Die Deutsche Krimistraße
Morde zwischen Moor und Meer (1)

Wo heute dieses schöne, kürzlich rekonstruierte Haus steht, direkt am Lauf der Rönne, nicht weit vom Elbnebenfluss Oste, schrieb der Autor Volker Vogeler eine dreistellige Zahl von Krimi-Drehbüchern, vor allem für TV-Serien.

Aus Vogelers Feder stammen allein 170 der ersten 300 Folgen von "Der Alte". Darüber hinaus produzierte er am Rönndeich auch Ideen für den "Tatort".

Im Alter von 74 Jahren gestorben

Vogeler ist  ist am 17. April 2005 im Alter von 74 Jahren gestorben. Seine einzigartigen Krimiplots mit nuancenreichen, meist psychologisch motivierten Straftaten und vielschichtigen Charakteren hatten seit 1978 ein Millionenpublikum in den Bann gezogen.

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick trauerte um einen "langjährigen Freund" und "hoch geschätzten Filmemacher". Als einer der "Promotoren des Neuen Deutschen Films" habe Vogeler mit dem kritischen deutschen Heimatfilm "Jaider - Der einsame Jäger" (1971) um den bayerischen Anarchisten und Volkshelden Jennerwein ein Schlüsselwerk dieser Periode geschaffen. Er wurde dafür 1972 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. 

ZDF-Fernsehspielchef Hans Janke würdigt die Verdienste Vogelers als fabelhaften Erzähler und großen Humanisten: "Seine Filme und Drehbücher gewinnen ihre Kraft, ihre Spannung, aus gelassen–genauer Beobachtung des menschlichen Dramas. Volker Vogeler hat sich auch als politischer Kopf sein Lebtag dafür interessiert, was Menschen mit Menschen anstellen, wie sie noch in der Liebe aneinander leiden und was sie zum Beispiel zu Verbrechern macht. Volker Vogeler konnte seine Lebenserfahrung in gute Geschichten überführen: Ein fabelhafter Erzähler war er, ein Mann von furchtlos-humaner Haltung, dabei alles andere als ein Verächter des Populären, ein Liebhaber des großen Publikums vielmehr, dem doch zugleich eine kritische Skepsis galt. Volker Vogeler, dieser ewig junge Mann, besaß die Weisheit, an der es uns immer wieder am meisten fehlt."

Vogeler, 1930 im oberpommerschen Bad Polzin geboren, siedelte 1953 in die Bundesrepublik über. Nach seinem Studium am Deutschen Institut für Film und Fernsehen arbeitete er ab 1958 als frei schaffender Autor und Regisseur. Vogeler gehörte zu den Gründern der unabhängigen Produktions- und Verleihgesellschaft Filmverlag der Autoren. 1967 entstand als erste große Regiearbeit der Fernsehfilm "Das Bild".  Vogeler drehte Filme wie "Verflucht dies Amerika" (1973) und "Das Tal der tanzenden Witwen" (1975) als Auseinandersetzung mit dem Italo-Western. Bereits in den 60er Jahren inszenierte Vogeler auch Fernsehfilme unter anderem nach literarischen Vorlagen, darunter 1984 "Ein Kriegsende" nach einer Erzählung von Siegfried Lenz

Unzählige erfolgreiche Fernsehspiele und –serien entstammen seiner Feder oder sind unter seiner Regie entstanden, darunter "Onkel Bräsig" und der plattdeutsche Tatort-Krimi "Watt Recht is..." (beide mit Elke Loewe, ebenfalls Rönndeicherin) sowie der ZDF-Fernsehfilm "Kein Weg zurück" mit Barbara Auer in der Hauptrolle. 

Etliche der Vogeler-Werke sind im Deutschen Krimi-Lexikon verzeichnet, das im Web verfügbar ist.

Weiter...