Tag der Oste 2005 - 2006  - 2007 - 2008
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6. Tag der Oste 2010

Goldener Hecht für
die Kinder von Estorf

Auch Preisträger aus Hamburg, Berlin,
Bremervörde, Sittensen, Otterndorf, Osten

Preisträger 2010 (v. l. n. r.): Prof. Dr. Norbert Fischer (Hamburg), Susanne Morgenstern (Bremervörde), Peter Wortmann (verdeckt, Oldendorf), Heinz-Hermann Evers (Sittensen, in Vertretung von Stefan Tiemann), Charlotte Drews-Bernstein (Hamburg), Ursula Holthausen (Otterndorf), Dr. Jörn Geßner (Berlin), Wolfgang Schütz (Osten) und zwei Schülervertreter der Grundschule Estorf

7. 3. 2010. Wer bekommt den "Oste-Oscar"? Beim 6. "Tag der Oste" am Sonntag im Gasthof Hellwege in Heinbockel-Hagenah lüftete die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. das Geheimnis: Zum sechsten mal verlieh die "Lobby für die Oste" ihren mit 3.500 Euro dotierten Kulturpreis "Der Goldene Hecht".


Schatzmeister Schmidt mit Goldhechten

Erstmals war in diesem Jahr auch ein Sonderpreis für Kinder und Jugendliche gestiftet worden, der an die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Estorf (Kreis Stade) für deren Umwelt- und Europaaktivitäten ging. Zur Verleihung waren Vertreter der Schulkinder in Begleitung ihrer Schulleiterin Hildegard Ackermann und ihres Lehrers Peter Wortmann erschienen. Wortlaut der Laudatio hier.
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Schulkinder stiften
einen 'Gegenhecht'

Goldener Hecht für Estorfer Schüler

Für einen nicht eingeplanten Programmpunkt sorgten drei Estorfer Schülerinnen und Schüler: Nachdem ihnen AG-Osteland-Vorstandsmitglied Johannes Schmidt den erstmals vergebenen, von der Sparkasse Wesermünde-Hadeln gestifteten "Goldenen Hecht" in der Kategorie Kinder und Jugendliche samt 500-Euro-Prämie überreicht hatte, revanchierten sich die Kinder mit einem aus Holz und Zeitungspapier gebastelten "Gegenhecht".


Lehrer und Schulleiterin freuen sich

Es sei ungerecht, dass die Aktiven im Osteland-Vorstand seit einem halben Jahrzehnt immer nur Preise verleihen, aber selber nie geehrt würden, hatten sich Lehrer Peter Wortmann und Schulleiterin Hildegard Ackermann gesagt. 


Bölsche  mit dem "Gegenhecht"

So kam es, dass die Schüler Michel-Moritz, Dominic und Marie-Luise (dritte Klasse) zur Überraschung aller Beteiligten ihr liebevoll gebasteltes Hecht-Imitat dem Initiator des "Tages der Oste" in die Hand drückten und ihr Lehrer das Publikum zu einer Laola-Welle für die AG Osteland animierten. Aufschrift auf der Metalltafel am "Gegenhecht": "Jochen Bölsche und dem Vorstand der AG Osteland 2010 gestiftet von der Grundschule Estorf."

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Goldhechte für "Verdienste um das Osteland" - das 1800 Quadratkilometer große Einzugsgebiet des Flusses in den Landkreisen Harburg, Rotenburg, Stade und Cuxhaven - wurden insgesamt sieben Preisträgern aus Hamburg, Berlin, Bremervörde, Sittensen, Otterndorf und Osten zuerkannt.

Eva Rühmkorf und Charlotte Drews-Bernstein

Erstmals nicht für ein Buch, sondern für ein Hörbuch verliehen wurde der Preis in der Kategorie Literatur. Preisträgerin Charlotte Drews-Bernstein (Hamburg) habe es, so Jury-Sprecher Jochen Bölsche, mit ihrem 2009 erschienenen, aus drei CDs bestehenden Hörbuch "Für und mit Peter Rühmkorf" meisterhaft verstanden, mit fast vier Stunden umfassenden Tondokumenten in das Leben und Werk des im heutigen Hemmoor aufgewachsenen großen deutschen Lyrikers einzuführen. Wortlaut der Laudatio hier.

