Per
Mausklick
ins
Höllenfeuer
Klar,
es gibt Gotteslästerung. Aber gibt es auch Teufelslästerung?
Wenn ja, dann würde eine bestimmte Internet-Seite
wahrscheinlich diesen Tatbestand erfüllen.
Die jungen Kreativen der
Multimedia-Firma "Zweite Reihe", vielfach ausgezeichnet für ihr Satire-Angebot
"Parkverbot", haben dort Gimmicks
nach Art der Kinderzeitschrift "Yps" plaziert, von denen eines mit den
Worten beworben wird: "Der Pakt mit dem Teufel - Prima! Keine blutige Unterschrift
mehr notwendig!"
Per Mausklick - genauer gesagt:
per E-Mail an signup@hell.org - kann jeder seine "unsterbliche Seele Satan
verschreiben". Und per Klick auf einen Radiobutton läßt sich
mitteilen, welchen "Vorteil" man dafür genießen will, zum Beispiel
"Erfolg beim anderen Geschlecht" oder "Erfolg beim eigenen Geschlecht".
Typisch: Welchen Haken die Sache
hat, steht, ganz winzig, im Kleingedruckten: "Dieser Vertrag ist unwiderruflich.
Es gelten nicht die üblichen Widerrufsfristen bei Haustürgeschäften.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen." Unter http://parkverbot.de/cgi/teufelstat.cgi
läßt sich übrigens jederzeit abrufen, wieviele Netizens
bereits ihre Seele verkauft haben, welcher Konfession sie angehören
und was sie sich vom Satan dafür erhoffen. Katholiken zum Beispiel
wünschen sich weniger oft als Protestanten "Erfolg beim eigenen Geschlecht".
Das Internet, ein gottloses
Unterfangen? Gemach: Im World Wide Web gibt es nicht nur so teuflische
Angebote wie das "Parkverbot", sondern auch ganz andere Seiten: Bei AOL
zum Beispiel unterhält der Heiland
seine Homepage, und ausgewählte Links führen zu vielen anderen
"Jesus-related" Angeboten, von denen der Lord versichert, sie seien "100%
genuine". Ob der Web-Jesus selber ganz echt ist, läßt sich bezweifeln.