Home
Nach oben
Rückblick Montag
Rückblick Dienstag
Rückblick Mittwoch
Rückblick Donnerstag
Rückblick Freitag
Rückblick Sonnabend
 

Grausames Obduktionsergebnis:
19 Bruststiche und drei Kopfwunden

Tatwaffen: Messer, Schraubendreher und Hammer / 32-jähriger Ostener hat Tat gestanden / Opfer war gesuchter 29-jähriger Türke

Osten (flü). Auf brutalste Weise wurde der junge Türke in Osten umgebracht. Das Ergebnis der Obduktion in Stade verdeutlicht die grausame Bluttat in der Deichstraße: Die Hamburger Gerichtsmediziner stellten 19 Bruststiche und drei Kopfverletzungen bei dem Opfer fest. Der mutmaßliche Täter, ein 32-jähriger Ostener, wurde gestern Nachmittag in Handschellen dem zuständigen Haftrichter in Otterndorf vorgeführt, der Haftbefehl wegen Mordes erlassen hat.

Die Bruststiche wurden mit verschiedenen Tatwaffen - vermutlich Messer und Schraubendreher - ,heftig ausgeführt", konstatierte Polizeisprecher Hans-Jürgen Böhm. Mehrfach seien Lunge und Herz getroffen worden. Wahrscheinlich rammte der Täter dem Opfer den Schraubendreher bis zum Griff in den Körper. ,Zwei klaffende Stirnwunden" entstanden möglicherweise durch Schläge mit einem Hammer. Am Hinterkopf stellten die Obduzenten außerdem einen Einstich fest.

Zeuge wandte sich im Zug an die Bahnpolizei

Wie berichtet hatte ein Zeuge am Mittwoch gegen 9 Uhr die Polizei informiert, dass er die Tötung eines jungen Türken beobachtet habe. Nach der Bluttat - die vermutlich gegen 6 Uhr morgens war - hatte er Osten verlassen, stieg in Hemmoor in den Zug Richtung Cuxhaven. Als er dann auf zwei Beamte der Bahnpolizei traf, vertraute er sich ihnen an und berichtete, dass er die schreckliche Tat gesehen habe. Die Bahnpolizisten informierten sofort ihre Kollegen von der Polizeiinspektion Cuxhaven, die daraufhin die für Osten zuständigen Hemmoorer Beamten anriefen. Diese fuhren zu dem alten Backsteingebäude Ecke Lange Straße/Deichstraße.

Bei der Durchsuchung der beschriebenen Wohnung machten die Polizisten die grausame Entdeckung. Sie öffneten den Bettkasten eines Schlafsofas. Darin befand sich die blutüberströmte Leiche, eingeschnürt in eine Zeltplane.

Der Wohnungsmieter, der 32-jährige Ostener, wurde sofort festgenommen. Gegenüber der Polizei hüllte sich der Tatverdächtige am Mittwoch zunächst in Schweigen. Der Zeuge allerdings gab den Ermittlern noch einen wichtigen Hinweis, der führte zur Oste.

Taucher fanden die Tatwaffen auf dem Grund der Oste

Die Taucher der Bereitschaftspolizei Oldenburg waren zwischenzeitlich als Verstärkung angefordert worden. Sie fanden schließlich in der Nähe der Schwebefähre auf Hemmoorer Seite die Tatwerkzeuge auf dem Grund des Flusses: Ein Messer, ein Schraubendreher und ein Hammer - alles eingewickelt in ein Handtuch.

Unterdessen liefen die Ermittlungen zur Identifizierung des Opfers auf Hochtouren. Die Polizei schickte Fingerabdrücke des Toten zum Bundeskriminalamt. Dort war der 29-jährige Türke kein Unbekannter. Bereits 1989 war er als Asylbewerber in Hamburg in Erscheinung getreten, und auch die Justiz in Bamberg hatte aktuell zwei Haftbefehle gegen ihn ausgeschrieben. Zum einen wegen der angeordneten Abschiebung in sein Heimatland und zum anderen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Der 29-Jährige hielt sich vermutlich seit Jahren in Deutschland illegal auf und benutzte dabei mehrere Alias-Namen. Auch der Vorname ,Murat", unter dem der entscheidende Hinweisgeber ihn kannte, war nur ausgedacht.

Die zwei Zeugen sollten helfen, die Leiche zu beseitigen

Der Mann, der im Zug den Bahnpolizeibeamten von der Tat erzählte, war übrigens nicht der einzige Zeuge. Er war nämlich zu Besuch bei dem Mitbewohner des Tatverdächtigen. Sie hörten in den frühen Morgenstunden Schreie und liefen in das Zimmer, in dem sich die grausige Ermordung zugetragen hatte. Der 32-jährige bat die beiden jungen Männer um Mithilfe bei der Beseitigung der Leiche. Doch diese beteiligten sich nicht daran. Der eine fuhr mit dem Zug Richtung Cuxhaven, der andere verkroch sich zunächst, meldete sich aber noch am Vormittag bei der Polizei am Tatort.

Der Beschuldigte, der am Mittwoch noch schwieg, gestand übrigens gestern Vormittag die Tat, die er unter erheblicher Alkohol- und Drogeneinwirkung begangen haben soll. Er wollte aber ansonsten keine weiteren Angaben machen, weil er sich erst mit seinem Rechtsbeistand beraten wollte.

Gestern Nachmittag wurde er dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der über den Antrag auf Haftbefehl der Staatsanwaltschaft entscheiden musste. Der 32-jährige Ostener sitzt nun wegen des Verdachts des Mordes in Untersuchungshaft.