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Die Schwebefähre von Osten

Willkommen bei www.schwebefaehre.org



Niederelbe-Zeitung vom 19. 8. 2003

Juan Carlos I. lädt Ostener
in seinen Madrider Palast 

Eingeladen: Carsten Hubert, Horst Ahlf

Der spanische König Juan Carlos I. empfängt am 18. September im Zarzuela-Palast bei Madrid eine internationale Abordnung von Denkmalschützern, die sich für die Erhaltung der letzten Schwebefähren der Welt einsetzen. Eingeladen zu dem Treffen, das ursprünglich Ende Mai stattfinden sollte und aus politischen Gründen verschoben worden war, sind unter anderem sechs Vertreter der Schwebefähren in Osten und Rendsburg.

Juan Carlos I. hatte, wie berichtet, im Frühjahr den Ehrenvorsitz des neuen "Weltverbandes der Schwebefähren"  (World Transporter Bridge Association) übernommen. In seinem Land steht die so genannte "Mutter aller Schwebefähren": Der "Transbordador de Vizcaya", an der Biskaya zwischen Guecho und Portugalete bei Bilbao, war 1893 von Ferdinand Arnodin, einen Schüler von Eiffel, errichtet worden. Das Bauwerk wurde zum Vorbild  für knapp 20 weitere Schwebefähren, die überwiegend im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts entstanden sind,  von denen aber nur noch acht existieren, zwei davon in Deutschland.


Stolz aller Spanier: Schwebefähre bei Bilbao

Delegationen aus Rendsburg und Osten wollen nun gemeinsam mit den Vertretern aus Portugalete sowie aus Buenos Aires (Argentinien), Rochefort sur Mer (Frankreich) und Newport, Warrington und Middlesbrough (Großbritannien) eine Zusammenarbeit "zum Schutz und zur Erhaltung aller in der Welt vorhandenen Schwebefähren" vereinbaren und nebenher den "Fremdenverkehr zwischen den Bürgern  der jeweiligen Städte" fördern, wie der spanische Initiator Javier Cardenal Abaitua ankündigt.

Der Verband hat es sich außerdem zum Ziel gesetzt, weltweit auf die kultur- und technikgeschichtliche Bedeutung dieser Bauwerke hinweisen, die als Meisterwerke der Ingenieurskunst gelten. Als erste Schwebefähre weltweit war die Ostener Fährbrücke in den siebziger Jahren auf Betreiben der dortigen Fördergesellschaft unter Denkmalschutz gestellt worden; inzwischen haben alle anderen Fährorte entsprechende Beschlüsse vollzogen.

Die meisten Schwebefähren sind - wie in Spanien, wo sich der König persönlich des Schmuckstücks an der  Biskaya angenommen hat - mit hohem Aufwand restauriert worden. In Großbritannien hat die Regierung vor einigen Jahren mit EU-Hilfe allein für die Instandsetzung der Schwebefähre in Newport umgerechnet 9 Millionen Mark aufgebracht. 


Im Bundeseigentum: Schwebefähre in Rendsburg 

Die Schwebefähren in Portugalete, Rochefort und Middlesbrough sind vom "International Council on Monuments and Sites" (ICMS), einem Unesco-Beratungsgremium, bereits für das "Weltkulturerbe" der Vereinten Nationen  vorgeschlagen worden. Dass keine der beiden deutschen Schwebefähren bislang auf der Vorschlagsliste für die Unesco steht, hat der ICMS-Vorsitzende Eric DeLony (Washington) damit erklärt, dass er diese Bauwerke erst in Augenschein genommen habe, nachdem die Liste abgeschlossen worden sei. Den deutschen  Denkmalsschutzbehörden, erklärte DeLony im Frühjahr gegenüber der Fördergesellschaft für die Erhaltung der Schwebefähre in Osten/Oste, obliege es, einen Konsens über eine etwaige nachträgliche Nominierung herzustellen.

Dabei scheinen die Chancen zumindest für die Schwebefähre an der Rendsburger Hochbrücke nicht schlecht, die DeLony, Chef des "Historic American Engineereing Record", als "unique" und "outstanding" (einzigartig und herausragend) bewertet. Bisher stehen mit dem Bergwerk Rammelsberg in Goslar und der saarländischen  Eisenhütte Völklingen erst zwei deutsche Technik-Bauwerke auf der Unesco-Liste; darüber hinaus hat die Kultusministerkonferenz die historische Zeche Zollverein XII in Essen zur Aufnahme in die Liste vorgeschlagen.


Juan Carlos in Portugalete (nach Sanierung 1999)

Zur Schwebefähren-Konferenz nach Spanien eingeladen sind (auf Kosten der Initiatoren) die Bauamtfrau Dipl.-Ing. Birgit Greiner als Vertreterin des Denkmalschutzes beim Landkreises Cuxhaven, der Eigner der Schwebefähre über die Oste ist, der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert sowie Horst Ahlf und Jochen Bölsche von der Ostener Fördergesellschaft. Aus Rendsburg werden der dortige Bürgermeister Rolf Teucher sowie Dr.-Ing. Hans-Gerhard Knieß von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes erwartet, der für das bundeseigene Bauwerk am Nord-Ostsee-Kanal zuständig ist.