In Anwesenheit von Kultusministerin a. D. Eva Rühmkorf, der Witwe des 2008 verstorbenen Schriftstellers, betonte Bölsche, der Preisträgerin sei es insbesondere gelungen, durch Befragung von Zeitgenossen herauszuarbeiten, wie nachhaltig der Dichter durch seine beiden ersten Lebensjahrzehnte in Warstade an der Oste, einem Ortsteil der heutigen Stadt Hemmoor, geprägt worden ist.


Preisträger Prof. Dr. Fischer (r.)

Der Wissenschaftspreis nahm der Hamburger Volkskundler und Kulturanthropologe Prof. Dr. Norbert Fischer entgegen, der "wie kein anderer" die Geschichte der Sturmfluten, des Deichbaus und der Schleusen im Elbe-Weser-Dreieck erforscht und beschrieben habe. Mit dieser Auszeichnung sollten, so die AG Osteland, zugleich die Bemühungen des Ostedeichverbandes und des Deichverbandes Kehdingen-Oste gewürdigt werden, die gemeinsam mit dem Landschaftsverband Stade und der Landschaft der Herzogtümer Bremen und Verden die aktuellen Forschungsarbeiten Fischers zur die Geschichte der Ostedeiche unterstützen. Wortlaut der Laudatio hier.


Gessner (2. v. l.)  und Schütz (3. v. l.)

In der Kategorie Naturschutz wurden die Bemühungen zweier Artenschützer um die Wiederansiedlung des im vorigen Jahrhundert ausgerotteten Europäischen Störs in der Oste ausgezeichnet. Zugesprochen wurde der Preis dem Leiter des Projekts, dem Fischereibiologen Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Gewässerökologie, sowie dem Ostener Wolfgang Schütz, Sprecher der 7800 organisierten Sportfischer an der Oste.


Saalschmuck: Großfotos von Nikolaus Ruhl

Nach der bereits gelungenen Wiedereinbürgerung des Lachses in der Oste sei im April 2009 mit dem experimentellen Erstbesatz mit Jungstören "ein neues Kapitel in der Ökologiegeschichte des Flusses" aufgeschlagen worden.Wortlaut der Laudatio hier oder hier.


Preisträgerin Susanne Morgenstern (r.)

Der "Goldene Hecht" in der Kategorie Kunst und Kultur ging an die Bremervörder Buchhändlerin Susanne Morgenstern und den von ihr bis vor kurzem geleiteten Kultur- und Heimatkreis Bremervörde. Der Verein fördere in beispielhafter Breite und Vielfalt Kunst, Kultur und Heimatpflege in der Ostestadt, hiess es zur Begründung. Besonders hervorgehoben wurden die Vereinsprojekte "Bremervörder Jahrbuch", "Plattdüütsch Kring", "Kunst an der Oste", "hoermahl" und "Kino am See". Wortlaut der Laudatio hier.

"Das hat der liebe Gott
noch mit der Hand gemacht"


Sponsorin Martens, Preisträgerin Holthausen

Der Medienpreis wurde der Otterndorfer Journalistin Ursula Holthausen zuerkannt, die das vom Verlag der Niederelbe-Zeitung herausgegebene "Osteland-Magazin" seit der Gründung im Jahre 2006 journalistisch betreut, das als einziges Printmedium kreisübergreifend über das Geschehen am Fluss berichtet. Mit der Auszeichnung solle zugleich das Engagement der Redaktionen und Verlage der ebenfalls an dem Projekt beteiligten Zeitungen, des Stader Tageblatts und der Bremervörder Zeitung, gewürdigt werden, das zum touristischen Aufschwung der Region beigetragen habe. Preisträgerin Holthausen zeigte sich in ihren Dankesworten begeistert vom Osteland, einem "Juwel des Nordens": "Das hat der liebe Gott noch mit der Hand gemacht." Wortlaut der Laudatio hier.


