Die Oste - der Fluss, der alles hat *****,,




Warten auf ein zweites Wunder

Wolfgang Schütz über die Wiedereinbürgerung
des Europäischen Störs in der Oste


Schütz-Vortrag beim Blauen Netz Oste

Wenn man von der Wiedereinbürgerung des Europäischen Störs in der Oste spricht, darf und kann man dessen Ausrottung, schon zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, nicht vergessen oder gar übersehen. Nicht nur die Begradigung des Flusslaufs, der zunehmende Schiffsverkehr und die Verschmutzung des Gewässers, sondern auch die unkontrollierte Überfischung durch den Menschen haben diesen urtypischen Fisch, der älter als die Dinosaurier ist, aus unserer Oste verschwinden lassen. Leider hat er nun den Status "verschollen" bzw. "ausgestorben"...

Nach der erfolgreichen Wiedereinbürgerung von Lachs und Meerforelle, bei der der Mensch der Natur unter die Arme gegriffen hat und das vielzitierte "Wunder an der Oste" vollbracht wurde, muss dieser nun ein weiteres Mal aktiv werden, um diesem Fisch hier in unserer Oste wieder einen Lebensraum zu geben.

Das Bundesumweltministerium hat mittlerweile acht Millionen Euro in die Wiedereinbürgerung des Ostseestörs, welcher im Oder-Einzugsgebiet vorkommt, und des Europäischen Störs, im Elbe-Einzugsgebiet, investiert. Im Rahmen des Versuchsbesatzes in der Oste wurden bislang sieben Tiere telemetrisch verfolgt. Das Verhalten der besenderten Störe war sehr unterschiedlich. Einzelne Tiere zeigten nur wenig Bewegung. So wurde ein Fisch über drei Wochen lang in unmittelbarer Nähe des Besatzgebietes geortet, in unserer Pütte Schönau/Brobergen. Andere Tiere zeigten langsame Wanderbewegungen in Richtung Mündung.

Diese langsame Wanderung, die tidenabhängig auch flussaufwärts erfolgte, wird dahingehend interpretiert, dass die Tiere eine intensive Nutzung des Lebensraumes der Oste zeigten. Die begleitende Entnahme von Bodenproben an den Aufenthaltsorten der Tiere ergab eine Vielzahl von wirbellosen Tieren, wobei Muscheln verschiedener Arten, bezogen auf die Individuenzahl, nach den Würmern die dominierende Faunengruppe darstellten.

Wenn man davon ausgeht, dass keine Einschränkung der Abwanderung durch den zunehmenden Salzgehalt im Mündungsbereich der Oste gegeben ist, kann für die untersuchten Lebensphasen die Qualität des Lebensraumes mit der Nutzungsdauer gleichgesetzt werden. Bezüglich der Nutzungsdauer liegt die Oste auf dem Niveau der ersten Ergebnisse aus der Tideelbe.

Für den Bereich unterhalb von Bremervörde kann auf dieser Basis eine gute Eignung des Lebensraums für die einjährigen Fische angenommen werden, wobei hier Wiederfänge zur Verifizierung der Nahrungsaufnahme und des Zuwachses benötigt werden. Einschränkend sind die nachgewiesenen Verluste zu berücksichtigen, die 40 % der in den Jahren 2009 und 2010 besenderten Fische erreichten, was auf eine große Häufigkeit von Räubern schließen lässt.

Für die Umsetzung des Bestandsaufbaus ist derzeit der limitierende Faktor die relativ begrenzte Verfügbarkeit der Elterntiere, die das Aufkommen an Besatzfischen stark einschränkt. Diese Situation wird sich erst mit der Geschlechtsreife der Nachzuchten aus den Jahrgängen 2007 bis 2009 ändern. Bis zu diesem Zeitpunkt, in frühestens fünf Jahren, wird die Umsetzung der Planungen bezüglich des Besatzes massiv von der Kooperation mit dem französischen Umweltministerium und vor allem dem französischen Forschungszentrum Cemagref abhängen.

An dieser Stelle sei gesagt, dass es Ende Juni in Deutschland in der Experimentalstation in Born auf Darß erstmals gelungen ist, von drei geschlechtsreifen Ostseestör-Weibchen rund 250.000 Eier zu gewinnen und diese mit verschiedenen Männchen zu befruchten.

Mittel- bis langfristiges Ziel ist es, die Oste unter anderem durch eine Renaturierung mit Mäandern und Sandfängen sowie durch Beseitigung oder Umgehung von Querverbauungen wieder wanderfischgerecht zu gestalten. Eingebettet sind diese Maßnahmenplanungen in die Entwicklung von Schutz- und Förderstrategien zur Erhaltung und zur Verbesserung der Bestandsentwicklung gefährdeter Wanderfischarten in der Oste. In diesem Zusammenhang soll der Stör für viele der Wanderfische und der typischen Flussfische als Schirmart dienen.

Für die Umsetzung der Arbeiten wird eine langfristige finanzielle Absicherung sowohl der Laichfischhaltung als auch der Besatzmaßnahmen und des Monitorings sowie der notwendigen Habitatverbesserungen benötigt. Sinnvoll ist eine solche Maßnahme nur, wenn diese Voraussetzungen nachhaltig zu sichern sind. Vor diesem Hintergrund ist es umso erfreulicher, dass neben dem langfristigen Engagement des Bundesamtes für Naturschutz auch das Land Niedersachsen sein Engagement für das Projekt bekräftigt und sich für einen eigenen Projektanteil eingesetzt hat.

Abschließend sei gesagt, dass es in diesem Jahr weitergeht mit dem Versuchsbesatz, denn wir Menschen haben ja etwas gutzumachen. Zum Abschluss eines jeden Sportfischerlehrganges entlassen wir die neuen Angler mit den Worten: Denkt daran, wir sind nur Gast in der Natur!

Referat in der Versammlung des Blauen Netzes Oste am 7. Januar 2011 in Oberndorf.


Zwei der letzten Störnetze Europas


Sportfischer Herbert und Helga Günther

29. 11. 2010. Der Europäische Stör ist - bis auf einen winzigen Restbestand in der französischen Gironde - radikal ausgerottet worden. Zwei der einst gebräuchlichen Störnetze, schätzungsweise 130 Jahre alt, sind jedoch noch erhalten. Die Ostener Sportfischer Herbert und Helga Günther haben die seltenen Relikte, die sie vor Jahren vor der Müllabfuhr gerettet haben, heute mittag in einer Feierstunde in der Ostener "Fährstuv" dem Fischwissenschaftler, Artenschützer und Oste-Kulturpreisträger Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei übergeben.

"Vor Freude fast an
die Decke gegangen"


Berliner Störforscher Dr. Jörn Geßner

Er sei "vor Freude fast an die Decke gegangen", sagte Geßner, als er die Rarität übernahm, die demnächst restauriert und im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund ausgestellt werden soll. Mit dem Netz seien wahrscheinlich vor rund 50 Jahren die letzten Störe von einem Berufsfischer aus der Oste geholt worden.

Beim Aufräumen in
der "Bombe" gefunden

"Ich hätte nicht geglaubt, dass das alte Ding soviel Begeisterung wecken kann," sagte Helga Günther, die wie auch ihr Mann seit Jahrzehnten ehrenamtlich für den SFV Oste wirkt und die das Netz samt hölzernen Schwimmern und tönernen Gewichten beim Aufräumen im ehemaligen Großenwördener Gasthaus Stechmann (später "Bombe") gefunden und aufbewahrt hatte.


