Elbe schafft Verbindungen
 

Maritime Landschaft Unterelbe fördert die Kooperation über den Fluss / Projekte auch in Hadeln


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Karin Warncke, Geschäftsführerin der Maritimen Landschaft Unterelbe. 

Land Hadeln (rol). Die Glanzzeit des Neuhäuser Hafens liegt lange zurück. Doch bis in unsere Tage erinnert die Architektur des Fleckens daran, welche Bedeutung Handel und Schifffahrt einst für den Ort an der Oste hatten. Dieses maritime Erbe an der Elbe und ihren Nebenflüssen zu bewahren - das ist ein Aufgabengebiet der ,Maritimen Landschaft Unterelbe", die ihren Sitz in Grünendeich im Alten Land hat.

Die ehemalige Seefahrtschule Grünendeich ist seit einiger Zeit Heimat der Arbeitsgemeinschaft. Direkt am Deich gelegen, bietet sich ein eindrucksvoller Blick über den Fluss und auf das andere Ufer - symbolhaft auch für das Bemühen von Geschäftsführerin Karin Warncke, das Zusammenwachsen beider Seiten zu fördern. Kein leichtes Unterfangen, trennt die beiden Ufer doch manchmal mehr als die rein räumliche Distanz. ,Die zwei Elbseiten müssen einfach mehr zusammenwachsen und den Fluss als verbindendes Element sehen", sagt sie. 

Sie selbst hat die Einteilung der Region in Gemeinde, Kreis und Ländergrenzen hinter sich gelassen: ,In der Gemeinschaft sind wir doch viel effizienter."

Dithmarschen und Hadeln, die holsteinischen Elbmarschen und Kehdingen, Hamburg und das Alte Land - diese Kooperation klingt ungewöhnlich. Doch es funktioniert, sagt Warncke, die fest an den Erfolg der Kooperation glaubt. Und so ist sie ständig unterwegs an der maritimen Unterelbe: Heute Brunsbüttel, morgen Cuxhaven und übermorgen vielleicht Hamburg. Und zwischendurch immer wieder Grünendeich, die Geschäftsstelle. ,Alle Mitglieder sind in der Organisation gleichberechtigt", sagt die Geschäftsführerin. Sie versuche, allen gerecht zu werden.

Unterstützung aus Grünendeich bekommt allerdings nur derjenige, der sich auch selbst bemüht, sein maritimes Erbe zu bewahren. ,Das ist alles vom eigenen Engagement abhängig", sagt Warncke. Und so kommt es, dass die besonders Fleißigen vom Projekt am meisten profitieren. In Kehdingen ist das vor allem der Raum Wischhafen, wo es eine ganze Reihe von Vorhaben gibt - sei es die Instandsetzung einer historischen Ziegeleischleuse in Neuland oder die Befahrbarmachung der Wischhafener Süderelbe.

,In Hadeln hat sich vor allem Neuhaus stark engagiert", sagt Karin Warncke. Der Flecken sei überhaupt ein Musterbeispiel, denn er habe nicht nur historische Bausubstanz, die neu genutzt und so erhalten werde, sondern auch ein entsprechendes touristisches Umfeld - wie zum Beispiel die Wasserskianlage oder das Natureum. ,Neuhaus hat Potenziale". In die Bemühungen um die Hafensanierung ist sie in beratender Funktion mit eingebunden. Sie gibt Tipps, wie sich verschiedene Fördertöpfe anzapfen lassen. Oft ist es kompliziert und langwierig, bis endlich Gelder fließen. Vielfach müssen Nutzungskonzepte verfasst werden, was ,manchmal doch recht quälend ist". Andererseits sei es sinnvoll, dass sich Gemeinden Gedanken machen, was sie eigentlich wirklich erreichen wollten. Ein frisch sanierter Hafen ohne Nutzungsperspektive sei der falsche Weg.

Neuhaus steht in Hadeln nicht alleine da: Auch Osten sei in Sachen Wassertourismus aktiv geworden. Erste Pauschalangebote würden über die Plattform der Maritimen Landschaft Unterelbe vermarktet. Mit der Schwebefähre, die derzeit allerdings außer Betrieb ist, habe die Gemeinde einen wahren ,Knüller" zu bieten. 

Ganz im Sinne der überregionalen Zusammenarbeit beiderseits der Elbe gibt es auch Themen, die alle etwas angehen: Elbvertiefung ist eines davon. ,Viele der kleinen Häfen haben mit Verschlickung zu kämpfen." Für Wassersportler wird das zunehmend zum Problem. Hier versucht Warncke, ebenfalls aktiv zu werden. Allerdings weiß sie: Alle 103 Häfen, die in ihrem Einzugsgebiet liegen, werden sich nicht retten lassen. ,Da muss man leider ganz klare Abwägungen treffen."