Die Schwebefähre
2003/04

Schwebefähre

Kanzleramt gibt
Fördergelder frei

9. 3. 2004. Nachdem die Schwebefähre Osten bereits zum Jahresbeginn vom Sachverständigenbeirat für das Programm "National wertvolle Kulturdenkmäler“ als förderungswürdig eingestuft worden war, hat soeben die Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Dr. Christina Weiß (Foto), zuständig für Medien und Kultur, die Fördergelder für Osten freigegeben. Wie die von der Ostener Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre e. V. eingeschaltete Bundestagsabgeordnete Dr. Margrit Wetzel (SPD) in Erfahrung gebracht hat, wird das Bundesverwaltungsamt umgehend mit den zuständigen Denkmalschutzbehörden in Kontakt treten; das Bundesverwaltungsamt stehe mit der Weiß-Behörde bereits wegen der Schwebefähre in Verbindung.

Die Cuxhavener Denkmalschutzbehörde geht davon aus, dass sich nun, nachdem die Berliner Finanzierungszusage beschlossene Sache ist, das Land Niedersachsen der Entscheidung des Bundes automatisch anschließt. Nach Mitteilung von Bauamtfrau Birgit Greiner hat der Landkreis Cuxhaven als Eigner der Schwebefähre bereits von zwei Dienststellen - Gemeinsame Landesplanung und Amt für Agrarstruktur Bremerhaven - den "vorzeitigen Maßnahmebeginn" für die Bauarbeiten genehmigt bekommen.


Dohle auf der Schwebefähre

Es fehlen jetzt lediglich Zusagen der Klosterkammer und der EWE-Stiftung über vergleichsweise kleine Beträge. Vertreter dieser und anderer Geldgeber sowie des Planungsbüros Schippke und Partner sollen am  24. März, 14 Uhr, das Baudenkmal aus der Perspektive der Fährdohlen in Augenschein nehmen; beim ersten Vor-Ort-Termin im Januar hatten die Fachleute aus Witterungsgründen das Fährgerüst nicht besteigen können.


27. Januar 2004: Experten inspizieren die Fähre

Die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre hofft, dass die ausstehenden Bewilligungen noch vor der nächsten Sitzung des Kreisausschusses am 24. März eintreffen, so dass dieses Gremium unverzüglich die Bauarbeiten einleiten lassen kann.

Für den Fall, dass alles planmäßig abläuft und die Laufräder nicht neu angefertigt werden müssen, rechnet das Planungsbüro Schippke mit einer Wiederinbetriebnahme der Fähre in der 33. Kalenderwoche, also Mitte August.

In diesem Fall könnte die Fähre spätestens am 12. September, dem Tag des offenen Denkmals und möglicherweise Termin des 1. Ostener Fährmarktes, wieder über die Oste schweben.



 

Schwebefähre

Die Feuerwehr setzte 
die Fähre ins rechte Licht


Bild vergrößern? Hier klicken.

Das hatten die Ostener noch nie erlebt: Bei einer Beleuchtungsübung der Freiwilligen Feuerwehr...

...wurde die Schwebefähre am 22. Februar von 19 bis 19.40 Uhr so illuminiert, wie man es bislang nur von den Schwebefähren im Ausland kannte, zum Beispiel im britischen Newport ...
... oder in Marseille, wo eine im 2. Weltkrieg abgerissene Fähre rekonstruiert und liebevoll beleuchtet wurde (Foto unten).r
Alle Augenzeugen waren sich einig: Ein besserer Werbeeffekt für das gesamte Osteland ist kaum denkbar. 

Die Kosten für die Beleuchtung (weniger als 10 000 Watt) wurden von Experten auf 5 Euro pro Abend geschätzt, also in einer Wintersaison auf insgesamt ca. 600 Euro. Sollte das nicht zu wuppen sein? (Manche private Weihnachtsbeleuchtung in Osten kostet wahrscheinlich mehr...)
 

Unsere Fotos von der Beleuchtungsübung der Ostener Feuerwehr unter Ortsbrandmeister Karsten Heilemann stehen auf dieser SONDERSEITE. Weitere Aufnahmen hat Karl-Heinz Brinkmann auf seine Familien-Website gestellt.


Weltkulturerbe

Spanische Regierung
als Vorreiter für Osten


Schwebefähre Bilbao: Madrid unterstützt Antrag an Unesco

12. 2. 2004. Als erste der weltweit nur noch acht erhaltenen Schwebefähren soll die "Puente Vizcaya" in Portugalete bei Bilbao nach dem Willen der Regierung in Madrid in das Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen werden. Das hat Rafael Sarria, General Manager der Fähre, in gleichlautenden Briefen an den Bürgermeister der Gemeinde Osten, Carsten Hubert, und die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre mitgeteilt.

In dem Schreiben heißt es, "dass die Präsentation unserer Bewerbung von der spanischen Regierung unterstützt wird".

Das Land, in dem 1893 die älteste Schwebefähre der Welt gebaut worden ist,   verstehe sich, schreibt Sarria, als Vorreiter für die Interessen aller anderen sieben Schwebefähren: "Mit dem grenzüberschreitenden und typenbezogenen Konzept ebnen wir den übrigen Fährbrücken, einschließlich Ihrer Brücke, den Weg für einen leichteren Zugang zu dieser weltweiten Anerkennung."

Die Ostener Fördergesellschaft ihrerseits bemüht sich zunächst gemeinsam mit dem Eigentümer, dem Landkreis Cuxhaven, um die Anerkennung der Schwebefähre als Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Ein entsprechender Antrag, der vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalschutz gestellt worden ist und zur Zeit dem Bundeskanzleramt vorliegt, hat nach Informationen der Fördergesellschaft "sehr gute Chancen".

Im Namen der Fördergesellschaft hat deren 2. Vorsitzender Jochen Bölsche der spanischen Betreibergesellschaft für ihre "Pionierarbeit" in der Unesco  gedankt, "die sicherlich auch für uns von Nutzen sein wird". Bereits im vergangenen Jahr hatte der spanische König Juan Carlos I. den Ehrenvorsitz des neu gegründeten Weltverbandes der Schwebefähren übernommen, in dem auch die beiden deutschen Schwebefähren in Rendsburg und Osten vertreten sind.


Schwebefähre

Ein 52 Jahre altes Foto
aus einer 10-Mark-Kamera

Als Henry Seebeck, Küster in Großenwörden und begeisterter Radfahrer, kürzlich von den Plänen hörte, in Osten ein Deutsches Fährmuseum einzurichten, kramte er ein seltenes Foto hervor: eine Aufnahme der Schwebefähre aus dem Juni 1952, die der "Landarb." - wie aus der Rückseite hervorgeht - mit einer einfachen Agfa-Box gemacht hatte, "die damals 10 Mark gekostet hat". Die Aufnahme, freut sich der 80-Jährige, hat in den 52 Jahren "kein bißchen gelitten".


Schwebefähre

Grün ist die Hoffnung,
grün ist der Kohl


Erst deftiger Grünkohl, dann gute Nachrichten

Die Freunde der Schwebefähre können hoffen: Wichtige Experten haben sich jetzt in Berlin für eine Restaurierung und Wiederinbetriebnahme des Baudenkmals ausgesprochen. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung der Fördergesellschaft zu Erhaltung der Schwebefähre am Freitag im "Fährkrug" bekannt.


Vorstandsmitglieder Borchers, Burmester, Ahlf

Erst gab es deftigen Grünkohl, dann gute Nachrichten: Vorsitzender Horst  Ahlf berichtete über ein Jahr voller Aktivitäten, dessen Höhepunkt die Gründung des Weltverbandes der Schwebefähren unter dem Ehrenvorsitz von König Juan Carlos I. in Madrid gewesen sei. Schatzmeister Peter Burmester meldete einen Mitglieder-Zustrom "wie noch nie zuvor" (21 Neuaufnahmen).


Vorstandsmitglieder Hubert, Bölsche

Nach dem Grußwort von Bürgermeister Carsten Hubert, der kraft Amtes dem Vorstand des Fährvereins angehört, berichtete der 2. Vorsitzende Jochen Bölsche in Vertretung der Landkreis-Denkmalschützerin Bauamtfrau Birgit Greiner über erfolgversprechende Entwicklungen: Am 28. Januar habe eine Kommission im Auftrag des Bundeskanzleramtes einen Antrag des Landes Niedersachsen positiv bewertet, die Schwebefähre in das Förderprogramm "National wertvolle Kulturdenkmale" aufzunehmen.

Die Förderliste, auf der für das Ostener Objekt noch im laufenden Jahr 35 000 Euro vorgesehen sind, werde nach Mitteilung der Bundestagsabgeordneten Dr. Margrit Wetzel in Kürze der Kulturstaatsministerin Dr. Christina Weiß (Regierungsbeauftragte für Kultur und Medien) zur Billigung vorgelegt. Am 27. Januar hatten in Osten Vertreter verschiedener Institutionen dem Landkreis weitere Fördermittel zugesagt, so dass die Schwebefähre unter günstigen Umständen im Herbst wieder in Betrieb genommen werden könne (siehe nächsten Bericht).


Großes Interesse im überfüllten Versammlungsraum

Mit einer Videopräsentation berichtete 2. Vorsitzender Bölsche über diverse Aktivitäten, die dazu beigetragen haben, die Ostener Fähre überregional bekannt zu machen und die Bereitschaft zur Bereitstellung von Geldern zu erhöhen. Insbesondere nannte er die Gründung des Weltverbandes der Schwebefähren im Herbst in Bilbao, das Projekt "Deutsche Fährstraße / Deutsches Fährmuseum", die unter dem Vorsitz von Gerald Tielebörger jüngst gegründete Arbeitsgemeinschaft Osteland, die Bemühungen um eine Sonderbriefmarke zum 100jährigen Bestehen und den Internet-Auftritt www.schwebefaehre.org.
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Frisch aus der Druckerei:
Werbeblatt der Deutschen
Fährstraße mit der
Ostener Schwebefähre.
Mehr...
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Die Diskussion wurde von Überlegungen beherrscht, verstärkt Werbung für die Schwebefähre zu treiben. Als beispielhaft wurde zum Beispiel die Adventstreff-Aktion der Ostener Grundschüler bezeichnet, die auf Anregung von Schulleiter Horst Puttfarken ein Fährmodell gebaut hatten. Carsten Hubert kündigte an, sich für die Einführung eines jährlich stattfindenden Fährmarkts in Osten einzusetzen. Ebenso wie Horst Ahlf will auch der Bürgermeister Kontakte zum Fernsehen aufnehmen, um Sendungen wie die plattdeutsche Talk-Show nach Osten zu holen.

SPD-Vorsitzender Lothar Klüser berichtete über Bemühungen, mit Hinweisschíldern verstärkt auf die Fähre hinzuweisen. Pastor Dieter Ducksch trug die Idee vor, die Fähre und die Region auch auf dem Evangelischen Kirchentag 2005 in Hannover zu präsentieren. Ortsheimatpfleger Rüdiger Toborg will weiterhin mit Fährkalendern auf das Bauwerk aufmerksam machen. Erwin Bergander - ein Enkel des ersten Ostener Fährmannes - stellte von ihm gefertigte Fährmodelle und Brandmalereien vor.

Einige Mitglieder der Fördergesellschaft wollen sich künftig gezielt um die Entwicklung von Werbeveranstaltungen und Veröffentlichungen, aber auch von neuen Schwebefähren-Souvenirs kümmern. Zur Mitarbeit für die Zukunft der Fähre und des Dorfes hat sich in der Jahreshauptversammlung eine ungemein starke Gruppe bereit gefunden: CDU-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Toborg, SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Klüser, Pastor Dieter Ducksch, Kirchenvorstandsvorsitzende Magdalena Wassermann, Architekt Hannes Wesch, Heiko Kämmerer, Jürgen Gerecke, Heinz Thedrian sowie  Renate Wendt und Irmi Riedel, die den Auftritt des Fährvereins beim jüngsten Adventstreff organisiert hatten.

Viel Anklang fand ein von dem Ostener Fotokünster Nikolaus Ruhl (Website hier) gefertigtes Mini-Poster mit 25 Ansichten der Fähre (Foto oben). Das Bild, edel gerahmt, ist für 18 Euro bei Horst Ahlf im Hotel Fährkrug erhältlich; jeweils 4 Euro kommen der Fördergesellschaft zugute.


Dieses wunderschöne Foto zeigt die H.M. Bark "Endeavour", eine Nachbildung des berühmten Schiffs von Käptn James Cook, auf dem Fluß Tees unter der Schwebefähre im englischen Middlesbrough. Anlass war der 275. Jahrestag der Geburt von James Cook Ende 2003. Mehr über die sieben Schwestern der Ostener Schwebefähre unter www.schwebefaehre.org. (Foto: Carol Green).


Denkmalschutz

Grünes Licht für
unsere Schwebefähre


Hier sind Reparaturarbeiten fällig

28. 1. 2004. Wichtige Experten haben sich jetzt in Berlin für eine Restaurierung und Wiederinbetriebnahme des Baudenkmals Schwebefähre Osten ausgesprochen. Am 27. Januar hat eine Kommission im Auftrag des Bundeskanzleramtes einen Antrag des Landes Niedersachsen positiv bewertet, die Schwebefähre als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung anzuerkennen und in das Förderprogramm "National wertvolle Kulturdenkmale" aufzunehmen. Die Förderliste, auf der für das Ostener Objekt noch im laufenden Jahr 35 000 Euro vorgesehen sind, wird dieser Tage der Kulturstaatsministerin Dr. Christina Weiß, Regierungsbeauftragte für Kultur und Medien, zur Billigung vorgelegt, wie hemmoor.info von der hiesigen Bundestagsabgeordneten Dr. Margrit Wetzel erfahren hat.


Carsten Hubert (r.) folgt den Experten-Ausführungen

Bei einem vom Landkreis Cuxhaven in Osten/Oste anberaumten Lokaltermin (Foto) hatte einen Tag zuvor ein Vertreter des Landes Niedersachsen für den Fall einer Bewilligung der Bundesmittel eine Förderung in gleicher Höhe zugesagt. Der Landkreis Cuxhaven, die Samtgemeinde Hemmoor und die Gemeinde Osten haben in ihren Haushalten bereits insgesamt 100 000 Euro eingeplant. Das Amt für Agrarstruktur in Bremerhaven hat zugesagt, aus EU-Fördergeldern 50 Prozent der Gesamtkosten beizusteuern.

Wenn jetzt weitere Finanzierungsträger, darunter die Metropolregion Hamburg und die Klosterkammer, die von ihnen erwarteten kleineren Zuschüsse rechtzeitig zusagen, kann der Landkreis Cuxhaven als Eigner der Fähre die Ausschreibung der Instandsetzungsarbeiten möglicherweise noch im Februar vornehmen. In diesem Fall liesse sich der erste Bauabschnitt, der unter anderem eine Erneuerung von Antrieb und Elektrik umfaßt, im Herbst abschließen. Daraufhin könnte die vom TÜV vor zwei Jahren stillgelegte Fähre wieder für touristische Demonstrationsfahrten verwendet werden, wie der hannoversche Brückenexperte Prof. Dr. Schippke in Osten erklärte


Video-Präsentation von Schäden am Ostener Baudenkmal

In einer Videopräsentation im Fährkrug  (Foto oben) hatten die hannoverschen Fachleute das Ausmaß der Schäden an Elektrik, Antrieb und Fachwerkkonstruktion dargelegt. Bürgermeister Carsten Hubert unterstrich das Interesse der Gemeinde Osten, die Fähre möglichst bald wieder in Betrieb zu nehmen. Horst Ahlf und Jochen Bölsche vom Vorstand der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre berichteten über Pläne, die Fähre nicht nur für touristische, sondern auch für museumspädagogische Zwecke einzusetzen und sie verstärkt als Wahrzeichen des gesamten Ostelandes herauszustellen und in überregionale Konzepte einzubeziehen..

