur eine "begrenzte Anzahl" von Satzfischen zur Verfügung stellen kann, kommt der "Auswahl eines möglichst optimal geeigneten Gewässersystems" nach Ansicht der Wissenschaftler besondere Bedeutung zu. Für eine Eignung der Oste spricht der Umstand, dass dieser Fluss "nach den ersten Untersuchungen offenbar längere Verweilzeiten der Störe ermöglicht", heißt es in einem der AG Osteland jetzt vorliegenden Bericht über "Erste Ergebnisse der telemetrischen Untersuchungen zu Wanderverhalten und der Habitatnutzung des Europäischen Störs in der Oste".


Stör-Experte Fredrich auf der "Acipenser"

Die Verfasser Jörn Geßner und Frank Fredrich konstatieren darin "eine gute Eignung des Flusses für die Jungfische im Rahmen der Untersuchung". Fredrich hatte auf der Oste mit Hilfe des Forschungsbootes "Acipenser" das Verhalten der ausgesetzten, zum Teil markierten und mit einem implantierten Ultraschallsender versehenen Tiere wochenlang rund um die Uhr beobachtet.

Die Tiere fühlten sich in der Oste offenbar wohl. "Die lange stationäre Phase des Aufenthaltes der Fische  wurde so in keinem anderen Gewässer beobachtet," heißt es in dem bislang unveröffentlichen Zwischenbericht. "Eine derartig intensive Nutzung des Lebensraums" lasse nur den Schluss zu, dass der Lebensraum sehr gut für die Ansprüche der beobachteten Tiere geeignet sei.

Im neuen Jahr sollte, so das Papier, "die Nutzung der mittleren Oste untersucht werden, um deren potentielle Eignung als Jungfischhabitat zu bestimmen". Eine Wiederholung der Arbeiten mit verschiedenen Größen der Tiere in den Jahren 2010 und 2011 scheine zur Absicherung der bisherigen Ergebnisse geboten. Insbesondere sei auch der Bereich der Oste oberhalb des Bremervörder Wehrs "von potentieller Bedeutung" insbesondere für frühe Lebensstadien. Daher sollte "der Mittellauf in die weiteren Untersuchungen einbezogen werden".


Bremervörder Wehr: Bedeutsamer Mittellauf

Um die Oste und ihre Zuflüsse "fischdurchgängig" zu machen, setzen die Artenschützer nicht nur auf Gemeinden wie Sittensen, das noch in diesem Jahr eine Querverbauung im Bereich der Wassermühle beseitigen will, sondern auch auf weitere staatliche und nichtstaatliche Unterstützung.

Die Niedersächsische Bingostiftung hat nach Angaben ihres Geschäftsführers, des früheren CDU-Landtagsabgeordneten Karsten Behr, für die Wiederansiedlung des Störs in der Oste kürzlich bereits rund 20.000 Euro bewilligt. Weitere Zuschussanträge laufen zur Zeit, wie der Vorsitzende des Wanderfisch-Arbeitskreises der Sportfischer, Wolfgang Schütz (Osten), mitteilt.

Auch Schwarz-Gelb will
den Wanderfischen helfen

In diesem Zusammenhang verweisen die Sportfischer und die AG Osteland auf eine entsprechende Klausel des  Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und FDP. Darin heißt es: "Frei fließende Flüsse haben einen hohen ökologischen Wert. Die Durchgängigkeit der Flüsse für wandernde Fische muss wiederhergestellt werden. Für den Natur- und Hochwasserschutz sollen natürliche Auen reaktiviert und Flusstäler, wo immer möglich, renaturiert werden."

Um für die Rettung des Europäischen Störs zu werben, planen Angler und Artenschützer für die kommenden Wochen eine Informationsoffensive in den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg.

Am Freitag, 19. Februar, 19 Uhr, referiert Sportfischer-Vorsitzender Wolfgang Schütz in Osten im Clubhaus des Wassersportclubs Osten an der Ostebrücke in einer öffentlichen Veranstaltung über die Wanderfische in der Oste einst und jetzt. Dazu liest Jochen Bölsche (AG Osteland) aus dem Buch "Über die Oste".


Störfreunde Schütz (M.) mit Kück und Tiedemann

Einen "Stör-Gipfel" mit renommierten Experten veranstaltet die Ostepachtgemeinschaft (OPG) der Sportfischer im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung am Sonnabend, 6. März, im Saal des "Großenwördener Hofs" in Großenwörden . Ab 16 Uhr behandelt Prof. Harald Rosenthal, Präsident der World Sturgeon Conservation Society (Weltgesellschaft zur Erhaltung des Störs), das Thema "Weltweiter Gefährdungsstatus der Störe und internationale Bemühungen zu ihrer Rettung". Jörn Geßner - unlängst zurückgekehrt von einer Stör-Weltkonferenz in Wuhan (China) - beantwortet die Frage: "Was macht die Oste so besonders?". Ralf Gros (Lüneburg) vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) referiert über "Möglichkeiten zur Umsetzung des 'Nationalen Aktionsplans zur Wiederansiedlung des Störs' in Niedersachsen".

Am Sonntag, 7. März, steht das Thema Oste-Störe auch auf der Agenda des "6. Tages der Oste" im Gasthaus Hellwege in Hagenah (Kreis Stade), wo der Berliner Störforscher Geßner den Festvortrag hält. Nachdem die AG Osteland und die Sportfischer voriges Jahr in Balje (Kreis Stade) und in Oberndorf (Kreis Cuxhaven), dem Standort eines Stördenkmals, zu mehreren Stör-Infoveranstaltungen eingeladen hatten, soll ein weiterer, noch nicht terminierter Vortrag des OPG-Vorsitzenden Schütz im Frühjahr in Sittensen (Kreis Rotenburg) folgen.


Störe fühlen sich
wohl in der Pütte


Versuch beendet: Forschungsboot in Elm


Erstes niedersächsisches Besatz-Experiment mit vielversprechenden Resultaten abgeschlossen / Sportfischer und AG Osteland gründen Wanderfisch-Arbeitsgemeinschaft / Mäander und Sandfänge für die Oste /  5000 Stör-Setzlinge in Frankreich bestellt
.
3. 8. 2009. Mit erfolgversprechenden Ergebnissen sind am Wochenende der experimentelle Besatz der Oste mit 55 Exemplaren des nahezu ausgestorbenen Europäischen Störs und eine gut dreimonatige Beobachtungsphase zu Ende gegangen. Die Sportfischer am längsten niedersächsischen Elb-Nebenfluss hoffen nun darauf, dass der urtümliche Kaviarfisch bald in großem Stil in der Oste wieder angesiedelt werden kann. Zu diesem Zweck haben sich die bislang am Ober- und Unterlauf getrennt agierenden "Besatzgemeinschaften" der Sportfischer in Kooperation mit der gemeinnützigen AG Osteland e. V. jetzt zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, deren Ziel es ist, die Oste unter anderem durch eine Renaturierung mit Mäandern und Sandfängen sowie durch die Beseitigung oder Umgehung von Querverbauungen "wanderfischgerecht" zu gestalten.

Sportfischer-Sprecher Schütz mit Jungstören

Die neue Arbeitsgemeinschaft, die 32 Angelvereine mit 7700 Mitgliedern am gesamten Flusslauf zwischen Tostedt (Kreis Harburg) und der Mündung vertritt, erörterte in zwei Sitzungen im Landvolkhaus und im Kreishaus in Bremervörde die Möglichkeiten, ein spezielles Förderprojekt auf den Weg zu bringen. Angestrebt wird, so Sprecher Wolfgang Schütz (Osten), die Entwicklung von "Schutz- und Förderstrategien zum Erhalt und zur Verbesserung der Bestandsentwicklung gefährdeter Wanderfischarten in der Oste unter besonderer Berücksichtigung der Wiederansiedlung des Europäischen Störs", so der offizielle Titel des Vorhabens.


Markierter Jungstör vor dem Besatz

Seine Überzeugung, dass sich die noch vergleichsweise naturnahe und unverbaute Oste bundesweit als "Paradegewässer" für die Wiedereinbürgerung hochgradig bedrohter Arten erweisen könnte, begründete Dr. Jörn Gessner (Berlin) von der Gesellschaft zum Schutz des Störs unter anderem mit der bereits erfolgreich verlaufenen Wiederansiedlung des Lachses in der Oste. Dank der jahrzehntelangen Bemühungen von Artenschützern wie den Oste-Preisträgern Ernst Peters (Zeven) und Egon Boschen (Lamstedt) gilt die Oste mittlerweile in Fachkreisen als "Deutschlands Lachsgewässer Nummer eins".

Ihre Schlussfolgerung, dass die Oste - ähnlich wie der schleswig-holsteinische Fluß Stör - für das Vorhaben besonders geeignet sein könnte, leiten Berliner Fischereibiologen aus ersten Ergebnissen des spektakulären Besatzexperiments ab, das im April in Bremervörde mit der Aussetzung von 55 Jungstören begonnen hatte und jetzt abgeschlossen ist. Am Wochenende wurde das Forschungsboot "Acipenser" aus der Oste geslippt, mit dem der Berliner Störexperte Frank Fredrich über ein Vierteljahr lang den Weg der Fische verfolgt und die Laichbedingungen analysiert hatte.


Stör-Nachbildung im Natureum Niederelbe

Besonders gute Erkenntnisse liegen über das Verhalten jener fünf Jungtiere mit Größen zwischen 25 und 35 Zentimetern vor, die mit einem Funksensor versehen worden waren. Ihr Weg wurde nicht nur von Bord der "Acipenser" aus verfolgt, sondern auch mit Hilfe von Unterwasser-Telemetrieempfängern, die unter anderem in Balje (Kreis Stade), Hemmoor-Schwarzenhütten (Kreis Cuxhaven) und nördlich von Elm (Kreis Rotenburg-Wümme) angebracht waren.

Der am längsten verfolgbare Stör mit Sender konnte acht Wochen lang in der Oste geortet werden. Er hielt sich wie wohl auch andere Artgenossen mit Vorliebe in einer der beim Deichbau entstandenen "Pütten" bei Hechthausenauf. Die bisherigen Beoachtungen ließen, so Schütz, darauf schließen, "dass die Jungfische die Oste als Lebensraum annehmen" - womöglich eher noch als der Fluß Stör bei Itzehoe, den einige der dort ausgesetzten Fische "leider schon nach einer Woche in Richtung Nordsee verlassen" hätten.


Stör-Forscher Fredrich aus der "Acipenser"

Um auf das Experiment an der Oste eine Wiedereinbürgerung in großem Stil folgen zu lassen, hat die Gesellschaft zur Rettung des Störs inwischen 5000 Setzlinge geordert. Ob und wann Jungtiere in diesem Umfang geliefert werden können, hängt allerdings von der Kooperationsbereitschaft französischer Behörden an. Denn in der Gironde existiert der europaweit letzte Bestand jener Stör-Art, die einst auch in der Oste durch Umweltzerstörung und Überfischung ausgerottet worden ist.

Unterdessen werden in Norddeutschland die Bemühungen intensiviert, geeignete Flüsse wieder so zu gestalten, dass sie für Wanderfische wie Lachs, Meerforelle und  Stör wieder attraktive Lebensräume darstellen. So wird zur Zeit die Mittlere Stör für 1,38 Millionen Euro auf einer Strecke von 10 Kilometern mit Sandfängen, Rampen, Mäandern und Kiesschwellen nach Mitteilung der Unteren Wasserbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde so hergerichtet, "wie sie vor 100 Jahren war". Die Kosten tragen die EU und das Land.


Stör-Schützer Boschen, Schütz, Gessner

Ähnliche Pläne für die Oste werden vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserbau, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geprüft, wie Ralf Gros von der Betriebsstelle Lüneburg in Bremervörde erklärte. Auch die Oste-Landkreise, die Unterhaltungsverbände, das Landvolk und das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), die in der Konferenz ebenfalls vertreten waren, wollen die Möglichkeit einer Mitwirkung an dem Projekt prüfen.

Ausgeklammert wurde bei den Gesprächen zunächst die Zukunft des Oste-Wehrs in Bremervörde. Nachdem Pläne zum Rückbau beziehungsweise zum Bau einer Sohlgleite oder eines Umgehungsgerinnes für Wanderfische kontroverse Reaktionen hervorgerufen haben, hat der niedersächsische Umweltminister Heinrich Sander (FDP) die Erarbeitung einer Kompromisslösung in Auftrag gegeben, die den Belangen von Natur- und Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Tourismus Rechnung tragen soll.


Stördenkmal-Einweihung in Oberndorf

Befürwortet wird das Oste-Stör-Projekt nicht nur von Sportfischern und Naturschützern, sondern auch von der Arbeitsgemeinschaft Osteland, der 350 Mitglieder starken "Lobby für die Oste". Deren Vorstandsmitglied Jochen Bölsche (Osten) begrüßte auch den Beschluss der Gemeinde Oberndorf (Kreis Cuxhaven), mit EU-Hilfe neben dem kürzlich eingeweihren Stör-Denkmal am Ostedeich ein Stör-Informationszentrum einzurichten.

Unterstützung für das Vorhaben, die Oste für Wanderfische attraktiver zu machen, kommt auch von Berufsfischern, die zur Zeit ebenso wie die Sportfischer mit Sorge den Rückgang der Aal-Bestände registrieren. Schütz: "Dem Aal steht das Wasser bis zum Hals."


Fischkutter "Ostetal" in Geversdorf

Berufsfischer Walter Zeeck aus Geversdorf (Kreis Cuxhaven) brachte in der Bremervörder Wanderfisch-Konferenz eine Hoffnung zum Ausdruck: "Wenn der Stör hier wieder gedeiht, kommt auch der Aal automatisch wieder her."


Auch die Stör soll
Störfluss werden


Markierter Jung-Stör (aus der Elbe)

27. 7. 2009. Neben der Oste ist auch die schleswig-holsteinische Stör für den experimentellen Besatz mit Stören ausgewählt worden. Die Massnahme wird von aufwendigen Renaturierungsprojekten begleitet, über die jetzt die Kieler Nachrichten berichtet haben.

Für 1,38 Millionen Euro lässt der Bearbeitungsgebietsverband (BGV) Oberlauf Stör die mittlere Stör wieder naturnah herrichten. Auf einer zwölf Kilometer langen Strecke werden sechs der neun Sohlabstürze zu sanft abfallenden Rampen umgebaut, Kiesschwellen aufgeschüttet und Totholz eingebracht.

"Das Gewässer kann so wieder zum Lebensraum für Kleinstlebewesen wie Köcherfliegen und wandernde Fischarten wie Forellen werden“, zitiert die Zeitung Günter Maaß vom BGV. "Der Fluss soll wieder so hergestellt werden, wie er vor 100 Jahren war“, kommt Hans-Joachim Pauls von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde. "Allerdings muss die Entwässerungsfunktion dabei erhalten bleiben. Es kann nicht angehen, dass wir den Fluss umbauen und anschließend keine Landwirtschaft mehr möglich ist."

Grundlage für die Arbeiten seien die Wasserrahmenrichtlinien der EU. Sie stellen die Gewässerökologie in den Vordergrund. Träger des Vorhabens ist der BGV, für die Kosten komme das Land auf, das sich einen Teil des Geldes allerdings von der EU wiederhole.

An der Oste werden, wie berichtet, von den Sportfischern unter der Federführung von Wolfgang Schütz (Osten) ebenfalls Projekte zur Unterstützung gefährdeter Wanderfischarten geplant. Der vollständige Bericht der Kieler Nachrichten steht hier im Netz.


Stör-Gipfel
tagte erneut


Schütz und Boschen (vorn) in Bremervörde

16. 7. 2009. Noch im Jahr der Oste soll ein groß angelegtes Programm anlaufen, um die Oste als Lebensraum für Wanderfische wie Stör, Lachs und Meerforelle zu optimieren. Dieses Ziel haben sich Vertreter von Naturschutzbehörden, Sportfischern und AG Osteland gesetzt, die sich am Mittwoch zum zweitenmal innerhalb weniger Tage zu einem "Stör-Gipfel" in Bremervörde trafen.


Oste - künftig wieder Heimat für Stör & Co.?

