Service: Alle St. Georger Ärzte und Apotheker - hier...

Leider nur zu Besuch: Nico in St. Georg

Mehr als ein Vierteljahrhundert lang, genauer gesagt: 26 Jahre, hat er in St. Georg gelebt: Miklós Pataky, Journalist, Übersetzer und Mitgründer der Grünen. Bevor er im September vergangenen Jahres in seine ungarische Heimat übersiedelte, veranstalteten zwei Dutzend Hamburgerinnen und Hamburger zu seinem Abschied ein großes Fest in St. Georg. Dieser Tage ist der Abtrünnige wieder auf unserem Kiez aufgetaucht - leider nur zu Besuch. Miklós ("Nico") Pataky zu hansaplatz.de: "Mein Heimweh war einfach zu groß. Wenn ich in Ungarn in einem deutschen Fernseh-Krimi auch nur das HH, das Hamburger Autokennzeichen, sehe, kriege ich schon Herzklopfen." Ein paar Tage nach Aschermittwoch geht's zurüch in die Puszta - bis zum nächsten Besuch.


"Das Restaurant zur verfaulten Krabbe"

"Halbverfaulte Krabben schwimmen in einer stinkenden Brühe zusammen mit grünlich schimmernden Enten. Schimmelige Pilze stehen säckeweise neben einem Bottich mit ranzigem Öl. Gleich daneben liegen verdreckte Unterhosen. Das sind Auszüge aus einem Prüfbericht von Kontrolleuren des Arbeitsamts. Der "Tatort": das Lokal "China International", direkt gegenüber dem Hauptbahnhof.  Die Fahnder suchten eigentlich Illegale, doch beim Besuch des Keller-Lokals an der Bremer Reihe wurde ihnen speiübel. Als sie einen afrikanischen Mitarbeiter überprüften, zog der erst mal seine verdreckte Arbeitshose aus und legte sie auf Entenstücke, die gerade serviert werden sollten. Weiter in der Mopo...


Gerichtszentrum in St. Georg eingeweiht

Justizsenator Roger Kusch (CDU) hat dieser Tage das neue "Haus der Gerichte" in St. Georg eingeweiht. Zugleich eröffnete Kusch dort das neue Amtsgericht St.Georg. In dem Gebäude sind außerdem nunmehr das Hamburgische Oberverwaltungsgericht, das Verwaltungsgericht sowie das Finanzgericht der Hansestadt untergebracht. Als neuer Direktor wird Hans-Dietrich Rzadtki (45) das Statteilgericht St. Georg leiten. In dem neuen Amtsgericht arbeiten rund 150 Beschäftigte. St Georg ist das größte der insgesamt sieben Stadtteilgerichte. Mehr im Abendblatt.


Ausstellung der Islamisch-Albanischen Gemeinde

Die Islamisch-Albanische Gemeinde in Hamburg, die seit mehr als 10 Jahren in St. Georg im Kleinen Pulverteich 17-21 ihr Zentrum hat, möchte sich mit einer Ausstellung im Stadtteil bekannt machen. Es werden Einblicke in die albanische Kultur und Gegenwart gegeben und es wird über die Geschichte der Albaner von der Zeit der Illyrier bis heute informiert. Zu sehen sein werden u.a. historische Fotos, Bilder, Postkarten, Handarbeiten, Bücher und andere Ausstellungsstücke. Auch aus dem Kosovo aus der Zeit vor und nach dem Bürgerkrieg sowie aus Mazedonien, wo ebenfalls seit Jahrhunderten Albaner leben, werden Fotos gezeigt. Die Ausstellung wird am 21.02.2003 um 15.00 Uhr mit einem kleinen Fest und einem kulturellen Rahmenprogramm eröffnet. Alle St. Georger, insbesondere die Mitglieder des Sanierungsbeirates sind zu dem Eröffnungsfest und der Ausstellung herzlich eingeladen. Wer am 21. 2. keine Zeit hat, am Eröffnungsfest teilzunehmen, hat am 24. 2. vor der Sitzung des Sanierungsbeirates eine gute Gelegenheit, sich die Ausstellung anzusehen. Die Ausstellung kann vom 22.02 bis 02.03.2003 täglich von 9 - 18 Uhr im Islamisch-Albanischen Kulturzentrum, Kleiner Pulverteich 17-21 besucht werden. Das Projekt wird unterstützt vom Verfügungsfonds des Sanierungsgebietes Böckmannstraße.


