"Unseren Fluß ein wenig wecken"

Begrüßungsrede von Gerald Tielebörger am Tag der Oste 2005 

Meine Damen und Herren, Honra Pátria e Povo. Diese portugiesischen Worte hat sich ein Staat dieser Welt als Wahlspruch auf seine Fahne geschrieben. Nicht jedoch das große Portugal selbst, sondern die kleine, fast unbekannte Republik Ost-Timor, gelegen im Meer irgendwo zwischen Indonesien und Australien.  

Honra, Pátria e Povo. Übersetzt bedeutet dies  „Ehre Heimat und Menschen“. Eben das wollen wir hier und heute tun.

Ich bin sehr glücklich, dass Sie alle mit Ihrer Anwesenheit diesem Ereignis den ehrenwerten Rahmen
bereiten. Ich begrüße sie sehr herzlich an diesem kalten, warmen Morgen hier bei uns im Osteland. 

Mein erster Gruß gilt unserem Gastgeber, dem Bürgermeister der Gemeinde Hechthausen, Herrn Bodo Neumann.

Schirmherren unserer Veranstaltung sind aus dem Kreis Cuxhaven Herr Landrat Kai-Uwe Bielefeld - herzlich willkommen! -, aus dem Kreis Stade Herr Landrat Gunter Armonat, heute vertreten durch seinen Stellvertreter Hans Wilhelm Bösch, und aus dem Kreis Rotenburg/Wümme Herr Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen, vertreten durch seinen Vize Reinhard Brünjes, die ich hier herzlich begrüße. 

Aus der Bundespolitik begrüße ich Herrn Reinhard Grindel aus dem Landkreis Rotenburg, Mitglied des Bundestages.

Für das Land Niedersachsen lässt sich das Mitglied des Landtages Herr Jan-Christoph Oetjen entschuldigen, bittet mich jedoch, der Versammlung seine herzlichsten Grüße auszurichten. Um so mehr freuen wir uns über die Anwesenheit unserer Landtagsabgeordneten Herrn Claus Johannßen, Herrn Hans Jürgen Klein und den Vorsitzenden der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Herrn David McAllister.

Ich gestehe, mir wird so richtig warm ums Herz, wenn ich sehe, dass alle Bürgermeister und Verwaltungsbeamte unserer Mitgliedsgemeinden und so viele Vorsitzende der verschiedenen Vereine längs der Oste heute morgen hier versammelt sind. Sie alle demonstrieren damit auf die denkbar beste Weise den Zusammenhalt, welcher für unser Osteland so wichtig und richtig ist. Ihnen allen ein herzliches Willkommen.
  
„Ehre Heimat und Menschen“. Was ist Ehre? Zunächst einmal sollte Ehre jedem einzelnen geboten werden. Denn Ehre ist gleich dem Wert, der dem Menschen kraft seiner Personenwürde zukommt. 

Und Ehre ist der soziale Achtungsanspruch. Soziale Achtung erfährt der, der sich erfolgreich für die guten Werte einsetzt. Mit Kraft und Herzblut. Die Bewahrung und die Förderung unserer Osteregion stellt einen solchen Wert dar. Deshalb ehren und fördern wir heute Menschen, die sich dieses Wertes bewusst sind und sich darüber verdient gemacht haben.

Auch wir als AG Osteland erfahren Förderung und somit Ehrung. Obwohl wir ehrenamtlich arbeiten,  würden wir ohne die entsprechenden finanziellen Mittel nicht viel bewegen  können. Aus diesem Grund sind wir sehr dankbar über die erfolgreiche Partnerschaft mit den Volksbanken unserer Region, deren Vertreter ich als unseren Hauptsponsor an dieser Stelle besonders begrüßen möchte.

„Ehre Heimat und Menschen“. Was ist Heimat ? Heimat empfindet ein jeder für sich auf seine Weise. ‚Heimat‘ in Worte zu fassen, sie zu beschreiben, erklärbar zu machen, fällt oftmals schwer. Ganz besonders gilt dies für unsere von Gegensätzen geprägte Region, die an warmen, hellen Tagen die Heiterkeit des Seins verkörpert, an den dunklen  jedoch der Schwermut Tür und Tor zu öffnen scheint. 

Viele drücken ihre Liebe zu unserem Landstrich auf ihre eigene Art und Weise aus, sei es durch die Schrift und das Wort, durch ihr Engagement, oder einfach nur durch die Tat.

Wie zum Beispiel unsere Freunde Johannes Schmidt und Bernd Brauer, die diese Matinee zusammen mit Karin Harms und Renate Wendt so erfolgreich organisiert haben - und die Ihnen auch jetzt an unserem Info-Stand Rede und Antwort stehen, und die Ihnen erklären können, wie schnell man Mitglied in der AG Osteland werden kann. Vielleicht begrüßen wir noch heute unser 50. Mitglied?

Wie zum Beispiel der Buchhändler unseres Vertrauens, Herr Peter Mügge mit seinem Team, der Ihnen hier eine breite Palette an Oste-Literatur präsentiert. Wie zum Beispiel  unser Freund Nikolaus Ruhl mit einer Ausstellung seiner Bilder von der Oste, die so viel über die Oste erzählen. Wie zum Beispiel die Hechthausener Feuerwehr, die uns in der letzten Woche schon geholfen hat und heute morgen den Kirchgang hat ausfallen lassen, nur um für uns den Verkehr zu regeln. Ihnen und Euch dafür vielen Dank.

Eine der schönsten Liebeserklärungen an unsere Osteland-Heimat entspringt der Feder des Grossenwördener Künstlers Ernie Reinhardt. Er schreibt: "Ich habe hier schon nachts draußen gestanden. Bei Vollmond sah ich Rauhreif auf den Gräsern. Die Weite und der Frieden, der von diesem Landstrich ausgeht, trieben mir Tränen in die Augen." 

Die Geschäftsführerin der sehr erfolgreichen ‚Maritimen Landschaft Unterelbe‘, Frau Karin Warncke sagt, dass wir in Regionen denken müssen. Fürwahr. Nur der Blick über den Tellerrand hinaus eröffnet neue Wege und Ziele. Diese neuen Wege wollen wir als AG Osteland beschreiten. Und der Erfolg gibt uns Recht. Es ist an der Zeit, unseren schönen, schlafenden Fluss ein wenig zu wecken. Nicht zuviel. Nur ein wenig.
 

www.osteland.de