Goldener Hecht
Medien - 2008

Wolfgang Röhl, Bentwisch

Dass die einst so gut wie unbekannte Oste aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und seit einigen Jahren in ganz Deutschland bekannt geworden ist, verdankt sich vor allem den Wirken von Medienschaffenden, Fotografen ebenso wie Autoren. Im vergangenen Jahr hat nicht nur Deutschlands größte Presseagentur, die dpa, bundesweit über die Oste und ihre Reize berichtet, sondern auch Deutschlands größte Illustrierte, der „Stern“.

In einem fünf Seiten umfassenden Beitrag mit dem Titel „Amazonas hinterm Deich“ legt „Stern“-Autor Wolfgang Röhl eine, wie er es selber nennt, „Liebeserklärung an eine stille Flusslandschaft“ ab.

Eine „Liebeserklärung“ – das klingt ungewöhnlich aus der Feder des in Stade aufgewachsenen und in Bentwisch lebenden Journalisten, dessen Texte gewöhnlich eher von Sarkasmus gekennzeichnet sind – so wie auch sein ebenfalls 2007 erschienener Debütroman, die von Ereignissen in der Ostemarsch inspirierte Kriminalgroteske „Im Norden stürmische Winde“.

In seiner „Stern“-Reportage porträtiert er die Menschen an der Oste als „zähe, verlässliche Leute, jeglichem Getue abhold“ („Der Typus stirbt zum Glück nicht aus“), lobt die Qualität des Wassers, das „heutzutage Badequalität hat“ und in dem sich „20 oder mehr Fischarten tummeln“, und die an der Oste entstandenen Kunstwerke von Malern wie Karl-Otto Matthaei oder Diedrich Rusch  sowie touristische Attraktionen wie die Schwebefähre und die Deutsche Fährstraße.

Mit Sponsor Romund und Laudatorin Reimer

Die große „Stern“-Reportage hat Hunderttausende von Lesern neugierig auf die Oste gemacht, die in ihrer Strukturschwäche den Tourismus braucht – sofern es ein sanfter Tourismus ist. An einem ungezügelten Massentourismus aber ist auch Röhl – wie allen wahren Freunden der Oste – nicht gelegen. In seinem „Stern“-Text heißt der wohl schönste Absatz: "Die Oste kennt kein Schwein. Und das ist gut so. Würden die Massen Wind davon bekommen, wie schilfwogend und nordseefrisch und wundergrün es im Osteland zugeht, sie würden ihre Mallorca-Tickets verbrennen und geschlossen an die Oste fahren."

Wolfgang Röhl hat sich um die Oste verdient gemacht.