Der Vertreter des Landesamtes für Denkmalschutz, Neß, bekräftigte, dass es sich bei der Fähre ohne Zweifel um ein Denkmal von "nationaler Bedeutung" handele. Neß ist der Verfasser des kürzlich vorgelegten wegweisenden Gutachtens (Wortlaut hier), das die Schwebefähre als Baudenkmal von nationaler Bedeutung einstuft. Auszug:

...dass es sich bei der Fähre in Osten um ein hochrangiges technikgeschichtliches Kulturdenkmal handelt, dessen denkmalpflegerische Bedeutung auf niedersächsischer Ebene zweifelsfrei ist. Auch auf Bundesebene ist festzustellen, dass die Besonderheit der technischen Konstruktion sowie der hohe Seltenheitswert und die Originalität des Objektes zweifellos eine hohe Wertigkeit darstellen. Da der reine Typus einer Schwebefähre wie dargelegt nur bei der Ostener Anlage gegeben ist, kommt dieser im Hinblick auf die bau- und technikgeschichtliche Bedeutung ein besonderer Wert zu. Hierzu ist ebenfalls im weltweiten Kontext festzuhalten, dass es sich bei der Ostener Konstruktion um eine sog. freitragende Trägerkonstruktion handelt, die im Vergleich zu den meisten noch bestehenden Schwebefährentypen als selten anzusehen ist. Die übrigen in Europa noch erhaltenen Bauten besitzen überwiegend eine abgehängte Trägerkonstruktion, die vom Prinzip her den Hängebrücken entspricht. Lediglich zwei der drei englischen Objekte zeigen eine freitragende Konstruktion (Middlesborough, Warrington). Beide sind jedoch zu späteren Zeiten als die Ostener Fähre errichtet... Somit ist die Ostener Fähre von den freitragenden erhaltenen Bauten als die älteste Konstruktion der Welt anzusehen.Der sehr hohe Seltenheitswert einerseits der grundsätzlichen Konstruktion der Schwebefähren wie auch andererseits der Ostener Schwebefähre innerhalb der Bundesrepublik Deutschland setzt das Bauwerk auch in den Rang eines national herausragenden Kulturdenkmals.
Das Ostener Vorhaben - eingebunden in überregionale Projekte wie die jetzt geplante Deutsche Fährstraße - sei "gut, seriös, weitsichtig" und "hervorragend geeignet, in das Förderungsprogramm aufgenommen zu werden", urteilte der niedersächsische Repräsentant der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, Zimpel, ohne sich jedoch vorerst auf eine verbindliche Zusage festzulegen, die den Spitzengremien seiner Organisation vorbehalten sei.

Geeignet für ein Deutsches Fährmuseum?

Viel Anklang fand unter Denkmalschützern die Anregung, eines der vielen ungenutzten, unter Denkmalschutz stehenden Häuser im Ostener Ortskern - zum Beispiel die Hamannsche Scheune direkt an der Fähre (Foto oben) - für die Einrichtung eines Deutschen Fährmuseums oder eines Info-Centers zu nutzen, wie es zum Beispiel die CDU Osten in ihrem jüngsten Kommunalprogramm fordert; ähnliche Einrichtungen bei anderen Schwebefähren etwa in England  seien außerordentlich großzügig mit EU-Mitteln gefördert worden.

Am Rande der Veranstaltung führte der NDR ein Interview mit dem Fördervereins- Vorsitzenden Horst Ahlf über den Stand des Restaurierungsvorhabens.

Sitzungsleiterin Birgit Greiner, Bauamtfrau beim Landkreis Cuxhaven, wird über die Ergebnisse der Anhörung vom Dienstag  in der Jahreshauptversammlung der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre an diesem Freitag dieser Woche um 20 Uhr im Fährkrug berichten (Grünkohlessen ab 19 Uhr).Wer vorher noch dem seit rund 30 Jahren bestehenden Förderverein beitreten will (Jahresbeitrag: 10 Euro), kann einen Aufnahmeantrag hier herunterladen.


Kegler

Auch die "treue Riege"
kämpft für die Fähre


Die "Riege" mit Beitrittsformularen - Foto vergrößern

Massive Verjüngung und Verstärkung für den Fährverein: Beim letzten Klubabend in der Gerichtsklause sind sämtliche anwesenden Kegler von "Hossis treuer Riege" (Website hier) mit ihrem Wirt Horst ("Hossi") Fiske geschlossen in die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre in Osten e.V. eingetreten. Zuvor hatte der 2. Vorsitzende des Fährvereins, Jochen Bölsche, mit einer Videopräsentation über die geplante Restaurierung und das Projekt Deutsche Fährstraße informiert. Bölsche erinnerte an den Wagemut und die Weitsicht der Ostener, die sich vor rund 100 Jahren an die Planung der Schwebefähre gemacht haben: "Dasselbe Engagement wie damals brauchen wir heute in Osten, wenn wir die Schwebefähre über die nächsten hundert Jahre bringen wollen." (Aufnahmeformular hier).


Volkssturm 1945, Schriftsteller Schütt

Zeitgeschichte

Der Mann, der 1945 die
Schwebefähre rettete

Jeder Ostener weiß: Die Schwebefähre gäbe es nicht ohne die Fördergesellschaft um Horst Ahlf, die das heutige Baudenkmal vor 30 Jahren vor dem Abriss rettete. 

Kaum einer jedoch weiß: Unsere Schwebefähre gäbe es auch nicht, wenn der Vater des Schriftstellers Peter Schütt nicht 1945 den Befehl verweigert hätte, mit drei Panzerfäusten und ein paar Volkssturm-Männern das Bauwerk zu zerstören.

Der Website www.schwebefaehre.org stellte der Autor einen neuen Text über die Ereignisse in den letzten Kriegswochen zur Erstveröffentlichung zur Verfügung. Dazu schrieb Schütt: "Ich wünsche Ihnen und Ihren Mitstreitern viel Erfolg bei der neuerlichen Rettung der Schwebefähre."

Zum Schütt-Text geht es hier.


Trends

Neue Schwebefähre
in NRW geplant


Müngstener Brücke über die Wupper

Wie schön, dass Osten und Hemmoor schon eine Schwebefähre haben! Zur Zeit kommt der Bau neuer Schwebefähren als Touristenattraktion offenbar in Mode. Die Arbeitsgemeinschaft Binnenfähren fragt sich bereits, ob ein "Boom" neuer kleiner Schwebefähren zu erwarten ist.

Jüngstes Beispiel: In der Nähe des höchsten deutschen Eisenbahn-Viadukts, der 1897 fertiggestellten Müngstener Brücke über die Wupper, ist zur Förderung des Tourismus eine neue Schwebefähre geplant. Ein entsprechender Plan, entworfen vom Berliner Landschaftsarchitekten Prof. Dipl.-Ing. Hans Loidl, bekam den ersten Preis in einem Wettbewerb zur Gestaltung eines "Bückenparks" im Rahmen der "Regionale 2006", eines vom Land NRW geförderten regionalen Entwicklungsprogramms der Städte Remscheid, Wuppertal und Solingen.

Zum Stand der Planung der neuen Schwebefähre hat Anette Kolkau von der "Regionale 2006 Agentur GmbH" in Wuppertal dem Weltverband der Schwebefähren jetzt auf Anfrage mitgeteilt: "Eine erste Machbarkeitsstudie zur Schwebefähre liegt vor. Die Realisierung mit Rampen und Seil ist tatsächlich an diesem Standort unter der Müngstener Brücke und im zukünftigen Brückenpark möglich. Jetzt sind wir aber dabei, folgendes zu überprüfen: Wie kann ein Betreiberkonzept aussehen? Wahrscheinlich wird die Fähre nur mit Personal laufen. Wir gehen jetzt Sicherheitsfragen, Finanzierung und TÜV etc. nach."


Geplante Schwebefähre in London (Modell)

Der Bau weiterer Schwebefähren wird zur Zeit in Hamburg, London und Hessen erörtert (ausführliche Berichte auf www.schwebefaehre.org, Rubrik INTERNATIONALES anklicken).


Souvenirs

Oste-Kiesel - nur
echt mit der Fähre

Ein Ferienort wie Osten braucht Souvenirs. Bei Tank gibt's jetzt Oste-Kiesel - nur echt mit der Schwebefähre.


Kommunales

Carsten Hubert für Ostener
Frühlings- und Fährmarkt


Fährplatz von oben: Markttrubel im September?

Die baldige Aufstellung einer Marktordnung für die Gemeinde Osten hat Bürgermeister Carsten Hubert in der Hauptversammlung der Unternehmergemeinschaft Hemmoor (siehe unten) angekündigt. Geplant seien ein Frühjahrsmarkt sowie ein herbstlicher Fährmarkt, jeweils an einem Sonntag; das biete der Ostener Unternehmerschaft laut Ladenschlußgesetz die Möglichkeit, so Hubert, an diesen Tagen "ihre Waren nicht nur zu zeigen, sondern auch zu verkaufen".


Website zum Denkmalstag

Als Termin für den Fährmarkt - auf dem Platz vor dem Technischen Baudenkmal Schwebefähre - bietet sich alljährlich der 2. Sonntag im September an: An diesem "Tag des offenen Denkmals" (World Heritage Day) finden in aller Welt Veranstaltungen rund um Baudenkmäler ab.

Wenn am 12. September dieses Jahres die Fähre wider Erwarten noch nicht in Betrieb sein sollte, könnte der Tag nach Ansicht der Cuxhavener Denkmalschützerin Birgit Greiner genutzt werden, das Publikum am "lebenden Objekt" über die Restaurierung eines Baudenkmals zu informieren.


Prost Neujahr

Motto gefällig
fürs Neue Jahr?


Schwebefähren-Fans Huw und Gwenaelle

"Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbour. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover”.

Übersetzt heißt dieser Ratschlag von Mark Twain so viel wie:

"Heute in zwanzig Jahren wirst Du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die Du versäumt hast, als über die, die Du getan hast. Also mach die Leinen los, verlass den sicheren Hafen, fang den Fahrtwind in Deinen Segeln. Forsche. Träume. Entdecke."

Dieses Leitwort fanden wir auf der Website des britischen Radsportler-Pärchens Huw und Gwenaelle, die ihr Berufsleben für ein Jahr unterbrochen haben, um per Tandem vier der acht letzten Schwebefähren der Welt zu besuchen. Mehr über das große Tandem-Abenteuer weiter unten auf dieser Seite und unter www.schwebefaehre.org.


Abenteuer

Mit dem Tandem zu
vier Schwebefähren

Ein rothaariger Waliser und eine kaffeebraune Französin, beide Anfang 30 und Lehrer in Großbritannien, hatten im vorigen Sommer eine grandiose Idee - und haben sie Wirklichkeit werden lassen: Per Tandem wollen sie zugunsten des britischen Roten Kreuzes 15 000 Kilometer absolvieren - und dabei auch für die Erhaltung der Schwebefähren werben.

Vier der acht letzten Schwebefähren der Welt - in Newport, Rochefort, Bilbao und Buenos Aires - haben sie bereits besucht. In den Adventswochen radelten sie durch Argentinien in Richtung Feuerland. Weihnachten bekamen sie eine E-Mail von Jochen Bölsche aus Osten: Der Vizevorsitzende des Schwebefähren-Weltverbandes hat die Tandem-Abenteurer gebeten, im nächsten Jahr auch das Technische Baudenkmal an der Oste zu besuchen.


Wandbild mit Schwebefähre in Buenos Aires

Folgt das sympathische Tandem-Duo der Einladung nach Deutschland? Haben die Beiden vielleicht Lust, die "Deutsche Fährstraße" zu eröffnen, die neue Ferienstraße von Bremervörde bis Kiel, an der man auf nur 250 Kilometern gleich zwei Schwebefähren besichtigen kann?

Mehr über die Erlebnisse und Pläne der Schwebefähren-Fans Huw und Gwenaelle steht unter www.schwebefaehre.org.


Jahresrückblick

Carsten Hubert sieht
"Schub nach vorne"


Bürgermeister Hubert in Spanien: "Der Weg ist bereitet"

Der sehnlichste Wunsch des Ostener Bürgermeisters für 2004 ist, abgesehen von gesundheitlicher Stabilität, die Wiederinbetriebnahme der Ostener Schwebefähre. Das hat Carsten Hubert jetzt bei einer Umfrage der NEZ erklärt. Der Weg sei bereitet: "Der Besuch beim spanischen König im September zur Gründung des Welt-Fährenverbandes hat einen unwahrscheinlichen Schub nach vorne gebracht."


SPD

Op Platt: Wetzels
Neujahrswünsche


Osteland-Symbol Fähre: "Liggt mi ganz dull an'n Harten"

Auf Plattdeutsch hat die SPD-Abgeordnete Margrit Wetzel (Wahlkreis Stade / Cuxhaven) ihre Wünsche zum neuen Jahr formuliert. In den Beitrag für die Lokalpresse heißt es unter anderem: "För ganz wichtige Vörhoben in Hadeln bünn ik nu all tätig woarn: Dat se us Elv nich deeper mookt, dat de Schwebefähre een Kulturdenkmool warden deiht, liggt mi ganz dull an'n Harten..." Mehr unter margritwetzel.de und unter spd-hemmoor.de.


Schwebefähren

Der große Traum
der kleinen Jungs

Dezember 2003. Zu Weihnachten ein Metallbaukasten, ob von Maerklin (Deutschland) oder von Meccano (England) - das war über Generationen der große Traum der kleinen Jungs. Und eines der beliebtesten Modelle war in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die Schwebefähre (transporter bridge). Wer sich für die Schwebefähren im Kinderzimmer von einst interessiert, braucht nur bei Google "meccano" und "transporter bridge" einzugeben, und er findet Modelle wie das oben abgebildete. Vielleicht wird so eine Meccano-Fähre eines Tages ja auch in dem Ostener Fährmuseum stehen, dessen Gründung die neue Arbeitsgemeinschaft Osteland im Zuge der Deutschen Fährstraße anstrebt...


Schwebefähre

Der Vorläufer
war eine Kölnerin


Im Hintergrund der Kölner Dom

Dezember 2003. Bislang haben die Fachleute geglaubt, der Vorläufer der Ostener Schwebefähre war die Wuppertaler Schwebebahn. Jetzt hat sich herausgestellt: Die erste Schwebebahn der Welt fuhr nicht in Wuppertal, sondern in Köln. Mehr...


Jubiläum

Kanal-Schwebefähre
feierte 90. Geburtstag


Fährort-Bürgermeister Breitner, Sibbel, Hubert

Dezember 2003. Als die Rendsburger Schwebefähre am 2. Dezember 1913 offiziell für den Verkehr freigegeben wurde, ahnte wohl noch niemand, welch große Bedeutung das kuriose Gefährt für den Verkehr zwischen Rendsburg und Osterrönfeld haben würde. Jetzt, 90 Jahre später, transportiert die inzwischen unter Denkmalschutz gestellte Fähre fast 2000 Fahrgäste und 700 Fahrzeuge pro Tag über den Nord-Ostsee-Kanal.

Zum Jubiläum veranstaltete die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung am 2. Dezember auf der Osterrönfelder Seite einen kleine Feierstunde, zu der unter anderem die Bürgermeister aus Rendsburg und Osterrönfeld eingeladen waren. Andreas Breitner und Jörg Sibbel (auf unserem Foto zusammen mit ihrem Ostener Kollegen Carsten Hubert) hatten die Schwebefähre zuletzt mit einer Audienz beim spanischen König Juan Carlos überregional in die Schlagzeilen gebracht. Der Monarch wurde, wie die Landeszeitung berichtet, eingeladen, die Schwebefähre im Sommer nächsten Jahres zu besuchen. Auch eine Anerkennung als Weltkulturerbe wird angestrebt.

Große Feier nächstes Jahr

Die kleine Feier, die vom Wasser- und Schifffahrtsamt ausgerichtet wurde, sollte lediglich zeigen, dass man das besondere Datum nicht vergessen hat. Eine andere große Feier folgt im Sommer, dann sollen die Hochbrücke und die Fähre gemeinsam und ausführlich gewürdigt werden. Es ist geplant, die zentrale Eröffnungsfeier für den landesweiten Denkmaltag am Fuße der Brücke auszurichten. Mit diesem Schritt wollen die Denkmalschützer die einzigartigen Bauwerke würdigen und in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken.

Mehr über das Jubiläum hier.


Schwebefähre

Osten in Berlin auf
der Tagesordnung

November 2003. Der Antrag des Landes Niedersachsen, die Ostener Schwebefähre als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung anzuerkennen und in das Förderprogramm "National wertvolle Kulturdenkmale" aufzunehmen, liegt dem Bundeskanzleramt vor. Das hat jetzt Staatsministerin Dr. Christina Weiss (Foto), Regierungsbeauftragte für Kultur und Medien, der Bundestagsabgeordneten Dr. Margrit Wetzel mitgeteilt. Am 27. Januar, heisst es in dem Schreiben aus dem Kanzleramt weiter, soll gemeinsam mit einer Expertengruppe über die Neuanträge auf finanzielle Förderung entschieden werden. Anschließend wird das Denkmalschutzprogramm für 2004 aufgestellt. Nach Abschluß der Arbeiten, voraussichtlich Ende Februar, werde feststehen, "ob und ggf. in welcher Höhe eine Förderung der Restaurierung der Schwebefähre Osten möglich ist".


