ARCHIV

Die Berichterstattung der Website ostemarsch.de
über die Prahmfähre Brobergen seit dem 14. 9. 2005


Tourismus

Schildbürgerstreich
an der Osteschleife?


Touristenattraktion Prahmfähre Brobergen

14. 9. 2005. Eine der Hauptattraktionen des gerade aufblühenden Tourismus am Elbe-Nebenfluß Oste ist in Gefahr: Die unter Denkmalschutz stehende letzte motorbetriebene Prahmfähre bei Brobergen (Landkreis Stade) und das benachbarte Gasthaus "Fährkrug" drohen einer geplanten Deichverkürzung zum Opfer zu fallen.


Bei Variante B würde der Fährkrug geflutet

Als "Schildbürgerstreich" bezeichnet die Arbeitsgemeinschaft Osteland e.V. eine entsprechende Planungsvariante des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWK). Zur Debatte steht eine aus finanziellen und ökologischen Gründen geplante Deichverkürzung an der Osteschleife bei Brobergen, die einen Abriß des dann "ausgedeichten" Fährhauses und eine Aufgabe der historischen Prahmfähre und des Fährdamms zur Folge hätte.


SG-Bürgermeister Scharbatke (M.) am Dienstag

Nach Ansicht der AG Osteland, die sich als "Lobby für die Oste" versteht, würde der Fluß damit eine seiner Hauptattraktionen verlieren. Besonders betroffen wäre die 2004 eröffnete "Deutsche Fährstraße" Bremervörde - Kiel, die auf 250 Kilometern alle Gewässerquerungsmöglichkeiten von der Furt über Fähren und Brücken bis zum "Kreuzfährschiff" demonstriert.

"Absurd" ist es nach Auffassung der AG Osteland, dass in Niedersachsen offenbar eine Fachbehörde die Planungen anderer Fachbehörden ignoriert. Während das NLWK die historische Fähre bei Brobergen aufs Spiel setze, finanzierten zur selben Zeit die EU, das Amt für Landentwicklung sowie die Stadt Bremervörde und die Samtgemeinden Himmelpforten, Oldendorf, Börde Lamstedt, Hemmoor, Am Dobrock und Nordkehdingen 100 000 Exemplare einer Werbeschrift, die bundesweit mit dem Bild der Broberger Fähre für die Oste als den "Fluß der Fähren" wirbt.

Mit Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege sowie mit EU-, Bundes-, Kommunal- und Stiftungsmitteln in Höhe von 1,4 Millionen Euro wird außerdem das nationale Baudenkmal Schwebefähre Osten - Hemmoor als Wahrzeichen des Südabschnitts der Deutschen Fährstraße wieder fahrbereit gemacht.

Zugleich werden in Workshops der Maritimen Landschaft Unterelbe (MLU) und im Zuge des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) unter der Verantwortung des Landesministers für den ländlichen Raum, Heiner Ehlen, Konzepte erörtert, das "Alleinstellungsmerkmal Fähren" verstärkt zu nutzen, um das strukturschwache Osteland touristisch zu beleben.


 Hudaff: Beste landwirtschaftliche Flächen

Gegen eine Ausdeichung des "Fährkrugs" und der ihn umgebenden Flächen spricht sich auch Helmut Hudaff aus, der Vorsitzende des Realverbandes Holländerhöfe Brobergen, der die Fähre betreibt. Würde die entsprechende Planungsvariante verwirklicht und das Areal in der hufeisenförmigen Osteschleife geflutet, gingen der Landwirtschaft "rund 50 Hektar beste landwirtschaftliche Flächen verloren", sagt Hudaff, der auch der AG Osteland angehört.


 Ratsherr und Gästeführer Haselmeier

"Verheerende Folgen" für den gerade aufkeimenden Fährtourismus an der Oste befürchtet der Oldendorfer Ratsherr Heinz Haselmeier: "Der Tourismus würde abgewürgt." Das Fortbestehen der Prahmfähre bei Brobergen, die vor allem Wanderer und Radfahrer übersetzt, sei unverzichtbar, sagt der Sozialdemokrat Haselmeier, der auch als Gästeführer arbeitet.


Beliebte Rundtour: Gräpel - Brobergen - Gräpel

Denn nur im Zusammenwirken mit der Broberger Fähre ermögliche die benachbarte handbetriebene Fähre in Gräpel, die vom dortigen Gastwirt Helmut Plate auf den Ruf "Fährmann, hol ober" hin betätigt wird, die Rundfahrten und -wanderungen. Falle die Flußquerung in Brobergen fort, seien Rundtouren künftig allenfalls bei einer Nutzung der weit entfernten Brücken in Bremervörde oder Hechthausen (Landkreis Cuxhaven) möglich; die dritte Oste-Prahmfähre in Schönau ist nur für Viehtransporte zugelassen.


NLWK-Vertreter von Ahn im Oldendorfer Rathaus

Vor Kommunalpolitikern erklärte NLWK-Vertreter Hartmut von Ahn (Stade) am Dienstag im Oldendorfer Rathaus, welche Deichvariante letztlich gewählt wäre, hänge vom Ausgang der zur Zeit laufenden Probebohrungen und Grundstücksverhandlungen ab. Die Vorplanungen für die notwendige Erhöhung des Ostedeiches seien noch nicht abgeschlossen; alle Varianten bestünden noch.

Allerdings liege grundsätzlich eine kostengünstige Verkürzung der Deichstrecke im Interesse des Landes. In diesem Fall aber würde die Fähre in der Biegung des Flusses der Deichverlegung zum Opfer fallen.

Der Oldendorfer Samtgemeinde-Bürgermeister Thomas Scharbatke betonte das Interesse der Kommunalpolitiker, über die Vorplanungen informiert zu werden. Er unterstrich den Wunsch der Samtgemeinde, dass die "touristischen Attraktionen" am Fluß erhalten werden, damit die idyllische Oste "aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt wird".


Zu dem obigen Artikel erreichte uns die folgende Zuschrift des Landwirts Hartmut Jungclaus aus Bossel, Webmaster von www.ostechronik.de:


Landwirt Hartmut Jungclaus

Ihr Text müßte eigentlich alle Beteiligten überzeugen, einschließlich der zuständigen Fachbehörden in Niedersachsen.

Es ist für die Verantwortlichen aller Couleur in Zeiten knapper Kassen sicherlich nicht einfach, allen Interessen gerecht zu werden. Aber wie Sie richtig schreiben, ist es wohl wirklich am falschen Ende gespart, der 250 Kilometer langen "Deutschen Fährstraße" Bremervörde - Kiel eines ihrer schönsten und historischen Wahrzeichen hier bei uns in Brobergen zu nehmen.

Eigentlich müßten sich die Entscheidungsträger nur mal die Seite www.ostechronik.de/Brobergen/brobergen.html anschauen.

Das müsste eigentlich schon für eine fürs Oldendorfer Rathaus und den Tourismus um Oldendorf herum positive Entscheidung reichen.

Zum selben Thema schreibt Peter Wortmann, Lehrer an der Grundschule Estorf:


Peter Wortmann, Lehrer aus Estorf

Das Problem der Ostedeiche und ihre Erhöhung ist doch ein wenig komplizierter: Wir brauchen eigentlich keine höheren Deiche, sondern mehr Überflutungsfläche für den Fall, dass das Sperrwerk wegen Hochwasser geschlossen ist und die Oste (z.B. durch Schneeschmelze) viel Wasser führt. Da wäre es sinnvoller, mehr Überflutungsflächen zu schaffen. Auch ginge das wertvolle Grünland nicht verloren, es wäre nur nicht mehr so intensiv nutzbar.

Nun kommt aber ein anderer gravierender Nachteil hinzu: Die touristische Infrastruktur würde entscheidend verändert, wenn es das Fährhaus und damit den Betrieb der Fähre nicht mehr gäbe. Die sehr gut angenommenen Radwandertouren über die Prahmfähren an der Oste könnten dann nicht mehr durchgeführt werden. Dem Wunsch des Oldendorfer Samtgemeindebürgermeisters ist nichts mehr hinzuzufügen: Wir vor Ort wollen an den Planungen frühzeitig beteiligt werden!! Dann könnten sich solche Planungsfehler nicht wiederholen. Fazit: Wir brauchen mehr Überflutungsflächen, aber nicht gerade im Aktionsbereich der Prahmfähre in Brobergen.

Im Stader Tageblatt kommentiert die Redakteurin Grit Klempow unter der Überschtrift "Prahmfähre ist maritimer Schatz":


Tageblatt-Redakteurin Grit Klempow

Die idyllische Oste entfaltet gerade erst ihren Zauber vor immer mehr Touristen, die auf der Deutschen Fährstraße unterwegs sind. Die Gemeinden entwickeln ein Zukunftskonzept, in dem das "Alleinstellungsmerkmal Fähren" eine gewichtlge Rolle spielt. Der Landkreis Stade hortet über die Maritime Landschaft Unterelbe seine maritimen Schatze, unter ihnen die biden noch verbliebenen Prahmfahren an der Oste.

Schon jetzt wissen Radwanderer die beschauliche Flussquerung zu schätzen. Und das, obwohl die Schatze der Fährstelle Brobergen noch nicht einmal alle gehoben wurden. Jüngst entdeckten Archäologen Überreste einer mittelalterlichen Kapelle. An dieser Stelle residierte das Adelsgeschlecht derer zu Brobergen, ruhen auf dem Friedhof der Namenlosen vor Urzeiten Ertrunkene. Hier gibt es eine Jahrhunderte alte Fährtradition, dieser Fleck ist ein geschichtsträchtiger Ort.

Und das alles künftig geflutet, die Fähre ins Nirgendwo verholt? Das Aus für den "Fluss der Fahren"? Das Land will den Deich möglichst günstig bauen - verständlich. Aber hier darf nicht am falschen Ende gespart werden. Es ist in der Tat absurd, wenn den schon angeschobenen Bemühungen um Touristen und damit auch um einen Wirtschaftsfaktor im strukturarmen Osteland derart das Wasser abgegraben wird.


Denkmalschutz

Bekenntnis zur
Fähre Brobergen


Neues Großplakat der AG Osteland

Ein neues Großplakat der AG Osteland steht seit dem Wochenende in Hechthausen.


Nikolaus Ruhl hat das Plakat entworfen

Mit einem Foto der Prahmfähre in Brobergen auf einer drei mal vier Meter großen Stellwand will die Arbeitsgemeinschaft Osteland e.V. ihren Protest gegen Pläne des niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWK) ausdrücken, die touristisch bedeutsame Oste-Querung samt Fährhaus und Fährdamm zugunsten einer Deichverkürzung preiszugeben.

Das Großplakat, das der Ostener Fotokünstler Nikolaus Ruhl gestaltet hat, erscheint im Rahmen einer Werbeaktion für die Deutsche Fährstraße Bremervörde - Kiel, zu deren Attraktionen die letzte motorbetriebene Prahmfähre auf der Oste bei Brobergen gehört.

Ähnliche Stellwände mit dem Slogan "Frohe Fährien im frischen Norden" und der Webadresse waren bereits in Bremervörde, Osten und Hemmoor aufgestellt worden.

Das neue Großplakat ist an der B 73 in der Gemeinde Hechthausen platziert worden. Auf deren Gebiet, im Ortsteil Laumühlen, beginnt die Zuwegung zu der in ihrer Existenz bedrohten Fähre.


Brobergen

"Das kann doch
nicht wahr sein"


Osteland-Freunde Inge und Jochen Bertholdt

24. 9. 2005. Zum 20. Mal hat der renommierte Rostocker Grafiker Jochen Bertholdt, Schöpfer von mehr als hundert Sondermarken der Post, dieser Tage mit Ehefrau Inge einen Urlaub in Kleinwörden (Gemeinde Hechthausen) angetreten. Seit Bertholdt das Osteland kennt, zieht er mit dem Skizzenblock durch die Flußlandschaft, um Motive wie die Prahmfähre bei Brobergen festzuhalten.


Jochen Bertholdt: Prahmfähre in Brobergen

Fassungslos reagierte der Künstler, als er hörte, dass die historische Fähre durch Ausdeichungspläne in ihrer Existenz gefährdet ist (siehe unten). Auch sein Bruder Gerd Bertholdt vom Berthof (Website) reagiert entsetzt auf die "Hohlköpfigkeit" der Planungen: "Das kann doch nicht wahr sein!"


AG Osteland

Rückblick auf ein
erfolgreiches Jahr


Bürgermeisterin Gallinat (M.) leitet die Wahl

16. 2. 2007. Bei ihrer Jahreshauptversammlung im Bremervörder Oste-Hotel konnte die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. am Donnerstag auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Bei der turnusgemäßen Neuwahl des 1. Vorsitzenden und des Schatzmeisters stimmten die Mitglieder erneut einmütig für Gerald Tielebörger und Johannes Schmidt (beide Hemmoor). 2. Vorsitzender bleibt Jochen Bölsche (Osten), Schriftführerin Sigrid Frömming (Großenwörden).

(...) Im Mittelpunkt der Aussprache stand der unter anderem von Ehrenbürgermeister Helmut Hudaff (Brobergen) vorgetragene Wunsch, die Broberger Fähre zu erhalten, die durch Ausdeichungsmaßnahmen bedroht sei. Oberdeichgräfe Hans Wilhelm Saul betonte dazu, über die Zukunft der Fährstelle sei noch nicht entschieden worden; im Zuge des Planfeststellungsverfahrens würden verschiedene Varianten ausgelotet.


Maritimes Erbe

Bürger wollen
Fähre retten


Helmut Hudaff und Corinna Kolf...

... werben für die Versammlung

21. 2. 2007. In Brobergen soll eine Interessengemeinschaft zur Erhaltung der historischen Prahmfähre gegründet werden.

In einer Sitzung des Arbeitskreises Tourismus/Kultur im Rahmen des Regionalmanagements (REM) Kehdingen-Oste am Dienstag im Gräpeler "Osteblick" informierten Ehrenbürgermeister Helmut Hudaff (Brobergen) und Corinna Kolf ("Oste-Huus" Gräpel), beide Mitglied der AG Osteland, über das bevorstehende Treffen am Donnerstag, 1. März, 20 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Brobergen.


Touristen-Magnet Prahmfähre Brobergen

Einmütig appellierten die rund 30 Teilnehmer des Arbeitskreises an die Verantwortlichen, die Fähre als bedeutende Attraktion an der Deutschen Fährstraße zu erhalten.


Prahmfähre Brobergen an der "Fährienstraße"

Dafür sprachen sich neben Hudaff (Realverband) unter anderem auch Horst Ahlf (Vorsitzender Tourismus Osten e. V.) und der Oldendorfer SG-Bürgermeister Thomas Scharbatke aus. Scharbatke hofft, dass der "wichtige Knotenpunkt für die wirtschaftliche Entwicklung der Region" langfristig in eine private Trägerschaft überführt werden kann. Hudaff erklärte unter Beifall: "So leicht lassen wir uns die Fähre nicht nehmen."


Brobergen

Neuer Verein will
Prahmfähre retten


Osteland-Werbung für die Brobergen-Fähre

19. 2. 2007. Gegen Pläne, die Prahmfähre Brobergen aufzugeben, regt sich Widerstand: Bei einer Versammlung in dem winzigen Dorf Brobergen (Dorf-Porträt hier) wurden am Montag voriger Woche 46 Unterschriften für die Erhaltung des maritimen Baudenkmals gesammelt, das zu den Wahrzeichen der Deutschen Fährstraße zählt.

Die Gründung eines Vereins wird vorbereitet, unter den Mitstreitern ist auch Ehrenbürgermeister Helmut Hudaff.

Im Stader Tageblatt (Montag) heißt es unter anderem:

"Das Schicksal der historischen Fährstelle an der Oste in Brobergen ist noch ungewiss. Das wurde jetzt während der Hauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft Osteland deutlich. Die AG Osteland als Ideengeber und ehrenamtlicher Werber der 'Deutschen Fährstraße' debattierte in Bremervörde über den Erhalt der Fähre, die neben der handbetriebenen Prahmfähre in Gräpel und der sanierten Schwebefähre Osten-Hemmoor der dritte Baustein der 'Fährienstraße' an der Oste ist.

Der Broberger Helmut Hudaff trug den Wunsch vor, die Broberger Fähre im Dreieck der Landkreise Stade, Rotenburg (Wümme) und Cuxhaven zu erhalten. Zurzeit ist die Jahrhunderte alte Verbindung über das Wasser von einer möglichen Ausdeichung im Zuge des Deich-Neubaus am nördlichen Oste-Ufer bedroht.

Noch sei über die Zukunft der Fährstelle nicht entschieden, betonte auf der anderen Seite Oberdeichgräfe Hans-Wilhelm Saul als Chef des planenden Deichverbands. Im Zuge des Planfestellungsverfahrens würden verschiedene Varianten ausgelotet. (...)


