Die Deutsche Krimistraße
Morde zwischen Moor und Meer (6)

Die Reize der Region schildert der Rönndeich-Kenner Jürgen Petschull: 

"Weiße und rosafarbene Meere von Kirsch- und Apfelblüten im Frühling, blendendgelbe Raps- und Kornfelder im Sommer, bunte Alleen, prallvolle Obstbäume und knackig fallende Kastanien und Walnüsse im Herbst." 

Aber der langjährige Anwohner kennt auch die dunklen Seiten des Landstrichs rund um die Deutsche Krimistraße. In einem Essay schreibt er über den Winter in der Region:

"Sonnenfreaks und Steilwandkletterer können bei uns leicht in längerfristige Schwermut verfallen. Der Nebel, der Nieselregen, die blattlosen Baumsilhouetten vor steingrauen Wolken, das endlose, flache, langweilige Land, der matschige Boden unter kalten Gummistiefeln, die mit jedem Schritt schwerer werden - da muss man durch, durch die bleierne Zeit von November bis Februar... Drei Monate mies, neun Monate Paradies." 

Sein Autoren-Kollege Emanuel Eckart spekuliert in einer großartigen Reportage über die psychischen Auswirkungen auf die Bewohner der Gegend rund um das Kehdinger Moor:

"Brägenklüterig könnte man werden in dieser tropfnassen Welt aus Nebelbänken und moorigem Bruchwald. Kahle Obstbäume stehen in Reihe wie verkrüppelte Kreuze auf einem Heldenfriedhof... Nur die Ortsschilder bringen etwas Farbe... Man muß sie laut lesen, diese Namen: Himmelpforten und Engelschoff, das läßt hoffen auf eine bessere Welt."

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