Philatelie

Zum 100. eine Sondermarke
mit unserer Schwebefähre?

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Schwebefähren auf Briefmarken

November 2003. Warum eigentlich gibt es keine Sondermarke mit der Ostener Schwebefähre? Ein passender Termin wäre das 100-jährige Bestehen im Herbst 2009, findet die Fördergesellschaft Schwebefähre. Die hiesige Bundestagsabgeordnete Dr. Margrit Wetzel (Foto), Mitglied im "Programmbeirat des Bundesfinanzministeriums für Sonderbriefmarken", hat zugesagt, einen entsprechenden Antrag zu unterstützen, das Ostener Baudenkmal 2009 mit einer Sondermarke zu würdigen -  nach dem Vorbild der Schwebefähren im französischen Rochefort (Foto oben), im spanischen Bilbao (Mitte) und in Rendsburg (unten). Mehr über Schwebefähren auf Briefmarken und Sonderstempeln unter www.schwebefaehre.org.


Adventstreff

Grundschüler basteln ein
Modell der Schwebefähre

November 2003. Eine Projektwoche zum Thema Weihnachten läuft in diesen Tagen an der  Ostener Grundschule. Ein Unterthema ist der Adventstreff, bei dem die Schule in Zusammenarbeit mit dem Ostener Chor ein Kettcarfahren veranstaltet. Dazu wurde unter anderem die Schwebefähre aus Pappröhren nachgebaut. Das Modell ist etwa 4 Meter lang und 1,60 Meter hoch. Aus aktuellem Anlass soll auch ein Plakat der "Deutschen Fährstraße" bei der Präsentation zum Adventstreff hergestellt werden.

Übrigens: Unterrichtsgegenstand ist die Schwebefähre schon wiederholt gewesen, unter anderem auch in Otterndorf. Über pädagogische Erfahrungen mit dem Thema Schwebefähre berichtet der Osnabrücker Pädagogik-Professor Sellin in einem Beitrag, der auch im Internet nachgelesen werden kann.


Rundfunk

Eine ganze Stunde
für das Osteland


NWR-Moderatorin Martina Kothe im Studio

November 2003. Eine ganze Stunde widmete der Bremer Sender Nordwest-Radio - ein Gemeinschaftsprojekt von NDR und Radio Bremen - am Dienstag, 25. November, der Oste. In der Sendereihe "Gesprächszeit", von 9 bis 10 Uhr, stand Jochen Bölsche (Osten) vom Weltverband der Schwebefähren der Moderatorin Martina Kothe Rede und Antwort. Themen waren die Erhaltung der letzten acht Schwebefähren, speziell der Ostener, die internationale Zusammenarbeit, die Förderung des Tourismus im Osteland und die von Bölsche konzipierte jüngste Ferienstraße der Bundesrepublik, die "Deutsche Fährstraße".


Kommunales

Beifall für das Projekt
Deutsche Fährstraße


Das Logo der neuen Ferienstraße

November 2003. Unter der Leitung von Ratsfrau Susanne Heinsohn informierte sich der Tourismus- und Wirtschaftsförderungsausschuß der Gemeinde Osten  ausführlich über das Konzept "Deutsche Fährstraße/Deutsches Fährmuseum". Mit Beifall aufgenommen wurde eine Videopräsentation, die der Hechthausener Webdesigner Markus Buck entwickelt hat - mit vielen Bildern des Ostener Fotokünstlers Nikolaus Ruhl (der übrigens soeben einen prächtigen Wandkalender für 2004 herausgebracht hat - siehe hier).

In der gut besuchten öffentlichen Sitzung berichtete Initiator Jochen Bölsche, 2. Vorsitzender des Weltverbandes der Schwebefähren sowie der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten, über die Pläne der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft Osteland.

Die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Rüdiger Toborg und Lothar Klüser, brachten das starke Interesse der Gemeinde Osten an der geplanten neuen Ferienstraße von Kiel nach Bremervörde zum Ausdruck.

Schwebefähre: Finanzierung gesichert

Vorsitzender Horst Ahlf von der Fördergesellschaft berichtete, der Landkreis habe signalisiert, dass es um die Finanzierung des 1. Bauabschnittes der Fähr-Renovierung gut bestellt sei; mit einer Wiederinbetriebnahme sei wohl schon 2004 zu rechnen.

Erörtert wurde im Ausschuß die Möglichkeit, die Schwebefähre nachts anzustrahlen und die Ausschilderung an den Zufahrtsstraßen zu verbessern.

Alljährlich ein "Fährmarkt am 1. Oktober?

Ortsheimatpfleger Toborg schlug vor, alljährlich zum 1. Oktober einen Fährmarkt an der Schwebefähre zu veranstalten. Zu der Anregung, in Osten nach dem Muster anderer Schwebefährorte ein Fährmuseum bzw. ein Besucherzentrum anzusiedeln, nahm Bürgermeister Carsten Hubert Stellung. Am Rande der Sitzung erinnerte er daran, dass eine ähnliche Forderung auch im Programm der CDU Osten enthalten ist. Dort heißt es wörtlich: "Ein Info-Pavillon an der Schwebefähre über das Fährwesen in unserer Gemeinde kann den Fährplatz noch interessanter machen."

Referent Bölsche erklärte, an Ausstellungsstücken für ein Fährmuseum - welche Form auch immer es annimmt - mangele es nicht. In der Fährstube des Heimatmuseums und in diversen privaten, staatlichen und kommunalen Sammlungen lagerten "wahre Schätze", die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnten - wie zum Beispiel das wunderbare mobile Fährmodell, das früher im Zementmuseum untergebracht war (Foto unten).


Bewegliches Modell unserer Schwebefähre
Video sehen? Bitte hier klicken.

In jüngster Zeit verzeichnete der Förderverein für die Schwebefähre 15 Neueintritte, vor allem Menschen aus Hemmoor und Hechthausen, die mitkämpfen wollen für die erhaltung des Baudenkmals. Ein Aufnahmeformular kann hier heruntergeladen werden.


Oste

Die "Fährstraße"
kommt in Fahrt


Mitinitiatoren v. Marschalck, Schmidt, Buck

November 2003. Eine neue Ferienstraße, die "Deutsche Fährstraße" von Bremervörde bis Kiel, die über 40 Brücken und Fähren miteinander verbindet, darunter die letzten beiden deutschen Schwebefähren - diese Idee findet immer mehr Resonanz. In der von Gerald Tielebörger (Reisebüro Hemmoor) geleiteten jüngsten Sitzung der neuen IG Osteland im Hechthausener "Raubritter" berichteten die Teilnehmer, darunter Hubertus Freiherr von Marschalck vom Ferienpark Geesthof (lks.) und Küstenklassik-Initiator Johannes Schmidt (M.), über ein durchweg positives Echo bei Vertretern von Wirtschaft und Politik. Viel Anklang fanden eine Videopräsentation des Hechthausener Webdesigners (styled4web) Markus Buck (r.) und ein Logo, das Nicole Buck für die Fa. Druckparter Hemmoor von Bernd Brauer entworfen hat.

In Kürze will die Interessengemeinschaft sich als Verein eintragen lassen. Das Projekt soll Tourismusexperten, Sponsoren  und Politikern in Schleswig-Holstein und Niedersachsen präsentiert werden. Mehr unter deutsche-faehrstrasse.de.


Schwebefähren

Holländischer Ingenieur
entdeckt 21. Schwebefähre

Oktober 2003. Bis vor kurzem gingen alle Fachleute davon aus, dass es nur in 20 Städten der Welt Schwebefähren gegeben hat. Jetzt hat ein holländischer Ingenieur herausgefunden: Auch in Maarssen den Niederlanden (Foto) gab es einmal eine Schwebefähre, von der bis vor kurzem zumindest in Deutschland niemand etwas wußte. Mehr hier.




Schwebefähre

"Besondere nationale
kulturelle Bedeutung"


"Eine Instandsetzung ist unabdingbar"

Oktober 2003. Die Schwebefähre in Osten ist ein "Kulturdenkmal von besonderer nationaler kultureller Bedeutung aus baugeschichtlichen, technikgeschichtlichen und wissenschaftlichen Gründen". Zu diesem Urteil ist die Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Christiane Segers-Glocke (Foto), gekommen. In einem Brief (Faksimile hier) appelliert die   Landeskonservatorin an das Bundesverwaltungsamt, die höchste einschlägige Instanz, der Ostener Schwebefähre den entsprechenden Status zuzuerkennen. Eine "Instandsetzung des Bauwerkes" sei aus Sicht des Denkmalschutzes "unabdingbar".

"Älteste freitragende
Schwebefähre der Welt"

Beigefügt ist dem Brief ein umfangreiches, hochkompetentes Gutachten des Landesamtes, das auf bisher beispiellose Weise die nicht nur nationale, sondern auch globale Bedeutung der Schwebefähre herausarbeitet.  Die Fähre an der Oste sei "von den freitragenden erhaltenen Bauten als die älteste Konstruktion der Welt" anzusehen. Im nationalen Maßstab stelle die Ostener Fähre den "einzigen noch erhaltenen reinen Schwebefährentypus" dar.

Wegen der herausragenden Bedeutung des Gutachtens für die Zukunft der gesamten Osteregion wird es hier im vollen Wortlaut wiedergegeben.


Reaktion im Norden:
"Einfach nur begeistert"


Schwebefähre in Rendsburg

Oktober 2003. "Einfach nur begeistert" hat sich Monika Heise, Geschäftsführerin der "Tourist-Information Nord-Ostsee-Kanal", jetzt über die Ostener Pläne zur Einrichtung einer neuen Ferienstraße zwischen Bremervörde und Kiel geäußert. Das Konzept "Deutsche Fährstraße / Deutsches Fährmuseum" sei "sehr vielversprechend und zukunftweisend". Ihre Organisation - getragen von allen Landkreisen zwischen Kiel und Brunsbüttel - wolle sich "gern so weit es geht in die Planung mit einbringen".

Im Zentrum der neuen Ferienstraße stehen die beiden letzten deutschen Schwebefähren in Rendsburg und Osten. Die "Deutsche Fährstraße", urteilt die Tourismus-Expertin, sei "eine sehr gute Werbemöglichkeit, zum einen für die seltenen Schwebefähren, zum anderen aber auch für die gesamte Region".  Noch in diesem Jahr soll ein Gespräch zu diesem Thema stattfinden.

Zuvor hatten bereits eine Reihe von Experten und Politikern dem Initiator Jochen Bölsche (Osten) ihre Unterstützung für die Umsetzung des Konzepts zugesagt, darunter der niedersächsische CDU-Fraktionsvorsitzende David McAllister, die Bundestagsabgeordneten Dr. Margrit Wetzel (SPD), Dr. Martina Krogmann (CDU) und Enak Ferlemann (CDU) sowie die Tourismusfachleute Hubertus von Freiherr von Marschalck (Geeesthof Hechthausen), Gerald Thielebörger (Reisebüro Hemmoor) und Karin Warncke (Maritime Landschaft Unterelbe, Grünendeich).

Alles über das Projekt unter deutsche-faehrstrasse.de.


Internet

"Trächtigkeitskalender"
für 2004 jetzt erschienen

Oktober 2003. Landwirte nennen ihn den "Trächtigkeitskalender" oder den "Grünen mit dem Pferd": Seit 156 Jahren erscheint in Stade der "Allgemeine Haushaltungskalender" mit Bauernregeln, plattdeutscher Prosa und vielen heimatgeschichtlichen Texten. Seit wenigen Tagen ist die Ausgabe für 2004 im Buchhandel erhältlich.

Darin stehen auch zwei Texte, die Osten betreffen: ein Porträt des hier ansässigen Vogelkundlers Gerd Heinze und ein ausführlicher Artikel über die Webmasterin der Internet-Seiten www.oste.de und www.schwebefahre.de (Text hier).


Deutsche Fährstraße

David McAllister: "Großes
Interesse" an Ferienstraße

Oktober 2003. "Großes Interesse" hat jetzt auch der  CDU-Fraktionschef im Niedersächsischen Landtag, David McAllister, an dem Hemmoorer Projekt "Deutsches Fährmuseum und Deutsche Fährstraße" (siehe unten) bekundet: "Die neue Landesregierung ist entschlossen, die besonderen Potentiale Niedersachsens als Tourismusland noch effektiver auszuschöpfen. Über Ihre interessanten Vorschläge freue ich mich daher ganz besonders," betont McAllister in einem Brief (Faksimile hier).

Weitgefächerte Förderangebote

Trotz der angespannten Haushaltslage gebe es für den Wassertourismus - die Ferienstraße ist als "Paddel und Pedal"-Route konzipiert -  "weitgefächerte Förderangebote aus niedersächsischen und europäischen Mitteln". McAllister weiter: "Auch der Fahrradtourismus, der ja wichtiger Bestandteil Ihres Projektes ist, wird durch die neue Landesregierung in Hannover wieder vorangetrieben."


Gründungsversammlung in Hemmoor

Wer in der IG Osteland mitwirkt, was sie plant, wer sie unterstützt, steht ausführlich hier.



Tourismus

Kiels Oberbürgermeisterin
für Deutsche Fährstraße

Die Landeshauptstadt Kiel ist grundsätzlich bereit, das Projekt "Deutsche Fährstraße" zu unterstützen. Das erklärte die Kieler Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz (CDU) jetzt gegenüber dem Ostener Fährstraßen-Initiator Jochen Bölsche. Zuvor hatten bereits der Tourismusverband Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg, die Tourist-Marketing Niedersachsen und die TouristInfo der Samtgemeinden Drochtersen und Nordkehdingen ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt. - Die Deutsche Fährstraße soll nach den Vorstellungen der neu gegründeten "Arbeitsgemeinschaft Osteland" die Ferienregion Osteland, rund um die Schwebefähre Osten-Hemmoor, und die Ferienregion Nord-Ostsee-Kanal, rund um die Schwebefähre in Rendsburg, miteinander verbinden. Ausgangspunkt ist die Furtstadt Bremervörde, die bereits ebenfalls Interesse an der neuen Ferienstraße signalisiert hat, die insgesamt 40 verschiedene Flußquerungsmöglichkeiten tangiert. Endpunkt ist Kiel, wo bis 1923 die dritte deutsche Schwebefähre stand.

Die SPD-Fraktion im Samtgemeinderat Hemmoor hat sich bereits in einer anderthalbstündigen Info-Veranstaltung über das Projekt unterrichten lassen, Fraktionsvorsitzender Bodo Neumann (Hechthausen, Foto)  hat die  Unterstützung seiner Partei zugesagt. Auf Einladung des Ostener Bürgermeisters Carsten Hubert (CDU) wird Jochen Bölsche von der AG Osteland am Mittwoch, 12. November, 20 Uhr, in der Festhalle in einer öffentlichen Sitzung des Wirtschaftsförderungs- und Fremdenverkehrsausschusses der Gemeinde über das Projekt "Deutsche Fährstraße / Deutsches Fährmuseum" informieren.


Osten

Trauer um Bittorf - und
Freude über Neueintritte

Die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten/Hemmoor trauert um eines ihrer bedeutendsten Mitglieder. Wie der Vorsitzende Horst Ahlf in der jüngsten Vorstandssitzung mitteilte, ist der Journalist und TV-Autor Wilhelm Bittorf (Foto) verstorben. Der Schwebefähren-Freund und Publizist Bittorf, für den Verein geworben von seinem Journalisten-Kollegen und Ex-Vereinsvize Manfred Bissinger (Engelschoff),  wurde erst in der vergangenen Woche in der Süddeutschen Zeitung als einer der maßgeblichen deutschen Journalisten gewürdigt. Zum Text über Bittorf geht es hier...

15 neue Mitstreiter

Zugleich konnte 2. Vorsitzender und Schatzmeister Peter Burmester eine erfreuliche Mitteilung machen: In jüngster Zeit verzeichnete der Fährverein 15 Neueintritte, vor allem Menschen aus Hemmoor und Hechthausen, die mitkämpfen wollen für die Restaurierung des Baudenkmals. Ein Aufnahmeformular kann hier heruntergeladen werden.