Brobergen

"Aushängeschild
der Fährstraße"


Grabplatte derer von Brobergen (in Oberndorf)

23. 2. 2007. Über den Kampf der Broberger Bürger um ihre Prahmfähre heißt es in der Freitag-Ausgabe des Stader Tageblatts unter anderem: "Die Broberger wollen den Kampf um ihre historische Fähre aufnehmen. 50 Bürger haben sich bereits per Unterschrift für den weiteren Betrieb stark gemacht. Die Zukunft der Jahrhunderte alten Verbindung, die auch als Aushängeschild der „Deutschen Fährstraße“ gilt, ist durch den Deichbau gefährdet.


AG-Osteland-Werbung für Brobergen-Fähre

Das Dorf Brobergen lag nicht immer abseits und idyllisch, einst führte hier eine gefragte Route über eine Brücke, thronte das Gutshaus des einflussreichen Geschlechtes derer zu Brobergen am Ufer, auf dem 'Friedhof der Namenlosen' wurden in der Oste Verunglückte zur letzten Ruhe gebettet. Kürzlich fand die Kreisarchäologie Überreste einer mittelalterlichen Kapelle. Das geschichtsträchtige Areal würde unter Wasser gesetzt, wenn der Ostedeichverband den neuen Deich Nindorf-Ostendorf verkürzen und die Fluss-Schleife samt Fährstelle ausdeichen würde.

Hans-Hinrich Buck ist einer der Broberger, die sich engagieren wollen. Es gehe nicht darum, den Deichbau zu verhindern, sondern die Fähre mit dem Fährhaus zu erhalten. 'Man hängt an der Fähre, und touristisch ist sie noch nicht richtig erschlossen', sagt Buck. Unterstützung kommt von den Touristikern der Region..."


Brobergen

Bedrohte Prahmfähre
mobilisierte 100 Bürger


Altbürgermeister Helmut Hudaff ist überwältigt

2. 3. 2007. "Überwältigt" zeigte sich der 79-jährige Altbürgermeister Helmut Hudaff: In seinen "kühnsten Träumen" hätte der Ehrenratsherr der Samtgemeinde Oldendorf und Vorsitzende des Realverbandes Brobergen nicht damit gerechnet, dass am Donnerstagabend mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger in das Dorfgemeinschaftshaus des 220-Einwohner-Ortes strömen würden, um sich für die Rettung der bedrohten  Prahmfähre über die Oste einzusetzen.

Mehr als 40 Bürger
wollen beitreten

"Das wärmt unser Herz," freute sich die Versammlungsleiterin, Diplom-Geographin Corinna Kolf, über die starke Resonanz auf den Aufruf, einen Förderverein zur Erhaltung der touristisch bedeutsamen, seit 1286 bestehenden Fährstelle zu gründen.

Hudaff und Kolf - beide aktiv in der Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. - kündigten an, dass die Vereinsgründung noch im März stattfinden solle, nachdem nicht weniger als 42 der Anwesenden schriftlich ihr Interesse an einem Beitritt bekundet hatten.


Der Saal faßt kaum die Besucher

Mit Beifall wurde die Mitteilung des Kranenburger Bürgermeisters und Deichgrafen Horst Wartner aufgenommen, er gehe als Vertreter des auf Stader Seite zuständigen Deichverbandes Kehdingen-Oste von einer Erhaltung der Fährstelle aus.

Wartner: Deichschart
im Juni fertiggestellt

Daher werde bereits zum Juni die neu gestaltete Broberger Deichschart samt Parkplatz und einer Unterstellmöglichkeit für Fahrräder fertiggestellt werden.


Machen sich stark: Hudaff, Kolf, Wartner

Offen ist hingegen noch, ob der auf Cuxhavener Seite zuständige Ostedeichverband auf eine Deich-Kurztrasse verzichtet, der das links des Flusses stehende Fährhaus samt Fährdamm zugunsten einer Ausdeichung des gesamten Ostebogens komplett zum Opfer fallen würden. Altbürgermeister Hudaff rief als Vorsitzender des Realverbandes, dem die Erhaltung von Fähre und Fährhaus obliegt, erneut zur Rettung der Prahmfähre auf: "Wir müssen uns wehren, so gut es geht."

Zentrale Funktion
im Radwegenetz


Brobergen-Werbung in Hechthausen

Unterstützt wurde Hudaff von Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Osteland; die gemeinnützige "Lobby für die Oste" setzt auf die Bedeutung der Ostener Schwebefähre sowie der beiden letzten Prahmfähren als "Alleinstellungsmerkmal" der Oste, des "touristischen Rückgrats" der Region, und als Namensgeber der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel.

FOTO: JUNGCLAUS
Historienspiel auf der Fähre Brobergen - mehr

Auch der Lamstedter Unternehmer und Ferienhaus-Vermieter Hans-Heinrich Baack, Initiator des "Prahmweges" Bremerhaven - Stade, betonte die zentrale Funktion der Fähre innerhalb des Radewegenetzes im Elbe-Weser-Raum.


Wolf-Dietmar Stock unterstützt die Fährfreunde

Zur Unterstützung der Broberger Fährfreunde waren auch die Schriftstellerin Elke Loewe (Drochtersen-Hüll) und der Maler und Verleger Wolf-Dietmar Stock (Fischerhude) erschienen, die im vorigen Jahr gemeinsam das Buch "Die Oste von der Quelle bis zur Mündung" herausgegeben haben.

Hinweis auf
EU-Mittel

Stock, zugleich Kurator der von mehr als 7000 Kunstfreunden besuchten, unter der Schirmherrschaft von Agrarminister Heiner Ehlen in Bremervörde, Sittensen und Neuhaus gezeigten Osteland-Ausstellung "Malerische Oste", bezeichnete die historische Fähre als ein "Stück Geschichte, mit dem man sich identifizieren kann". Er wies auf Beispiele in anderen Regionen hin, wo es Ehrenamtlichen mit Fördermitteln etwa der EU gelungen sei, Museumsbahnen und -fähren zu erhalten und zu betreiben.

In mehreren Diskussionsbeiträgen wurde die Notwendigkeit betont, langfristig nach einer neuen Trägerschaft für die mittlerweile eher touristisch als landwirtschaftlich bedeutsame, aber noch immer vom landwirtschaftlichen Realverband zu unterhaltende Fähre zu schaffen.

Der vorgesehene Förderverein solle, so Mitinitiatorin Kolf, den Realverband "da unterstützen, wo er nicht weiterkommt", zum Beispiel bei der Erarbeitung neuer gastronomischer und touristischer Konzepte oder mit der Erstellung einer Website über die kulturgeschichtliche Bedeutung der Fähre und die landschaftlichen Reize ihrer Umgebung.


Mitinitiatorin und Osteland-Mitglied Kolf

Die Geografin Kolf, die an einer Dissertation über den Tourismus an der Oste arbeitet und deren Großvater das Broberger Fährhaus betrieb, wies auf die historische Bedeutung der Fährstelle hin, wo es einst eine Kapelle und einen Friedhof der Namenlosen gab und wo im Mittelalter eine Klappbrücke und eine hölzerne Rolandfigur gestanden haben.


Gedenkteller mit den Holländer Höfen

Kolf: "Brobergen ist stolz auf die Fähre." (Mehr über die Geschichte der Fährstelle und des früheren Gutes Holländer Höfe hier.)

Hölzerner Roland
soll neu erstehen


Wandspruch im Fährhaus Brobergen

Zuspruch fand die Idee, eine schlichte Rolandstatue mit Hilfe eines örtlichen Holzbildhauers noch in diesem Sommer auf der Broberger Seite der Fähre wiedererstehen zu lassen. Erste spontane Spendenzusagen erhielten die  Initiatoren noch während der Versammlung.


Rolande in Bederkesa, Calwe, Nordhausen

Roland-Statuen gibt es in Deutschland noch in knapp 30 Orten. Literaturhinweise zu diesem Thema stehen hier.


Brobergen

Fährverein startet
schon am 28. März


Das "schwimmende Denkmal" von Brobergen

17. 3. 2007. Die Freunde der historischen Prahmfähren an der Oste wollen sich organisieren. Ermutigt durch das enorme Echo - auch im Rundfunk und in der Presse - auf den Aufruf zur Rettung der Prahmfähre Brobergen im "Dreiländereck" zwischen den Kreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg, laden die Initiatoren, Altbürgermeister Helmut Hudaff und Diplom-Geografin Corinna Kolf, jetzt zur Gründung eines gemeinnützigen Fährvereins ein.


Medienecho auf Brobergen-Initiative

Bereits am Mittwoch, 28. März, 20 Uhr, soll im Dorfgemeinschaftshaus von Brobergen in der Schulstraße 6 der "Fähr- und Geschichtsverein Brobergen und Umgebung e. V." ins Leben gerufen werden. "Alle Interessierten sind herzlich eingeladen", sagt Corinna Kolf.

Ziel des Vereins soll, wie es im Satzungsentwurf heißt, "die Erhaltung und Förderung des Fährwesens in der Samtgemeinde Oldendorf, insbesondere des maritimen Denkmals Fährstelle Brobergen" sein. Die Existenz des schwimmenden Denkmals - der einzigen motorisierten Prahmfähre auf der Oste - sowie des Fährhauses Brobergen ist durch Ausdeichungspläne gefährdet.


Fähre Brobergen (Zeichnung: Jochen Bertholdt)

Der neue Verein soll sich, wie im Satzungsentwurf weiter steht, wenn nötig auch den "Betrieb von Prahm- und Bootsfähren einschließlich Fährhäusern bzw. Besucherzentren an der Oste" übernehmen können. Darüber hinaus will er auf die historisch bedeutsame, ebenfalls von Überflutung bedrohte Umgebung der Fährstelle hinweisen, wo in früheren Jahrhunderten eine Burg, eine Kapelle, eine Klappbrücke und ein "Friedhof der Namenlosen" existierten.


Roland-Nachbildung in
Plötzky (Sachsen-Anhalt)

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts stand dort sogar eine hölzerne Roland-Figur, wie eine Gerichtsakte aus dem Jahr 1525 bezeugt, in der es heißt: "Ist allda ufm Damm für wenig jaren ein geschnitztes Bilde gestanden, das man Rolandt geheißen, welches Leute noch gedenken können."

Um auf die bewegte Vergangenheit der Fährstelle hinzuweisen, plant der Verein noch für diesen Sommer die Aufstellung einer Nachbildung der einstigen Rolandstatue. Ähnliche Standbilder - Originale wie in Bremen und Bad Bederkesa oder vorbildgerechte Repliken - existieren deutschlandweit in 29 Orten.

Damit ein hölzerner Roland möglichst bald an der Oste Wacht halten kann, hat sich der Broberger Landwirt und Altbürgermeister Hudaff bereiterklärt, das Holz einer Eiche von 60 Zentimetern Stammdurchmesser für das Roland-Standbild zu stiften.


Fährkrug Brobergen: Von Überflutung bedroht

Ein Holzbildhauer steht schon bereit, und auch erste Spendenzusagen liegen vor. "Der Roland von Brobergen wird eine zusätzliche Attraktion für die vielen Radwanderer an der Oste," sagt Helmut Hudaff, der ebenso wie seine Mitstreiterin Corinna Hudaff auch in der Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. aktiv ist.

Bereits in einer mit über 100 Interessierten hervorragend besuchten Informationsveranstaltung  am 1. März hatten mehr als 40 Teilnehmer ihr Interesse an einer Vereinsgründung bekundet. Auch die Schriftstellerin Elke Loewe (Drochtersen-Hüll) und der Maler und Verleger Wolf-Dietmar Stock (Fischerhude), Herausgeber des Osteland-Buches "Die Oste von der Quelle bis zur Mündung", haben ihre Unterstützung angekündigt.


Radfahrer lieben die Oste-Fähren

Die Fähre Brobergen liegt im Schnittpunkt vieler Radwanderwege, zum Beispiel des Prahmweges von Bremerhaven nach Stade, der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel und einer Route der Niedersächsischen Milchstraße.


Variante B bedroht Fähre und Fährdamm

Zur Erhaltung der Fähre plant der Verein, zum Beginn der Tourismussaison im gesamten Elbe-Weser-Dreieck sowie in Hamburg und Bremen eine Unterschriftensammlung zu starten.


Brobergen

"Freudentag für
alle Ostefreunde"


Das "schwimmende Denkmal" ist gerettet

24. 3. 2007. Als "Freudentag für alle Ostefreunde" empfindet die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. den heutigen Sonnabend. Am Nachmittag gab der in Hemmoor ansässige Ostedeichverband seine Entscheidung bekannt, sich mit einer Teilausdeichung des Ostebogens am "Dreiländereck" zwischen den Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg zu begnügen. Damit kann die dort verkehrende historische Prahmfähre samt Fährdamm und Fährhaus für touristische Zwecke erhalten bleiben.

Der Ostedeichverband hatte mitgeteilt, dass die Planung zur Deicherhöhung "nur noch mit einer Ausdeichung des halben Ostebogens und damit dem Erhalt des Fährhauses und der Fährstelle weiterverfolgt werden soll" (voller Wortlaut siehe unten). Die AG Osteland, Projektträger der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel, begrüßte diese Entscheidung als "salomonische Lösung", die gleichermaßen Belange des Naturschutzes, des Tourismus, der Landwirtschaft und der Deichsicherheit berücksichtige.


Grund zur Freude: Altbürgermeister Hudaff

Die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft, die sich als "Lobby für die Oste" versteht und sich für die Erhaltung des maritimen Erbes im Elbe-Weser-Dreieck einsetzt, dankte zugleich dem Broberger Initiativkreis um Altbürgermeister Helmut Hudaff, der seit längerem mit viel Zuspruch aus der Bevölkerung gegen eine Flutung der historischen Fährstelle kämpft.

Durch die erfreuliche Entscheidung des Deichverbandes sei nun der Weg frei für die Suche nach neuen touristischen und gastronomischen Konzepten zur Bewahrung und Bewirtschaftung von Fähre und Fährhaus, die im Schnittpunkt mehrerer beliebter Fernradwanderwege liegen. Zu diesem Zweck soll, wie gemeldet, am Mittwoch, 28. März, 20 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Brobergen ein "Fähr- und Geschichtsverein Brobergen und Umgebung" gegründet werden.


Dokumentation

Warum nur der halbe
Bogen ausgedeicht wird

Der Geschäftsführer des Ostedeichverbandes, Ulrich Gerdes, hat am 24. 3. 2007 die folgende Erklärung abgegeben: 

"Der Vorstand des Ostedeichverbandes hat sich in seiner letzten Sitzung eingehend mit der Planung der Deichbaumaßnahme Nindorf-Ostendorf befasst. Nachdem der Bauabschnitt Laumühlen-Nindorf im vergangenen Jahr zum Abschluss gebracht werden konnte, muss der Ostedeich jetzt noch in diesem ca. 6 km langen Abschnitt aufgrund einer Fehlhöhe von bis zu 90 cm erhöht und verstärkt werden. Im Rahmen der Vorplanung wurden verschiedene Varianten untersucht, die sich insbesondere auf die Möglichkeiten einer Verkürzung der Deichstrecke bezogen. Damit könnten nicht unerhebliche Kosten, insbesondere für die spätere Unterhaltung, eingespart werden. 

Außerdem könnte so dem überwiegend sehr eng eingedeichten Fluss wieder mehr Raum gegeben werden, was sowohl dem Hochwasserschutz als auch dem Ökosystem Oste im Sinne der EG-Wasserrahmenrichtlinie zugute kommen würde. Im Juni 2005 wurden dazu erste Gespräche mit dem Realverband Gutsinteressenten des vormaligen Gutes „Die Holländer Höfe“ aufgenommen. Dieser Verband ist u.a. Eigentümer der Fähre Brobergen und des Fährhauses und damit hängt eine Ausdeichung des dortigen Ostebogens von seiner Zustimmung ab. 

Aufgrund des anhaltenden Rückzugs der Broberger Landwirte aus diesem Bereich und der zeitweise sehr hohen Hektarbelastung, die sich aus den Kosten für die Unterhaltung und den Betrieb der Fähre und des Fährhauses ergibt, schien die Zukunft des Realverbandes sehr ungewiss. Der Ostedeichverband sah es deshalb als seine Pflicht an, mit dem Verband in Verhandlungen zu treten und zumindest zu prüfen, ob mit einem Ankauf der Liegenschaften des Verbandes im Rahmen der Deichbaumaßnahme auch eine Lösung für eine nicht auszuschließende und mittlerweile von der Mehrheit der Mitglieder geforderte Verbandsauflösung in naher Zukunft ohne finanziellen Schaden für die Verbandsmitglieder gefunden werden kann. 

Nach knapp zwei Jahren muss jetzt festgestellt werden, dass dieser Versuch gescheitert und eine Verhandlungslösung nicht in Sicht ist. Der Vorstand des Ostedeichverbandes hat deshalb entschieden, dass die Planung nur noch mit einer Ausdeichung des halben Ostebogens und damit dem Erhalt des Fährhauses und der Fährstelle weiterverfolgt werden soll. 