Bürgermeister Evers, Laudator Brinkmann

In der Kategorie Tourismus ausgezeichnet wurde der Sittenser Samtgemeindebürgermeister Stefan Tiemann, in dessen Abwesenheit der Sittenser Gemeindebürgermeister Heinz-Hermann Evers den Preis entgegennahm. Kommunalpolitiker und Vereine der Samtgemeinde hätten, hiess es in der Laudatio, dazu beigetragen, dass rund um die Wassermühle im historischen Ortskern ein reizvolles Ensemble erhalten und weiterentwickelt worden sei, mit dem gleichermaßen den Belangen der Denkmalpflege, des Tourismus, der Hochwasservorsorge und des Artenschutzes Rechnung getragen werde.


Blick in den voll besetzten Festsaal

Besonders gewürdigt wird der Sittenser Ratsbeschluss, die Voraussetzungen für den Bau einer Sohlgleite am Sittenser Mühlenstau zu schaffen und auf diese Weise eine Barriere für Wanderfische wie Lachs und Stör zu beseitigen. Wortlaut der Laudatio hier.


Gerald Tielebörger eröffnet die Matinee

AG-Osteland-Vorsitzender Gerald Tielebörger (Wingst) stellte in seiner Eröffnungsansprache die jüngst gestartete Initiative "Wir an der Oste" vor, deren Ziel es sei, jedes Jahr zwei Samtgemeinden - je eine von der Oberen und eine von der Unteren Oste - zu "verbandeln". Die für 2010/2011 ausgewählten Samtgemeinden Selsingen und Am Dobrock hätten bereits die Idee aufgegriffen, Vereine, Betriebe und Schulen zu ermuntern, Ausflüge in die jeweils andere Osteregion zu veranstalten, sagte Tielebörger. Wortlaut der Eröffnungsrede hier.


Bölsche bilanziert das Jahr der Oste

In seinem traditionellen Vortrag "Das Jahr an der Oste" skizzierte der 2. Vorsitzende Jochen Bölsche (Osten) die gegenwärtigen "Sorgen" der Arbeitsgemeinschaft, unter anderem "die drohende Elbvertiefung und die gespenstischen Windkraftpläne für die idyllische Ostemarsch, die ungesicherte Zukunft der Prahmfähre in Brobergen und des Ostewehrs in Bremervörde, die Vermaisung der Landschaft und die Existenzgefährdung etlicher bürgernaher Dorfschulen rund um Bremervörde".

100 Menschen,
100 Beispiele

Als "beglückend" bezeichnete er dagegen die "überaus positiven" Erfahrungen im "Jahr der Oste", dessen über 420 Veranstaltungen nicht zuletzt von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Osteland organisiert worden seien. Unter dem Titel "100 Menschen, 100 Beispiele" stellte Bölsche ausgewählte Akteure und Projekte in Wort und Bild vor. Wortlaut der Rede hier.


Dr. Geßner bei seinem Festvortrag

Der Berliner Fischbiologe Dr. Geßner würdigte in seinem Festvortrag die Verdienste der Sportfischer um die Wiederansiedlung des Lachses in der Oste und stellte die Pläne vor, den einst hier heimischen, aber weltweit akut vom Aussterben bedrohten Stör wieder einzubürgern. Gewässergüte und -struktur sowie das Engagement der Bevölkerung hätten die Wissenschaftler veranlaßt, die Oste für weitere Besatzmassnahmen auszuwählen.


Schirmherr mit Schirm: STD-Landrat Roesberg

Zu Beginn der Festveranstaltung hatten der Stader Landrat Michael Roesberg sowie Thomas Scharbatke, Bürgermeister der gastgebenden Samtgemeinde Oldendorf, vor über 150 geladenen Gästen - darunter als Vertreter der Bundesregierung auch der Berliner Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) - in Grussworten die Arbeit der AG Osteland und die Reize der Flusslandschaft gewürdigt.


Thomas Scharbatke bei seinem Grußwort

Scharbatke zeigte sich zuversichtlich, dass die umstrittene Reparatur der Prahmfähre in Brobergen sich als finanzierbar erweisen werde und der Fährbetrieb rechtzeitig zum Start der Saison aufgenommen werden könne. Für die Zukunft müsse ein Gesamtkonzept entwickelt werden, um an Leader-Mittel kommen zu können.