Bereits in der Vorwoche hatten die Sportfischer-Besatzgemeinschaften Oste I und Oste II einen gemeinsamen Arbeitskreis unter Federführung von Wolfgang Schütz (Osten) mit dem Ziel der Aufstellung eines gemeinsamen Hegeplanes gebildet (siehe unten). Jetzt wurde erörtert, ob dieser Arbeitskreis gemeinsam mit Vertretern der Oste-Landkreise Rotenburg, Stade und Cuxhaven sowie der Unterhaltungsverbände eine Trägergemeinschaft für das von der EU zu fördernde Projekt bilden kann.


Stör-Experten Dr. Geßner (M.), Gros (r.)

Der Vertreter der Gesellschaft zur Rettung des Störs, Dr. Jörn Geßner (Berlin), und Ralf Gros (Lüneburg) vom NLWKN berichteten, dass der im April erfolgte experimentelle Besatz der Oste mit Stören vielversprechende Ergebnisse gezeitigt habe.

Die Untere Oste war bei dem "Stör-Gipfel" unter anderem vertreten durch Wolfgang Schütz (Osten) und Egon Boschen (Lamstedt) von der Oste-Pachtgemeinschaft der Sportfischer, Ulrich Gerdes (Hemmoor) vom Unterhaltungsverband Untere Oste, Werner Rusch (Kreisnaturschutz Cuxhaven), Berufsfischer Walter Zeeck (Geversdorf), Albertus Lemke (Oberndorf) von der IG Stördenkmal und Jochen Bölsche (Osten) von der AG Osteland.

Angedacht haben die Teilnehmer unter anderem eine Renaturierung der Oste und ihrer Zuflüsse durch Anlage von Sandfängen und Laichplätzen in neu geschaffenen Mäandern, den Rückbau von Querverbauungen und die Fischdurchgängigkeit von Tide-Schöpfwerken.


Licht und Schatten
entlang des Flusses


Obere Oste bei Eitzmühlen

27. 7. 2009. Die Zevener Zeitung hat dieser Tageein großes Oste-Porträt veröffentlicht, in dem auch die Verdienste der Sportfischer gewürdigt werden. Leseprobe:

"Mit etwas Glück wartet ein bunt-schillernder Eisvogel auf seinem Ansitz auf Beute, planscht ein Fischotter in Jagdlaune aufgeregt durch das Wasser oder tanzen Prachtlibellen lautlos über Deutschlands Lachsfluss Nummer eins. Dass selbst die Edelfische auf ihrer Wanderung zu den Laichgründen wieder durch die Oste ziehen, ist vor allem dem Engagement von Ernst Peters und ihm gleichgesinnten Petrijüngern zu verdanken. Ihnen ist es gelungen, Lachse und Meerforellen wieder einzubürgern. ...

Doch wie wohl überall gibt es auch entlang der Oste Licht und Schatten. An vielen Stellen reicht die landwirtschaftliche Bewirtschaftung bis dicht an das Ufer heran und zerstört den natürlichen Uferbewuchs. Dünger wird in das Gewässer geschwemmt und der Fluss immer wieder penibel von umgestürzten Bäumen, hineinwachsenden Sträuchern und anderen Hindernissen befreit, die den Gewässerquerschnitt verändern und damit den Wasserabfluss beeinträchtigen könnten. Dennoch ist die Oste noch vielfach von einer herrlichen Naturlandschaft umgeben, die man am besten zu Wasser genießt."

Der komplette Beitrag, der mit einem Zitat von Elke Loewe beginnt, steht hier.


Stör-Projekt
im Fernsehen


Stör-Projektleiter Geßner (r.) an der Oste

13. 7. 2009. Der Leiter des Projekts Stör-Ansiedlung, der Berliner Fischbiologe Dr. Jörn Geßner, hat dieser Tage dem NDR-Fernsehen ein ausführliches Interview über den experimentellen Besatz der Oste und der Stör mit dem urtümlichen Kaviarfisch gegeben. Das Interview kann hier online gesehen werden.


Sportfischer an der
Oste kooperieren


Besatzgemeinschaft-II-Vorsitzender Schütz (l.)

11. 7. 2009. Ein historischer Nachmittag: Seit Freitag haben die Sportfischer von der gesamten, rund 150 Kilometer langen  Oste erstmals eine gemeinsame Vertretung. In einer Sitzung im Bremervörder Landvolkhaus haben die Vorsitzenden der Oste-Besatzgemeinschaften I und II, Ernst Peters und Wolfgang Schütz, vereinbart, zur Erstellung eines Hegeplans für Wanderfische wie Lachs, Meerforelle und Stör  künftig zusammenzuarbeiten. Ansprechpartner der neuen Arbeitsgemeinschaft, die 32 Angelvereine mit 7700 Mitgliedern umfasst und eng mit der AG Osteland e. V. kooperiert, ist der Ostener Schütz.


Besatzgemeinschaft-I-Vorsitzender Peters (l.)

In der Sitzung, an der unter anderem auch die AG Osteland vertreten war, wurde die Ansicht vertreten, dass die neueHegegemeinschaft als Antragstellerin und Projektträgerin für Maßnahmen zur Optimierung der Oste als Lebensraum für Wanderfische tätig werden könne. Die Sportfischer an der Oste - darunter die mit dem Oste-Kulturpreis "Goldener Hecht" ausgezeichneten Experten Egon Boschen aus Lamstedt (Foto oben r.) und Ernst Peters aus Zeven - haben in mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrungen mit der Wiederansiedlung des ausgestorbenen Lachses in der Oste gesammelt.

Die Verdienste der Artenschützer an diesem "Vorzeigefluss" hätten dazu beitragen, die Oste nun auch für den experimentellen Besatz mit Stören auszuwählen, betonten der Fischbiologe Jörn Gessner (Foto, mit Stör-Anstecknadel) von der Gesellschaft zur Rettung des Störs und Ralf Gros vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Lüneburg. Hervorgehoben wurden in der Sitzung auch die Aktivitäten der Oberndorfer Interessengemeinschaft Stördenkmal zur Information der Bevölkerung über das landesweit einmalige Projekt zur Wiederansiedlung des urzeitlichen Kaviarfischs.

Begeisterung
im Bundesamt


Taufe des Stördenkmals in Oberndorf

Die Berliner Fischbiologen, die das Besatzexperiment verfolgen, haben inzwischen einen 4. Stör mit Funk-Chip in der Oste ausgesetzt. Alles deute darauf hin, dass die Jungstöre den Lebensraum Oste intensiv nutzten. Im Bundesamt für Naturschutz sei man im Übrigen "absolut begeistert" über die positive Resonanz, die das Vorhaben an der Oste finde.


Der Funk-Stör
ist gut drauf


Schütz (r.) beim Störbesatz in Bremervörde

1. 7. 2009. Den Berliner Fischbiologen, die zur Zeit die Eignung der Oste als Stör-Biotop testen, liegen neue Erkenntnisse vor. Die Forscher haben inzwischen einen dritten Jungstör mit Funksensor ausgesetzt. Der im Mai in die Oste entlassene zweite Funk-Stör, der zunächst eine beim Deichbau entstandene Pütte aufgesucht hatte, ist mittlerweile an Oberndorf - dem Ort mit dem Stördenkmals - vorbeigezogen und vom Forschungsschiff in Höhe Balje geortet worden. Von dort aus hat er einen kleinen Abstecher in die Ostemündung Richtung Elbe gemacht. Inzwischen schwimmt er wieder in der Oste.

"Er scheint sich hier sehr wohl zu fühlen," kommentiert Wolfgang Schütz, Vorsitzender der Ostepachtgemeinschaft, die jüngsten Messergebnisse.


"Hein Stör" ist nur
bei Ebbe sichtbar

2. 6. 2009. Wer einen Ausflug in das idyllische Oste-Dorf Oberndorf plant, tut gut daran, einen Blick in den Tidenkalender zu werfen. Denn das neue Stör-Denkmal an der Fährpromenade, unterhalb der Kirche, ist nur bei Ebbe sichtbar. Bei Flut dagegen verschwindet der an einer Dalbe montierte, am Pfingstwochenende auf den Namen "Hein Stör" getaufte hölzerne Fisch in der Oste.

Stör-Experten Prof. Rosenthal (r.) und Ruban (M.)

Die Bedeutung des 2,50 Meter langen "weltweit einzigen schwimmenden Stördenkmals", das von dem Nordholzer Künstlerpaar Dieter Holst und Sigrid Naujoks geschaffen und durch Spenden von 15 Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. finanziert worden ist, war das Thema der Festredner beim gut besuchten "Stör-Fest", zu dem auch der Präsident des Weltverbandes zur Erhaltung des Störs, Professor Dr. Harald Rosenthal, in Begleitung des russischen Störexperten Professor Dr. Georgii Ruban an die Oste gereist war.


Schulkinder enthüllen das Stör-Denkmal

Rosenthal bewertete die seit April betriebene Wiederansiedlung des ausgestorbenen Kaviarfischs in der Oste als "Modellprojekt von internationalem Rang".


Eine Sektdusche zur Stör-Taufe

Wegen des großen Interesses soll die Kaviar-Nacht auf dem Ostekieker am Freitag, 12. Juni, 20 Uhr, wiederholt werden; Karten sind ausschließlich im Vorverkauf auf dem Restaurantschiff erhältlich.


1. Kaviar-Nacht

"Wir hoffen auf ein
zweites Wunder"


Sportfischer-Vertreter Schütz (mit Stör-T-Shirt)

30. 5. 2009. Dass in der Oste, seit einigen Jahren "Deutschlands Lachsfluß Nummer eins", die Wiederansiedlung des Lachses, des "Königs der Fische", gelungen ist, wertete die Presse als "Wunder an der Oste". Jetzt hoffen Naturschützer und Sportfischer auf ein "zweites Wunder", nämlich die Wiederansiedlung des urtümlichen Kaviarfisches Stör, sagte Wolfgang Schütz, Vorsitzender der Ostepachtgemeinschaft von 22 Angelvereinen mit 5700 Mitgliedern, am Freitag bei der 1. Kaviar-Nacht der AG Osteland e. V. im Großen Salon des Oberndorfer Restaurantschiffs "Ostekieker".


Delikat: Ostekieker-Fischteller mit echtem Kaviar

Gut einen Monat mach dem "experimentellen Erstbesatz" der Oste mit 50 markierten Jungstören berichtete Schütz, der im T-Shirt mit dem Aufdruck "Die Oste - Fluss der Störe, Fluss der Lachse" erschienen war, über die jahrzehntelangen Bemühungen der Sportfischer um die Rettung verschollener und aussterbender Fischarten.

Der Wortlaut des Schütz-Vortrages steht als "Osteland-Text 18/2009" hier im Netz (Word-Datei).


Hanni Milan und Hans Bünning spielen "Kalinka"

Bevor die Heimatforscherin und Oste-Kulturpreisträgerin Gisela Tiedemann (Wingst) lebendig und detailreich über die Ausrottung des heimischen Störs (Acipenser sturio) vor rund 100 Jahren berichtete, genossen die Gäste, darunter auch Bürgermeister Detlef Horeis, delikaten Fisch, frisch aus dem Rauch, mit russischem Kaviar und einem Gläschen "Oste-Aquavit" aus der Neuhäuser Firma Ulex. Dazu intonierten Hanni Milan (Schifferklavier) und Hans Bünning (Spoons) das russische Volkslied "Kalinka".


Moderator Bölsche liest aus dem Oste-Buch

Jochen Bölsche von der AG Osteland, der den Abend moderierte, führte in das Thema ein und wies auf das neu erschienene Buch "Über die Oste" hin, das unter anderem einen Beitrag über die Ausrottung und Wiederansiedlung von Lachs und Stör in der Oste enthält.

Der kompletter Wortlaut des Buch-Kapitels steht als Leseprobe hier.

Schütz und Tiedemann verstanden es, die faszinierenden Dimensionen des zur Zeit in der Oste ablaufenden fischbiologischen Experiments zu verdeutlichen: Es wird versucht, einen Fisch, dessen Vorläufer älter als die Saurier sind, der 300 Millionen Jahre lang auf der Erde lebte und der binnen weniger Jahre in der Oste und anderswo ausgerottet worden ist, vor dem endgültigen Verschwinden zu retten.


Gebannte Zuhörer: Stör-Forscherin Tiedemann

Heute existieren, so Schütz, von der einst in der Oste vertretenen Art, die bis zu sechs Metern lang und bis zu sechs Zentnern schwer werden konnte, weltweit kaum mehr als ein Dutzend Elterntiere.


Auch Bürgermeister Horeis (r.) singt mit

Der Abend endete mit maritimer Musik - und mit einer Premiere: Erstmals öffentlich vorgetragen wurde das "Lied vom Stör", das die Hemmoorer Juristin Hanni Milan getextet hat und dessen eingängiger Refrain (Melodie: An der Nordseeküste...) lautet: "In der schönen Oste, im plattdeutschen Land, will der Stör wieder leben, drum gebt ihm 'ne Chance" (VIDEO 1 hier).

Den Höhepunkt erreichte die Stimmung , als Uwe Mählmann, Vorsitzender des Oberndorfer Seglervereins, sein "Lied vom Hecht" vortrug, das kürzlich zu einem Plattdeutsch-Liederwettbewerb des NDR eingereicht worden ist: Da wurde aus dem Informations-, Musik- und Schlemmerabend auch noch ein Schunkelabend (VIDEO 2 hier).


Viel bewundert: die 2,50 Meter lange Stör-Statue

Ebensoviel Freude wie die Stör-Statue, die am Vorabend der Enthüllung auf dem Achterdeck erstmals nach Farbgebung in Augenschein genommen werden konnte, lösten andere Kunstwerke aus: 69 Kinder der Oberndorfer "Kiebitzschule" hatten im Unterricht bunte Störbilder gemalt, die an diesem Abend auf dem "Ostekieker" zu sehen waren.


Kiebitzschul-Kinder malten den Kaviarfisch

Weil die "Kaviar-Nacht" kurz nach ihrer Ankündigung ausgebucht war, wird sie am Freitag, 12. Juni, 20 Uhr, wiederholt.

Restkarten sind für 15 Euro (inkl. Fisch- und Kaviarteller mit Oste-Aquavit) ausschließlich im Vorverkauf an Bord des "Ostekieker" erhältlich.


Stör-Statue: Über
30 Namensideen


Auf diesem Zapfen (l.) wird der Stör montiert

22. 5. 2009. Bei der Gemeinde Oberndorf sind bereits über 30 Ideen eingegangen, wie der Holzfisch heißen soll, der am Pfingstsonnabend, 30. Mai, ab 15 Uhr, als Stör-Denkmal in der Oste eingeweiht wird. Die Jury will Anfang nächster Woche tagen.

Auch die Halterung, auf der sich die 2,50 Meter lange Nachbildung des Kaviarfischs - je nach Tide - über oder unter Wasser drehen soll, ist bereits an einer Dalbe neben dem "Ostekieker" montiert worden.


2. "Kaviar-Nacht"
zum Thema Stör


Neu in der Oste: Stör (mit Markierung)

10. 5. 2009. Der bundesweit beachtete Besatz der Oste mit jungen Stören ist Thema von zwei Info-Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., in denen es um den urzeitlichen Kaviarfisch geht. Nachdem eine erste "Kaviar-Nacht" an Bord des Oberndorfer Restaurantschiffs "Ostekieker" binnen weniger Tage komplett ausgebucht war, hat die AG Osteland jetzt einen zweiten Termin festgesetzt: Am Freitag, 12. Juni, 20 Uhr, geben erneut zwei sachkundige Referenten Auskunft über die Störfischer an der Oste, die Hamburg einst mit Kaviar versorgt haben, die Ausrottung des Fisches vor rund 100 Jahren und die Bemühungen um Wiederansiedlung.

Die Regionalforscherin Gisela Tiedemann-Wingst spricht über die historischen Fakten, der Vorsitzende der Ostepachtgemeinschaft der Sportfischer, Wolfgang Schütz (Osten), über die aktuellen Bemühungen der Gesellschaft zur Rettung des Störs. Außerdem informiert Schütz, Vertreter von über 5600 Anglern aus 21 Vereinen, über die gelungene Wiedereinbürgerung von Lachs und Meerforelle in der Oste, die als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins" gilt.


Hier wird über den Kaviarfisch informiert

Karten (15 Euro) für die Veranstaltung, die Osteland-Vorstandsmitglied Jochen Bölsche (Osten) moderiert und zu der bei maritimer Musik ein Fischteller samt einem Klecks Kaviar und einem Glas Fischer-Köm gereicht wird, sind ab sofort ausschließlich im Restaurantschiff "Ostekieker" an der Oberndorfer Fährpromenade erhältlich.