Die Entscheidung war jetzt auch notwendig, um die künftige Finanzierung des Vorhabens aus Küstenschutzmitteln mit einem Volumen von ca. 10 Mio Euro nicht zu gefährden und zügig in das Planfeststellungsverfahren eintreten zu können. Der notwendige Grunderwerb ist bereits weit fortgeschritten. Mit einem Baubeginn ist evtl. noch im Jahre 2008 zu rechnen." 


Brobergen

Vereinsgründung
im Rekordtempo


Corinna Kolf, Karin Plate, Hans-Heinrich Baack,
Markus Buck und Antje Rieckmann an (v. l.).

28. 3. 2007. Die Zukunft der historischen Prahmfähre auf der Oste in Brobergen, des "schwimmenden Denkmals" im "Dreiländereck" zwischen den Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg/Wümme, scheint gesichert. Nachdem der Ostedeichverband, wie berichtet, am Wochenende überraschend mitgeteilt hatte, auf eine Ausdeichung der erstmals 1284 erwähnten Fährstelle verzichten zu wollen, hat sich am Mittwoch im Broberger Sport- und Kulturzentrum ein "Fähr- und Geschichtsverein Brobergen und Umgebung" gegründet.

40 traten
sofort ein

Dem Verein traten spontan 40 der 55 Anwesenden bei. - Nachdem in der Rekordzeit von rund vier Wochen alle organisatorischen und juristischen Vorarbeiten abgeschlossen worden waren, steht nun ein Verein zur Verfügung, der laut Satzung auf gemeinnütziger Ebene das Fährwesen an der Unteren Oste fördern, dessen Geschichte erforschen,  gegebenenfalls Fähren, Fährhäuser und Informationszentren betreiben und mit anderen historischen Fährvereinen zusammenarbeiten will; in Frage käme unter anderem die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten - Hemmoor.

Der neue Verein, dessen Satzung einstimmig verabschiedet wurde, wählte ebenfalls einmütig - unter Leitung von Altbürgermeister und Mitinitiator Helmut Hudaff - einen Vorstand, in dem die beiden Standorte der beiden letzten Personen-Prahmfähren auf  der Oste ebenso vertreten sind wie die Regionen rechts und links des Flusses.


Eine Zugbrücke führte um 1500 zur Burg
Frauen sind in
der Mehrheit

Frauen stellen die Mehrheit im fünfköpfigen Vorstand des neuen Vereins, der einen Jahresbeitrag von 10 Euro erhebt (juristische Personen 100 Euro). Erste Vorsitzende ist die Diplom-Geografin Corinna Kolf aus Brobergen, 2. Vorsitzende die Gastronomin Karin Plate aus dem benachbarten Gräpel, deren Gasthaus "Zum Osteblick" Betreiber der dortigen handbetriebenen gemeindeeignenen Prahmfähre ist; die beiden Vorsitzenden sind zugleich in der Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. aktiv.

Zur Schatzmeisterin wurde Antje Rieckmann gewählt, zum Schriftführer Markus Buck (beide Brobergen). Als Beisitzer fungiert mit Hans-Heinrich Baack, dem Initiator des  "Prahmweges" Bremervörde - Stade, ein Lamstedter.

Benefiz-Lesung
mit Elke Loewe

Tatkraft und Ideen prägten auch die Diskussion über die künftige Arbeit des Vereins, dem unter anderem auch die Vorstandsmitglieder Jochen Bölsche (Osten) und Johannes Schmidt (Hemmoor) vom Vorstand der AG Osteland angehören, die den Fährfreunden enge Zusammenarbeit und Unterstützung zusagten.

Die Fähren in Gräpel und Brobergen sind nach Ansicht der AG Osteland, "Lobby für die Oste", unverzichtbare Bestandteile der "Deutschen Fährstraße", des touristischen Rückgrats der Osteregion.

Unterstützung versprachen auch die beiden Hauptautoren des neuen Oste-Buches der AG Osteland, die Drochterser Schriftstellerin Elke Loewe und der Fischerhuder Künstler und Verleger Wolf-Dietmar Stock. Die Krimi- und Historienroman-Autorin Loewe steht dem Verein für eine Benefiz-Veranstaltung im "Oste-Huus" und im Gasthaus "Zum Osteblick" in Gräpel zur Verfügung.

Als Vorsitzender des Realverbandes, der die Broberger Fähre zur Zeit noch betreibt, sagte Altbürgermeister Hudaff dem neuen Verein enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung touristischer und gastronomischer Konzepte für die Fährstelle zu.

Website schon
freigeschaltet

Ausdrücklich dankte Hudaff dem in Hemmoor ansässigen Ostedeichverband für die Änderung seiner Ausdeichungspläne. "Nach einer gewaltigen, aber immer sachlichen Diskussion ist jetzt Friede eingekehrt," blickte der 79-jährige Broberger Ehrenbürger auf die Diskussion über die Deichplanung zurück, die in dem kleinen Dorf so etwas wie eine Volksbewegung ausgelöst hatte.

Nachdem der Verein eine informative, von Webmaster Markus Buck entwickelte Homepage bereits freigeschaltet hat (faehre-brobergen.de), soll an der Fähre noch im Sommer die Nachbildung einer hölzernen Roland-Statue aufgestellt werden, wie sie für den Beginn des 16. Jahrhunderts als Zeichen der Gerichtsbarkeit des Adelsgeschlechts derer von Brobergen urkundlich nachgewiesen ist. Eine  Spendenzusage der Roland-Rechtsschutzversicherung liege bereits vor, berichtete Corinna Kolf.


Archäologe Alsdorf mit ostemarsch.de-Website
Wichtigste Burg
der Tide-Oste

Mit der Statue des Schwertträgers sowie mit einer Markierung der früheren Burgstelle mit Findlingen, einer Rekonstruktion der mittelalterlichen Kapelle  "Zum Heiligen Kreuz" und mit der Aufstellung von Schautafeln will der Verein darauf hinweisen, dass es sich bei der Fährstelle um ein Stück "uralter Kulturlandschaft" handelt, wie zu Beginn der Veranstaltung Dietrich Alsdorf, Mitarbeiter der archäologischen Denkmalpflege im Kreis Stade, dargelegt hatte.

Die einstige Burg an der Oste - mit dreifachem Palisadenring, Bergfried, Herrenhaus,  Zugbrücke sowie Kapelle mit Schifferfriedhof - sei historisch betrachtet neben der Burg Vörde "die wichtigste Burg der Tideoste", führte Alsdorf aus.

Hoffen auf
Ilek-Hilfe

Der Bedeutung dieser Fundstätte - in unmittelbarer Nähe des heutigen Fährhauses  - sollte auch der Deichverband bei der angekündigten Neutrassierung des Deichverlaufs Rechnung tragen, regte der Archäologe an.

Dass die Fährstelle, bei deren touristischer Inwertsetzung der Verein auch auf die Hilfe von Ilek und der Metropolregion setzt, schon jetzt überregionales Interesse weckt, hatte sich unmittelbar  vor der Vereinsgründung gezeigt.

NDR-Team
auf der Oste


Hudaff beim NDR-Interview auf der Fähre

Das NDR-Fernsehen zeichnete auf der Fähre ein Interview mit Fährbetreiber Hudaff auf, der zusammen mit Aufnahmen von einer Radtour der AG Osteland von Brobergen nach Oberndorf am Sonntag, 15. April, im Rahmen der Sendung "Hallo Niedersachsen - op Platt" ausgestrahlt werden soll.


Fährschluck in zwei Geschmacksrichtungen

Verabschiedet wurden die Gründungsmitglieder mit einem originellen Präsent aus dem Gräpeler "Oste-Huus": einer Miniflasche "Fähr-Schluck", die mit der Broberger Fähre auf dem Etikett für Urlaub im Osteland wirbt.


Presse

"Uropa war
Fährmann"


Fährvereins-Vorsitzende Corinna Kolf

31. 3. 2007. "Mein Uropa war der Fährmann auf der Oste" - unter dieser Überschrift porträtiert die Neue Stader die Vorsitzende des neugegründeten Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen und Umgebung, AG-Osteland-Mitglied und Diplom-Geografin Corinna Kolf (siehe auch OLDENDORF). - Wortlaut des Kolf-Porträts hier.

Loewe-Lesung
fast ausverkauft

Die Benefiz-Lesung von Elke Loewe zugunsten des neuen Fährvereins im Oste-Huus, Gräpel (Wittenberg 1, 21727 Estorf) mit anschließendem Fähr-Dinner im Gasthaus "Zum Osteblick" (Familie Plate, Gräpel) zam Sonnabend, 21. April, 18 Uhr, ist fast ausverkauft.

Zur Website des Vereins, dem schon über 50 Mitglieder beigetreten sind, geht es hier.


Oste

Brobergen - ein
"Troja des Nordens"?


Jüngste Funde aus der einstigen Burg Brobergen

5. 4. 2007. Ist der Ostebogen bei Brobergen, im Dreiländereck der Landkreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg, ein "Troja des Nordens"? Diese Frage stellt sich die Vorsitzende des neugegründeten Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen und Umgebung, Diplom-Geografin Corinna Kolf, nach einer ersten "obertägigen" Untersuchung der historischen Fähr- und Burgstelle, die erst kürzlich vor der drohenden Überflutung im Zuge einer Ausdeichung bewahrt worden ist.


Der Fährkrug - hier stand früher die Burg

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Gasthaus "Zum Osteblick" in Gräpel (Kreis Stade) teilte der Vorstand des mittlerweile auf 50 Mitglieder angewachsenen Vereins am Mittwoch mit, er werde in Kürze bei der Stader Kreisarchäologie offiziell die Genehmigung für Grabungen und Bodenradareinsatz sowie für archäologische Tauchgänge von Kieler Spezialisten am Ostebogen beantragen.

Erste Gespräche über eine Mitfinanzierung des Forschungsvorhabens durch die Bürgerstiftung der Kreissparkasse seien erfolgversprechend verlaufen.


Die Broberger Burg um 1500

Mit den geplanten Untersuchungen soll die genaue Lage der einstigen Broberger Burg mit Bergfried, Palisaden und Zugbrücke, der früheren Kapelle mit dem "Friedhof der Namenlosen" sowie der hölzernen Rolandfigur ermittelt werden, deren Existenz urkundlich belegt sind.

Während der kürzlich beendeten Auseinandersetzung um eine Flutung der Fährstelle sei viel "verschüttetes Wissen" über die "uralte Kulturlandschaft" wieder zu Tage getreten, freute sich Corinna Kolf, deren Verein die historischen Stätten am Osteufer durch Markierung mit Feldsteinen, durch Modelle und Schautafeln touristisch nutzbar machen will.

Auf einem Tisch im Versammlungssaal hatte der Vorstand bereits einige Dutzend Fundstücke ausgebreitet, die unmittelbar zuvor bei einer Begehung der alten Fährstelle mit Dietrich Alsdorf, einem Mitarbeiter der Stader Kreisarchäologie, gefunden worden waren.


Der Kapellenhügel heute

Offen zu Tage lagen dort unter anderem Reste von grünen Bodenfliesen aus der einstigen Kapelle, "Mönch und Nonne"-Dachziegel des Burggebäudes und ein auf 1600 datiertes Teilstück eines Ofens.

Schon jetzt steht für den Verein fest, dass die "mächtige, große, reiche Burganlage" derer von Brobergen im geschützten Winkel zwischen Mehe und Oste für die Region "historisch so bedeutsam wie die Hammaburg für Hamburg" ist.

Archäologie-Mitarbeiter Alsdorf hatte die Anlage bereits in einem Referat in der Gründungsversammlung des Vereins als "wichtigste Burg an der Tideoste" nördlich von Bremervörde bezeichnet.


Archäologie-Experte Alsdorf

Der Fähr- und Geschichtsverein will den bisherigen Erkenntnisstand, den Corinna Kolf den Mitgliedern mit einer Videopräsentation vermittelte, in Kürze auch einem größeren Publikum vorstellen: Auf der Ilek-Projektmesse für die Hadler Region am Sonnabend, 14. April, in der Lamstedter Bördehalle wird der Verein mit einem Informationsstand vertreten sein.

Besonders begrüßen konnte die Vorsitzende in der Mitgliederversammlung drei Mitglieder des Vereins:

>>> Die Roman- und Krimiautorin Elke Loewe (Drochtersen-Hüll) will bei ihrer nächsten Lesung in Gräpel zugunsten des Fährvereins auf ihr Honorar verzichten.


Helmut Hudaff stiftete eine Eiche

>>> Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Helmut Hudaff (79) hat eine Hofeiche von 60 Zentimetern Stammdurchmesser gestiftet, aus der eine Nachbildung der hölzernen Roland-Figur geschnitzt werden soll, die um 1500 an der Fährstelle stand.


Vorsitzende Kolf, Roland-Stifter Frömming

>>> Der in Großenwörden ansässige Dietrich Frömming, Vertriebsdirektor der Hamburger Roland-Rechtsschutzversicherung, hat zugesagt, den Holzbildhauerarbeiten am Roland sowie ein Faß Met für ein "Roland-Fest" mit Mittelaltermarkt zu spendieren, das für den Sommer an der Fähre geplant wird.


Der Fährmann - das Vereinsabzeichen

Als Abzeichen dient dem neuen Fährverein der "silberne Fährmann", der zugleich Kennzeichen der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel und Vereinsnadel der Arbeitsgemeinschaft Osteland ist, die mit dem jungen Verein eng zusammenarbeitet. Noch während der Versammlung wurden von den Anwesenden 55 Fährmann-Abzeichen erworben.

Auch über eine erfreuliche juristische Entwicklung konnte der Vorstand berichten: Nach einer einstimmig verabschiedeten redaktionellen Änderung der Satzung steht der Bescheinigung der Gemeinnützigkeit und der Eintragung ins Vereinsregister nichts mehr im Wege.

Die nächste Mitgliederversammlung findet bereits am Donnerstag, 3. Mai, 19.30 Uhr, im Gasthaus "Fährkrug" unmittelbar an der Fähre Brobergen statt.

Aktuelle Informationen aus dem Verein bietet die von Schriftführer Marcus Buck gestaltete Seite www.faehre-brobergen.de.


Brobergen

Burg-Vortrag
im "Raubritter"


Eine Zugbrücke führte um 1500 zur Burg

11. 4. 2007. Ein interessantes Gastreferat steht auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Hechthausen am Freitag, 4. Mai, 20 Uhr, im Gasthaus "Raubritter" in Hechthausen-Klint: Diplom-Geografin Corinna Kolf, Vorsitzende des neugegründeten Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen und Umgebung, spricht über die Geschichte der Burg Brobergen (siehe nächsten Text).

Wie der Vorsitzende Klaus J. Torborg mitteilt, lautet der Titel des Referats: "Von Otto de Brocberge bis Gothard von Brobergen - Geschichte einer Burg an der Oste". Torborg: "Eintritt ist frei, wer Interesse hat, ist herzlich eingeladen."

Die nächste Mitgliederversammlung des Broberger Vereins findet einen Tag vorher, am Donnerstag, 3. Mai, 19.30 Uhr, im Gasthaus "Fährkrug" (unmittelbar an der Fähre Brobergen) statt.


Lamstedt

Messe ohne
Fährverein?


Bürgerversammlung des Fährvereins Brobergen

11. 4. 2007. Entgegen einer Ankündigung auf der jüngsten Vollversammlung (siehe unten) wird sich der neue Fähr- und Geschichtsverein Brobergen und Umgebung wahrscheinlich doch nicht auf der Projektmesse des Ilek Hadler Region am Sonnabend in der Lamstedter Bördehalle vorstellen können.

Den Vereinsvorstand hat in der Woche vor Ostern eine Absage der Ilek-Steuerungsgruppe erreicht, die damit begründet wurde, dass die Broberger Fährstelle "nicht in das Gebiet der Hadler Region fällt".

Tatsächlich folgt die Kreis- und Ilek-Grenze an dieser Stelle aufgrund historischer Zufälligkeiten über wenige Kilometer ausnahmsweise nicht dem Verlauf der Oste.


Die Fähre am Rande der Ilek-Region Hadeln

Die Vereinsvorsitzende Corinna Kolf (Porträt hier), die sich zur Zeit in England aufhält, reagiert auf die Entscheidung mit Bedauern.

Sie weist in ihrer Antwort darauf hin, dass die Fährstelle auf dem Gelände der historischen Burg Brobergen "für die Hadler Region große Bedeutung und überregionale Wirkung" hat: "Die Fähre Brobergen liegt im Schnittpunkt vieler Radwanderwege, zum Beispiel des Prahmweges von Bremerhaven nach Stade, der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel und einer Route der Niedersächsischen Milchstraße."

Unverständnis für die Ilek-Entscheidung äußert auch der Oldendorfer Ratsherr Peter Wortmann: "Gäbe es nicht einen Platz in Lamstedt, in der diejenigen Projekte für Unterstützung werben, die über die jeweilige ILEK-Region hinaus wichtig sind für die gemeinsame Oste-Region?"