An der Oste bildeten, so Roesberg auch im Namen der Mit-Schirmherren Reinhard Brünjes (ROW) und Hans-Volker Feldmann (CUX), "die Landschaft, das Wasser und die von Menschen geschaffene Kultur eine harmonische Einheit": "Dem Osteland gehört die Zukunft."


Tielebörger, Sponsor Rudolf Heinsohn (KSK)

Ermöglicht worden war die Verleihung des Oste-Kulturpreises auch in diesem Jahr durch Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft. Preisgelder stifteten die Kreissparkasse Wesermünde-Hadeln sowie die Firmen Dienstwelt / Simone Martens (Wedel), Bütje Metallbau (Hemmoor), Elbfähre Glückstadt-Wischhafen (Glückstadt), Ulex (Neuhaus/Oste) und die Axa-Versicherung Dirk Ording (Stade).


Wieder dabei: das Hamburger Jazzduo

Musikalisch umrahmt wurde die Festveranstaltung wie in den Vorjahren vom Hamburger Jazz-Duo.
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Ein Gruß von
Elke Loewe

Elke Loewe, Erfolgsautorin und Oste-Literaturpreisträgerin aus Geversdorf (Foto), konnte am 6. Tag der Oste zwar nicht teilnehmen, schickte aber als Gruß an die 160 Versammelten ein Gedicht auf den winterlichen Fluss, das Gerald Tielebörger, 1. Vorsitzender der AG Osteland, in seiner Eröffnungsrede zitierte:

schlafoste

will ich auf meinen deich hingehn 
und nach ihrem treibeis sehn, 
steht die oste mucksmausstill, 
weil sie nicht mehr tiden will. 
sag ich, oste, lauf mal zu, 
sagt sie, ach, lass mich in ruh. 
immer muss ich auf und ab 
wie der mond im gleichen trab, 
herrlich ruht´s sich unterm eise, 
nur ganz unten fließ ich leise. 
sag ich, oste, ist okay, 
schlaf nur weiter unterm schnee. 

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Beim 6. Tag der Oste fotografierten für uns Karl-Heinz Brinkmann, Gundula Ida Gaentgen und Nadja Vollmers.
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Run auf die
AG Osteland

Neumitglied Ferlemann (l.) mit Ehrengästen

8. 3. 2010. Am Tag der Oste und im Vorfeld des Flussfestes hat die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. einen bislang nie erlebten Zustrom von Neumitgliedern registriert. "Ich habe noch nie einen derart aktiven Verein kennengelernt wie Ihren," zeigte sich die vielfach preisgekrönte Autorin Charlotte Drews-Bernstein begeistert von den in Hagenah in Wort und Bild vorgestellten Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft im Jahr der Oste 2009.

Ebenso wie die für ihre Rühmkorf-CD geehrte Hamburger Autorin (Laudatio hier) trat auch die Witwe des in Warstade aufgewachsenen großen deutschen Dichters, Ministerin a. D. Eva Rühmkorf, spontan der AG Osteland bei: "Grossartig, wie Sie es schaffen, alle Akteure am Fluss zu vernetzen," sagte sie.

Auch im Berliner Kabinett ist die "Lobby für die Oste" jetzt vertreten: Staatssekretär und CDU-MdB Enak Ferlemann, einer der Ehrengäste beim Tag der Oste, trat dem Verein nach während der Veranstaltung bei, ebenso wie der Cadenberger Vize-Bürgermeister Jörg von See, der Vorsitzende der Hadler Jägerschaft, Gerhard Klotz (Hemmoor), und Simone Martens namens der HGF Hemmoorer Grundstücks- und Freizeit GmbH & Co. KG.

Weitere Neueintritte: der Fischereisportverein Bremervörde sowie eine Reihe von Einzelmitgliedern: Hinnerk Kolster (Neuhaus), Dieter und Christel Dede (Oberndorf), Petra von Holten (Hasenfleet), Hans-Hermann Tiedemann (Bremervörde) und Manuel Holl (Singapur).

"Die Mitgliederzahl nähert sich rapide der 400er-Grenze", freut sich der Vorstand des 2004 gegründeten Vereins. - Ein Beitrittsformular (Jahresbeitraag 10 Euro, Firmen und Vereine 100 Euro) kann hier heruntergeladen werden.



Ein Projekt der
AG Osteland e. V.