Albertus Lemke und Carsten Hubert

Der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert bezeichnete die feierliche Übergabe als "tollen Abschluss" eines Jahres, in dem er in Osten bereits eine viel beachtete Stör-Ausstellung hatte eröffnen können, die Wolfgang Schütz und Jochen Bölsche von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste zusammengestellt hatten. Er unterstütze, so Hubert, die Bemühungen der Nachbargemeinde Oberndorf, ein Stör- und Sportfischer-Infozentrum einzurichten.

"Mit einem Kuss
wieder aussetzen"

Auch Albertus Lemke vom Oberndorfer Arbeitskreis Stördenkmal unterstrich die Bedeutung einer engen Kooperation zwischen den Oste-Kommunen bei der Rettung des ausgerotteten Kaviarfischs. Er hoffe, so der Kaufmann und Fischer, es noch erleben zu können, dass ihm ein wiederangesiedelter Oste-Stör ins Netz geht - den er dann "mit einem Kuss wieder auszusetzen" werde.


Osteland-Preisträger Peters, Schütz

Zuvor hatte Wolfgang Schütz viele Gäste begrüßen können - unter anderem Jochen Bölsche vom Vorstand der AG Osteland und der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische, Horst Ahlf und Karl-Heinz Brinkmann vom Fährverein,  Siegfried Spratte von der Gesellschaft zur Rettung des Störs und den Ostepreisträger und Artenschutzpionier Ernst Peters aus Zeven.

Störe - für Wolfgang Schütz
"fast eine Lebensaufgabe"

So wie sich "Lachsvater" Peters für die Wiederansiedlung einer gleichfalls ausgestorbenen Fischart verdient gemacht habe, sehe er selber es, so Schütz, "fast als Lebensaufgabe" an, zur Rettung des Störs beizutragen (siehe Schütz-Rede weiter unten).


Verbandsvertreter Gerken und Klasing

Besonders herzlich willkommen geheißen wurden Werner Klasing und Ralf Gerken vom Landessportfischerverband Niedersachsen, die dem Osteland ihre Unterstützung beim Stör-Projekt zusagten. Einen entsprechenden Beschluss habe der Landesvorstand bereits gefasst, sagte Klasing.

Fischereiverband lobt
"ungeheure Dynamik"

Gerken fügte hinzu, die "tolle Vorarbeit" an der Oste sei eine "Steilvorlage" für den Landesverband, der die "ungeheure Dynamik" der Störfreunde an der Oste nutzen wolle.

In diesem Zusammenhang erwähnte Gerken die STÖR-WEBSITE von www.oste.de, die bereits seit 2001 für eine Wiederansiedlung des Störs in der Oste wirbt. "Ich habe neulich fünf Stunden am Stück in dieser Homepage gelesen," sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter des Landesfischereiverbandes.


Ostener Netz in Stralsund (Foto: C. Hubert)

Das vom Ehepaar Günther gerettete Störnetz war vor Jahrzehnten von dem Fischer Karl Nikolaus Stürenberg aus Neuland benutzt worden, der die Fischereirechte gepachtet hatte.

Die letzten Störe im
Birnbaum geschlachtet

In der Neuland-Chronik des Heimatforschers Henry Jungclaus werden Augenzeugen zitiert, denen zufolge Stürenberg noch nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinen Treibnetzen in der Oste gefischt und gelegentlich noch einen Stör erbeutet hat; kleinere Exemplare habe er an sein Fahrrad gebunden, nach Hause befördert, an einem Birnbaum gehängt und geschlachtet.

Ein weiteres Original-Netz ist im Besitz des Ostener Heimatvereins. Es war als Leihgabe schon im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund und während der von SFV und AG Osteland veranstalteten Stör-Ausstellung "Die Rückkehr des grauen Riesen" in der Ostener Fährstuv zu sehen.
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"Dieses Unikat für die
Nachwelt erhalten"

Auszüge aus der Rede von Wolfgang Schütz (AG Wanderfische)


Schütz (l.) bei seinem Grußwort

Getreu dem Motto "Was lange währt, wird endlich gut" freue ich mich, dass heute vom Landessportfischerverband Niedersachsen zwei Vertreter anwesend sind und wir uns nun endlich kennen lernen können. Dass das langfristige Störprojekt in der Oste nicht ohne öffentliche finanziellen Hilfen auskommt, dürfte allen hinreichend bekannt sein. Der Landesverband Niedersachsen ist hierfür der Antragsteller, und gemeinsam wollen wir versuchen, das Projekt zu realisieren.

Wir, die AG Osteland und die AG Wanderfische in der Oste, sind stolz darauf, mit Biologen und Wissenschaftlern gemeinsam dieses einmalige und weltweit beachtete Projekt zur Wiederansiedlung des Europäischen Störs hier in unserer Oste gemeinsam auf den Weg zu bringen. Wir sind zwar 'nur' die Ehrenamtlichen, aber fühlen uns bei diesem Projekt als gleichwertige Partner. Deshalb hier und heute einmal einen großen Dank an die Gesellschaft zur Rettung des Störs, vertreten durch Herrn Spratte, und an Jörn Gessner vom Berliner Leibniz-Institut, für euer Vertrauen, das ihr dem Osteland und speziell uns - Jochen Bölsche und meiner Wenigkeit  - entgegenbringt.

Unsere Aufgabe sehen wir in der Sensibilisierung der Menschen hier vor Ort - sei es durch die praktische Unterstützung des Telemetriebootes bei dessen Tag- und Nacht-Einsatz auf der Oste, sei es durch eine Vielzahl von Vorträgen, die von der AG Osteland medial begleitet werden, sei es durch die zeitnahe und aktuelle Berichterstattung in Presse und Internet, die von der AG Osteland mit Jochen Bölsche vorbildlich praktiziert wird.


Helga Günther mit Jochen Bölsche 

Bei den vielen Gesprächen, aber auch durch den guten Kontakt zu den Menschen vor Ort konnte ich in Erfahrung bringen, dass Herbert und Helga Günter, beide Mitglieder unseres Sportfischervereins, im Besitz eines originalen Störnetzes mit handgeschnitzten Pümpern sind. Glücklicherweise ist die Herkunft dieses Unikates bekannt, und unser Vereinswirt Horst Ahlf konnte berichten, dass er noch mit dem früheren Eigentümer des Netzes, Karl Stürenberg, in den Jahren 1948 und 1949 gemeinsam auf Störfang in der Oste gegangen war.

Wahrscheinlich sind mit diesem Netz die letzten Störe in der Oste durch einen gewerblichen Störfischer gefangen worden. Näheres kann in der Chronik der Ortschaft Neuland von Henry Jungclaus nachgelesen werden. In einem kurzem, aber intensiven Gespräch konnte ich meine beiden Vereinsmitglieder, die über Jahrzehnte das Vereinsgeschehen in vielfältiger Weise mitgestaltet haben, überzeugen, dass dieses Störnetz der Nachwelt unbedingt erhalten bleiben muss und der beste Platz bei der Gesellschaft zur Rettung des Störs ist. So haben sich denn Helga und Herbert Günther bereit erklärt, dieses historische Gut heute zu übergeben.

