Die Schwebefähre von Rio wurde 1935 demontiert.

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Website über die Schwebefähre von Rio de Janeiro

RIO DE JANEIRO

Die vergessene Fähre 
unterm Zuckerhut

Sie schwebte zur Kobra-Insel

Über kaum eine der einstmals rund 20 Schwebefähren der Welt war lange Zeit so wenig bekannt wie über das letzte je erbaute Exemplar dieser Art, dessen Gondel von 1915 bis 1935 im brasilianischen Rio de Janeiro schwebte. 


Ehemalige Eilers-Werke in Hannover

Für unsere 2002 eingerichtete Website stand jahrelang nur ein einziges Foto der Fähre zur Verfügung. Entdeckt hatte die Abbildung (siehe unten) der britische Ingenieur Brian Glover, Head of Transport and Design Services, Middlesbrough Council, in dem 1999 in Spanien erschienenen Fachbuch von Alfredo Pérez Trimino.


Dies war lange Zeit das einzige Foto

Das Ergebnis weiterer Recherchen zur Vorbereitung der acht Info-Tafeln für die 2009 eröffnete Weltschwebefährenmeile in Hemmoor-Basbeck war zunächst eher dürftig. Lateinamerikas zweite Schwebefähre (nach Buenos Aires), soviel liess sich immerhin feststellen, war 171 Meter lang, hiess nach dem einstigen brasilianischen Marineminister "Almirante (Admiral) Alexandrino de Alencar" und verband das Festland mit einem Marinehospital auf der vorgelagerten "Ilha das Cobras" (Kobra-Insel).

Einem brasilianischen Blogger namens "Carlos H.", der die Seite Curiosidades Cariocas betreibt, ist die Entdeckung und Publizierung weiterer Fotos von der Fährverbindung zur Marine-Insel zu verdanken.


Die Fähre in den Zwanziger Jahren

Bereits in den Zwanziger Jahren führten Kapazitätsprobleme dazu, dass eine feste Brücke zur Kobrainsel geplant wurde. Unmittelbar neben der neuen "Ponte Arnaldo Luz", die um 1930 fertiggestellt wurde, verkehrte vorübergehend weiterhin die alte Schwebefähre, die schliesslich 1935 demontiert wurde. Die Straßenbrücke wird brasilianischen Quellen zufolge weiterhin genutzt.


Neben der Schwebefähre: eine Brücke

Für einen enormen Fortschritt bei den Recherchen zur Rio-Fähre sorgte jetzt der Hannoveraner Louis Eilers, dessen gleichnamiger Ururgroßvater 1871 aus einer Werkstatt ein international exportierendes Eisen- und Stahlbau-Unternehmen aufgebaut hatte. 


Erfolge einer Firma von Weltruf

Die Firma Louis Eilers (Logo lks.) lieferte große Eisenkonstruktionen für den Brücken-, Hoch-, Berg-, Wasser-, Mast- und Behälterbau in verschiedene europäische Länder sowie nach Amerika, Asien und Neuseeland, darunter auch die Schwebefähre für Rio und die Eisenbahn-Hochbrücke Hochdonn über den Nord-Ostsee-Kanal, die heute - ebenso wie die Schwebefähren Osten-Hemmoor und Rendsburg-Osterrönfeld - zu den Attraktionen der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel zählt.


Fotos vom Bau der Rio-Fähre...

... aus dem hannoverschen Firmenarchiv

Der Eilers-Ururenkel stiess bei der Erforschung der Firmengeschichte auch die Unterlagen zur Rio-Fähre im Archiv des Traditionsunternehmens, das eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat: 1983 ging die Firma in der EEI Engelbrecht Eilers Industrie GmbH auf, die wiederum zwei Jahre später in den Strudel des Hanomag-Konkurses gerissen wurde (mehr).


Errichtung der Pfeilerkonstruktion

Zu hoffen ist, dass die Erinnerung an die deutsche Schwebefähre für Rio auch in einem musealen Vorhaben wachgehalten wird, für dessen Verwirklichung sich der Ururenkel des Erbauers engagiert: das Projekt "EilersWerke Mobile Welten", das auf dem jetzt verwaisten historischen Werksgelände zwischen Herrenhausen und Stöcken künftig Hannovers Industriegeschichte rund um das Thema Mobilität erlebbar machen soll.


Bauplan der Rio-Schwebefähre (größer)

Geplant ist, das as 68.000 qm große Areal der Louis Eilers Stahlwerke nach Jahren der Stille wieder mit Leben zu erfüllen. Das komplette Werksgelände wurde kürzlich von einer Besitzgesellschaft übernommen. 


Eilers-Werksgelände mit Wasserturm

Die im Jahr 1901 erbaute 15.000 qm große Industrie-Fertigungshalle ist ebenso erhalten wie das Wahrzeichen, der unter Denkmalschutz stehende Wasserturm, und einzigartige industrielle Relikte vergangener Zeiten.


Darstellung des Museumsprojekts

Das geplante Museum soll, so Louis Eilers, "die für die heutige Zeit unfassbaren Arbeitsleistungen für monumentale Stahlkonstruktionen greifbar machen": In der historischen Halle entstanden Stahlelemente für Bauwerke wie die Schwebefähre, aber auch die Fischauktionshalle in Hamburg, den Leipziger Bahnhof, die Sternwartenkuppel in Rom oder die Lille-Belt Brücke über den Kleinen Belt. 

Neben themenorientierten Ausstellungen sollen den Liebhabern zwei- und vierrädriger Klassiker alle Dienstleistungen zur Erhaltung ihrer Fahrzeuge angeboten werden. In Kürze sollen die erste Oldtimer-Ausstellung sowie eine Harley-Austellung zu besichtigen sein. Präsentiert werden sollen aber auch Schienen- und Flugzeugtechnik sowie Elektromobilität und Nahverkehrssysteme der Zukunft.

Im Förderverein des Projekts, dem der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange vorsteht, haben sich laut Eilers "bereits alle namhaften Firmen aus Hannovers mobiler Zeitgeschichte vereint". - Mehr unter www.eilerswerke.de.

Willkommen im Reich der filigranen Riesen


El ultimo puente de estas caracteristicas construido en el mundo fue el "Puente Alexandrino de Alencar", en la ciudad brasilena de Rio de Janeiro. La longitud del travesano era de 171 metros, estando a una altura de 20 metros sobre el nivel de las aguas. Este transbordador fue cerrado al público y posteriormente demolido el ano 1935.


The last bridge of these characteristics to be built in the world was the Bridge "Alexandrino de Alencar" in the Brazilian city of Rio de Janeiro. The span was 171 metres, 20 metres above water level. This bridge was closed to the public and later demolished in 1935.

Alfredo Pérez Trimino: "Puente Vizcaya - mi vida en imágines", Bilbao, 2000.