Bereits am Pfingstsonnabend, 30. Mai, 15 Uhr, soll in Oberndorf, wie berichtet, ein Stör-Denkmal eingeweiht werden. Zu der Feierstunde, der sich ein Platzkonzert anschließt, hat Bürgermeister Detlef Horeis unter anderem Vertreter aller Sportfischervereine an der Oste eingeladen.


Erst der Hunger,
dann die Gier...


Liedertafel bei der Probe - VIDEO

11. 5. 2009. Die fidele Liedertafel "Störtebecker" aus Oberndorf hat am Wochenende auf dem Restaurantschiff "Ostekieker" begonnen, ein Lied auf den Stör einzustudieren, der zur Zeit, 100 Jahre nach seiner Ausrottung, in der Oste wieder angesiedelt wird. Den Text zur Melodie "An der Nordseeküste" hat Hanni Milan (Hemmoor) geschrieben:
.

Lied vom Oste-Stör
im weltweiten Netz

Stör aus der Oste (um 1900)

Der Stör

1. Es ist schon so lange, so lange her,
da gab's in der Oste Madame und Herrn Stör.
Sie schwammen bei Ebbe, sie schwammen bei Flut,
doch der Mensch nahm ihn'n alles, sogar ihre Brut.

Refrain: 
In der schönen Oste, im plattdeutschen Land,
will der Stör wieder leben,
drum gebt ihm 'ne Chance.
In der schönen Oste, im plattdeutschen Land,
will der Stör wieder leben,
drum gebt ihm 'ne Chance.

2. Erst war es der Hunger, dann war es die Gier,
so verschwanden die Störe, die Störe von hier.
So zogen aus Oste, aus Elbe und Stör
in den Westen und kamen nie wieder hierher.

Refrain: In der schönen Oste...

3. Jetzt gibt's wieder Menschen mit Fleiß und viel Mut,
sie holten nach Hause den Stör, das ist gut.
Wenn er schwimmt gen Atlantik und k-o-mmt zurück,
dann bringt er uns Freude und wir hätten Glück.

Refrain: In der schönen Oste...

Ein Video von der ersten Liedertafel-Probe steht auf hier auf youtube.de


Wie soll der
Stör heißen?

Foto: Holger Kuhne
Seit Dienstag in Oberndorf: das Stör-Denkmal

12. 5. 2009. Am gestrigen Dienstag ist er in Oberndorf eingetroffen: der schwimmende Stör, wichtigster Bestandteil eines bundesweit einzigartigen Stördenkmals, das - wie mehrfach berichtet - am Pfingstsonnabend, 30. Mai, 15 Uhr, im Rahmen eines großen Störfests in Oberndorf eingeweiht werden soll.

Der Welt-Präsident
spricht in Oberndorf


Rosenthal (l., mit Oste-Sportfischerchef Schütz)

Zur Einweihung der Stör-Statue, die in diesen Tagen noch mit einem Anstrich versehen wird, hat sich - neben vielen Vertretern der 21 Sportfischervereine an der Unteren Oste - auch der Präsident des Weltverbandes zur Erhaltung des Störs (World Sturgeon Conservation Society),  Prof. Dr. Harald Rosenthal, angesagt.

Der Wissenschaftler wird neben Bürgermeister Detlef Horeis (Oberndorf), Jochen Bölsche (AG Osteland) und Uwe Mählmann (Seglergemeinschaft Oberndorf) ein Grußwort sprechen.

Platzkonzert und
Nacht-Überraschung

Die Oste ist, wie berichtet, der erste Fluß in Niedersachsen, in dem der seit rund 100 Jahren verschollene urzeitliche Kaviarfisch wieder angesiedelt wird. Die Rückkehr des Störs in die Oste soll am 30. Mai unter anderem mit einem Platzkonzert, einer Tombola, einem Stör-Gewichtsschätzen, dem Besuch einer Delegation der polnischen Partnerregion der Samtgemeinde Am Dobrock und ab 22 Uhr mit einer "Überraschung auf der Oste" gefeiert werden, wie der 15-köpfige Initiatoren- und Sponsorenkreis aus Mitgliedern der AG Osteland mitteilt, der das Fest organisiert und finanziert.


Horeis (r.) mit einem Teil der Stör-Sponsoren

Erste Kaviar-Nacht
komplett ausgebucht

Die Stör-Statue soll am 30. Mai von Oberndorfer Kindern enthüllt werden. Am Vorabend, dem 29. Mai, ab 20 Uhr, findet im Großen Salon des Oberndorfer Restaurantschiffs "Ostekieker" eine - schon jetzt komplett ausgebuchte - "Kaviar-Nacht" mit Informationen über die Ausrottung des Störs um 1910 und über dessen Wiederansiedlung statt; Moderator ist Jochen Bölsche, es referieren Heimatforscherin Gisela Tiedemann-Wingst und Wolfgang Schütz, 1. Vorsitzender der Ostepachtgemeinschaft.

Die Kaviar-Nacht wird am Freitag, 12. Juni, 20 Uhr, wiederholt; Karten für je 15 Euro (inklusive Fisch- und Kaviarteller, Fischerköm und maritimer Musik) sind im Vorverkauf ab sofort ausschliesslich an Bord des Ostekiekers erhältlich; die Zahl der Plätze ist wieder begrenzt.

Bürgermeister bittet
um Namens-Ideen


Oste-Besatz mit Jungstören (April 2009)

Schon jetzt können Oste-Anrainer vorschlagen, wie der Denkmal-Stör heißen soll. Vorschläge erbittet Bürgermeister Detlef Horeis, Gemeinde Oberndorf, Hoffmann-von-Fallersleben-Straße 1, 21787 Oberndorf, per Post oder per E-Mail an detlef_horeis@gothaer.de.


Noch 100 weitere
Störe für die Oste


Forschungsboot "Acipenser" auf der Oste

2. 5. 2009. Nach dem bundesweit beachteten experimentellen Erstbesatz der Oste mit 50 jungen Stören sollen noch in diesem Jahr 100 weitere Exemplare des urtümlichen Kaviarfisches im längsten niedersächsischen Nebenfluss der Elbe freigesetzt werden. Die Berliner Wissenschaftler, die das Projekt begleiten, zeigen sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Besatzaktion, berichtet der Vorsitzende der Ostepachtgemeinschaft der Sportfischer, Wolfgang Schütz (Osten).

Nach den bisherigen Erkenntnissen von Projektleiter Jörn Gessner (Berlin) von der Gesellschaft zur Rettung des Störs scheint die Oste von den freigesetzten Stören als Lebensraum angenommen zu werden. Ein mit einem Sender versehener Jungstör, dessen Verhalten das Forschungsboot "Acipenser" per Telemetrie-Empfänger rund um die Uhr verfolgt, hat sich tagelang ausschließlich in einem etwa acht Kilometer langen Flußabschnitt bei Gräpel und Hude (Kreis Stade) aufgehalten. Das lasse, so Schütz, die Schlußfolgerung zu, dass der Fisch dort "ausreichend und geeignete Nahrung findet".

Um die bisher gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen, ist am Donnerstag, 30. April, ein zweiter "befunkter" Stör in die Oste gesetzt worden. Das Verhalten auch dieses "Funk-Störs" soll von dem Berliner Fischbiologen Frank Fredrich auf der "Acipenser" bis zum 13. Mai beobachtet werden. Gleichzeitig werden der Oste Bodenproben entnommen, um die Beschaffenheit möglicher Laichgründe zu erkunden.

Im Herbst ist erneut ein Störbesatz mit Telemetriesender in der Oste geplant, verbunden wiederum mit Bodenproben. Nach einem weiteren Störbesatz in dem schleswig-holsteinischen Fluss Stör soll eine erste Zwischenbilanz über die Eignung der beiden Elbnebenflüsse für eine grösser angelegte Wiederbesiedlungsaktion gezogen werden.


Markierter Jungstör

Die Einweihung eines schwimmenden Stördenkmals an der Fährpromenade in Oberndorf (wir berichteten) soll am Pfingstsonnabend, 30. Mai, ab 15 Uhr mit einem Platzkonzert umrahmt werden, wie Edfried Uhtenwoldt vom Oberndorfer Stör-Initiativkreis mitteilt. Bereits am Vorabend, 29. Mai, ab 20 Uhr, informiert die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. im Großen Salon des Oberndorfer Restaurantschiffs "Ostekieker" während einer "Kaviar-Nacht" über Vergangenenheit und Zukunft der Oste-Störe.

In der von Osteland-Vorstandsmitglied Jochen Bölsche (Osten) moderierten Veranstaltung spricht die Regionalhistorikern und Autorin Gisela Tiedemann-Wingst ("Hamburger Kaviar") über die Ausrottung des Oste-Störs durch Überfischung vor etwa hundert Jahren. Über die aktuellen Bemühungen um den Stör sowie über die erfolgreich vollzogene Wiederansiedlung des vor rund 50 Jahren verschollenen Lachses durch die Artenschützer am Fluß berichtet Wolfgang Schütz von der Ostepachtgemeinschaft, in der über 20 Sportfischervereine mit rund 5600 Mitgliedern organisiert sind; Schütz und Tiedemann-Wingst sind Osteland-Mitglieder.

Karten zur "Kaviar-Nacht", zu der eine Fischplatte samt Stör-Eiern und "Fischerköm" gereicht wird, sind ausschließlich im Vorverkauf (15 Euro) im Restaurant "Ostekieker" erhältlich; die Zahl der an Bord zur Verfügung stehenden Plätze ist begrenzt.


Welt blickt
auf die Oste


Schütz (l.) auf der Website des Weltverbandes

1. 5. 2009. Der Besatz der Oste mit Stören rund hundert Jahre nach deren Ausrottung - wir berichteten ausführlich - wird in Fachkreisen weltweit wahrgenommen. Auf ihrer Website berichtet die Weltgesellschaft zur Rettung des Störs heute wörtlich:

"Acipenser sturio juveniles released into the Elbe tributaries at Bremervörde (Niedersachsen, northern Germany)... After many years of preparation, the first 50 juvenile European sturgeons have been released in the Oste River (a tributary of the lower Elbe River). For several years the river has been studied and considered to provide suitable habitat for test on re-establishing the European sturgeon in the Elbe River and North Sea.

These juveniles are tagged and a few are equipped also for telemetric monitoring. The activity is mainly carried out by the German Society to Save the Sturgeon with Joern Gessner as the project leader. Besides the local fishery organization (which put much effort and time into this project) the WSCS supported also this activity from the start.

We will report at a later date on the outcome of the project. Those who can master German or wish to see some interesting pictures of the release activity (besides the one depicted here), can click on the following URL for further information. - Link: SFV "Oste" e.V."

Der Beitrag ist mit dem oben wiedergegebenen Foto illustriert, das den Vorsitzenden der Ostepachtgemeinschsft, Wolfgang Schütz (Osten), zeigt.


Stör-Statue
ist in Arbeit


Oberndorfer Störfreunde in Nordholz

24. 4. 2009. Die Oste - seit kurzem erster und einziger Stör-Fluss in Niedersachsen - erhält ein Stördenkmal. Die Holzstatue soll, wie berichtet, vor der neuen Oberndorfer Fährpromenade in der Oste derart befestigt werden, so dass der Fisch bei Niedrigwasser auftaucht. Der Oberndorfer Initiatoren- und Sponsorenkreis überzeugte sich am Freitag bei einem Besuch bei den Nordholzer Künstlern Dieter Holst und Sigrid Naujoks vom Fortgang der Arbeit: Die Rohform des 2,50 Meter langen, aus Silberpappelholz gefertigten Störs ist fertiggestellt, in etwa 14 Tagen sollen auch die Feinarbeiten (Flossen, Knochenplatten usw.) abgeschlossen sein.

Wie soll der
Stör heißen?

Nach einem naturgetreuen Anstrich soll die Stör-Statue am Pfingstsonnabend, 30. Mai, gegen 15 Uhr enthüllt werden. Um 17 Uhr folgt ein Platzkonzert. Die Oberndorfer können an diesem Nachmittag das Gewicht des Stör-Denkmals schätzen und Vorschläge für die Namensgebungmachen. Wenn das Wasser steigt (Hochwasser gegen 20.30 Uhr), kann beobachtet werden, wie der Oberndorfer Stör langsam in den Ostefluten versinkt.

Ausrottung und
Wiederansiedlung


Störverarbeitung an der Oste (vor 1909)

In der Nähe des Stör-Denkmals ist eine Informationsstelle vorgesehen. Im Winterhalbjahr soll in Oberndorf ein Vortragsabend stattfinden, bei dem Fachleute über die Ausrottung und die Wiederansiedlung des Kaviarfischs in der Oste berichten.

Die Stör-Sponsoren - auf unserem Foto oben v. l. n. r. - Albertus Lemke (AG Osteland), Edfried Uhtenwoldt (Tourismus Oberndorf), Uwe Mählmann (Segler-Gemeinschaft Oberndorf) und Bürgermeister Detlef Horeis (SPD) ließen sich von Holzbildhauer und Dachdeckermeister Holst (r.) den Stör zeigen; mit dabei - nicht im Bild - waren Henning Kuhne (Heimatverein Oberndorf) und Jochen Bölsche (AG Osteland).

"Ehrenmal für
die Sportfischer"


Stör-Besatzaktion in der Oste (2009)

Die Initiatoren erhoffen sich von dem wahrscheinlich ersten deutschen Stördenkmal eine weitere Belebung des Oste-Tourismus, nicht zuletzt des Angeltourismus. Außerdem soll mit der Statue auf die Artenschutzbemühungen der Sportfischer an der Oste hingewiesen werden, denen  bereits die Wiederansiedlung des Lachses gelungen ist. Insofern, so der Initiatorenkreis, sei die künftige Oberndorfer Stör-Statue "auch ein Ehrenmal für die vielen tausend Sportfischer an der Oste".


Artenschutz

Stör fühlt
sich wohl


Biologe Fredrich auf der Oste

23. 4. 2009. Die über 50 Störe, die am Wochenende versuchsweise in die Oste eingesetzt worden sind, scheinen sich wohlzufühlen. Diesen Eindruck gewann der Vorsitzende der Ostepachtgemeinschaft, Wolfgang Schütz (Osten), am Mittwoch bei einer Fahrt auf dem Messboot "Acipenser" (lateinisch für Stör).


Messboot "Acipenser" auf der Oste

"Der Stör mit dem Sender befindet sich zur Zeit in Höhe der Ortschaft Hude," meldet Schütz aus der Gegend von Gräpel. "Das heißt, er wandert relativ wenig. Dies lässt darauf schließen, dass er hier ausreichend und gute Nahrung findet."


Peilung 360°: Monitor zeigt den Stör-Standort

An seinem Messplatz auf dem Boot kann der Berliner Fischereibiologe Frank Fredrich mit Hilfe eines Telemetrieprogramms und eines Gerätes zur Messung von Wassertiefe, Bodenbeschaffenheit, Wassertemperatur usw. Erkenntnisse über die bevorzugten Aufenthaltsorte des "befunkten" Störs sammeln.


Ein Laptop dient als Bord-Messplatz

Da der Funk-Stör nur wenig wandert, wird Anfang der Woche beraten und entschieden, ob nicht noch ein weiterer Fisch mit Sender in die Oste entlassen werden soll.

Möglicherweise wird es in diesem Jahr nochmals einen Besatz mit Stören geben, wobei die Stückzahl allerdings noch nicht fest steht. - Mehr zum Thema auf der Website des SFV "Oste".


Der Mann, der
den Stör küßt


Ostener Artenschützer Wolfgang Schütz

18. 4. 2009. Mehr als 50 Reporter von Fernsehen, Hörfunk, Zeitschriften und Zeitungen sowie Naturschützer und Fischexperten aus ganz Deutschland waren am Sonnabendmittag Zeugen eines historischen Augenblicks: Der Berliner Fischereiwissenschaftler Jörn Geßner und der Vorsitzende der Ostepachtgemeinschaft der Sportfischer, Wolfgang Schütz (Osten), setzten in Bremervörde 50 junge Störe in der Oste aus - zweieinhalb Jahrzehnte, nachdem der letzte Atlantische Stör aus der Oste verschwunden war. Damit ist die Oste Niedersachsens erstes und einziges Störgewässer.