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Lesen Sie bitte auch auf NEZ online: Stör-Netz für Stör-Retter


Hotelier Ahlf wieder Angelkönig


Ein toller Hecht: 5500 Gramm

10. 10. 2010. Mit einem kapitalen Hecht von 84 Zentimetern Länge und einem Gewicht von 5500 Gramm, den er im Ostener Dorffleet fing, verteidigte Horst Ahlf, "Fährkrug"-Hotelier und 2. Vorsitzender des SFV "Oste, am Wochenende beim traditionellen Königsangeln seinen Titel als Ostener Angelkönig. - Mehr unter www.sfv.oste.de. - Fotos von den besten Fängen der letzten zehn Jahre sind hier zu sehen.


Kontakte über die Elbe geknüpft


Mit an Bord: Sportfischer-Sprecher Schütz

30. 6. 2010. Die Oste und die Stör haben vieles gemeinsam: Sie sind der letzte größere linke beziehungsweise rechte Nebenfluss der Elbe vor der Mündung; beide sind als einziger Fluss in ihrem jeweiligen Bundesland für eine Wiederansiedlung des in Deutschland verschollenen Urzeitfischs Stör vorgesehen; am Ufer beider Flüsse haben Sportfischer und Artenschützer im vorigen Jahr ein Denkmal für den Stör errichtet - Gründe genug für die in Osten ansässige gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., erste Kontakte zu den Störfreunden jenseits der Elbe zu knüpfen.


Das Osteland-Geschwader auf Stör-Kurs

Mit vier Kajütbooten unternahmen Mitglieder des Osteland-Arbeitskreises "Blaues Netz Oste" zu diesem Zweck jetzt eine Geschwaderfahrt nach Beidenfleth an der Stör. Startpunkt war der Yachthafen der Seglergemeinschaft Oberndorf (SGO) unweit des schwimmenden Stördenkmals an der Fährpromenade. Ziel war - nach einem fünfstündigen Törn bei traumhaft schönem Sommerwetter - der idyllische Stör-Hafen von Beidenfleth.


Lützen (r.) zeigt den Itzehoer Störstein

Dort wurde die Delegation vom Itzehoer "Störvater" Uwe Jens Lützen empfangen und per Bus zum Itzehoer Suderhafen gebracht, wo Artenschützer zur Erinnerung an den 2009 erfolgten Erstbesatz der Stör mit dem gleichnamigen Fisch einen Findling mit Gedenktafel aufgestellt haben. Die Störfreunde von der jeweils anderen Elbseite wussten übrigens nichts von den nahezu zeitgleich ablaufenden Aktivitäten.


Renaturiert: ein Abschnitt der Mittleren Stör

Die Besucher aus Niedersachsen - darunter auch Wolfgang Schütz (Osten), Sprecher der Arge Wanderfische Oste - zeigten sich stark beeindruckt von einem 1,2-Millionen-Euro-Projekt zur Renaturierung der Mittleren Stör, das auch Anregungen für eine "wanderfischgerechte" Gestaltung anderer Flüsse bietet.


Projekt für die Kinderstube der Fische

Auf einer zehn Kilometer langen Strecke zwischen Neumünster und Bünzaumündung ist der einstmals brutal begradigte Flusslauf von Gewässerbau-Ingenieuren "remäandriert" und durch das Einbringen von Gesteinsbrocken und Totholz sowie durch die Anlage von Laichbetten und Sandfängen zu einer Kinderstube für Lachs, Meerforelle, Stör und andere Wanderfische umgestaltet worden.


Stör in der Windfahne von Nordoe

Bei einer vierstündigen Tour durch den reizvollen Landstrich beiderseits der Stör stiessen die Gäste von der Oste auch auf historische Spuren des gleichnamigen Fischs. Über dem sogenannten Tempel von Nordoe, einem 1578 im Auftrag von Heinrich Rantzau errichteten Obelisken in der Nähe des Schlosses Breitenburg, kreist eine Wetterfahne mit der wohl ältesten an der Elbe bekannten bildlichen Darstellung eines Störs.


Beidenflether Traditionsgebäck Störkringel

Im gastlichen Fähr- und Hafenort Beidenfleth entdeckten die Gäste von der Oste die einzige Bäckerei, in der noch die legendären "Störkringel" gebacken werden: mit Anis und Sirup hergestellte, extrem haltbare brezelförmige Hartkekse, die, auf Band gezogen, im 19. Jahrhundert von auslaufenden Segelschiffen als Proviant auf große Fahrt mitgenommen wurden.

Nach dem Zwei-Tage-Törn versprachen die Störfreunde - darunter auch Uwe Mählmann, 1. Vorsitzender der Segler-Gemeinschaft Oberndorf, Renate und Jochen Bölsche vom Vorstand der AG Osteland sowie Eddy Uhtenwoldt, Eybe Schönteich und Albertus und Renate Lemke (Blaues Netz / AK Stördenkmal) - eine Fortsetzung der Kontakte über die Elbe.


Haben viel gemeinsam: die beiden Störflüsse

Auch Gastgeber Lützen zeigte sich erfreut, dass nun "die ersten Bande für eine gemeinsame Bewältigung der großen Aufgabe" geknüpft worden seien: "Der Stör verdient es, von allen an allen Orten gestützt zu werden."

Erster Ausdruck der Kooperation war die Übergabe einiger Exponate aus Itzehoe für die jüngst angelaufene Stör-Ausstellung in der Ostener "Fährstuv". Zu den Leihgaben zählen auch die Flaggen von drei schleswig-holsteinischen Gemeinden, die den Kaviarfisch in ihrem Wappen führen.

Die Osteland-Vertreter wurden von "Störvater" Lützen außerdem zum nächsten "Störschipperfest" eingeladen, das seit einigen Jahren in der Nähe des Itzehoer "Stör-Steins" gefeiert wird - nicht zuletzt zur Erinnerung an den größten und meistgefährdeten europäischen Wanderfisch, für dessen Rettung sich nun Sportfischer und Artenschützer beiderseits der Elbe gemeinsam engagieren.


Oste als "Eckpfeiler"der Stör-Rettung


Schütz und Rosenthal mit Störkopf

26. 6. 2010. Die Oste, mit mehr als 150 Kilometern der längste Nebenfluss der Niederelbe, könnte zu einem "Eckpfeiler" der internationalen Bemühungen werden, den massiv gefährdeten Europäischen Stör vor der endgültigen Ausrottung zu retten. Das betonten der Präsident der Weltgesellschaft zur Rettung des Störs, Professor Dr. Harald Rosenthal, und der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste, Wolfgang Schütz, am Wochenende bei der Eröffnung einer Ausstellung mit dem Titel "Die Rückkehr des grauen Riesen" in der musealen "Fährstuv" an der Schwebefähre Osten - Hemmoor.