Steindamm: Drogendiebstahl bei der Polizei!

Ein oder mehrere Mitarbeiter von Polizei oder Staatsanwaltschaft sollen Drogen, die bei Razzien und Durchsuchungen von Dealern sichergestellt wurden, aus einem speziell gesicherten Aufbewahrungsraum des Polizeikommissariats 11 am Steindamm (St. Georg) gestohlen haben. Aus dem Raum sind offenbar in mehreren Fällen Drogen verschwunden. Laut Abendblatt handelt es sich dabei auch um Crack und Kokain in einer Größenordnung von mehreren Hundert Gramm der harten Drogen. ie Staatsanwaltschaft ermittelt, auch das Dezernat Interne Ermittlungen (DIE) der Innenbehörde ist eingeschaltet. "Es gibt Ermittlungen über Fehlbestände aus einem Aufbewahrungsraum der Hauptbahnhof-Wache", bestätigt Rüdiger Bagger (59), Sprecher der Staatsanwaltschaft. Mehr...


Neues Buch: Der Engel von St. Georg

Seit 30 Jahren engagiert sich Ursula Graetsch für alleinstehende Mütter, Obdachlose und Drogenabhängige. Dieser unermüdliche Einsatz ist wohl einzigartig, weil Ursula Graetsch völlig unabhängig arbeitet, keiner Organisation angehört und immer ganz spontan reagiert. Ein so einfaches wie effektives Prinzip: Sieht sie einen Obdachlosen ohne Schuhe, verschafft sie ihm schnellstmöglich neue.  Längst ist Ursula Graetsch nicht nur bei ihren "Schäfchen" rund um den Hamburger Hauptbahnhof bekannt. Im November 2001 wurde sie in der SAT1-Sendung "Deutschlands wahre Helden" mit dem "Ring der Menschlichkeit" geehrt. Solche öffentlichen Auftritte sind für sie jedoch nie Selbstzweck, sondern dienen dem Werben um Geld- und Sachspenden. Ihr Lohn ist das Lächeln auf den Gesichtern derer, denen sie helfen kann. Doch der tägliche Umgang mit dem Elend auf unseren Straßen ist auch für Ursula Graetsch zuweilen bedrückend. Jetzt hat sie sich ihre Erfahrungen in einem Buch von der Seele geschrieben, für das Heiner Lauterbach jüngst die Laudatio gehjalten hat. Mehr...


St. Georger Agentur vermittelt Freiwillige

Ein wenig Zeit, Initiative und die richtige Beratung - mehr braucht es nicht, um durch freiwillige, ehrenamtliche Arbeit Menschen in Not zu helfen und dadurch selbst Erfüllung zu finden. Etwa 4500 Menschen kamen zur vierten Hamburger Freiwilligenbörse "Aktivoli" in den Börsensaal der Handelskammer. 91 Hilfe- und Selbsthilfeorganisationen präsentierten sich dort und warben um neue Mitglieder, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Das Freiwilligen-Zentrum in der Danziger Straße 52 a in St. Georg ist unter Telefon 248 77 360 und im Internet unter www.freiwilligen-zentrum-hamburg.de zu erreichen.


Mann aus St. Georg vertreibt "Mecca Cola"

Händler Hinnaui: Aus dem begeisterten Tee-Trinker ist ein Cola-Verkäufer gewordenIn Frankreich verkauft sie sich unerwartet gut, jetzt ist sie auch in Deutschland zu haben: Seit einigen Wochen müht sich ein junger Syrer aus St. Georg, Mecca-Cola an alle zu verkaufen, denen Coca-Cola zu amerikanisch ist. Es war einige Wochen vor Beginn des Ramadan, Mahmoud Hinnaui blätterte in einem Magazin, da durchzuckte ihn der Geistesblitz. "Ein Trunk mit Allahs Segen", stand in der Titelzeile eines Berichts, und Hinnaui witterte seine Chance. Er las noch einmal, telefonierte - und bald schon saß er im Flugzeug gen Paris. Dort traf Hinnaui, 27 Jahre alt, geboren in Syrien, auf Tawfik Mathlouthi, 47-jährig, den Erfinder und Chef von Mecca-Cola. Als Hinnaui sechs Stunden später zurück nach Hamburg flog, stand für ihn fest: Er und er allein würde Europas erste islamisch-korrekte Brause in Deutschland vertreiben dürfen. Mehr bei SPIEGEL ONLINE...