Denkmalschutz

Wetzel bittet Politiker
an die Schwebefähre


Wetzel auf der Oste (mit Herbert Guthahn)

Zur einer Reise an die Schwebefähre Osten/Hemmoor hat die SPD-Abgeordnete Dr. Margrit Wetzel drei einflußreiche Politikerinnen und Politiker eingeladen: die für Denkmalschutz zuständige Staatsministerin Dr. Christina Weiß, die Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag, Monika Griefahn, und Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe.

Wetzel bezieht sich auf einen Antrag der  Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Christiane Segers-Glocke, die sich, wie berichtet, für eine Anerkennung der Schwebefähre Osten als „Kulturdenkmal von besonderer nationaler kultureller Bedeutung“ ausgesprochen hat. Wetzel: "Dieses Vorhaben möchte ich in vollem Umfang unterstützen."

Zur Begründung führt die SPD-Abgeordnete aus: "Die Schwebefähre ist als Wahrzeichen Ostens nicht nur weit über die Region hinaus bekannt, sondern findet bundesweit und international großes Interesse. Die Ostener Schwebefähre ist die älteste noch erhaltene frei tragende Schwebefähre der Welt. Erst vor wenigen Wochen hat sich der spanische König Juan Carlos I. anlässlich der Schwebefähren-Weltkonferenz für die Erhaltung der 94 Jahre alten Schwebefähre in Osten stark gemacht. Natürlich ist sie auch ein touristischer Anziehungspunkt."

Der ehrenamtliche Einsatz zahlreicher Bürgerinnen und Bürger für dieses Technische Baudenkmal sei "geradezu einzigartig": Jetzt hat sich neben dem eingesessenen Förderverein noch eine Initiative 'Deutsche Fährstraße und Deutsches Fährmuseum' gegründet, die ein zukunftsweisendes, hervorragendes Konzept für eine neue Ferienstraße zwischen Kiel und Bremervörde entwickelt hat. Die Route soll an der Oste, der Unterelbe und dem Nord-Ostsee-Kanal  entlang führen und so in idealer Weise Tourismus und Denkmalschutz miteinander verbinden."


Denkmalschutz

Schwebefähre soll
Kulturdenkmal werden

Die Deutsche Presseagentur verbreitete am Wochenende (25./26. 10. 03) folgende Meldung: Osten (dpa/lno) - Die Schwebefähre in Osten (Kreis Cuxhaven) soll als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung anerkannt werden. Dafür habe sich das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege ausgesprochen, teilte der Förderverein für die Fähre am Samstag mit. In einem Antrag an die Kulturstaatsministerin im Bundeskanzleramt, Christina Weiß (Foto), seien zugleich Mittel für die Restaurierung gefordert worden. Zur Zeit ist die Schwebefähre wegen technischer Mängel stillgelegt.


Literatur

Die Dichter und
die Schwebefähre

Die Schwebefähre zwischen Osten und Basbeck hat in den  vergangenen Jahrzehnten bekanntlich viele Dichter und Schriftsteller  fasziniert - darunter nicht nur in der Region bekannte Autoren wie den früheren Ostener Chronisten Richard Rüsch, sondern auch Prominente wie Peter Rühmkorf. Unsere Bitte, uns auf weitere literarische Werke hinzuweisen, die sich mit der Schwebefähre befassen, ist auf erfreuliche Resonanz gestoßen. Der Schriftsteller Peter Schütt (Foto) - selber Autor zweier Gedichte zum Thema - machte uns auf Texte seines Onkels Alfred Vagts und seines russischen Freundes Rady Fish aufmerksam. Der Hemmoorer Autor Heiko van Dieken schickte eine Passage aus der Biografie "Hans Bertold und ich" ( Erlebnisse einer Supenintendentenfrau in Osten). SämtlicheTexte zum Thema Schwebefähre stehen in der Rubrik LITERATUR der Website schwebefaehre.org.


Hobby

Erwin Bergander und
seine Schwebefähren

Sein Großvater war der erste Ostener, der 1909 im MAN-Werk Gustavsburg für den Dienst auf der Schwebefähre ausgebildet wurde. Fährmann in Osten war auch sein Vater, und er selber beförderte jahrelang ehrenamtlich Touristen mit der Schwebefähre: Der gelernte  Polsterer, Sattler und Dekorateur Erwin Bergander hat nicht nur ein Herz für Tiere - wie etwa  seine Gans "Laura", die er täglich auf dem Deich spazieren führt - , sondern auch für Schwebefähren.
Soeben hat der Bastler und Sammler ein Modell der Schwebefähre in Rendsburg (Mitte) fertiggestellt, die am 2. Dezember ihren 90. Geburtstag feiert. Das heißt. Ganz abgeschlossen ist die Arbeit noch nicht: Erwin Bergander sucht noch nach einer ausrangierten Modellbahn-Lok und ein paar Waggons, damit die Eisenbahnbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal, an der die Fähre hängt, auch wie eine Eisenbahnbrücke aussieht.

In diesen Tagen fertig geworden ist auch ein Modell der ältesten Schwebefähre der Welt, die seit 1893 den Rio Nervión in der Nähe der spanischen Millionenstadt Bilbao überspannt (rechts). Bereits einige Jahre alt ist Berganders Version der Ostener Fähre (links). Alle drei  Modelle sind im Ostener Fährkrug zu sehen.

Mehr über die Fähren in aller Welt unter www.schwebefaehre.org.


Geschichte

Hamburg erwog Bau
einer Schwebefähre

Der Alte Elbtunnel in Hamburg soll dieser Tage unter Denkmalschutz gestellt werden. Aus diesem Anlaß erinnerten Zeitungen jetzt daran, dass vor dem Bau des Elbtunnels in Hamburg vorübergehend daran gedacht worden war, eine Schwebefähre über den Hafen zu bauen.

Bereits im Jahre 1894 hatte der Kölner Erfinder Eugen Langen - der spätere Erbauer der Wuppertaler Schwebebahn - dem Hamburger Senat ein Vorortbahn-Projekt vor nach dem von ihm neu entwickelten, damals zweischienigen, Schwebebahn-System präsentiert. Die Linienführung dieses Entwurfs zeigt eine Ringbahn um die Alster mit Abzweigungen nach Eimsbüttel, Ohlsdorf und Hammerbrook sowie mit einer grossen Schwebefähre zwischen den St.-Pauli-Landungsbrücken und Steinwärder. Über dieses Projekt äusserte sich eine Senats- und Bürgerschaftskommission für das Verkehrswesen in einem Bericht vom 6. April 1898 folgendermassen:

"Das Schwebebahn-Projekt ist technisch ohne Zweifel sehr beachtenswert; demselben steht aber die Tatsache entgegen, dass es noch nirgendwo in grösserem Massstab ausgeführt ist und sich daher noch nicht praktisch bewährt hat. ... Die Kommission kann es unter diesen Umständen nicht für zweckmässig halten, dass gerade bei dieser Gelegenheit der erste grössere Versuch mit einem ganz neuen System gemacht werde. Sollten Senat und Bürgerschaft in dieser Beziehung anderer Ansicht sein, so würden die einzelnen Teile der Lokalbahn-Projekte entsprechend umgearbeitet werden müssen ...Immerhin wird dieselbe (die Schwebefähre), wie auch die einzelne Stadtteile verbindende Schwebebahn keineswegs für alle Zukunft ausgeschlossen sein sollen: für das zur Zeit vorliegende praktische Bedürfnis wird aber nach Ansicht der Kommission ... keine Veranlassung vorliegen, zur Zeit auf Projekte einzugehen, die sich noch nicht praktisch bewährt haben und deren weitere Prüfung und Erörterung jedenfalls mit erheblichem Zeitverlust verbunden sein würde.“

Mehr über die alten Hamburger Schwebebahnpläne hier.

Auch der Bau einer Hochbrücke über den Hafen wurde verworfen: Man hätte Wagen und Menschen 55 Meter hoch heben müssen, und sie hätte 25 Millionen Mark gekostet. Darum entschied man sich für einen Tunnel: Man brauchte Menschen und Fahrzeuge nur 24 Meter hinabzusenken und zu heben, außerdem kostete der Tunnel nur 10,7 Millionen Mark. Der rund 450 Meter lange Elbtunnel wurde von 1907-1911 gebaut, ungefähr zur selben Zeit, als die wagemutigen Ostener ihre Schwebefähre errichten ließen.

Die Geschichte hat noch eine hübsche Pointe: Vor kurzem schlug der Star-Architekt Meinhard von Gerkan den Hamburgern vor, eine Schwebefähre über den Hafen zuu bauen - als neues Wahrzeichen der Stadt. Mehr in der Rubrik INTERNATIONALES der Website www.schwebefaehre.org.


Tourismus

"Könnte Urlauber
an die Oste bringen"


Schwebefähre Rendsburg: Nord-Zentrum
der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel

Schwebefähre Hemmoor - Osten: Süd-Zentrum
der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel

Auf ihrer Titelseite berichtet die Niederelbe-Zeitung  jetzt (14. 10. 2003) über die Initiative Deutsche Fährstraße. Unter der Überschrift "Fährstraße als überregionale Kooperation" heisst es unter anderem: "Ein neuer Anfang in Sachen Tourismus wird zurzeit in Hemmoor gewagt. Nach dem Ende der Bemühungen des offenen Tourismus-Forums hat sich jetzt auf Anregung der Unternehmergemeinschaft Hemmoor eine 'Interessengemeinschaft Osteland' gegründet. Ziel ist die Einrichtung einer 'Deutschen Fährstraße', die Urlauber an die Oste bringen könnte." Mehr über das Projekt und seine Initiatoren unter deutsche-faehrstrasse.de.


Denkmalschutz

Ein Stahlwürfel von
3,2 m Kantenlänge...

Paris und Osten haben eines gemeinsam: Der 1889 erbaute Eiffelturm und die 1909 fertiggestellte Schwebefähre nutzen beide die konstruktiven Möglichkeiten der Stahlfachwerk- Bauweise. Dieses Prinzip - von Eiffel in Paris ebenso angewandt wie 20 Jahre später von dem Eiffel-Schüler Pinette in Osten - ermöglicht bei vergleichsweise geringem Materialaufwand die Bewältigung enormer Druck- und Zugkräfte.
Ein Rechenexempel verdeutlicht die Genialität dieser Bauweise: Der für den Eiffelturm benötigte Stahl entspricht einem kompakten Würfel von zehn Metern Kantenlänge; das in der Schwebefähre bei Osten verbaute Material würde lediglich einen Würfel von 3,2 Metern Kantenlänge ergeben.

Mehr zu diesem Thema in einem der besten Beiträge über Konstruktion, Geschichte und Bedeutung der Schwebefähre, einem Aufsatz des Oldenburger Technik-Didaktikers Professor Hartmut Sellin.


Dorfentwicklung

Ein Eiffel-Brunnen
für die Schwebefähre?


Der von Gustave Eiffel (zeitgenössische Karikatur) zur Weltausstellung 1889 in Paris errichtete Eiffeltum zeigte mit seinen über 300 Metern Höhe erstmals die konstruktiven Möglichkeiten, die der Stahl-Fachwerkbau bieten konnte. Zwanzig Jahre später, bei der Errichtung der Ostener Schwebefähre, machte der Eiffel-Schüler Pinette Gebrauch von den Stahlfachwerken, deren Konstruktion und Nutzung sein Lehrmeister entscheidend fortentwickelt hatte.

Ein Eiffel-Brunnen an der Oste, ein Fährmuseum im alten Bahnhof von Hemmoor oder in Osten, eine neue Ferienstraße ("Deutsche Fährstraße") von Bremervörde bis Kiel - diese und andere Denkanstöße enthält ein Diskussionsbeitrag von Jochen Bölsche vom Ostener Schwebefähren-Verein, veröffentlich in der Niederelbe-Zeitung vom 27. September 2003. Kernaussage: Die Schwebefähre - überragendes Symbol des Ostelandes - ist für die image-kranke Stadt Hemmoor mindestens ebenso wichtig wie für Osten; Hemmoorer sollten verstärkt die Bemühungen um eine Renovierung der Fähre unterstützen.  Der Artikel kann hier nachgelesen werden.


Vor 25 Jahren

Als Osten noch ein
Fährmuseum besaß


Oberndorfer Prahm in Osten (in den 80er Jahren)

Im Zusammenhang mit der dringenden Notwendigkeit, die stillgelegte und vernachlässigte Schwebefähre zu erneuern und wieder als Tourismus-Magnet und Wahrzeichen für das  gesamte Osteland nutzbar zu machen, ist neuerdings wieder von einem Fährmuseum an der Oste die Rede. Alles schon mal dagewesen: Vor 25 Jahren, im September 1978, erwarb die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre in Osten den alten Fährprahm, der 65 Jahre lang zwischen den Ortsteilen Oberndorf und Bentwisch verkehrt hatte. Nach dem Bau der Oberndorfer Brücke sollte der Prahm, 1911 in Achthöfen gebaut, zunächst verschrottet werden. Er wurde zusammen mit einem kleineren Fährkahn Teil eines so genannten Fährmuseums am Osteufer.

Heute liegt der Fährprahm - fast so alt wie die 1909 gebaute Schwebefähre selber - ungenutzt auf dem Vordeichgelände der Großenwördener Firma Sentker. Der neue Besitzer erwägt, mit dem Oldtimer oder einem Nachbau den Fährbetrieb an der historischen Fährstelle wieder aufzunehmen. Mehr über die einstigen Prahmfähren auf der Oste und die Pläne der Familie Sentker steht hier. Ein Konzept für die Einbindung der Schwebefähre in eine Deutsche Fährstraße und die Gründung eines Deutschen Fährmuseums an der Oste ist nachzulesen unter deutsche-faehrstrasse.de.


Literatur

Peter Rühmkorf und
unsere Schwebefähre


Rühmkorf-Gedichte auf CD

Die Debatte über die Einrichtung eines Deutschen Fährmuseums an der Oste hat das Hemmoorer Ehepaar Inge und Heiko van Dieken zu der Anregung veranlaßt, osten-oste.de möge verstärkt auch "literarische Hinweise auf die Fähre" aufgreifen. Neben den Gedichten von Peter Schütt und Richard Rüsch über die Schwebefähre - zusammengestellt auf dieser Website - gebe es auch im Tagebuch-Band "TABU I" von Peter Rühmkorf eine poetische Passage über die Schwebefähre.

Den Silvesterabend 1990 hatte der in Warstade aufgewachsene Lyriker mit Günter Graß und anderen Freunden im Haus des Jounalisten Manfred Bissinger in Neuland verbracht. Über die anschließende Übernachtung im Ostener Hotel Fährkrug notiert  Rühmkorf:

Fenster zur Oste raus - scharfer Vollmond - schneidig pfiffelnder Wind über silbrig zitternden Wassern - das Ächzen und Kreischen der graustählernen Schwebefähre - heitmatlich ungemütlich und an die Grundfesten meiner niedersächsischen Neurosen rührend.

Nach tiefem Schlaf ("Imeson, Noctamid, Adumbran und bis 10.30 durch") besuchte der Dichter am nächsten Tag das Grab seiner Mutter Elisabeth auf dem Friedhof in Warstade ("kleiner fröstelnder Feldstein im bissigen Wind"). Einen Tag nach seinem Ausflug an die Oste legte Rühmkorf letzte Hand an ein Gedicht, in dessen erstem Satz der Name seines Kindheitsflusses in überraschendem Kontext auftaucht:

Früher, als wir die großen Ströme noch
mit eigenen Armen teilten,
Ob, Lena, Jenissei, Missouri,
Mississippi, Elbe, Oste,
und mit Gesang den Hang raufgezogen
und mit Gesang auch wieder herab,
immer den Augen hinterher und Hyperions
leuchtenden Töchtern,
des Tages Anbruchs Röte
und des Mondes Aufzugs Beginn -
Heute: drei Telefongespräche und der Tag ist gelaufen.
Weitere Hinweise auf Erwähnungen der Oste oder der Schwebefähre in der Literatur sind erbeten unter osten@oste.de.

LESENSWERT: Peter Schütt über den Kulturstandort Hemmoor - hier.


Tourismus

"Wir drücken
die Daumen"

Das Ostener Projekt "Deutsche Fährstraße"
stößt in der Fachwelt auf positive Resonanz


CDU-Abgeordnete Martina Krogmann

Die Initiative, im Elbe-Weser-Dreieck eine "Deutsche Fährstraße" und ein "Deutsches Fährmuseum" mit der Ostener Schwebefähre im Mittelpunkt zu schaffen, findet ein nachhaltig positives Echo.