Schütz und Geßner bei TV-Aufnahmen

Das Regionalmagazin "buten und binnen" von Radio Bremen berichtete am Samstagabend über den Störbesatz.


Schütz als Stör-Küsser im TV-Beitrag - ansehen

Der Film, in dem Wolfgang Schütz einen der Störe mit einem Kuss verabschiedet, kann hier online angesehen werden.


Störbesatz-Mitinitiator Gros (NLWKN)

Die Oste gelte "historisch als einer der wichtigsten Störflüsse Norddeutschlands“, sagte Ralf Gros vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Lüneburg.


Bürgermeister Horeis und Saul

Mit Spannung verfolgten auch der Oberndoerfer Bürgermeister Detlef Horeis sowie sein Hemmoorer Kollege und Oberdeichgrefe Hans-Wilhelm Saul die Aktion. Horeis kündigte gegenüber Pressevertretern an, dass in Oberndorf in Kürze ein schwimmendes Stör-Denkmal in der Oste verankert werden soll, dazu ist ein Info-Häuschen zum Thema Stör geplant.


Oste-Kulturpreisträger Egon Boschen

Ein gefragter Interviewpartner war Egon Boschen aus Lamstedt, der sich in den vergangenen Jahrzehnten gemeinsam mit Ernst Peter aus Zeven um die Wiederansiedlung des Lachses in der Oste verdient gemacht hat. Beide sind dafür von der AG Osteland mit dem Oste-Kulturpreis Goldener Hecht ausgezeichnet (Begründung hier).


Oste-Kulturpreisträger Peter (l.) und Dr. Tent (r.)

Auch der Tostedter Gewässerkundler Dr. Ludwig Tent - ebenfalls einer der Osteland-Preisträger (Begründung hier) - verfolgte die Besatzaktion. Tent weist immer wieder darauf hin, dass es nicht genüge, einfach nur Jungfische in den Fluß einzubringen, um den Europäischen Stör dauerhaft in der Oste anzusiedeln. Zugleich müsse "die von uns allen subventionierte Landwirtschaft endlich ihre Umweltleistungen erbringen", fordert der Tostedter Gewässerkundler und Ostepreisträger Dr. Ludwig Tent in seinem Blog.

Dort heißt es, mit nützlichen Links unterlegt, weiter: "Aus ... dränierten Flächen fließt der Niederschlag inzwischen fast so schnell ab wie aus dem versiegelten bebauten Raum. Gülle und Mais haben längst in frühere großflächige Weidelandschaften Einzug gehalten. Gewässer- und Wegeränder sind frei von Bewuchs- wenn es sie überhaupt noch als Freiraum zwischen Nutzfläche und Bach oder Weg gibt. Die Anwendung guter fachlicher Praxis und geltenden Rechts in unseren Landkreisen und Ländern lässt mehr als zu wünschen übrig."


Das Telemetrieboot verfolgt den "befunkten" Stör

Nach der Besatzaktion am TSV-Anleger in Bremervörde nahm ein Forschungsboot die Beobachtung der Störe auf, von denen einer mit einem Mini-Sender versehen ist, dessen Ultraschallsignale der Fischbiologe Frank Fredrich mit einem Telemetriegerät empfangen kann.


Grußwort von Bürgermeister Gummich (2. v. r.)

Der Bremervörder Bürgermeister Eduard Gummich appellierte in einem Grußwort an alle Sport- und Berufsfischer, den experimentellen Störbesatz zu unterstützen. Die Ostepachtgemeinschaft, die 21 Vereine mit 5600 Sportfischern vertritt, hat im Internet ihren Mitgliedern konkrete Anweisungen für den Umgang mit markierten Stören erteilt: fotografieren, einsetzen, melden (mehr hier)


Glückwunsch
vom Weltbund


Schütz mit Welt-Präsident Rosenthal

22. 4. 2009. Der Präsident des Weltverbandes zur Rettung des Störs, Prof. Dr. Harald Rosenthal, hat dem Vorsitzenden der Ostepachtgemeinschaft der Sportfischer, Wolfgang Schütz, zur Wiederansiedlung des Kaviarfischs in der Oste gratuliert. In dem Schreiben der World Sturgeon Conservation Society heißt es unter anderem:

"Viele Jahre haben wir darauf gewartet. Die Geduld wurde belohnt. Wir freuen uns gemeinsam mit Ihnen und drücken alle Daumen für weitere Erfolge. ... Der Anfang ist gemacht. Jetzt heißt es mit Kontinuität dabei bleiben.  Besonders die Arbeit zur Wiedereinbürgerung der langlebigen Störe benötigt langfristige Unterstützung. Wir wissen alle, wie schnell der anfängliche Enthusiasmus an Kraft verlieren kann. Das wäre der Sache leider nicht dienlich. Ich weiß, dass Sie großes Durchhaltevermögen haben. Dies brauchen wir, um die Arbeit nachhaltig mit Erfolg zu krönen. Wir werden Sie dabei nach besten Kräften unterstützen.

Nochmals herzlichen Glückwunsch an Sie und alle Beteiligten, die sich mit viel Energie und Begeisterung eingesetzt haben. Wenn Sie es gestatten, würde ich gern 2 bis 3 Fotos aus Ihrem Webseiten-Bericht in einer Rundnachricht der Weltgesellschaft WSCS mit einem kurzen englischen Text auf der Nachrichtenseite der WSCS einstellen. Ich finde, die Neuigkeit sollte nicht nur in deutschen Landen, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt werden."


So berichten die Medien
über den Oste-Störbesatz

Eine Presseschau mit Fotos von Jochen Bölsche


Viele Zuschauer verfolgen die Aktion

Stader Tageblatt

Wieder Störe in der Oste

24 Jahre, nachdem in der Oste der letzte Artgenosse beobachtet worden ist, leben in dem idyllischen Nebenfluss der Elbe jetzt wieder Europäische Störe. 50 Exemplare der als besonders urtümlich geltenden Knochenfische sind am Sonnabend bei Bremervörde im Fluss ausgesetzt worden. Die markierten Tiere sind Teil eines Experiments, das letztlich zur Wiederansiedlung der bedrohten Fischart im Nordseeraum führen soll. Ziel sei es zunächst, so der Biologe Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei, das Verhalten der ausgesetzten Fische in der Oste zu untersuchen, und zu ermitteln, welche Lebensräume die Störe im Fluss aufsuchen.

Die Oste gilt „historisch als einer der wichtigsten Störflüsse Norddeutschlands“, sagte Ralf Gros vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) in Lüneburg. Der Naturschutzexperte und Initiator des Oste-Experiments: „Der Europäische Stör ist eine bedrohte Art, die nach der europäischen FFH-Richtlinie besonders zu schützen ist.“


NDR

Nordsee-Stör kehrt in
heimische Flüsse zurück

Wolfgang Schütz und Jörn Geßner

50 Störe wurden in der Oste ausgesetzt. Tierschützer haben am Sonnabend in der Oste bei Bremervörde (Landkreis Rotenburg/Wümme) 50 der in Deutschland seit langem ausgestorbenen Nordsee-Störe ausgesetzt. Dadurch will die Gesellschaft zur Rettung des Störs Erkenntnisse darüber gewinnen, ob die Elbe und ihre Nebenflüsse heute einen Lebensraum für die Fische bieten. Stör-Experte Jörn Geßner: "Die Fische sind vor so vielen Jahren ausgestorben, dass wir nur wenig über sie wissen. Wir wollen sehen, welche Voraussetzungen für eine Wiederansiedlung nötig sind."

Die ausgesetzten Jungfische sind an der Flosse markiert. "Wenn Fischer sie fangen, können sie uns Bescheid sagen, wo sie das Tier gefunden haben und wie groß es ist", erläuterte Geßner. Den seltenen Fang müssten sie aber sofort zurück ins Wasser werfen. Mit Hilfe dieser Informationen können die Tierschützer sehen, wie weit die Fische wandern und wie schnell sie wachsen. Ein Tier erhält zusätzlich einen Funksender, um die Wanderbewegung aufzuzeichnen.

Vergangenes Jahr wurden schon einige Störe in der Mittelelbe ausgesetzt. Im Hamburger Hafen verloren die Tierschützer jedoch das Signal. Deshalb starten sie nun einen neuen Versuch in der Oste, die weiter nördlich in die Niederelbe mündet und eine überdurchschnittliche Wasserqualität aufweist.


Die Jungstöre werden zur Oste gebracht

Störe können bis zu acht Meter lang und 150 Jahre alt werden.Bereits 1920 hatte der deutsche Fischereiverband Teile des Flusses als Schongebiet für den Nordsee-Stör ausgewiesen. Überfischung, Umweltverschmutzung und Gewässerbebauung ließen die uralte Fischart aber aussterben. Heute leben nur noch wenige Exemplare in Frankreich, die Tierschützer zur Wiederaufzucht nutzen.

Störe können bis zu acht Meter lang und 150 Jahre alt werden. Sie gehören zu den ältesten Tierarten der Welt. Die Verwandten von Rochen und Haien kommen Wissenschaftlern zufolge seit 300 Millionen Jahren auf der Erde vor. Von den weltweit 27 Arten sind fast alle vom Aussterben bedroht. Dazu gehört der Europäische Atlantische Stör, der früher auch in der Nordsee und ihren Zuflüssen wie der Elbe lebte. Bis zu einem Alter von etwa vier Jahren leben junge Störe in Flüssen. Dann wandern sie ins Meer, kehren zum Laichen aber immer in ihre Heimatgewässer zurück.


Tagesspiegel (Berlin)

Nordsee-Stör schwimmt
wieder in seiner Heimat

Der Berliner Stör-Schützer Dr. Geßner

Bremervörde - Der Nordsee-Stör kehrt in seine Heimat zurück. Tierschützer haben am Samstag in der Oste bei Bremervörde 50 der in Deutschland seit langem ausgestorbenen Fische ausgesetzt. Die Gesellschaft zur Rettung des Störs erhofft sich Erkenntnisse darüber, ob die Fische heute wieder in der Elbe und ihren Nebenflüssen überleben können. „Wir wollen sehen, welche Voraussetzungen für eine Wiederansiedlung nötig sind“, sagte Stör-Experte Jörn Geßner. „Die Fische sind vor so vielen Jahren ausgestorben, dass wir nur wenig über sie wissen.“ Alle ausgesetzten Jungfische tragen eine Markierung an der Flosse.

„Wenn Fischer sie fangen, können sie uns Bescheid sagen, wo sie das Tier gefunden haben und wie groß es ist“, erläuterte Geßner. Den seltenen Fang müssten sie aber sofort zurück ins Wasser werfen. Die Informationen sollen den Tierschützern zeigen, wie weit die Fische wandern und wie schnell sie wachsen.

2008 hatten die Tierschützer schon einige Störe in der Mittelelbe ausgesetzt. Im Hamburger Hafen verloren sie jedoch das Signal des Funksenders. Deshalb starten sie nun einen neuen Versuch in der Oste, die weiter nördlich in die Niederelbe mündet und eine überdurchschnittliche Wasserqualität aufweist. dpa


Stör-Besatz

Das Messboot
ist schon da


Stör-Forscher Frank Fredrich mit Telemetrieboot

16. 4. 2008. Zwei Tage vor dem mit Spannung erwarteten Erstbesatz der Oste mit dem Kaviarfisch Stör sind Berliner Stör-Forscher mit ihrem Forschungsboot an der Oste eingetroffen. An der Schwebefähre in Osten wurde am Donnerstag eine erste Einsatzbesprechung mit dem Vorsitzenden der Ostepachtgemeinschaft, Wolfgang Schütz, abgehalten. Zur Besatzaktion haben sich viele Medienvertreter angekündigt, unter anderem von NDR, Radio Bremen, Nordwestradio, dpa und verschiedenen Lokalzeitungen - die Oste gerät einmal mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit.

Um das Verhalten der Oste-Störe nach der Besetzmaßnahme erforschen zu können, sind alle 55 Jungfischebereits markiert und einige zusätzlich mit Ultraschallsendern ausgestattet worden. Deren Signale können von stationären Bojen und von dem Forschungsboot aus telemetrisch erfasst werden. Das Boot liegt bereits in Bremervörde, wo das Team von Bürgermeister Eduard Gummich begrüßt wurde..


Oberndorf plant
Stör-Denkmal


Stör-Nachbildung: Bald in Oberndorf?

15. 4. 2009. An der Besatzaktion am 18. April werden neben dem Bremervörder Bürgermeister Eduard Gummich unter anderem auch Wolfgang Schütz (Ostepachtgemeinschaft) und Jochen Bölsche (AG Osteland) teilnehmen, außerdem Vertreter der Oberndorfer Initiative "Stör-Denkmal und Infozentrum Stör", die, wie berichtet, ein schwimmende Störstatue in der Oste verankern und hinterm Deich ein Infohäuschen errichten will.


Wiederansiedlung der Störe 
in Nord- und Ostsee

Hintergrundinformationen
(März 2009)

Rückgang und Perspektive

Der Stör ist ein lebendes Fossil. Seine prähistorischen Spuren reichen 200 Mio. Jahre zurück bis in die Zeit der Dinosaurier. Von den weltweit 27 Arten sind heute alle gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Der Stör war bis Ende des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Bestandteil der Lebensgemeinschaft der Flüsse Norddeutschlands. Durch die umfassende Umweltver-schmutzung und Gewässerverbauung, die in Folge der industriellen Revolution stattfand, wurden seine Lebensgrundlagen weitgehend zerstört. Drastische Überfischung besiegelte das Schicksal der Art bis zum Anfang des 20. Jh. In Deutschland kam der letzte Störbestand bis 1969 in der Eider vor. Seitdem gilt die Art als verschollen oder ausgestorben. 

Die Ursachen, die zum Niedergang der Störe führten, zerstörten auch die Lebensgrundlagen anderer Wanderfischbestände, die unter den gleichen Eingriffen zu leiden hatten. Lachs, Meerforelle, Schnäpel, Maifisch, Finte aber auch viele andere typischen Arten der Fließge-wässerfauna wurden so an den Rand des Aussterbens getrieben. 

Mit der deutschen Vereinigung und der damit einhergehenden Verbesserung der Wasser-qualität der Flüsse ergab sich erstmals eine Möglichkeit zur aktiven Arterhaltung und Wie-deransiedlung der Störe. Seit 1994 widmet sich die Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V. der Planung und Koordination dieser Aufgabe. Seit 1996 unterstützen das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsi-cherheit sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung dieses Vorhaben fachlich und finanziell. So wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass Wissenschaftler am Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), in Zusammenarbeit mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA-MV) und anderen Forschungseinrichtungen, wichtige Vorarbeiten für eine Erhaltung der genetischen Vielfalt und eine erfolgreiche Wiederansiedlung der Art in Deutschland realisieren konnten.

Primäres Ziel des Vorhabens ist es, zur Arterhaltung eines der historisch bedeutendsten Wanderfische Deutschlands beizutragen. So sollen wieder selbst-reproduzierende Bestände der beiden historisch im Einzugsgebiet der Nord- und Ostsee vorkommenden Arten in Oder und Elbe aufgebaut werden. Zudem sollen die Arbeiten zur Wiederansiedlung auch als Mittel zur Verbesserung der Lebensgrundlagen der Tiere in den von ihnen bewohnten Ökosystemen dienen; z.B. durch integriertes Gewässereinzugsgebietsmanagement mit den Zielen einer Redynamisierung und Verbesserung der Strukturvielfalt. Der Stör hat hier durch die Vielzahl der von ihm genutzten Lebensräume auch eine Funktion als Wegbereiter für andere Arten mit ähnlichen Ansprüchen an den Lebensraum. 
Der Stör ist ein Wanderfisch, der zum Laichen bis weit in die Flüsse aufsteigt, wo er in stark strömendem Wasser auf kiesig-steinigen Grund seine Eier ablegt. Jedes Weibchen legt zwi-schen 1.000.000 und 2.500.000 kleine, dunkelgraue, klebrige Eier, die von den Männchen besamt werden. Die Eier kleben an den Steinen fest, hier schlüpfen die Larven, die sich zwi-schen den Kieseln verstecken, bis der Dottervorrat aufgezehrt ist. Die fressfähige Brut wird mit der Strömung in die Flussabschnitte verdriftet, in denen hohe Futteraufkommen für gute Lebensbedingungen sorgen. Die Jungfische wandern dann in Richtung der Flussmündung, wo sie sich bis zu 4 Jahre im Brackwasser aufhalten, bevor sie ins Meer auswandern. Nach ca. 10-20 Jahren kommen die geschlechtsreifen Tiere mit mindestens 1,2 m (Männchen) bis 1,5 m (Weibchen) in die Flüsse zurück, um zu laichen. Der europäische Stör erreicht ein Alter von über 60 Jahren und eine maximale Größe von über 4 m.

