Lachs- und Meerforellen-Societät (1999)

In einem Bericht der Lachs- und Meerforellen-Societät heißt es bereits 1999:

Mit welchen Schwierigkeiten (unsere) Arbeit in Norddeutschland verbunden ist, zeigte sich im Vortrag über die sauerstoffzehrenden Nährstoffschübe, die die norddeutschen Lachs- und Meerforellengewässer fast jedes Jahr zu überstehen haben.

Das Norddeutsche Tiefland ist einer der Hauptstandorte der "Veredelungslandwirtschaft", d.h. der großangelegten Stallmast von Nutzvieh. Zehntausende Nutztiere stehen in den Ställen und produzieren entsprechende Mengen von Gülle und Mist, Reststoffe, die sich besonders in den Wintermonaten bei Frostlagen anhäufen. Viele Betriebe besitzen kaum noch die Restfläche, um die Gülle überhaupt auf die Felder ausbringen zu können. Nach langen kalten Wintern sitzt damit ein großer Teil der norddeutschen Landwirtschaft auf vollen Gülletanks, die der Leerung harren. Sehnsüchtig wird der Frühling erwartet, um seinen "lauen Lüften" durch gleichmäßige Verteilung auf den Feldern eine weitere Note hinzuzufügen.

Der Beginn der Gülleausbringung ist durch ein behördlich gesetztes Datum limitiert. Bereits Tage danach, besonders wenn reichlich Niederschläge fallen und der Boden evtl. noch Frosthorizonte hat, rauscht eine Nährstoffwelle die Gewässer Norddeutschlands hinab. Trotz der noch kühlen Temperaturen stellen sich Sauerstoffprobleme ein - es kommt sogar zu Fischsterben in vielen Zulaufgräben auch von Arten, die nicht unbedingt zu den sauerstoffbedürftigen Arten zählen.

Der Nährstoffschub läßt sich in Gewässerdaten von Aue, Oste und auch für die Elbe am Geesthachter Wehr nachweisen.

Quelle


Arge Elbe (2003)

Im Jahre 2003 hat die Arge Elbe den "schlechten fischökologische Zustand" der Großen Rönne und die Situation an der Aue beklagt, die "eher Merkmale eines unbefriedigenden denn eines mäßigen Zustandes" aufweise. Auszüge:

Große Rönne:  (Es) wäre notwendig, die Anbindung an die Oste tidebezogen zumindest bei ähnlichen Wasserspiegellagen zu verbessern. Hier wäre die Betriebsordnung des Abschlussbauwerkes zu überprüfen und das Abschlussbauwerk selbst bei einer anstehenden Rekonstruktion entsprechend zu modifizieren. Der Rückhalt zehrungsfähiger Stoffe aus benachbarten landwirtschaftlichen Nutzflächen ließe sich durch konsequent angelegte Uferrandstreifen, die als Puffer wirken, reduzieren.

Die stark negativ veränderte Gewässerstruktur der Großen Rönne könnte durch die Schaffung künstlicher Nischen (Ausbuchtungen) und „Alt“arme verbessert werden. Ein Wiederbesatz mit gewässertypischen Fischarten würde sich anbieten.

Aue: Die Aue krankt an ihrem fast stagnierenden, nährstoffreichen Wasser. Sie ist hinsichtlich ihres Sauerstoffhaushaltes labil, wie das Fischsterben im Jahr 2002 nach Starkregenereignissen mit der Folge des Eintrages zehrungsfähiger Stoffe gezeigt hat. Niedrige Wasserstände können diese Situation verschärfen.

Aus fischökologischer Sicht wird empfohlen, einen Teil des Balkseeabflusses kontinuierlich durch die Aue zu leiten und . Nach Prüfung der Wasserqualität und der Wasserspiegellagen von Nebengewässern wäre deren offene Anbindung an die Aue zu überlegen.

Soweit vorhanden, sollten Abwassereinleitungen jeglicher Art vermieden werden. Es ist bedauerlich, dass der einzige nennenswerte Altarm der Aue bei Intzenbüttel durch Klärwerkseinleitung quasi als Nachklärbecken genutzt wird und damit als Fischlebensraum hinfällig ist. Hier wäre eine Umleitung der Abwässer dringend erforderlich. Die Ergebnisse aus den Altarmstummeln der Mehe zeigen, welch fischökologisches Potenzial durch diesen Altarm hinzugewonnen werden könnte.

Es ist auch der Frage nachzugehen, ob aus dem landwirtschaftlichen Betrieb oberhalb des Altarms Verunreinigungen eingetragen werden.

Unter dem Gesichtspunkt eines verbesserten Fischaustausches mit der Oste wären ferner die Betriebsordnung des Entwässerungsbauwerkes der Aue im Zusammenhang mit dem Zwischenbauwerk des Verbindungskanales zum Neuhaus-Bülkauer-Kanal und dessen Entwässerungsbauwerk zu überprüfen. ...

Durch Ortsansässige wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Wasserstand im Unterlauf der Aue bei Abpumpvorgängen extrem niedrig und kritisch für den Fischbestand ausfallen kann, da der Nachfluss aus dem Mittellauf nur verzögert einsetzt. In einem solchen Falle sollte ein gedrosselter Pumpbetrieb angedacht werden, der einen für Fische erträglichen Mindestwasserstand gewährleistet

Quelle