Zustimmung signalisiert die die Tourismus Marketing GmbH in Hannover, deren Aufsichtsrat der  Ministerialdirigent Thomas Kroemer aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium vorsteht: "Wir drücken die Daumen, dass sich aus Ihren Ideen in naher Zukuft reale Pläne entwickeln werden."

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Martina Krogmann, Stade, erklärte, aus der von Jochen Bölsche (Fördergesellschaft Schwebefähre) verfassten Projektstudie "lassen sich die Chancen für unsere Region deutlich ablesen". Ihr Fraktionskollege Enak Ferlemann, Cuxhaven, kündigt an: "Als Vorsitzender des Regionalausschusses des Landkreises Cuxhaven nehme ich Ihr Diskussionspapier gern in die Agenda des Ausschusses auf."


Schwebefähre in Rendsburg

Zuvor hatte bereits die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Margrit Wetzel, Horneburg, ihre Hilfe bei der Umsetzung des Konzepts angekündigt: "Unglaublich viel an Informationen und konkreten Ideeen - großes Kompliment!"

Positiv reagierten auch die Unternehmergemeinschaft der Stadt Hemmoor, der Sportfischerverein "Oste" e.V., die Interessengemeinschaft Bahnhofsstraße Hemmoor und die Arbeitsgemeinschaft Maritime Landschaft Unterelbe (Grünendeich). Deren Geschäftsführerin Karin Warncke beurteilt das "Rundumprogramm" aus Osten als "sehr reizvoll" und "hervorragend gemacht".


Fährort-Bürgermeister Breitner, Sibbel, Hubert

Der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert und seine Amtskollegen Andreas Breitner (Rendsburg) und Jörg Sibbel (Osterrönfeld) sprachen am Rande der Schwebefähren-Weltkonferenz in Madrid und Bilbao (Foto) über das Projekt. Sie wollen demnächst in Osten die Möglichkeit einer Fortführung der "Deutschen Fährstraße" entlang des Nord-Ostsee-Kanals nach Rendsburg und Kiel erörtern.

Hemmoor im Mittelpunkt

Die "Deutsche Fährstraße" würde eine weitere Attraktion unter den rund 150 deutschen Ferienstraßen - von der Deutschen Weinstraße bis zur Deutschen Alleenstraße - darstellen. Im Mittelpunkt des niedersächsischen Teiles stünde die Samtgemeinde Hemmoor mit dem Technischen Baudenkmal Schwebefähre Osten/Hemmoor, das über eine weit ins Osteland ausstrahlende Symbolkraft verfügt; als einer der möglichen Standorte eines Info-Centers "Deutsche Fährstraße"  ist das zur Zeit vakante ehemalige Hemmoorer Bahnhofsgebäude (früher "Basbeck-Osten") angedacht.


Ehemalige Schwebefähre in Kiel

Zentrum des schleswig-holsteinischen Teilabschnitts wären Rendburg und Osterrönfeld mit der berühmten Hochbrücke und der zweiten noch erhaltenen deutschen Schwebefähre. Enden könnte die Route jenseits der Kieler Förde an der ehemaligen Kaiserlichen Werft, wo bis 1923 die dritte deutsche Schwebefähre stand. Entlang der Route informieren eine Fülle von Museen über Flüsse und Flußquerungsmöglichkeiten - so das  Küstenschiffahrtsmuseum in Wischhafen, das Natureum bei Neuhaus und das Kanalmuseum in Brunsbüttel; die Exponate im "Fährraum" des Ostener Heimatmuseums ließen sich langfristig ergänzen.


Projekt Deutsche Fährstraße

Die Route würde Dutzende von Fluß- und Kanalquerungen ermöglichen - vom handbetriebenen Fährprahm in Gräpel (Kreis Stade) über Klappbrücken, Sperrwerke, Tunnelbauten und Flußfähren bis hin zur Kieler Förde-Fähre. Die gesamte Strecke von Kiel bis Gräpel ist bereits für die Flußschifffahrt erschlossen, auf der Oste verkehrt mit der "Mocambo" das älteste Fahrgastschiff Deutschlands; überall entlang der Oste und des Nord-Ostsee-Kanals sind Radwege vorhanden, deren Linienführung lediglich optimiert werden müßte.

Lösungen bereits integriert

Die Projektstudie aus Osten, urteilt die CDU-Abgeordnete Krogmann, leiste "einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt wichtiger Traditionen unserer Region". Dass der Autor "nicht nur ein Konzept mit Möglichkeiten" ausgearbeitet, sondern "die erforderlichen Lösungen bereits integriert" anbiete, sei "anerkennenswert", betont die CDU-Politikerin, die das Projekt im Rahmen ihrer politischen Arbeit "sehr gern" unterstützen will.

Die erste Version des Konzepts Deutsche Fährstraße (Abschnitt Süd) steht im Internet unter www.oste.de/projekt-faehrstrasse.htm. Allgemeines zum Thema Schwebefähren unter www.schwebefaehre.org.


Touristik

Oste-Fähren mit
"Schlüsselfunktion"


Prahmfähre in Gräpel/Oste

Den Oste-Fähren komme eine touristische "Schlüsselfunktion" zu, heisst es im jüngsten Info-Brief der Maritimen Landschaft Unterelbe: "Die historischen Prahmfähren in Brobergen und Gräpel sowie die in Großenwörden neu zu belebende Prahmfähre haben eine Schlüsselfunktion bei der Erschließung von touristischen Entwicklungspotentialen an der Oste, dem größten Nebenfluss der Elbe."

Weiter heisst es: "Die Samtgemeinden Himmelpforten und Oldendorf bemühen sich um die Sicherung der Betriebs- und Einsatzbereitschaft der hand- und motorbetriebenen Ostefähren. Bei einem Treffen von Vertretern des Kreises, der Kommunen und der Maritimen Landschaft Unterelbe wurde das Projekt näher beleuchtet. Die Prahmfähren, einschließlich der Schwebefähre in Osten, stellen ein Bindeglied für kreisübergreifende (Cuxhaven, Rotenburg, Stade) Freizeit und Tourismusangebote dar. Alle Beteiligten sehen es als große Chance die Fähren im Verbund zu betreiben. Ihren Willen zur Zusammenarbeit bekräftigen die beiden Samtgemeinden in der Gründung einer AG für Kultur und Naturtouristik, die Touristikangebote vernetzen und bewerben soll. In der AG haben sich Gastwirte, Künstler und Tourismusanbieter zusammengefunden."

Die Oste-Fähren stehen auch im Mittelpunkt der Überlegungen, eine neue Ferienstraße mit dem Namen "Deutsche Fährstraße" (Website hier) zu schaffen.


Schwebefähren

"Diese Brücken gehören
der ganzen Menschheit"

Ein Deutscher ist Vizepräsident des neuen
Weltverbandes der Schwebefähren


Spaniens König Juan Carlos I. mit dem
Ostener Bürgermeister Carsten Hubert

Unter starker Anteilnahme der Medien - sechs TV-Teams erschienen zur Abschluss-Pressekonferenz - ging am 20. September im spanischen Portugalete eine  Konferenz der Vertreter jener acht Städte zu Ende, in denen die letzten Schwebefähren der Welt stehen. Nach der formellen Gründung der "Asociation Mundial de Puentes Transbordadores" wurden der Spanier Javier Cardenal und der Deutsche Jochen Bölsche zum Präsidenten und Vizepräsidenten des Weltverbandes der Schwebefähren bestellt.

Wie Präsident Cardenal, Vertreter der 1893 gebauten und 1998 mustergültig restaurierten ältesten Schwebefähre der Welt, den Delegierten eröffnete, will der Schirmherr der Organisation, Spaniens König Juan Carlos I., den Verband nicht nur repäsentieren, sondern auch "persönlich mitarbeiten". Zum Abschluss einer einstündigen Audienz im Zarzuela-Palast bei Madrid hatte der Monarch zuvor erklärt, die letzten erhaltenen Exemplare dieser "liebenswerten alten Brücken" - drei in Großbritannien, zwei in Deutschland und je eine in Frankreich, Argentinien und Spanien - seien "ein Teil unser aller Geschichte". An die Fährstädte richtete der König den Appell: "Erhaltet sie!"

Viele weitere Bilder und Berichte vom Weltkongress stehen auf der internationalen Schwebefähren-Website www.schwebefaehre.org. Das offizielles Audienzfoto ist auf der Website des Palasts zu sehen.


Presse

Schwebefähren-Konferenz
mit starkem Medienecho


Ostens Bürgermeister Carsten Hubert in Portugalete;
im Hintergrund Birgit Greiner (Landkreis Cuxhaven)

Viele TV-Stationen und Zeitungen im In- und Ausland haben über die Gründung des Weltverbandes der Schwebefähren in Spanien berichtet, an der auch eine Delegation aus Osten teilnahm.


 Bürgermeister Breitner (r.), Sibbel (2.v.l.),
Ostener Vorstandsmitglieder Bölsche, Greiner

Der Rendsburger Bürgermeister Andreas Breitner hat in einem Interview der schleswig-holsteinischen Landeszeitung seine Eindrücke von der Konferenz so zusammengefaßt: "Uns wurde durch diese Veranstaltung erst richtig bewußt, welche Wertschätzung diese Schwebefähren an anderen Orten der Welt genießen. Und diese Wertschätzung kann man ja vielleicht stärker nutzen." Das vollständige Interview steht hier.


El Correo (Spanien): "Portugalete vereint die acht
Bürgermeister der Standorte von Schwebefähren"

Einen winzigen Ausschnitt aus den Medien-Reaktionen bietet diese Website, das Neueste aus der Welt der  Schwebefähren steht wie immer unter schwebefaehre.org.


Geschichte

Der einzige Feind
weltweit heißt: ROST


Horst Ahlf (5.v.l.) 1988 in Frankreich

Denkmalschutz-Pioniere Burmester (l.), Ameis (r.)

Schon 15 Jahre vor der Gründung des Schwebefähren-Weltverbandes, der in Kürze in Spanien tagt, leistete die Ostener Fördergesellschaft Pionierarbeit auf dem Gebiet des internationalen Denkmalschutzes.

Nachdem die Ostener Schwebefähre 1974 - als erste weltweit - unter Denkmalschutz gestellt worden war, sorgte der Ingenieur und Wissenschaftler Michael T. Knowles (Bath / München) vom britischen Industrieclub dafür, dass andere Schwebefähren von den Ostener Erfahrungen profitieren konnten. Auf Initiative von Knowles wurden am 18. und 19. September 1988 in Rochefort Studientage zum Thema Schwebefähren veranstaltet.

In der französischen Hafenstadt, deren "pont transbordeur" (Pont de Martrou) damals in einem desolaten Zustand war, informierten die Ostener Horst Ahlf und Peter Burmester darüber, wie sich eine Fähre retten läßt. Ahlf berichtete über Finanzierungsmöglichkeiten und unterstrich die Gemeinsamkeiten: "Wir haben nur einen einzigen Gegner - und das ist der ROST." Der Wortlaut seiner Rede aus dem Jahre 1988 steht hier.


Vor dem Verfall gerettet: Fähre in Rochefort

In der abschließenden Diskussion, so heißt es in einem Presseartikel von damals, wurde Ahlf "um seinen Rat gebeten und mit zahlreichen Fragen organisatorischer und praktischer Art geradezu 'bombardiert'." Brieflich bedankte sich der französische Marineforscher und Fähr-Aktivist Marc Fardet bei den Ostenern: "Die Anwesenheit Ihrer Delegation hat dem Kolloquium eine internationale Dimension gegeben."

In jenen Tagen entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit zwischen Ahlf und und dessen vielsprachigem Stellvertreter Hans Ameis einerseits und den Briten Knowles und dem Franzosen Fardet andererseits. Beide besuchten wiederholt Osten.

Im Dezember 1992 bedankte sich Madame Fardet bei den Familien Ahlf und Ameis für die Gastfreundschaft: "Eine gute Tasse Kaffee und Kuchen bei einer schönen Schwebefähre - was für ein Genuß! Und mit lieben Freunden dazu."

Nicht zuletzt auf Grund der internationalen Unterstützung konnte Fardet 1997 in einem Brief an Horst Ahlf Erfreuliches berichten: "Depuis plus de 2 ans notre transbordeur est en état de fonctionner et il est très fréquenté" - Frankreichs letzte Schwebefähre war nach Ostener Muster in einen Tourismusmagneten umgewandelt und dadurch gerettet.

An einer Schwebefähren-Konferenz 1990 in der Stadthalle von Portugalete (Spanien) konnten die Ostener zwar aus Termingründen nicht teilnehmen ("imposible"). Aber der spanische Fähr-Forscher Prof. Kosme Maria de Baranono ließ es sich nicht nehmen, Osten zu besuchen. Und Peter Burmester und der Brite Stephen Lambert tauschten "extensive information" über die Schwebefähre in Middlesbrough aus.

Mit der jetzt gegründeten Internationale der Fährfreunde, dem Schwebefähren-Weltverband, haben die internationalen Kontakte mittlerweile eine neue Qualität angenommen - nicht zuletzt beflügelt durch das Internet (www.schwebefaehre.org).


Denkmalschutz

Alle Welt feiert - nur
das Osteland nicht


Newport: Aktive Fähr-Freunde

September 2003. Alle Welt feiert am Sonntag den "Heritage Day", der 1985 vom Europarat ins Leben gerufen worden ist, um den Denkmalschutz zu würdigen. Allein im Cuxland wird der "Tag des Offenen Denkmals" in Bederkesa, Otterndorf, Elmlohe, Debstedt, Midlum und Sievern begangen. Doch ausgerechnet an der Oste gibt es nichts zu feiern, obwohl dort das mit Abstand bedeutendste Technische Baudenkmal der Elbe-Weser-Region steht: Die Schwebefähre in Osten  ist seit nunmehr fast zwei Jahren außer Betrieb, weil der Landkreis als Eigentümer bislang das Geld für die Restaurierung (auf längere Sicht 1,1 Millionen Euro) nicht aufbringen konnte.

Unterdessen begehen zum Beispiel die "Friends of Newport Transporter Bridge" (FONTB) am Sonntag den Heritage Day in bester Stimmung: Für die Instandsetzung ihrer Schwebefähre (siehe hier) hat die Londoner Regierung in den letzten Jahren umgerechnet rund 9 Millionen Mark aufgebracht - mit Hilfe der EU. Beste Wünsche zum Fest hat jetzt der Newporter Fährfreund Chris Boots der "Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre in Osten" übermittelt; Boots ist Webmaster der Newporter Homepage fontb.org.uk, auf der die britischen Fähr-Fans über ihre Ziele informieren.

Viele Bürger der Oste-Region hoffen, dass spätestens zum nächstjährigen Heritage Day die Fähre wieder schwebt - was dann auch entsprechend gefeiert werden könnte. "Ein Fest mit Musik und Flohmarkt auf dem Fährplatz, das wär' doch mal was," sagt der Ostener Diplom-Ingenieur und Antiqutätensammler Joachim Schwenkkros.


Für 10 Millionen renoviert: Schwebefähre Rendsburg

In der Kreisverwaltung wurde in diesen Tagen laut darüber nachgedacht, ob ein strukturschwacher Landkreis wie Cuxhaven mit der Verantwortung für ein Stück Kulturerbe von nationaler Bedeutung wie die Schwebefähre - eines von weltweit nur noch acht Bauwerken dieser Art - nicht hoffnungslos überfordert ist. (Die bundeseigene Rendsburger Schwebefähre, noch in Betrieb, ist vor einigen Jahren für 10 Millionen Mark renoviert worden).


Reise nach Spanien: Fährfreunde Hubert, Ahlf

Moralische Unterstützung erhoffen sich die Denkmalschützer von einer Konferenz nächste Woche in Spanien, zu der Vertreter aller noch existierenden Schwebefähren eingeladen sind, aus Osten unter anderem Bürgermeister Carsten Hubert und Fährvereins-Gründer Horst Ahlf. Auf der Tagung der World Transporter Bridge Association (Schirmherr: König Juan Carlos I.) in Portugalete bei Bilbao steht auch der Vorschlag zur Diskussion, die acht noch erhaltenen Bauwerke - drei Schwebefähren in England, zwei in Deutschland und je eine in Spanien, Frankreich und Argentinien - ins Weltkulturerbe der Vereinten Nationen aufzunehmen.