Genetische Bestimmung der Eignung verschiedener Herkünfte des A. sturio für den Besatz in deutschen Flüssen 

Historisch umfasst das Verbreitungsgebiet alle europäischen Küsten, Laichplätze existierten in allen großen europäischen Flüssen. Aufgrund ausgedehnter Futterwanderungen während der marinen Phase sind das derzeitige Verbreitungsgebiet und der aktuelle Bestand schwer zu erfassen. Eine natürliche Fortpflanzung wurde letztmalig 1995 im Gironde-Einzugsgebiet registriert. 

Aufgrund der Anpassung von Arten an ihren jeweiligen Lebensraum müssen Tiere, die aus-gewildert werden, sich auch für diesen Lebensraum „eignen“. Da A. sturio historisch sehr verschiedene, geographisch getrennte Populationen einschloss, von denen einige auch als eigene Arten interpretiert werden, war die genetische Analyse und Beschreibung dieser Po-pulationen anhand von Museumsproben und rezentem Material ein wichtiger Teilaspekt des Vorhabens. Hierdurch sollten Entscheidungshilfen für die Auswahl des geeigneten Besatz-materials gewonnen werden.

Die genetischen Analysen haben gezeigt, dass die letzten noch lebenden A. sturio aus der Gironde genetisch praktisch identisch mit den Fischen aus der Nordsee sind. Für die Elbe und den Rhein ist daher der Besatz mit dem Nachwuchs der am IGB befindlichen europäischen Atlantischen Störs A. sturio aus der Gironde eine optimale Möglichkeit.

Die ehemals in der Ostsee vorkommenden Störe unterscheiden sich genetisch wie im Aus-sehen von denen der Nordsee. Sie sind die Nachfahren des vor ca. 1000 Jahren eingewan-derten Art, des Amerikanischen Atlantischen Störs, Acipenser oxyrinchus (Nature, 419, 447-448). Die Form der Besiedelung und deren Auswirkungen auf die Arten werden weiter unter-sucht, um mögliche Auswirkungen der Besiedelungsgeschichte auf das Management des Besatzes abzuschätzen. Innerhalb der nordamerikanischen Populationen dieser Art sind die genetischen Unterschiede größer als zwischen dem Ostseestör und den genetisch sehr ähn-lichen Verwandten aus kanadischen Flüssen. Folglich kann geeignetes Besatzmaterial für die Oder nur von Fischen aus dem St. Lawrence Fluss und dem St. John Fluss in Kanada stammen. 

Aufbau eines Elterntierbestandes

Für die Nachzucht der zwei Störarten ist es unabdingbar, einen Bestand an Elterntieren ver-fügbar zu haben. Aufgrund der neuen genetischen Erkenntnisse zur Herkunft der Störe in Nord- und Ostsee werden derzeit Elterntierbestände für die Vermehrung und Besatzproduk-tion aufgebaut. Für den A. oxyrinchus wird neben der Aufzucht von künstlich vermehrten Jungfischen derzeit in Zusammenarbeit mit kanadischen Wissenschaftlern, Instituten und Behörden die Auswahl und Überführung genetisch geeigneter Elternfische vorbereitet. 

Für den A. sturio wurden im Rahmen der Zusammenarbeit mit der französischen For-schungseinrichtung CEMAGREF im Jahr 1996 Tiere aus kontrollierter Nachzucht an das IGB gebracht. Die 12 Tiere sind zurzeit, neben einem in der Nordsee gefangenen Fisch, der im Aquarium Helgoland gehalten wird, die einzigen A. sturio, die es in Deutschland gibt. Versu-che diesen Bestand durch Fische aus der Fischerei zu erweitern, waren bislang erfolglos. 

Im Rahmen laufender Vorhaben werden grundlegende Fragestellungen zur Geschlechtsrei-fung und deren Steuerung bei Stören in kontrollierter Haltung untersucht. Hier gilt es insbe-sondere die Einflussfaktoren auf die hormonelle Regulation der Reifung zu bestimmen und somit eine effiziente Vermehrung sicherzustellen. Ziel ist es auch, eine Optimierung der Hal-tungsbedingungen für Laichfische zu erreichen.

Untersuchungen der potentiellen Lebensräume für frühe Entwicklungsstadien

Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Wiederansiedlung ist die Verfügbarkeit intakter Laichplätze in den drei potentiell für die Wiederansiedlung vorgesehenen Flüssen Oder, Elbe und Rhein oder ihren Nebengewässern. Im Rahmen der laufenden Arbeiten wur-den bislang an der Oder und ihren Zuflüssen die historisch aus Literaturangaben belegten Laichplätze überprüft. Bei weitgehender Übereinstimmung der verfügbaren Angaben mit den aus wissenschaftlichen Publikationen abgeleiteten Kriterien für einen Störlaichplatz, wurde eine videooptische Kartierung durchgeführt und die Substrateignung bestimmt. Nach dem bisherigen Kenntnisstand eignen sich von den Gewässern des Odereinzugsgebietes einige Abschnitte prinzipiell als Laichplätze. Einige Abschnitte bedürfen noch einer Renaturierung. Insbesondere die Nährstoffbelastung der polnischen Oderzuflüsse stellt die größte Ein-schränkung bezüglich der Qualität der Laichplätze dar. In der Mittelelbe konnte das Vor-kommen von Kiesbänken, die potentiell als Laichsubstrat dienen, bestätigt werden. Historisch bekannte Laichplätze in anderen Flussabschnitten und Zuflüssen sollen noch bestimmt werden. Für den Rhein zeigt eine bisher unveröffentlichte Studie, dass potentielle Laichplätze im Bereich des deutschen Niederrheins verfügbar sind.

Entwicklung alternativer Fischereitechniken

Um den Beifang von Stören in der kommerziellen Fischerei möglichst zu minimieren, werden Fangversuche zur Weiterentwicklung von Stellnetzen für die Küstenfischerei durchgeführt. Hierbei gilt es, neben dem minimalen Beifang von Stören insbesondere den optimalen Fang an Zielfischen (Zander und Barsch) in der kommerziellen Stellnetzfischerei im Stettiner Haff zu sichern. Die Versuche zur Fängigkeit und Selektivität von modifizierten Fanggeräten wer-den im deutschen Teil des Stettiner Haffs durchgeführt. Zu diesem Zweck werden Versuche in Zusammenarbeit mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Meck-lenburg-Vorpommern mit den verschiedenen Netztypen und Maschenweiten realisiert. Bei den ersten Versuchen in Teichen zeigte sich bereits, dass der Beifang von Stören durch ein-fache Veränderungen an den Netzen vollständig unterbunden werden konnte. In den derzeit laufenden Versuchen wird die Effektivität der veränderten Netze für Fang von Zander und Barsch überprüft. Die bislang vorliegenden ersten Ergebnisse wiesen auf eine viel verspre-chende Effizienz bezüglich der Zielfischfänge hin. 

Erste Besatzmaßnahmen 

Im Mai 2007 wurden die ersten markierten und zum Teil mit Sendern versehenen Jungstöre in die Oder eingesetzt. Diese Besatzmaßnahmen, wurden 2008 mit ca. 32.000 Tieren fortge-setzt. Sie sind Teil der Untersuchungen zum Wanderverhalten und der Habitatnutzung der Tiere im Odergebiet. Hierbei soll das Potenzial der Region für den Aufbau eines Störbestandes bestimmt werden. Im Rahmen eines Monitorings werden zudem Risikofaktoren für das Überleben der Jungtiere identifiziert. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden die Grundlage für das Management eines möglichen, nachfolgenden Massenbesatzes schaffen. 

Im Nordseeeinzugsgebiet wurde ein erster Versuchsbesatz im Einzugsgebiet der Elbe am 4. September 2008 durchgeführt, um die Nutzung der Lebensräume und das Wanderverhalten zu untersuchen. Die Freisetzung der ersten 52 Tiere, von denen 2 mit telemetrischen Sendern ausgestattet waren, stellte den Einstieg in die Arbeiten im Nordseeeinzugsgebiet dar. Diese Arbeiten werden 2009 mit experimentellen Besatzmaßnahmen in der Elbe und ihren Nebenflüssen Oste und Stör intensiviert, die derzeit in Vorbereitung sind. Hierbei sollen Kri-terien für eine Bewertung der Eignung der Nordseezuflüsse für einen nachfolgenden Besatz zur Etablierung von selbst erhaltenden Beständen erarbeitet werden. Auf diese Weise soll im Rahmen der Umsetzung des Aktionsplans der Bern Konvention ein konzertierter Versuch der Wiedereinbürgerung unternommen werden, der alle wichtigen Ressourcennutzer einbezieht.

Weiterführende Informationen:

Dipl. Biol. J. Geßner, Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V., e-mail: sturgeon@igb-berlin.de, Tel.: (030) 641 81 626
Dr. H. v. Nordheim, Bundesamt für Naturschutz, e-mail: henning.von.nordheim@bfn-vilm.de, Tel.: (038301) 86-120 


Wenn ein Stör an
die Angel geht...

24. 3. 2009. Zum Störbesatz in der Oste am 18. April in Bremervörde informiert die Ostepachtgemeinschaft ihre Mitglieder, wie zu verfahren ist, wenn ein Angler einen Atlantischen Stör in der Oste fängt:




Bilder 1 – 3 zeigen einen A. oxyrinchus, Bild 4 zeigt einen A. sturio (Ostebesatz). In diesem Jahr wird von der Gesellschaft zur Rettung des Stör eine gelbe Markierung verwendet. Die Markierungsmöglichkeiten sind bei allen Arten gleich, siehe Fotos.

Wie ist nun zu verfahren:

• Fisch schonend abhaken,
• Länge messen,
• Wenn möglich Gewicht bestimmen,
• ggf. Foto machen,
• anschließend sofort zurück setzen,
• Marke am Fisch unbedingt belassen,
• Fangdaten (Tag, Zeit, Ort, Köder, Lange, Markennummer) notieren und an die Gesellschaft zur Rettung des Störs oder an den Vorsitzenden der OPG durchgeben.
• Kontaktadressen:

Gesellschaft zur Rettung des Störs e. V., Fischerweg 408 in 18069 Rostock. Tel.: 0381/8113429 oder 030/64181626.

Vorsitzender OPG: Wolfgang Schütz, Tel: 0172/4264094, Mail WolfgangSchuetz@gmx.net


Artenschutz

Störbesatz
am 18. April


Logo der Ostestör-Aktion

15. 4. 2009. Im Rahmen eines seit 1996 gemeinsam von Deutschland und Frankreich durchgeführten Projektes zur Arterhaltung und Wiederansiedlung des Europäischen Störs (Acipenser sturio) werden am Sonnabend, 18. April 2009, die ersten Jungstöre bei Bremervörde in der Oste ausgesetzt.

Damit kehren 25 Jahre nach dem letzten Fang eines Europäischen Störs in Deutschland die ersten Exemplare dieser Art in die Oste zurück. Die Maßnahme wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) als ein Meilenstein auf dem Weg zur Rückkehr der Störe in den Nordseeraum und als ein wichtiger Beitrag in den Bemühungen zum Schutz der globalen Biodiversität eingeschätzt.

Das Bundesamt für Naturschutz fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) seit Mitte der 1990er Jahre Projekte zum Wiederaufbau von Beständen des Europäischen und des Atlantischen Störs in deutschen Flüssen und Meeresgebieten der Nord- und Ostsee. Diese Projekte werden, unterstützt durch Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Landes Mecklenburg-Vorpommern, federführend von der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V. in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der französischen Cemagref seit 1996 durch den Austausch von Tieren und enge wissenschaftliche Zusammenarbeit realisiert.

Das Projekt ist Bestandteil einer langfristigen Strategie zum Aufbau sich selbst reproduzierender Bestände heimischer Störarten, nachdem diese durch intensive Fischerei sowie zunehmende Gewässerverbauung und -verschmutzung seit Mitte des 19. Jahrhunderts einen massiven Bestandseinbruch erfahren haben. Ziel des heutigen experimentellen Besatzes ist es, für den zurzeit im deutschen Nordseeeinzugsgebiet als ausgestorben bzw. als verschollen geltenden Stör wichtige Informationen zu Lebensraumansprüchen und Gefährdungsfaktoren zu erheben, die wesentliche Grundlagen für die weiteren Arbeiten zur Wiederansiedelung in seinem ursprünglichen Verbrei-tungsgebiet der Nordsee und ihren Zuflüssen darstellen. Eine weitere Voraussetzung für die Rückkehr des Störs ist - neben der Verfügbarkeit intakter Lebensräume - die Passierbarkeit der Ströme und ihrer wichtigsten Nebengewässer, um die Wanderung dieser Art zwischen ihren Laichgebieten im Oberlauf der Flüsse und der Hauptnah-rungsgebiete im Meer zu gewährleisten. Hierfür muss auch einer verbesserten Passierbarkeit der Flüsse für Störe und andere Wanderfischarten, durch die Errichtung von artgerechten Aufstiegshilfen an Wehren und Dämmen zukünftig Rechnung getragen werden.

Die Bedeutung von naturnahen Flussgebieten für den Artenschutz kommt auch in der Wahl des jetzigen Besatzortes zum Ausdruck. Die Oste ist ein Fluss mit einer in weiten Teilen überdurchschnittlichen Gewässergüte und -struktur, die naturnahe Lebensräume bietet. Bei positiver Entwicklung des Projektes könnte sie zukünftig die Kinderstube für junge Störe darstellen.

Sich selbst erhaltende Bestände des Störs sollen in Zukunft als Leit- und Indikatorart für naturnahe Gewässer auch in anderen deutschen Flüssen und Meeresgebieten wieder aufgebaut werden. Maßnahmen zum Schutz der Störe werden aber auch anderen, weniger bekannten Wanderfischarten helfen, indem wichtige Lebensräume erhalten oder wiederhergestellt werden. Eine wesentliche Vorraussetzung zum Schutz wandernder Fischarten bildet die Passierbarkeit der Flüsse sowie ein Netzwerk von Schutzgebieten zur Erhaltung der wichtigsten Lebensräume der Arten.

Ein solches Projekt kann aber ohne die Kooperation mit allen Nutzer- und Interes-sensgruppen nicht erfolgreich sein. Das BfN hebt in diesem Zusammenhang besonders die Bereitschaft der Berufs- und Sportfischer hervor, das Projekt zu unterstützen und sieht es als gutes Beispiel für eine verbesserte Kooperation von der Naturschutz- und Fischereiseite.


Sportfischer

Premiere im April:
Störe für die Oste


V. l.: Egon Boschen (Lamstedt), Wolfgang Schütz
(Osten) und Jörn Gessner (Berlin) beim Stör-Gipfel

17. 3. 2009. Die Oste wird als erster Fluß in Niedersachsen versuchsweise mit dem seit Jahrzehnten in Deutschland verschollenen Europäischen Stör besetzt. Am Sonnabend, 18. April, gegen 12.30 Uhr sollen 55 Jungfische nördlich von Bremervörde in der Unteren Oste ausgesetzt werden. Das wurde bei einem "Stör-Gipfel" im Bremervörder Kreishaus bekannt, bei dem der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) rund 20 Vertreter der Landkreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg sowie der Sportfischer- und der Naturschutzverbände des Ostelandes begrüßen konnte.


Telematik-Forschungsboot der Stör-Retter

Die Entscheidung, gerade die Oste für einen "experimentellen Besatz" mit dem urtümlichen Kaviarfisch auszuwählen, begründeten Fachleute von der Gesellschaft zur Rettung des Störs, Sitz Rostock, mit der Gewässer- und Strukturgüte der Oste, der geringen Beeinträchtigung durch die Schifffahrt und mit der geplanten Beseitigung von Wanderhindernissen wie dem Wehr in Bremervörde.