In einer E-Mail an die Ilek-Verantwortlichen fragt Wortmann: "Hat sich da der Fährverein Brobergen zu weit vorgewagt beim Denken über die Kirchturmsgrenzen?"


Brobergen

Trauer im
Fährhaus


Das Fährhaus an der Oste

11. 4. 2007. Der Fährmann von Brobergen, Willi Obenhaus, ist am Dienstag im Alter von 57 Jahren gestorben.

Obenhaus hatte am 15. August 2002 - nach längerer Vakanz - die Stelle des Fährmanns und Pächters der Gaststätte "Fährkrug" übernommen, die Eigentum des Realverbandes "Holländer Höfe" ist. (Ein Bericht des Hamburger Abendblattes aus dem Jahr 2002 über die Familie Obenhaus steht hier.)

Die letzte Motorprahmfähre auf der Oste dient nicht nur landwirtschaftlichen, sondern mittlerweile vorwiegend touristischen Zwecken. Der benachbarte Standort der früheren Burg Brobergen soll, wie berichtet, durch Ausgrabungen touristisch aufgewertet werden.

Erst kurz vor dem Tod des Fährmanns hatte der Ostedeichverband Pläne verworfen, im Zuge einer Ausdeichung Fährhaus und Fährdamm zu fluten. Für die Erhaltung der historischen Fährstelle macht sich seit kurzem der Fähr- und Geschichtsverein Brobergen e. V. stark.


Literatur

Das Leben
der Ziegler


Fünfzig lauschten Elke Loewes Worten

22. 4. 2007. Rund 50 Literatur-Interessierte folgten am Sonnabend der Einladung zu einer ungewöhnlichen Doppel-Veranstaltung in das Oste-Dorf Gräpel.


Osten um 1900: "Zgl.", "Zgl." - überall Ziegeleien

Thema waren die Ziegeleien, die einst zu Dutzenden die Oste säumten (siehe SONDERSEITE), und das Leben der Ziegler.


Verzichtete auf Honorar: Elke Loewe

Erst las Elke Loewe (Drochtersen-Hüll) in der ausverkauften Galerie Oste-Huus aus ihrem vielgerühmten Kehdingen-Roman "Simon der Ziegler" (mehr) - auf ein Honorar verzichtete die Osteland-Literaturpreisträgerin zugunsten des neuen, inzwischen 70 Mitglieder starken Broberger Fährvereins, wie dessen Vorsitzende Corinna Kolf erfreut mitteilte.


Fährverein-Vorsitzende Kolf (r.), Plate

Dann servierte die Vizevorsitzende des Fährvereins, Gastronomin Karin Plate, in ihrem Gasthaus "Zum Osteblick" (Website) auf stilvoll dekorierten Tischen ein zünftiges "Ziegler-Essen" nach historischen Rezepten, die Wolf-Dietmar Stock - gemeinsam die Elke Loewe Herausgeber des Osteland-Buches "Die Oste" - zusammengestellt hatte.

Menüfolge: "1 Korn zum Anwärmen, Brot mit Schmalz, Pickert (Kartoffelpuffer), Milchreis mit Holundersaft und Zimtzucker, 1 Korn zur Verdauung."

Dazu servierten die Veranstalter den Text des "Pickertliedes", das die lippischen Saisonarbeiter an Oste und Elbe zu ihrem Puffer-Festessen anstimmten. Auszug: "Mancher vornehm reicher Knabe / Schlemmt in Dingen ohne Zahl. / Wenn ich lipp'schen Pickert habe, pfeif' ich auf ein Fürstenmahl. Und ich steh' wie'n Eisenpfahl."


Oste

"Nick" Blume schnitzt
Roland für Brobergen


Vorsitzende Kolf, Künstler Blume, Stifter Hudaff

18. 4. 2007. Im Dreiländereck der Kreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg, an der historischen Fährstelle an der einstigen Oste-Burg Brobergen, soll in diesem Sommer eine rund 500 Jahre alte Tradition wiederbelebt werden. Der Künstler Klaus (genannt Nick) Blume aus Neuland bei Himmelpforten ist vom Fähr- und Geschichtsverein Brobergen und Umgebung beauftragt worden, eine mannshohe Nachbildung der hölzernen Roland-Statue zu schnitzen, wie sie laut einer Gerichtsakte vor einem halben Jahrtausend am Ufer der Oste gestanden hat.

Für diesen Zweck hat der Broberger Landwirt, Ehrenbürger und Altbürgermeister Helmut Hudaff (79) der Vereinsvorsitzenden Corinna Kolf und dem Künstler Blume jetzt eine Eiche mit einem Stammdurchmesser von 60 Zentimetern zur Verfügung gestellt.

Hudaff, der als Vorsitzender des zuständigen Realverbandes "Holländer-Höfe" für den Betrieb der letzten motorisierten Prahmfähre auf der Oste zuständig ist, will dazu beitragen, die historische Bedeutung der Fährstelle verstärkt ins Bewußtsein zu rücken, deren Existenz bis vor kurzem durch Ausdeichungspläne gefährdet war.

Außer Brobergen sind nach Angaben des kürzlich gegründeten Fähr- und Geschichtsvereins nur 29 weitere Orten in Deutschland als Standorte von Rolandfiguren bekannt, die im Mittelalter - so wie die bekannteste Statue dieser Art am Rathaus zu Bremen - die Marktfreiheit oder aber die Gerichtshoheit des jeweils herrschenden Adelsgeschlechts symbolisiert haben.

Die Chronik der Dörfer Kranenburg und Brobergen ("Roland und die Kraniche") zitiert eine Passage aus einer Akte aus dem Jahre 1525, in der als Standort der Statue der zur mittelalterlichen Burg Brobergen führende Damm zwischen dem heutigen Dorf und der Ostequerung genannt wird: "Ist allda ufm Damm für wenig jaren ein geschnitztes Bilde gestanden, das man Rolandi geheißen, welches Leute noch gedenken können."


Roland-Nachbildung (in
Plötzky, Sachsen-Anhalt)

Weil eine bildliche Darstellung der Figur nicht überliefert ist, orientiert sich die Nachbildung des Roland von Brobergen an erhalten gebliebenen Statuen, die im selben Zeitraum anderswo entstanden sind, in besonders großer Zahl vor allem im heutigen Sachsen-Anhalt. Als Sponsor für die Anfertigung der Figur, die mit einem Schwert und einem Schild mit dem Wappen der Burgherren von Brobergen versehen sein wird, betätigt sich die Roland-Rechtsschutzversicherung.

Mit einem "Rolandfest" soll die Statue aufgestellt werden, wenn die zur Zeit bei Brobergen noch laufenden Deichbauarbeiten abgeschlossen sind.

Auch noch mit weiteren Werbeaktivitäten will der Broberger Fährverein ebenso wie die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. die Betreiber der beiden letzten Prahmfähren auf der Oste unterstützen, die, wie gemeldet, durch zwei Schicksalsschläge heimgesucht worden waren: Binnen weniger Tage waren der Broberger Fährmann Willi Obenhaus und der Gräpeler Fährmann Helmuth Plate nach langer Krankheit beziehungsweise durch einen tragischen Unglücksfall verstorben.


Maik Obenhaus setzt die Fahrgäste über

Trotz der tragischen Todesfälle sind die beiden Fähren jetzt betriebsbereit. Als Fährmann springt in Brobergen Maik Obenhaus ein, der Sohn des Verstorbenen, und in Gräpel Helmuth Plates Schwiegersohn Stefan Elfers-Plate.


Fährkrug-Wirtin Ursula Obenhaus

Schon in Kürze soll der "Fährkrug" im Fährhaus von Brobergen, der von Witwe Ursula Obenhaus weitergeführt wird, mit Hilfe des Fährvereins teilweise neu gestaltet werden und Ziel von Exkursionen und Veranstaltungsort von historischen Vorträgen sein, die von der Fährvereinsvorsitzenden und Diplom-Geografin Corinna Kolf angeboten werden. Die Arbeitsgemeinschaft Osteland startet im Fährkrug Anfang Juli eine ganztägige Veranstaltung zum Thema "Die Oste - Fluss der Burgen".

Ebenfalls im Gasthaus Fährkrug findet am Donnerstag, 3. Mai, 19.30 Uhr, die nächste Mitgliederversammlung des Broberger Fährvereins statt, dessen Mitgliederzahl sich mittlerweile auf 65 erhöht hat.

Einen Tag darauf, am Freitag, 4. Mai, 20 Uhr, ist die Vereinsvorsitzende Kolf zu Gast beim Heimatverein Hechthausen. In dessen Jahresversammlung im Gasthaus "Raubritter" in Hechthausen-Klint spricht sie über das Thema: "Von Otto de Brocberge bis Gothard von Brobergen - Geschichte einer Burg an der Oste". Der Eintritt ist frei, Nichtmitglieder sind willkommen.

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Klein Roland
ist schon da

Vom unbekannten Schnitzer: Klein Roland

16. 4. 2006. An der historischen Fährstelle in Brobergen will der neue Fähr- und Geschichtsverein - wie berichtet - im Sommer eine Nachbildung der Roland-Statue aufstellen, die dort alten Urkunden zufolge um 1500 gestanden hat.


Prahmfähre in Brobergen

Jetzt staunten Vereinsmitglieder nicht schlecht: Ein Unbekannter hat an der Oste-Fähre eine Art Roland-Statthalter aufgestellt - allerdings nicht, wie geplant, rund zwei Meter groß, sondern nur im besseren Gartenzwerg-Format.

Immerhin: Die Figur erregt Aufsehen bei Fahrrad-Touristen - an der Fähre wird fleißig geknipst.


Brobergen

Taucher erkunden
im Mai die Oste


Forschungstaucher (Foto: Archiv)

30. 4. 2007. Die Benefiz-Lesung von Elke Loewe ("Simon, der Ziegler") im Gräpeler Oste-Huus und das anschließende "Ziegler-Essen" im Gasthaus "Zum Osteblick" hat nicht nur ein positives Echo beim Publikum gefunden. Dank des von Elke Loewe gespendeten Reinerlöses kann ein Einsatz von Forschungstauchern der Uni Kiel in der Oste finanziert werden.


Burg Brobergen um 1500 (Montage: C. Kolf)

Die Wissenschaftler vom Institut für Ur- und Frühgeschichte wollen möglichst noch im Mai den Grund der Oste an der einstigen Burgstelle Brobergen untersuchen. Dabei soll unter anderem die Lage der früheren Zugbrücke festgestellt werden.


Elke Loewe spendete ihr Honorar

Wie Corinna Kolf, 1. Vorsitzende des bereits 70 Mitglieder starken neuen Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen und Umgebung, mitteilt, unterstützt die Stader Kreisarchäologie die Bemühungen, die historische Fährstelle zu erkunden, die im Mittelalter Standort einer Burg mit Kapelle, Rolandstatue und Zugbrücke war.

Der Landkreis Stade hat, wie gemeldet, am 25. April grünes Licht für Forschungstauchgänge und für Bodenradaraufnahmen gegeben.


Oste-Burg

Kapellenhügel
in Gefahr?


Kolf präsentiert Funde aus Brobergen

4. 5. 2007. Im Broberger Gasthaus Fährkrug fand am Donnerstag eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung des neuen Broberger Fähr- und Geschichtsvereins statt, des zur Zeit wohl dynamischsten Heimatvereins im Elbe-Weser-Dreieck. Die 1. Vorsitzende Corinna Kolf konnte mit vielen guten Neuigkeiten aufwarten.

Taucher an der
Burg Brobergen


Forschungstaucher (Foto: Archiv)

Die Mitgliederzahl des erst im März gegründeten Vereins hat sich mittlerweile auf rund 70 erhöht, und nicht zuletzt dank einer Spende der Schriftstellerin Elke Loewe können - wahrscheinlich noch im Mai - Forschungstaucher der Universität Kiel denGrund der Oste in Höhe der ehemaligen Burganlage Brobergen erkunden, wo im Mittelalter unter anderem ein Bergfried, eine Kapelle, eine Zugbrücke, ein Palisadenzaun und ein hölzerner Roland standen.

Angesichts weiterer Spendenzusagen und der inzwischen vorliegenden Genehmigung der Stader Kreisarchäologie strebt der Verein Grabungs- und Bodenradaruntersuchungen mit einem Fördervolumen von insgesamt 21 000 Euro an, dabei erbringt er Eigenleistungen im Gegenwert von 13 000 Euro.

Deichplanung
noch in Arbeit


Deichexperten Gerdes und Saul

In einem Gespräch mit Oberdeichgrefe Hans Wilhelm Saul und Geschäftsführer Ulrich Gerdes vom Ostedeichverband in Hemmoor hatten am Tag zuvor die Vorstandsvertreterinnen Antje Rieckmann und Corinna Kolf dafür plädiert, bei der Trassierung des geplanten neuen Ostedeichs bei Brobergen und Nindorf nicht nur die Fährstelle selber auszusparen. erhalten werden müsse auch das unmittelbar angrenzende Areal des Kapellenhügels (Vorburg) der ehemaligen Osteburg.

Die Planungen für den neuen Deich seien noch in Arbeit, erfuhren die Vereinsvertreterinnen in dem Gespräch, dessen Atmosphäre als freundlich, aufgeschlossen und konstruktiv bezeichnet wurde.

Oste-Roland
eine Rarität


Roland mit Broberger Wappen (Rekonstruktion)

Dass die für Brobergen im 16. Jahrhundert nachgewiesene Roland-Figur an der Oste eine Rarität ist, legte in der Mitgliederversammlung der pensionierte Staatsanwalt und Rolandforscher Dr. Karl Feldkirch.(Foto) aus Ottersberg bei Bremen dar. Deutschlandweit sind nach Darstellung des Experten nur 25 Rolande nachgewiesen (mehr unter rolande.de).

Die bei dem Himmelpfortener Künstler Nick Blume in Auftrag gegebene Nachbildung der Rolandfigur von Brobergen, deren Finanzierung durch eine Spendenzusage der Roland-Rechtsschutzversicherung gewährleistet ist, soll bei einem mittelalterlichen Rolandfest Ende August aufgestellt werden. Die Arbeiten für den Sockel will unentgeltlich die Broberger Firma Hagenah leisten.

Ausklang mit
Mittelmeer-Buffet


Letzter Tagesordnungspunkt: Delikatessen

Die Mitgliederversammlung des Fährvereins im frisch renovierten und hübsch dekorierten, aber leider etwas versteckt gelegenen Gasthaus "Fährkrug" der Fährmannswitwe Christa Obenhaus folgte eine gesellige Runde, für den Vereinsmitgliedern ein Büffet mit heimischem Schafskäse und mediterranen Delikatessen gestiftet worden war.

Im Broberger "Fährkrug", dem neuen Vereinslokal, und an der ehemaligen Burgstelle wird die Diplom-Geografin Kolf schon in Kürze Führungen und Vorträge über die Vielzahl der Burgen an der Oste anbieten; die Termine stehen auf der Vereinswebsite faehre-brobergen.de. Die nächste Mitgliederversammlung findet am Donnerstag, 12. Juni, 19.30 Uhr, im "Fährkrug" statt.

Kostenloser Vortrag
heute im "Raubritter"


Mittelalterliche Burg in Brobergen (Montage)

Bereits am heutigen Freitag, 4. Mai, 20 Uhr, ist die Vereinsvorsitzende Kolf zu Gast beim Heimatverein Hechthausen. In dessen Jahresversammlung im Gasthaus "Raubritter" in Hechthausen-Klint spricht sie über das Thema: "Von Otto de Brocberge bis Gothard von Brobergen - Geschichte einer Burg an der Oste". Der Eintritt ist frei, Nichtmitglieder sind willkommen, wie Vorsitzender Klaus Torborg mitteilt.

Exkursion der
AG Osteland


Legendärer Ritter "Isern Hinnerk"

Die einstigen Burgen an der Oste sind auch Thema einer ganztägigen Exkursion der AG Osteland am Sonntag, 8. Juli, die unter anderem auch nach Sittensen, Weertzen, Bremervörde und zur Dannseeburg des legendären Ritters "Isern Hinnerk" führt und bei der unter anderem Dr. Stefan Hesse (Kreisarchäologe, Rotenburg), Dietrich Alsdorf (Kreisarchäologie Stade) und Hubertus Freiherr von Marschalck (Hechthausen) referieren werden. Mehr...


Denkmalschutz

Kein Deich am
Kapellenhügel


Heimatverein-Vorsitzender Klaus J. Torborg

5. 5. 2007. Die ehemalige Vorburg auf dem sogenannten Kapellenhügel an der früheren Burgstelle in Brobergen (siehe nächsten Text) soll vom Ostedeichverband doch nicht überdeicht werden. Diese erfreuliche Mitteilung machte Hubertus Freiherr von Marschalck, Vorstandsmitglied des Ostedeichverbandes, am Freitagabend in einer hervorragend besuchten Versammlung des Heimatvereins Hechthausen im Gasthaus "Raubritter". Wenige Wochen zuvor hatte der Deichverband, wie berichtet, bereits auf eine Ausdeichung der Fährstelle, des Fährhauses und des Fährdamms in Brobergen verzichtet.