Die Ostener Fördergesellschaft hat den Initiatoren des Treffens für die großzügige Einladung gedankt. Der Verein hofft, "dass das Engagement des Königshauses dazu beiträgt, dass die Erhaltung eines Baudenkmals dieser Bedeutung auch in Deutschland als nationale Aufgabe erkannt wird und nicht einem finanzarmen Landkreis überlassen bleibt." 

Die Kosten der in Osten notwendigen Reparaturarbeiten waren kürzlich in einem  Gutachten auf 1,1 Millionen Euro geschätzt worden; die Kreisverwaltung hat inzwischen bei elf Behörden, Stiftungen und sonstigen Institutionen Förderanträge gestellt. 


NDR 1: "So eine Einladung
kommt nicht alle Tage"

"So eine Einladung bringt der Briefträger nicht alle Tage." Mit diesen Worten kündigte NDR 1 - Radio Niedersachsen am Montag (18. 8. 2003) einen Beitrag von Stefanie Zimmermann an, die über die Einladung von vier Denkmalschützern aus dem Kreis Cuxhaven in den Madrider Zarzuela-Palast (Foto) berichtete: "Alle verbindet ein gemeinsames Interesse: Schwebefähren. Jawohl: König Juan Carlos ist Ehrenvorsitzender des Welt-Schwebefährenverbandes, und seine Gäste aus Niedersachsen setzen sich ein für den Erhalt der Schwebefähre über die Oste." Mehr über das Medienecho in unserer Rubrik PRESSE.


Sofortmaßnahmen 
kosten 300 000 Euro

Sanierungsbedürftige Schwebefähre in Osten (Juli 2003)

 Mit einer Inbetriebnahme der im Herbst 2001 vom TÜV stillgelegten Ostener Schwebefähre ist in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen. Die anstehenden Arbeiten gestalten sich umfangreicher als erwartet, wie die zuständige Denkmalschützerin beim Landkreis Cuxhaven, Bauamtfrau Birgit Greiner, bereits im Juni der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten/Oste mitgeteilt hat. Wie der Cuxhavener Kreisdezernent Günter Jochimsen jetzt gegenüber der NEZ (30. 7, 2003) bestätigte, werden die Kosten einer Komplettsanierung auf eine Million Euro geschätzt.

Antrieb und Elektrik defekt

Nach einem jetzt vorliegenden Gutachten des hannoverschen Ingenieurbüros Dr. Schippke + Partner müssen vor einer Inbetriebnahme der defekte Antrieb und die abgängige Elektrik komplett erneuert sowie diverse Reparaturen am 94 Jahre alten Stahlgerüst vorgenommen werden. 

Für diese "dringlichen" Maßnahmen werden - einschliesslich Mehrwertsteuer und "Aufschlag für Unvorhersehbares" - knapp 300 000 Euro veranschlagt.


Inspektion der Fähre durch hannoversche Fachleute

"Weniger dringlich", aber auf Dauer unumgänglich sind nach Ansicht der Gutachter weitere Sanierungsmaßnahmen, vor allem eine Ausbesserung des Korrosionsschutzes. Wenn die Fähre eines Tages auf diese Weise komplett auf Vordermann gebracht werden sollte, würden für Rostschutz- und diverse andere Arbeiten, etwa neue Geländer und Holzbohlen, weitere 430 000 Euro anfallen.

Anträge an elf Geldgeber

Und wenn danach noch, vor allem aus optischen Gründen, ein einheitlicher dritter Deckanstrich aufgebracht werden sollte, wären weitere 210 000 Euro fällig (wiederum einschliesslich 16 Prozent Mehrwertsteuer und "Unvorhersehbarem"). Eine komplette Rundumsanierung würde im Laufe der Zeit also summa summarum eine runde Million Euro kosten. Um das in seiner Art europaweit einzigartige Technische Baudenkmal sanieren zu können, hat der Landkreis Cuxhaven als Eigentümer Förderanträge an elf Behörden und sonstige Institutionen gerichtet: 

> das Amt für Agrarstruktur (EU-Strukturhilfe),
> das Bundesverwaltungsamt (Bundesmittel), 
> die Bezirksregierung Lüneburg (Landesmittel), 
> den Hamburg-Niedersachsenfonds, 
> die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 
> die Lotto-Gesellschaft, 
> den Landschaftsverband Stade, 
> die Klosterkammer Hannover, 
> die Kulturstiftung der Kreissparkassen, 
> die Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken,
> die EWE-Stiftung.


Denkmalschützerin Greiner an der Schwebefähre

Allen potenziellen Geldgebern hat Denkmalschützerin Greiner (auf unserem Foto mit Meinhard Varoga vom Amt für Agrarstruktur) eine Farbdokumentation zusammengestellt, die den Adressaten eindringlich die Geschichte und die Bedeutung der Fähre vor Augen führt - aber auch das Ausmaß der Sanierungsbedürftigkeit. Die Passage über die festgestellten Schäden und ein Auszug aus den Empfehlungen der Gutachter können hier nachgelesen werden.