V. l. n. r.: Bölsche, Hubert, Rosenthal, Schütz

In den vergangenen Jahrzehnten war der Europäische Stör (Acipenser sturio) in Deutschland so "selten wie die Blaue Mauritius" und so "wertvoll wie die englische Königkrone" geworden, so ein Experten-Zitat in der von Jochen Bölsche (Arbeitsgemeinschaft Osteland) gestalteten Ausstellung. Die Störart, mit deren Fleisch bis vor 100 Jahren noch das Gesinde abgespeist wurde und dessen Eier, das "schwarze Gold", als "Hamburger Kaviar" vermarktet wurden, existiert heute weltweit in freier Natur nur noch in der französischen Gironde, wo Elterntiere für die Nachzucht genutzt werden, auf die sich die Hoffnungen der Artenschützer an Oste und Elbe richten.


Stark vertreten: der Ostener Rat

Der Fischbiologe Rosenthal - vorgestellt als Wissenschaftler mit sieben Doktortiteln - bestätigte in seiner Ansprache die dramatische Lagebeurteilung im neuen "Nationalen Aktionsplan zum Schutz und zur Erhaltung des Europäischen Störs". Demnach ist der einst in der Oste heimisch gewesene Stör "jetzt eine der am meisten gefährdeten Fischarten in Europa": "Die gegenwärtige Situation mit weltweit nur einer bekannten Restpopulation in Frankreich ist ernst."

Laut Aktionsplan gilt es, auch im Elbeeinzugsbereich gegen die Hauptursachen des Bestandsrückgangs anzugehen: "Neben den vom Menschen verursachten Veränderungen der Flüsse wie Eindämmung, Errichtung von Querbauwerken und Gewässerbelastung stellt die Überfischung einen Schlüsselfaktor für die drastische Abnahme der Populationen dar."


Tod durch Gier nach dem "schwarzen Gold"

Er sei, sagte Rosenthal an die Adresse der Artenschützer in den Angelvereinen an der Oste, "begeistert von Ihrer Begeisterung". Er empfahl den Sportfischern und der AG Osteland einen "langen Atem", denn bis zu einer erfolgreichen Wiederanstedlung des Störs müsse mit einem "Mindestzeitraum von 30 Jahren" gerechnet werden.


Bürgermeister Saul (Hemmoor) informiert sich

In einem Grußwort zur Ausstellungseröffnung hatte auch die in Rostock ansässige "Gesellschaft zur Rettung des Störs" die Bemühungen der Oste-Anrainer gewürdigt: "Offenbar ist hier, genauso wie an der Stör und der Unterelbe, der Bezug zu diesem Fisch mehr als lebendig beblieben. Als ein Zeichen  dieser fortwährenden Verbindung ist - neben dem Oberndorfer Stördenkmal, der Störkonferenz von Großenwörden und der Unterstützung der 'Gesellschaft zur Rettung des Störs' - die Eröffnung dieser Ausstellung zum Stör zu sehen. Die AG Osteland, die Ostepachtgemeinschaft und die AG Wanderfische der Osteanrainer setzen somit wieder ein Zeichen, dass es ihnen ernst ist mit dem Versuch, die Bevölkerung zu aktivieren und einzubinden, wenn es um Schutzmaßnahmen zur Erhaltung des kulturellen Erbes der Region geht", erklärten die Vorstandsmitglieder Jörn Geßner und Gerd-Michael Arndt.

Sportfischer-Vertreter Schütz hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Oste für die internationalen Ansiedlungsbemühungen mit dem Hinweis auf Daten aus dem Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei hervor. Danach war die einstmals blühende professionelle Störfischerei in der Oste zwar bereits um 1910 zusammengebrochen, Einzelfische jedoch wurden noch bis 1986 in der Oste gefangen, die damit als "der letzte deutsche Fluss mit einem Störnachweis" gegolten habe. Das erlaube Zuversicht in Bezug auf eine Eignung gerade dieses Flusses für das nationale Wiedereinbürgerungsprojekt.


Störforscherin Gisela Tiedemann-Wingst

Auf den Stör, erklärte Schütz, treffe ebenso wie auf Lachs und Meerforelle der Erfahrungssatz zu: "Ist die Gewässerqualität auch noch so gut, es wird sich niemals alleine eine neue Population entwickeln. Hier muss, zum wiederholten Male, der Mensch der Natur unter die Arme greifen und Wiedergutmachung für die Sünden der Vergangenheit leisten" - also geeignete Jungfische in geeignete Gewässer einbringen.


Ehepaar Mählmann vom AK Stördenkmal

Schütz hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung der engen Kooperation zwischen französischen und deutschen Fischbiologen hervor. Diesen Kontakten zu verdanken sei die Lieferung von Jungfischen aus der Gironde für Nachzuchtzwecke und Besatzmaßnahmen unter anderem in der Oste und in der schleswig-holsteinischen Stör.

Im Zuge dieser Zusammenarbeit wird am 6. Juli eine Delegation französischer Wissenschaftler die Oste besuchen. Dort wollen die Forscher die Störausstellung in Osten und das 2009 eingeweihte schwimmende Stördenkmal in Oberndorf besichtigen. Außerdem nehmen die Franzosen das auf der Oste eingesetzte Forschungsboot "Acipenser" in Augenschein, von dem aus das Verhalten der kürzlich zu Versuchszwecken im Oberlauf bei Zeven ausgesetzten, mit einem implantierten Sender versehenen Jungstöre verfolgt wird.


Schuf eine Stör-Hymne: Hanni Milan

Auf eine enge Kooperation mit den Störschützern an der Stör, die bei der Ausstellungseröffnung durch den "Störvater" Jens Uwe Lützen und dessen Mitstreiter Jonni Kostbade aus Itzehoe vertreten waren, zielt eine in der AG Osteland organisierte "Geschwaderfahrt" von Sportbootfahrern und Sportanglern von der Oste nach Beidenfleth / Stör.


Gäste von der Stör: Kostbade und Lützen

Am "Schwesterfluss" Stör informieren sich die Gäste aus Niedersachsen über die schleswig-holsteinischen Bemühungen, auch dieses Gewässer "wanderfischgerecht" zu gestalten. Besichtigt werden soll auch ein Stördenkmal, das voriges Jahr im Suderhafen von Itzehoe aufgestellt worden ist und das an den Urzeitfisch erinnern soll, dem der
Fluss möglicherweise seinen Namen verdankt.


Horeis im Gespräch mit Prof. Rosenthal

Zu Beginn hatte der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert den Ausstellungsmachern gedankt, dass sie dem Publikum an der Oste zum Teil "weltweit einzigartige Exponate" zugänglich gemacht zu haben. 


Kaviar-Verpackungen aus vielen Ländern

Hubert, der rund 40 Vertreter aus der Kommunalpolitik sowie von Sportfischer-, Wassersport- und Heimatvereinen begrüßen konnte, gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass in der Nachbargemeinde Oberndorf, die durch Bürgermeister Detlef Horeis vertreten war, nach dem "schwimmenden Stördenkmal" auch ein Stör-Informationszentrum angedacht ist.

Geöffnet ist die Stör-Ausstellung bis 7. August täglich von 11 bis 17 Uhr, Eintritt frei.

Ein ausführlicher Bericht über die Rede von Wolfgang Schütz steht auf www.sfv.oste.de.


"Meilenstein für den Artenschutz"


Der erste Stör für die Obere Oste

19. 6. 2010. In Anwesenheit vieler Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen, Kommunalpolitik und Sportfischerei ist am Sonnabend erstmals der Oberlauf der Oste mit jungen Stören besetzt worden. Bei Offensen (Samtgemeinde Zeven) startete damit die zweite Etappe des Versuchs, den in Deutschland ausgestorbenen Kaviarfisch im längsten Nebenfluss der Niederelbe wieder heimisch zu machen.