Broberger Kapellenwurt (Fotomontage)

Der Deichverband trägt mit seiner jüngsten Entscheidung nicht zuletzt der historischen Bedeutung der mittelalterlichen Burgstelle an der Oste Rechnung, auf die in jüngster Zeit neben der Stader Kreisarchäologie auch der neue Fähr- und Geschichtsverein Brobergen hingewiesen hat (mehr dazu auf dessen Website).


Corinna Kolf zeigt Funde aus Brobergen

Die Vorsitzende des Fährvereins, Dipl.-Geografin Corinna Kolf, hatte Freitagabend  in der von Klaus J. Toborg geleiteten Versammlung über die Bedeutung der wichtigsten Burg an der Tideoste referiert.

Nach dem mit Beifall aufgenommenen Vortrag fand Freiherr von Marschalck (Foto) anerkennende Worte nicht nur für die Verdienste der Kranenburger Heimatforscher Heinrich Borchers und Karl-Heinz Schulze, die mit Wortmeldungen die Diskussion bereicherten. Marschalck lobte auch das Engagement des neuen Broberger Vereins und dessen Pläne, auf die Bedeutung der Burgstelle hinzuweisen, dort Ausgrabungen vornehmen zu lassen und die Oste touristisch stärker in Wert zu setzen.

Marschalck regte an, der Fähr- und Geschichtsverein Brobergen möge sich wegen einer möglichen Bezuschussung der geplanten Forschungsarbeiten an die Ritterschaft des Herzogtums Bremen und den Landschaftsverband der Herzogtümer Bremen und Verden wenden, die solchen Vorhaben offen gegenüber stünden.


Brobergen

Fix was los am
Fluß der Fähren


Broberger Fährvereinsvorsitzende Corinna Kolf

9. 5. 2007. Die Fähre in Brobergen ist demnächst Ort etlicher Veranstaltungen. Wer sich einen Überblick über die historische Stätte verschaffen möchte, ist herzlich eingeladen, am Sonntag, 20. Mai, 14 Uhr und 16 Uhr, mit Diplom-Geografin Corinna Kolf eine Führung über das ehemalige Burggelände an der Broberger Fährstelle zu machen. Die Begehung dauert etwa eine Stunde, kostet 5 Euro incl. Fährüberfahrt (hin und zurück) und Erfrischungsgetränk. Anmeldung bei Corinna Kolf unter 01520-66 49 736.


Wolfgang Gellert und Fried Wolff

Am 11. August ab 20.30 Uhr wird es eine Schauspielaufführung auf der Fähre in Brobergen oder Gräpel geben. Die Schauspieler Wolfgang Gellert und Fried Wolff spielen und rezitieren Texte von Ringelnatz. Weitere Informationen ebenfalls unter Tel. 01520-66 49 736

Ausserdem sind an den Fährstandorten Brobergen und Gräpel für den Sommer 2007 weitere Vorträge und Veranstaltungen geplant.

Themen werden u. a. sein: Mittelalterliche Burgen an der Oste; Geschichte der Fährschifffahrt und Werften an der Oste. Dazu wird es Begehungen im Gelände geben, bei denen historische Orte mit den Teilnehmern aufgesucht werden. Mehr unter faehre-brobergen.de.


Brobergen

Wer hat das Loch
ins Holz gebohrt?


Fundstück von der historischen Burgstelle

31. 5. 2007. Ein Taucherteam unter Leitung von Dr. Sunhild Kleingärtner vom Kieler Institut für Ur- und Frühgeschichte hat am Donnerstag, 30. Mai, im Auftrag des Fähr- und Geschichtvereins Brobergen und Umgebung den Grund der Oste in der Nähe der historischen Fähr- und Burgstelle erforscht. Dabei wurden Relikte gefunden, die wahrscheinlich aus dem Mittelalter stammen.


Forschungstaucher in der Oste

Fachlich beraten und unterstützt wurden die Taucher dabei durch die Stader Kreisarchäologen Dr. Diether Ziermann und Dietrich Alsdorf.


Ehemalige Burg Brobergen (Fotomontage)

Gefunden wurden im Bereich der ehemaligen Hauptburg, ca. 20 Meter neben der heutigen Fährstelle, ein Rundholz mit Loch und Spuren eines Befestigung durch ein Seil oder Tau.


Das Kieler Team vor dem Fährkrug Brobergen

Möglicherweise war das Holz Teil eines Steges oder der gesuchten Brücke. In diesem Fall war es ein Querteil, das mit den im Wasser stehenden Stützen verzapft war. Darüber lagen dann vermutlich die Bohlen des eigentlichen Weges oder der Brücke.


Taucher mit Fundstück aus der Oste

Im Wasser auf der gegenüberliegenden Broberger Seite fand  das Taucher-Team eine Ansammlung von senkrecht stehenden Hölzern, die unterschiedlich mächtig waren, ebenfalls etwa 20 Meter neben der Fähre. Einige Hölzer waren sehr massiv und von einem querliegenden Brett bedeckt. Das könnte bedeuten, dass der Weg von Brobergen über die Zugbrücke einstmals direkt auf die Hauptburg zulief.


Vorbereitungen für den Tauchgang

Weitere Ergebnisse werden in Kürze veröffentlicht unter www.faehre-brobergen.de.

Fünf neue
Führungen

In den nächsten Wochen finden weitere Führungen zur Geschichte der Burg Brobergen statt: am 17. Juni, 15. Juli und 26. August jeweils um 14 Uhr, Treffpunkt "Fährkrug" Brobergen.

Spezielle Führungen für Kinder gibt es am 24. Juni und 29. Juli, ebenfalls um 14 Uhr.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um eine rechtzeitige Anmeldung bei Corinna Kolf unter 01520-66 49 736 gebeten.

Ein ausführlicher Bericht über die Oste-Burgen steht unter Bremervörde-aktuell.


Krimiland

Der Fluß des
Verbrechens


Krimi-Abend auf der Fähre Brobergen

7. 7. 2007. Die Oste entwickelt sich mehr und mehr zum Fluß des (fiktiven) Verbrechens. Nach ausgebuchten Lesungen auf der "Mocambo" zog es Freundinnen und Freunde des Kriminalromans am Sonnabend auf die Gräpeler Prahmfähre.


Anke Cibach liebt schwarzen Humor

Anke Cibach ("La Paloma für den Mörder") las dort Krimigeschichten "von Schrumpfköpfen, Moorleichen, Weinleichen und Verbrechen, die das Leben diktiert", so der Titel der Veranstaltung. Nach einem Krimi-Buffet, das Wirtin Karin Plate angerichtet hatte, wurde die Lesung - es war inzwischen kühler geworden - im Gasthaus "Zum Osteblick" fortgesetzt.

Die Veranstaltung fand zugunsten des rührigen Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen und Umgebung statt. Die Autorin verzichtete auf ein Honorar, um die Arbeit des erst im März gegründeten Vereins zu unterstützen, wie die Vorsitzende Corinna Kolf mitteilte.

Mehr unter OLDENDORF.


Mittelalter

Oste feiert
ihren Roland


Zur Zeit noch in Arbeit: die Roland-Nachbildung

12. 7. 2007. An diesem Donnerstag, 12. Juli, 19.30 Uhr, berät der neue Fähr- und Geschichtsverein Brobergen und Umgeburg in seiner Mitgliederversammlung (Gäste willkommen) im "Fährkrug Holländer Höfe" an der Fähre Brobergen über sein nächstes Projekt: Am 16. September soll in Brobergen ein großes Mittelalterfest mit Met und Musik gefeiert werden.


Darsteller 2005 in Brobergen (Foto: Jungclaus)

Anlaß des "Rolandfests" ist die Aufstellung einer Nachbildung der historisch belegten hölzernen Rolandfigur, die im 16. Jahrhundert an der Burg Brobergen auf die Markt- und Gerichtsrechte des dort ansässigen Adelsgeschlechts hingewiesen hat. Der von der Roland-Rechtsschutzversicherung gesponsorte Figur wird zur Zeit von dem Bildhauer Nick Blume angefertigt. Am ersten Rolandfest an der Oste werden, so die Vorsitzende Corinna Kolf, unter anderem auch Schulen, Kindergärten, Feuerwehren, Schützen und Landwirte mitwirken. Weitere Mitstreiter sind willkommen.


Brobergen

Friedhof wird
nicht geflutet


Geplanter Deichverlauf (rote Linie)

24. 7. 2007. "Gut für Brobergen, die Fähre und die frühere Burgstelle" - so kommentierte Corinna Kolf, Vorsitzende des Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen und Umgebung, heute Nachmittag die jüngste Entwicklung rund um die historische Oste-Fährstelle:


Vereinsvorsitzende Corinna Kolf

Wie der Ostedeichverband kurz zuvor mitgeteilt hatte, sollen von der geplanten Ausdeichung des Broberger Ostebogens nicht nur - wie bereits im März beschlossen - Fährdamm, Fährstelle und Fährkrug ausgenommen werden, sondern auch das gesamte Areal der einstigen Burgstelle einschließlich des Kapellenhügels und des "Friedhofs der Namenlosen". Damit wird einer zentralen Forderung des im Frühjahr gegründeten Fährvereins Rechnung getragen.


Deichexperte Gerdes mit Oberdeichgräfe Saul

Bereits am 18. Juli hatte der Vorstand des Ostedeichverbandes die neue Trasse für die Deichbaumaßnahme Nindorf-Ostendorf im Detail festgelegt. Wie Gerschäftsführer Ulrich Gerdes am Dienstag mitteilte, kann jetzt das Planfeststellungsverfahren, das in zwei parallel laufende Teilverfahren aufgesplittet werden soll, eingeleitet werden. Wie bereits berichtet, muss der Ostedeich in diesem rund sechs Kilometer langen Abschnitt aufgrund einer Fehlhöhe von bis zu 90 Zentimetern erhöht und verstärkt werden.

In der Erklärung des Verbandes heißt es dazu weiter: "Im Rahmen der Vorplanung wurden verschiedene Varianten untersucht, die sich insbesondere auf die Möglichkeiten einer Verkürzung der Deichstrecke bezogen. Damit können nicht unerhebliche Kosten, insbesondere für die spätere Unterhaltung, eingespart werden. Außerdem kann so dem überwiegend sehr eng eingedeichten Fluss wieder mehr Raum gegeben werden, was sowohl dem Hochwasserschutz als auch dem Ökosystem Oste im Sinne der EG-Wasserrahmenrichtlinie zugute kommen wird.

Im Ostebogen Brobergen soll jetzt eine ca. 17 Hektar große Fläche ausgedeicht und die Deichlinie damit um ca. 500 Meter verkürzt werden. Die Trasse berücksichtigt dabei auch die vermutete Lage der Broberger Kapellenwurt mit dem Friedhof der Namenlosen.


Broberger Burg um 1500 (nach Alsdorf)

Diese Fläche zwischen Gaststätte und Teichanlage, die zur Zeit archäologisch untersucht wird, liegt auch zukünftig im deichgeschützten Bereich.

Damit die Deichsicherheit langfristig nicht durch mögliche Ufererosionen gefährdet wird, verläuft der neue Deich in einem Abstand von mindestens  25 Meter zum Osteufer. Die Unterhaltung der Ufersicherungsanlagen durch das Wasser- und Schiffahrtsamt erfolgt seit zwei Jahren nur noch zur Erhaltung der Schiffbarkeit, zur Beseitigung schiffserzeugter Uferschäden sowie zur Erhaltung eines ordnungsgemäßen Wasserabflusses. Wenn es 'nur' um die Erhaltung der Deichsicherheit geht, soll zukünftig der jeweilige Deichverband die abgängigen Pfahlwände, Steinschüttungen oder Buhnen sanieren.

Die Grunderwerbsverhandlungen sind weiter fortgeschritten. und auch die Finanzierung ist gesichert. Wie MdL David McAllister im April 2007 mitteilte, will die Landesregierung ab kommendem Jahr zunächst eine Million Euro jährlich aus Küstenschutzmitteln für diese Maßnahme bereitstellen, um an der Oste die Deichsicherheit auch in Zukunft sicherzustellen. Die Gesamtkosten werden auf 11 Mio Euro geschätzt. Einem Baubeginn Ende kommenden Jahres steht daher nichts mehr im Wege."


Feste

Ritter, Met und
Minnesänger


Nick Blume mit dem Roland von Brobergen

2. 8. 2007. Rund um die Burg- und Fährstelle in Brobergen, exakt im "Dreiländereck" der Kreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg gelegen, überschlagen sich die Ereignisse. Kaum ist, wie berichtet, die Gefahr gebannt, dass die historische Stätte einer Ausdeichung zum Opfer fällt, plant der Fähr- und Geschichtsverein Brobergen und Umgebung die nächsten Paukenschläge, um verstärkt auf diesen etwas abgelegenen, aber umso idyllischeren Abschnitt des längsten niedersächsischen Nebenflusses der Elbe aufmerksam zu machen.

Umweltminister
im Schlauchboot


Neu: ein besticktes Vereins-T-Shirt

Wie die 1. Vorsitzende Corinna Kolf in der jüngsten Mitgliederversammlung im Gräpeler Gasthaus "Osteblick" mitteilte, wird der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (Foto) bereits am Donnerstag, 9. August, an die Deutsche Fährstraße kommen und die beiden Prahmfähren besuchen, für deren Erhaltung sich neben der AG Osteland nun auch der junge Broberger Verein einsetzt.

Die Diplom-Geografin Kolf soll dem Minister, der per Kutsche und DLRG-Schlauchboot von Gräpel nach Brobergen und retour fährt, die Vereinspläne für eine touristische und archäologische Inwertsetzung der Fähren vorstellen.


Mittelalter-Fest (in Balje-Hörne)

Am Sonntag, 16. September, erwartet der Fährverein dann beiderseits der Broberger Fährstelle Tausende von Gästen, mit denen - unter der Schirmherrschaft des Stader Landrats Michael Roesberg - ein großes Mittelalterfest mit Met und Marketenderinnen, Trommlern und Gauklern gefeiert werden soll.

Anlaß ist die Aufstellung einer Nachbildung der urkundlich bezeugten Rolandfigur, die um 1500 an der bedeutendsten Burg der Unteren Oste von den Fähr- und Gerichtsrechten der Ritter von Brobergen kündete.

Honorar für
Madagaskar

Viel Beifall spendete die Versammlung dem Holzbildhauer Nick Blume (Himmelpforten), der erste Fotos von der Statue präsentierte, für deren Finanzierung der Roland-Versicherungsrepräsentant Dietrich Frömming (Großenwörden) gesorgt hat. Blume kündigte an, ein Teil seines Honorar werde dem von ihm ins Leben gerufenen Madagaskar-Hilfsprojekt zugute kommen.


Experte Dr. Feldkirch mit Roland-Poster

Die historische Bedeutung des wiedererstandenen "Roland von Brobergen" unterstrich in der Mitgliederversammlung der Bremer Roland-Experte Dr. Karl Feldkirch. Das Broberger Standbild sei, weil historisch belegt, ohne Zweifel als "echter Roland" anzusprechen. Von dieser Kategorie gebe es im gesamten Bundesgebiet nur 26 Exemplare, zumeist im Osten.

"Brobergen
kann stolz sein"

In den alten Bundesländern existierten, neben der Nachbildung für Brobergen, lediglich sechs "echte" Rolande, unter anderem in Bremen und Bad Bederkesa, erklärte der ehemalige Staatsanwalt: "Darauf kann Brobergen stolz sein."

Zur Aufstellung der Rolandfigur plant der neue Verein, dessen Mitgliederzahl binnen weniger Monate auf 90 emporgeschnellt ist, ein Spektakel, wie es das kleine Oste-Dorf Brobergen mit seinen 226 Einwohnern noch nicht erlebt hat.

Rolandpokal für
die Schützen

Wie die 2. Vorsitzende Karin Plate berichtete, werden die benachbarten Schützenvereine zum Fest einen Roland-Pokal ausschießen. In Kindergärten und Schulen werden Rolande gemalt und Burgmodelle gebaut. Die Kirche bietet einen Gottesdienst mit Pastor Ulf Garbe an. Die Gastronomen der Region werden sich am Fest beteiligen, ebenso wie der Heimatverein Estorf mit Holzofenbrot, der Buchhandel mit Mittelalter-Literatur und Landfrauen mit Oste-Torten.


Mittelalter-Fan Göbel mit Vorsitzender Kolf

"Drachenflug"
spielt auf

Für historisches Flair wollen nicht nur die Vereinsmitglieder in einschlägiger Kostümierung sorgen, sondern auch der Mittelaltermarkt-Veranstalter Holger Göbel, der in der Versammlung über das Programmangebot seines Stader "Mittelalter-Stammtischs" berichtete. Dessen 40 Mitglieder stellen unter anderem Bundschuhmacher und Gewandschneider, orientalische Tänzerinnen und die Gruppe "Drachenflug" mit historischen Instrumenten.