Ranghöchster Teilnehmer der Konferenz ist Professor Carlos Pernaut, Weltvizepräsident der UN-Unterorganisation International Council of Monuments and Sites (Icomos). Auf einer Icomos-Vorschlagsliste für das Weltkulturerbe stehen bereits drei der acht Schwebefähren. Mehr unter www.schwebefaehre.org.

WEB-TIPP: Unter der Überschrift "Fähren-Fans hoffen auf Spaniens König" berichtet jetzt auch die Tageszeitung "Die Welt" über das Ostener Baudenkmal.

Auch die Deutsche Schiffahrtszeitung befasst sich in einem Artikel  mit dem Schicksal des maritimen Denkmals an der Oste.


Bürgermeister

"Die kann gerne noch in
100 Jahren schweben"


Joggen vor der Fähre: Bürgermeister Breitner

September 2003. Stolz auf "seine" Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal ist der kürzlich gewählte neue Rendsburger Bürgermeisters Andreas Breitner (SPD), der sich für eine Werbebroschüre vor dem markanten Bauwerk fotografieren ließ. Breitner ist - ebenso wie der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert und sechs weitere Amtskollegen aus Argentinien, Spanien, Frankreich und England - zu einem Schwebefähren-Weltkongreß unter der Schirmherrschaft von König Juan Carlos I. nach Madrid eingeladen.


Sondermarke mit Flensburger Schwebefähre

Im Gegensatz zu dem Ostener Carsten Hubert braucht sich Breitner keine Sorgen um den Fortbestand der Schwebefähre zu machen. Weil die Rendsburger Schwebefähre und die Hochbrücke im Besitz des Bundes und noch voll in Betrieb sind, fließen regelmäßig Gelder für die Instandhaltung. Die erst kürzlich wieder renovierte Fähre "kann gerne noch in 100 Jahren schweben", sagt ein Breitner-Mitarbeiter.

Für die Ostener Schwebefähre dagegen ist fatalerweise ein Landkreis zuständig, der dazu noch finanzschwach ist. Zur Zeit bemüht sich der Kreis Cuxhaven als Eigner der Fähre bei elf verschiedenen Institutionen um Fördermittel. Um das europaweit einzigartige Technische Baudenkmal wieder in Betrieb nehmen und auf Dauer erhalten zu können, sind 1, 1 Millionen Euro nötig.


Hamburg

Star-Architekt fordert
neue Schwebefähre


Schwebebahn in Chicago: Vorbild für Hamburg?

September 2003. Bricht eine neue Schwebefähren-Ära an? Eine Schwebebahn über den Hamburger Hafen - diese Vision trug der Star-Architekt Professor Meinhard von Gerkan soeben bei einem Abendblatt-Forum im Hotel Elysée vor. In seinem Vortrag forderte Gerkan, der gerade in China eine Großstadt plant, eine "Gondelbahn, die über die Elbe fährt".

Professor Gerkan (Foto) wörtlich: "Verbunden wäre die Gondel mit einem neuen Stadt- und einem Seeturm. Die Menschen könnten damit über die Elbe zum Tollerort fahren. Beide Türme würden ein Hafentor bilden, durch das alle Kreuzfahrtschiffe fahren müssten. Mit der Gondel schafft man den Sprung über die Elbe. Das Projekt wäre finanzierbar und wäre eine Attraktivität für Besucher. Das 'Hafentor' mit der Schwebebahn würde Hamburg durch Alleinstellung unerhörte Identität verschaffen." Die von Gerkan empfohlene Schwebebahn erinnert in Funktion und Dimension an das "Sky Ride", das 1933 für die Weltausstellung in CHICAGO gebaut worden war.

Vergleich mit dem Hamburger Michel

Unterstützung fand Gerkan bei dem langjährigen Hamburger Handelskammer- Präsidenten Nikolaus W. Schües: "Unsere wachsende Stadt muss ein Gesamtkunstwerk werden. Die Stadt wächst nach Süden, und deshalb finde ich den Vorschlag mit der Brücke - ob das nun eine Gondel ist oder nicht - interessant. Denn wir brauchen nach unserem Michel eine neue, wirkliche Attraktion." Mehr über die Veranstaltung im Hamburger Abendblatt: "Mit einer Gondel über die Elbe".

In den letzten Wochen waren Pläne publik geworden, neue Schwebefähren in London und an der hessischen Fulda zu errichten. - Mehr aus der Welt der Schwebefähren unter www.schwebefaehre.org.


Wissenschaft

Professor warnt vor dem
"Tod" der Schwebefähre

"Der technikgeschichtlichen Präsentation geht es nicht nur darum, ein äußerlich scheinbar gut erhaltenes Denkmal zu bewahren: Die Schwebefähre soll in Funktion gezeigt und im wahrsten Sinne des Wortes 'erfahren' werden können. Ein funktionsloses Denkmal, das nicht mehr benutzt werden kann, ist tot."

Mit diesen Worten warnt Hartmut Sellin, emeritierter Professor für Didaktik der Technik/Technologie an der Universität Oldenburg, vor einer Stilllegung der Ostener Schwebefähre. Die Mahnung entstammt einem bereits 1991 in der Zeitschrift "Kultur & Technik" veröffentlichten Sellin-Aufsatz mit dem Titel "Schwebend über dem Wasser", der so aktuell wirkt, als wäre er heute geschrieben. Der für unsere Region außerordentlich wichtige Text kann jetzt auch im Internet nachgelesen werden.

In seinem Beitrag hebt Sellin die Einzigartigkeit des Ostener Bauwerks hervor, das mit der völlig anders gearteten Rendsburger Hochbrücke nicht vergleichbar ist.

Sellin: "Der Anwendungsbereich für Stahlfachwerke ist klein geworden. Das Zeitalter der eindrucksvollen Stahlfachwerke ist vorüber... Schon 1928 war die Schwebefähre in Kiel abgebaut worden. Seitdem ist die Schwebefähre von Osten das letzte Beispiel eines Verkehrsbauwerks in Deutschland, das für die Entstehungszeit um die Jahrhundertwende charakteristisch ist." Der komplette Sellin-Text steht hier.


Internet

Schwebefähren-Website
jetzt komplett renoviert

Die in Osten produzierte Website "Die Welt der Schwebefähren" - www.schwebefaehre.org -  ist jetzt runderneuert worden. Die Homepage informiert über alle Schwebefähren der Vergangenheit und Gegenwart - und besonders ausfühlich über das Baudenkmal in Osten.


Osten vor 100 Jahren

Am Anfang stand
diese Blaupause

Ziemlich genau 100 Jahre sind vergangen, seit diese mittlerweile verblichene Blaupause gefertigt wurde, die Thorsten Juls kürzlich in den Gemeindeakten aufstöberte: Die "Prinzipskizze für eine Fährbrücke über die Oste bei Osten" trägt - deutlich erkennbar - das Datum 16. Juli 1903. Die Zeichnung von Wasserbauinspektor Abraham aus der Wasserbauinspektion Neuhaus an der Oste ist die älteste uns bekannte Entwurfsskizze für die 1909 fertiggestellte Schwebefähre.

Entwurf von 1903: Zum Vergrößern bitte klicken
Ebenfalls 100 Jahre alt ist eine Eingabe, mit der die Ostener Brückenbau-Kommission um Regierungszuschüsse für den Bau einer Schwebefähre bittet. Die Fotos oben und unten zeigen Ausschnitte aus einem Briefentwurf der Ostener Ratsherren, die zunächst den Bau einer - schliesslich als zu teuer verworfenen - Drehbrücke erwogen hatten. Der volle Wortlaut des historischen Dokuments wird demnächst auf der Website www.schwebefaehre.org der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die unten im Ausschnitt wiedergegebene Handskizze (nicht datiert) muss zu einem ähnlichen Zeitpunkt entstanden sein.
Mehr über Bau und Planung der Schwebefähre steht in der Festrede, die bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Fährbrücke gehalten wurde und die jetzt erstmals veröffentlicht wird - auf dieser Website.


Tourismus

"Schwebefähre ist
ein wahrer Knüller"

Die Geschäftsführerin der "Maritimen Landschaft Unterelbe", Karin Warncke, hat gegenüber der NEZ (16. 8. 2003) betont, dass ihre Organisation bereit sei, auch Gemeinden im Land Hadeln zu unterstützen. Vor allem Neuhaus verfüge diesbezüglich über "Potenziale", doch auch Osten sei in Sachen Wassertourismus aktiv geworden. Erste Pauschalangebote würden bereits über die Plattform der Maritimen Landschaft Unterelbe vermarktet. Mit der zur Zeit stillgelegten Schwebefähre habe die Gemeinde einen wahren "Knüller" zu bieten, urteilt die Geschäftsführerin. Mehr in der NEZ.


NDR 1

"So eine Einladung
kommt nicht alle Tage"


Zurzuela-Palast bei Madrid

"So eine Einladung bringt der Briefträger nicht alle Tage." Mit diesen Worten kündigte NDR 1 - Radio Niedersachsen am Montag (18. 8. 2003) einen Beitrag von Stefanie Zimmermann an, die über die Einladung von vier Denkmalschützern aus dem Kreis Cuxhaven in den Madrider Zarzuela-Palast (Foto) berichtete: "Alle verbindet ein gemeinsames Interesse: Schwebefähren. Jawohl: König Juan Carlos ist Ehrenvorsitzender des Welt-Schwebefährenverbandes, und seine Gäste aus Niedersachsen setzen sich ein für den Erhalt der Schwebefähre über die Oste."


So berichtet unsere Heimatzeitung

Mehr über die Einladung weiter unten auf dieser Seite, der Wortlaut des NDR-Beitrages steht hier, ein Bericht der Niederelbe-Zeitung (19. 8. 2003) hier.


Schwebefähre

Juan Carlos I. lädt Ostener
in seinen Madrider Palast


Eingeladen: Carsten Hubert, Horst Ahlf

Der spanische König Juan Carlos I. empfängt am 18. September im Zarzuela-Palast bei Madrid eine internationale Abordnung von Denkmalschützern, die sich für die Erhaltung der letzten Schwebefähren der Welt einsetzen. Eingeladen zu dem Treffen, das ursprünglich Ende Mai stattfinden sollte und aus politischen Gründen verschoben worden war, sind unter anderem sechs Vertreter der Schwebefähren in Osten und Rendsburg.

Juan Carlos I. hatte, wie berichtet, im Frühjahr den Ehrenvorsitz des neuen "Weltverbandes der Schwebefähren"  (World Transporter Bridge Association) übernommen. In seinem Land steht die so genannte "Mutter aller Schwebefähren": Der "Transbordador de Vizcaya", an der Biskaya zwischen Guecho und Portugalete bei Bilbao, war 1893 von Ferdinand Arnodin, einen Schüler von Eiffel, errichtet worden. Das Bauwerk wurde zum Vorbild  für knapp 20 weitere Schwebefähren, die überwiegend im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts entstanden sind,  von denen aber nur noch acht existieren, zwei davon in Deutschland.


Stolz aller Spanier: Schwebefähre bei Bilbao

Delegationen aus Rendsburg und Osten wollen nun gemeinsam mit den Vertretern aus Portugalete sowie aus Buenos Aires (Argentinien), Rochefort sur Mer (Frankreich) und Newport, Warrington und Middlesbrough (Großbritannien) eine Zusammenarbeit "zum Schutz und zur Erhaltung aller in der Welt vorhandenen Schwebefähren" vereinbaren und nebenher den "Fremdenverkehr zwischen den Bürgern  der jeweiligen Städte" fördern, wie der spanische Initiator Javier Cardenal Abaitua ankündigt.

Der Verband hat es sich außerdem zum Ziel gesetzt, weltweit auf die kultur- und technikgeschichtliche Bedeutung dieser Bauwerke hinweisen, die als Meisterwerke der Ingenieurskunst gelten. Als erste Schwebefähre weltweit war die Ostener Fährbrücke in den siebziger Jahren auf Betreiben der dortigen Fördergesellschaft unter Denkmalschutz gestellt worden; inzwischen haben alle anderen Fährorte entsprechende Beschlüsse vollzogen.

Die meisten Schwebefähren sind - wie in Spanien, wo sich der König persönlich des Schmuckstücks an der  Biskaya angenommen hat - mit hohem Aufwand restauriert worden. In Großbritannien hat die Regierung vor einigen Jahren mit EU-Hilfe allein für die Instandsetzung der Schwebefähre in Newport umgerechnet 9 Millionen Mark aufgebracht.


Im Bundeseigentum: Schwebefähre in Rendsburg

Die Schwebefähren in Portugalete, Rochefort und Middlesbrough sind vom "International Council on Monuments and Sites" (ICMS), einem Unesco-Beratungsgremium, bereits für das "Weltkulturerbe" der Vereinten Nationen  vorgeschlagen worden. Dass keine der beiden deutschen Schwebefähren bislang auf der Vorschlagsliste für die Unesco steht, hat der ICMS-Vorsitzende Eric DeLony (Washington) damit erklärt, dass er diese Bauwerke erst in Augenschein genommen habe, nachdem die Liste abgeschlossen worden sei. Den deutschen  Denkmalsschutzbehörden, erklärte DeLony im Frühjahr gegenüber der Fördergesellschaft für die Erhaltung der Schwebefähre in Osten/Oste, obliege es, einen Konsens über eine etwaige nachträgliche Nominierung herzustellen.

Dabei scheinen die Chancen zumindest für die Schwebefähre an der Rendsburger Hochbrücke nicht schlecht, die DeLony, Chef des "Historic American Engineereing Record", als "unique" und "outstanding" (einzigartig und herausragend) bewertet. Bisher stehen mit dem Bergwerk Rammelsberg in Goslar und der saarländischen  Eisenhütte Völklingen erst zwei deutsche Technik-Bauwerke auf der Unesco-Liste; darüber hinaus hat die Kultusministerkonferenz die historische Zeche Zollverein XII in Essen zur Aufnahme in die Liste vorgeschlagen.


Juan Carlos in Portugalete (nach Sanierung 1999)

Zur Schwebefähren-Konferenz nach Spanien eingeladen sind (auf Kosten der Initiatoren) die Bauamtfrau Dipl.-Ing. Birgit Greiner als Vertreterin des Denkmalschutzes beim Landkreises Cuxhaven, der Eigner der Schwebefähre über die Oste ist, der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert sowie Horst Ahlf und Jochen Bölsche von der Ostener Fördergesellschaft. Aus Rendsburg werden der dortige Bürgermeister Rolf Teucher sowie Dr.-Ing. Hans-Gerhard Knieß von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes erwartet, der für das bundeseigene Bauwerk am Nord-Ostsee-Kanal zuständig ist.

Die Ostener Fördergesellschaft hat den Initiatoren des Treffens für die großzügige Einladung gedankt. Der Verein hofft, "dass das Engagement des Königshauses dazu beiträgt, dass die Erhaltung eines Baudenkmals dieser Bedeutung auch in Deutschland als nationale Aufgabe erkannt wird und nicht einem finanzarmen Landkreis überlassen bleibt."

Die Kosten der in Osten notwendigen Reparaturarbeiten waren kürzlich in einem  Gutachten auf 1,1 Millionen Euro geschätzt worden; die Kreisverwaltung hat inzwischen bei elf Behörden, Stiftungen und sonstigen Institutionen Förderanträge gestellt.

Über die Schwebefähren in aller Welt informiert die Website www.schwebefaehre.org.


Schwebefähre

Reparatur kostet fast
300 000 Euro, komplette
Sanierung eine Million


 Schwebefähre in Osten (Juli 2003)

Mit einer Inbetriebnahme der im Herbst 2001 vom TÜV stillgelegten Ostener Schwebefähre ist in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen. Die anstehenden Arbeiten gestalten sich umfangreicher als erwartet, wie die zuständige Denkmalschützerin beim Landkreis Cuxhaven, Bauamtfrau Birgit Greiner, bereits im Juni der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten/Oste mitgeteilt hat. Wie der Cuxhavener Kreisdezernent Günter Jochimsen jetzt gegenüber der NEZ (30. 7. 2003) bestätigte, werden die Kosten einer Komplettsanierung auf eine Million Euro geschätzt.

Antrieb und Elektrik defekt

Nach einem jetzt vorliegenden Gutachten des hannoverschen Ingenieurbüros Dr. Schippke + Partner müssen vor einer Inbetriebnahme der defekte Antrieb und die abgängige Elektrik komplett erneuert sowie diverse Reparaturen am 94 Jahre alten Stahlgerüst vorgenommen werden.

Für diese "dringlichen" Maßnahmen werden - einschliesslich Mehrwertsteuer und "Aufschlag für Unvorhersehbares" - an die 300 000 Euro veranschlagt.