Nachdem bereits im April vorigen Jahres 55 Jungstöre versuchsweise im Unterlauf der Oste bei Bremervörde ausgesetzt worden waren, sei nun ein "neuer Meilenstein für den Artenschutz" gesetzt worden, urteilt die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste, zu der sich Sportfischervereine und die AG Osteland zusammengeschlossen haben. 

Die in Offensen ausgesetzten Störe sind mit Miniatursendern bestückt, mit deren Hilfe Berliner Fischereiforscher das Verhalten der Tiere während der nächsten Wochen zunächst von einem Kahn, dann von einem Kajütboot aus verfolgen können.

Die Aktion ist Bestandteil eines internationalen Projekts zur Wiedereinbürgerung des im 20. Jahrhundert auch in der Oste ausgerotteten Urzeitfischs, über das eine Ausstellung mit dem Titel "Die Rückkehr des grauen Riesen" Auskunft gibt, die ab kommenden Sonnabend, 26. Juni, 15 Uhr, in der "Fährstuv" am Fährplatz in Osten zu sehen sein wird. 


Bürgermeister Klintworth, Sportfischer Schütz

Die Ausstellung, zu der Wolfgang Schütz (AG Wanderfische) und Jochen Bölsche (AG Osteland) historische Fotos, Gerätschaften der einstigen Störfischer von der Oste sowie Störpräparate zusammengetragen haben, wird vom Vorsitzenden der Weltgesellschat zur Erhaltung des Störs, Prof. Dr. Harald Rosenthal, eröffnet. Der Fischereiforscher wird darlegen, inwiefern er die relativ naturnahe Oste als einen "Eckpfeiler" bei dem Versuch ansieht, die Existenz des nur noch in der französischen Gironde in freier Wildbahn vertretenen Europäischen Störs (Acipenser sturio) zu sichern.

Bei der Besatzaktion in Offensen begrüßte der Bürgermeister der Samtgemeinde Zeven, Johann-D. Klintworth, das Artenschutzvorhaben und wünschte den Tieren "viel Lebenskraft und viele Nachkommen". Klintworths Stellvertreter Dirk Glaß, zugleich Vizevorsitzender des Angelsportvereins Zeven, setzte die Jungstöre daraufhin gemeinsam mit dem Projektleiter Dr. Jörn Geßner in das Wasser der Oste.


Fischbiologen verfolgen den Funk-Stör

Versuchsleiter Geßner zeigte sich erfreut über das "positive Echo in der gesamten Region", das der Versuchsbesatz gefunden habe, und insbesondere über die Unterstützung durch die Sportfischer und die AG Osteland, die sich "in den letzten Jahren ein Bein für den Stör ausgerissen" hätten. 

Dank sagte der Fischereiwissenschaftler auch dem Sponsor Eddy Meyer-Rochow für eine 1000-Euro-Spende zugunsten der Telemetrietechnik zur Verfolgung der Versuchsstöre (wir berichteten) sowie der Offenser Dorfgemeinschaft um deren Ehrenvorsitzenden Karl-Walter Bluhm; zur Ehre dieser beiden Männer erhielten die ausgesetzten Störe die Namen "Eddy" und "Karl-Walter".

Zuversichtlich äußerte sich Projektleiter Geßner über die Eignung der Oste für eine Wiederansiedlung des Störs. An dem Elbnebenfluss war es den Sportfischern in den vergangenen Jahrzehnten bereits gelungen, den ebenfalls ausgestorbenen Lachs wieder heimisch zu machen, so dass die Oste in Fachkreisen heute als "Deutschlands Lachsgewässer Nummer eins" gilt. 

Die aktuelle Besatzmaßnahme erfolgt im Rahmen eines seit 1996 gemeinsam von Deutschland und Frankreich durchgeführten internationalen Projektes zur Arterhaltung und Wiederansiedlung des Europäischen Störs. Damit werde, so Geßner, "nach den ersten erfolgreichen Untersuchungen zur Wanderung und Habitatnutzung des Europäischen Störs in der Oste versucht, die bislang bestehenden Wissenslücken zu schließen". 

Das Projekt wird, wie Dr. Henning von Nordheim vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) erklärt, als ein "wichtiger Beitrag zur Rückkehr der Störe in den Nordseeraum und zu den Bemühungen zum Schutz der globalen Biodiversität" eingeschätzt. Das Bundesamt für Naturschutz fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) seit Mitte der 1990er Jahre Projekte zum Wiederaufbau von Beständen des Europäischen und des Atlantischen Störs in deutschen Flüssen und Meeresgebieten der Nord- und Ostsee. 


Interessiertes Publikum auf dem Ostesteg

Diese Projekte werden, unterstützt durch Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Landes Mecklenburg-Vorpommern, federführend von der Gesellschaft zur Rettung des Störs e. V. in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin und der französischen Cemagref seit 1996 durch den Austausch von Tieren und durch enge wissenschaftliche Zusammenarbeit realisiert. 

Das Projekt ist Bestandteil einer langfristigen Strategie zum Aufbau sich selbst reproduzierender Bestände heimischer Störarten, nachdem diese durch intensive Fischerei sowie zunehmende Gewässerverbauung und -verschmutzung seit Mitte des 19. Jahrhunderts einen massiven Bestandseinbruch erfahren haben. 

Ziel des aktuellen experimentellen Besatzes ist es, für den zurzeit im deutschen Nordseeeinzugsgebiet als ausgestorben bzw. als verschollen geltenden Stör wichtige Informationen zu Lebensraumansprüchen und Gefährdungsfaktoren zu erheben, die wesentliche Grundlagen für die weiteren Arbeiten zur Wiederansiedelung in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Nordsee und ihren Zuflüssen darstellen. 

Eine weitere Voraussetzung für die Rückkehr des Störs ist - neben der Verfügbarkeit intakter Lebensräume - die Passierbarkeit der Ströme und ihrer wichtigsten Nebengewässer, um die Wanderung dieser Art zwischen ihren Laichgebieten im Oberlauf der Flüsse und der Hauptnahrungsgebiete im Meer zu gewährleisten. Hierfür muss auch nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft Osteland und der Sportfischervereine an der Oste durch die Errichtung von artgerechten Aufstiegshilfen für eine verbesserte Passierbarkeit der Flüsse für Störe und andere Wanderfischarten gesorgt werden.

Die Bedeutung von naturnahen Flussgebieten für den Artenschutz kommt auch in der Wahl des jetzigen Besatzortes zum Ausdruck, wie Dr. Geßner und Dr. von Nordheim betonen: "Die Oste ist ein Fluss mit einer in weiten Teilen überdurchschnittlichen Gewässergüte und -struktur, die naturnahe Lebensräume bietet. Bei positiver Entwicklung des Projektes könnte sie zukünftig die Kinderstube für junge Störe darstellen. Dies wird auch von der Niedersächsischen Landesregierung im Rahmen ihrer Artenschutzstrategie unterstützt."