Antje Blumenthal jetzt im Internet

Die hiesige CDU-Abgeordnete Antje Blumenthal - ihr Wahlkreisbüro unterhält sie in der Langen Reihe 54 - stellt sich jetzt auch im Internet mit einer Homepage vor. Dort berichtet sie unter anderem über ihre familienpolitischen Aktivitäten. Vor kurzem wurde die Abgeordnete in das Bundestagspräsidium gewählt, wo sie als einer von 17 Schriftführern wirkt. Auf ihrer Homepage gibt Antje Blumenthal auch Auskunft über ihre politische Karriere über den Arbeitnehmerflügel der Union: Mitglied der CDU seit 1966, 1974 bis 1989 Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, November 1986 bis Mai 1987 und September 1989 bis November 2001 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, seit 1992 stellvertretende Landesvorsitzende des CDU-Landesverbandes Hamburg, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Hamburgischen CDU-Bürgerschaftsfraktion von Oktober 1997 bis September 2001, 1993 bis 1997 und 1999 bis September 2001 Vorsitzende der AG Arbeit und Soziales der CDU-Bürgerschaftsfraktion, seit 1989 Landesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) seit 1993 stellvertretende Bundesvorsitzende der CDA, MdB seit November 2001.


"Advent der anderen Art"

Um muslimischen Kindern und Erwachsenen den Advent nahe zu bringen, andererseits aber auch nicht-muslimische Kinder und Erwachsene über den Ramadan zu informieren, hat Helga Detjens von der IG Steindamm die Idee eines „Advent der anderen Art" entwickelt. Unter dem Thema „Ramadan/Fastenbrechen. Advent - was bedeutet uns das" fand am 15. Dezember im Malersaal des Schauspielhauses eine von der IG-Steindamm, dem Bürgerverein St. Georg und der Arbeiterwohlfahrt Hamburg veranstaltete Feier statt. Helga Detjens betonte den ernsten Hintergrund der Frage: Wer bringt muslimischen Kindern, ohne zu missionieren, den Advent nahe? Und: Wer nimmt alten deutschen Menschen aus den Altersheimen in St. Georg die Scheu, einen türkischen Supermarkt zu betreten? Mehr in der Welt und vor allem im Abendblatt.


"Lachender Drachen" im Internet

Fast alle Ausgaben des "Lachenden Drachen", Jahrgang 2002, herausgegeben vom Einwohnerverein, sind im Internet als PDF-Datei verfügbar. Das Verzeichnis steht hier.


Drogen-Zentrum: Nachbarn verklagen die Stadt

Bei der Realisierung des umstrittenen Drogenhilfe-Zentrums in St. Georg steht die Stadt unter Zeitdruck. Gesundheitssenator Peter Rehaag (Schill-Partei) will offenbar einem Schadenersatz-Urteil gegen die Stadt zuvorkommen, indem er für das Zentrum hinter dem Drob Inn - außer dem leer stehenden Wüstenrot-Haus am Besenbinderhof - auch das benachbarte Schubert-Haus kauft. Die Liegenschaftsverwaltung führt zurzeit die Verhandlungen - im Wettlauf mit der Zeit. Mehr im Abendblatt...


Edelgastro-Zone Lange Reihe: Wo bin ich, wo lebe ich?

In seiner "Bild"-Kolumne, in der es kürzlich um den "Kupferkrug" ging, befasst sich der bekannte Autor und St.-Georg-Freund Hauke Brost (Foto) jetzt mit der Edelgastronomie in St. Georg: "Ein Kollege von mit wollte fein essen und ging ins 'Sgroi', das ist der neue Nobelladen von Anna Sgroi in der Langen Reihe. Stellen Sie sich mal vor: Wenn man da lediglich eine Hauptspeise und Wein bestellt, dann bitten sie einen, dass man wieder geht. - Hä? Was ist das denn? Wo bin ich, wo lebe ich? Natürlich gleich angerufen und die Wirtin gefragt. Schliesslich gilt Anna als 'kulinarische Größe' in der Stadt. Sie hat das glatt bestätigt: Leute, die nur einen Gang essen, will sie nicht in ihrem Lokal haben. - Ich sage: Liebe Anna, Hochmut kommt vor dem Fall..."