Hinweis auf Artikel dieser Website

Ausschlaggebend für die Wahl der Oste seien aber auch die Verdienste der hier ansässigen Sportfischervereine um die erfolgreiche Wiederansiedlung des Lachses gewesen, ferner die intensive Öffentlichkeitsarbeit für den Artenschutz, erklärte Projektleiter Jörn Gessner (Berlin) unter Hinweis auf die Stör-Artikel dieser Website, die auch in Berlin und Rostock wahrgenommen worden waren.

Im Übrigen, so Gessner, stelle das "Jahr der Oste" einen guten Zeitpunkt für den "Startschuß" an der Oste dar.


Jahr der Oste gut für den Startschuß

Als "Ritterschlag für die Oste" empfanden die Vertreter der Ostepachtgemeinschaft (OPG) der Sportfischer sowie der Arbeitsgemeinschaft Osteland die Entscheidung der Experten, den längsten niedersächsischen Nebenfluss der Elbe für das spektakuläre Experiment auszuwählen. Die OPG, der 22 Vereine mit 5600 Sportanglern angehören, unterstützt bereits seit 1995 die Arbeit der Stör-Gesellschaft, der sie, so Vorsitzender Wolfgang Schütz (Osten), als erste deutsche Sportfischervereinigung beigetreten war.


Preisträger Peters (4.v.r.) auf dem "Stör-Gipfel"

Die Sportfischer an der Oste hätten, wie Projektleiter Gessner hervorhob, bei der Nachzucht von Lachsen einen großen Erfahrungsschatz gesammelt. Den aktiven Sportanglern rund um die Zuchtanlagen in Lamstedt, Sittensen und Zeven ist es zu verdanken, dass die Oste seit Jahren als "Deutschlands Lachsfluss Nummer eins" gilt. Zu den Teilnehmern des "Stör-Gipfels" zählten auch die für ihre Wiederansiedlungserfolge mit dem Osteland-Kulturpreis ausgezeichneten Sportfischer Egon Boschen (Lamstedt) und Ernst Peters (Zeven).

Um das Verhalten der Oste-Störe nach der Besetzmaßnahme erforschen zu können, sollen alle Jungfische markiert und einige zusätzlich mit Ultraschallsendern ausgestattet werden, deren Signale von stationären Bojen und von einem Forschungsboot aus telemetrisch erfasst werden können. Wenn das Experiment positiv verläuft, soll der Fluß, sobald genügend Besatzmaterial verfügbar ist, in eine größer angelegte Einbürgerungsaktion einbezogen werden - mit dem Ziel, in der Oste einen "sich selbst etablierenden Bestand" zu schaffen.


Solche Störe schwammen einst in der Oste

Scharf kritisierten die Experten Versuche von Anglern, exotische Störe, die in Baumärkten, Gartencentern und im Internet frei erhältlich sind, in heimischen Gewässern auszusetzen. Solche Faunenverfälschung durch konkurrierende Arten könne Fischkrankheiten auslösen und gefährde die jetzt betriebene Ansiedlung des Europäischen Störs, der bis vor knapp 100 Jahren im Einzugsbereich der Elbe heimisch war und von dem nur noch ein winziger Bestand in der französischen Gironde existiert und in begrenztem Umfang Nachzuchten ermöglicht.

In Flüssen wie der Oste hätten sich bereits seit einem halben Jahrhundert keine heimischen Störe mehr vermehrt, erklärte Gessner. Gesichtet würden allenfalls von Laien eingesetze Exemplare fremder Herkunft. "Diese Leute müssen zur Räson gebracht werden," kritisierte der Projektleiter die schwarzen Schafe unter den Anglern, die beispielsweise Gewässer im Einzugsbereich der Ucker und der Ems mit exotischen Stören besetzt hätten. Oft würden solche Tiere in dem Irrglauben ausgesetzt, auf diese Weise ließen sich die überhand nehmenden Wollhandkrabben in den Vereinsgewässern reduzieren.

Zu Beginn der Sitzung hatte NLWKN-Vertreter Ralf Gros mitgeteilt, die experimentelle Besatzmaßnahme werde vom Bund mitfinanziert und sei Teil nationaler und internationaler Aktionspläne zum Wiederaufbau von Störbeständen. Die Oste sei auch aus seiner Sicht prädestiniert für eine Einbeziehung in Besatzprogramme. Wichtig sei, dass auch hier Hindernisse für Wanderfische beseitigt würden, so wie derzeit auch an der Elbschleuse in Geesthacht der Bau einer störgerechten Fischtreppe angestrebt werde.


Artenschutz

1000 junge Störe
für Elbe und Oste


Störschützer Rosenthal und Schütz in Osten

14. 3. 2009. Alljährlich sollen 1000 bis 2000 junge Störe in Elbe, Stör und Oste testweise wiederangesiedelt werden. Dazu hat das Bundesamt für Naturschutz jetzt 700 000 Euro bewilligt. Ein ausführlicher Bericht darüber steht jetzt im Hamburger Abendblatt.


In der Oste gefangener Stör (um 1900)

Ein Porträt des in Neu-Wulmstorf lebenden Fischereiwissenschaftlers und Meeresbiologen Dr. Harald Rosenthal, Vorsitzender der Weltgesellschaft zur Rettung der Störe, steht hier in der Stader Ausgabe des Abendblatts.

Prof. Rosenthal steht seit Jahren in Kontakt mit dem Vorsitzenden der Ostepachtgemeinschaft, Wolfgang Schütz (Osten), der - ebenso wie AG-Osteland-Vize Jochen Bölsche - an diesem Montag, 16. März, an einer Konferenz in Bremervörde teilnimmt, in der das Niedersächsische Landesamt für Wasserbau, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) über die im Jahr der Ostegeplante Stör-Ansiedlung in der Oste berichtet.


Artenschutz

Der Kaviarfisch
soll heimkehren


Ostener Störfischer (um 1900)

Als "schönstes Geschenk" zum Jahr der Oste begrüßt die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. aktuelle Pläne, den vor rund hundert Jahren ausgerotteten Stör im längsten niedersächsischen Nebenfluß der Elbe wieder anzusiedeln. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) plant für das Oste-Festjahr erstmals einen "experimentellen Besatz mit Stören in der Oste". Zu einem Informationsgespräch über die Wiederansiedlung des urtümlichen Kaviarfisches in der Oste hat die Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN zum 16. März Vertreter der Landkreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg/Wümme sowie von Sportfischer- und Naturschutzverbänden nach Bremervörde eingeladen.


Ostestör in Osten um 1900

Die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. hofft auf ein zweites "Wunder in der Oste", wie die Presse vor einigen Jahren die Wiederansiedlung des hier ebenfalls ausgestorbenen Lachses kommentierte.

Beim "König der Fische"
funktionierte das Wunder

Quelle: LAVES 2005
Lachsvorkommen (rot) heute: Obere Oste vorn

Den Sportfischern an der Oste war es nach jahrzehntelangen Versuchen mit Import-Lachsbrut und mit Hilfe von Brutstationen in Zeven, Sittensen und Lamstedt gelungen, den seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts verschollenen "König der Fische" wieder in der Oste heimisch zu machen, die inzwischen laut Fachpresse als "Deutschlands Lachsfluß Nummer eins" gilt.


Oste-Lachs auf der Website des ASV Zeven

Auch der Verein deutscher Sportfischer bezeichnet den Fluß als "Paradegewässer für die Wiedereinbürgerung von Großsalmoniden".

Für ihre Verdienste um die Wiederansiedlung des Lachses in der Oste waren Egon Boschen (Lamstedt) und Ernst Peters (Zeven) 2005 mit dem Osteland-Preis "Der Goldene Hecht" ausgezeichnet worden. Inzwischen kehren nach Schätzungen des Vorsitzenden der Ostepachtgemeinschaft, Wolfgang Schütz (Osten), jährlich rund 600 hier aufgewachsene Lachse von ihrer langen Wanderung nach Island und Grönland wieder in die Oste zurück.

Sensationelle Fotos vom Aufstieg der Lachse in der Oberen Oste stehen hier.


Lachs auf der Website der Wümme-Angler

Der sehr viel empfindlichere Stör war bereits vor rund hundert Jahren durch Überfischung und Umwelteinflüsse aus der Oste verschwunden, nachdem die Störfischerei dort zuvor einer der wichtigsten Wirtschaftszweige gewesen war.

Die "friedlichen Wale"
wogen bis zu 6 Zentner


Präparierter Störkopf (im Fährkrug)

So gewaltige Schwärme zogen alljährlich von Mai bis Juli aus der Nordsee in die Laichgebiete in der Elbe und ihren Zuflüssen, dass allein das Hamburger Fischgeschäft Hagenbeck Mitte des 19. Jahrhunderts jeden Sommer um die 5000 Störe verarbeitete. Aus der Oste wurden beispielsweise zwischen Rönndeich und Achthöfen, unmittelbar ober- und unterhalb von Osten, jedes Jahr 80 bis 100 der im Volksmund so genannten "friedlichen Wale" gezogen, die bis zu drei Meter lang und sechs Zentner schwer werden können.


Störverarbeitung in Osten um 1900

Der Fisch war allein schon wegen seines Fleischs beliebt. Auf dem Ostener Schützenfest wurde er, wie die Regionalhistorikerin Gisela Tiedemann-Wingst berichtet, an Ort und Stelle geschlachtet und pfundweise als Delikatesse verhökert. Vor allem aber war der Stör wegen seines Rogens begehrt: Aus einem einzigen weiblichen Tier ließen sich bis zu 30 Kilo Kaviar gewinnen, mit dem die Dörfer an der Oste jahrzehntelang Hamburger Feinschmecker belieferten.

Selten wie die
Blaue Mauritius

Im Jahre 1911 jedoch, so die Heimatforscherin Tiedemann-Wingst, war die "erwerbsmäßige Berufsfischerei so gut wie am Ende" und der Großfisch einer "erbarmungslosen Jagd" zum Opfer gefallen. In einem Aquaristik-Portal ist über den Stör ("Panzerkreuzer in heimischen Gewässern") zu lesen, dieser Urzeitfisch, der die Saurier überlebt hat, sei heute "in Deutschland selten wie die Blaue Mauritius, wertvoll wie die englische Königskrone".

Der "Russenstör" aus
dem Zierfischhandel

Zwar ging den Sportfischern an der Oste - zuletzt in Ahrensflucht, Hemmoor und Brobergen - später immer mal wieder ein Stör an die Angel, doch dabei handelte es sich kaum je um den verschollenen Europäischen Atlantische Stör (Acipenser sturio), sondern meistens um verirrte oder ausgesetzte Exemplare etwa des sogenannten Russenstörs oder Waxdick (Acipenser gueldenstaedti), der bei Gartenteichfreunden beliebt ist und zu Preisen zwischen 50 und 100 Euro im Zierfischhandel gekauft werden kann.

Seit Jahren bereits sondiert die Ostepachtgemeinschaft (OPG), in der 21 Sportfischervereine mit 5800 Mitgliedern zusammengeschlossen sind, die Möglichkeiten einer Wiederansiedlung des Europäischen Atlantischen Störs in der Oste. Dazu führte der OPG-Vorsitzende Schütz in Osten unter anderem Fachgespräche mit dem dem Ichthyologen Prof. Dr. Harald Rosenthal, dem Präsidenten der Weltgesellschaft zum Schutz der Störe (WSCS), der auch die OPG als förderndes Mitglied angehört.

Nachdem mit finanzieller Unterstützung auch der Oste-Sportfischer in den vergangenen Jahren zunächst in der Oder versuchsweise Jungstöre ausgesetzt worden waren, wurde am 4. September 2008 erstmals eine experimentelle Wiederansiedlung von Stören im deutschen Nordsee-Einzugsgebiet versucht, in der Nähe der brandenburgischen Elbgemeinde Lenzen.

Stör- und Lachsschützer
beim Ostener Fährmarkt

Vor dem Beginn des nun geplanten Versuchsbesatzes in der Oste will das NLWKN bei dem bevorstehenden Fachgespräch in Bremervörde über "nationale Strategien zur Umsetzung des Internationalen Aktionsplans zur Rettung des Störs" und über "Ergebnisse aktueller Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Wiedereinbürgerung des Störs an der Oder" informieren. Außerdem soll das konkrete Vorgehen beim Versuchsbesatz in der Oste erörtert werden.

Die Ostepachtgemeinschaft wird ihre Bemühungen um Artenschutz und Wiedereinbürgerung von Lachs und Stör im Rahmen des "Jahres der Oste" erstmals in drei Info-Zelten und -Pavillons beim Ostener Fährmarkt am 24. Mai einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.


Sportfischer

Angler fördern
Stör-Ansiedlung


OPG-Vorsitzender Schütz: Einladung an die Oder

1. 7. 2007. Die Oste-Pachtgemeinschaft (OPG) der Sportfischer beteiligt sich finanziell an einem aufsehenerregenden Projekt zur Wiederansiedlung des Störs - allerdings nicht in der Oste, sondern an der Ostsee.

Als Vorsitzender der OPG, die seit Jahren finanziell die Gesellschaft zur Rettung des Störs mit Sitz in Rostock unterstützt, ist Wolfgang Schütz (Osten) jetzt eingeladen worden, einem "historischen Moment" (Schütz) beizuwohnen: Nach mehr als 10 Jahren Vorbereitung wird am 14. Juni im Nationalpark Unteres Odertal bei Hohensaaten der experimentelle Erstbesatz der Oder mit jungen Stören vorgenommen.

Foto: HUBERT
Störnetz aus Osten (im Rostocker Museum)

Die Sportfischer verfolgen das Experiment mit großem Interesse, wie AG-Osteland-Mitglied Schütz sagt: "Die Angler entlang der Oste sind sehr an einer Wiedereinbürgerung in unserer Oste interessiert."

An der Oste ist der Stör - entgegen anderslautenden Gerüchten - seit Jahrzehnten ausgestorben; eine sich selbst reproduzierende Population besteht seit Ewigkeiten nicht mehr.

Daran ändern auch Pressemeldungen nichts, nach denen jüngst - angeblich "zum erstenmal seit 50 Jahren" - wieder ein Stör aus der Oste an Land geholt worden ist. Abgesehen davon, dass auch Ende der 90er Jahre in der Hexenbucht ein Stör (heute im Fährkrug ausgestellt) an den Haken ging und dass im Juni 2001 der Hemmoorer Lutz Prill (Foto) ebenfalls einen Stör erbeutete - stets handelte es sich nach Ansicht von Experten um Zufallsfänge; die Tiere waren aus Zuchtanstalten entwichen oder von Hobbyisten ausgesetzt worden, die sie im Fachhandel für ihren Gartenteich erworben hatten, wie die Arge Elbe in einer Studie dokumentiert hat.

Auch die Heimatforscherin Gisela Tiedemann-Wingst kommt in einem hervorragend recherchierten Aufsatz ("Hamburger Kaviar", Jahrbuch der Männer vom Morgenstern, 2000) zu dem Fazit, "daß von einem Vorkommen der Störe in Elbe und Oste nicht mehr die Rede sein kann. Geht tatsächlich noch einmal einem Fischer ein Exemplar in Netz, so handelt es sich um einen absoluten Zufallsfang."

Tiedemann: "In der freien Natur hat der Stör keine Chance mehr, da ihm die Laichmöglichkeiten genommen sind, wenn auch etwa die Oste wieder sauberer geworden ist, so daß man sich dort mit der Wiedereinbürgerung des Lachses befaßt, was aber nicht für den Stör in Frage kommt."


In Osten erbeuteter Stör (um 1900)

Eine dauerhafte Wiederansiedlung des sensiblen Urfischs in der Oste würde also eine Renaturierung des Flusses voraussetzen, für die sich Sportfischer und Naturschützer einsetzen. Daher wird noch viel Wasser den Strom herabfließen, ehe es - wie vor 100 Jahren - wieder Störfleisch zum Ostener Schützenfest geben wird und Feinschmecker sich wieder an Ostener Kaviar laben können.


Ökologie

90-cm-Stör
in der Oste


Stör aus der Oste (Archiv-Foto: Bölsche)

28. 5. 2007. Der Sportfischer Erwin Holst aus Brobergen hat in der Nacht zum Pfingstmontag einen 90 Zentimeter langen und 4,25 Kilogramm schweren Stör gefangen. "Leider hatte der Fisch den Haken so tief verschluckt, dass ich ihn töten musste," zitiert das Stader Tageblatt (Dienstagausgabe) den Angler.