Über die Bedeutung "unseres Eiffelturms" (so die Ostener Fördergesellschaft)  heisst es in der Dokumentation des Landkreises wörtlich:

Lediglich acht zum Teil in Größe und Funktion recht unterschiedliche Schwebefähren konnten noch auf der Welt erhalten werden. Sie befinden sich in Bilbao (Spanien), Rochefort (Frankreich), Newport, Middlesborough und Warrington (England), La Boca (Argentinien), Rendsburg und Osten (Deutschland). 
Derzeit laufen Bestrebungen, diese Schwebefähren gemeinsam in die Unesco-Liste als "Weltkulturerbe" einstufen zu lassen. Initiator der Idee zur Gründung einer "World Transporter Bridge Association" ist Javier Cardenal Abaitua, Vorsitzender der ersten und ältesten Schwebefähre der Welt (erbaut 1893) in Bilbao. Ehrenvorsitzender dieses Verbandes ist der spanische König, Juan Carlos I.


Juan Carlos I. auf der restaurierten Schwebefähre bei Bilbao

Aus dem vorangegangenen Text wird deutlich, dass erst in den letzten Jahrzehnten den Verantwortlichen bewußt geworden ist, welch enormer kulturgeschichtlicher Wert hinter diesen filigranen Riesen aus Stahl steckt. Schwebefähren sind Verkehrsbauwerke, wie sie charakteristischer für die letzte Jahrhundertwende des vergangenen Jahrtausends nicht sein können. An ihnen läßt sich die stetige Weiterentwicklung der seit dem 18. Jahrhundert sich entwickelnden Industrialisierung nachvollziehen. Die Beherrschung und sich entwickelnde Großproduktion des Materials Stahl, die Idee, mit Stahl feingliedrige und doch tragfähige und für damalige Verhältnisse preiswerte Bauwerke in klaren geometrischen Formen zu gestalten, ist sicherlich kennzeichnend für diese Zeit.

Eines der faszinierendsten Bauwerke der Welt

Die günstigen Trageeigenschaften der genieteten Fachwerkkonstruktionen hielten den Materialaufwand gering, so dass Schwebefähren gegenüber Dreh- oder Klappbrücken oder der Kombination von festen Brücken mit hohen Zufahrtsrampen erhebliche wirtschaftliche Vorteile boten. Mit hohem ingenieurtechnischen Wissen wurden die betriebstechnischen Anlagen konstruiert und eingebaut. Aus diesen Gründen zählen Schwebefähren heute zu den faszinierendsten kultur- und technikgeschichtlichen Bauwerke der Welt und gelten als Meisterwerke der Ingenieurskunst einer verflossenen Epoche.

So weit der Landkreis. Die Hoffnung auf EU-Gelder kommt nicht von ungefähr. Mit Hilfe enormer Brüsseler Zuschüsse wurden bereits etliche andere Schwebefähren restauriert, unter anderem im britischen Newport. 

Die dortige "transporter bridge" (Foto) war vor zehn Jahren ebenso sanierungsbedürftig wie die in Osten. Mit Brüsseler Hilfe wurden über 3 Millionen Pfund für Sanierung, Illumination und Besucherplattform ausgegeben. Dazu heißt es auf einer EU-Website:

Structural defects led to the bridge being closed to traffic in 1985, but ten years later it was back in use. Between 1992 and 1995, a £1.3 million ERDF grant helped fund a £3 million refurbishment of the bridge itself, and a second phase of development work provided floodlighting and a viewing area. In 1997, the project received a Europa Nostra Diploma in recognition of the high quality of the restoration work. The tourist potential of the Transporter Bridge is being developed in a fourth phase of work: redeveloping former office accommodation to provide a visitor interpretation facility, aimed at increasing the tourist potential of the bridge. The facility also provides appropriate educational displays and exhibition material and improved access for disabled visitors. Konver has contributed nearly £62,000 towards a total cost of £130,000 for this fourth phase. 

Eine Info-Grafik mit den 12 bereits zerstörten und den weltweit 8 noch erhaltenen Schwebefähren steht hier.

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"Wagemut und Weitblick
sind wieder gefragt"

Als unsere Altvorderen vor hundert Jahren die Ostener Schwebefähre planten, standen Wagemut und Weitblick Pate. Diese Tugenden sind jetzt wieder gefragt.

Es geht darum, ein beispielloses Bauwerk - von dem Rendsburger Brückenanhängsel abgesehen die einzige Schwebefähre in Deutschland, neben der Kugelbake in Cuxhaven die wohl wichtigste Landmarke im Elbe-Weser-Dreieck - für kommende Generationen zu erhalten. 

Ostenerinnen und Ostener waren es, die vor rund 30 Jahren dafür gesorgt haben, dass die Fähre vor der Verschrottung gerettet wurde, und die, nebenbei bemerkt, Pionierarbeit im Weltmaßstab geleistet haben: Als erste "transporter bridge" weltweit wurde die Ostener Fährbrücke 1975 zum Baudenkmal erklärt. 

Manch einer hat diesen Schritt damals noch nicht nachvollziehen können. Zu Recht bemerkt der Landkreis in seiner Dokumentation, "dass erst in den letzten Jahrzehnten den Verantwortlichen bewußt geworden ist, welch enormer kulturgeschichtlicher Wert hinter diesen filigranen Riesen aus Stahl steckt".