Und die bescheidene Helga muß um ihre Kneipe kämpfen...

Andere Hamburger Spitzengastronomen, schreibt die Mopo, schüttelten über Anna nur den Kopf. Mehr...

Ein Interview mit Anna Sgroi führte die Welt.

Übrigens: wer bei Anna rausfliegt, ist anderswo willkommen - siehe Mopo.


Herbst-Schwerpunktthema:
Die Zwanziger Jahre

Die Zwanziger Jahre in St. Georg sind im Herbst und Winter Schwerpunktthema der Geschichtswerkstatt. Die Termine der Veranstaltungen stehen hier...


Rotlicht-Razzia am Hansaplatz gegen polnische Barbetreiber

Von St. Georg aus kontrollierte eine Bande 35 Frauen, die in Billighotels anschaffen mussten, berichtet die Mopo. Auszug: Polizisten waren  drei polnischen Betreibern seit Januar auf der Schliche. Jetzt gipfelten die  Ermittlungen in einer großen Razzia. 140 Polizisten, drei Staatsanwälte und Mitarbeiter der Ausländerbehörde flogen nicht nur im „Love and Live“ an der Bremer Reihe ein. Denn die Bandenköpfe, Urszula S. (39), Wlodzimierz K. (51) und Miroslaw M. (44), betrieben ein paar Meter die Straße runter zwei weitere Nachtbars. „Roter Mund“ und „Golden Eye“ heißen sie. Und um die Ecke, an der Ellmenreichstraße, noch das „Moderato“. Seit November 2000 organisierte die Bande die Schleusung junger Polinnen nach Hamburg – insgesamt 35 Frauen. Zehn Prostituierte wurden festgenommen, kamen mit einem Bus der Ausländerbehörde zurück in ihre Heimat. Bis auf das „Golden Eye“ wurden alle Bars geschlossen. Mehr... Die Prostituierten waren in einer Wohnung in St. Georg untergebracht gewesen. In den Bars hatten fünf Bardamen, vier Polinnen und eine Deutsche, die Frauen überwacht und abkassiert. "Die Frauen hatten feste Arbeitszeiten und vorgegebe Preise", sagt ein Beamter gegenüber der "Welt": "Wir ermitteln deswegen gegen die Betreiber nicht nur wegen Schleusung, sondern auch wegen dirigistischer Zuhälterei."


Kupferkrug-Kündigung: Hoffnung auf Einigung

Im Konflikt um die Kündigung für die Kupferkrug-Wirtin Helga Ebert zeichnet sich möglicherweise eine Einigung ab.

Joachim Reinig, aus der Alternativszene hervorgegangener Architekt des Hausherrn Andreas Giercke, setzt sich für einen Kompromiss ein; auch Helmuth Voigtland, der angesehene Vorsitzende des Bürgervereins, hat sich eingeschaltet. Gegen Monatsende soll das entscheidende Gespräch stattfinden. Ob hier nur getrickst wird oder ob Hausmiteigentümer Giercke ("Juwelier Becker") die Kündigung wirklich zurückzieht und auch auf inakzeptable Pachterhöhungen verzichtet, bleibt abzuwarten - dem Ansehen des prominenten Juweliers würde eine einvernehmliche Lösung nicht gerade schaden.

Unter der Überschrift "Klassenkampf in der Langen Reihe" schrieb die "Mopo" über den Konflikt:

Kultwirtin Helga aus St. Georg gegen Millionär Giercke:
Die Kündigung ihrer Kneipe beschäftigt sogar die Politik

Rubine, Rolex-Uhren und Diamant-Colliers – das ist die Welt von Andreas Giercke (46), Mitinhaber von „Uhren-Becker“. Bratkartoffeln, Bier und Frikadellen – das ist die Welt von Helga Ebert (62), legendäre Wirtin im „Kupferkrug“, einer Eckkneipe in einem Haus an der Langen Reihe, das Andreas Giercke gehört. Jetzt hat der Millionär ihr nach 35 Jahren gekündigt – und St. Georg ist in Aufruhr: Klassenkampf an der Langen Reihe. Sogar die Politik ist mit dem Fall beschäftigt.