"Gefangen wurde der Stör etwa einen halben Kilometer entfernt von der Broberger Fähre," berichtet Corinna Kolf, Vorsitzende des Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen.


Stör-Bericht heute im Stader Tageblatt

Der ursprünglich in der Oste heimische Stör ist, wie die Regionalforscherin Gisela Tiedemann-Wingst in dem Buch "Die Oste" (Verlag Männer vom Morgenstern) ausführlich beschrieben hat, seit fast 100 Jahren in Oste und Elbe ausgestorben, vor allem durch Überfischung.

Nähere Angaben über den Brobergen-Stör fehlen bislang.

Bei nahezu allen in den letzten Jahren hier gefangenen Stören handelte es sich um ortsfremde Störe, die entweder Fischzuchtanlagen entwichen oder von Gartenteichbesitzern im Internet gekauft und dann ausgesetzt worden waren - so auch jener Stör, dessen präparierter Kopf im Ostener Fährkrug besichtigt werden kann.


Sportfischer

Das Rätsel aus
der Hexenbucht


Horst Ahlf mit dem Kopf eines Störs aus der Oste

16. 6. 2004. Vor wenigen Jahren stellte sich heraus: Der edle Lachs, der König der Fische, vermehrt sich wieder in der Oste. Die Presse berichtete über die gelungene Wiederansiedlung und schrieb von einem "Wunder an der Oste".

Hat sich in dem stillen, sauberen Strom (Gewässergüte 2) jetzt ein zweites Wunder vollzogen?

Älter als
die Saurier

Diese Frage wirft der Kopf eines Riesenfischs auf, den Sportfischer in der Hexenbucht bei Ahrensflucht, in der Nähe von Oberndorf, aus der Oste gezogen haben. Experten des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund haben das Tier jetzt als Stör, als einen so genannten Waxdick, identifiziert, wissenschaftlich Acipenser gueldenstaedti.

Störe sind nicht irgendwelche Fische, Störe sind lebende Fossilien, ihre Haut wird durch eigenartige Knochenplatten geschützt. Der Stör ist aus einer Gruppe primitiver Fische entstanden, die 300 Millionen Jahre alt ist, älter als die Dinosaurier.

Der Oste-Stör - war er
nie ganz ausgestorben?


Störfang in der Oste um 1905

Heute sind alle Störarten in ihrem Bestand gefährdet. Schuld daran ist der Mensch, der den Stör wegen des kostbaren Kaviars, aber auch wegen des Fleisches weitgehend ausgerottet hat - auch in der Oste, wo er Anfang des 20. Jahrhunderts wegen Überfischung verschwand; der Ostestör gilt als ausgerottet.

Oder etwa doch nicht ganz? Der Ostener Angelrekordler und Hotelier Horst Ahlf - in seinem Fährkrug hängen Fotos von der Kaviarproduktion im alten Osten/Oste - behauptet steif und fest, dass der Stör in der Oste nie wirklich ausgestorben war. Es habe immer einen Restbestand des angeblich verschollenen und streng geschützten Fisches gegeben; ortskundige Angler hätten darüber geschwiegen.

Falls Horst Ahlfs Vermutung zutreffen sollte - der Stör aus der Hexenbucht taugt wohl nicht als Beweis für seine These. Denn die Art, der die Wissenschaftler den Tiefkühl-Fischkopf aus dem Hotels Fährkrug zurechnen, war nach dem Urteil der Experten nie in der Oste heimisch.

Wie kam der Russe
in die Hexenbucht?

Der auch als Russischer Stör bezeichnete Waxdick besiedelt vielmehr das Schwarze Meer und das Kaspische Meer sowie deren Zuflüsse.

Wie aber ist der "Russe" in die Oste gekommen? Und welcher Sportfischer hat den Waxdick (der natürlich unter Schutz steht) aus dem Fluß geholt?

Horst Ahlf berichtet, vor "sechs oder acht Jahren" hätten ihm irgendwelche Angler den Störkopf gebracht. Sie hätten ihm erzählt, dass sie beim Aalangeln an der Hexenbucht nach ein paar Flaschen Bier eingenickt seien. Als sie aufwachten, sei "der Knüppel krumm" gewesen - und in der Angelschnur hatte sich, so ihre Darstellung, ein 30 bis 40 Pfund schwerer, etwa 1,20 Meter langer Fisch verwickelt.

Aus dem Kühlraum
ins Meeresmuseum

Ahlf liess sich den Fischkopf geben und bewahrte ihn jahrelang ihn in seinem Kühlraum auf. Als voriges Jahr Wissenschaftler des Deutschen Meeresmuseums in Osten Material für eine große Stör-Ausstellung suchten, händigte der Hotelier ihnen das seltene Stück sowie Reproduktionen alter Ostener Störfang-Fotos aus. Am 15. Juni - die Ausstellung ist inzwischen beendet - brachten ihm die Stralsunder den Fischkopf zurück, den sie aus Dankbarkeit kostenlos präpariert hatten.

Das bemerkenswerte Exponat wird in Kürze im Fährkrug aufgehängt - und wird dann wohl manch eine Diskussion über das Rätsel aus der Hexenbucht auslösen.

Unbestritten ist, dass in der Elbe immer wieder mal Störe gefangen werden. Oft könne wegen "vorzeitigen Rücksetzens" in den Fluss die Art aber nicht genau bestimmt werden, heisst es in einem Bericht der Arge Elbe (PDF-Datei hier). Wann immer das aber gelungen sei, habe es sich bei den Stören aus der Elbe um nicht heimische "Fremdarten" gehandelt.


Stör-Information der Arge Elbe

Es sei davon auszugehen, dass diese Tiere aus Störzuchtanlagen entwichen oder von Hobbyisten aktiv in die Elbe ausgesetzt worden seien, heisst es auf der Arge-Elbe-Website.

Störe im Gartenteich
fressen aus der Hand

Tatsächlich ist der Waxdick in Deutschland ein beliebter Hobbyfisch. Mit Zier-Stören handelt zum Beispiel das Fischgut Primus. "Wegen seiner außergewöhnlichen Erscheinung und seines wenig ausgeprägten Fluchtreflexes wird der Stör heute zunehmend mehr in Teichanlagen eingesetzt," heisst es auf der Website des Händlers. Weil die nachgezüchteten Russischen Störe (Foto links)  "schnell zahm" würden und "sogar aus der Hand" fressen, seien sie "heute eine der begehrtesten Störarten auch in Teichanlagen". Der "private Boom der Störe als Teichfische" (Primus) hat dazu geführt, dass der Waxdick auch in Deutschland in Fischzuchten vermehrt wird, "wobei aufgrund seiner auffälligen schwarzweißen Färbung ein großer Teil der Brütlinge im Zierfischhandel landet", wie es auf einer Experten-Website heisst.

Irgendwann ist der Waxdick allerdings zu groß für den Gartenteich. Mit einer Länge bis zu 2,4 Metern und einem Gewicht bis zu 115 Kilogramm ist der Russische Stör zwar "etwas kleiner als der Baltische Stör, aber noch immer ein stattlicher Fisch", wie es auf der Website der Firma Fischzucht Peschkes heisst. Dann wird unter anderem im Internet, wo der Handel mit Gebraucht-Stören floriert, nach Abnehmern gesucht.


Waxdick-Handel im Web: 1 Meter für 100 Euro

Und wenn sich kein Interessent für die fossilen Monster findet? Dann landet womöglich der eine oder andere "Russe" schon mal in der Elbe (oder in der Oste).

Legendär wie
"Jonni Hecht"

Aber - wer weiss: Vielleicht schwimmt ja zwischen all den eingeschleppten oder ausgesetzten "Fremdfischen" noch der eine oder andere "echte" Oste-Stör aus dem ursprünglichen Bestand umher, unerkannt wie der uralte, sagenhafte Hecht mit der goldenen Krone, der das Wappen von Hechthausen ziert und der in der Legende (und in Elke Löwes schönem Bilderbuch "Jonni Hecht") noch immer durch die Ostefluten geistert.


Im Fährkrug zu sehen: der Waxdick-Kopf

Mehr über Störe auf der Website des SFV "Oste"


Ökologie

Der Bürgermeister
und das Pümpelgarn

Foto: HUBERT
5.4.2004. Was ist ein Pümpelgarn? Und was haben unser Bürgermeister Carsten Hubert und seine Frau Angelika (Foto) damit zu tun?
Foto: HUBERT
Pümpel sind die Schwimmer an den 60 Meter langen Netzen aus Garn, mit denen die Ostener bis vor rund 80 Jahren so lange Störe aus der Oste zogen, bis der urzeitliche Riesenfisch hier ausgestorben war - ein trauriges Beispiel für Naturzerstörung. Ein original Pümpelgarn aus Osten ist noch bis einschließlich 30. April im Meeresmuseum in Stralsund zu sehen, wo eine Sonderausstellung zum Thema Störe ("Bedrohte Giganten - lebende Fossilien") wegen großen Erfolges mehrfach verlängert werden musste (Info hier).
Foto: HUBERT
Das Netz ist eine Leihgabe des Ostener Heimat- und Buddelmuseums. Zum Dank für die Überlassung des seltenen Exponats waren Bürgermeister Hubert und Frau Angelika zur Eröffnung nach Stralsund eingeladen worden. Für die Ausstellung in Stralsund hatte außerdem Hotelier Horst Ahlf einen Störkopf und Aufnahmen vom Störfang und der Kaviarproduktion im alten Osten zur Verfügung gestellt.
Repro: Bölsche
Mehr zum Thema steht auf der Website des SFV "Oste", dessen Vorsitzender Wolfgang Schütz kürzlich zu einer stark beachteten Veranstaltung zum Thema Stör eingeladen hatte. Detaillierte Informationen zur Ausrottung des Oste-Störs stehen auch in dem kürzlich erschienenen Heimatkunde-Bestseller "Die Oste", von dem letzte Exemplare noch in der Center-Buchhandlung in Hemmoor erhältlich sind.


Sportfischer

Professor analysierte
"Stör-Fall" in der Oste


Professor Rosenthal, SFV-Vorsitzender Schütz

Dem Vorsitzenden des Sportfischervereins "Oste" e. V., Wolfgang Schütz, war es gelungen, eine international angesehene Koryphäe auf dem Gebiet der Fischkunde nach Osten zu holen. Jetzt sprach der Ichthyologe Prof. Dr. Dr. h.c. Harald Rosenthal in der Festhalle vor geladenen Mitgliedern des SFV über internationale Anstrengungen zum Schutz der Störe. Thema des Vortrages: "Der Stör-Fall an unseren Küsten - Natur, Kultur, Schutz". Rosenthal ist Präsident der Weltgesellschaft zum Schutz der Störe (Website hier).


Aufmerksame Zuhörer in der Festhalle

Veranstalter des Vortrages war die vom SFV federführend betreute Oste- Pachtgemeinschaft, die wiederum der deutschen Dachgesellschaft der Störschützer angehört.

Der Stör war bis vor ca. 90 Jahren massenhaft auch in der Oste heimisch. Ostener Störfischer versorgten Hamburg mit Störfleisch und Kaviar. Dann wurde der Stör in den heimischen Gewässern u. a. durch Überfischung ausgerottet. Ausführlicher Bericht in der NEZ:

Der Mensch wurde
zum "Stör-Fall"

Lässt sich die seltene Fischart noch retten?

Osten (hol). Zwischen Stockholm und Iran liegt Osten. Zumindest auf dem Terminkalender des renommierten Fischereibiologen Prof. Dr. Harald Rosenthal. Er besuchte den kleinen Ort am Osteufer, um sich jener komplexen Thematik zu widmen, die ihn seit seiner Studienzeit begleitet: Die weltweite Rettung der Störe
Wolfgang Schütz in seiner Eigenschaft als 1. Vorsitzender des Sportfischer-Vereins ,Oste" e.V. und somit zuständig für mehr als 5700 Mitglieder aus 19 Vereinen in der Oste-Pachtgemeinschaft bekannte sich in der voll besetzten Festhalle zur offenen Freude über den hochkarätigen Gast.

Dieser war vor wenigen Wochen aus der Gründungsversammlung der Weltgemeinschaft zum Schutz der Störe (World Sturgeon Conservation Society, WSCS), an der 40 Fischereibiologen aus 12 Nationen teilgenommen hatten, als Vorsitzender hervorgegangen. Seit 1996, so machte Schütz in seiner Einführung deutlich, gehört die Oste-Pachtgemeinschaft der Gesellschaft zur Rettung des Störs mit Sitz in Rostock an, die wiederum Mitglied im Weltverband ist.

Bis vor rund 90 Jahren war der Stör an Oste und Elbe heimisch und stellte einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Menschen dieser Region dar. So versorgten Ostener Störfischer Hamburg mit Störfleisch und Kaviar. Nach den Angaben Schützes handelte es sich um den atlantischen Stör, der eine maximale Länge von sechs Metern bei einem Gewicht von bis zu 300 Kilogramm erreichte. Längst gilt die hier einst heimische Gattung als verschollen.

Für Prof. Rosenthal verbinden sich mit der Oste lebendige Stör-Erinnerungen. Als Studenten aus Berlin kommend ,haben wir im Mündungsbereich der Oste ein Stör-Weibchen gefangen, um es nach Helgoland ins Aquarium zu bringen." Jetzt sei die ,bemooste Dame", die er während seiner Tätigkeit auf der Hochseeinsel intensiv betreut habe, über 50 Jahre alt.

Der Fischereibiologe und Meeresforscher beschrieb jene Schwierigkeiten, die sich in der Fortpflanzung des Störs ergeben. So sei dieser erst zwischen 6 und 17 Jahren geschlechtsreif, betagte Weibchen laichten nicht mehr in jedem Jahr. Von den 27 Arten, zuweilen würden auch 31 genannt, seien bereits zwei verschollen und befänden sich weitere zehn auf der Roten Artenliste; gefährdet seien jedoch alle. ,Ich will Sie aushorchen, was Sie noch über Störe aus Ihrer Region wissen", wandte sich der Referent an das Ostener Auditorium. Vieles sei nicht aufgeschrieben worden, ,aber das sind wichtige Mosaiksteine, um die Wanderwege der Störe zu ergründen."

Russland werde stets als Heimat des Störs angenommen, was jedoch erst seit dem frühen Mittelalter zuträfe, so Prof. Rosenthal. Vielmehr sei der Iran das Ursprungsland, so leite sich das Wort Kaviar auch aus dem Iranischen ab. Unter diesen Aspekten führe ihn der nächste Auslandsaufenthalt in Sachen Stör dorthin. ,Wir müssen uns auch in die kritischen Gebiete wagen - hier Farbe bekennen. Ich gehe als Überzeugungstäter."

Laichzeit unter Bewachung

Die Suche nach Spuren gestalte sich schwierig, weil es sich um einen etwa 250 Millionen Jahre alten Knorpelfisch handele. Wichtigste wissenschaftliche Erkenntnisse lieferten Funde in China; Knorpelsubstanzen seien an den Hauptfundorten im Sedimentgestein konserviert worden. So gehörten auch Hautschilder zu den Funden, ,die heute sehr genau datiert werden können." Aufgrund der dortigen Funde, vor allem auch vor dem Hintergrund bemerkenswerter Zuchterfolge, kündigte Prof. Rosenthal für den Herbst ein Symposium des Weltverbandes in China an. Positive Ansätze gibt es auch in den USA. So hat sich an den Großen Seen eine Interessengemeinschaft aus Indianern und Fischwirten gebildet und ursprüngliche Laichhabitate renaturiert. Während der fünfwöchigen Laichzeit werden die Areale rund um die Uhr bewacht, zudem kein Stör mehr unkontrolliert gefangen.

400 Jahre vor unserer Zeitrechnung im Bosporanischen Reich eine gewichtige Rolle spielend, 600 v. Chr. auf den Münzen Karthagos abgebildet und 500 Jahre später als die friedlichen Wale der Mosel bezeichnet, finden sich vielerorts frühe Spuren der Störe, zu dessen Niedergang nach den Ausführungen des Fischereibiologen auch das Christentum beigetragen hat. Denn ,in der Fastenzeit wurden Fisch und Kaviar gegessen."