Inspektion durch hannoversche Fachleute (2003)

"Weniger dringlich", aber auf Dauer erforderlich sind nach Ansicht der Gutachter weitere Sanierungsmaßnahmen, vor allem eine Ausbesserung des Rostschutzanstrichs. Wenn die Fähre eines Tages auf diese Weise komplett auf Vordermann gebracht werden sollte, würden für Rostschutz- und diverse andere Arbeiten, etwa neue Geländer und Holzbohlen,  430000 Euro anfallen.

Anträge an elf Geldgeber

Und wenn schließlich, vor allem aus optischen Gründen, ein einheitlicher dritter Deckanstrich aufgebracht werden sollte, wären weitere 210 000 Euro fällig (wiederum einschliesslich 16 Prozent Mehrwertsteuer und "Unvorhersehbarem").

Eine komplette Reparatur samt Rundum-Restaurierung wird im Laufe der Zeit also summa summarum eine runde Million Euro kosten.

Um das in seiner Art europaweit einzigartige Technische Baudenkmal sanieren zu können, hat der Landkreis Cuxhaven als Eigentümer Förderanträge an elf Behörden und sonstige Institutionen gerichtet:

> das Amt für Agrarstruktur (EU-Strukturhilfe),
> das Bundesverwaltungsamt (Bundesmittel),
> die Bezirksregierung Lüneburg (Landesmittel),
> den Hamburg-Niedersachsenfonds,
> die Deutsche Stiftung Denkmalschutz,
> die Lotto-Gesellschaft,
> den Landschaftsverband Stade,
> die Klosterkammer Hannover,
> die Kulturstiftung der Kreissparkassen,
> die Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken,
> die EWE-Stiftung.


Denkmalschützerin Greiner an der Schwebefähre

Allen potenziellen Geldgebern hat Denkmalschützerin Greiner (auf unserem Foto mit Meinhard Varoga vom Amt für Agrarstruktur) eine Farbdokumentation zugestellt, die den Adressaten eindringlich die Geschichte und die Bedeutung der Fähre vor Augen führt - aber auch das Ausmaß der Sanierungsbedarfs.


Offizieller Schadensbericht: Hier nachzulesen

Die Passage über die festgestellten Schäden und ein Auszug aus den Empfehlungen der Gutachter können hier im Internet nachgelesen werden.

Wer kann "unseren
Eiffelturm" retten?

Über die Bedeutung "unseres Eiffelturms" (so die Ostener Fördergesellschaft)  heisst es in der Dokumentation des Landkreises wörtlich:

Lediglich acht zum Teil in Größe und Funktion recht unterschiedliche Schwebefähren konnten noch auf der Welt erhalten werden. Sie befinden sich in Bilbao (Spanien), Rochefort (Frankreich), Newport, Middlesborough und Warrington (England), La Boca (Argentinien), Rendsburg und Osten (Deutschland).

Der Wert wurde erst spät erkannt

Derzeit laufen Bestrebungen, diese Schwebefähren gemeinsam in die Unesco-Liste als "Weltkulturerbe" einstufen zu lassen. Initiator der Idee zur Gründung einer "World Transporter Bridge Association" ist Javier Cardenal Abaitua, Vorsitzender der ersten und ältesten Schwebefähre der Welt (erbaut 1893) in Bilbao. Ehrenvorsitzender dieses Verbandes ist der spanische König, Juan Carlos I.


Juan Carlos I. auf der Schwebefähre bei Bilbao

Aus dem vorangegangenen Text wird deutlich, dass erst in den letzten Jahrzehnten den Verantwortlichen bewußt geworden ist, welch enormer kulturgeschichtlicher Wert hinter diesen filigranen Riesen aus Stahl steckt.

Schwebefähren sind Verkehrsbauwerke, wie sie charakteristischer für die letzte Jahrhundertwende des vergangenen Jahrtausends nicht sein können. An ihnen läßt sich die stetige Weiterentwicklung der seit dem 18. Jahrhundert sich entwickelnden Industrialisierung nachvollziehen. Die Beherrschung und sich entwickelnde Großproduktion des Materials Stahl, die Idee, mit Stahl feingliedrige und doch tragfähige und für damalige Verhältnisse preiswerte Bauwerke in klaren geometrischen Formen zu gestalten, ist sicherlich kennzeichnend für diese Zeit.

"Eines der faszinierendsten Bauwerke der Welt"

Die günstigen Trageeigenschaften der genieteten Fachwerkkonstruktionen hielten den Materialaufwand gering, so dass Schwebefähren gegenüber Dreh- oder Klappbrücken oder der Kombination von festen Brücken mit hohen Zufahrtsrampen erhebliche wirtschaftliche Vorteile boten. Mit hohem ingenieurtechnischen Wissen wurden die betriebstechnischen Anlagen konstruiert und eingebaut.

Aus diesen Gründen zählen Schwebefähren heute zu den faszinierendsten kultur- und technikgeschichtlichen Bauwerke der Welt und gelten als Meisterwerke der Ingenieurskunst einer verflossenen Epoche.


 Brüsseler Millionen: Schwebefähre Newport

So weit der Landkreis. Die Hoffnung auf EU-Gelder kommt nicht von ungefähr. Mit Hilfe enormer Brüsseler Zuschüsse wurden bereits etliche andere Schwebefähren restauriert, unter anderem im britischen Newport.

London mobilisierte acht Millionen Mark

Die dortige "transporter bridge" war vor zehn Jahren ebenso sanierungsbedürftig wie die in Osten. Mit Brüsseler Hilfe wurden allein zugunsten dieser einen Fähre mehr als 3 Millionen Pfund (= 4,2 Millionen Euro = 8,4 Millionen Mark!) für Sanierung, Illumination und eine Besucherplattform ausgegeben. Dazu heißt es auf einer EU-Website:

Structural defects led to the bridge being closed to traffic in 1985, but ten years later it was back in use. Between 1992 and 1995, a £1.3 million ERDF grant helped fund a £3 million refurbishment of the bridge itself, and a second phase of development work provided floodlighting and a viewing area. In 1997, the project received a Europa Nostra Diploma in recognition of the high quality of the restoration work. The tourist potential of the Transporter Bridge is being developed in a fourth phase of work: redeveloping former office accommodation to provide a visitor interpretation facility, aimed at increasing the tourist potential of the bridge. The facility also provides appropriate educational displays and exhibition material and improved access for disabled visitors. Konver has contributed nearly £62,000 towards a total cost of £130,000 for this fourth phase.

Alles zum Thema Schwebefähren unter www.schwebefaehre.org. Eine audiovisuelle Präsentation der Geschichte und Gegenwart der Fähre in Newport kann hier heruntergeladen werden, eine PDF-Datei über die Restaurierung hier. Eine Info-Grafik mit den 12 bereits zerstörten und den weltweit 8 noch erhaltenen Schwebefähren steht hier.

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MEINE MEINUNG

"Wagemut und Weitblick
sind wieder gefragt"

Als unsere Altvorderen vor hundert Jahren die Ostener Schwebefähre planten, standen Wagemut und Weitblick Pate. Diese Tugenden sind jetzt wieder gefragt.

Es geht darum, ein beispielloses Bauwerk - von dem Rendsburger Brückenanhängsel abgesehen die einzige Schwebefähre in Deutschland, neben der Kugelbake in Cuxhaven die wohl wichtigste Landmarke im Elbe-Weser-Dreieck - für kommende Generationen zu erhalten. 

Ostenerinnen und Ostener waren es, die vor rund 30 Jahren dafür gesorgt haben, dass die Fähre vor der Verschrottung gerettet wurde, und die, nebenbei bemerkt, Pionierarbeit im Weltmaßstab geleistet haben: Als erste "transporter bridge" weltweit wurde die Ostener Fährbrücke 1975 zum Baudenkmal erklärt. 

Manch einer hat diesen Schritt damals noch nicht nachvollziehen können. Zu Recht bemerkt der Landkreis in seiner Dokumentation, "dass erst in den letzten Jahrzehnten den Verantwortlichen bewußt geworden ist, welch enormer kulturgeschichtlicher Wert hinter diesen filigranen Riesen aus Stahl steckt".

Die Zeiten haben sich gewandelt. Überall ist die - keineswegs nur touristische, sondern vor allem kultur- und technikgeschichtliche - Bedeutung der letzten acht erhaltenen Schwebefähren erkannt worden. Nicht ohne Grund stehen einige dieser Bauwerke bereits jetzt auf einer Unesco-Vorschlagsliste für das Weltkulturerbe der Vereinten Nationen.

Ob in Spanien, Frankreich oder Großbritannien  - überall sind Millionenbeträge, nicht zuletzt mit Brüsseler Hilfe, für die Sanierung und Restaurierung von Schwebefähren aufgebracht worden.

In Spanien hat sich König Juan Carlos I. an die Spitze derer gestellt, die in Portugalete bei Bilbao die prächtige "puente transbordador", die "Mutter aller Schwebefähren", gerettet haben (Foto). Die Londoner Regierung hat acht Millionen Mark aufgetrieben, um eine "transporter bridge" in Wales in ein Schmuckstück und einen Touristenmagneten zu verwandeln - Beispiele, die Mut machen sollten.

Deutschland darf den Kampf um "unseren Eiffelturm" nicht allein einem kleinen Hotelier in 21756 Osten überlassen. 

Brüssel wiederum darf der Bundesrepublik nicht jene Hilfen vorenthalten, mit denen beispielsweise die marode Schwebefähre in Newport wieder in jenen Zustand versetzt worden ist, in dem sie bei ihrer Einweihung 1906 die Zeitgenossen begeisterte  - "würdig wie Apollo, stark wie Herkules".

Geiz gilt unserer Generation als geil. Doch auch wir Deutschen sollten nicht knickerig und knauserig sein, wenn es um die Erhaltung von Unersetzlichem geht.

Jochen Bölsche

2. Vorsitzender der 
Fördergesellschaft für die Erhaltung der Schwebefähre Osten  e. V.


Presse

NRW-Blatt berichtet
über die Schwebefähre

Juni 2003. Die Ostener Schwebefähre - obwohl vorübergehend stillgelegt - hat von ihrer Faszination nichts verloren. Auf einer ganzen Zeitungsseite (siehe Ausschnitt oben) berichtet die "Iserlohner Kreiszeitung" aus Nordrhein-Westfalen in ihrer Wochenendbeilage über das technische Baudenkmal. Der komplette Artikel steht hier.


Vögel

Schon wieder: Dohlen
stoppen Schwebefähre

Juni 2003. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres haben die Ostener Dohlen die Schwebefähre lahmgelegt. Bei einer Inspektionsfahrt, die der Vorbereitung der Restaurierung diente, kam es zu einem Kurzschluss. Durch Nestbaumaterial, das die Dohlen ins Gerüst getragen hatten, war die Isolierung eines Kabels beschädigt worden. Wie im vorigen Jahr bei einem ähnlichen Ereignis konnte ein Hemmoorer Elektriker den Schaden schnell beheben.


Heimatmuseum

Modell-Fähre hat den
Betrieb aufgenommen

Juni 2003. Viele Osten-Besucher, die in diesen Tagen verstärkt die Schwebefähre besichtigen, sind enttäuscht: Das vom TÜV stillgelegte Baudenkmal ist noch immer nicht wieder in Betrieb. Allerdings: Die Mini-Schwebefähre im Maßstab 1:40, die der Hemmoorer Modellbauer Horst Krönke zur Verfügung gestellt hat und die neuerdings im Heimatmuseum besichtigt werden kann, ist seit wenigen Tagen voll funktionsfähig: Als Fährfrau fungiert, per Knopfdruck, Museumsleiterin Gabi Rüsch.

VIDEO:
Die Modellfähre schwebt
(längere Ladezeit, DSL empfohlen)



 

Schwebefähre

Verkehr zwischen
Herren- und Damen-WC

Mai 2003. Viele große und kleine Schwebefähren gibt es in der Samtgemeinde Hemmoor. Eine verkehrt(e) bekanntlich zwischen Osten und Basbeck, eine andere - Foto oben - zwischen einem Damen- und Herren-WC. Wer weiss, wo das ist, ist herzlich eingeladen, uns das per E-Mail mitzuteilen. Die drei ersten richtigen Lösungen werden belohnt mit einem exklusiven Kalender mit den schönsten Schwebefähren der Welt.

Kleiner Tipp: Es handelt sich nicht um die Modellfähre im Ostener Heimatmuseum, sondern um ein Wandbild. Und: Dieses Wandbild ist auch auf der Website www.schwebefaehre.org zu sehen...


Schwebefähre

Spanische Zeitschrift
würdigt Horst Ahlf

Mai 2003. Die Zeitschrift des spanischen Verkehrsministeriums, "Fomento", hat in einem großen Beitrag über die weltweit acht "überlebenden" Schwebefähren auch das Baudenkmal in Osten und die Arbeit von Horst Ahlf, dem Vorsitzenden des Fördervereins, gewürdigt: "...una fundación creada para su conservación, presidida e impulsada por Horst Ahlf, importante hotelero de la zona..." Der reich bebilderte Beitrag - auch ein Foto von der Eröffnung der Ostener Fähre ist zu sehen - befasst sich mit der Gründung eines Weltverbandes der Schwebefähren und kann als PDF-Datei aus dem Internet heruntergeladen werden.


Fährverein

Instandsetzung:
Wann geht's los?

Mai 2003. Die Instandsetzung der vor anderthalb Jahren vom TÜV stillgelegten Schwebefähre dauert länger, als Optimisten erwartet haben.

Soeben, am 5. Mai, hat der Landkreis dem Ingenieurbüro des renommierten hannoverschen Brücken-Experten Professor Dr. Hans Schippke (Foto) den Auftrag erteilt, eine umfassende Bestandsaufnahme der gesamten Fährkonstruktion vorzunehmen, die technischen Unterlagen - unter anderem das gesetzlich vorgeschriebene "Brückenbuch" - zu aktualisieren und eine Kostenschätzung zu erstellen. Nach Abschluss dieser Arbeiten, voraussichtlich im Juni, soll der Kreisausschuss die eigentliche Instandsetzung ausschreiben. Die Finanzierung der Reparaturen gilt - nicht zuletzt dank einer Zusage des Amtes für Agrarstruktur - als gesichert. Mit einer Intriebnahme ist nach Ansicht von Experten möglicherweise erst 2004 zu rechnen, wenn übrigens ein wichtiges Jubiläum ansteht: die 30. Wiederkehr des Tages, an dem die Schwebefähre durch die neue Straßenbrücke ersetzt und zunächst stillgelegt wurde.

Wer die Fähre schon vorher schweben sehen will, kann sich zwei kleine Videos anschauen, die im Frühjahr bei einer Testfahrt mit Professor Schippke aufgezeichnet wurden:


Video 1: Die Fähre schwebt wieder

Video 2: Die Fähre legt an

(längere Ladezeit)


Weltverband

Juan Carlos I. bittet
um Terminverlegung

Mai 2003. Die für Ende Mai vorgesehene Gründung eines Weltverbandes der Schwebefähren im spanischen Bilbao (siehe NEZ) muss verschoben werden. Die Ostener Delegation - darunter Bürgermeister Carsten Hubert und Fährvereins-Gründer Horst Ahlf - wurde am 8. Mai informiert, dass der Schirmherr König Juan Carlos I. (Foto) um Terminverlegung gebeten hat. Aufgrund der Irak-Kriegsfolgen und von Wahlen wären darüber hinaus mehrere spanische Minister und der Bürgermeister von Buenos Aires unabkömmlich gewesen, der die einzige noch existierende außereuropäische Schwebefähre repräsentiert. Wortlaut des Briefes hier.


Literatur

Da kommt
der Fährmann!

"Da kommt der Fährmann!" ist der Titel eines Textes, den der Cadenberger Autor Knut-Michael Senftleben dem Ostener Mädchen Anna Luisa Philippsohn gewidmet hat, das im November 1941 in ein Vernichtungslager deportiert wurde. Der Beitrag, der die letzte Fahrt der jüdischen Familie Philippsohn mit der Ostener Schwebefähre nachzuempfinden versucht, steht hier. Einzelheiten über das Schicksal der Familie, über die der kürzlich verstorbene Ostener SPD-Gründer und Ex-Bürgermeister Wilhelm Jonscheck geforscht hat und an die heute in Osten die Philippsohnstraße (früher: Am Dubben) erinnert, stehen in unserer Rubrik GESCHICHTE.