„Alte Männer weinen, junge Frauen heulen – jüngstes Opfer der Schickimickisierung ist die dienstälteste Wirtin des Stadtteils, die Königin der Biere.“ Auf einer eigenen Website (www.kupferkrug.de) machen die Stammgäste ihrer Wut Luft. Hausbesitzer Andreas Giercke wird vorgeworfen, aus „Gier“ einer „grundguten“ Frau ihre Exis-tenz zu rauben. Helga Ebert klagt: „Das ist menschlich nicht fair.“ Doch Giercke wehrt sich: „Von A bis Z erlogen. Ich habe ein reines Gewissen, bin doch kein fieser Spekulant. Es gibt keinen größeren Liebhaber des ,Kupferkrugs’ als mich.“

Giercke, der selbst an der Langen Reihe wohnt, hat das Haus zusammen mit einem Partner gekauft. Die Wohnungen stehen seit Jahren leer, vorher war hier ein Puff. Er stellte den Antrag, ein Boardinghouse zu betreiben. Das hat der Bauausschuss abgelehnt. Ausschussmitglied Hubert Piske: „Die Leute wollen, dass dort Menschen aus dem Stadtteil wohnen.“ Ein Boardinghouse ist ein Hotel für Langzeitmieter. Piske weiter: „Wir sind Herrn Giercke weit entgegen gekommen, haben nichts gegen eine Aufstockung und Eigentumswohnungen.“ Piske, gelegentlich selbst Gast im Kupferkrug, meint: „Helga ist eine Institution. Es wäre sehr unklug, sie rauszuwerfen.“

Giercke aber beharrt darauf, dass sich seine Immobilie nur als Boardinghouse rechnet. Werde ihm das nicht genehmigt, müsse er die Miete für den „Kupferkrug“ stark erhöhen. Deshalb schickte er die Kündigung raus. Helga Ebert zahlt nur 1100 Euro im Monat, mit einer schicken Bar wäre das Dreifache drin. Nun machte Michel-Architekt Joachim Reinig, der für Giercke arbeitet, einen Vorschlag zur Güte: „Eine weitere Vermietung an Helga ist möglich, aber eine Mieterhöhung unumgänglich. Wenn die Stammgäste künftig 50 Cent mehr fürs Bier zahlen, wäre das die Rettung.“

Parteien geschlossen gegen Hotel im "Kupferkrug"-Haus

Im Bauausschuss des Bezirks Mitte haben sich alle Parteien - von GAL bis Schill - den Plänen von Juwelier Giercke widersetzt, im Kupferkrug-Haus ein Hotel ("Boarding House) für Langzeitgäste einzurichten. Das teilt Giercke-Architekt Klaus Joachim Reinig - bekannt als Drachenbau-Mitinitiator - im virtuellen Gästebuch des Kupferkrugs mit. Die Politiker berufen sich auf den gültigen Bebauungsplan, der in der Langen Reihe oberhalb des 2. Stocks Wohnungen vorsieht.


"Bild" über Giercke:
"Geld stinkt nicht"

In Bild Hamburg schreibt Kult-Kolumnist Hauke Brost unter der Überschrift "Wieder stirbt ein Traditionslokal!": "... ein Drama: Der 'Kupferkrug' in St. Georg muss zum Jahresende dichtmachen! Das ist eine echte Traditionskneipe, und Wirtin Helga ist ja St. Georgs dienstälteste Gastronomin (fast 35 Jahre hinterm Tresen). Der ganze Stadtteil liebt sie, und mit dem Kupferkrug stirbt echt ein Stück St.- Georg-Tradition. Was soll nun werden? Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur 'Schickimickisierung' des Stadtteils, befürchten Stammgäste auf der Website www.kupferkrug.de, und damit haben sie wohl recht. Das Eckhaus Lange Reihe / Schmilinskystraße ist natürlich eine Immobilienperle. Da soll ein Hotel gebaut werden, im Erdgeschoss eine szenige Bar, und wo jetzt der Tresen steht, da kommt der Fahrstuhl hin. Das pfeifen die Spatzen auf St. Georgs Hinterhöfen. Ich find's schade. Der Hammer ist, dass einer der neuen Hausbesitzer, ein ziemlich bekannter Hamburger Geschäftsmann , immer so treuherzig vom 'schönen alten St. Georg' schwärmt und dass er bei Helga die allerbesten Frikadellen kriegt, das hat er mal im Abendblatt erzählt. Na ja, wie sagt der Lateiner: 'Pecunia non olet', und das heißt so viel wie: 'Geld stinkt nicht.' Bei so viel Elend trieb es mich raus aus der Stadt..." .


