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Hohe Ehre für geradlinigen Preußen Oberkreisdirektor Dr. Johannes Höppner überreichte
gestern das
Siegfried Wichmann
und seine Frau Lieselotte im Kreise der zu
Osten (ur). Siegfried Wichmann ist ein kommunalpolitisches Urgestein. In mehr als 30 Jahren hat er die Geschicke seiner Gemeinde Osten entscheidend beeinflusst, ist auf Samtgemeinde- und Kreisebene in vorderster Reihe politisch tätig gewesen und hat darüber hinaus eine ganze Reihe von Ehrenämtern bekleidet, die ihm Anerkennung, aber auch viel Arbeit einbrachten. Nun, in seinem 71. Lebensjahr, zieht sich Wichmann aus dem politischen Alltagsgeschäft zurück. kann gelassen auf sein Lebenswerk zurückblicken und seinen Dienst an der Gemeinschaft als erfüllt betrachten. Gestern fand in seinem Haus in der Ostener Deichreihe, das er vor 40 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Lieselotte erworben hat, eine besondere Feier statt, zu der zahlreiche politische Weggefährten, darunter viele seiner Hadler Bürgermeisterkollegen, erschienen waren. Auch Ehrenlandrat Martin Steffens, erst kürzlich 80 geworden, zählte zu den Gratulanten. Er ist Vorbild für etliche Kommunalpolitiker, auch für Wichmann, den mit Steffens darüber hinaus eine gemeinsame Leidenschaft, die Jagd, verbindet. Im Namen des Bundespräsidenten überreichte Oberkreisdirektor Dr. Johannes Höppner, ebenfalls Jagdgenosse, im Beisein der Gäste und der Familie Wichmanns, dem gebürtigen Ostpreußen das “Verdienstkreuz am Bandes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland”, wie das Bundesverdienstkreuz offiziell heißt. Siegfried Wichmann habe sich, so heißt es in der Begründung, durch sein uneigennütziges und beispielhaftes Wirken zum Wohle der Allgemeinheit nachhaltige Verdienste erworben. Die preußischen Eigenschaften hätten sein Leben geprägt, würdigte Dr. Höppner den Geehrten. Kennzeichnend sei sein Einsatz für das Gemeinwohl, den er ohne Eitelkeit vollbracht habe, seine Bereitschaft, Ämter und Pflichten zu übernehmen und nicht zuletzt die geradlinige Persönlichkeit, die ihm von allen Seiten Respekt eingetragen habe. Mit Siegfried Wichmann werde eine verdienstvolle Persönlichkeit zum Zeitpunkt des Loslassens von Ämtern und Würden ausgezeichnet, sagte Landrat Martin Döscher. Wichmann hinterlasse seinen Nachfolgern ein großes Vermächtnis. Als ostpreußischer Flüchtling habe er in seiner neuen Heimat um Anerkennung gekämpft und sich zugleich als Gemeinschaftsmensch engagieren wollen, sagte Wichmann in seiner bewegten Dankesrede. Sein Freund aus Schultagen, Horst Pooths, heute Vorsitzender der Kreisgemeinschaft Labiau, für die sich Wichmann bis zum heutigen Tag beständig einsetzt, erinnerte an die Zeit nach dem Krieg, als es ums nackte Überleben ging. Hier habe Siegfried Wichmann früh Verantwortung übernehmen müssen, hier lägen auch die Wurzeln für sein späteres Wirken. Als humanistisch-religiös erzogener Mensch und
als jemand, der aus dem Landstrich Immanuel Kants, des Überzeugungsphilosophen,
stamme, seien für ihn Pflichterfüllung und Zielstrebigkeit selbstverständliche
Werte, die ihn in all den Jahren seiner Sachwaltertätigkeit für
die Bürger begleitet hätten, sagte Wichmann. Ein Konservativer
sei er, der Bewährtes erhalten und Neues, gründlich geprüft,
gestalten wollte. Konservativ in diesem Sinn: “Die Flamme erhalten und
nicht Asche produzieren.”
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