Außerdem werden die Mittelalter-Fans zur Roland-Enthüllung historische Gerichtsszenen nachstellen, wie sie für die mittelalterliche Broberger Gerichtsbarkeit überliefert sind. Für Kinder ist ein Ritterturnier mit Steckenpferden angedacht. Die Kleinen sollen sich außerdem im Filzen und Töpfern, Melken und Schmuckbasteln, Bernsteinschleifen und Wappenmalen üben können.

Pendelverkehr
mit Pferdekutschen

Die Feuerwehr und das Rote Kreuz stehen für technische Hilfen, Verkehrslenkung und Sanitätsdienste zur Verfügung, auch der Maibaum-Klub Brobergen engagiert sich. Weil es am Deich an Parkmöglichkeiten mangelt, werden die Kutschbetriebe Heinbockel und Lehmann einen Pendelverkehr zu den Fährköpfen auf der Broberger und der Lamstedter Seite einrichten.

Zwei Fahrgastschiffe sollen Gäste aus Osten und Bremervörde herbeischippern.

Autorinnen
spenden Honorar

i
Fähren-Sponsorin Elke Loewe

Große Fortschritte macht, wie Corinna Kolf berichtete, auch die historische Vereinsarbeit. Dank der Honorarspenden der Autorinnen Elke Loewe und Anke Cibach aus Benefizveranstaltungen im Rahmen der Reihe "Krimiland Kehdingen-Oste" verfüge der Verein über einen finanziellen Grundstock für weitere archäologische Erkundungsarbeiten, für die der Kreis Stade jetzt die Grabungsgenehmigung erteilt habe.


Rekonstruktion der Burg Brobergen (Montage)

Bereits komplett ausgebucht sei mit über 100 Reservierungen, so Kolf, eine dritte  Benefizveranstaltung mit den Schauspielern Wolfgang Gellert und Fried Wolff, die auf und an der Gräpeler Fähre einen Ringelnatz-Abend veranstalten.

Info-Tafeln für
die Burgstelle

Dessen Erlöse sollen ebenso wie eine Spende der Sparkasse Oldendorf unter anderem für zwei Info-Tafeln verwendet werden, die über die Bedeutung des Roland und über die Geschichte der Burgstelle aufklären sollen, wo der Verein bereits jetzt sonntags Führungen für Erwachsene, aber auch für Kinder anbietet.


Zwei Info-Tafeln sind geplant

Nach Abschluß der Erkundungsarbeiten sollen nach dem Muster der Dannseeburg in Beckdorf und des Mittelalterdorfs in Balje-Hörne (beides Kreis Stade) die Konturen der einstigen Burggebäude mit Feldsteinen markiert und ein Diorama und ein Nachbau der einstigen Kapelle auf die Bedeutung der historischen Stätte hinweisen.


Broberger Fährenfreund Helmut Hudaff

Auf diese Weise will der Verein der Aufforderung des Broberger Ehrenbürgermeisters Helmut Hudaff Rechnung tragen, "die Prahmfähre ständig touristisch zu nutzen". Nur so könne sie auf Dauer erhalten werden, sagte Hudaff, der dem "Realverband Holländer Höfe" vorsteht, dem die Unterhaltung von Fähre und Fährkrug obliegt.

Dank an die
AG Osteland

Ausdrücklich dankte Hudaff der AG Osteland, ohne deren Hilfe die Erhaltung und Belebung der Prahmfähre nicht möglich gewesen wäre. Osteland-Vize Jochen Bölsche würdigte das hohe Maß an Gemeinsinn und Engagement, das die Broberger und Gräpeler in den letzten Monaten bewiesen haben.


Neues Logo des Fähr- und Geschichtsvereins

T-Shirts und Logo
werben für Fähren

Die Werbung für die Oste und ihre Fähren soll künftig noch verstärkt werden. Der in Brobergen ansässige Künstler Dieter Kahlenbach hat für den Geschichtsverein bereits ein Logo mit Roland, Fähre, Kapelle und Burgsilhouette entworfen, das in der Versammlung allgemeinen Anklang fand. Außerdem bietet der Verein ab sofort T-Shirts und Buttons an, die für die Prahmfähren werben.


Künstler Blume mit Webmaster Buck

Die Zufahrt zu den Fähren von Westen her und die Ausschilderung sollen in Zusammenarbeit  mit den angrenzenden Gemeinden und den Deichverbänden verbessert werden.

Im Internet baut Vorstandsmitglied und Informatiker Marcus Buck (Brobergen) die Web-Präsenz www.faehre-brobergen.de ständig weiter aus.


Fähren

Minister auf
Oste-Fahrt


Minister Sander und CDU-Politiker McAllister

9. 8. 2007. Helmut Hudaff, Ehrenbürgermeister von Brobergen, und Corinna Kolf, Vorsitzende des Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen, haben heute Mittag den  niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) über die touristische Bedeutung der beiden Oste-Prahmfähren und die historische Rolle der einstigen Burgstelle Brobergen informiert.

Die beiden Osteland-Mitglieder nutzten die Sommerreise des Ministers, der von SG-Bürgermeister Thomas Scharbatke (Oldendorf) begrüßt wurde und per Kutsche und DLRG-Schlauchboot von Gräpel nach Brobergen und zurück fuhr, um die Vereinspläne für eine touristische und archäologische Inwertsetzung dieses Oste-Abschnitts vorzustellen.


Ehrenbürgermeister Hudaff (l.) mit dem Minister

Sander, der während der Schlachbootfahrt auch Zeit für ein ausführliches Gespräch mit dem Ostener Deichgrefe und Ratsherrn Heino Schmidt fand, wies auf diese ökologische Bedeutung der Überflutungsflächen hin, die bei der Ausdeichung des halben Ostebogens bei Brobergen entstehen sollen.

Viele tolle
Projekte


Minister-Besuch per Schlauchboot

Ausdrücklich lobte Sander das touristische Angebot an der Oste. "Wassertourismus ist eine wichtige Sache". An der Oste habe man die Zeichen der Zeit erkannt und "viele tolle Projekte angeschoben", so der Minister, der dem Kranenburger Bürgermeister Horst Wartner für die Organisation des Besuchs dankte.

Bevor Sander mittags nach Oberndorf und nach Altenbruch (Einzelheiten) weiterreiste, wartete im Gasthaus "Zum Osteblick" - wo er zuvor übernachtet und morgens ein Krabbenfrühstück verzehrt hatte - die Wirtin und  Fährvereins-Vizevorsitzenden Karin Plate mit einem leckeren Buffet auf.


Schützen

Zinn-Roland
für Könige


Der Pokal wird beim Rolandfest ausgeschossen

11. 8. 2007. Zum großen Roland-Fest am Sonntag, 16. September, von 10 bis 18 Uhr an der Broberger Ostefähre wartet der Fähr- und Geschichtsverein mit einer zusätzlichen Attraktion auf. Während am Ostedeich eine Nachbildung des historisch verbürgten hölzernen Roland aus dem 16. Jahrhundert enthüllt wird, sind rund zwei Dutzend Schützenkönige von der Unteren Oste eingeladen, eine prächtige Roland-Stutue aus purem Zinn auszuschießen.

Der massive Wanderpreis, gestiftet von dem Großenwördener Dietrich Frömming (Roland-Rechtssschutzversicherung), ist "schöner als der Oscar und das Bambi", freute sich die Vorsitzende des Fährvereins, Corinna Kolf, in der jüngsten Mitgliederversammlung in Gräpel.


Broberger Damm um 1500 (Fotomontage)

Schöpfer der Statue ist der Holländer Mark Brouwers, der als Sohn eines Siebdruckers/Malers und einer Handarbeitslehrerin Kreativität schon von klein auf eingesogen hat. Auf Anraten seines Zeichenlehrers an der Grafik-Schule des Cartoonisten Hans van Pelt führte er seine Ausbildung am Grafischen Gymnasium in Amsterdam fort. Seit Abschluss seines Studiums ist Brouwers als Illustrator und Gestalter für Auftraggeber aus der Wirtschaft tätig. Seine Skulpturen sind meist figurativ und durch eine dynamische stilisierte Formgebung gekennzeichnet.

Wie aus dem rund 30-köpfigen Festkomitee weiter bekannt wurde, wird der hölzerner Roland um 11.30 Uhr bei einem Weihgottesdienst  zum Thema Gerechtigkeit und Gerichtsbarkeit enthüllt. Den Tag über soll auf beiden Seiten der Oste ein Mittelalterfest mit Met, Musik und Marketenderinnen gefeiert werden. Für die Benutzung der Prahmfähre wird eine Tageskarte (2 Euro, ermäßigt ein Euro) angeboten. Nachmittags soll ein "Dammgericht" eine historische Gerichtsverhandlung nachstellen.

Unterstützt werden die Veranstalter von vielen Vereinen, unter anderem auch von den örtlichen Landfrauen um Karin Tiedemann, die 50 Toten backen wollen, sowie den Landfrauen aus Ihlienworth, die regionale Produkte anbieten.

Mehr über das außerordentlich umfangreiche Festprogramm steht unter OLDENDORF.

Oste-Burg
ist Denkmal


Logo des Fähr- und Geschichtsvereins

10. 8. 2007. Über einen weiteren Erfolg des jungen Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen und Umgebung konnte die Vorsitzende Corinna Kolf gestern abend in der Mitgliederversammlung im Gräpeler "Fährkrug" berichten: Die ehemalige Oste-Burgstelle an der Fähre  Brobergen ist samt der Vorburg (Kapellenwurt) jetzt in die Niedersächsische Denkmalkartei aufgenommen worden.

Das landesweite Verzeichnis der Kulturdenkmale ist Grundlage für den möglichst wirksamen Schutz der Objekte. Die Kartei findet bei Beratungstätigkeiten, Gutachten, Stellungnahmen, einzuleitenden Rettungsgrabungen und Fundbergungen praktische Anwendung. Erfasst werden alle für den Fachbereich Archäologie relevanten Kulturdenkmale wie Großsteingräber, Grabhügel, Kultanlagen, Burgwälle, Burgen, Landwehren, Rast- und Siedlungsplätze von der Altsteinzeit bis an die Schwelle der Neuzeit, aber auch Bergbaurelikte, Deiche und Wurten.

Wie Corinna Kolf weiter mitteilte, kann mit Genehmigung des Kreises Stade demnächst mit den Grabungsarbeiten auf dem Gelände der einst mächtigsten Burg an der Tideoste begonnen werden.


Corinna Kolf mit neuem Foto der Roland-Statue

Außerdem befaßte sich die Mitgliederversammlung mit der Farbgebung für die von Holzbildhauer Nick Blume geschnitzte Roland-Statue, die am 16. September enthüllt wird. Koloriert werden sollen, so die Mitglieder, lediglich Wappenschild (rot-weiß), Schwert (silbergrau) und die symbolträchtige Rose auf dem Schwertknauf (golden); die Figur soll naturfarben bleiben und nur geölt werden.


Brobergen

Es tut sich was
an der Fähre


Fähre und Fährkrug in Brobergen

4. 3. 2008. Landwirte und Ausflügler können bereits ab 16. März die Oste in Brobergen mit der denkmalgeschützten Prahmfähre queren, deren Existenz vor einem Jahr noch in Frage stand. Nachdem der Fähr- und Geschichtsverein Brobergen und Umgebung e. V. im vergangenen Jahr erfolgreich für den Erhalt der historischen Prahmfähre an der seit dem Mittelalter bewohnten Fährstelle in Brobergen gekämpft hat, übernimmt der Verein in diesem Frühjahr die historische Fähre und den dazugehörigen Broberger Fährkrug. Der regelmäßige Fährdienst wird durch elf ausgebildete Fährmänner und eine Fährfrau gesichert, alle sind aktive Mitglieder im Verein. Gleichzeitig hat die Instandsetzung des Broberger Fährkrugs begonnen. Ein Team von rund 15 engagierten Vereinsmitgliedern renoviert zur Zeit die Gaststätte. Dank dieser enormen Einsatzbereitschaft kann der Verein bereits vom 1. Mai an Besucher und Touristen bewirten. Neben Eis, Kuchen, Getränken und kleinen Speisen bietet der Verein in diesem Jahr erstmals auch die Möglichkeit an, Familienfeste in mittelalterlichem Stil im Fährkrug zu feiern.

Zudem wird es in diesem Sommer auch wieder Rundgänge über das ehemalige Burggelände geben. Speziell für Kinder erarbeitete Führungen sollen dabei auch den kleinen Besuchern das Mittelalter auf spannende Weise näher bringen.

Außerdem werden in diesem Sommer, wie bereits im letzten Jahr, kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Schauspielabende und Konzerte stattfinden. Der Verein wird einen Ausstellungsraum einrichten, der mit Fotos und Fundstücken ausgestattet wird, damit interessierte Besucher einen Einblick in die Geschichte der Burgstelle erhalten können.

Langfristig plant der Verein die teilweise Rekonstruktion der historischen Anlage im mittelalterlichen Stil. Der Bau von Palisaden, die Reaktivierung des ehemaligen Burggrabens sowie die Rekonstruktion von historischen Gebäuden sollen den Besuchern ein Bild davon bieten, wie im Mittelalter die historisch belegte Burgstelle derer zu Brobergen ausgesehen hat.

Zudem sollen mittelalterliche Handwerkskünste und Darbietungen während des Sommers den Rahmen ergänzen. Dazu findet bereits am 12. Mai ab 11 Uhr ein großes Burgfest mit Mittelaltermarkt im und um den Fährkrug herum statt. Der Eintritt ist frei.

Das große Interesse der Menschen in der Region an ihrer Fähre und der Geschichte der Fährstelle habe den Verein dazu ermutigt, Fähre und Fährkrug zu übernehmen, um so ein Stück regionalen Kulturerbes zu erhalten, sagt Corinna Kolf, die Vorsitzende des Vereins. Dieses Interesse wurde auch im September letzten Jahres anlässlich der Rolandweihe deutlich, zu der über 2000 Besucher gekommen seien.

Fahrplan für die Broberger Fähre 2008: 16. 3. - 30.4.: Montags bis Samstags 13 - 18 Uhr, sonntags 10 - 18 Uhr,  sonst nach Vereinbarung;
1. 5. - 30. 9.:täglich von 10 – 18 Uhr, sonst nach Vereinbarung; 1.10. - 15. 11. Samstag 13 – 18, Sonntag 10 – 18 Uhr,  sonst nach Vereinbarung.

Infos bei Corinna Kolf unter Tel. 01520-66 49 736 oder bei Fährmann Holger Göbel unter Tel. 0162-568 87 69.


Brobergen

Fährverein
hat viel vor


Fährvereinsvorsitzende Kolf (M.) mit Fährleuten Egon Oellrich, Horst Schimkatis, Thomas Schult, Holger Göbel, Günther Stier, Klaus Staiger, Marcus Buck und Hubert Vollmers

30. 3. 2008. Neben der Rückschau auf ein erfolgreiches Jahr und ehrgeizigen Zukunftsplänen standen Wahlen auf der Tagesordnung der Hauptversammlung des Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen und Umgebung. Die 2. Vorsitzende Karin Plate (Gräpel) und Schriftführer Marcus Buck (Brobergen) sowie Beisitzer Hans-Heinrich Baack (Lamstedt) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Als weiterer Beisitzer wurde Herbert Meyer (Brobergen) in den Vorstand gewählt, der die Bergungsarbeiten auf dem Gelände des alten Broberger Friedhofs leitet.

Nachdem der Verein kürzlich den Pachtvertrag für die Oste-Prahmfähre in Brobergen und den benachbarten Fährkrugübernommen hat, sind eine Reihe von kulturellen und historischen Veranstaltungen an den beiden Prahmfähren Brobergen und Gräpel geben, kündigte die Vorsitzende Corinna Kolf an.


Einweihung des Rolands von Brobergen (2007)

Zunächst stehe die Instandsetzung des Fährkruges an. Schatzmeisterin Antje Rieckmann (Brobergen) zeigte sich erfreut darüber, dass die Mitglieder einstimmig einen einmaligen Sonderbeitrag von je 20 Euro für die Renovierung und Ausstattung des Fährkrugs beschlossen haben, wo ab Pfingsten Selbstgebackenes und Gerichte aus der regionalen Küche serviert werden. Familienfeiern können dort auch nach mittelalterlichem Tafelritual gefeiert werden. Zunächst wird der Fährkrug Freitag bis Sonntag für Gäste geöffnet sein. An den übrigen Tagen ist eine Anmeldung unter Tel. 01520-66 49 736 (Kolf) oder 04140 / 87 66 39 (Fährkrug) erforderlich.