Die Zeiten haben sich gewandelt. Überall ist die - keineswegs nur touristische, sondern vor allem kultur- und technikgeschichtliche - Bedeutung der letzten acht erhaltenen Schwebefähren erkannt worden. Nicht ohne Grund stehen einige dieser Bauwerke bereits jetzt auf einer Unesco-Vorschlagsliste für das Weltkulturerbe der Vereinten Nationen.

Ob in Spanien, Frankreich oder Großbritannien  - überall sind Millionenbeträge, nicht zuletzt mit Brüsseler Hilfe, für die Sanierung und Restaurierung von Schwebefähren aufgebracht worden.

In Spanien hat sich König Juan Carlos I. an die Spitze derer gestellt, die in Portugalete bei Bilbao die prächtige "puente transbordador", die "Mutter aller Schwebefähren", gerettet haben (Foto). Die Londoner Regierung hat drei Millionen Pfund Sterling (!) aufgetrieben, um eine "transporter bridge" in Wales in ein Schmuckstück und einen Touristenmagneten zu verwandeln - Beispiele, die Mut machen sollten.

Deutschland darf den Kampf um "unseren Eiffelturm" nicht allein einem kleinen Hotelier in 21756 Osten überlassen. 

Brüssel wiederum darf der Bundesrepublik nicht jene Hilfen vorenthalten, mit denen beispielsweise die marode Schwebefähre in Newport wieder in jenen Zustand versetzt worden ist, in dem sie bei ihrer Einweihung 1906 die Zeitgenossen begeisterte  - "würdig wie Apollo, stark wie Herkules".

Geiz gilt unserer Generation als geil. Doch auch wir Deutschen sollten nicht knickerig und knauserig sein, wenn es um die Erhaltung von Unersetzlichem geht.

Jochen Bölsche

2. Vorsitzender der 
Fördergesellschaft für die Erhaltung der Schwebefähre Osten  e. V.


Internet-Fundsache: eine
Schwebefähre zum Spielen

Das Internet ist immer wieder gut für Fundsachen - wie zum Bespiel diese Schwebefähre, gebaut mit Elementen aus dem Metallbaukasten "Meccano". Wer in eine Suchmaschine wie google.de die Worte "meccano" und "transporter" eingibt, findet schnell heraus, dass Schwebefähren früher zu den bevorzugten Metallbau-Modellen gehörten. Noch heute gibt es Liebhaber in aller Welt, die alte Metallbaukästen und Vorlagen sammeln - zum Beispiel für die Konstruktion von Spielzeug-Schwebefähren. Eine besonders schöne Website zu diesem Thema mit vielen Informationen zur Geschichte der Schwebefähren steht hier



König Juan Carlos I.
wird Ehrenpräsident

Der spanische König Juan Carlos I. hat die Ehrenpräsidentschaft des Schwebefähren-Weltverbandes übernommen. Das hat der Palast in Madrid jetzt mitgeteilt. Mehr in diesem Pressetext. Der König engagiert sich seit Jahren für die Schwebefähre bei Bilbao; das Foto unten zeigt ihn mit Königin Sofia bei der Wiedereröffnung der Fähre im Sommer 1999. Bericht der Niederelbe-Zeitung hier, Artikel aus der internationalen Presse hier.


Schwebefähren
gründen Weltverband

Dieser Tage werden in Spanien, Frankreich, England und Deutschland erste Gespräche über die Gründung einer World Transporter Bridge Association geführt. Internationale Fachleute erwägen, die letzten erhaltenen Schwebefähren als UNESCO-Weltkulturerbe zu schützen. Einzelheiten in einem Pressetext der Ostener Fördergesellschaft.


Wichtigstes deutsches Blatt:
Schwebefähre ein "Unikum

Auf die nationale Bedeutung der Ostener Schwebefähre hat jetzt in einem großen Beitrag die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hingewiesen. Die FAZ, die als wichtigste deutsche Zeitung gibt, stellt die Einzigartigkeit des norddeutschen Baudenkmals heraus, das sie als "technisches Unikum" bezeichnet, weil die Fährgondel "nicht an Seilen hängt wie alle anderen Schwebefähren". In dem sachkundig geschriebenen Artikel wird die Ingenieurskunst der Erbauer gewürdigt, die Geschichte des Bauwerks erzählt und auf die Website www.schwebefaehre.org verwiesen. Der FAZ-Beitrag kann auch im Internet nachgelesen werden.


Leidenschaftlicher Appell
des Ehrenbürgermeisters:

"Laßt euch die Fähre
nicht kaputtmachen"
-

Weitere Fähr-Fotos von Stefan Buck stehen hier.

Erst kurz nach Mitternacht wurde in der Nacht zum 25. Januar die 28. Jahreshauptversammlung in der Geschichte des Vereins zur Erhaltung der Schwebefähre e. V. geschlossen - so lange war leidenschaftlich über die von Pfennigfuchserei bedrohte Zukunft des "Eiffelturms des Nordens" diskutiert worden: "Eine derartig lange und ergiebige Versammlung habe ich in meiner 40-jährigen Praxis noch nicht erlebt," resümierte Fährkrug-Hotelier Horst Ahlf, einstimmig wiedergewählt zum 1. Vorsitzenden des Vereins (Foto).