Tränen im Kupferkrug: Silvester ist Feierabend

Alte Männer weinen, junge Frauen heulen: "Das kann doch nicht wahr sein " - das ist die Reaktion auf die Nachricht, dass der "Kupferkrug" an der Langen Reihe / Ecke Schmilinskystrasse zum Jahresende schliessen muss. Kurz vor ihrem 35-jährigen (!) Tresenjubiläum wurde der Wirtin Helga Ebert, 63, die Kündigung zugestellt - im Namen von Andreas Giercke ("Uhren-Becker"), der das Haus vor kurzem erworben hat, um dort vom St. Georger Architekten und GAL-Mann Klaus Joachim Reinig (der einen Ruf als Experte für "behutsame Stadterneuerung" zu verlieren hat) eine hippe Bar mit "Boarding-Haus" einrichten zu lassen. Jüngstes Opfer der Schickimickisierung von "St. Gayorg" ist nicht Irgendjemand, sondern die dienstälteste Wirtin des Stadtteils. Ihre Stammgäste verehren sie als "Königin der Biere", haben Buttons ("Wir lieben Helga") prägen lassen und ihr eine eigene Website gewidmet. Ein weiteres Stück des alten St. Georg droht zu versinken - diesmal auf Grund der Gier von Herrn Giercke, der sich vor kurzem von der Lokalpresse noch als Freund des Stadtteils feiern liess und öffentlich die Qualität der Frikadellen jener grundguten Frau rühmte, die er nun ihrer Existenz beraubt.


"St. Georg ist hip geworden"

"St. Georg ist hip geworden, die Lange Reihe vor allem," heisst es in der Welt am Sonntag: "Kreative haben das Viertel längst entdeckt, Besserverdienende und Immobilienunternehmer auch. Die Spitzengastronomie siedelt sich an. Mit dem Cox, das einst das erste Indiz für den Wandel war, wird es in Kürze drei Top-Restaurants allein in der Langen Reihe geben, die Seitenstraßen nicht mitgerechnet. Erst kürzlich hat sich Anna Sgroi, die sich im Anna e Sebastiano einen Namen erkochte, hier den Traum eines eigenen Restaurants verwirklicht. Alice von Skepsgardh will sich ein weiteres Gastro-Denkmal setzen und baut derzeit die alte Turnhalle um. "Es gab Zeiten, da war alles verpönt, was schön war", erinnert sich Josef Planzer vom Literatenhotel Wedina, das in der Gurlittstraße erst kürzlich seinen Erweiterungsbau eröffnete. Manche wehrten sich auch heute noch. Aber niemand habe den Wandel verhindern können, der kommen musste und sich langsam auch gegen Widerstand und Kritik durchgesetzt habe. "Das Schöne hat gesiegt", sagt Planzner, der vor elf Jahren aus der Schweiz nach St. Georg kam, zufrieden. Adressen wie die Cube Bar locken die Nachtschwärmer in die Lange Reihe, und Annas alte Stammkundschaft pilgert jetzt abends nach St. Georg statt nach Eppendorf. "Viele sind ganz erstaunt, wie sich das Viertel verändert hat, dass die Drogenszene weg und das Angebot attraktiver geworden ist", sagt Frank Gräsel, der mit Partnern das Lagerhaus betreibt, das seit sieben Jahren mit seinem Angebots-Mix aus trendigem Schnickschnack, Café-Bar, Friseur, Kleidung und Wein Erfolge verbucht. Gräsel gehört zu den Befürwortern der Entwicklung: "Natürlich partizipieren wir von dem, was die Kritiker Yuppisierung nennen, von denen, die kommen und ihre Kreditkarte zücken." Weiter...