Modell-Schwebefähre

Willkommen
daheim in Osten

Mai 2003. Das wohl schönste Modell der Ostener Schwebefähre ist seit wenigen Tagen in Osten zu besichtigen. Das mit Akribie gebastelte Exponat, bislang im Deutschen Zementmuseum in der Hemmoorer Museumsschute ausgestellt, ist jetzt in das Ostener Heimat- und Buddelmuseum umgezogen.
Im ersten Stock der alten Rektorschule am Marktplatz steht das imposante Ausstellungsstück in dem speziellen Zimmer, das der Osteschifffahrt, den früheren Ostewerften und der Schwebefähre gewidmet ist.
Zu dem Modell gehören auch ein Mini-Fährkrug, ein Fährprahm (oben) und ein traditioneller Torfprahm (unten).
Die Modell-Fähre, die jetzt aus Hemmoor nach Osten zurückgekehrt ist, legt ebenso wie viele andere Bastelarbeiten Zeugnis ab von der Verbundenheit der Ostener mit ihrem Wahrzeichen. Weitere Modellfähren sind auf dem Deich vor dem Haus der Fährmann-Dynastie Bergander zu bewundern (unten), ein anderes Modell...
... steht bereits seit längerem im Heimatmuseum (unten).
Übrigens: In aller Welt waren Schwebefähren im vergangenen Jahrhundert Vorbild für Modellbauer, wie diese Fundsache aus dem Internet zeigt: ...
... eine Anleitung aus dem Jahre 1928, mit deren Hilfe sich mit dem englischen Metallbaukasten "Meccano" eine Schwebefähre bauen läßt. Mehr dazu auf der Ostener Seite schwebefaehre.org.

Neu im Netz: Die fast 100-jährige Geschichte der Ostener Schwebefähre.


Manöver

Soldaten balancierten
auf der Schwebefähre

April 2003. Erwin Bergander (lks.) war der einzige Ostener Augenzeuge, der in der Nacht zum 24. April von der ersten Minute an ein seltenes Schauspiel beobachten konnte: Fähren-Fan Bergander - sein Vater und sein Großvater waren Fährleute in Osten gewesen - war mit seiner Kamera präsent, als holländische Truppen aus Seedorf bei Bremervörde eine Nachtübung auf der Ostener Schwebefähre absolvierten. Ausgestattet mit Schutzhelmen und Klettergerät, balancierten die Soldaten einer Instandsetzungseinheit nach einer Schlauchboot-Tour auf der Oste gegen Mitternacht über die Schwebefähre, um sich anschließend auf der Basbecker Seite abzuseilen. Die Ostener - außer Erwin Bergander - schliefen unterdessen den Schlaf des Gerechten.

Vor dem Fährkrug  Holländische Soldaten


Lyrik

Basbecker Dichter
besingt Schwebefähre

Neben Peter Rühmkorf ist Peter Schütt (Foto) der wohl bedeutendste Schriftsteller, der in Hemmoor geboren ist; siehe dazu diesen Artikel von Schütt über die "heimliche Literaturhauptstadt" im Hamburger Abendblatt. Zweimal hat Schütt - der sich selber vom KP-Funktionär zum bekennenden Muslim gewandelt hat - die Schwebefähre zwischen Basbeck und Osten besungen. Sein Gedicht "Erinnerungen an die Schwebefähre" ist hier zu finden ("Sie war das Wunderwerk in unseren Kindheitstagen"), ein weiteres Schütt-Gedicht über die steht Fähre hier. Auszug: "Die Gondel, hoch am Firmament,  verbindet, was die Oste trennt."

Ein drittes Schwebefähren-Gedicht trägt den Titel "Uns Schwebefähr to Dank un Ehr!". Es ist von dem verstorbenen Ostener Chronisten und Heimatdichter Richard Rüsch 1974 verfasst worden:

Du gode Fähr büst op dien letzte Fohrt,
an 23624 Dog häst du dien Arbeit dohn.
Dien Bou is hart, von gode Oart,
dien Lebenswark häst du bestohn!


Internationales

König Juan Carlos I.
wird Ehrenpräsident

Der spanische König Juan Carlos I. hat die Ehrenpräsidentschaft des Schwebefähren-Weltverbandes übernommen. Das hat der Palast in Madrid jetzt mitgeteilt. Mehr in diesem Pressetext. Der König engagiert sich seit Jahren für die Schwebefähre bei Bilbao. Bericht der Niederelbe-Zeitung hier, Artikel aus der internationalen Presse hier. Mehr unter www.schwebefaehre.org.


Denkmalschutz

Dohlen in Aufruhr: Die
Fähre schwebt wieder!

Aufruhr unter den 200 Ostener Fährdohlen: Kaum hatten sie am 20. März mit dem Nestbau begonnen, da setzte sich die Schwebefähre nach vielen Monaten Stillstand plötzlich wieder in Bewegung!

Bauamtfrau Birgit Greiner (Landkreis Cuxhaven, Foto unten links) hatte Experten, darunter Prof. Dr. Hans-G. Schippke, Chef eines hannoverschen Ingenieurbüros, und Meinhard Varoga vom Amt für Agrarstruktur (Bremerhaven, Foto unten rechts), zu einer Testfahrt eingeladen.

Die Fahrt sollte Aufschluss geben über die Reparaturen, die der Kreis in Kürze ausschreiben will. Über das Ergebnis wird der Landkreis in einer Pressekonferenz am 1. April - kein Witz! - unterrichten.
Hauptproblem, so der erste Eindruck der Experten nach ihrer Klettertour (Foto): Der Fahrwagen oben im Gestänge "eiert", dadurch werden die Spurkränze überbeansprucht - hier sind umfangreiche Instandsetzungsarbeiten notwendig, damit die Nutzungsgenehmigung wieder erteilt werden kann.
Die Finanzierung gilt auf Grund von Zusagen des Kreises, der Samtgemeinde, der Gemeinde und des Amtes für Agrarstruktur als gesichert. - Fährvereinsvorsitzender Horst Ahlf (Foto oben) machte sich unterdessen schon mal an den Frühjahrsputz und fegte haufenweise Nußschalen beiseite: Die superschlauen Dohlen pflegen Walnüsse von oben auf die Gondel fallen zu lassen, um sie zu knacken. - Mehr über die Fähre unter www.schwebefaehre.org.

Video 1: Die Fähre schwebt wieder

Video 2: Die Fähre legt an

(längere Ladezeit)


Presse

Wichtigste Zeitung:
Fähre ein "Unikum"

Auf die nationale Bedeutung der Ostener Schwebefähre hat jetzt in einem großen Beitrag die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hingewiesen. Die FAZ, die als wichtigste deutsche Zeitung gibt, stellt die Einzigartigkeit des norddeutschen Baudenkmals heraus, das sie als "technisches Unikum" bezeichnet, unter anderem weil die Fährgondel "nicht an Seilen hängt wie bei allen anderen Schwebefähren". In dem sachkundig geschriebenen Artikel wird die Ingenieurskunst der Erbauer gewürdigt, die Geschichte des Bauwerks erzählt und auf die Website www.schwebefaehre.org verwiesen. Der FAZ-Beitrag kann auch im Internet nachgelesen werden.


Denkmalschutz

König Juan Carlos wird
Schwebefähren-Präsident

Dieser Tage werden in Spanien, Frankreich, England und Deutschland erste Gespräche über die Gründung einer World Transporter Bridge Association geführt. Der spanische König Juan Carlos I. (Foto) hat sich nach jüngsten Informationen aus Madrid bereit erklärt, das Amt des Ehrenpräsidenten des internationalen Schwebefähren- Verbandes zu übernehmen, der sich Ende Mai konstituieren soll. Eingeladen sind Vertreter der Fährvereine und die Bürgermeister der Fährkommunen, also auch Carsten Hubert aus Osten. Internationale Fachleute erwägen, die letzten erhaltenen Schwebefähren als UNESCO-Weltkulturerbe zu schützen. Die Initiative geht von der Schwebefähre im spanischen Portugalete bei Bilbao aus. Einzelheiten in einem Pressetext der Ostener Fördergesellschaft, unter www.hemmoor.com und in der NEZ.


Fähren-Reparatur

Finanzierung
jetzt gesichert

Nachdem der Ostener Rat 10 000 Euro für die Fähren-Reparatur bewilligt hat, ist ein entsprechender Beschluss auch in Hemmoor gefasst worden. Damit ist die Voraussetzung für eine Freigabe des Kreis-Zuschusses von 80 000 Euro gegeben. Mit einem Abschluss der Reparaturen rechnet der Fährverein im April oder Mai, so dass "allerspätestens" Himmelfahrt der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.


Fährverein

"Laßt euch das
nicht kaputtmachen"

Die Jahreshauptversammlung im Januar 2003


Weitere Fähr-Fotos von Stefan Buck stehen hier.

Erst kurz nach Mitternacht wurde die 28. Jahreshauptversammlung in der Geschichte des Vereins zur Erhaltung der Schwebefähre e. V. geschlossen - so lange war leidenschaftlich über die von Pfennigfuchserei bedrohte Zukunft des "Eiffelturms des Nordens" diskutiert worden: "Eine derartig lange und ergiebige Versammlung habe ich in meiner 40-jährigen Praxis noch nicht erlebt," resümierte Fährkrug-Hotelier Horst Ahlf, einstimmig wiedergewählt zum 1. Vorsitzenden des Vereins (Foto).

Mit einem dramatischen Appell endete die Versammlung im überfüllten Konferenzraum des Fährkrugs. Der - wieder genesene - Ostener Ehrenbürgermeister Siegfried Wichmann (Foto) appellierte an seine Mitbürger, angesichts der nationalen und internationalen Bedeutung des Baudenkmals dafür zu kämpfen, dass es schnellstmöglich wieder in Betrieb genommen wird: "Laßt euch das nicht kaputtmachen!"

Von ihnen hängt alles ab: Der Landkreis, in der Versammlung vertreten durch Vize-Landrat Klaus Wiesen (re.), und die Samtgemeinde, vertreten durch Vize-Bürgermeister Harald Grell (lks.) aus Hechthausen, entscheiden darüber, ob es Geld für die fälligen Reparaturen (etwa 100 000 Euro) gibt.

Der Kreis, Eigentümer der Fähre, hat die nötigen Gelder zwar zurückgestellt, will sie in einer Kreisausschußsitzung am 12. Februar aber nur dann freigeben, wenn die kommunale Ebene sich mit 20 Prozent beteiligt, also mit 20 000 Euro (siehe NEZ-Bericht).


 Horst Ahlf verabschiedet seinen scheidenden Vize Hans Ameis

Also ist die Gemeinde-Ebene gefragt. Der Ostener Rat hat am 23. Januar bereits beschlossen, trotz drängender Finanznöte mit einer gewaltigen Kraftanstrengung 10 000 Euro zur Verfügung zu stellen. SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Klüser (Foto): "Wir wollen ein Signal setzen." Bürgermeister Carsten Hubert, CDU (auf dem Foto oben links): "Ganz Osten steht geschlossen zur Schwebefähre."

Nun liegt der Schwarze Peter bei der Samtgemeinde:   Bekanntlich steht die Fähre mit zwei von vier Beinen auf Hemmoorer Gebiet, deshalb übrigens hat Osten früher jahrzehntelang Pacht an Basbeck gezahlt. Und auch der Hemmoorer Fremdenverkehr profitiert heute enorm von der Attraktivität des imposanten, europaweit einzigartigen Bauwerks. Die Ostener hoffen daher auf die Solidarität der Hemmoorer, von denen bislang aber - aus dem Munde von Vize-Bürgermeister Harald Grell (Foto) - nur die Aussage kam: "Wir haben's nicht."

Gute Nachrichten überbrachte Birgit Greiner (Foto). Die Bauamtfrau und Landkreis-Vertreterin im Vorstand des Fährvereins deutete die Möglichkeit an, dass das Amt für Agrarstruktur - das auf seiner Website mit der Fähre wirbt - und die Maritime Landschaft Unterelbe Zuschüsse zahlen, so dass sich die Gesamtbelastung auf die Hälfte verringern könnte. Auch die Bauamtfrau und engagierte Denkmalschützerin steuert das Ziel an, die Fähre zu Ostern wieder in Betrieb zu nehmen.

Die Maritime Landschaft Unterelbe schmückt sich im Internet mit der "voll funktionsfähigen Stahlkonstruktion von 1909 im Stil des Eiffelturms" - siehe hier. Auf der Website des Amtes für Agrarstruktur, zuständig für die Vergabe von EU-Geldern, heisst es über die Bedeutung des Ostener Baudenkmals wörtlich:

In der kleinen Gemeinde Osten bei Hemmoor steht ein technisches Baudenkmal, das in seiner Konstruktion weltweit einzigartig ist – die selbstfahrende Schwebefähre über die Oste. Die zum Wahrzeichen des Ortes erwachsene Stahl-Fachwerkkonstruktion überfängt den Elbenebenfluss weithin sichtbar in einer Höhe von 38 Metern und einer Spannweite von 80 Metern. Wie die Konstruktion, so ist auch die Wahl des Erbauers für dieses zur damaligen Zeit (1908/1909) höchst ehrgeizige, qualitativ herausragende Projekt ungewöhnlich, erhielt doch der Franzose Louis Pinette, Schüler des renommierten Ingenieurs und Pariser Eiffelturmerbauers Alexandre Eiffel, den Zuschlag für diesen erst Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten und höchst selten gebauten Typ einer Schwebefähre. Um sowohl dem zunehmenden Straßen- als auch dem immer stärker werdenden Schiffsverkehr gerecht zu werden, entschied man sich damals gegen den zunächst geplanten Bau einer Drehbrücke zugunsten einer Schwebefähre, die unabhängig von gezeitenbedingtem Wasserstand und ohne Beeinträchtigung der Schifffahrt betrieben werden konnte... Was diese Anlage im Vergleich zu anderen Schwebefähren einzigartig macht, ist die selbstfahrende Gerüst-Konstruktion, die noch heute von dem alten Siemens-Motor aus dem Jahre 1909 angetrieben wird. Erst 1974 wurde diese technisch einzigartige, stets unfallfrei betriebene Schwebefähre durch eine Straßenbrücke abgelöst...

Die kultur- und technikgeschichtliche Bedeutung des Baudenkmals unterstrich mit einem Videofilm über das Fährwesen an der Tideoste auch der Ostener Ortsheimatpfleger und Kommunalpolitiker Rüdiger Toborg (Foto). Dass von einstmals rund 20 Schwebefähren weltweit zur Zeit nur noch vier (!) in Betrieb sind,  machte der Ostener Journalist und Fähr-Homepagemacher Jochen Bölsche deutlich (Details hier), der zum Nachfolger von Hans Ameis in den Vorstand gewählt wurde; alle anderen Vorstandsmitglieder wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Der neue Ostener Pastor Dieter Ducksch trat am selben Abend dem Verein bei; er versprach, dazu beizutragen, mit Phantasie und Kreativität neue Nutzungskonzepte zu entwickeln. Im Laufe der Veranstaltung stieg die Mitgliederzahl von 126 auf runde 130.

Ausdrücklich begrüßte Horst Ahlf den Eintritt junger Leute wie Stefan Buck (Foto), der sich durch seine Fähr-Fotos und seine ehrenamtliche Arbeit als Monteur im Gerüst der Fähre zuvor schon einige Verdienste um das Baudenkmals erworben hatte. Der Beitrag für Schüler, Studenten und Wehr- oder Zivildienstpflichtige wurde von der Versammlung auf 5 Euro pro Jahr gesenkt, alle anderen Mitglieder zahlen künftig 10 Euro im Jahr (Eintrittsformulare hier anfordern).

Was nötig ist für die Zukunft, betonte die Rechtsanwältin und Notarin Erika Borchers, Vorsitzende des Ostener Heimatvereins und Schriftführerin des Fährvereins, in ihrem Grusswort: "Zivilcourage und Begeisterung." Denn, so zitierte die Heimatfreundin den verstorbenen Publizisten Sebastian Haffner: "Wofür man nicht zu kämpfen bereit ist, das verliert man."

Ein ausführlicher Bericht folgt in Kürze auf der Website www.schwebefaehre.org.


Zitat des Tages

"Eine Fähre, die nicht fährt, ist wie ein Taucher, der nichts taugt, wie ein Arbeiter, der nicht arbeitet, und wie ein Chef, der nicht scheffelt." 


Frank Hasenpusch,
Fährverein-Mitglied aus Großenwörden
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Ältere Berichte über
die Schwebefähre
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