Mit einem dramatischen Appell endete die Versammlung im überfüllten Konferenzraum des Fährkrugs. Der - wieder genesene - Ostener Ehrenbürgermeister Siegfried Wichmann (Foto) appellierte an seine Mitbürger, angesichts der nationalen und internationalen Bedeutung des Baudenkmals dafür zu kämpfen, dass es schnellstmöglich wieder in Betrieb genommen wird: "Laßt euch das nicht kaputtmachen!"

Von ihnen hängt alles ab: Der Landkreis, in der Versammlung vertreten durch Vize-Landrat Klaus Wiesen (re.), und die Samtgemeinde, vertreten durch Vize-Bürgermeister Harald Grell (lks.) aus Hechthausen, entscheiden darüber, ob es Geld für die fälligen Reparaturen (etwa 100 000 Euro) gibt. 

Der Kreis, Eigentümer der Fähre, hat die nötigen Gelder zwar zurückgestellt, will sie in einer Kreisausschußsitzung am 12. Februar aber nur dann freigeben, wenn die kommunale Ebene sich mit 20 Prozent beteiligt, also mit 20 000 Euro (siehe NEZ-Bericht).


 Horst Ahlf verabschiedet seinen scheidenden Vize Hans Ameis

Also ist die Gemeinde-Ebene gefragt.Der Ostener Rat hat am 23. Januar bereits beschlossen, trotz drängender Finanznöte mit einer gewaltigen Kraftanstrengung 10 000 Euro zur Verfügung zu stellen. SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Klüser (Foto): "Wir wollen ein Signal setzen." Bürgermeister Carsten Hubert, CDU (auf dem Foto oben links): "Ganz Osten steht geschlossen zur Schwebefähre."

Nun liegt der Schwarze Peter bei der Samtgemeinde: Bekanntlich steht die Fähre mit zwei von vier Beinen auf Hemmoorer Gebiet, deshalb übrigens hat Osten früher jahrzehntelang Pacht an Basbeck gezahlt. Und auch der Hemmoorer Fremdenverkehr profitiert heute enorm von der Attraktivität des imposanten, europaweit einzigartigen Bauwerks. Die Ostener hoffen daher auf die Solidarität der Hemmoorer, von denen bislang aber - aus dem Munde von Vize-Bürgermeister Harald Grell (Foto)  - nur die Aussage kam: "Wir haben's nicht."

Gute Nachrichten überbrachte Birgit Greiner (Foto). Die Bauamtfrau und Landkreis-Vertreterin im Vorstand des Fährvereins deutete die Möglichkeit an, dass das Amt für Agrarstruktur - das auf seiner Website mit der Fähre wirbt - und die Maritime Landschaft Unterelbe Zuschüsse zahlen, so dass sich die Gesamtbelastung auf die Hälfte verringern könnte. Auch die Bauamtfrau und engagierte Denkmalschützerin steuert das Ziel an, die Fähre zu Ostern wieder in Betrieb zu nehmen.

Die Maritime Landschaft Unterelbe schmückt sich im Internet mit der "voll funktionsfähigen Stahlkonstruktion von 1909 im Stil des Eiffelturms" - siehe hier. Auf der Website des Amtes für Agrarstruktur, zuständig für die Vergabe von EU-Geldern, heisst es über die Bedeutung des Ostener Baudenkmals wörtlich: 

In der kleinen Gemeinde Osten bei Hemmoor steht ein technisches Baudenkmal, das in seiner Konstruktion weltweit einzigartig ist – die selbstfahrende Schwebefähre über die Oste. Die zum Wahrzeichen des Ortes erwachsene Stahl-Fachwerkkonstruktion überfängt den Elbenebenfluss weithin sichtbar in einer Höhe von 38 Metern und einer Spannweite von 80 Metern. Wie die Konstruktion, so ist auch die Wahl des Erbauers für dieses zur damaligen Zeit (1908/1909) höchst ehrgeizige, qualitativ herausragende Projekt ungewöhnlich, erhielt doch der Franzose Louis Pinette, Schüler des renommierten Ingenieurs und Pariser Eiffelturmerbauers Alexandre Eiffel, den Zuschlag für diesen erst Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten und höchst selten gebauten Typ einer Schwebefähre. Um sowohl dem zunehmenden Straßen- als auch dem immer stärker werdenden Schiffsverkehr gerecht zu werden, entschied man sich damals gegen den zunächst geplanten Bau einer Drehbrücke zugunsten einer Schwebefähre, die unabhängig von gezeitenbedingtem Wasserstand und ohne Beeinträchtigung der Schifffahrt betrieben werden konnte... Was diese Anlage im Vergleich zu anderen Schwebefähren einzigartig macht, ist die selbstfahrende Gerüst-Konstruktion, die noch heute von dem alten Siemens-Motor aus dem Jahre 1909 angetrieben wird. Erst 1974 wurde diese technisch einzigartige, stets unfallfrei betriebene Schwebefähre durch eine Straßenbrücke abgelöst...