Sich selbst erhaltende Bestände des Störs sollen in Zukunft als Leit- und Indikatorart für naturnahe Gewässer auch in anderen deutschen Flüssen und Meeresgebieten wieder aufgebaut werden. Maßnahmen zum Schutz der Störe werden aber auch anderen, weniger bekannten Wanderfischarten helfen, indem wichtige Lebensräume erhalten oder wiederhergestellt werden. Eine wesentliche Vorraussetzung zum Schutz wandernder Fischarten bilden die Passierbarkeit der Flüsse sowie ein Netzwerk von Schutzgebieten zur Erhaltung der wichtigsten Lebensräume der Arten.

Quelle: www.oste.de


Die Stör, die Oste und die Störe


Stördenkmal im Hafen Itzehoe / Stör

Stördenkmal im Hafen Oberndorf / Oste

14. 5. 2010. Die enormen Chancen, die eine Wiederansiedlung des Störs für den Tourismus bietet, sind auch an dem schleswig-holsteinischen Fluss Stör erkannt worden, in dem - ebenso wie in der Oste - derzeit ein Versuchsbesatz mit dem urzeitlichen Kaviarfisch läuft. An der Hafenstraße am Suderhafen in Itzehoe ist mittlerweile, wie auch in Oberndorf, ein Stördenkmal errichtet worden.


Schwesterflüsse: Oste und Stör

Nach einem Bericht der Lokalzeitung shz soll die Stör mit ihren Nebenflüssen (Gesamtlänge: 44 Kilometer) mit Millionenaufwand renaturiert werden. Gefördert werde das Projekt vom Land Schleswig-Holstein.


Wappen von Bahrenfleth und Bekmünde

In erheblichem Umfang sei, so die Medienberichte, auch rund um Itzehoe in Sachen Stör "das Bewusstsein der Bevölkerung gestiegen". So wird an diesem Wochenende, 15./16. Mai, in Itzehoe wieder ein großes Störschipperfest gefeiert (Programm hier).

Zwei Gemeinden an der Stör haben den Fisch in ihre neu gestalteten Wappen aufgenommen, ferner gebe es  Vorträge und Rundfunkbeiträge zum Thema.


Stör auf der Windfahne in Nordoe

Nach historischem Vorbild ist die Windfahne es 1578 erbauten sogenannten Tempels von Nordoe (Gemeinde Breitenburg) restauriert worden - mit einem stilisierten Stör; er gilt als der älteste bildliche Nachweis des archaischen Fisches in der Region (mehr im Stör-Anglerforum, dem auch das gelungene Windfahnen-Foto entstammt, und bei den Itzehoer Sportfischern).

Über die zunehmende touristische Bedeutung der Stör berichtete Olaf Prüß (Region Nord, Büro für Regionalentwicklung). Der Experte wünschte sich eine "noch bessere touristische Vernetzung mit dem ganzen Bereich der Unterelbe". Dabei könne der Stör als länderübergreifendes Element dienen.

In Oberndorf wird, wie berichtet, die Einrichtung eines Stör-Informationszentrums angestrebt.


Weitere Funk-Störe für die Oste


Sportfischer Schütz (2. v. l.) in Büsum

11. 5. 2010. Der Versuchsbesatz der Oste mit dem nahezu ausgestorbenen Europäischen Stör (Acipenser sturio) wird wahrscheinlich am Sonnabend, 29. Mai, in der Nähe von Zeven fortgesetzt. Die beteiligten Wissenschaftler setzen grosse Hoffnungen in die Eignung des längsten Nebenflusses der Niederelbe als Störgewässer. Das wurde jetzt in Fachtagungen in Hannover und Büsum deutlich, bei denen die Sportfischer von der Oste durch ihren Vorsitzenden Wolfgang Schütz (Osten) vertreten waren.


Thema auch hier: die Oste-Störe

Bei einem Gespräch im hannoverschen Umweltministerium wurde, so Schütz, "deutlich gesagt, dass der Versuch der Wiedereinbürgerung zügig vorangetrieben werden soll". Weiterhin seien die Vorzüge der Oste deutlich hervorgehoben sowie eine Reihe von fachlichen Detailfragen geklärt worden - zum Beispiel habe Einigkeit bestanden, "dass das Wehr bei Bremervörde nicht wegen des Versuchsbesatzes zurückgebaut werden muss".

Schütz weiter: "Die hervorragende Pressearbeit vor Ort wurde ebenso hervorgehoben wie die langjährige Erfahrung der Oste-Sportfischer bei der Wiedereinbürgerung von Lachs, Meerforelle, Schnäpel und Aalquappe."

Ein Bericht über die Jahreshauptversammlung der Störschützer in Husum steht auf der Sportfischer-Website sfv.oste.de. Ein NEZ-Bericht von Wiebke Kramp über das Stör-Projekt steht hier.


Der Urfisch wirbt für die Oste


Angelwoche-Bericht - grösser: S. 1, S. 2

14. 5. 2010. Die Wiederansiedlung des Störs in Elbe und Oste fasziniert seit Monaten die gesamte deutsche Sportfischer-Presse - von der Angelwoche (Ausschnitt oben) über den Blinker (Bericht hier) bis zu Fisch und Fang (Bericht hier).

So trägt das Stör-Projekt dazu bei, den lange Zeit "vergessenen Fluss" unter Sportfischern bundesweit bekannt zu machen - und vielleicht auch den einst blühenden Angeltourismus im Osteland wiederzubeleben.


Zeitschriften mit aktuellen Stör-Berichten

Unter der Überschrift "Der Stör kommt wieder" berichtet jetzt die "Angelwoche" erneut über die Wiederansiedlung des europaweit nahezu ausgestorbenen Urzeit-Fisches sowie den "Stör-Gipfel" in Großenwörden (Download von Seite 1, Seite 2 als PDF-Datei). Ausführlich kommt Sportfischer-Sprecher Wolfgang Schütz zu Wort.


Januar-Bericht in der "Angelwoche"

Bereits zu Jahresbeginn hatte die "Angelwoche" über die Aktivitäten an der Oste berichtet, beispielsweise über den "Tag der Fische" im Natureum.

Sehr viel ausführlicher ist ein aktueller NEZ-Bericht von Wiebke Kramp steht hier.

Unterstützt wird das Oste-Stör-Projekt von der ARGE Wanderfische Oste, in der unter anderem die Ostepachtgemeinschaften der Sportfischer und die AG Osteland kooperieren.


Achtes Laichbett für Oste-Lachse


Zevener Lachsvater Ernst Peters

10. 5. 2010. Dank guter Zusammenarbeit zwischen Zevener Anglern und dem Unterhaltungsverband Obere Oste ist jetzt im Fluss bei Tiste das achte "Laichbett" für Lachse und Meerforellen zwischen Brauel und Burgsittensen angelegt worden. "Lachsvater" Ernst Peters, Vorsitzender der Besatzgemeinschaft Oste I und Oste-Preisträger, sowie Verbandsgeschäftsführer Wilhelm Meyer - beide Mitglieder der AG Osteland - lobten die gute Zusammenarbeit.

Peters betonte, die die Lachs- und Forellenpopulation in der Oste müsse so weit vergrößert werden, dass sich die Fische eigenständig erhalten können. Dazu sei es nötig, das Ostewehr an der Sittenser Wassermühle mit einem Umgehungsgerinne zu versehen.

Ausführlicher Bericht in der Nordsee-Zeitung.