Ehemaliger Gutshof Hollanderhöfen

Die Innenraumgestaltung soll an die Zeit des Gutshauses Hollanderhöfen um 1900 erinnern. Dieses Gebäude wurde auf dem Fundament des Hauses des letzten Burgherrn Gotthard von Brobergen errichtet, der um 1600 die Burganlage ausgebaut hat. Weil die Fassade originalgetreu rekonstruiert werden soll, sucht der Verein noch Fotos und andere Dokumente zum alten Gutshaus. Spender von alten Möbel nund andere Einrichtungsgegenständen aus der Zeit vor 1940 werden ebenfalls noch gesucht.


Wieder in Betrieb: Fähre Brobergen

Eröffnet wird der Fährkrug am Pfingstmontag, 12. Mai, ab 11 Uhr mit einem Burgfest mit mittelalterlichen Marktständen, einem Heerlager, Handwerkern, Händlern, Musikern und Tänzern.

Referat über
die Rolande

Foto: Archiv
Bremer Roland-Experte Dr. Karl Feldkirch

Im Rahmen der Hauptversammlung  sprach AG-Osteland-Mitglied und Staatsanwalt a. D. Dr. Karl Feldkirch (Bremen) über "Rolandstatuen in Deutschland". Im September vorigen Jahres hatte der Verein die historische Rolandfigur an der Oste in Brobergen wiedererrichtet .


Pfingstmontag

Mittelalterfest und
Fährkrug-Eröffnung


Frische Farbe für die Fährkrug-Tür

4. 5. 2008. Mit einem mittelalterliches Burgfest am Pfingstmontag wird in Brobergen an der Oste das Gasthaus "Zum Fährkrug" im neuen Gewand eröffnet. Nach der Rolandweihe im September letzten Jahres, an der 2000 Besucher teilnahmen, können die Besucher dann erneut erleben, wie es denn im 13. Jahrhundert wohl zugegangen sein mag auf der Burg derer zu Brobergen an der heutigen Fährstelle im sogenannten Dreiländereck, wo die Kreise Cuxhaven, Stade und Rotenburg aufeinandertreffen. Der Fähr- und Geschichtsverein Brobergen und Umgebung e. V., der seit Mitte März diesen Jahres Pächter der historischen Oste-Prahmfähre (um 1924 gebaut) und des dazugehörigen Fährkrugs ist, eröffnet Pfingstmontag offiziell die Gaststätte. Mit viel Engagement haben die Mitglieder den Fährkrug mittlerweile aufwändig renoviert.


So ging es 2007 beim Mittelalterfest zu

Obwohl die Arbeiten noch nicht komplett abgeschlossen sind, eröffnet der Verein die Gaststätte nun zusammen mit dem Stader Vize-Landrat Karsten Behr am Pfingstmontag um 11 Uhr mit einem offiziellen Empfang und anschließendem mittelalterlichem Treiben. Dazu reisen bereits am 10. Mai zahlreiche Heerlager-Teilnehmer an und demonstrieren das Leben im Mittelalter auf der seinerzeitigen Burg Brobergen. Für die kleinen Besucher wird am Pfingstmontag unter anderem ein Kinderritterturnier geboten. Der Eintritt ist frei.


Plakate werben für das Pfingst-Spektakel

Schon am 1. Mai war die Fährstelle, die von elf ehrenamtlichen Fährleuten bedient wird, von rund 1000 Besuchern genutzt worden.


Schon am 1. Mai kamen viele Fährgäste

Der Fährkrug Brobergen ist ab Pfingsten 2008 am Wochenende zu folgenden Zeiten geöffnet: samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Nach vorheriger Anmeldung unter 01520-66 49 736 sind Gruppen jederzeit willkommen. Neben Torten, Kuchen und Eis gibt es auch kleine Speisen.


Brobergen

"Eine weitere Perle
an der Fährstraße"


Vize-Landrat Behr (M.) im Schauraum

12. 5. 2008. An der Broberger Oste-Fähre ist mit der Gaststätte "Zum Fährkrug" eine "weitere Perle an der Deutschen Fährstraße" entstanden - einer Ferienroute, "die ohne die Fähren nicht leben kann". Das sagte Corinna Kolf, Vorsitzende des Broberger Fähr- und Geschichtsvereins, am Pfingstmontag bei der feierlichen Inbetriebnahme des vom Verein angepachteten und gründlich renovierten "Fährkrugs". Viel Anklang fand auch der vom Verein eingerichtete Schauraum mit einem Modell der einstigen Burg Brobergen.


Mittelalterfest an der historischen Burgstelle

Gratulanten aus der Kreis- und Kommunalpolitik hoben die enorme Leistung des jungen Vereins hervor. Die gut 100 Mitglieder haben seit 2007 nicht nur die historische Fähr- und Burgstelle vor der Flutung bewahrt, sondern auch den historischen Roland von 1600 wiedererichtet, archäologische Ausgrabungen veranlasst und den Fährkrug gerettet, sondern auch schon viele Feste und kulturelle Veranstaltungen organisiert - darunter, anläßlich der "Fährkrug"-Einweihung zu Pfingsten, ein weiteres mittelalterliches Heerlager an der Fährstelle.


Den ganzen Tag über verkehrte die Fähre

Vize-Landrat Karsten Behr (MdL) versprach dem Verein im Namen von Landrat Michael Roesberg die "volle Unterstützung" des Landkreises Stade. Angereist per "supertoller Kutschfahrt in der Europakutsche der Familie Reimer", zeigte sich Behr begeistert von der "Spitzenleistung" des Vereins, die Fähre zu erhalten und touristisch in Wert zu setzen.


Der Vize-Landrat kam per Europa-Kutsche

Der CDU-Politiker räumte ein, dass er selber nicht auf die Erhaltung der Fährstelle gesetzt habe: "Ich war skeptisch." Der Osteland-Kulturpreisträger und Broberger Ehrenbürgermeister Helmut Hudaff, 80, dem auch an diesem Festtag viele Lobesworte galten, erinnerte daran, dass er in seinem jahrelangen Kampf für die Fähre zunächst kaum Mitstreiter gehabt habe: "Ich war ziemlich einsam."


Wappen für Antje Rieckmann und Corinna Kolf

Glücklich über die Wiedereröffnung zeigten sich auch die Vertreter der Samtgemeinde und der Gemeinde Lamstedt. SG-Bürgermeister Werner Otten sagte: "Auch uns in der Börde hat es mit großer Freude erfüllt, dass der Fährkrug in neuem Glanz erstrahlt." Nun könne man nur an alle Vereine und Institutionen appellieren, das Wirtshaus auch zu nutzen.


Im Schauraum: Bild von Maler Klintworth (Osten)

Corinna Kolf dankte den Ehrenamtlichen des Vereins, vor allem ihrer "rechten Hand" Antje Rieckmann, für Aberhunderte von Arbeitsstunden, und den Fährmännern, die während des gesamten Tages bei strahlendem Sonnenschein nonstop Ausflügler übersetzten.


Picknick auf dem Ostedeich

Aus dem gesamten Osteland waren Fähr- und Heimatfreunde nach Brobergen gekommen, wo sie mit selbstgebackenen Torten, Bier und Wurst bewirtet wurden und über den Mittelaltermarkt streiften, wo Wahrsagerinnen, Bogenschützen und Marketenderinnen für Kurzweil sorgten.


Zeltlager auf dem alten Kapellenhügel

Fotos vom Broberger Mittelaltermarkt am Pfingstmontag stehen auf dieser SONDERSEITE.


Fähren

Politik
versagt


Prahmfähre Brobergen: Verschrottung droht

27. 2. 2010. Wichtigste Attraktionen der Deutschen Fährstraße an der Oste sind bekanntlich neben der Schwebefähre die beiden historischen Prahmfähren in Gräpel und Brobergen. Die Existenz der Broberger Fähre ist nach jüngsten Entscheidungen der verantwortlichen Kommunalpolitiker massiv gefährdet.

Der Bauausschuss in Oldendorf hat einen Antrag der Grünen abgelehnt, dem Fährverein einen 5000-Euro-Zuschuss zu den TÜV-Kosten in Höhe von 22.000 Euro zu gewähren, Samtgemeinde-Bürgermeister Thomas Scharbatke sieht sich lediglich dazu in der Lage, den Ehrenamtlichen einen zinslosen Kredit zu vermitteln.

Saisonstart
gefährdet

"Saisonstart in Brobergen gefährdet," schlägt heute das Stader Tageblatt Alarm. Redakteur Steffen Kappelt kommentiert unter der Überschrift "Politiker gefährden den boomenden Tourismus": "Die Lokalpolitik an der Oste ist auf dem Weg, die Touristen aus der Samtgemeinde Oldendorf zu treiben. Touristisches Rückgrat sind die beiden Fähren in Gräpel und Brobergen. Wenn es nicht gelingt, die fast 90 Jahre alte Dieselfähre in Brobergen zu erhalten, dann werden die Radler vermehrt wegbleiben. Auch die Fähre Gräpel würde darunter leiden, weil der beliebte Rundkurs fehlt...

Ohne Fähre auch kein Fährverein, der sich engagiert um die Reste der alten Burg Brobergen kümmert... Eine große neue Fähre ist teuer, die Sanierung der Oldtimer-Fähre vergleichsweise billig. Der Samtgemeinderat muss schnell den Fehler des Bauausschusses korrigieren. 5000 Euro sind nicht zu viel für einen boomenden Tourismus, von dem die Samtgemeinde insgesamt profitiert."

Fähre auf den
Schrottplatz?

Rund 22 000 Euro werden benötigt, um die über 80 Jahre alte Fähre wieder flottzumachen. Während der Denkmalschutz und der Verein zur Förderung von Naturerlebnissen mit 8000 Euro helfen wollen, beteiligt sich der Fährverein mit einem Eigenanteil von 9000 Euro.

Einige Bau-Ausschussmitglieder hatten vorgeschlagen, die historische Fähre stillzulegen und stattdessen Mini-Boote einzusetzen, mit denen Radler ans andere Ufer gebracht werden könnten. Da würden jedoch die ehrenamtlichen Fährleute nicht mitmachen, zitiert das "Tageblatt" den Fährmann Egon Oellrich.

Die Deutsche Fährstraße mit ihren Schwebe- und Prahmfähren wurde 2008 vom mdr-Publikum zur zweitbeliebtesten Ferienstraße Deutschlands gewählt. Die 2004 von der AG Osteland eröffnete "Fährienstraße" diente, wie berichtet, sogar dem japanischen Verkehrsministerium als Musterbeispiel einer Themenroute.

Oldendorf
schwächelt

Bereits im Januar hatte das Tageblatt, wie berichtet, gewarnt: "Die Oldendorfer schwächeln beim Tourismus. ... Wenn nicht bald was an der Fähre Brobergen geschieht, dann landet die historische Fähre auf dem Schrottplatz zusammen mit den Resten der Burg Brobergen, die der Deichbau kaputt machen wird. Ohne Burg und die beiden Fähren gibt es keinen attraktiven Tourismus."


Brobergen

Fährentaufe
unter Tränen


Geehrter Helmut Hudaff mit Taufpatin

20. 6. 2010. Die letzte Motor-Prahmfähre auf der Oste bei Brobergen – eine der Hauptattraktionen der Deutschen Fährstraße – heißt seit Sonntag "Helmut Hudaff". Mit der feierlichen Taufe, eingebettet in ein zweitägiges Mittelalterfest und auf Plattdüütsch vollzogen von der jungen Taufpatin Ann Katrin Rieckmann, wurden die Verdienste des Ehrenbürgermeisters der Gemeinde Brobergen gewürdigt, dem ganz wesentlich die Rettung der historischen Fähre zu verdanken ist.

"Am Anfang stand
ich ganz allein"


Ausgelassene Stimmung an der Fähre

Während sich viele Zuhörer verstohlen Tränen aus den Augen wischten, dankte der 82-jährige Hudaff – ebenfalls sichtlich bewegt – für diesen "schönsten Tag meines Lebens". Im Kampf um die Erhaltung der Fähre "stand ich anfangs ganz allein", erinnerte sich der verdiente Kommunalpolitiker – bis ihm dank der AG Osteland die spätere Fährvereinsgründerin Corinna Kolf zur Hilfe gekommen sei.


Vorsitzende Kolf, Festrednerin Klempow

An die Adresse des Deichverbandes und einiger Kommunalpolitiker gerichtet, sagte Hudaff, "die Behörden" hätten Fährhaus und Fährstelle zunächst abreißen wollen – aber "das  haben wir verhindert". Unter Tränen versprach der Geehrte, der für seine Verdienste auch mit dem Ostekulturpreis "Goldener Hecht" ausgezeichnet worden ist (Begründung hier): "Ich bleibe so lange auf der Fähre, bis sie untergeht."

"Nicht alle zogen
an einem Strang"


Glückwünsche von Osteland-Vize Bölsche

In Abwesenheit des Oldendorfer Samtgemeindebürgermeisters Thomas Scharbatke, der wegen mangelnder Unterstützung für die Fähre mehrfach massiv öffentlich kritisiert worden war, äußerte der Stader Vize-Landrat Hans-Jürgen Detje (Horneburg) seine Verwunderung darüber, dass in dieser für die Region so wichtigen Angelegenheit "nicht alle an einem Strang" gezogen hätten.


Vize-Landrat Detje dankt dem Fährverein

"Dank und Respekt" zollte Detje der "Beharrlichkeit und Ausdauer" der Fährvereinsvorsitzenden Kolf, die geholfen habe, eine Fähr- und Burgstelle zu erhalten, die nicht nur als "tolle touristische Attraktion" bedeutsam sei: "Diese Fähre gehört zu unserer Heimat", rief Detje aus und stellte dem Fährverein eine 2000-Euro-Zuwendung des Kreises Stade in Aussicht.
 

"Angst vor riesigen
Wellen der Bürokratie"


Vize-Landrat Detje bei seiner Festrede

Ostekulturpreisträgerin und Buchautorin Grit Klempow ("Hol över") wies in einer kurzen Festrede darauf hin, dass die Fähre, die zuvor fünf Jahrzehnte lang die Oste bei Geversdorf gequert hatte, eines der letzten Überbleibsel der einstmals rund 30 Fähren zwischen Bremervörde und Neuhaus sei. Klempow: "Dieser Verein bewahrt auf höchst lebendige Weise ein Stück Geschichte des gesamten Ostelandes."

Zum Abschluss der Feuerstunde stellte die Oldendorfer Pastorin Susanne Franz die Fähre, die kurz vor der Taufe den TÜV passiert hatte und nun auch ins Schiffsregister eingetragen worden ist, unter den Schutz und Segen Gottes. Überwunden sei dank vieler Helfer und Sponsoren die „Angst, dass riesige Wellen der Bürokratie und der Deichverlegung die Fähre überspülen", zeigte sich die Pastorin dankbar, bevor sie ein Trompetensolo darbot: „Lay down your burden down by the riverside…“

Erinnerungen an
den "Isern Hinnerk"


Pastorin Franz: "Down by the riverside"

Während des gelungenen Festes, das auch Ziel einer Sonderfahrt der "Mocambo" war, nutzten Hunderte von Besuchern die Angebote eines Mittelaltermarktes, den Vorstandsmitglied Holger Göbel organisiert hatte. Ritter und Marketenderinnen erinnerten an die bewegte Vergangenheit der Burgstelle derer von Brobergen und an jene Zeiten, in denen auch der jüngst erschienene Historienroman "Isern Hinnerk" spielt, der auf dem Fest von Autor und Ostepreisträger Dietrich Alsdorf vorgestellt wurde.

Die Gäste erwarten im mittelalterliche Heerlager bunt gewandete Marktleute, Handwerker, Tänzerinnen und Musiker. Heiß und kalt wurde es den Besuchern, als ein Feuerschlucker seine Künste darbot oder die vom Kampf erhitzten Ritter im kühlen Badezuber Erfrischung suchten. Für Unterhaltung und Abwechslung sorgte auch eine Modenschau mit mittelalterlichen Gewandungen.

Bratwurst, Torten
und Pestumzug

Spielszenen versetzten das Publikum in die Zeit um 1300, als in Brobergen eine mächtige Burg die Schifffahrt auf der Oste kontrollierte. "Skadis Wachen" boten Alt und Jung Gelegenheit, sich im Wettkampf mit Pfeil und Bogen zu messen. Johann von Brobergen rekrutierte neue Truppen aus den angereisten Heerlagern. Bei einem Pestumzug konnte man schließlich das Mittelalter noch einmal hautnah erleben. Für die kleinen Gäste waren zahlreiche Spiele vorbereitet, während sich Eltern und Großeltern am Kuchenbüfett, beim Fischmann oder am Bratwurststand stärken konnten.

"Die Fähre ist gerettet" – mit diesen Worten hatte der  Fähr- und Geschichtsverein zum Fest geladen: Viele Sponsoren hatten nach der Finanzblockade durch die Samtgemeinde Oldendorf geholfen, die Sanierung der Fähre zu ermöglichen. Kolf dankte unter anderem der Maschinenfabrik "Hatlappa" aus Uetersen, die 1924 die Seilwinde der Fähre gebaut und sie jetzt kostenlos für den Verein überholt hat, sowie der Bingostiftung und die Marion-Köser-Stiftung aus Beverstedt, die dem Verein jeweils 5.000 Euro spendeten.