"Wir müssen mit den Junkies leben"

"Wir müssen mit den Junkies leben", sagt Helmut Voigtland, Vorsitzender des Bürgervereins. Er ist froh, dass es das Drob Inn gibt. "Wo die Drogen sind, sind auch die Süchtigen, und was ihnen hilft, hilft auch dem Stadtteil." Aber mehr Junkies dürfen es nicht werden. "Die Familien mit Kindern ziehen hier weg, und unser Stadtteil wird immer mehr stigmatisiert: St. Georg, der Drogenstadtteil." Mit diesen Sätzen endet eine St.-Georg-Reportage in der Mopo. Zum Wortlaut...


St. Georg: Die Dealer kommen zurück

In St. Georg wächst der Unmut über die Drogenpolitik des Senats. Bei einer Diskussion vor etwa 300 Zuhörern in der Dreieinigkeitskirche mussten sich Gesundheitssenator Peter Rehaag von der Schill-Partei und Innen-Staatsrat Walter Wellinghausen harsche Kritik der beiden Bürgervereine, von Pastoren, Drogenhelfern und Anwohnern anhören. Tenor: Die Belastung sei am Hauptbahnhof, aber nicht in den Wohnstraßen geringer geworden. Sollte der Senat das geplante Hilfezentrum installieren und zugleich den "FixStern" an der Schanze schließen, werde dies das Fass im Quartier zum Überlaufen bringen. Der Manager der Wandelhalle, Hans Joachim Martens, berichtete, dass in den Gaststätten des Hauptbahnhofs gedealt wird: "Seit drei, vier Wochen kommen die Dealer massiv zurück."  Mehr im Abendblatt...

Bischöfin setzt sich für St. Georg ein

Hamburgs Bischöfin Maria Jepsen (Foto) hat sich gegen eine Schließung des "FixSterns" ausgesprochen. "Diese Anlaufstelle im Schanzenviertel muss erhalten werden", sagte sie. Auch von einer Konzentration der Drogenszene in St. Georg, wie sie bei der Diskussion in der St.-Georg-Kirche thematisiert worden war, riet Jepsen ab: "Ein Stadtteil allein kann diese Problematik nicht bewältigen."

SPD: Senat lässt St. Georg im Stich

Hamburgs SPD-Chef Olaf Scholz kritisierte unterdessen, der Senat lasse St. Georg allein. Drogensucht tauge für Ole von Beust und Ronald Schill nur als Wahlkampfthema. Mathias Petersen (SPD) sagte, der Senat glaube offenbar, die Szene an einem Ort kontrollieren zu können: "Das ist eine fixe Idee."


Die Al-Kuds-Moschee öffnet ihre Türen

"Das FBI, die CIA, das BKA und der Verfassungsschutz - hier möchte jeder rein, der wissen will, woher der Hass kam, der zu den schrecklichen Anschlägen vom 11. September 2001 führte. Hamburgs geheimnisvollster Ort, die Al-Kuds-Moschee am Steindamm 103 in St. Georg. Hier, so wissen die Ermittler heute, traf sich die Hamburger Terrorzelle rund um Mohammed Atta (Foto). Hier hörten die Terrorpiloten und ihre Unterstützer Hass-Tiraden gegen den Westen. Hier stimmten sie sich auf ihren 'Heiligen Krieg' ein. Hier wurden nach Erkenntnissen der Geheimdienste die Anschläge mitgeplant, die mehr als 3000 Menschen das Leben kosteten." Mit diesen Sätzen begann im September eine Reportage im Hamburger Abendblatt. Wortlaut hier... Anfang Oktober, zum bundesweiten "Tag der Offenen Moschee", bemühten sich die Al-Kuds-Verantwortlichen um eine Imageverbesserung und sprachen mit einem Abendblatt-Reporter. Bericht hier...


St. Georger Kandidat
mit Rekordergebnis

Die SPD bleibt die stärkste Partei in Hamburg. Ihr Wahlergebnis vom Sonntag liegt ungefähr auf dem Niveau der Bundestagswahlen von 1987 und 1990. Mit Abstand lagen die Sozialdemokraten auch wieder in den Hamburger Wahlkreisen vorn. Vier der sechs Wahlkreise gewannen sie sogar mit absoluter Mehrheit. Am besten schnitt der in St. Georg wohnhafte Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs (Foto: mit Schröder) in Hamburg-Mitte ab. Im Webmagazin justbegay.de übermittelte die Gay community dem bekennenden Schwulen ihre Glückwünsche.