Die kultur- und technikgeschichtliche Bedeutung des Baudenkmals unterstrich mit einem Videofilm über das Fährwesen an der Tideoste auch der Ostener Ortsheimatpfleger und Kommunalpolitiker Rüdiger Toborg (Foto). Dass von einstmals rund 20 Schwebefähren weltweit zur Zeit nur noch vier (!) in Betrieb sind,  machte der Ostener Journalist und Fähr-Homepagemacher Jochen Bölsche deutlich (Details hier), der zum Nachfolger von Hans Ameis in den Vorstand gewählt wurde; alle anderen Vorstandsmitglieder wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Der neue Ostener Pastor Dieter Ducksch trat am selben Abend dem Verein bei; er versprach, dazu beizutragen, mit Phantasie und Kreativität neue Nutzungskonzepte zu entwickeln. Im Laufe der Veranstaltung stieg die Mitgliederzahl von 126 auf runde 130. 

Ausdrücklich begrüßte Horst Ahlf den Eintritt junger Leute wie Stefan Buck (Foto), der sich durch seine Fähr-Fotos und seine ehrenamtliche Arbeit als Monteur im Gerüst der Fähre zuvor schon einige Verdienste um das Baudenkmals erworben hatte. Der Beitrag für Schüler, Studenten und Wehr- oder Zivildienstpflichtige wurde von der Versammlung auf 5 Euro pro Jahr gesenkt, alle anderen Mitglieder zahlen künftig 10 Euro im Jahr (Eintrittsformularehier anfordern). 

Was nötig ist für die Zukunft, betonte die Rechtsanwältin und Notarin Erika Borchers, Vorsitzende des Ostener Heimatvereins und Schriftführerin des Fährvereins, in ihrem Grusswort: "Zivilcourage und Begeisterung." Denn, so zitierte die Heimatfreundin den verstorbenen Publizisten Sebastian Haffner: "Wofür man nicht zu kämpfen bereit ist, das verliert man."


Zitat des Tages

"Eine Fähre, die nicht fährt, ist wie ein Taucher, der nichts taugt, wie ein Arbeiter, der nicht arbeitet, und wie ein Chef, der nicht scheffelt."

Frank Hasenpusch,
Fährvereinsmitglied aus Großenwörden
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Was wird aus der
Schwebefähre?

Betriebsaufnahme im Frühjahr 2003 geplant

Noch lesenswerter als sonst war zu Weihnachten 2002 die Niederelbe-Zeitung. In diesem Jahr zierte die Ostener Schwebefähre die Titelseite der NEZ-Weihnachtsausgabe - was vielleicht verdeutlicht, wie wichtig dieses Baudenkmal für die gesamte Region ist.  In seinem Jahresrückblick betonte der Hemmoorer Samtgemeindedirektor Jens Koch in derselben NEZ-Ausgabe: "Mit einer Wiederaufnahme des Fährbetriebes ist nach erfolgter Reparatur des Schadens durch den Eigentümer, Landkreis Cuxhaven, im Frühjahr 2003 zu rechnen."

Die Reparatur kostet 100 000 Euro 

Die in Sachen Schwebefähre stets gut informierte NEZ hatte am 15. 10. 2002 berichtet: "Ob die zurzeit stillgelegte Schwebefähre in Osten im nächsten Jahr wieder fahren wird, entscheiden die  Kreistagspolitiker... Insgesamt geht es um Reparaturkosten von rund 100000 Euro. 

An Besuchern hat es nach Aussage des Vorsitzenden der Schwebefähren- Gesellschaft, Horst Ahlf, zwar auch in diesem Jahr nicht gemangelt. Doch bedauerlicherweise konnten die Gäste nur das stehende Baudenkmal begutachten, da angesichts eines gravierenden Konstruktionsschadens die Fähre seit Monaten nicht fahren darf...

Für den Andrang der Besucher gibt es Gründe: Insgesamt elf Mal seien  - so Ahlf - Berichte und Reportagen über die Ostener Schwebefähre im Fernsehen gezeigt worden. Doch nicht in einer Sendung hätten die Moderatoren gesagt, dass dieses beeindruckende Baudenkmal für diese Saison stillgelegt worden ist: 'Da wurden bei vielen Gästen einfach falsche Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden konnten.' 

Wenn die Attraktion von Osten still steht, trösten auch die Besucherzahlen nur wenig. Neben den enttäuschten Gästen würden auch die wichtigen Einnahmen fehlen.

So habe der Förderverein auch finanzielle Einbußen in dieser Saison verrechnen müssen.Doch der Vorsitzende Horst Ahlf lässt sich nicht entmutigen und hofft, dass der Kreistag die Reparaturkosten genehmigen wird. 'Dann könnte die für unsere  Region so wichtige Schwebefähre vielleicht schon nächstes Jahr am Karfreitag wieder fahren.' 

Die Ursache für den Konstruktionsschaden an dem Denkmal konnte übrigens von Experten ermittelt werden. Nach Angaben von Kreisrat Günter Jochimsen hat der Motor der Fähre kein ruckfreies Anfahren zugelassen, sodass Spannungsrisse entstanden sind. Die Reparaturkosten für diesen Schaden werden auf rund 100000 Euro geschätzt und wurden in den Nachtragshaushalt des Landkreises beantragt.
 