Schwalben brachten
der Prahmfähre Glück

Schwalbennest auf der "Helmut Hudaff"












20. 6. 2010. Wer sagt's denn: Schwalben bringen Glück. Nachdem kürzlich eine Schwalbe ihr Nest im Motorraum der Broberger Prahmfähre gebaut hatte, in dem sie nun ihre Jungen versorgt, war den Fährleuten klar: Das große Mittelalterfest mit Fährtaufe mußte einfach gelingen... 



Brobergen

Schürfen im
Ostebogen


Historisches Oste-Areal bei Brobergen

30. 1. 2011. Bevor der Ostedeich bei Brobergen verlegt und verkürzt wird, will die Stader Kreisarchäologie an der einstigen Uferwallsiedlung ("Müggenburg"), die zur Flutung vorgesehen ist, noch Schürfgrabungen vornehmen, um etwaige historische Relikte zu sichern. Die Grabung soll am Mittwoch beginnen, wie Corinna Kolf vom Fährverein Brobergen mitteilt.

Der Verein sowie die AG Osteland und viele Mitstreiter hatten erreicht, dass der Ostedeichverband 2007 auf seine ursprügliche Absicht verzichtet hatte, auch die Broberger Burganlage aus dem 13./14. Jahrhundert durch Ausdeichung zu fluten.


Brobergen / Kranenburg

Fähre auf
Erfolgskurs


Marion Drillers Schützenhof in Kranenburg

24. 2. 2011. Im Kranenburger "Schützenhof" von Wirtin Marion Driller findet amSonnabend, 26. März, 19.30 Uhr, die diesjährige Hauptversammlung des von der Broberger Diplom-Geografin und Verlegerin Corinna Kolf (Foto) geleiteten, überaus erfolgreichen Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen und Umgebung statt. Der Verein hat, wie ausführlich berichtet, die drohende Zerstörung der Fährstelle und des Fährhauses Brobergen verhindert, Relikte der einstigen Broberger Burg gesichert, Mittelalterfeste, Lesungen und Krimi-Exkursionen organisiert, die historische Rolandfigur rekonstruiert und die Grabsteine des verschütteten alten Bauernfriedhofs geborgen.


Oste-Fähre und Fährhaus in Brobergen

Auf der Tagesordnung des Vereins, der eine der attraktivsten Stationen an der Deutschen Fährstraße betreut, stehen Neuwahlen, Mitglieder-Fahrpreisermäßigungen auf der Fähre "Helmut Hudaff", Deichbaumaßnahmen, ein Theater- und ein Mittelalter-Bauprojekt, eine Machbarkeitsstudie zum Fährstandort Brobergen und eine Beitragsbefreiung für Kinder bis zum vollendeten 17. Lebensjahr.


Deutsche Fährstraße

Visionen für
ein Ostedorf


Corinna Kolf mit Vorstandskollegen

27. 3. 2011. Faszinierende Visionen von einem neuen Tourismus-Magneten an der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel hat am Wochenende im Schützenhof in Kranenburg der Fähr- und Geschichtsverein Brobergen und Umgebung vorgestellt, der zur Zeit wohl erfolgreichste Verein seiner Art im Osteland.


Gerettet: Oste-Fähre und Fährkrug

Vieles hat der Fährverein aus dem winzigen Ostedorf Brobergen (226 Einwohner) schon erreicht: die Sanierung der Prahmfähre "Helmut Hudaff", die in bestem Einvernehmen mit dem Ostedeichverband um den Hemmoorer Oberdeichgrefe Hans-Wilhelm Saul gelungene Rettung des historischen Kapellenhügels vor der Flutung und die Bergung der Grabsteine des alten Broberger Bauernfriedhofs.


Vereinslenkerin Kolf (Foto: Bölsche)

Nun sind, so die wiedergewählte Vorsitzende, "Zeitlupen"-Verlegerin und Diplom-Geografin Corinna Kolf, zwei weitere Projekte ins Auge gefasst worden: eine Rekonstruktion der einstigen Oste-Burganlage und ihre Inwertsetzung als kulturtouristische Attraktion sowie ein Historien-Theaterprojekt mit Jugendlichen.


Viele Förderer helfen dem Fährverein

Eine Machbarkeitsstudie zur touristischen Zukunft der Fährstelle ist von der Samtgemeinde Oldendorf bereits in Auftrag gegeben worden. Ebenfalls erfreulich: Die Fähigkeit des erst vier Jahre alten Vereins, Sponsorengelder für seine Projekte zu akquirieren, ist dank der exzellenten Arbeit der Schatzmeisterin Antje Rieckmann (Foto) phänomenal. Der für die Sanierung und Reparatur der Prahmfähre benötigten rund 31.000 Euro konnten nahezu ausschliesslich durch Förderer aufgebracht werden.


Oste-Burg: Rekonstruktion angedacht

Bei dem geplanten Bau eines Mittelalterdorfes - das entfernt dem Mittelalterdorf in Balje-Hörne ähneln könnte - wollen die Mitglieder einer "Baumeister"-Gruppe mithelfen, die mit ihrem "Marktvogt" und Broberger Vorstandsmitglied Holger Goebel schon viel Erfahrung bei der Organisation von Mittelalter-Events gesammelt hat. Eine erste Ideenskizze liegt bereits vor.


Entwurf für Broberger Mittelalterdorf

In sehr fruchtbaren Gesprächen mit dem Deichverband, bei denen der Verein durch den 2. Vorsitzenden Egon Oellrich (Foto) vertreten wird, ist sichergestellt worden, dass historische Relikte im Ostebogen bei der geplanten Deichverlegung geschont werden. Zur Zeit bemüht sich der Fährverein, neben dem von ihm bewirtschafteten, vor allem von Radwanderern geschätzten Fährkrug (zur Zeit noch im Besitz des Realverbandes)  auch Außendeichgelände zu erwerben, das als Zugang zu den Bootsanlegern und gegebenenfalls als Kaffeeterasse genutzt werden könnte. Sogar an einen Aussichtsturm und einen Mocambo-Anleger wird schon nachgedacht.


Wollen helfen: Mittelalter-Baumeister

Nebenher hat der Verein im vergangenen Jahr eine Projekte erfolgreich angehen können: etwa die Aufstellung von Info-Tafeln, die Organisation von Historienkrimi-Exkursionen mit dem Archäologieexperten und  Autor Dietrich Alsdorf ("Anna aus Blumenthal", siehe www.krimiland.de) und die Bergung alter Grabsteine des weithin einzigartigen früheren Broberger Bauenfriedhofs.


Projekte Bauernfriedhof, Infotafeln

Besonders erfolgreich: die Ferienspaßaktion, bei der die Schülerinnen und Schüler ein "Fährpatent" erwerben konnten. Um den Verein für Kinder und Jugendliche zu öffnen, beschloss die Versammlung, dass Mitglieder bis zur Vollendung des 17. Lebensjahres keinen Beitrag entrichten müssen.


Ferienspaß-Kinder mit Fährpatent

Wie viel ihnen die Spass bringende Arbeit im Fährverein wert ist, zeigten die Mitglieder bei einer zweiten Abstimmung: Mit großer Mehrheit beschlossen sie, den Jahresbeitrag für Erwachsene von 10 auf 15 Euro zu erhöhen.

Die Versammlung endete mit einem atemberaubend schönen Oste-Beamervortrag des Zevener Naturfotografen Hermann Tödter (Website), dem AG-Osteland-Vorsitzender Jochen Bölsche inBrobergen noch einmal zu der am Vorwochenende erfolgten Verleihung des Goldenen Hechts gratulierte.



Brobergen

Rätsel um
Rücktritt


Corinna Kolf mit Foto der Roland-Statue

18. 7. 2011. An der Oste dauert das Rätselraten um den Rücktritt von Corinna Kolf an, der 1. Vorsitzenden des Broberger Fähr- und Geschichtsvereins. Kolf, kreativer Kopf des Vereins, hat vor 14 Tagen "aus aktuellen und persönlichen Gründen" nicht nur ihr Amt niedergelegt, sondern ist auch aus dem Verein ausgetreten, den sie mitgegründet hat (ARCHIV-SEITE).

Die Diplom-Geografin, seit kurzem Pressesprecherin des Bremervörder Bachmann-Museums und Verlegerin des Anzeigenblatts "Zeitlupe", wolle über die Austrittsgründe "keine Auskunft geben", schreibt am heutigen Montag das Stader Tageblatt. Der amtierende Vorsitzenden Egon Oellrich, der die Vereinsgeschäfte bis zur nächsten Jahreshauptversammlung führt, wird mit den Worten zitiert, "der Umgang miteinander" sei "nicht immer ganz einfach gewesen".

Ein verabredeter Termin, bei dem die Zurückgetretene habe umgestimmt werden sollen, sei geplatzt, weiss das Blatt heute aus Vorstandskreisen zu berichten. - Unter Kolfs Vorsitz hatte der 2007 gegründete Verein die einzige Motorprahmfähre samt Fährkrug und historischer Burgstelle vor der Ausdeichung gerettet und auf diese Weise maßgeblich dazu beigetragen, eine der Attraktionen an der Deutschen Fährstraße zu erhalten. Außerdem hatte sie sich für den Betrieb der Fährkrug-Gastronomie, für die Aufstellung der Replik einer historischen Rolandfigur, für archäologische Ausgrabungen auf dem Burggelände sowie für die Veranstaltung von Mittelalterfesten und -exkursionen engagiert.


Wassersport

Anleger für
Brobergen!


Fährvereinsvorsitzender Egon Oellrich

25. 2. 2012. Große Freude in Brobergen: Der kleine Ort bekommt einen nagelneuen Bootsanleger unweit der alten Ostefähre. Das hat die Lokale Aktionsgruppe der LEADER-Region Kehdingen-Oste in ihrer jüngsten Sitzung in Engelschoff (Kreis Stade) beschlossen. Betreiber wird der Fähr- und Geschichtsverein Brobergen um seinen Vorsitzenden Egon Oellrich sein. Der gemeinützige Verein bewirtschaftet auch schon die historische Prahmfähre "Helmut Hudaff" und den benachbarten "Fährkrug".

Die 42 Meter lange Schwimmsteganlage soll laut Förderantrag "Grundstein für den Sportboothafen Brobergen" sein. Sie muss, anders als die in den letzten Jahren beschafften Großschiffsanleger an der Oste, saisonbedingt ein- und ausgebracht werden. Finanziert wird der 75 000-Euro-Anleger mit EU-Mitteln und mit Hilfe der Samtgemeinde Oldendorf und der Gemeinde Kranenburg.

In den vergangenen Jahren waren an der Oste bereits neue Anleger in Balje, Oberndorf, Osten, Großenwörden und Hechthausen-Klint geschaffen worden, um Wassersport und Wassertourismus am längsten Nebenfluss der Niederelbe zu fördern. - Mehr auf www.blaues-netz-oste.de.


Fährverein mit
neuem Vorstand


Vorstandsmitglieder (v. l. n. r.) J. Wendland,
A. Rieckmann, H. Schimkatis, E. Oellrich,
G. Schimkatis, H. Meyer und H.-H. Baack.

11. 3. 2012. Am Wochenende wählte die Jahreshauptversammlung des Fähr- und Geschichtsvereins Brobergen einen neuen Vorstand. Den Vorsitz übernimmt - als Nachfolger der zurückgetretenen und aus dem Verein ausgetretenen Corinna Stier (ehemals Kolf) -  Günter Schimkatis. Egon Oellrich wurde in seinem Amt als 2. Vorsitzender bestätigt. Schriftwart ist Jürgen Wendland, Antje Rieckmann bleibt Kassenwartin. Die Beisitzer Herbert Meyer, Hans-Heinrich Baack (Lamstedt) und Horst Schimkatis wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Die historische Prahmfähre "Helmut Hudaff" und der "Fährkrug" sind wichtige Stationen der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel und des neuen Oste-Radwegs Tostedt - Balje. Der Fährverein ist auch Träger eines künftigen Schiffsanlegers, dessen Förderung mit EU-Geldern kürzlich beschlossen worden ist.


Roland
im Radio


Rolandstatue in Brobergen

1. 10. 2012. Nicht nur am Rathaus von Bremen gibt es eine Rolandfigur. Auch an der Oste, nördlich von Bremervörde, mitten im freien Gelände, entdeckte der Bremer Nordwestradio-Reporter Jens Schellhass zu seiner Verwunderung eine solche Statue. Eine Rundfunkreportage über den geschichtsträchtigen Fährort und den rührigen Fährverein kann hier im Web gehört werden.


Fährfest am
3. Oktober


Herbststimmung an der Fährstelle Brobergen

1. 10. 2012. An der Oste-Prahmfähre "Helmut Hudaff" in Brobergen feiert der Fährverein sein Fährabschlussfest an diesem Mittwoch, 3. Oktober, ab 11 Uhr mit Markt und Trecker-Treffen, Erbsen- und Kürbissuppe, selbst gebackenem Brot und Torten sowie Ständen mit Obst und Gemüse, Honig, Räucherfisch und Gartenartikeln. Wer sich mit einem Stand am Flohmarkt beteiligen möchte, kann sich unter 04140/ 365 bei Antje Rieckmann anmelden.


Fährvorständler bei der Kaffeepause im Fährkrug

Der Vorstand des vor fünf Jahren gegründeten, außerordentlich verdienstvollen Fährvereins um Günter Schimkatis und Egon Oellrich kann - trotz zeitweiser Beeinträchtigung des Ausflugsverkehrs auf der Deutschen Fährstraße und dem Oste-Radweg durch Deichbauarbeiten - auf eine recht gute Saison zurückblicken. Die mittlerweile 14 Fährmänner und die rund 170 Vereinsmitglieder freuen sich nun auf die vom Deichverband geplante Aussichtsplattform vor dem Fährkrug und auf den von der Gemeinde Kranenburg für 2013 angestrebten neuen Schiffsanleger, den voraussichtlich letzten in einer Reihe von dann insgesamt sechs Anleger-Neubauten (Balje, Oberndorf, Osten, Hechthausen-Klint, Großenwörden) an der Unteren Oste.


Fährverein
mit Erfolgen


Preisträgerin Rieckmann auf youtube

2. 3. 2013. Auf ein erfolgreiches Jahr kann der Fähr- und Geschichtsverein Brobergen und Umgebung zurückblicken, wenn er am Freitag, 8. März, 20 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Brobergen zur Hauptversammlung zusammentritt. Fünf Jahre nach der Gründung und der Rettung der Prahmfähre sind Fährstelle, Roland-Statue und die Burgrelikte an der Deutschen Fährstraße und am Oste-Radweg aus dem Oste-Tourismus nicht mehr wegzudenken.

Beim jüngsten Tag der Oste wurden denn auch die Vorstandsmitglieder Günter Schimkatis und Antje Rieckmann mit dem Oste-Kulturpreis Goldener Hecht ausgezeichnet. Ein Bericht darüber steht hier auf der von Mike Hansen gestalteten Website des Vereins. Ein Youtube-Video von Claus List über den Fährverein ist hier abrufbar.



Gelungenes
Saisonende

Hochbetrieb auf der "Helmut Hudaff"

3. 10. 2013. Hervorragend besucht war am 3.Oktober bei bestem Wetter der Saisonausklang an der Broberger Fähre "Helmut Hudaff", benannt nach dem Ex-Bürgermeister, Fährretter und Oste-Kulturpreisträger. Erbsen- und Kürbissuppe waren schnell ausverkauft, die Torten-Kunstwerke der Brobergerinnen hoch begehrt.


Fährmann Thomas Schult, Oberdeichgrefe Saul

Im ersten Stock des Fährkrugs, im "Oste-Zimmer" mit dem faszinierendem Flussblick, referierte Oberdeichgrefe Hans Wilhelm Saul (Foto), Bürgermeister der Stadt Hemmoor, vor interessierten Zuhörern um 13 und 15 Uhr über die aktuellen Deichbauarbeiten. Dank der Kooperation des Ostedeichverbandes war es bekanntlich vor rund sechs Jahren nach Protesten der AG Osteland gelungen, die Fährstelle samt Fährkrug, Fährdamm und historischer Burgstelle vor einer Flutung durch Ausdeichung zu retten. Saul hob die Bemühungen hervor, die Arbeit des - vom Gesetzgeber lediglich mit dem Hochwasserschutz betrauten - Deichverbandes in Einklang zu bringen mit den Wünschen von Sportfischern, Deichwanderern und Radfahrern.


Andrang an der Tortentheke

Der 2007 gegründete Fähr- und Geschichtsverein, Mitglied der AG Osteland, hält durch ehrenamtliches Engagement bereits seit über einem halben Jahrzehnt den sommerlichen Fährverkehr mit der "Helmut Hudaff" aufrecht und hat sich damit unschätzbare Verdienste um den Tourismus entlang der Deutschen Fährstraße erworben.



 
 

www.oste.de