Überfischung, Wasserverbauung, Umweltverschmutzung: Die Eingriffe des Menschen haben den Stör gefährlich weit zurückgedrängt, der Wanderfisch wurde vor allem seiner Laichplätze beraubt.

Wenn zwischen 1870 und 80 in der Unterelbe jährlich an die 7000 Störe gefangen wurden, so wird die ,Stör freie" Zeit weiter anhalten. Immerhin gibt es Hoffnungen der Ansiedlung zunächst in Ostsee und Oder, bevor ein gezieltes Nachzuchtprogramm für die Nordsee und damit die Niederelbe-Oste-Region greifen kann.


Artenschutz

Vortrag über den Fisch, der
Osten den Kaviar lieferte


Störfang in Osten Anfang des 20. Jahrhunderts

Dezember 2003. Dem Vorsitzenden des Sportfischervereins "Oste" e. V., Wolfgang Schütz, ist es gelungen, eine international angesehene Koryphäe auf dem Gebiet der Fischkunde nach Osten zu holen. Am Sonntag, 15. Februar 2004, 10 Uhr, wird der Ichthyologe Prof. Dr. Dr. h.c. Harald Rosenthal (em. Universität Kiel) über internationale Anstrengungen zum Schutz der Störe sprechen (Tagungsort wird noch mitgeteilt). Thema des Vortrages: "Der Stör-Fall an unseren Küsten - Natur, Kultur, Schutz". Rosenthal (Foto) ist Präsident der Weltgesellschaft zum Schutz der Störe (Website hier). Veranstalter des Vortrages ist die vom SFV federführend betreute Oste- Pachtgemeinschaft, die wiederum der deutschen Dachgesellschaft der Störschützer angehört.

Der Stör war bis vor ca. 90 Jahren massenhaft auch in der Oste heimisch. Ostener Störfischer versorgten Hamburg mit Störfleisch und Kaviar. Dann wurde der Stör in den heimischen Gewässern u. a. durch Überfischung ausgerottet. Mehr über den Stör auf der Website des SFV "Oste".


Störe sollen wieder in der
Ostsee schwimmen - und
irgendwann auch in der Oste?

Über die Zugehörigkeit zur "Internationalen Arbeitsgemeinschaft zur Wiedereinbürgerung des Baltischen Störs" ist die Pachtgemeinschaft Oste und damit der SFV "Oste" e.V. an einem bedeutsamen Projekt beteiligt: Der Stör, der früher massenhaft auch in der Oste vorkam, soll wieder in Deutschland heimisch gemacht werden!


Störfang bei Osten um 1905

Wie SFV-Vorsitzender Wolfgang Schütz mitteilt, haben Forscher des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)  jetzt die Herkunft der Ostsee-Störe geklärt und damit die wichtigste Voraussetzung für eine Wiederansiedlung des Fisches in der Ostsee erfüllt.

Nicht nur im Museum

Die in der Ostsee extrem seltene und bis 1996 nur noch in Einzelfängen belegte Störart (Acipenser oxyrinchus) komme heute noch zahlreich in nordamerikanischen Gewässern vor, berichtet BfN- Präsident Hartmut Vogtmann. Die ersten erwachsenen Störe sollen im kommenden Jahr von Nordamerika nach Deutschland gebracht werden.

«Die Chancen stehen gut, dass unsere Kinder Störe nicht nur als ausgestopfte Exemplare aus den Museen kennen, sondern sie in einigen Jahren wieder in unseren Flüssen und Meeren beobachten können», sagte Vogtmann. Die in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift «Nature» veröffentlichen Forschungsergebnisse zeigen, dass der Europäische Stör (Acipenser sturio) nicht - wie bislang angenommen - erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgestorben ist. Er sei vielmehr mit dem Einsetzen der «kleinen Eiszeit» um 1200 durch einen nahen Verwandten (A. oxyrinchus) von der Westküste Amerikas verdrängt worden. Dieser sei offenbar besser mit den klimatischen Bedingungen zurecht gekommen.

Sensationelle Forschungsergebnisse

Die vom BfN geförderte Wiederbesiedlung der Ostsee mit Stören könne nun auf Basis der «sensationellen Forschungsergebnisse» intensiviert werden. Derzeit liefen bereits Vorbereitungen für den Aufbau eines Elterntierbestandes und für ein darauf abgestimmtes Nachzuchtprogramm. Die Störe gehören zu den Meeresbewohnern, die zum Laichen in Flüsse aufsteigen. Ihr Rogen wird zu Kaviar verarbeitet.

In der Nordsee kann die Ansiedlung der dort typischen bis zu drei Meter langen Störart Acipenser sturio (Europäischer Stör) noch eine Weile dauern. Diese Art komme weltweit nur noch in einem kleinen, sehr bedrohten Bestand in der Gironde in Frankreich vor. Zwar laufe seit einigen Jahren bereits ein Zuchtprogramm. Die Störe erreichten aber erst mit acht bis zehn Jahren die Geschlechtsreife. Deswegen dauere es noch mindestens drei Jahre bis zu den ersten Nachkommen.


Fischerei

Ostener Bürgermeister
reiste zur Stör-Ausstellung

Ostens Bürgermeister Carsten Hubert war dabei, als am 13. April im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund eine grosse Ausstellung zum Thema Stör eröffnet wurde. Zu dieser Sonderschau hat Osten einige Leihgaben aus der Zeit beigesteuert, als Osten die Hamburger in großem Stil mit Kaviar belieferte, unter anderem ein Störnetz aus dem Heimatmuseum sowie einen präparierten Stör und Fotos aus dem Besitz des Hoteliers Horst Ahlf (siehe oben). Mehr über die Stralsunder Stör-Ausstellung steht hier.
 

 

Die seltenen historischen Fotos (siehe verkleinerte Kopien oben) können im Großformat hier betrachtet werden. Über den Stör- und Kaviarhandel im einstigen Osten informiert eine Website "Bald wieder Kaviar aus der Oste?", die auch zum Stör-Kapitel aus der Ostener Heimatchronik führt. Über Bemühungen zur Wiederansiedlung des Störs berichtet der SFV "Oste" e. V. auf einer speziellen Website.


Ökologie

Stör gefangen - bald
Kaviar aus Osten?

Nachdem vor einiger Zeit der Atlantische Lachs wieder in der Oste aufgetaucht war, hat der Hemmoorer Angler Lutz Prill jetzt einen Stör gefangen. Der verschollen geglaubte Fisch weckt Erinnerungen an eine Zeit, in der Ostener Störfilet und Ostener Kaviar unter Hamburger Feinschmeckern einen guten Ruf genossen. Kehrt der Stör zurück in die Oste? Oder hat es sich um einen Zufallsfund gehandelt? Mehr zum Thema auf dieser Seite.


Störe

Bald Kaviar
aus der Oste?


Hemmoorer Freizeitangler Prill mit Stör

Juni 2001. Nachdem der Atlantische Lachs in die Oste zurück gekehrt ist, wurde in dem Fluss auch wieder ein Stör entdeckt. Der Fang des verschollen geglaubten Fisches weckt Erinnerungen an alte Zeiten, als Osten unter Feinschmeckern berühmt war für seinen Kaviar.

Für die Presse war es eine Sensation, als der Hemmoorer Freizeitangler Lutz Prill im Juni 2001 berichtete, er habe einen Stör geangelt. Hat sich im Elbe-Weser-Dreieck - nach der bundesweit bestaunten Rückkehr des Atlantischen Lachses - ein zweites "Wunder an der Oste" ereignet?

Fest steht: Der Stör galt in Deutschland lange Zeit als verschollen. Manchem Zeitgenossen erscheint der urzeitliche Fisch daher schon als exotisches Wesen - so wie dem Lokaljournalisten, der seinen Lesern erläuterte, der Stör sei im asiatischen und russischen Raum beheimatet.

Das Verbreitungsgebiet des Störs reichte früher in Wahrheit von der Ostatlantikküste über Nordskandinavien bis Marokko, es gab ihn im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Seine Laichwanderung führte ihn in Rhein, Elbe und Oder jeweils bis in die Oberläufe. Noch in den zwanziger Jahren wurde ein Stör in der Vechte, ein Nebenfluss der Ems, gefangen.

Selbst in Osten ist in Vergessenheit geraten, dass dort um 1900 der Störfang ein einträgliches Geschäft war. Kaviar aus Osten war bei Hamburger Feinschmeckern beliebt; viele interessante Angaben zu diesem Thema finden sich in der Chronik des Kirchspiels Osten. Durch Motorschiffahrt, Überfischung und Kunstdünger wurde der Stör in der Oste wie anderswo ausgerottet worden.

Kehrt jetzt der gerade zum Fisch des Jahres 2001 gekürte Stör - ebenso wie der Lachs - wieder in die relativ saubere Oste zurück?

Deutsche Wissenschaftler planen seit längerem die Wiedereinbürgerung des Störs zum Beispiel in der Elbe und in der Oder. In Berlin-Friedrichshagen gibt es ein Zuchtprojekt, um die 200 Millionen Jahre alten "lebenden Fossile" wieder in Deutschland heimisch zu machen.

Auch in der Oste sind, ebenso wie in der Eider, in den letzten Jahren Störe der Art Arcipenser glaber (Glattdick) ausgesetzt worden. Bei dem in der Oste gefangenen Exemplar handelt es sich angeblich um einen Sterlet.

Woher der Fisch stammt, ist zunächst unklar. Die Arge Elbe geht in einer Informationsschrift davon aus, dass die meisten in der Elbe aufgetauchten Exemplare aus Störzuchtanlagen stammen, dort entwichen oder von Hobbyisten in der Elbe ausgesetzt worden sind.

Für den Verband Deutscher Sportfischer steht der Stör "stellvertretend für alle aquatischen Lebewesen, deren Lebensraum durch Eingriffe des Menschen leichtfertig und gedankenlos vernichtet wurden und die für uns fast unwiederbringlich als Bestandteil unseres Ökosystems verloren gegangen sind". Das Beispiel Stör zeige auch, daß trotz moderner Forschung und vielfältiger Bemühungen die Folgen eines einmal eingeleiteten Prozesses, der die Vernichtung einer Tierart auslöste, nicht so einfach umgesetzt und ungeschehen gemacht werden können: "Es wäre schade, wenn unser heimischer Stör auch für die Zukunft in unseren Gewässern als ausgestorbene Art nur noch in unserer Erinnerung leben müßte."

Bis es wieder Kaviar aus Osten gibt, soviel ist sicher, wird viel Wasser die Oste hinabfließen.


Störe

Ein Leckerbissen
für die Ostener


Erbeuteter Stör in Osten (um 1900)

Auf der Oste hat sich die Störfängerei am längsten unter den Fischern im Dorf Osten, früher Kirchosten genannt, gehalten, denn hinter dem Hafen Schwarzenhütten wurde der Schiffsverkehr ruhiger, so daß der Stör sich hier gern aufhielt. In seiner "Chronik des Kirchspiels Osten" schildert Richard Rusch den Vorgang des Fischens nach Originalaufzeichungen:

"Im Winter wurden die Netze geknüpft, geloht und fangfertig gemacht. Das Treibnetz für die Oste war 60 bis 70 m lang bei einem Tiefgang von ca. 4 Metern, was immerhin fast 300 qm Netzfläche ergibt. Die Maschen waren für die Oste ca. 16 cm im Quadrat.

Wenn man an Winterabenden beim Netzeknüpfen zusah, war es hochinteressant, von alten Störfischern zu hören, welche Eigenarten sie hatten, um beim Fischen zum Zuge zu kommen. Bereits im Mai sah man entlang der Oste an hohen Masten die Netze hängen, um im Frühjahrswind die Lohe zu trocknen. Dann war es bald soweit. Vom Ostedeich kamen die Anlieger der Oste und gaben Nachricht: >De Stör springt, ji mööt los!< >Acht Doog mööt wi noch toben, denn is de Schontied vorbi< - kunn de Antwort ween. Die Schonzeit wurde genau eingehalten.

Zu jeder Flut-Tide, also zweimal in 24 Stunden, wurde die Oste mit dem Netz abgetrieben, selten bei Ebb-Tide. War aber einmal ein besonders großer Bursche gesichtet, dann nahm man auch die Ebb-Tide, um ihn nicht entwischen zu lassen. Sonst war die Ebb-Tide bei den Fischern unbeliebt, weil bei niedrigem Wasserstand das Netz nur schleppend trieb und oft durch Buschwerk, Steine usw. am Grund hakte, so daß manchmal großer Schaden am Netz entstand. Wer selbst einmal beim Störfischen dabei war, weiß, daß es schon gelernt und gekonnt sein mußte, das große Netz vorschriftsmäßig vom Kahn auszuwerfen und einzuholen. Ganz besonders schwierig wurde die Arbeit bei steifem Wind und starker Strömung. Wer aber einmal an einem ruhigen Sommerabend mit dabei war, wenn ein Stör gefangen wurde, der wird dies Erlebnis nie vergessen.

Ruhig treibt das Netz in großer Hakenform in der Strömung, blank die Oste, nur hin und wieder ein Ruderschlag. Plötzlich gehen einige >Pumper< (hölzerne Bojen, welche das Netz tragen) heftig in die Höhe, einige tauchen weg. >Doar is een!< Schnell gehen 10 bis 15 Pumper weg, kommen wieder, sind wieder weg. >Joo, nu is doar een op. < Die. Fischer legen sich in die Riemen und rudern schleunigst zu der Stelle. Die Pumper werden gefaßt und ins Boot geholt. Es zuckt, es reißt im Netz. Der Stör schießt hin und her, die Maschen des Netzes haben sich hinter seinen Kiemendeckeln festgehakt, immer mehr rennt das Tier sich im Netz fest. Da, plötzlich ist alles ruhig. Dann geht der Kampf des Störs mit dem Netz weiter, aber er ist verloren, zu sehr hat er sich im Garn >vertüdelt.<

Langsam wird das Netz zum Kahn geholt, und bald liegt der Stör längsseits. Schnell wird dem Stör ein Tau durch Schlund und Kiemen gesteckt, am Kahn festgemacht. Der Stör beginnt gewaltig zu schlagen und vorsichtshalber wird noch ein >Steek< um die Schwanzflosse gelegt und ebenfalls festgemacht. In Osten wartet man schon auf den Fang.

So ging es die ganze Fangzeit hindurch. Auf der kurzen Strecke vom Hahnschen Außendeich bis zur Rönnschleuse wurden von Ende Mai bis Mitte Juli 80 bis 100 Störe gefangen. Der schwerste Stör, der in der Oste gefangen wurde, wog 320 Pfund. Störe von 120 bis 180 Pfund waren keine Seltenheit. Der Rogner war im Gewicht dem Milchner überlegen. Unter 1 m Länge durfte kein Stör gefangen werden."


Heimatforscherin Gisela Tiedemann-Wingst

Die Heimatforscherin Gisela Tiedemann-Wingst ergänzt in einem hervorragend recherchierten Aufsatz ("Hamburger Kaviar", Jahrbuch der Männer vom Morgenstern, 2000): "War der ermattete Stör mit Stricken gesichert, so wurde er wohl, hinter dem Ewer schwimmend, nach Hamburg gebracht, um dort verarbeitet zu werden. Gelegentlich wurde er auch, in Sackleinen gewickelt, mit der Bahn zum Hamburger Markt geschickt. War aber gerade Schützenfest in Osten, so wurde er an Ort und Stelle geschlachtet und pfundweise ausgehökert, ein Leckerbissen für die Einwohner!. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts kostete in Osten auf dem Sommermarkt ein Stück Störfleisch von zwei bis drei Pfund einen Groschen. Aber der größte Teil der von den Fischern gefangenen Tiere kam über den Hamburger Markt an die dortigen Fischhändler."

Gisela Tiedemann-Wingst  kommt zu dem Fazit, "daß von einem Vorkommen der Störe in Elbe und Oste nicht mehr die Rede sein kann. Geht tatsächlich noch einmal einem Fischer ein Exemplar in Netz, so handelt es sich um einen absoluten Zufallsfang. In der freien Natur hat der Stör keine Chance mehr, da ihm die Laichmöglichkeiten genommen sind, wenn auch etwa die Oste wieder sauberer geworden ist, so daß man sich dort mit der Wiedereinbürgerung des Lachses befaßt, was aber nicht für den Stör in Frage kommt."


www.ostemarsch.de