 




Der Schwebefähren-Song

"Transporter bridge, transport me away"

Wer hätte das gedacht: Es gibt auch ein Schwebefähren-Lied! Die CD-Hülle mit dem Titel "Skull Orchard" zeigt die Schwebefähre von Newport bei Nacht. Und die berühmte britische "transporter bridge" ziert auch die CD selber (Hörprobe).

Besungen wird die Schwebefähre von dem in Newport geborenen und in Chicago berühmt gewordenen Jon Langford, dessen legendäre Punkrock-Gruppe  "The Mekons" sogar in der "Encyclopaedia Britannica" aufgeführt ist. In dem Song "Pill Sailor" beklagt ein Seemann den Niedergang der einst bedeutenden walisischen Hafen- und Industriestadt Newport:

They shut down the docks
Thrown our lives on the rocks
But my good eye's wandering still
Past the pubs where I festered all day
Transporter bridge, transport me away...

Refrain hören?
Bild anklicken!

In einem Langford-Porträt heisst es: "In his hometown the lights of the Transporter bridge hang like a string of pearls above the docks... Langford's lived in America for the last 5 years but the Skull Orchard CD sees his attention turned back across the Atlantic to the land that spawned him. The eyes of an exile see South Wales as a sad, neglected place where mines and factories close down while toxic waste dumps and McDonalds spring up out of nowhere. Only the flickering embers of community, shared history, pride and defiance hinder the dash to oblivion. These wordy, angry songs reflect that spirit..." Mehr über die Schwebefähre in Newport hier...


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Warum die Fähre
zur Zeit nicht schwebt

Presseerklärung des Landkreises Cuxhaven, Juni 2002

Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Landkreis Cuxhaven ein statisches Gutachten über den baulichen Zustand der Schwebefähre an das Ingenieurbüro KSF Feld & Partner aus Bremerhaven in Auftrag gegeben, um etwaige Mängel an der Konstruktion festzustellen. Dabei wurden gravierende Schäden im Bereich der Fahrbahnträger dokumentiert. 


Fahrbahnträger: Schrauben locker

Bei den im Jahre 1994 erneuerten Fahrbahnträgern, die aufgrund der Gesamtlänge von 80 m aus mehreren Einzelträgern bestehen, haben sich innerhalb der Trägerverbindung die Verbindungsschrauben gelockert und zu Rissen in der darüberliegenden mit den Trägern verschweißten Kranbahnschiene geführt, auf der die Rollen der Gondel laufen. 


Trägerverbindung: Heftige Vibrationen

Fachleute konnten sich zunächst nicht erklären, woher die übermäßigen Kräfte stammen, die auf den oberen Bereich einwirken. Da die Schadensursache unbekannt war und man nicht voraussagen konnte, ob sich die Schäden weiter entwickeln, nahm der Landkreis Cuxhaven als verantwortlicher Eigentümer die Schwebefähre aus Sicherheitsgründen sofort außer Betrieb.  Das Vermessungsbüro Börner aus Cuxhaven wurde noch im Herbst 2001 beauftragt, eine Setzmessung der Gründungspfeiler durchzuführen, um festzustellen, ob eventuell die Stützen in unterschiedlichen Höhen gegründet oder abgesackt sind und damit in ursächlichem Zusammenhang zu den festgestellten Schäden stehen. Die Messung ergab jedoch, daß die festgestellten Abweichungen so geringfügig sind, daß sie für die Probleme an den Trägerverbindungen nicht maßgeblich sind.  Derzeit wird nun untersucht, ob möglicherweise stattdessen die Abnutzung des Getriebes für die Schäden verantwortlich zeichnet, da die abgegriffenen Antriebswellen ein ungleichmäßiges Gleiten der Gondel verursachen. Durch die entstehenden relativ heftigen Vibrationen während der Fahrt könnten sich die Schrauben in den Verbindungen gelockert und zu den Rissen in der Führungsschiene geführt haben.  Bis zur Klärung dieser Frage wird die Benutzung der Fähre aus Sicherheitsgründen weiterhin untersagt bleiben müssen. Der Landkreis Cuxhaven ist bestrebt, das hochrangige technische Baudenkmal Schwebefähre funktionsfähig als touristische Besonderheit für unsere Region zu erhalten. Zunächst jedoch muß Klarheit über die Schadensursache gewonnen werden, bevor eine Sanierung durchgeführt und der Fährbetrieb wieder aufgenommen werden kann. 