"Oste-Oscar" für Artenschützer


Geßner und Schütz mit "Goldenem Hecht"

März 2010. Einen Tag nach dem von ihm organisierten großen Störgipfel in Großenwörden erfuhr der Ostener Sportfischer-Vorsitzende Wolfgang Schütz eine besondere Ehrung: Gemeinsam mit dem Berliner Fischbiologen Dr. Jörn Geßner wurde er beim 6. Tag der Oste in Hagenah mit dem "Goldenen Hecht" in der Kategorie Naturschutz ausgezeichnet. In der von Bernd Jürgens (AG Osteland / Blaues Netz Oste) vorgetragenen Laudatio heißt es wörtlich:

Fünf Jahre nach der Verleihung des "Goldenen Hechts" an Egon Boschen und Ernst Peters für ihre Verdienste um die Wiederansiedlung des verschollenen Lachses in der Oste hat ein neues Kapitel in der Ökologiegeschichte des Flusses begonnen. Die Oste, die dank der Bemühungen der hiesigen, über 7800 Mitglieder starken Sportfischervereine heute als „Deutschlands Lachsfluss Nummer eins" anerkannt ist, wird sich, so ist zu hoffen, als Paradegewässer auch für die Wiedereinbürgerung des in Deutschland seit Jahrzehnten ausgestorbenen Europäischen Atlantischen Störs (Acipenser sturio) erweisen.


Schütz und Geßner beim Stör-Gipfel

Der Wissenschaftler Dr. Jörn Geßner hat als Mitglied der Gesellschaft zur Rettung des Störs und durch seine Arbeit im Berliner Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Gewässerökologie die Wiederansiedlung des Störs in internationaler Kooperation maßgeblich vorangetrieben und insbesondere den stark beachteten experimentellen Erstbesatz der Oste mit 55 Jungstören im April 2009 im Rahmen eines Vorhabens des Bundesamtes für Naturschutz vorbereitet undwissenschaftlich begleitet.


Schütz (r.) im Kreis der Preisträger

Der Ostener Sportfischer Wolfgang Schütz hat als Vorsitzender der Ostepachtgemeinschaft I  und als Sprecher des 2009 in Zusammenarbeit mit der AG Osteland gegründeten Arbeitskreises Wanderfische Oste dievielfältigen Bemühungen gefördert, in der Osteregion für eines der bedeutendsten europäischen Artenschutz-Projekte der Gegenwart zu werben – sei es durch die Errichtung eines Stördenkmals und einer Stör-Infostelle am Fluss, sei es durch den  "Tag der Fische" im Natureum Niederelbe, ein Infozelt beim Ostener Fährmarkt und eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen, sei es durch seinen unablässigen Einsatz für eine wanderfischgerechte Oste. -Dr. Jörn Geßner und Wolfgang Schütz haben sich um die Oste verdient gemacht.

Ein ausführlicher Bericht über den 6. Tag der Oste und die übrigen Preisträger steht auf dieser SONDERSEITE.


Zeitung porträtiert Angler-Sprecher


Schütz-Porträt auf NEZ online (lesen)

März 2010. Die Niederelbe-Zeitung hat den Oste-Sportfischersprecher Wolfgang Schütz porträtiert. Der Artikel von Wiebke Kramp über den "Lobbyisten für Lachs und Stör" kann hier im Netz gelesen werden.


Oste als Eckpfeiler für Welt-Programm


Störschützer Rosenthal (Foto: C. Schmidt)

März 2010. "Der Stör ist kein lokaler Fall, sondern die Wiederansiedlung in der Oste im Kontext weltweiter Bemühungen zu sehen." So resümierte die Niederelbe-Zeitung die Botschaft von Prof. Dr. Harald Rosenthal (Neu Wulmstorf), Präsident der 2003 gegründeten Weltgesellschaft zum Schutz der Störe, auf dem von Wolfgang Schütz (Osten) geleiteten Stör-Gipfel im Großenwördener Hof. Im vollbesetzten Saal, in dem das Oberndorfer Stördenkmal aus Blickfang diente, entwarf Rosenthal einen Schlachtplan zur Rettung des Riesenfischs: "Getrennt marschieren, vereint schlagen – und das auf allen Ebenen."


Aufmerksame Zuhörer im vollbesetzten Saal

Vor rund 100 Zuhörern - darunter die Bürgermeister Detlef Horeis (Oberndorf), Carsten Hubert (Osten) und Bernhard Witt (Großenwörden) sowie Vertreter von Funk, Fach- und Lokalpresse - machte Weltpräsident Rosenthal den Sportfischern und der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische in der Oste Mut: "Ihre Arbeit ist absolut wichtig, Ihre Informationen und Zuarbeit für uns essenziell." Der Professor zeigte sich beeindruckt von der "Lichtgeschwindigkeit", mit der an der Oste das Stör-Projekt seit seinem letzten Besuch 2004 fortgeschritten sei (mehr).


Referenten Geßner, Groß (Fotos: C. Schmidt)

Wenn der Aktionsplan Europäischer Stör demnächst nationale Aufgabe wird, könnte die Oste ein Eckpfeiler für ein Wiederansiedlungsprogramm werden, zeigte sich Dr. Jörn Geßner vom Berliner Leibniz-Institut und der Gesellschaft zur Rettung des Störs (Rostock) zuversichtlich. Der Projektleiter für den im vorigen Jahr begonnenen Wiederbesatzversuch Oste stellte dar, dass bisher gesammelte Daten sowie die Vor-Ort-Unterstützung dafür sprächen. In den nächsten zwei Jahren werde die Eignung der Oste weiterhin untersucht.

Einen ausführlichen Bericht des Öko-Fachjournalisten Christian C. Schmidt (ccs-media) über Geßners Referat und den Stör-Gipfel steht hier.

Geplant sei zunächst, bis 2012 pro Jahr 50 Jungtiere plus wenige mit Funksendern ausgestattete Störe versuchsweise auszusetzen, weil unverzügliches Handeln angezeigt sei: Von den weltweit 27 Störarten seien fast alle hochgradig gefährdet.

Der Gewässerexperte Dipl.-Ing Rudolf Gade vom niedersächsische Umweltministerium hatte zuvor versichert, das Problem des Bremervörder Wehrs - Wanderfisch-Hindernis Nummer eins in der Oste - sei ekannt, man arbeite an einer Lösung. Ralf Groß vom NLWKN gab erschöpfend Auskunft über die verschiedenen Fördermöglichkeiten für eine Umsetzung des Stör-Projekts.

Mehr zum Thema Wanderfische in der Oste auf derWebsite der Ostener und Großenwördener Sportfischer.


Schlüsselfunktion im Artenschutzjahr


Oste-Angler im Leibniz-Institut (Foto: Bölsche)

Januar 2010. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen sprechen an diesem Montag, 11. Januar, in einer Festveranstaltung zum Auftakt zum "Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt", mit dem die Vereinten Nationen das Thema Artenschutz weltweit ins Bewusstsein rufen wollen. Die Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V. verweist aus diesem Anlass auf die "Schlüsselfunktion" der Oste für die Erhaltung des Europäischen Atlantischen Störs (Acipenser sturio), einer der meistbedrohten Fischarten des Kontinents.