Der SPD-Politiker erzielte 54,1 Prozent der Erststimmen. Kurz vor der Wahl hatte Kahrs noch Unterstützung vom Berliner Bürgermeister Wowereit bekommen. Auf seiner Website www.kahrs.de kommentiert der Abgeordnete das Eergebnis mit den Worten: "In der vergangenen Wahlnacht haben die SPD, aber auch ich persönlich alle gesteckten Ziele erreicht: Die SPD ist stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag, Gerhard Schröder ist und bleibt deutscher Bundeskanzler, die rot-grüne Regierung kann mit einer soliden Mehrheit weiter eine gute Politik für Deutschland machen, und im Wahlkreis 19, Hamburg-Mitte, hat die SPD das beste Ergebnis in Hamburg erzielt!"

In St. Georg gaben 39,4 % der Wähler/innen ihre Stimme der SPD. "Auch das ist ein Erfolg", kommentiert der SPD Distrikt das Ergebnis auf seiner Website.


"Hamburgs vertikaler Stadtteil"

 
Über das 23 Stockwerke hohe Berliner Tor Center schreibt die "Welt am Sonntag" (29. 9.): "Obwohl eigentlich unübersehbar, sind die stetig wachsenden Türme am Berliner Tor von der Öffentlichkeit bislang nicht sonderlich beachtet worden. Dabei wird das Berliner Tor Center nach seiner Fertigstellung Ende kommenden Jahres als "Stadtteil im Stadtteil" für St.Georg von zentraler Bedeutung sein. Das jedenfalls ist die Überzeugung von Investor Dieter Becken: "Das Center ist ein Signal für das sich neu entwickelnde Quartier, es wird sich in die natürlich gewachsene Struktur des Standorts einfügen und ihn deutlich beleben." Mehr... Fotos und technische Daten zum Bauvorhaben hier...

St. Georg: "Attawhid" darf wieder öffnen

Der nach einer Aktion gegen eine islamisch-fundamentalistische angebliche Terrorgruppe in Hamburg-St. Georg geschlossene Buchladen "Attawhid" darf wieder öffnen. "Der Laden darf vorerst weiter betrieben werden", sagte am 27. September die Sprecherin des Verwaltungsgerichts Hamburg, Angelika Huusmann. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sei eine Anklage gegen den Inhaber wenig wahrscheinlich. Dem Widerspruch gegen die Schließung des Buchladens ohne aufschiebende Wirkung habe das Gericht darum stattgegeben. Die Bundesanwaltschaft hatte am 3. Juli sechs Wohnungen sowie die  Buchhandlung "Attawhid" in der Lindenstrasse durchsucht (Foto). Die nahe der berüchtigten Al-Kuds-Moschee am Steindamm gelegene Buchhandlung sei ein zentraler Treffpunkt einer islamistischen Gruppe gewesen, hiess es, der die Unterstützung des Harburger Terroristen Atta angelastet wird. „Ihre Zusammenkünfte sind geprägt durch Konspiration und besondere Sicherungsmaßnahmen", hiess es in einer Mitteilung der Behörde. Die Verdächtigen hätten "überwiegend eine islamisch- fundamentalistische Grundeinstellung" und seien bereit gewesen, "auf der Grundlage eines aggressiven militanten islamischen Fundamentalismus Anschläge zu begehen“. Sie beteten regelmäßig in den gleichen Räumen, in denen sowohl die Terrorpiloten vom 11. September um Atta als auch ihre Helfer vor den Anschlägen verkehrten. Weitere Einzelheiten über die damalige Razzia bei SPIEGEL online.


Weniger Brechmittel-Einsätze in Hamburg

Gut ein Jahr nach Beginn des Einsatzes von Brechmitteln ist die Zahl der Fälle nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" (26. September) stark rückläufig. Waren es im Januar noch 31 Einsätze, so wurden laut Justizbehörde im August nur drei mutmaßlichen Drogendealern Brechmittel eingeflößt. Die Hälfte der überführten Täter, meist Schwarzafrikaner zwischen 16 und Anfang 20, wurde bis Juli 2002 angeklagt. 42 Mal seien auf Grund der gefundenen Beweismittel Haftstrafen bis zu zweieinhalb Jahren verhängt worden.



Ältere
Meldungen
aus der Rubrik
KIEZ