Das erste
Sachbuch

Das steht über ihn im Lexikon:
"Bölsche, Wilhelm,
* Köln 2. 1. 1861, + Schreiberhau 31. 8. 1939,
dt. Schriftsteller. Verfaßte populäre Biographien
über Darwin (1898) und Haeckel (1900)."



 
 
 

Was Worpswede einst für die Malerei war  - das war um die Jahrhundertwende Friedrichshagen bei Berlin für die Literatur. Der rührige Kulturhistorische Verein Friedrichshagen gibt auf seiner empfehlenswerten neuen Website einen vorzüglichen Überblick über die Aktivitäten des damaligen Künstlerkreises.
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Der "Musenhof am Müggelsee" (Franz Mehring) war in der Ära des Naturalismus - mit Schriftstellern wie Wilhelm Bölsche, Gerhart Hauptmann, August Strindberg, Gustav Landauer, Erich Mühsam - Deutschlands literarisches Zentrum und "das Mekka der geistigen Elite" (Berliner Zeitung). Von hier gingen entscheidende Impulse aus, die zur Gründung der Lebensreform-, der Gartenstadt-, der Arbeiterwander- und der Arbeiterbildungsbewegung führten.
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Brief-Vignette des Künstlers
Fidus für Wilhelm Bölsche



 
 
 
 
 

Im Zentrum der Literaturhauptstadt Friedrichshagen stand - außer Heinrich Wille und den Brüdern Julius und Heinrich Hart - der Schriftsteller, Naturforscher und Volkspädagoge Wilhelm Bölsche. Als Verfasser von "Das Liebesleben in der Natur" (1898) gilt Bölsche als der "Schöpfer des modernen Sachbuches"; außerdem war er der Initiator von Deutschlands erster vorbildlicher Volkshochschule. Bölsche und Wille galten als die "Hauptgötter des Kreises", als "Seele und Geist von Friedrichshagen".
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Bölsche verfaßt Romane und redigiert in Friedrichshagen von 1890 bis 1893 für den Verleger S. Fischer die "Freie Bühne"; die grünen Hefte gelten damals als die wichtigste kulturpolitische Zeitschrift Berlins. In Dutzenden von Büchern und "Kosmos"-Bänden popularisiert der Freidenker und Evolutionär das Wissen seiner Zeit.
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Mit seinem Werk "Das Liebesleben in der Natur" wurde Bölsche nach Ansicht von Literaturwissenschaftlern  zum "Schöpfer des modernen Sachbuchs" (Cepl-Kaufmann / Kauffeldt: "Berlin-Friedrichshagen", S. 161).
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Auszüge aus einer Rezension:
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"Bei Bölsche wird der sachlich zuverlässige und kritisch geordnete Inhalt in dichterisch beschwingter Form vorgetragen, werden die großen Linien der Forschung aufgezeigt, ihre neuesten Erkenntnisse ausgewertet, die noch offenen Probleme  aufgewiesen...  Was mit der 'Entwicklungsgeschichte der Natur' begonnen war, führt in sein  zweites großes Werk, das 'Liebesleben in der Natur' (1898 - 1902) zur Vollendung; in dieser 'Entwicklungsgeschichte der Liebe', deren Gedanken ihm 'eine glückliche Lebensstunde' schenkte, wird der Schilderer naturwissenschaftlicher Forschungsergebnisse zum selbständigen Naturdenker. 
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Wegen der großartigen Zusammenschau der alle Lebewesen beherrschenden und lenkenden Gesetze und wegen der künstlerischen Form, in der selbst schwierige Probleme gemeistert werden, wird dieses Buch stets zu den klassischen Werken allgemeinverständlicher Naturdarstellung gehören, so viel auch die Forschung an neuen Erkenntnissen hinzugewonnen hat." 
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Aus: Dr. Dr. Ingo Krumbiegel, "Köpfe und Begriffe"
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