Angela Merkel eröffnet des UN-Artenschutzjahr

Die AG Osteland stützt sich auf Erkenntnisse renommierter Fachwissenschaftler. Der urtümliche Kaviarfisch, der einst in großer Zahl auch in der Oste heimisch war, steht in seinem gesamten Verbreitungsgebiet unmittelbar vor dem Aussterben oder ist lokal bereits ausgestorben. Verschiedenen internationalen Abkommen und Konventionen zufolge zählt dieser Fisch heute zu den am stärksten bedrohten Tierarten Europas.  Daher werden für den seit 1998 streng geschützten Stör auch von der EU vorrangig Arterhaltungs- und Wiedereinbürgerungsmaßnahmen gefordert.

Das von Vertretern der Sportfischerei und der AG Osteland unlängst besichtigte Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin-Friedrichshagen, das im Rahmen eines vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Vorhabens im Frühjahr 2009 einen vielbeachteten Versuchsbesatz mit Jungstören in der Oste vorgenommen hatte, sieht sich vor zwei schwierige Aufgaben gestellt: einerseits geeignete Gewässer für eine Wiedereinbürgerung ausfindig zu machen, andererseits durch Nachzucht genügend Jungtiere der bedrohten Art bereitzustellen.


Forscher Gessner ("Fisch und Fang"-Website)

Wie schwierig und wie dringlich diese Aufgaben sind, zeigt der Umstand, dass Bestände von Acipenser sturio außerhalb der Gironde in Frankreich, in der gerade noch rund 600 Tiere aller Alterklassen vermutet werden, "derzeit nicht mehr nachweisbar" sind, so der Berliner Fischerei-Experte Dr. Jörn Geßner.

Weil Frankreich nur eine "begrenzte Anzahl" von Satzfischen zur Verfügung stellen kann, kommt der "Auswahl eines möglichst optimal geeigneten Gewässersystems" nach Ansicht der Wissenschaftler besondere Bedeutung zu. Für eine Eignung der Oste spricht der Umstand, dass dieser Fluss "nach den ersten Untersuchungen offenbar längere Verweilzeiten der Störe ermöglicht", heißt es in einem der AG Osteland jetzt vorliegenden Bericht über "Erste Ergebnisse der telemetrischen Untersuchungen zu Wanderverhalten und der Habitatnutzung des Europäischen Störs in der Oste".


Stör-Experte Fredrich auf der "Acipenser"

Die Verfasser Jörn Geßner und Frank Fredrich konstatieren darin "eine gute Eignung des Flusses für die Jungfische im Rahmen der Untersuchung". Fredrich hatte auf der Oste mit Hilfe des Forschungsbootes "Acipenser" das Verhalten der ausgesetzten, zum Teil markierten und mit einem implantierten Ultraschallsender versehenen Tiere wochenlang rund um die Uhr beobachtet.

Die Tiere fühlten sich in der Oste offenbar wohl. "Die lange stationäre Phase des Aufenthaltes der Fische  wurde so in keinem anderen Gewässer beobachtet," heißt es in dem bislang unveröffentlichen Zwischenbericht. "Eine derartig intensive Nutzung des Lebensraums" lasse nur den Schluss zu, dass der Lebensraum sehr gut für die Ansprüche der beobachteten Tiere geeignet sei.

Im neuen Jahr sollte, so das Papier, "die Nutzung der mittleren Oste untersucht werden, um deren potentielle Eignung als Jungfischhabitat zu bestimmen". Eine Wiederholung der Arbeiten mit verschiedenen Größen der Tiere in den Jahren 2010 und 2011 scheine zur Absicherung der bisherigen Ergebnisse geboten. Insbesondere sei auch der Bereich der Oste oberhalb des Bremervörder Wehrs "von potentieller Bedeutung" insbesondere für frühe Lebensstadien. Daher sollte "der Mittellauf in die weiteren Untersuchungen einbezogen werden".


Bremervörder Wehr: Bedeutsamer Mittellauf

Um die Oste und ihre Zuflüsse "fischdurchgängig" zu machen, setzen die Artenschützer nicht nur auf Gemeinden wie Sittensen, das noch in diesem Jahr eine Querverbauung im Bereich der Wassermühle beseitigen will, sondern auch auf weitere staatliche und nichtstaatliche Unterstützung.

Die Niedersächsische Bingostiftung hat nach Angaben ihres Geschäftsführers, des früheren CDU-Landtagsabgeordneten Karsten Behr, für die Wiederansiedlung des Störs in der Oste kürzlich bereits rund 20.000 Euro bewilligt. Weitere Zuschussanträge laufen zur Zeit, wie der Vorsitzende des Wanderfisch-Arbeitskreises der Sportfischer, Wolfgang Schütz (Osten), mitteilt.

In diesem Zusammenhang verweisen die Sportfischer und die AG Osteland auf eine entsprechende Klausel des Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und FDP. Darin heißt es: "Frei fließende Flüsse haben einen hohen ökologischen Wert. Die Durchgängigkeit der Flüsse für wandernde Fische muss wiederhergestellt werden. Für den Natur- und Hochwasserschutz sollen natürliche Auen reaktiviert und Flusstäler, wo immer möglich, renaturiert werden."

Um für die Rettung des Europäischen Störs zu werben, planen Angler und Artenschützer für die kommenden Wochen eine Informationsoffensive in den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg.

Am Freitag, 19. Februar, 19 Uhr, referiert Sportfischer-Vorsitzender Wolfgang Schütz in Osten im Clubhaus des Wassersportclubs Osten an der Ostebrücke in einer öffentlichen Veranstaltung über die Wanderfische in der Oste einst und jetzt. Dazu liest Jochen Bölsche (AG Osteland) aus dem Buch "Über die Oste".


Störfreunde Schütz (M.) mit Kück und Tiedemann

Einen "Stör-Gipfel" mit renommierten Experten veranstaltet die Ostepachtgemeinschaft (OPG) der Sportfischer im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung am Sonnabend, 6. März, im Saal des "Großenwördener Hofs" in Großenwörden . Ab 16 Uhr behandelt Prof. Harald Rosenthal, Präsident der World Sturgeon Conservation Society (Weltgesellschaft zur Erhaltung des Störs), das Thema "Weltweiter Gefährdungsstatus der Störe und internationale Bemühungen zu ihrer Rettung". Jörn Geßner - unlängst zurückgekehrt von einer Stör-Weltkonferenz in Wuhan (China) - beantwortet die Frage: "Was macht die Oste so besonders?". Ralf Gros (Lüneburg) vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) referiert über "Möglichkeiten zur Umsetzung des 'Nationalen Aktionsplans zur Wiederansiedlung des Störs' in Niedersachsen".

Am Sonntag, 7. März, steht das Thema Oste-Störe auch auf der Agenda des "6. Tages der Oste" im Gasthaus Hellwege in Hagenah (Kreis Stade), wo der Berliner Störforscher Geßner den Festvortrag hält. Nachdem die AG Osteland und die Sportfischer voriges Jahr in Balje (Kreis Stade) und in Oberndorf (Kreis Cuxhaven), dem Standort eines Stördenkmals, zu mehreren Stör-Infoveranstaltungen eingeladen hatten, soll ein weiterer, noch nicht terminierter Vortrag des OPG-Vorsitzenden Schütz im Frühjahr in Sittensen (Kreis Rotenburg) folgen.






Ein Projekt der

Die Lobby für die Oste