NDR-Fernsehfilm informiert
über die Oste und die Fähre
In einem mehrfach wiederholten NDR-Fernsehfilm (Begleittext hier) hat Horst Ahlf, 1. Vorsitzender der Fördergesellschaft, über die Geschichte Ostens und der Fähre (siehe NDR-Luftbild unten) informiert. 
Wörtlich heisst es im NDR-Text, die Ostener Schwebefähre sei "zumindest riesig und vor allem einzigartig, so einzigartig wie die Oste". 
Unter dem Baudenkmal rezitierte in der Dokumentation der aus Hemmoor stammende Schriftsteller Peter Schütt sein wohl bekanntestes Gedicht, das von einer Liebe im Schatten der Schwebefähre handelt:

Heimatromanze

Die mich liebkoste
kam aus Osten an der Oste

Tief im hohen Schilfe
bat sie mich um Hilfe

Löse mir die Zöpfe
öffne mir die Knöpfe

Und so machte sie mich reich
gleich hinter dem Ostedeich




Eingeschlossen überm Fluss:
Fähre streikte bei Probefahrt
Fast zwei Stunden lang war im Juni eine Expertengruppe unter Führung von Bauamtfrau Birgit Greiner vom Landkreis Cuxhaven (Mitte) auf der Schwebefähre von der Aussenwelt abgeschnitten.

Bei einer Inspektionsfahrt - der ersten seit der Stillegung im Oktober 2001 - streikte die 93 Jahre alte Fähre auf Grund eines Kurzschlusses in einem der Elektromagneten der Bremse hoch über der Oste. Erst ein per Handy aus Hemmoor herbeigerufener Elektriker, der sich im Ruderboot der Fähre näherte, behob den Defekt und befreite die Eingeschlossenen von Osten (Foto: die Experten nach der Evakuierung). Bei der Inspektion hatte sich abgezeichnet, dass wohl auch das Fahrwerk vor einer Inbetriebnahme überholt werden muss. Und das kann dauern...



Ganz Osten zieht an einem Strang:
Die Fähre muss weiter schweben!

Erst gab es dampfenden Grünkohl, dann eine böse Nachricht, die jedem auf den Magen schlug: Bei der Jahresversammlung der "Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten e. V." informierte Vorstandsmitglied Bauamtfrau Birgit Greiner (r.) vom Landkreis Cuxhaven die Versammlung über eine behördliche Anordnung, die Fähre umgehend ausser Betrieb zu nehmen!

Grund: Bei einer Begehung im Dezember ist festgestellt worden, dass die Eisenschiene, an der die Gondel hängt, gerissen ist. Drei Schrauben in der Fahrbahnträger- Konstruktion sind abgesprengt, mindestens sieben weitere Schrauben locker. Die Ursache ist zur Zeit noch unklar: Hat sich die Fähre verkantet, weil der westliche Sockel auf der Ostener Seite aus unbekannten Gründen zehn Zentimeter höher ist als die drei anderen Sockel? Sind die gefährlichen Spannungen in der 106 Jahre alten Konstruktion womöglich erst aufgetreten, nachdem 1994 eine neue Schiene eingebaut worden ist, die im Gegensatz zu früher nicht über Dehnungsfugen verfügt?

Grosse Einigkeit - von Bürgermeister Carsten Hubert (CDU) bis zum Kreistagsabgeordneten Herbert Guthahn (SPD) - herrschte in der Versammlung daüber, dass alles getan werden muss, damit das europaweit einzige Technische Baudenkmal dieser Art möglichst bald wieder in Aktion gezeigt werden kann.

Vorsitzender Horst Ahlf verwies auf die touristische Funktion der Fähre für die gesamte Region, Vorsitzende Erika Borchers (auf dem Foto 2. v. links) vom Heimatverein Osten "An Moor und Diek" auf die heimatgeschichtliche  Bedeutung.

Hilfe erwartet der Verein vor allem vom Landkreis. Die Aussichten sind positiv. Bislang jedenfalls war die Zusammenarbeit zwischen Verein und Kreis - wie Vorsitzender Ahlf und Landkreisvertreterin Greiner übereinstimmend erklärten - "ganz hervorragend" und "äusserst angenehm". Mehr zum Thema in der NEZ...



Ahlf: Schwebefähre 
rasch reparieren!

Für eine rasche Reparatur der Schwebefähre hat sich bereits im Frühjahr Fährkrug-Hotelier und Kommunalpolitiker Horst Ahlf gegenüber der NEZ ausgesprochen. Pro Jahr seien insgesamt zwischen "8000 und 10 000 Touristen" mit der Fähre auf Tour. Der Ort lebe von den Tagesausflüglern. Der gesamte NEZ-Artikel steht hier...




Die Fähre
als Filmstar?

Wird die Schwebefähre zum Filmstar? Das niedersächsische Film- und Medienbüro hat das  Baudenkmal in seine Liste attraktiver Drehorte aufgenommen,die sich für Filmaufnahmen empfehlen. Zur Website...


Alle obigen Berichte aus dem Web-Magazin www.osten-oste.de



Fährmann 
dringend gesucht!

 Seit 716 Jahren fährt in Brobergen, einige Kilometer osteaufwärts von der Schwebefähre,  eine Prahmfähre über die Oste.  Und sie soll auch weiter fahren. Das ist der Wunsch der Mitglieder des Realverbandes Holländerhöfe Brobergen. Doch so ganz sicher ist das nicht. Denn der Verband ist auf der Suche nach einem Fährmann. Er soll die Prahmfähre an dieser Stelle im westlichen Teil des Landkreises Stade bedienen. Mehr im Hamburger Abendblatt...



 

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Geschichte

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